Motion Onken
868
E
22 septembre 1994
Titre et préambule, art. 1, 2 Proposition de la commission Adhérer à la décision du Conseil national
Angenommen - Adopté
Art. 3 Antrag der Kommission Abs. 1
... Rahmenkredites von total 750 000 Franken zur Verfügung gestellt wird. Abs. 2 Zustimmung zum Beschluss des Nationalrates
Art. 3 Proposition de la commission Al. 1
... d'un credit cadre de 750 000 francs au total. Al. 2 Adhérer à la décision du Conseil national
Schiesser Fritz (R, GL), Berichterstatter: Wie ich Ihnen bereits ausgeführt habe, beantragen wir Ihnen, den Rahmenkredit für 5 Jahre entsprechend herabzusetzen, von 1 Million Franken auf 750 000 Franken.
Angenommen - Adopté
Art. 4 Antrag der Kommission Zustimmung zum Beschluss des Nationalrates Proposition de la commission Adhérer à la décision du Conseil national
Angenommen - Adopté
Gesamtabstimmung - Vote sur l'ensemble Für Annahme des Entwurfes Dagegen
15 Stimmen 15 Stimmen
Mit Stichentscheid des Präsidenten wird der Entwurf angenommen Avec la voix prépondérante du président le projet est adopté
An den Nationalrat - Au Conseil national
93.3573
Motion Onken Verbot des Handels mit menschlichen Organen Commerce d'organes humains. Interdiction
Wortlaut der Motion vom 7. Dezember 1993
Der Bundesrat wird ersucht, dem aufkommenden (Schwarz-) Handel mit Transplantaten rechtzeitig einen Riegel zu schie- ben. Dazu sind rechtliche Bestimmungen auszuarbeiten, die es gestatten, den kommerziellen Handel mit menschlichen Or- ganen in der Schweiz zu verbieten.
Überdies ist für die Entnahme von Organen bei Minderjähri gen oder bei entmündigten Personen eine restriktive, an strenge Ausnahmen gebundene Regelung zu treffen.
Texte de la motion du 7 décembre 1993
Le Conseil fédéral est chargé de prendre à temps des mesures propres à juguler le commerce (clandestin) de transplants. A cet effet, il convient d'élaborer des dispositions légales per- mettant d'interdire le commerce d'organes humains en Suisse.
En outre, il y a lieu d'édicter une réglementation restrictive, où seul un minimum d'exceptions serait admis, pour le prélève- ment d'organes chez des mineurs ou des interdits.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Beerli, Béguin, Bloetzer, Bühler Robert, Büttiker, Cavelty, Cottier, Danioth, Delalay, Flückiger, Frick, Gadient, Gemperli, Iten Andreas, Küchler, Lo- retan, Meier Josi, Morniroli, Petitpierre, Piller, Plattner, Rhyner, Roth, Salvioni, Schallberger, Schiesser, Schüle, Seiler Bern- hard, Simmen, Uhlmann, Weber Monika, Ziegler Oswald, Zim- merli (33)
Onken Thomas (S, TG): Mein Vorstoss, am 7. Dezember des letzten Jahres eingereicht und von 33 Kolleginnen und Kolle- gen mitunterzeichnet, beschlägt ein zwar wichtiges, aber durchaus begrenztes Feld aus dem weitläufigen Gebiet der Transplantationsmedizin, das Herr Huber in seiner Motion (94.3052) aufgreift (die nach meiner Motion behandelt wird). Ich nehme den aufkommenden und teilweise höchst obsku- ren Handel mit Transplantaten ins Visier und ersuche den Bun- desrat, diesem fragwürdigen Kommerz mit menschlichen Or- ganen in der Schweiz rechtzeitig einen Riegel vorzuschieben. Noch sind in unserem Land nur wenige Fälle von Organhan- del ruchbar geworden. So sind etwa polnische und ungari- sche Mittelsmänner an Schweizer Spitäler und Privatkliniken gelangt und haben ihnen Menschen angeboten, die gegen entsprechende Bezahlung als Organspender in die Schweiz zu kommen willens seien. Die Offerte war von entsprechenden Vertragsentwürfen begleitet, in denen der Spender oder die Spenderin erklären, dass sie sich der Risiken bewusst und zu dieser Transplantation bereit seien.
Auf entsprechende Rückfragen hin konnte dann erhellt wer- den, wie fragwürdig - um nicht zu sagen: skrupellos - das Vor- gehen der Vermittler ist. Sie umgehen, soweit sie überhaupt bestehen, die gesetzlichen Bestimmungen in den Herkunfts- ländern, sie werben die Spender mit Inseraten an und ködern sie mit stattlichen Entschädigungen. Der Verkaufspreis für eine Niere etwa soll rund 46 000 Franken plus die Spitalkosten für den Spender oder die Spenderin betragen. Man kann sich angesichts der Bedürftigkeit, ja Armut vieler Menschen in den ost- und mitteleuropäischen Ländern leicht vorstellen, wie ver- fänglich, wie verführerisch sogar in Momenten der Verzweif- lung solche lukrativen Angebote sind, wie exorbitant wohl aber auch die Margen, die in die Taschen der Vermittler fliessen. Hintergrund dieser Geschäftemacherei mit menschlicher Not und mit menschlichen Organen ist natürlich der chronische Mangel an Transplantaten, ist die wachsende Nachfrage aus der wohlhabenden westlichen Welt, ist die Furcht vieler kran- ker Menschen zu sterben, weil Organe fehlen. Die hohen Gewinnspannen verführen dabei selbst zu ruchlosestem Vorgehen.
