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17 décembre 1993
2536
Interpellation Robert
Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 10. November 1993 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 10 novembre 1993 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen.
Präsidentin: Der Vorstoss wird von Frau Diener und Herrn Steiger Hans bekämpft. Die Diskussion wird verschoben.
Verschoben - Renvoyé
93.3464
Postulat Tschopp Kulturauftrag des Fernsehens Clarification du mandat culturel assumé par la télévision
Wortlaut des Postulates vom 6. Oktober 1993
Kürzlich sind beim Westschweizer und beim Deutschschwei- zer Fernsehen Restrukturierungen vorgenommen worden. Zahlreiche Kreise befürchten, dass das Fernsehen damit seine kulturellen Aufgaben und Mandate nicht mehr erfüllt. Um diesem Anliegen Rechnung zu tragen, ersuchen wir den Bundesrat:
von der SRG einen Bericht einzuholen, worin sie erläutert, wie sie - vor allem beim Fernsehen - ihre durch die Konzes- sion festgelegte kulturelle Verantwortung wahrnimmt;
zu diesem Bericht Stellung zu nehmen. Damit wird er auch deutlich machen können, welches sein aktueller Standpunkt bezüglich der Rahmenbedingungen für den Kulturauftrag ist, die für unsere Fernsehanstalten gelten sollen.
Texte du postulat du 6 octobre 1993
Suite aux réorientations et restructurations intervenues tout ré- cemment à la Télévision suisse romande et à la Télévision DRS et pour répondre au souci de très nombreux milieux qui crai- gnent un désengagement de la télévision de ses tâches et mandats culturels, le Conseil fédéral est invité:
à demander à la SSR un rapport définissant plus clairement comment elle entend, notamment à la télévision, satisfaire à ses responsabilités culturelles qui sont prévues par la con- cession;
à prendre position au sujet de ce rapport. Ce faisant, il ac- tualisera sa vision des conditions-cadres en matière de culture qu'il entend voir respecter par nos chaînes de télévision.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Brügger Cyrill, Bundi, Cam- ponovo, Comby, Epiney, Grendelmeier, Grossenbacher, Loeb François, Ruffy, Seiler Rolf, Suter, Vollmer, Wanner, Zwahlen (14)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit
Au cours de l'été, des responsables de la Télévision suisse ro- mande ont fait état de leur nouvelle stratégie visant à tenir tête à la concurrence des chaînes étrangères et à augmenter le taux d'audience de leur programme. Cette nouvelle politique a suscité des interrogations, notamment dans le milieu du ci- néma, mais plus généralement parmi tous ceux qui ont le souci de voir participer la télévision à la création culturelle en Suisse.
La récente réorganisation du management de la Télévision DRS a ajouté au malaise, notamment en raison de la suppres- sion du département «Culture et société».
Il ne s'agit pas, en l'état, de critiquer les dispositions prises, qui relèvent clairement de la compétence des organes dirigeants de ces mass media. Le postulat vise la transparence qui, en l'occurrence, n'est pas suffisante en ce qui concerne la défini-
tion de la contribution culturelle au sens large que nos chaînes de télévision se proposent d'offrir à leurs publics. De surcroît, on mesure mal de quelle manière et sous quelles conditions la télévision entend collaborer avec des milieux extérieurs, actifs dans la création, par exemple le cinéma suisse, dont on connaît les difficultés de production et de distribution, encore accrues par son exclusion des programmes Media.
Au moment où le peuple est appelé à se prononcer sur un nou- vel article constitutionnel concernant la culture et où les bud- gets de la Confédération sont révisés à la baisse, il paraît d'au- tre part légitime d'avoir une prise de position de la part du Conseil fédéral sur cette question. Les mass media audiovi- suels représentent en effet un moyen privilégié d'expression culturelle à l'échelle nationale.
Erklärung des Bundesrates vom 10. November 1993 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 10 novembre 1993 Le Conseil fédéral est prêt à accepter le postulat.
