Interpellation Iten Andreas
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E 9 mars 1994
Anschliessend wurde mit 77 zu 28 Stimmen eine Motion der Minderheit der Staatspolitischen Kommission überwiesen. Diese Motion (93.3009) enthält lediglich die erste der drei For- derungen der oben erwähnten Motion.
Roth Jean-François (C, JU) présente au nom de la Commis- sion des institutions politiques (CIP) le rapport écrit suivant:
Le Conseil national a ensuite transmis, par 77 voix contre 28, une motion de la minorité de la Commission des institutions politiques. Cette motion (93.3009) reprend la première des trois exigences de la motion susmentionnée.
Antrag der Kommission Die Kommission beantragt, die beiden Motionen als erfüllt ab- zuschreiben.
Proposition de la commission La commission propose de classer les deux motions.
Roth Jean-François (C, JU), rapporteur: Vous avez effective- ment reçu le rapport écrit. La commission propose de classer ces deux motions pour les motifs indiqués dans ce rapport.
Abgeschrieben - Classé
93.3274
Interpellation Iten Andreas Botschaften des Bundesrates. Darlegung des Vollzugs in den Kantonen
Messages du Conseil fédéral. Mention des problèmes d'exécution dans les cantons
Wortlaut der Interpellation vom 4. Juni 1993
Ist der Bundesrat bereit, in den Botschaften zu Gesetz- und Beschlussentwürfen eine Rubrik aufzunehmen, die die Voll- zugsprobleme der Kantone ausführlich darlegt?
Texte de l'interpellation du 4 juin 1993 Le Conseil fédéral est-il disposé à inclure dans ses messages à l'appui de projets de loi et d'arrêté une rubrique exposant les difficultés d'exécution par les cantons?
Mitunterzeichner - Cosignataires: Bisig, Frick, Gemperli, Hu- ber, Rhyner, Rüesch, Schüle (7)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit Immer wieder kommt es vor, dass der Bundesgesetzgeber Gesetze oder Beschlüsse erlässt, die die Kantone vor schwie-
rige, zum Teil unlösbare Vollzugsprobleme stellen. Das führt in den Kantonen zu einer Vollzugsverdrossenheit und zu einer Demotivierung in der Aufgabenerfüllung. Oft haben die Kan- tone den Eindruck, ihre Vernehmlassungen würden nicht ernst genommen. Um für die Behandlung in den Räten Hin- weise auf die Vollzugsprobleme zu geben, wird der Bundesrat gebeten, eine ständige Rubrik (ähnlich wie finanzielle und per- sonelle Auswirkungen oder Legislaturplanung usw.) in die Botschaften aufzunehmen.
Iten Andreas (R, ZG): Mein Vorstoss ist sicher keine weltbewe- gende Sache. Nach Artikel 43 Absatz 3 Buchstabe a des Ge- schäftsverkehrsgesetzes müssen Botschaften und Berichte des Bundesrates über die personellen und finanziellen Aus- wirkungen Auskunft geben. Absatz 3 Litera b dieses Artikels verlangt, dass die Folgekosten für Kantone und Gemeinden darzulegen seien. Darin sind allerdings spezielle Vollzugspro- bleme, die sich auf den unteren staatlichen Ebenen ergeben, noch nicht eingeschlossen.
Die Konferenz der Kantonsregierungen ist nicht zuletzt deswe- gen entstanden, weil die Kantone sich vom Bund immer wie- der «überfahren» vorkommen. Es hat sich ein erstaunlicher Unwillen angehäuft, der zu einer Krise des föderativen Voll- zugs führen kann. Diese Vollzugsverdrossenheit zieht immer weitere Kreise, und da der Bund viele Aufgaben diktiert, die er heute zum Teil nicht mehr so subventionieren kann, wie es ur- sprünglich in Gesetzen vorgesehen und versprochen wurde, werden die Reibungsflächen grösser.
Das ist der staatspolitische Hintergrund meines Vorstosses, der darauf abzielt, bewusstzumachen, dass der Rubrik «Voll- zugsprobleme in Kantonen» mehr Bedeutung zukommt, als man auf den ersten Blick annimmt. Mit dieser Rubrik könnte nämlich der Bundesgesetzgeber dartun, dass ihm die Voll- zugsprobleme der Kantone bekannt sind und dass er nicht über deren Köpfe hinweg legiferiert. Die unwilligen Reaktionen in den Kantonen heissen sehr oft: «Die da oben wissen gar nicht, was sie beschliessen.» Damit ist eine Missstimmung ge- kennzeichnet, die leichter beseitigt werden könnte, wenn sich die Botschaft über die Vollzugsprobleme aussprechen würde. Auch für die Gesetzesberatungen wäre eine solche Rubrik von Nutzen. Damit könnte sichergestellt werden, dass die Voll- zugsfrage ein Thema bei den Beratungen in den Kommissio- nen ist. Mit dem blossen Hinweis auf die Folgekosten ist das noch nicht getan. Meine Kollegen in der Zuger Regierung ha- ben mir gegenüber einige Beispiele erwähnt, bei denen die Vollzugsprobleme unterschätzt wurden. Ich verzichte auf die Auflistung von Beispielen.