Einem Bericht des bekannten Krebsforschers Schwarzen- berg an das Europäische Parlament sind schockierende Bei- spiele zu entnehmen, die gemäss «NZZ» vom 16. September 1993 wie «die schlimmsten Visionen schlechter Horrorfilme» anmuten. Der Bericht belegt etwa Praktiken in Ländern wie Peru, Honduras und Kolumbien, aus denen Kinder - so der Rapport - quasi als «menschliche Ersatzteillager» in Indu- strieländer verkauft worden sind.
So weit ist es bei uns noch nicht. Bisher haben, soweit be- kannt, auch die angegangenen Spitäler korrekt reagiert, d. h. empört, ablehnend. Diese Ablehnung steht im Einklang mit den vorbildlichen ethischen Normen der Schweizerischen Akademie der medizinischen Wissenschaften, die den Verkauf von Organen ebenfalls untersagt, auf der Anonymität der Spender besteht und die Kostenlosigkeit einer Organspende verlangt. Diese wertvolle Richtlinie geniesst zwar hohes Anse- hen, es fehlt ihr jedoch die verbindliche Rechtskraft, die allein eine echte Handhabe bietet, um gegen Missbräuche ener-
Motion Huber
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gisch einzuschreiten. Auch die kantonalen Gesetzgebungen ermangeln in den allermeisten Fällen einer rechtlichen Nor- mierung dieses Bereiches; sie richten sich in der Regel nur an die öffentlichen Krankenanstalten.
Deshalb ist hier eine Lösung durch den Bundesgesetzgeber anzustreben und zu verwirklichen, wie dies auch bereits in an- deren Ländern, namentlich in der BRD, in Gang gesetzt wor- den ist. In gleicher Weise sucht nun auch das Europäische Parlament nach einer umfassenden Regelung, zu der die WHO schon vor drei Jahren in einer Resolution eindringlich aufgerufen hat.
Hier rechtzeitig Ordnung zu schaffen ist auch im Interesse all jener, die sich in der Schweiz für die korrekte, freiwillige Organ- spende einsetzen, wie etwa die Stiftung für Organspende und Transplantation «Swisstransplant», die kürzlich eine Kundge- bung vor dem Bundeshaus durchgeführt hat, um die Öffent- lichkeit für ihre Anliegen zu sensibilisieren.
382 Personen warten auch in unserem Land auf eine Niere und bangen um ihr Lebensschicksal. Der Weg, ihnen zu hel- fen, muss über einen Gesinnungswandel in der breiten Öffent- lichkeit und über die wachsende Bereitschaft zur Organ- spende führen, nicht aber über den dubiosen Schwarzhandel, der letztlich alle Bemühungen um Aufklärung und Transpa- renz in diesem Bereich zunichte macht.
Im Einklang mit diesen Bestrebungen, die ich unterstütze und fördere, bitte ich Sie, meine Motion zu überweisen, damit eine rechtliche Grundlage vorbereitet werden kann, die ein für alle- mal Klarheit, Rechtssicherheit und Ruhe schafft.
Dreifuss Ruth, conseillère fédérale: Je tiens à remercier M. Onken, ainsi d'ailleurs que M. Huber pour l'autre motion (94.3052) que nous traiterons tout à l'heure, pour les initiatives qu'ils ont prises dans ce domaine.
Il s'agit d'un domaine extrêmement sensible, en évolution ra- pide, qui peut donner lieu à toute une série d'abus, d'exploita- tion commerciale, d'exploitation de la dignité humaine aussi, qu'il nous faut absolument éviter. Il serait faux bien sûr de pen- ser que la législation en vigueur n'offre aucune protection pour différents problèmes liés aux transplantations d'organes. La protection de la personnalité, qui figure dans le Code civil, l'interdiction d'infliger des lésions corporelles, selon le Code pénal, les droits fondamentaux à la vie et à l'intégrité physique, le respect de la dignité humaine s'appliquent, par analogie, aux transplantations d'organes.
Ceci mis à part, les cantons disposent d'une marge de ma- noeuvre relativement grande, dont ils font peu usage pour édicter leur propre législation. L'Académie suisse des scien- ces médicales a publié des directives d'éthique médicale rela- tives à la transplantation et les a récemment remaniées d'ail- leurs. Celles-ci sont souvent suivies par la doctrine juridique et par la pratique, et ont même été déclarées contraignantes par certains cantons. Il n'en reste pas moins que la réglementation actuelle présente de graves lacunes. Il manque une loi fédé- rale qui règle de manière uniforme et étendue les différentes questions liées aux transplantations d'organes.
