Interpellation Bisig
64
E
26 janvier 1995
Antrag der Kommission Die Kommission beantragt einstimmig, die Motion zu über- weisen.
Proposition de la commission
La commission propose, à l'unanimité, de transmettre la mo- tion au Conseil fédéral.
Delamuraz Jean-Pascal, conseiller fédéral: La motion de M. Carobbio, conseiller national, a été traitée par le Conseil fé- déral il y a environ une année.
Le Conseil fédéral a proposé alors de transmettre le point 1 de cette motion, à savoir: «l'élaboration d'une conception géné- rale de l'enseignement post-obligatoire permettant de préci- ser les modalités de reconnaissance des certificats de matu- rité en général,professionnelle technique, commerciale et ar- tistique en particulier», sous forme de postulat. Nous re- connaissons par là l'existence d'un problème et la nécessité de la recherche d'une solution, mais nous ne voulons pas lui donner la forme contraignante de la motion. Nous l'expliquons dans notre rapport écrit.
Quant à ce qui était le point 2 de la motion Carobbio: «les mo- difications législatives nécessaires pour garantir la reconnais- sance des certificats de maturité professionnelle technique par toutes les écoles techniques supérieures», il est évident que c'est un but qu'il faut impérativement atteindre.
C'est la raison pour laquelle, le Conseil fédéral est d'avis qu'il faut transmettre la motion du Conseil national (Carobbio).
Überwiesen - Transmis
94.3366
Interpellation Bisig Vollzug des obligatorischen Lehrlingsturnens Apprentis. Gymnastique obligatoire. Exécution
Wortlaut der Interpellation vom 22. September 1994
Das obligatorische Lehrlingsturnen wurde 1972 im Rahmen des Bundesgesetzes über die Förderung von Turnen und Sport zum Beschluss erhoben, und dies entgegen der damali- gen Auffassung von Bundesrat und Departement. Die entspre- chende Verordnung verpflichtet die Kantone, das Obligato- rium für den Turn- und Sportunterricht an Berufsschulen bis spätestens zu Beginn des Schuljahres 1986 zu verwirklichen. Der Vollzug dieser Vorschriften bereitet, nicht ganz unerwar- tet, erhebliche Schwierigkeiten. Nicht nur die Investitionsko- sten, auch die jährlich wiederkehrenden Betriebs- und Unter- haltskosten sowie das Problem der Stundenplangestaltung stehen in einem klaren Missverhältnis zum tatsächlichen Nutzeffekt dieses Obligatoriums. Dazu kommt noch, dass in zahlreichen Berufen auch heute noch nur Teile der Lehrlinge in den Genuss des Turnunterrichts kommen. Dies wird aus Gründen der nicht überall gegebenen Machbarkeit wohl wei- terhin so bleiben.
Die körperliche Ertüchtigung unserer Jugend ist zweifellos richtig und kaum bestritten, allerdings stehen dafür verschie- dene Wege offen. Vor allem die Sportvereine und auch andere Organisationen erfüllen diesbezüglich eine nicht genug zu würdigende gesundheits- und gesellschaftspolitische Auf- gabe. Die indirekte Unterstützung dieser Vereinigungen durch den Bau von Berufsschul-Sportanlagen war wohl auch das entscheidende Argument für die damalige Annahme der Vor- lage im Parlament. Diese Anlagen sind nun im möglichen Um- fang weitgehend realisiert und auch ohne das Berufsschultur- nen gut ausgelastet.
Die Regelung der Berufsbildung ist Sache des Bundes, der Vollzug aber wird den Kantonen überlassen. Weder Bund noch Kantone sind heute in der Lage, alles Wünschbare zu tun. Verschiedenes sieht im Lichte der aktuellen Finanzlage der öffentlichen Haushalte anders aus. Wenn schon gespart werden muss, dann vor allem dort, wo der Aufwand und der Ertrag in einem Missverhältnis zueinander stehen. Ich frage daher den Bundesrat:
Wie steht es mit dem Vollzug des obligatorischen Lehrlings- turnens 8 Jahre nach der Verwirklichungsfrist?
Entspricht das Ergebnis der ursprünglichen Zielsetzung, oder sind Korrekturen erforderlich?
Sind flexiblere, weniger zentralistische Lösungen nicht effi- zienter?