Ueberwiesen - Transmis
93.3187
Interpellation Robert «Sklavenhalterei» in der Schweiz «Esclavage» en Suisse
Wortlaut der Interpellation vom 19. März 1993
Berichten vom «Syndicat sans frontières» zufolge werden in der Schweiz Angestellte von Botschaften und Funktionäre in- ternationaler Organisationen zum Teil unter Bedingungen be- schäftigt, die an Sklavenhalterei grenzen. Für Hungerlöhne von ein paar hundert Franken (bis hinunter zu 150 Franken!) werden Angestellte gezwungen, 15 Stunden und mehr täglich pausenlos zu arbeiten - selbst bei Krankheit und trotz ärztli- chem Zeugnis, und während Jahren ohne Ferien. Wer sich zur Wehr setzt, wird fristlos entlassen und von den schweizeri- schen Behörden ausgewiesen.
Ich frage den Bundesrat an:
Ist ihm bekannt, dass es solche ausbeuterischen Praktiken in der Schweiz gibt?
Was für Bestimmungen und Rechte gelten für Angestellte von Botschaften und internationalen Organisationen in der Schweiz?
Was gedenkt der Bundesrat zu tun, um diesem Skandal in unserem Land raschmöglichst ein Ende zu setzen und die Ar- beitskräfte von Botschaften und internationalen Organisatio- nen gebührend vor Ausbeutung zu schützen und ihnen gege- benenfalls zu ihrem Recht zu verhelfen?
Texte de l'interpellation du 19 mars 1993
D'après certains rapports de «Syndicat sans frontières», des employés de maison au service d'ambassades ou de fonction- naires internationaux travaillent en Suisse dans des conditions qui sont parfois proches de l'esclavage. Pour un salaire de mi- sère (quelques centaines de francs, voire cent cinquante francs par mois), ils sont contraints de travailler, sans arrêt, quinze heures par jour et plus, même quand ils sont malades et qu'ils ont un certificat médical, et cela pendant des années, sans un jour de vacances. Malheur à ceux qui se révoltent! Ils sont congédiés sur-le-champ et expulsés par les autorités suisses.
2537
Interpellation Robert
Je pose au Conseil fédéral les trois questions suivantes: - Sait-il qu'il existe de telles pratiques sur notre territoire?
Quelles sont les dispositions qui s'appliquent en Suisse au personnel de maison des ambassades et des organisations internationales? Quels sont ses droits?
Qu'entend-il faire pour mettre aussi rapidement que possi- ble un terme à un tel scandale dans notre pays, pour protéger comme il se doit les personnes concernées et pour les aider à faire valoir leurs droits?
Mitunterzeichner - Cosignataires: Keine - Aucun
Schriftliche Begründung - Développement par écrit Die Urheberin verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 5. Mai 1993 Rapport écrit du Conseil fédéral du 5 mai 1993
Was die erste Frage anbelangt: Es trifft zu, dass gewisse Ange- hörige von ständigen Missionen bei internationalen Organisa- tionen sowie gewisse internationale Beamte die für die Einstel- lung von Hauspersonal erlassenen Bedingungen nicht voll- umfänglich beachten. Der Bundesrat ist sich der Schwierigkei- ten bewusst, welche sich dadurch sowohl für das betroffene Hauspersonal als auch für die Beziehungen zu den in der Schweiz vertretenen Staaten bei den internationalen Organi- sationen ergeben können.
Was die anwendbaren Bestimmungen und die Rechte für das Hauspersonal anbelangt, so sei zunächst daran erinnert, dass die Schweiz in ihrer Eigenschaft als Gaststaat von internatio- nalen Organisationen und von ständigen Missionen aufgrund der Wiener Konvention vom 18. April 1961, welche die diplo- matischen Beziehungen regelt und per Analogie anwendbar ist, verpflichtet ist, den Missionen die für ihre Funktion notwen- digen Erleichterungen zuzugestehen. Insbesondere ergibt sich daraus die Verpflichtung, die Diplomaten mit gebühren- der Achtung zu behandeln und alle geeigneten Massnahmen zu treffen, um jeden Angriff auf ihre Person, ihre Freiheit und ihre Würde zu verhindern (siehe Art. 29 der erwähnten Wiener Konvention). Eine der Möglichkeiten, die Aufgabe der Missio- nen wesentlich zu erleichtern, besteht darin, ihnen das zur Er- füllung ihrer Repräsentationspflichten notwendige Hausper- sonal zuzugestehen. Aufgrund der zwischen dem Bundesrat und den in der Schweiz etablierten internationalen Organisa- tionen abgeschlossenen Sitzabkommen ergeben sich die gleichen Verpflichtungen für internationale Beamte. Die Schweiz könnte ihren völkerrechtlichen Pflichten nicht nach- kommen, wenn das fragliche Hauspersonal den geltenden Massnahmen zur Begrenzung der ausländischen Arbeits- kräfte unterstellt würde. Dieses Personal ist daher unter der Bedingung, dass es den schweizerischen Arbeitsmarkt nicht belastet, ausdrücklich vom Geltungsbereich der vom Bundes- rat am 6. Oktober 1986 erlassenen Verordnung über die Be- grenzung der Zahl der Ausländer (BVO, Art. 4 Abs. 1 Bst. d; SR 823.21) ausgenommen. Für die Einreisebedingungen so- wie den temporären Aufenthalt in der Schweiz mit einer Legiti- mationskarte bestehen separate Bestimmungen.