L'une des plus urgentes est certainement la question soulevée par la motion Onken, c'est-à-dire celle qui est liée au com- merce clandestin de transplants. Il y a, dans ce domaine, non seulement des craintes, des rumeurs, mais certainement une nécessité d'agir, d'autant plus hélas que le monde est telle- ment marqué d'inégalités et de différences économiques, que la tentation d'un tel commerce ne peut pas être niée. Le risque, également entendu dans d'autres pays, que ce commerce soit finalement maîtrisé par des intermédiaires plus que dou- teux représente un immense danger.
Encore une fois, le Conseil fédéral remercie M. Onken d'avoir non seulement attiré son attention, mais de l'avoir pressé d'agir dans ce domaine. Il a l'intention de le faire, en relation notamment avec toute la législation qu'il doit assumer actuel- lement, liée au contrôle en général dans le domaine médical. C'est là sans doute le premier lieu d'implantation des disposi- tions dont vous parlez. Nous sommes face à tout le problème, et non seulement celui du contrôle des médicaments. Je vous rappelle la discussion que nous avons eue ici sur un transfert de compétences et d'actions des cantons à la Confédération
et il est clair que dans ce cadre le Conseil fédéral n'entend pas s'attacher uniquement au contrôle des médicaments, mais encore, suite aussi à la douloureuse expérience faite en ma- tière de transfusions sanguines, au sang et aux produits san- guins, ainsi qu'aux organes et aux équipements médicaux. Voilà donc toute une série d'activités que nous avons déjà entreprises pour préparer cette législation fédérale.
A première vue, j'ai l'impression que votre motion s'inscrit dans ce cadre, mais si cela ne devait pas suffire, et en particu- Isi les efforts sur le plan international requerraient la partici- pation de la Suisse, nous avons l'intention, en acceptant la motion et en souhaitant la concrétiser, d'examiner aussi ces possibilités-là.
Überwiesen - Transmis
94.3052
Motion Huber Gesetzgebung Transplantationsmedizin
Législation sur la transplantation d'organes
Wortlaut der Motion vom 28. Februar 1994
Der Bundesrat wird aufgefordert, für die Bewältigung der viel- fältigen rechtlichen und organisatorischen Probleme der Transplantationsmedizin das notwendige eidgenössische Recht auf verfassungsrechtlicher und gesetzgeberischer Ebene zu erarbeiten.
Texte de la motion du 28 février 1994
Le Conseil fédéral est chargé d'élaborer les dispositions cons- titutionnelles et législatives nécessaires pour maîtriser les mul- tiples problèmes juridiques et organisationnels liés à la trans- plantation d'organes.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Bloetzer, Cavelty, Danioth, Frick, Gemperli, Küchler, Meier Josi, Roth, Schallberger, Sim- men, Ziegler Oswald (11)
Huber Hans Jörg (C, AG): Am 28. Februar 1994 habe ich mit vielen Kolleginnen und Kollegen eine Motion eingereicht, die zum Ziel hat, die verfassungsmässigen und gesetzlichen Kompetenzen für die Transplantationsmedizin auf eidgenössi- scher Ebene zu schaffen.
Ein ähnlicher Vorstoss wurde letztmals im Jahre 1990 von un- serem damaligen Kollegen Jelmini, allerdings in der milden Form eines Postulates, eingereicht (AB 1990 S 186). Der Po- stulant verlangte gesetzgeberische Initiativen auf bestimmten Feldern, fand aber in diesem Rat keine Zustimmung.
Ich bin der Meinung, dass von der Sache her Entwicklungen stattgefunden haben, insbesondere in der Ausdehnung der medizinischen Möglichkeiten und der Häufigkeit der Eingriffe, die eine erneute Überprüfung, und zwar nicht sektoriell, son- dern gesamtheitlich, nötig machen.
«Der Durchbruch der Transplantationsmedizin aus einer mehr oder weniger heroischen Experimentalphase zu einem aner- kannten klinischen Heilverfahren erfolgte nach dem Zweiten Weltkrieg. Wegbereitend waren neu entwickelte immunsup- pressive Medikamente, durch deren Einsatz die Gefahr der Abstossungsreaktionen entscheidend verringert werden konnte. Mit technischen Mitteln der Intensivmedizin .... liess sich der Spenderkreis bis zur Organentnahme aufrechterhal- ten und damit ein frisches, wiederverwendbares Organ gewin- nen. Schliesslich lieferte der Wandel des medizinischen To-
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1994
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Sessione
Sessione autunnale
Rat
Ständerat
Conseil
Conseil des Etats
Consiglio
Consiglio degli Stati
Sitzung
04
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 93.3573
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum
22.09.1994 - 08:00
Date
Data
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Pagina
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