Partial reasoning may be requested only for part of the dispositive

EE120024Tribunal de district de Dietikon18 juin 2012Partially Granted

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

In a family-law modification proceeding, the applicant withdrew the request, and the single judge issued an initially unreasoned discontinuance order. A party timely sought reasons only for the part of the dispositive concerning party compensation. The court held that Art. 239(2) CPC allows a partial request for reasons, because an appeal may likewise be limited to part of a decision and the remainder then enters into force after expiry of the 10-day period. The court therefore ordered reasons only for dispositive item 6. It also held that no reduction of the court fee was warranted in the circumstances.

Regeste Omnilex

Art. 239 Abs. 2 ZPO; partial request for reasons of a decision. The wording of Art. 239 Abs. 2 ZPO does not exclude a request for post hoc reasons limited to part of the dispositive. Since proceedings may be confined to individual claims or issues (Art. 125 lit. a ZPO) and partial judgments are possible (Art. 236 ZPO), a party may also demand reasons only for the part it intends to challenge; the unrequested part enters into force upon expiry of the 10-day period under Art. 239 Abs. 2 second sentence ZPO. This is compatible with the right to be heard and with procedural economy, provided a distinct partial reasoning is materially and argumentatively possible (consid. 2).

Texte intégral

Art. 239 Abs. 2 ZPO, Begehren um Begründung. So weit man ein Rechtsmittel auf einen Teil des Entscheides beschränken kann, ist es auch zulässig, die nachträgliche Begründung nur für diesen Teil zu verlangen.

Das Begehren um Abänderung eines Eheschutzentscheides wird zurückgezogen, und der Einzelrichter schreibt das Verfahren ab. Er stellt diese Verfügung den Parteien vorerst unbegründet zu. Innert Frist verlangt eine Partei eine Begründung zur Festsetzung der Parteientschädigung. Der Einzelrichter gibt dem Antrag statt.

(aus den Erwägungen:) 2. Der Wortlaut des Gesetzes schliesst die Einforderung einer bloss tei lweisen Begründung des Entscheids weder ausdrücklich aus noch erlaubt er es (a. M. Matthias Lerch, in: Gehri/Kramer, ZPO Kommentar Orell Füssli, N 5 zu Art. 239). Das Gericht hat die Möglichkeit, ein Verfahren auf einzelne Fragen oder einzelne Rechtsbegehren zu beschränken (Art. 125 lit. a ZPO) und Teilentscheide zu fällen (Art. 236 ZPO). Andererseits steht es – ausgehend von der Dispositionsmaxime (Art. 58 ZPO) – jeder Partei frei, einen vollständig begründeten Entscheid auch nur teilweise bei der Rechtsmittelinstanz anzufechten. Es ist nicht einzusehen, weshalb eine Partei nicht bereits zum Voraus die Begründung lediglich eines Teils des Dispositivs verlangen können soll, mit der Folge, dass der Rest des Dispositivs mit Ablauf der 10-Tagesfrist, zufolge des wegen der nicht eingeforderten Begründung vermuteten Verzichts auf die Anfechtung, in Rechtskraft erwächst (Art. 239 Abs. 2 zweiter Satz ZPO). Auch mit Blick auf das rechtliche Gehör bestehen keine Bedenken. Insbesondere in Fällen wie dem vorliegenden, in denen die Frist für die nachträgliche Einforderung einer vollen Begründung gemäss Art. 239 Abs. 2 ZPO unbenutzt verstrichen ist und die beantragte teilweise Begründung des Entscheids auch argumentativ möglich ist, macht eine bloss teilweise Begründung des Entscheids aufgrund des verringerten Begründungsaufwands auch unter prozessökonomischen Gesichtspunkten durchaus Sinn. Folglich ist nur Dispositivziffer 6 der Verfügung vom 18. Juni 2012 [Anm.: Zusprechung einer Parteientschädigung] zu begründen. Der Rest des Dispositivs ist in Rechtskraft erwachsen.

  1. Was die Zulässigkeit der Teilbegründung für die Ermässigung der Gerichtsgebühr nach § 10 Abs. 2 GebV OG bedeutet bzw. ob allenfalls eine Unterteilung des Ermässigungs-Drittels möglich und sinnvoll wäre, kann vorliegend offenbleiben, da das Verfahren nach dem klaren und unbestrittenen Rückzug des Abänderungsbegehrens durch den Gesuchsteller (act. 16) mit einer Begründung in bescheidenem Umfang abzuschreiben gewesen wäre. Die Erwägungen zu den Entschädigungsfolgen (neben allfälligen zu den Kosten) stellen vorliegend den Hauptaufwand dar, weshalb sich eine Reduktion der Gerichtsgebühr nach § 10 Abs. 2 GebV OG nicht (mehr) rechtfertigt.

Bezirksgericht Dietikon, Einzelgericht Verfügung vom 18. Juni 2012 Prozess Nr. EE120024-M / U1

Mots-clés

partial reasoningdispositive partappeal limitationlegal forceprocedural economycourt fee reductionwithdrawalparty compensation

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether a party may request a post hoc reasoned decision only for one part of the dispositive under Art. 239(2) CPC

Solution extraite

Yes. A party may demand reasons only for the part of the dispositive that it may also challenge separately on appeal.

Motifs extraits

The wording of Art. 239(2) CPC does not exclude a partial request for reasons. Since proceedings and judgments may be limited to individual claims or issues, and because an appeal may be restricted to part of a decision, it is consistent to allow a party to request reasons only for that part. The remainder then becomes final after expiry of the 10-day period.

Question juridique clé

Whether the discontinuance after withdrawal justified a reduction of the court fee under § 10(2) GebV OG

Solution extraite

No reduction was warranted on the facts of the case.

Motifs extraits

The court left open the abstract question whether a partial reasoning request can affect the fee reduction. In this case, however, the proceedings were to be discontinued with only a brief reasoning after the clear withdrawal of the modification request, and the decisive work lay in the costs/compensation issues; therefore a reduction was no longer justified.

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