N
1181
Motion Mühlemann
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 11. Mai 1994
Rapport écrit du Conseil fédéral du 11 mai 1994
Selon l'article 69ter de la Constitution fédérale, les cantons dé- cident du séjour et de l'établissement des étrangers. La Confé- dération ne peut par conséquent pas rendre obligatoire la pro- longation des autorisations de séjour des chômeurs étrangers sans modifier au préalable la constitution.
En date du 2 novembre 1992, l'Office fédéral des étrangers a toutefois édicté des directives invitant les autorités cantonales de police des étrangers à prolonger les autorisations de séjour des étrangers au chômage jusqu'à l'échéance de leur droit en matière d'indemnités de chômage.
L'Office fédéral de l'industrie, des arts et métiers et du travail en a fait de même, en date du 5 mars 1993, en recommandant aux offices du travail d'adopter une attitude souple lors de la prolongation, par la police des étrangers, des autorisations de séjour des travailleurs étrangers titulaires d'une autorisation de séjour à l'année.
D'une manière générale, la pratique des cantons dans ce do- maine est assez souple, notamment envers les étrangers avec famille. Cependant, il n'est pas exclu que l'attitude de certains cantons soit restrictive, créant ainsi des situations difficiles. Il est donc souhaitable de sensibiliser à nouveau les autorités cantonales sur la situation des étrangers en cours de chô- mage.
En conséquence, le Conseil fédéral estime qu'il serait plus ju- dicieux de transformer la motion en postulat. Les voeux des motionnaires pourraient, dans une certaine mesure, se réali- ser d'une manière plus expéditive par une directive commune des offices fédéraux concernés exhortant les cantons à pro- longer les autorisations de séjour des étrangers chômeurs jusqu'à l'échéance de leur droit aux indemnités de chômage.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Le Conseil fédéral propose de transformer la motion en pos- tulat
Überwiesen als Postulat - Transmis comme postulat
94.3156
Motion Mühlemann Aufhebung des Bundesgesetzes über die Handelsreisenden Loi fédérale sur les voyageurs de commerce. Abrogation
Wortlaut der Motion vom 18. März 1994
Der Bundesrat wird beauftragt, das Bundesgesetz vom 4. Ok- tober 1930 über die Handelsreisenden aufzuheben. Für Han- delsreisende wird grundsätzlich eine Ausweiskarte für Han- delsreisende verlangt, doch befolgt nur eine geringe Minder- zahl von Firmen diese rechtliche Vorschrift. Da die Gebühren nie verändert wurden, sind die Einnahmen für den Staat lä- cherlich bescheiden. Gleichzeitig könnte der administrative Aufwand für diese Alibiübung stark eingeschränkt werden. Hier liegt ein gutes Beispiel für die längst notwendige Deregu- lierung vor.
Texte de la motion du 18 mars 1994
Le Conseil fédéral est chargé d'abroger la loi fédérale du 4 octobre 1930 sur les voyageurs de commerce. En principe, les voyageurs de commerce doivent avoir une carte de légiti- mation pour exercer leur activité, mais seule une petite mino- rité d'entreprises respecte cette prescription légale. Comme
les taxes y relatives n'ont jamais été modifiées, les recettes qu'en retire l'Etat sont ridiculement basses. En outre, on pour- rait limiter considérablement la paperasserie que nécessite cet exercice alibi. Voici un bon exemple de déréglementation telle qu'elle est souhaitable depuis longtemps.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Allenspach, Aregger, Bez- zola, Bischof, Bürgi, Dormann, Fischer-Seengen, Frey Walter, Fritschi Oscar, Grossenbacher, Gysin, Hafner Rudolf, Hess Otto, Jenni Peter, Kern, Nabholz, Reimann Maximilian, Rutis- hauser, Spoerry, Stalder, Stamm Luzi, Steffen, Steinemann, Steiner Rudolf, Stucky, Vetterli, Wanner, Wittenwiler, Wyss Paul, Wyss William (30)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 11. Mai 1994
Rapport écrit du Conseil fédéral du 11 mai 1994
Wer Kunden aufsucht, um bei ihnen Bestellungen für Waren aufzunehmen, gilt als Handelsreisender und bedarf zur Aus- übung dieser Tätigkeit einer Ausweiskarte (Art. 1 des Bundes- gesetzes vom 4. Oktober 1930 über die Handelsreisenden, HRG; SR 943.1). Das Gesetz unterscheidet Gross- und Klein- reisende. Grossreisende suchen Bestellungen bei Geschäfts- leuten und Unternehmungen auf. Der Bezug einer Grossrei- sendenkarte (sog. grüne Karte) erfordert, abgesehen vom Handelsregistereintrag der Firma, keine besonderen Bedin- gungen und ist taxfrei. Die Karte ist insbesondere im internatio- nalen Verkehr von Nutzen. Als international anerkannte Ge- werbelegitimationskarte erleichtert sie Grossreisenden den Zugang zu ausländischen Märkten. Kleinreisender ist, wer für den persönlichen Gebrauch oder für den Haushalt bestimmte Bestellungen bei der Privatkundschaft, also bei Letztverbrau- chern, aufnimmt. Die Kleinreisendenkarte (sog. rote Karte) ko- stet 200 Franken und wird unter anderem nur ausgestellt, wenn der Gesuchsteller innert der letzten drei Jahre zu keiner entehrenden Freiheitsstrafe verurteilt worden ist. Nach der Praxis des Bundesgerichts fallen vor allem Vermögens- und Sittlichkeitsdelikte unter die Kategorie der entehrenden Frei- heitsstrafe. Zweck dieser Einschränkung ist es, jene Personen von der Ausübung des Handelsreisendenberufes fernzuhal- ten, die eine potentielle Gefahr für das aufzusuchende Publi- kum darstellen können.