Wie steht es mit einer im Entwurf zum «Sparprogramm 93» postulierten Aufhebung des Turnobligatoriums an den Berufs- schulen?
Texte de l'interpellation du 22 septembre 1994
L'enseignement obligatoire de la gymnastique pour les ap- prentis a été décidé en 1972 dans le cadre de la loi fédérale en- courageant la gymnastique et les sports, contre l'avis du Conseil fédéral et du département. L'ordonnance obligeait les cantons à instituer l'enseignement obligatoire de la gymnasti- que et des sports dans les écoles professionnelles, au plus tard au début de l'année scolaire 1986.
L'application de ces prescriptions engendre, comme on pou- vait s'y attendre, des difficultés considérables. Les coûts d'in- vestissement et les coûts annuels d'exploitation et d'entretien, d'une part, le problème de l'emploi du temps, d'autre part, sont nettement disproportionnés par rapport à l'utilité réelle de cette obligation. De plus, aujourd'hui encore, seule une partie des apprentis dans de nombreuses branches professionnel- les prennent plaisir à suivre les cours de gymnastique. Il est d'ailleurs peu probable que la situation change, étant donné que cette possibilité n'est pas offerte partout.
Certes, l'éducation physique de la jeunesse est incontestable- ment importante, mais elle peut se faire autrement, notam- ment au sein d'associations sportives et d'autres organisa- tions, dont le rôle, tant sur le plan de la santé que dans le do- maine social, est trop souvent sous-estimé. Le soutien indirect de ces organismes par la construction d'installations sportives dans les écoles professionnelles constituait alors l'argument décisif en faveur du projet au Parlement. Des installations, aussi nombreuses que possible, ont été réalisées et, même sans les cours donnés par les écoles, elles sont largement uti- lisées.
Si la réglementation relative à la formation professionnelle re- lève de la Confédération, son application est l'affaire des can- tons. Or, ni la Confédération ni les cantons ne sont aujourd'hui en mesure de faire tout ce qu'il faudrait. Bien des secteurs ap- paraissent sous un autre jour compte tenu de la situation ac- tuelle des finances publiques. Si des économies s'imposent, il convient de les faire avant tout là où il y a un écart important entre les recettes et les dépenses.
Je prie donc le Conseil fédéral de répondre au questions sui- vantes:
Où en est-on, 8 ans après le délai accordé, avec l'applica- tion de l'enseignement obligatoire de la gymnastique?
A-t-on atteint l'objectif fixé à l'origine, ou bien des modifica- tions s'avèrent-elles nécessaires?
Des solutions plus souples et plus décentralisées ne se- raient-elles pas plus efficaces?
Que pense le Conseil fédéral de l'abrogation, proposée dans le projet de programme d'économies 1993, de l'ensei- gnement obligatoire de la gymnastique dans les écoles pro- fessionnelles?
Mitunterzeichner - Cosignataires: Frick, Iten Andreas, Rhyner, Schiesser, Seiler Bernhard (5)
Bisig Hans (R, SZ): Mit meiner Interpellation will ich nichts an- deres als den Bundesrat zum Nachdenken über die Richtig- keit und Zweckmässigkeit verfügter Massnahmen veranlas- sen. Gleichzeitig wird natürlich dem Ratsplenum die Gelegen-
S
65
Interpellation Bisig
heit gegeben, einen Entscheid unserer Vorgänger von einiger Tragweite im Lichte der geänderten Voraussetzungen zu hin- terfragen, und das ohne dabei eine gefestigte Meinung haben zu müssen oder fertige Rezepte anbieten zu können. Es geht konkret um den Vollzug des obligatorischen Lehrlingsturnens. Im «Beobachter» war vor etwa vier Jahren folgendes zu lesen: «1972 schwappte die Sportbegeisterung auf die eidgenössi- schen Räte über. Kein Wunder, dass die Nationalmannschaft an der Olympiade in Sapporo mit neun Medaillen den gröss- ten Triumph aller Zeiten feierte. Bernhard Russi und Roland Collombin deklassierten die Cracks anderer Nationen. Marie- Theres Nadig avancierte mit zwei Goldmedaillen zum Liebling der Nation. Nun galt es, für die Zukunft alle Ressourcen auszu- schöpfen. Da dem Patriotismus etwas soziales Engagement wohl bekommt, gedachten die National- und Ständeräte beim Gesetz über Turnen und Sport auch der Lehrlinge und Lehr- töchter. Sie sollten den Mittelschülern gleichgestellt werden. Gegen den Willen des Bundesrates erklärten sie den Turnun- terricht an Berufsschulen für obligatorisch. » Soweit der «Beob- achter» und soviel zur Vorgeschichte.