Die GPK hat etwa beim Vollzug des Tierschutzgesetzes grosse Defizite vorgefunden - Defizite, die erst bei der Umsetzung be- wusst wurden. Das ruft dann in den Kantonen Widerstand her- vor, der bis zur Renitenz führen kann. Bei dringlichen Bundes- beschlüssen, sei es im Bodenrecht oder in der Krankenversi- cherungsgesetzgebung, wurden die Vollzugsprobleme baga- tellisiert und unterschätzt.
Was häufig auch zu Kritik bei den Kantonen Anlass gibt, sind Verordnungen, die die Gesetze präzisieren und oft zusätzliche Vollzugsprobleme schaffen, die auf Gesetzesebene noch nicht erkennbar sind. So gelangt - um ein aktuelles Beispiel zu erwähnen - die Innerschweizer Umweltschutzdirektorenkon- ferenz mit dem Hinweis an das Parlament, dass die Lärm- schutzverordnung nur vollzogen werden könne, wenn die Zu- schüsse an die Kosten der Sanierungsprogramme der Kan- tone erhöht würden. Der Bundesgesetzgeber muss solche Probleme kennen. Erst jetzt, nachdem die Arbeiten der Kom- mission am Umweltschutzgesetz abgeschlossen sind, kommt dieses Thema von seiten der Innerschweizer Umweltschutzdi- rektorenkonferenz auf den Tisch.
Wenn der Bundesrat meine bescheidene Anregung aufnimmt, so ist das ein Akt staatspolitischer Klugheit und den Kommis- sionen eine echte Hilfe. Sie schafft Transparenz. Der Bundes- rat müsste in Zukunft nicht nur über die personellen und finan- ziellen Folgen berichten, sondern in einer Rubrik auch über all- fällige und spezifische Vollzugsprobleme.
Beim Bundesgesetz über Zwangsmassnahmen im Ausländer- recht wurde vorbildlich auf die Vollzugsprobleme hingewie-
Interpellation Schiesser
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sen. (Das ist ein neues Gesetz, das wir beraten.) Aufgrund der Interessen der Kantone wurde sogar eine Unterstützungs- gruppe unter der Leitung des Direktors des Bundesamtes für Flüchtlinge eingesetzt, die in Zusammenarbeit mit den Kanto- nen Lösungen erarbeitete. Wenn dies in Zukunft so gemacht wird, sind wir auf dem richtigen Weg. Für mich ist das gera- dezu ein Modellfall, der als Vorbild dienen und das Klima zwi- schen Bund und Kantonen verbessern kann.
Ich bitte den Bundeskanzler zu sagen, ob er die Anregungen, die ich mit der Interpellation mache, aufnehmen will.
Couchepin François, chancelier de la Confédération: Le Conseil fédéral est bien conscient que le fait d'édicter de nou- velles dispositions de droit fédéral peut poser des problèmes aux cantons qui sont chargés par la suite de l'exécution de ces dispositions.
Ces problèmes peuvent provenir de ce que les organes char- gés d'élaborer la législation fédérale sous-estiment peut-être les difficultés liées à l'exécution des nouvelles dispositions, ou parce qu'il n'est pas toujours possible de prévoir les inciden- ces que ces dispositions pourront avoir, dans le cadre de l'exécution, auprès des cantons également. Mais je peux vous dire que le Conseil fédéral admet qu'il convient d'accorder dans les messages une attention suffisante aux effets d'un projet législatif, notamment aux effets que ce projet peut avoir sur les cantons. La prise en considération de cet aspect lors de la rédaction des messages, dans la mesure où elle est possi- ble à ce stade, devrait contribuer à diminuer les difficultés que vous avez signalées.
Sur les points précis de votre demande, je peux vous dire que le Conseil fédéral répond comme suit: selon la pratique ac- tuelle, les incidences financières et les effets sur l'état du per- sonnel qu'un projet peut avoir pour les cantons sont en prin- cipe mentionnés dans un chapitre spécifique qui est en géné- ral le chapitre intitulé «Conséquences», chiffre 3 des messa- ges. Les conséquences de l'exécution d'un acte législatif pour les cantons n'apparaissent pas seulement dans cette section du message, elles figurent également dans d'autres parties, notamment lorsqu'on évoque le résultat de la procédure de consultation ou dans les commentaires des articles à propre- ment parler. J'ai pris note des exemples que vous donnez. Je constate, à vous entendre, que, malgré ces directives, il sem- ble que les informations que le message fournit sur ce pro- blème d'application par les cantons ne sont pas toujours suffi- samment claires. Je vais donc essayer de faire en sorte que cela s'améliore à l'avenir.