Obwohl das HRG ursprünglich auch gewerbepolitische (Schutz des ortsansässigen Handels) und fiskalpolitische Zwecke verfolgte, traten diese gegenüber dem gewerbepoli- zeilichen Schutzzweck im Laufe der Zeit immer mehr in den Hintergrund, woraus sich auch erklärt, dass die Taxe von 200 Franken für die Kleinreisendenkarte nie der Teuerung an- gepasst worden ist. Das HRG wird vom Grossteil der relevan- ten Firmen beachtet. Im Jahre 1993 wurden rund 6000 Klein- reisende in über 900 Firmen und rund 10 000 Grossreisende registriert.
Die Totalrevision des Handelsreisendengesetzes ist in den Re- gierungsrichtlinien 1991-1995 im Anhang 2 unter «Weitere Vorlagen» aufgeführt. Bei der Anhandnahme der Revision wird sich die Frage nach der Weiterberechtigung des HRG stellen. Bereits im Bereich der Grossreisenden, wo eine Deregulie- rung am unproblematischsten erscheint, stellen sich aber Pro- bleme internationaler Art. Die Grossreisendenkarte entspricht dem im Internationalen Abkommen vom 3. November 1923 zur Vereinfachung der Zollförmlichkeiten (SR 0.631.121.1) ent- haltenen Muster und ist als internationale Gewerbelegitimati- onskarte anerkannt. Sie kann die zollfreie Einführung von Wa- renproben durch Handelsreisende erleichtern. Ihre Aufhe- bung hätte negative Auswirkungen auf Grossreisende von Schweizer Firmen im Ausland. Zudem bestehen Handelsver- träge, die für Grossreisende gegenseitig eine internationale Gewerbelegitimationskarte vorschreiben. Eine einfache Auf- hebung des HRG ist deshalb nicht denkbar. Bei der Kleinrei- sendenkarte sind administrative Vereinfachungen möglich.
Motion von Felten
1182
N
17 juin 1994
Ob jedermann voraussetzunglos als Kleinreisender zugelas- sen werden soll, bedarf hingegen ebenfalls einer Überprü- fung. All diese Fragen sollen im Zusammenhang mit der von der Konferenz der kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren be- antragten Vereinheitlichung der Wandergewerbe-Gesetzge- bung, die einen Konnex zum HRG aufweist, geprüft werden.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzu- wandeln.
Überwiesen als Postulat - Transmis comme postulat
94.3159
Motion Seiler Hanspeter Gesamtheitliche Regionalpolitik Politique régionale. Vision globale
Wortlaut der Motion vom 18. März 1994 Der Bundesrat wird ersucht,
die Regionalpolitik gesamtheitlich und umfassend zu über- prüfen und sie den neuen Gegebenheiten und Veränderun- gen anzupassen;
Massnahmen zu treffen, welche die Folgen des neu begon- nenen «Ausdünnungsprozesses» in den davon betroffenen Regionen unseres Landes mildern oder verhindern.
Texte de la motion du 18 mars 1994 Le Conseil fédéral est chargé - de procéder à un réexamen général et complet de la politi- que régionale, afin de l'adapter aux nouvelles données en te- nant compte des modifications de la situation;
Mitunterzeichner - Cosignataires: Berger, Bezzola, Binder, Bonny, Bühler Simeon, Bürgi, Columberg, Daepp, Fehr, Gy- sin, Hari, Keller Rudolf, Maeder, Marti Werner, Maurer, Miesch, Rychen, Scherrer Werner, Schmidhalter, Schmied Walter, Schnider, Schwab, Stamm Luzi, Strahm Rudolf, Wittenwiler, Wyss William, Zölch, Zwygart (28)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit
Die im Gang befindliche rasante technologische Entwicklung und die zunehmende Internationalisierung der Wirtschaft füh- ren zu umfassenden Strukturveränderungen in praktisch allen Wirtschaftszweigen und verstärken die daraus entstehenden Konzentrationsprozesse. Zusätzlich erschweren die als Folge der prekären Finanzlage der öffentlichen Haushalte unum- gänglich gewordenen Sparbemühungen im Bund und in den meisten Kantonen das Wahrnehmen der regionalwirtschaft- lich und staatspolitisch bedeutungsvollen Ausgleichsfunktio- nen des Staates. Von dieser Entwicklung werden die dünnbe- siedelten Regionen unseres Landes sicht- und fühlbar stark betroffen.