Was nun geschah, vermag schon weniger zu begeistern. Die vier Jahre später erlassene Verordnung vom 14. Juni 1976 über Turnen und Sport an Berufsschulen verpflichtet die Kan- tone, das Obligatorium für den Turn- und Sportunterricht an Berufsschulen bis spätestens zu Beginn des Schuljah- res 1986 zu verwirklichen und bei einem eintägigen Berufs- schulunterricht pro Woche eine Turnlektion, bei anderthalb oder zwei Schultagen eine Doppellektion einzuplanen. Als 1986 die gewährte Übergangsfrist zu Ende ging, kam erst rund die Hälfte der Lehrlinge in den Genuss des Sportunterrichtes. Heute dürften es etwa zwei Drittel bis drei Viertel sein. Ich be- absichtige keineswegs, den von den Lehrlingen mehrheitlich geschätzten Sportunterricht grundsätzlich in Frage zu stellen. Es geht mir lediglich darum, dass eine Zwischenbilanz gezo- gen wird und wo nötig Korrekturen angebracht werden.
Im Rahmen der Sanierungsmassnahmen 1994 für den Bun- deshaushalt (Vorlage D Ziff. 2) sieht der Bundesrat die Aufhe- bung von Artikel 63 Absatz 1 Buchstabe b und Artikel 64 Ab- satz 2 Buchstabe i des Bundesgesetzes über die Berufsbil- dung vor und damit eben den Verzicht auf die Subventionie- rung von Bauten im Bereiche der Berufsbildung, inklusive der Bauten für den obligatorischen Turn- und Sportunterricht. Der Bundesrat ortet in dieser Massnahme ein Sparpotential von etwa 48 Millionen Franken pro Jahr. Damit beantwortet er, mindestens indirekt und teilweise, meine vierte Frage.
Der Nationalrat ist dem Bundesrat vorgestern nicht gefolgt.
Was dem Bund recht ist, müsste eigentlich den Kantonen bil- lig sein. Auch sie stehen unter Spardruck und haben wenig Lust, die knappen Mittel ineffizient einzusetzen. Darum meine Frage nach den flexibleren, weniger zentralistischen Lösun- gen. Die Notwendigkeit einer körperlichen Ertüchtigung un- serer Jugend ist unbestritten. Allerdings stehen dafür ver- schiedene Wege offen. Was in der Stadt richtig ist, muss auf dem Lande nicht zwangsläufig auch gelten. Das wurde schon 1982 erkannt, und die Überweisung der Motion We- ber-Schwyz wurde im Nationalrat lediglich mit 68 zu 50 Stim- men verworfen (AB 1982 N 1298). Mit dieser Motion sollte der Bundesrat beauftragt werden, «den eidgenössischen Räten eine Gesetzesrevision über das obligatorische Lehrlingstur- nen vorzulegen, damit den Kantonen die freiwillige Durchfüh- rung dieser Aufgabe überlassen werden kann». In der aus- giebigen Debatte war damals viel vom Davonstehlen aus dem Lehrlingsturnen, von Prävention im Gesundheitswesen, vom Wohlergehen unserer Jugend und von Gleichstellung mit den Mittelschülern, ja sogar von einem Verstoss gegen Treu und Glauben die Rede.
Man war offensichtlich mehrheitlich der Meinung, dass das, was etwas kostet, automatisch auch gut sein müsse - das war 1982. Heute, 13 Jahre später, muss die Frage erneut erlaubt sein, ob das Ergebnis der ursprünglichen Zielsetzung ent- spricht und, wenn nicht, wo Korrekturen angebracht werden könnten. Ich erwarte dabei vom Bundesrat eine etwas aktivere Rolle und nicht nur den Blick in die eigene Kasse.
Ich bedanke mich im voraus für die Beantwortung der gestell- ten Fragen.