Le Conseil fédéral est donc prêt à prendre en considération votre demande. Il pense que la solution n'est pas forcément à chercher dans la création d'une nouvelle rubrique dans les messages. Vous savez que nous sommes toujours entre deux demandes: d'une part, on nous dit que les messages sont trop longs et, d'autre part, on aimerait y rajouter encore des cho- ses. Il faut donc trouver un équilibre. La solution n'est pas for- cément une nouvelle rubrique, il devrait suffire de mettre da- vantage en évidence les aspects spécifiquement cantonaux en modifiant la structure du chapitre qui se rapporte aux conséquences. Le Conseil fédéral est disposé à faire en sorte que des directives appropriées soient appliquées à l'avenir, lors de la rédaction des messages.
Iten Andreas (R, ZG): Ich höre, dass der Bundeskanzler meine Anregungen aufnehmen will; zwar wird keine neue Rubrik ge- schaffen, aber immerhin hat Herr Couchepin deutlich ge- macht, dass man zukünftig diese Vollzugsprobleme in den Botschaften vermehrt darstellen will. Wenn das der Fall ist - wir werden es ja kontrollieren können -, ist das Ziel meines Vor- stosses erreicht, und ich danke für die Antwort.
93.3548
Interpellation Schiesser Formulierung von Abstimmungsfragen Rédaction des questions soumises à la votation populaire
Wortlaut der Interpellation vom 29. November 1993
Im Zusammenhang mit der Abstimmung über die neue Fi- nanzordnung sind in breiten Kreisen der Stimmberechtigten Unklarheiten und Zweifel entstanden, die nicht zuletzt auf die Formulierung der Fragen auf den Stimmzetteln zurückzufüh- ren sind. Für Nichteingeweihte war der Zusammenhang der neuen Finanzordnung mit der Einführung der Mehrwertsteuer nicht ohne weiteres ersichtlich.
Rechtlich einwandfreie Fragestellungen bei Abstimmungen sind unerlässlich. Das allein genügt indessen nicht. Die Fra- gen sollten gleichzeitig auch so abgefasst werden, dass sie aus sich heraus verständlich sind.
Wie beurteilt der Bundesrat die allgemeine Verständlichkeit der Fragestellungen auf den Stimmzetteln für die Volksabstim mung vom 28. November 1993 zu den Vorlagen über die neue Finanzordnung?
Was gedenkt der Bundesrat zu unternehmen, um sicherzu- stellen, dass die Fragestellungen inskünftig nicht nur rechtlich einwandfrei, sondern auch allgemein verständlich ausfallen?
Texte de l'interpellation du 29 novembre 1993
Lors de la dernière votation populaire, qui a porté sur le nou- veau régime financier, nombre de citoyens ont été assaillis par des doutes et par des incertitudes, auxquels la formulation des questions figurant sur les bulletins de vote n'a pas été étran- gère. Pour un non-initié, les problèmes du passage à un nou- veau régime financier par l'introduction de la TVA n'allaient en effet nullement de soi.
La manière de poser ces questions aux citoyens doit, certes, être juridiquement parlant correcte, mais cela ne suffit pas. Encore faut-il qu'elles soient formulées de manière compré- hensible!
Mitunterzeichner - Cosignataires: Keine - Aucun
Schiesser Fritz (R, GL): Die rechtlich einwandfreie Durchfüh- rung von Abstimmungen ist für einen demokratischen Rechts- staat eine Notwendigkeit allerersten Ranges. Nur so kann ge- währleistet werden, dass der wahre und unverfälschte Wille des Volkes klar zum Ausdruck kommt, ohne dass im nachhin- ein die Ergebnisse immer wieder in Zweifel gezogen werden. Das allein genügt aber nicht. Voraussetzung für eine unver- fälschte Stimmabgabe ist neben der rechtlich einwandfreien Durchführung ebenso eine Abstimmungsfrage, die auch für Nichteingeweihte verständlich ist. Diese Forderung ist in einer Demokratie nach schweizerischem Muster an sich eine Selbstverständlichkeit, kommt doch in der Art und Weise der Formulierung der Abstimmungsfragen auch der Stellenwert zum Ausdruck, den wir einer bürgernahen Politik einräumen. Angesichts der zunehmenden Komplexität der Abstimmungs- vorlagen müssen wir diesem Aspekt in Zukunft erhöhte Auf- merksamkeit schenken, wenn wir vermeiden wollen, dass Bür- gerinnen und Bürger, die ihren staatspolitischen Pflichten nachkommen möchten, vorschnell kapitulieren, weil sie die Fragen auf den Stimmzetteln schlicht und einfach nicht ver- stehen.
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Interpellation Iten Andreas Botschaften des Bundesrates. Darlegung des Vollzugs in den Kantonen
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Session de printemps
Sessione
Sessione primaverile
Rat
Ständerat
Conseil
Conseil des Etats
Consiglio
Consiglio degli Stati
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08
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 93.3274
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Datum 09.03.1994 - 15:00
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