N 27 septembre 1994
1492
Lex Friedrich. Révision
94.300
Standesinitiative Tessin Liberalisierung des Grundstückerwerbs durch Ausländer Initiative du canton du Tessin Libéralisation de l'acquisition de biens immobiliers par des étrangers
Beschluss des Ständerates vom 7. Juni 1994 Décision du Conseil des Etats du 7 juin 1994 Kategorie III, Art. 68 GRN - Catégorie III, art. 68 RCN
Reimann Maximilian (V, AG) unterbreitet im Namen der Kommission für Rechtsfragen (RK) den folgenden schriftli- chen Bericht:
Am 25. Januar 1994 reichte der Kanton Tessin eine Standes- initiative ein, welche von den eidgenössischen Räten verlangt, den Grundstückerwerb durch Ausländer mit einer dringlichen und grundlegenden Änderung der diesbezüglichen Gesetz- gebung schrittweise zu liberalisieren.
Erwägungen der Kommission
Die Kommission für Rechtsfragen, welcher dieses Geschäft zur Beratung zugewiesen wurde, prüfte die Standesinitiative am 16. August 1994. Sie hält fest, dass das vom Kanton Tessin vorgebrachte Anliegen bereits bei der laufenden Teilrevision der Lex Friedrich zur Diskussion steht. Die Liberalisierung des Grundstückerwerbs durch Ausländer bildet den Hauptpunkt dieser Revision. Die Kommission verweist im übrigen auf die diesbezüglichen Beratungen in den Räten.
Reimann Maximilian (V, AG) présente au nom de la Commis- sion des affaires juridiques (CAJ) le rapport écrit suivant:
Le 25 janvier 1994, le canton du Tessin a déposé une initiative cantonale par laquelle il demandait à l'Assemblée fédérale de réviser d'urgence et en profondeur la législation fédérale afin de libéraliser progressivement l'acquisition de biens-fonds par des étrangers.
Considérations de la commission
La Commission des affaires juridiques a examiné ladite initia- tive le 16 août 1994. Elle note que la modification proposée par le canton du Tessin figure déjà parmi les points traités dans le cadre de la révision en cours de la loi dite «lex Friedrich», dont l'acquisition de biens-fonds par des étrangers constitue d'ailleurs précisément l'objet principal. Au reste, la commission renvoie aux délibérations des Chambres concer- nant cette question.
Antrag der Kommission Die Kommission beantragt, der Initiative keine Folge zu geben.
Proposition de la commission La commission propose de ne pas donner suite à l'initiative.
Antrag Camponovo Der Initiative Folge geben
Proposition Camponovo Donner suite à l'initiative
94.3317
Motion RK-NR (94.032) Bestanderhaltung von ständig bewohnten Wohnungen Motion CAJ-CN (94.032) Maintien du nombre de logements habités en permanence
Wortlaut der Motion vom 16. August 1994
Der Bundesrat wird ersucht, zur Beschränkung der Ausdeh- nung von Ferien- und Zweitwohnungen und zur Bestanderhal- tung von ständig bewohnten Wohnungen raumplanerische Massnahmen zu ergreifen. Insbesondere sollen die Kantone für die kommunalen Nutzungspläne Anteile von ständig be- wohnten Wohnungen definieren, wobei vor allem der Bestand garantiert werden soll.
Texte de la motion du 16 août 1994
Le Conseil fédéral est prié de prendre des mesures dans le do- maine de l'aménagement du territoire afin de limiter l'augmen- tation du nombre de résidences secondaires et de logements de vacances et afin de maintenir le nombre de logements habi- tés en permanence. Les cantons devront notamment fixer des pourcentages de logements habités en permanence dans les plans d'affectation communaux et garantir le maintien du nom- bre de ces logements.
Schriftliche Begründung Die Urheber verzichten auf eine Begründung und wünschen eine schriftliche Antwort.
Développement par écrit Les auteurs renoncent au développement et demandent une réponse écrite.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 19. September 1994
Die Motion wurde im Zusammenhang mit der Überprüfung der Gesetzgebung über den Erwerb von Grundstücken durch Per- sonen im Ausland eingereicht. Sie verlangt flankierende Mass- nahmen im Bereich der Zweit- und Ferienwohnungen. Im An- schluss an die EWR-Abstimmung im Herbst 1992 sind eine ganze Reihe von Vorstössen unternommen worden, welche zum Teil die Abschaffung der Lex Friedrich forderten, zu einem anderen Teil deren Revision im Sinne der Eurolex-Vorlage ver- langten oder dann auf einzelne materielle Änderungsanliegen aufmerksam machten. Der Bundesrat erachtete eine sofortige und ersatzlose Aufhebung der Lex Friedrich nicht für vertret- bar. Er schlug deshalb ein Vorgehen in zwei Schritten vor. Er unterbreitete dem Parlament mit Botschaft vom 23. März 1994 einen Revisionsentwurf, welcher eine erhebliche Öff- nung des Immobilienmarkts für Personen im Ausland enthält und damit eine wesentliche Liberalisierung des Bodenmarkts bewirkt. Die Revisionsvorlage hält am sogenannten «harten Kern» der Lex Friedrich fest. Dazu gehört gerade auch die Be- schränkung des Erwerbs von Ferien- und Zweitwohnungen durch Personen im Ausland.
Als zweiten Schritt setzte er im November 1993 eine Experten- kommission unter dem Vorsitz von Frau Regierungsrätin Cor- nelia Füeg ein, die insbesondere die wirtschaftlichen, sied- lungspolitischen und landschaftsschützerischen sowie die so- zialen und kulturellen Folgen einer allfälligen Aufhebung der Lex Friedrich untersuchen soll. Weiter soll sich die Kommis- sion auch zur Notwendigkeit von Ersatzmassnahmen in den Bereichen der Raumplanung, des Bodenrechts und der Woh- nungspolitik äussern. Der Schlussbericht der Expertenkom- mission wird im Frühling 1995 vorliegen. Zurzeit setzt sich die Kommission Füeg vertieft auch mit den von der Kommission für Rechtsfragen des Nationalrates in der Motion verlangten
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Standesinitiative Tessin Liberalisierung des Grundstückerwerbs durch Ausländer Initiative du canton du Tessin Libéralisation de l'acquisition de biens immobiliers par des étrangers
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Jahr
1994
Année
Anno
Band
III
Volume
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Session
Herbstsession
Session
Session d'automne
Sessione
Sessione autunnale
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
07
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 94.300
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Numero dell'oggetto
Datum 27.09.1994 - 08:00
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1492-1492
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