projets
A1 05 57 ΓÇó Easter Monday counts as a holiday for cantonal deadlines
A1 05 57Tribunal cantonal24 juin 2005Dismissed
A.B. challenged the Staatsrat’s handling of an administrative complaint deadline. The appellant argued that Easter Monday should not count as a holiday for deadline purposes and that the complaint was therefore late. The court held that under Art. 32 GGB, Easter Monday, Pentecost Monday, and 26 December count as holidays for all cantonal proceedings and deadline calculations. As a result, the administrative complaint filed on 22 April 2003 was timely, and the lower authority was correct to admit it. The appeal was dismissed.
Art. 32 GGB; calculation of cantonal deadlines; Easter Monday as holiday. The statutory rule on holidays applies, by its wording and legislative history, to all cantonal proceedings and not only to court proceedings. Easter Monday, Pentecost Monday and 26 December are therefore to be treated as holidays for the calculation of legal deadlines under cantonal law. The repeal of the former statute on deadline calculation confirms this comprehensive scope (consid. 1.2).
Verfahren
Procédure
KGE (öffentlichrechtliche Abteilung) vom 24. Juni 2005 i.S. A.B. c. Staatsrat
Berechnung der Fristen, Ostermontag
Ostermontag, Pfingstmontag und 26. Dezember gelten nach neuem Recht hinsicht-
lich der gesetzlichen Fristen des kantonalen Rechts als Feiertage.
Calcul des délais; lundi de Pâques
Les lundis de Pâques et de Pentecôte ainsi que le 26 décembre sont devenus,
selon le nouveau droit, des jours fériés entrant en considération pour le calcul
des délais légaux.
Erwägungen
1.2 Der Beschwerdeführer erklärt jedoch, er habe die Gerichts-
ferien bei der Fristenberechnung mitberücksichtigt und seine Ver-
waltungsbeschwerde ist auf den 22. April 2003 datiert. Im Verwal-
tungsbeschwerdeverfahren sind Gerichtsferien nicht vorgesehen,
da Art. 79a VVRG einzig für die Verwaltungsgerichtsbeschwerde gilt
(Urteil [des Kantonsgerichts] vom 12. Dezember 1996 i.S. G. B. c.
Staatsrat). Die dreissigtägige Frist zur Verwaltungsbeschwerde wäre
deshalb nach bisheriger Praxis bereits am Ostermontag, dem 21.
April 2002 abgelaufen, da der Beschwerdeführer selbst bestätigt,
den erstinstanzlichen Entscheid am 20. März 2003 in Empfang
genommen zu haben. Der Ostermontag ist hinsichtlich postalischer
Zustellungsfristen nach bisheriger kantonsgerichtlicher Rechtspre-
chung keinem Feiertag gleichgesetzt worden (ZWR 1989 S. 354;
Urteil [des Kantonsgerichts] vom 29. Juli 1994 i.S. E. R. c. Staatsrat;
Michel Ducrot, Le droit judiciaire privé valaisan, S. 356). Nach Art.
32 des Gesetzes über die Gerichtsbehörden vom 27. Juni 2000 (GGB;
GS/VS 173.1) in Kraft seit dem 01. Januar 2001, werden neu der
Ostermontag, der Pfingstmontag und der 26. Dezember hinsichtlich
der gesetzlichen Fristen des kantonalen Rechts und der Kraft kan-
tonalen Rechts von Behörden gesetzten Fristen einem Feiertag
gleichgesetzt. Die entsprechende Norm gilt nicht nur für Gerichts-
verfahren wie es der Titel des Gesetzes nahe legen könnte. Gemäss
ihrem Wortlaut bezieht sich die Bestimmung auf sämtliche kanto-
104
KGVS A1 05 57
nale Verfahren. Das GGB hebt ferner das Gesetz betreffend die
Berechnung der Fristen vom 11. November 1974 auf (Art. 33 lit. d
GGB), welches ebenso sämtliche kantonale Verfahrensfristen gere-
gelt hat. Nichts anderes ergibt sich im Übrigen aus den Gesetzes-
materialien. Die zweite grossrätliche Kommission hat die entspre-
chende Ergänzung vorgeschlagen (Bulletin des séances des Grand
Conseils [BSGC], ordentliche Junisession 2000, S. 1185) und dabei
einzig erörtert, man wolle den offiziellen Schliessungstagen der
Postämter Rechnung tragen (Bulletin des séances des Grand Cons-
eils [BSGC], ordentliche Junisession 2000, S. 1215). Die Vorinstanz
ist deshalb zu Recht auf die am 22. April 2003 zugestellte Verwal-
tungsbeschwerde eingetreten.
105