Delamuraz Jean-Pascal, conseiller fédéral: Nous devons tous remercier l'athlétique et le sportif Bisig de nous permettre un exercice physique tôt matin dans la grisaille de la Ville fédérale. J'observe, Monsieur Bisig, pour répondre à votre interpella- tion, qu'en moyenne suisse il y a eu dans la dernière année scolaire très exactement 63,3 pour cent des élèves qui ont reçu un enseignement sportif dans le sens où il est conçu et rendu obligatoire par la loi. Cela veut dire qu'une petite qua- rantaine de pour cent des élèves ou bien n'ont pas reçu d'en- seignement du tout, mais ils n'étaient pas très nombreux, ou bien ont reçu un enseignement sportif et ont pratiqué des sports d'une manière plus extensive et sous une autre forme que celle prévue par la loi.
Certains cantons, dans le bulletin de notes de fin d'année, sont tout à fait exemplaires, puisqu'ils ont accompli à 100 pour cent leur parcours en mettant à disposition de leurs élèves de l'en- seignement professionnel toutes les installations sportives qui étaient prévues et en organisant dans ces installations les acti- vités sportives qu'on leur demande. Je cite, parmi les élèves appliqués de la Confédération et les cantons exemplaires qui ont reçu ainsi un bon bulletin de notes, votre canton avec quel- ques autres qui emmènent le peloton. Pour arriver à 63 pour cent, il faut qu'il y ait d'autres cantons, des cantons cancres je ne dirais pas, mais des cantons qui ont réussi des performan- ces moins complètes et où il y a encore pas mal à faire.
Pourquoi donc cet objectif fixé à l'origine n'a-t-il pas pu être at- teint partout en Suisse? C'est la deuxième question que je me pose. Je crois que les cantons et les communes en tant qu'or- ganes financiers partiellement responsables, mais aussi en tant qu'agents techniques et administratifs qui doivent avoir l'initiative et de la construction et de l'exploitation de ces instal- lations, n'ont pas toujours été à même de mettre suffisamment d'installations sportives à disposition, soit parce que les moyens qu'ils auraient voulu engager leur faisaient défaut dans le budget, soit parce que des votes populaires ont pu en- traîner le rejet ici ou là des projets de construction.
La Confédération ne pouvait qu'enregistrer à son grand dépit le fait que ces cantons n'avaient pas la possibilité, soit finan- cière soit juridique, d'accomplir dans les délais leur mission dans ce domaine. Nous continuons sans doute au niveau de la Confédération à encourager la pratique du sport obligatoire et nous voyons qu'actuellement, il y a quelques constructions en cours qui vont améliorer, lentement peut-être à votre gré, le degré de couverture et d'application des dispositions légales fédérales en matière de pratiques sportives.
Les cantons, ce sera le troisième point de ma réflexion, qui ap- pliquent le principe du sport obligatoire en suivant le modèle traditionnel qui s'est révélé efficace dans l'ensemble de la for- mation professionnelle de base, sont parfois conduits - et je rends hommage à leur imagination -, faute de disposer main- tenant de l'ensemble des installations, au moins à faire quel- que chose plutôt que de rester totalement inactifs, et à recher- cher des programmes de remplacement d'une manière assez flexible. Ils n'appliquent pas à la lettre les dispositions légales, mais essaient de trouver des activités sportives qui puissent, partiellement au moins, remplacer les activités que l'on n'est pas à même de pouvoir pratiquer selon les canons et l'ortho- doxie de la législation.
On voit par exemple, dans l'enseignement intensif, le sport en plein air prendre en quelque sorte le relais du sport dans des salles défaillantes ou qui n'existent pas. On remplace aussi parfois ces heures de gymnastique isolées, qui ne sont finale- ment pas très efficaces, par des journées sportives où l'on s'oxygène et où on se fait du bien d'une manière plus ample et plus complète qu'à coup de petites heures volées et disper- sées dans les programmes quotidiens ou hebdomadaires. Le Conseil fédéral, ce sera ma remarque finale, Monsieur Bi- sig, considère que l'enseignement de la gymnastique et des sports est indispensable à une formation complète. Par consé- quent, il n'entend pas l'abroger pour des raisons d'économie, tout en préconisant naturellement une réalisation moins oné- reuse. C'est un peu le péché mignon des Suisses, vous le sa- vez bien, de vouloir des constructions souvent parfaites, sinon perfectionnistes. En souhaitant une réalisation moins oné- reuse de l'enseignement de la gymnastique et du sport, il ne
9-S
E 26 janvier 1995
66
Statut des fonctionnaires. Révision partielle
s'agit pas là d'une branche au rabais, mais il s'agit d'une bran- che où l'on peut faire peut-être, par rapport aux réalisations de la belle époque, quelques économies substantielles sans met- tre le moins du monde en cause les résultats que l'on veut at- teindre par cet enseignement.