Die durch eine sinnvolle Regionalpolitik in den siebziger und achtziger Jahren erzielten Fortschritte (zum Beispiel Stoppen der Entleerungstendenzen in den Rand- und Berggebieten, Annäherung des Pro-Kopf-Einkommens an den gesamt- schweizerischen Durchschnitt, Abbau des infrastrukturellen Nachholbedarfs in diesen Regionen) werden gefährdet
Die mit dem Argument der besseren Wirtschaftlichkeit und scheinbarer Kosteneinsparung begründeten Zentralisie- rungsbestrebungen zum Beispiel im Banken- und Versiche- rungswesen, aber ebenso im Bereich der öffentlichen Dienst-
leistungen (z. B. PTT, öffentlicher Verkehr, öffentliche Verwal- tungen, Gesundheitswesen) führen zu einem schleichenden Rückzug aus der Fläche. Das Dienstleistungsangebot in den dünnbesiedelten Regionen wird mosaiksteinchenweise im- mer mehr ausgedünnt. Zudem bauen Banken, Versicherun- gen, die PTT, viele Bahnen und öffentliche Verwaltungen an der Front ab, reduzieren damit Arbeits- und Ausbildungsplätze und/oder verlagern sie Richtung Zentren. Mobilität wird - zum Teil von Staates wegen - gefordert und gefördert.
Parallel dazu werden automatisch auch Führungsaufgaben und Entscheidungskompetenzen ausgelagert bzw. den er- wähnten Regionen entzogen und entsprechend zentralisiert und konzentriert. Dies führt zu schleichender Auspowerung, zu Abbau von tatsächlicher Autonomie und zu wachsender Abhängigkeit mit zunehmender Fremdbestimmung. Die volkswirtschaftlichen, siedlungspolitischen und nicht zuletzt die staatspolitischen Auswirkungen dieses Prozesses sind nicht unbedenklich und dürfen nicht unterschätzt werden. Es verwundert nicht, dass immer mehr Bevölkerungskreise diese Entwicklung mit wachsender Besorgnis verfolgen.
Der Bund darf dieser langsamen Schritt-um-Schritt-Entwick- lung nicht tatenlos zuschauen. Er hat vielmehr seine gesamt- heitliche Regionalpolitik den neuen Gegebenheiten und Ver- änderungen anzupassen.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 11. Mai 1994 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 11 mai 1994 Der Bundesrat ist bereit, die Motion entgegenzunehmen.
Überwiesen - Transmis
93.3655
Motion von Felten Durchsetzung des Brutalo- und Pornoverbots Scènes de violence et pornographie. Interdiction
Wortlaut der Motion vom 16. Dezember 1993
Kürzlich erschienene Presseberichte über die Verbreitung strafrechtlich relevanter Darstellungen auf PC über Mailbox und über das leicht zu umgehende Passwortsystem gegen den Zugriff auf die einschlägigen 156er Nummern zeigen auf, dass die vor drei Jahren beschlossenen Strafrechtsbestim- mungen betreffend Brutalo- und Pornoverbot (Art. 135 und Art. 197 StGB) gegen diese Arten der technischen Verbreitung nicht mehr wirken.
Der Bundesrat wird beauftragt, rechtliche und/oder techni- sche Massnahmen zu ergreifen, die zur Durchsetzung der strafrechtlichen Bestimmungen betreffend Brutalo- und Por- noverbot geeignet sind.
Texte de la motion du 16 décembre 1993
Ainsi que l'ont montré de récents articles de presse concer- nant la diffusion - sur ordinateur personnel, par messagerie électronique et au moyen du système de code facilement contournable contrôlant l'accès aux numéros 156 - de scè- nes punissables en vertu du droit pénal, les dispositions arrê- tées il y a trois ans concernant la représentation de la vio- lence et la pornographie (art. 135 et 197 CP) n'ont plus au- cune efficacité lorsqu'il s'agit de lutter contre ces modes de diffusion technique.
Le Conseil fédéral est donc chargé de prendre des mesures juridiques et, le cas échéant, techniques, afin de garantir l'ap- plication des dispositions pénales visant à interdire la repré- sentation de la violence et la pornographie.
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Motion Mühlemann Aufhebung des Bundesgesetzes über die Handelsreisenden Motion Mühlemann Loi fédérale sur les voyageurs de commerce. Abrogation
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Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
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Année
1994
Anno
Band
II
Volume
Volume
Session
Sommersession
Session
Session d'été
Sessione
Sessione estiva
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
16
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 94.3156
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Numero dell'oggetto
Datum 17.06.1994 - 08:00
Date
Data
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1181-1182
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20 024 170
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