N 23 juin 1995
1614
Postulat Gadient
Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Le Conseil fédéral propose de rejeter le postulat.
Abgelehnt - Rejeté
95.3030
Postulat Gadient Bahnverbindungen nach Tourismusregionen Liaisons ferroviaires vers les régions touristiques
Wortlaut des Postulates vom 31. Januar 1995 Mit der Botschaft von 1985 zu «Bahn 2000» hat der Bundes- rat zahlreiche neue Direktverbindungen in Aussicht gestellt. Die Verwirklichung wird aber noch einige Jahre dauern. Der Bundesrat wird deshalb eingeladen, schon vor der vollstän- digen Realisierung der ersten Etappe von «Bahn 2000» die Möglichkeit von zusätzlichen alternierenden Direktverbin- dungen zu prüfen, zum Beispiel:
Texte du postulat du 31 janvier 1995
Le Conseil fédéral envisage dans son message de 1985 sur «Rail 2000» de nombreuses nouvelles liaisons directes dont la réalisation s'étendra cependant sur plusieurs années. Avant la fin des travaux de la première étape de «Rail 2000», le Conseil fédéral est donc invité à étudier la possibilité d'ins- taurer des liaisons alternées supplémentaires, par exemple: - aux heures paires: un train direct Genève-Lausanne- Berne-Zurich-Aéroport-Saint-Gall et Bâle-Zurich-Coire; - aux heures impaires: un train direct Genève-Lausanne- Berne-Zurich-Coire et Bâle-Zurich-Aéroport-Saint-Gall.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Béguelin, Bezzola, Bonny, Bundi, Columberg, Danuser, Diener, Eggly, Eymann Chri- stoph, Fischer-Hägglingen, Giger, Graber, Gros Jean-Mi- chel, Grossenbacher, Hämmerle, Hari, Iten Joseph, Kühne, Maeder, Marti Werner, Maurer, Meyer Theo, Poncet, Rei- mann Maximilian, Ruckstuhl, Rutishauser, Rychen, Schmid Peter, Schmid Samuel, Seiler Rolf, Spoerry, Tschäppät Alex- ander, Tschopp, Wanner, Weyeneth, Wiederkehr, Wyss Wil- liam, Zbinden (38)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit Im Konkurrenzkampf zwischen Bahn und Privatauto im Feri- enverkehr hat die Bahn den grossen Nachteil des Umstei- gens mit Gepäck. Besonders in den grossen Bahnhöfen wie Zürich ist das Umsteigen für eine Familie mit Feriengepäck aufwendig. Dazu kommt, dass bei Verspätungen die An- schlüsse oft nicht abgewartet werden und der Reisende ner- vös wird, weil er nicht weiss, ob der Anschluss abgewartet wird. Der Bundesrat schrieb dazu im «Bericht über das Kon- zept 'Bahn 2000' und Botschaft über den Bau neuer Linien der Schweizerischen Bundesbahnen (vom 16. Dezember 1985)»:
«Die Notwendigkeit zum Umsteigen beeinträchtigt die Wett- bewerbsfähigkeit des öffentlichen Verkehrs gegenüber dem Auto. Das Konzept 'Bahn 2000' kann diesen Nachteil zwar nicht eliminieren, aber doch erheblich abschwächen. Mit der Fahrplanverdichtung vom Stunden- zum Halbstundentakt auf den verkehrsstarken Streckenabschnitten kann in vielen Fällen mit dem einen oder anderen Zug stündlich ein gänz-
lich oder mindestens abschnittweise neuer, direkter Zugslauf und damit für viele Orte eine neue umsteigefreie Verbindung angeboten werden .... Dem reisegewohnten Geschäftsmann bietet sich halbstündlich die Verbindung .... an, während die zeitlich flexiblere und weniger mobile Familie mit Gepäck für ihre Reise .... den durchlaufenden Zug wählen wird. .... Häu- figere und zusätzlich neue direkte Verbindungen bewirken gemeinsam eine starke Reduktion der durchschnittlichen Wartezeit der Reisenden bei nach wie vor unumgänglichem Umsteigen im Intercity- und Schnellzugsverkehr.» (S. 19f.). In den Abstimmungserläuterungen von 1987 zu «Bahn 2000» schrieb der Bundesrat:
Hochgeschwindigkeitsbahnen wie der französische TGV sind für die kleinräumige Schweiz nicht die richtige Lösung. Bessere Anschlüsse, erleichtertes Umsteigen, neue Direkt- verbindungen und nicht zuletzt modernste Lokomotiven mit besserer Beschleunigung und höherer Geschwindigkeit wer- den die Reisezeit trotzdem erheblich verringern.
Wer angenehm reisen will, möchte bis ans Ziel im gleichen Wagen sitzen bleiben. 'Bahn 2000' bietet bedeutend mehr di- rekte Zugsverbindungen.» (S. 4).
Untersuchungen in Frankreich haben gezeigt, dass bei um- steigefreien Verbindungen nach Touristenorten die Zahl der Bahnbenützer erheblich zunimmt.
Heute bestehen zum Beispiel schon umsteigefreie Verbin- dungen von Basel nach Chur und von Basel ins Berner Ober- land und ins Oberwallis. Es bestehen aber keine Direktver- bindungen von der Romandie und Bern nach der Tourismus- region Graubünden.
Zur Verbesserung der Umsteigeverhältnisse in Chur, wo aus technischen Gründen immer umgestiegen werden muss, werden grosse Anstrengungen unternommen. Es müssen aber auch andere Schwachstellen in der Transportkette be- seitigt werden, zum Beispiel das Umsteigen in Zürich. So- lange die erste Etappe von «Bahn 2000» nicht realisiert ist, könnte möglicherweise das gleiche Prinzip, wie es in der Bot- schaft von 1985 beschrieben wurde, im Zweistundentakt be- folgt werden. Mit Direktzügen alle zwei Stunden kann den weniger zeitgebundenen Feriengästen das Umsteigen er- spart werden, und bei Verspätungen wird mit der Direktver- bindung sicher der Anschlusszug nicht verpasst.
Mit solchen alternierenden Direktverbindungen entfallen wohl einzelne umsteigefreie Verbindungen von Bern zum Flughafen Zürich. Hingegen erhält Basel mehr Direktverbin- dungen zum Flughafen Zürich und nach St. Gallen. Der Nachteil der kleineren Zahl von Direktzügen zwischen Bern und Flughafen Zürich fällt nicht so ins Gewicht, weil zahlrei- che Intercity-Züge zwischen den «Stundenzügen» von Bern zum Flughafen Zürich fahren. Zudem ist das Gepäck für Flugreisen ohnehin nicht so gross, und ab Zürich Hauptbahn- hof bestehen zahlreiche Zugsverbindungen zum Flughafen. Möglicherweise können auch «Flügelzüge» gebildet werden, die sich in Zürich trennen und getrennt nach Chur bzw. St. Gallen weiterfahren.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 31. Mai 1995 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 31 mai 1995 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen.
Überwiesen - Transmis
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Postulat Gadient Bahnverbindungen nach Tourismusregionen Postulat Gadient Liaisons ferroviaires vers les régions touristiques
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1995
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III
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Sommersession
Session
Session d'été
Sessione
Sessione estiva
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Nationalrat
Conseil
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Consiglio
Consiglio nazionale
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16
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 95.3030
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Numero dell'oggetto
Datum 23.06.1995 - 08:00
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1614-1614
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20 025 833
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