Nous avons constaté par ailleurs que dans les mesures d'as- sainissement des finances fédérales que le Conseil national a prises, les réductions de subventions fédérales au titre de la construction de salles de gymnastique n'ont pas été, que je sache, fortement entamées. Le Parlement a donc estimé que, sans être absolument prioritaire, cette tâche était importante et qu'il fallait l'accomplir, et qu'un signe venu de Berne d'un es- soufflement serait sportivement mal ressenti - il ne faut jamais être essoufflé! - , si ce n'est que bien sûr, en temps de disette financière, on peut peut-être étaler dans le temps un peu plus longement un certain nombre de programmes.
Mais l'intention et l'objectif principaux doivent demeurer. C'est la politique du Conseil fédéral.
Bisig Hans (R, SZ): Vorerst bedanke ich mich recht herzlich für die Beantwortung meiner vier Fragen durch Herrn Bundesrat Delamuraz. Damit ist mindestens mein Primärziel erreicht. Die- ses bestand eigentlich darin, dass der Bundesrat wieder ein- mal über die Richtigkeit und Zweckmässigkeit des obligatori- schen Lehrlingsturnens nachdenkt, eine Art Zwischenbilanz zieht und auch Korrekturen ins Auge fasst. So, wie ich die Ant- wort von Herrn Bundesrat Delamuraz auf meine Frage 3 ver- standen habe, tut er das. Wenn ich ihn richtig verstanden habe, bietet der Bund Hand zu flexiblen Lösungen, beispiels- weise zum Ersatz einzelner Turnstunden durch Sporttage oder zu vermehrter sportlicher Tätigkeit im Freien.
Aus meiner Sicht beinhaltet diese Aussage für die Kantone doch ein echtes Sparpotential, sei dies nun bezüglich Investi- tionen - Herr Bundesrat Delamuraz hat am Schluss noch da- von gesprochen -, dort kann man tatsächlich bescheidener, deutlich bescheidener, sein oder auch im Bereich des Be- triebes.
Der Turnunterricht ist sicher ein wertvoller Bestandteil einer ganzheitlichen Ausbildung; das unterstreiche auch ich. Bei einem Tag Berufsschulunterricht pro Woche sind dafür aller- dings verschiedene Lösungen möglich. Ob eine Dreiviertel- stunde in der Turnhalle, inklusive einer halben Stunde Um- kleidezeit, unbedingt die richtige Lösung ist, wage ich zu be- zweifeln.
Eine Aufhebung des obligatorischen Lehrlingsturnens alleine aus Spargründen lehnt der Bundesrat ja ab. Ich akzeptiere das, sehe darin aber insofern eine Inkonsequenz, als er mit dem Sparprogramm, dem aktuellen Sparprogramm 1994, sei- nerseits die Subventionierung dieser Bauten aufheben wollte. Wenn das im Nationalrat durchgefallen ist, dann ist der Grund sicher nicht beim obligatorischen Lehrlingsturnen zu finden, sondern bei den Bauten für die berufliche Ausbildung im allge- meinen. Ich habe kein Wort über Turnhallen oder etwas Ähnli- ches gehört.
Ich meine, vom Finanzchef erst vor kurzem gehört zu haben, dass der Bund, dort, wo er nicht mindestens die Hälfte zahlt, auch nicht dreinzureden gedenkt. Das ist ein guter Grundsatz, und ich hoffe, dass die Flexibilität, die jetzt angeboten wird, so verstanden wird, dass zwar nicht vom Grundsatz des obligato- rischen Lehrlingsturnens abgewichen wird, dass aber ein biss- chen mehr Flexibilität im Vollzug möglich wird. Damit ist den Kantonen geholfen.
In diesem Sinn kann ich mich von der Antwort als befriedigt er- klären.
