Appeal withdrawn; proceedings struck out and costs imposed

LA170016Tribunal supérieur22 déc. 2017Dismissed

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

The Zurich High Court noted that the defendant timely filed an appeal against an employment judgment, while the plaintiff filed a cross-appeal. After the defendant withdrew the main appeal, the court held that the withdrawal had the effect of a final decision and struck the appeal proceedings from the docket. Because the case had not yet reached deliberation, the cross-appeal lapsed under the Code of Civil Procedure. The court ordered the defendant to bear the second-instance costs, set the court fee at CHF 500, and awarded the plaintiff CHF 648 in party compensation.

Regeste Omnilex

Art. 241 Abs. 2 and 3 ZPO, Art. 313 Abs. 2 lit. c ZPO; withdrawal of the main appeal and fate of the cross-appeal. Withdrawal of an appeal is to be treated as a withdrawal with the effects of res judicata; the appellate proceedings are therefore discontinued. If the main appeal is withdrawn before the stage of judicial deliberation, the cross-appeal falls away automatically. As a rule, the withdrawing appellant bears the costs of the appellate proceedings, since it is responsible for the cross-appeal becoming moot; departure from that rule requires special reasons (consid. 2-4).

Texte intégral

Obergericht des Kantons Zürich I. Zivilkammer

Geschäfts-Nr.: LA170016-O/U

Mitwirkend: Oberrichterin Dr. L. Hunzi ker Schni der, Vorsitzende, Oberrichter Dr. H.A. Müller und Oberrichter Dr. M. Kriech sowie Gerichtsschrei- berin lic. i ur. S. Notz Beschluss vom 22. Dezember 2017

i n Sachen

A._____ AG, Beklagte, Berufungsklägerin und Anschlussberufungsbeklagte

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____

gegen

B._____, Kläger, Berufungsbeklagter und Anschlussberufungskläger

vertreten durch Rechtsanwalt MLaw Y._____

betreffend arbeitsrechtliche Forderung

Berufung gegen ein Urteil des Arbeitsgerichtes Zürich, 1. Abteilung, vom 12. Mai 2017 (AN160037-L)

Erwägungen: 1. Mit Eingabe vom 14. Juni 2017 erhob die Beklagte rechtzeitig Berufung ge- gen des Urteil der Vorinstanz vom 12. Mai 2017 (Urk. 32 und 33). Der Kläger be- antwortete die Berufung am 13. September 2017; glei chzeitig erhob er An- schlussberufung (Urk. 41). Die Anschlussberufungsantwort datiert vom 25. Okto- ber 2017 und wurde am 31. Oktober 2017 der Gegenpartei zur Kenntni snahme zugestellt (Urk. 44 und 45). 2. Mit Schreiben vom 19. Dezember 2017, beim Obergericht eingegangen am 20. Dezember 2017, zog die Beklagte die Berufung zu rück (Urk. 46). Ein Klage- rückzug hat die Wirkung eines rechtskräftigen Entscheides (Art. 241 Abs. 2 ZPO). Dies hat auch für die Rückzugserklärung einer Berufung zu gelten. Demzufolge ist das Berufungsverfahren abzuschreiben (Art. 241 Abs. 3 ZPO). Folglich fällt die vom Kläger erhobene Anschlussberufung ohne Weiteres dahin (Art. 313 Abs. 2 lit. c ZPO), da sich das Verfahren noch nicht im Stadium der Urteilsberatung be- findet. 3. Mit dem Rückzug wird auch die erstinstanzliche Regelung der Kosten- und Entschädigungsfolgen rechtskräftig. 4. Wird die Hauptberufung zurückgezogen, gehen die Kosten- und Entschädi- gungsfolgen des Berufungsverfahrens in der Regel zu Lasten des Berufungsklä- gers, denn er ist im Fall von Art. 313 Abs. 2 lit. c ZPO verantwortlicher Verursa- cher des Dahinfallens der Anschlussberufung (vgl. Reetz/Hilber, in: Sutter-Somm et al., ZPO-Komm, Art. 313 N 47 und N 59 m.H.). Es besteht im vorliegenden Ver- fahren kei n Anlass, von dieser Regel abzuweichen. Die Kosten des Berufungsver- fahrens sind daher der Beklagten aufzuerlegen, und sie ist zu verpflichten, den Kläger für das Berufungsverfahren zu entschädigen. Der Streitwert für das Beru- fungsverfahren beträgt Fr. 3'125.–, da der Anschlussberufung keine selbständige Bedeutung zukommt und sie aufgrund des Rückzugs als ni cht mehr vorhanden zu betrachten ist (Fischer, Stämpflis Handkommentar, ZPO, Art. 106 N 14; ZR 57 Nr. 66). Die Entscheidgebühr ist i n Anwendung von § 4 Abs. 1, § 10 Abs. 1 und § 12 Abs. 1 und 2 GebV OG auf Fr. 500.–, die Parteientschädigung i n Anwendung

von § 4 Abs. 1, § 11 Abs. 1 und 2 sowie § 13 Abs. 1 und 2 AnwGebV auf Fr. 600.– (zuzügli ch 8 % Mehrwertsteuer) festzusetzen. Es wird beschlossen: 1. Das Verfahren wird abgeschrieben. 2. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 500.– festgesetzt. 3. Die Kosten für das zweitinstanzliche Verfahren werden der Beklagten aufer- legt und mit dem von ihr geleisteten Kostenvorschuss verrechnet. 4. Die Beklagte wird verpflichtet, dem Kläger für das Berufungsverfahren eine Parteientschädigung von Fr. 648.– zu bezahlen. 5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an den Kläger unter Beilage des Dop- pels von Urk. 46, sowie an die Vorinstanz, je gegen Empfangsschein. Die erstinstanzlichen Akten gehen nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmit- telfrist an die Vorinstanz zurück. 6. Ei ne Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist i nnert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be- schwerde ri chten si ch nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG. Es handelt sich um eine arbeitsrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert beträgt Fr. 3'125.–. Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. Hinsichtlich des Fristenlaufs gelten die Art. 44 ff. BGG.

Züri ch, 22. Dezember 2017

Obergericht des Kantons Zürich I. Zivilkammer

Die Gerichtsschreiberin:

lic. iur. S. Notz

versandt am: mc

Mots-clés

appeal withdrawalcross-appealemployment disputecost allocationparty compensationstrike out

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether the appeal proceedings should be struck out after withdrawal of the main appeal.

Solution extraite

The proceedings were struck out because the withdrawal of the appeal has the effect of a final decision.

Motifs extraits

A withdrawal of an appeal is treated like a final decision under Art. 241 ZPO, so the appellate proceedings must be discontinued under Art. 241 Abs. 3 ZPO.

Question juridique clé

What happens to the cross-appeal after withdrawal of the main appeal.

Solution extraite

The cross-appeal lapsed automatically because the case had not yet reached the stage of deliberation.

Motifs extraits

Under Art. 313 Abs. 2 lit. c ZPO, a cross-appeal falls away if the main appeal is withdrawn before the judgment deliberation stage.

Question juridique clé

Allocation of appellate costs and compensation after withdrawal of the main appeal.

Solution extraite

The defendant had to bear the appellate costs and pay the plaintiff party compensation.

Motifs extraits

As a rule, withdrawal of the main appeal places appellate costs on the appellant, who is responsible for the cross-appeal becoming moot; no reason existed to depart from that rule.

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