Rooftop terrace at business premises as sensitive-use area

BRKE II Nrn. 0236-0237/2001Tribunal des recours en matière de construction25 sept. 2001

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

The Baurekurskommission II held that a rooftop terrace belonging exclusively to business premises does not count as a place with sensitive use under the NISV. Although the precautionary principle requires protection of certain outdoor areas closely linked to sensitive-use rooms, that protection extends only to narrowly defined areas that directly complement such rooms. A terrace used in connection with industrial, commercial, or trade premises is not comparable to a residential terrace and therefore need not comply with the installation limit at the relevant calculation point.

Regeste Omnilex

Art. 3 Abs. 3 NISV; Ziff. 64 lit. c and Ziff. 65 Anhang 1 NISV: places with sensitive use and rooftop terraces. The concept of places with sensitive use also covers narrowly circumscribed outdoor areas that, by location and function, directly belong to or complement sensitive-use rooms and are regularly used for longer periods; this follows from the precautionary purpose of the regime (consid. c–d). The extension is, however, not general for all open areas in building zones. A terrace serving exclusively business premises in an industrial/commercial setting is ordinarily not a protected area, because its use intensity and function do not correspond to residential terraces. Whether an outdoor area is protected must be determined on a case-by-case basis.

Texte intégral

BRKE II Nrn. 236 und 237/2001 vom 25. September 2001 in BEZ 2001 Nr. 62 14. c) Neue und alte Anlagen müssen im massgebenden Betriebszustand an Orten mit empfindlicher Nutzung den frequenzabhängigen Anlagegrenzwert einhalten (Ziffer 65 Anhang 1 NISV), welcher in Bezug auf Mobilfunkbasisstationen als Effektivwert der elektrischen Feldstärke definiert wird. Bei den hier vorliegenden Frequenzbereichen um 900/1800 MHz darf die elektrische Feldstärke an den Orten mit empfindlicher Nutzung den Anlagegrenzwert von 5,0 V/m nicht überschreiten (Ziffer 64 lit. c Anhang 1 NISV). Gemäss Art. 3 Abs. 3 NISV gelten als Orte mit empfindlicher Nutzung «Räume in Ge- bäuden, in denen sich Personenregelmässig während längerer Zeit aufhalten» (lit. a), «öffentliche oder private, raumplanungsrechtlich festgesetzte Kinderspielplätze» (lit. b) sowie «diejenigen Flächen von unüberbauten Grundstücken, auf denen Nutzungen nach den Buchstaben a und b zugel assen sind (lit. c).» d) Aufgrund dieses Wortlauts sind Kinderspielplätze die einzigen Bereiche ausser- halb von Räumen in Gebäuden, welche explizit als Orte mit empfindlicher Nutzung gel- ten. Offene Terrassen, Gartensitzplätze und Balkone, wo sich vor allem in der wärmeren Jahreszeit regelmässig sehr viele Personen über längere Zeit aufhalten, wären dem- nach generell keine Orte, an welchen die Anlagegrenzwerte eingehalten werden müss- ten. Es stellt sich die Frage, ob diese Konsequenz im Lichte des vom Umweltschutzge- setz festgelegten und vorgängig bereits dargelegten Vorsorgeprinzips Bestand haben könne. Die Antwort ergibt sich auf dem Wege der (zulässigen) akzessorischen Überprü- fung der genannten bundesrätlichen Bestimmung auf ihre Übereinstimmung mit dem Umweltschutzgesetz (vgl. u.a. Kölz/Bosshart/Röhl, Kommentar zum Verwaltungsrechts- pflegegesetz des Kantons Zürich, 1999, § 50 N. 123; Urteil des Bundesgerichts vom 30. August 2000, 1A.94/2000). Mit der Durchsetzung des Vorsorgeprinzips soll u.a. sichergestellt werden, dass Personen an jenen Orten, an welchen sie sich regelmässig und während längerer Zeit aufhalten, zwecks Minimierung des Risikos von möglichen, jedoch wissenschaftlich bis- her (noch) nicht einwandfrei nachgewiesenen schädlichen Wirkungen einer möglichst geringen Strahlenexposition unterworfen werden (vgl. den erläuternden Bericht zur NISV vom 23. Dezember 1999, S. 6, Ziffer 33). Im Lichte dieser Zielsetzung erscheint es als geboten, regelmässig und über eine längere Zeit von Menschen frequentierte undzu Orten mit empfindlicher Nutzung gehörende Bereiche wie etwa Balkone oder Dachter- ras sen ebenfalls zu schützen (vgl. auch den Entscheid der Baurekurskommission des Kantons Basel-Stadt vom 2. Mai 2001 i.S. J. c. Bauinspektorat Basel-Stadt, Erw. 4, S. 5). Aufgrund der Tatsache, dass der Gesetzgeber das Vorsorgeprinzip auch in Wohn- zonen nicht flächendeckend durchsetzen will, kann dieser Schutz jedoch nur für jene eng umgrenzte Aussenbereiche gelten, die von der Situierung und Funktion her unmit- telbar zu Räumen mit empfindlicher Nutzung gehören bzw. diese ergänzen; diese Berei- che müssen im konkreten Einzelfall bestimmt werden.

Die vorliegend strittige Dachterrasse mit dem Berechnungspunkt G gehört gemäss Mietvertrag ausschliesslich zu den Büroräumen des Rekurrenten. Auf Dachterrassen, welche zu einem Industrie-, Handels- oder Gewerbebetrieb gehören, halten sich ge- wöhnlich keine Personen regelmässig im Sinne von Art. 3 Abs. 3 lit. a NISV während längerer Zeit auf, weshalb solche Terrassen schon aufgrund der geringeren Nutzungsin- tensität nicht mit «Wohnterrassen» verglichen werden können. Sie sind somit keine im Sinne des Emissionsschutzes zu privilegierenden Bereiche. Da eine Wohnnutzung in der Industriezone grundsätzlich nicht zonenkonform ist (§ 56 Abs. 4 PBG),stellt sich auch die Frage nicht, ob hier im Sinne von Art. 3 Abs. 3 lit. c NISV eine künftige «Wohn- terrasse» (bei einer Umnutzung der rekurrentischen Räume zu Wohnzwecken) berück- sichtigt werden müsste. Der Anlagegrenzwert ist daher beim Berechnungspunkt G nicht einzuhalten.

Mots-clés

installation limitplace with sensitive userooftop terraceprecautionary principlemobile base stationemission protection

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether a rooftop terrace belonging exclusively to business premises qualifies as a place with sensitive use under Art. 3(3) NISV so that the installation limit must be observed there.

Solution extraite

No. The terrace was not treated as a protected place with sensitive use; the installation limit did not have to be complied with at calculation point G.

Motifs extraits

The protective scope of the precautionary principle extends only to narrowly defined outdoor areas directly attached to sensitive-use rooms. A business terrace at industrial, commercial, or trade premises is ordinarily not frequented regularly for long periods in the same way as a residential terrace and therefore is not a privileged emission-sensitive area.

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