93.077
Beamtengesetz. Teilrevision Statut des fonctionnaires. Révision partielle
Botschaft, Gesetz- und Beschlussentwürfe vom 4. Oktober 1993 (BBI IV 512) Message, projets de loi et d'arrêté du 4 octobre 1993 (FF IV 520)
Beschluss des Nationalrates vom 2. Juni 1994 Décision du Conseil national du 2 juin 1994
Antrag der Kommission Eintreten Proposition de la commission Entrer en matière
Frick Bruno (C, SZ), Berichterstatter: Vorab kann ich Ihnen, Herr Stich, eine erfreulichere, speditivere und ertragreichere Sitzung in Aussicht stellen, als Sie es diese Woche gewohnt waren. (Zwischenruf Bundesrat Stich: Das ist leicht möglich!) Mit der Teilrevision des Beamtengesetzes will der Bundesrat mit vier Vorlagen drei Ziele erreichen, die einerseits durch die Situation und Erfahrung auf dem Arbeitsmarkt, andererseits aber durch parlamentarische Vorstosse initiiert wurden. Die Ziele sind:
Flexibilisierung der Löhne;
Flexibilisierung der Dienstverhältnisse der Kader;
organisatorische Vereinfachungen im ganzen Beamten- bereich.
Der Nationalrat als Erstrat hat diesen Anträgen am 2. Juni 1994 mit einigen Änderungen zugestimmt.
Unsere Kommission beantragt Ihnen, das erste und dritte Ziel zu übernehmen und die Anträge gutzuheissen. Da besteht Handlungsbedarf, und die Lösungen sind richtig.
Wir schlagen Ihnen jedoch vor, den zweiten Bereich, die Flexi- bilisierung der Kaderstellen aus der Vorlage zu streichen. Das neue Kleid, das geschneidert wurde, sitzt nicht.
Ich gehe in Kürze auf die beiden unbestrittenen Bereiche ein und lege Ihnen anschliessend dar, warum wir die Flexibilisie- rung der Kaderstellen aus dem Programm streichen.
Zum ersten Bereich, der Flexibilisierung der Löhne: Der Bun- desrat soll neu die Kompetenz erhalten, Anfangsbesoldung, Teuerungsausgleich und Besoldungsanstieg in eigener Kom- petenz zu regeln und die individuelle Leistung der Beamten durch eine Leistungskomponente zu honorieren. Wir stimmen dem einhellig zu. Damit kann der Bundesrat differenziert und rasch auf neue Verhältnisse im gesamten Arbeitsmarkt und Lohnbereich reagieren. Starre Mechanismen werden abge- baut, und die Konkurrenzfähigkeit des Bundes im Vergleich zur Privatwirtschaft wird verbessert.
Beim anderen Bereich, dem wir zustimmen, geht es um orga- nisatorische Vereinfachungen. Die PTT sollen neu die gleiche personalrechtliche Autonomie wie die SBB erhalten. Der Rechtsweg wird zudem vereinfacht. Geschaffen wird weiter die gesetzliche Grundlage für Umstrukturierungen und damit für Sozialpläne. Auch diese Änderungen sind nötig und die vorgeschlagenen Lösungen zweckmässig.
In diesem Bereich ist aber der Beschlussentwurf C über die Genehmigung der Änderung der EVK-Statuten überflüssig ge- worden. Wir haben diese Änderung - Sie erinnern sich an die letzte Session - bereits mit drei Vorbehalten genehmigt (AB 1994 S 1249).
Nun zum dritten Bereich, zur Flexibilisierung der Kaderstellen: Das ist auch weitaus die markanteste und politischste Ände- rung der ganzen Vorlage. Der Bundesrat beantragt, die höhe- ren Kaderbeamten nicht mehr auf eine bestimmte Amtsdauer zu wählen. Möglich ist einmal eine befristete Anstellung auf Zeit. Die Wahlbehörde kann aber das Dienstverhältnis auch einseitig auf sechs Monate hinaus umgestalten oder kündi-
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Interpellation Bisig Vollzug des obligatorischen Lehrlingsturnens Interpellation Bisig Apprentis. Gymnastique obligatoire. Exécution
In
Dans
In
Jahr
1995
Année
Anno
Band
I
Volume
Volume
Session
Session
Januarsession Session de janvier
Sessione
Sessione di gennaio
Rat
Ständerat
Conseil
Conseil des Etats
Consiglio
Consiglio degli Stati
Sitzung
04
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 94.3366
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 26.01.1995 - 08:00
Date
Data
Seite
64-66
Page
Pagina
Ref. No
20 025 338
Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.