Gemäss den diesbezüglichen Bestimmungen ist die maxi- male Aufenthaltsdauer für das private Hauspersonal von An- gehörigen der ständigen Missionen auf vier Jahre oder bis zum Ende des zu diesem Zeitpunkt geltenden Anstellungsver- trages beschränkt. Im weiteren können Personen, die im Be- sitze einer Legitimationskarte waren, keine arbeitsrechtlichen Ansprüche erheben. Es besteht auch weder ein Anspruch auf eine Niederlassungsbewilligung noch ein Anspruch auf eine Fortführung des Aufenthalts in der Schweiz nach gewöhnli- chem Recht nach dem Rückzug der Legitimationskarte. Bei ei- ner Aenderung der Erwerbstätigkeit und beim Eintritt in den schweizerischen Arbeitsmarkt ist ein ehemaliger Inhaber einer Legitimationskarte im Prinzip den geltenden Bestimmungen über die Begrenzung der Zahl der Ausländer unterstellt (siehe Art. 12 Abs. 2 BVO).
Die obenerwähnten Weisungen sehen auch den Anschluss des privaten Hauspersonals an die obligatorische Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV), die Invalidenversicherung (IV), die Arbeitslosenversicherung (AV) und die Unfallversiche rung (UV) vor, wenn es sich um Schweizer Bürger oder in der Schweiz ansässige Ausländer (Inhaber eines Permis «B» oder «C») handelt. Das private Hauspersonal mit einer Legitimati- onskarte, das nicht einer Versicherung des akkreditierenden Staates (Arbeitgeber des Mitgliedes einer Mission) oder eines Drittstaates angeschlossen ist, muss obligatorisch nach schweizerischem Recht versichert werden (AHV/IV,AV). Es wird ihm auch die Möglichkeit eines Versicherungsschutzes im Rahmen der Unfallversicherung geboten. Die Arbeitgeber haben die Arbeitgeberbeiträge zu entrichten. Die Weisungen rufen auch die Minimalnormen in Erinnerung, die in den kanto- nalen Anstellungsverträgen für Dienstpersonal vorgesehen sind (Arbeitszeit, Feiertage und Ferien, Gehälter und Natural- löhne).
Was die letzte Frage anbelangt, gilt es hervorzuheben, dass das EDA gegen Arbeitgeber, die sich nicht an die obener- wähnten Weisungen halten, Massnahmen ergreifen kann, wie dies der Bundesrat bereits in seiner Antwort auf die Motion Spielmann vom 2. März 1992 (92.3042) «Wiener Konventio- nen. Einhaltung durch die in der Schweiz akkreditierten diplo- matischen Vertretungen» dargelegt hat. So kann das EDA im Falle eines Rechtsstreites zwischen einem Hausangestellten und einem Arbeitgeber mit dem Recht auf Privilegien und Im- munitäten die Aufhebung der Immunität des letzteren bei der betreffenden internationalen Organisation, wenn es sich um einen internationalen Beamten handelt, oder beim Entsende- staat, wenn es sich um ein Mitglied einer ständigen Mission handelt, verlangen. Wenn die Aufhebung der Immunität zuge- standen wird, kann das zuständige Gericht den Rechtsstreit beurteilen. Das EDA kann nötigenfalls - und wenn es die Um- stände erlauben - weitere Massnahmen gegen einen Arbeit- geber ergreifen, wie zum Beispiel ihm inskünftig die Einstel- lung von Hauspersonal untersagen oder im äussersten Fall diesen ausweisen, wenn ein Rechtsstreit nicht befriedigend gelöst werden konnte oder der Verstoss gegen die bestehen- den Vorschriften besonders schwerwiegend war. In diesem Zusammenhang muss erwähnt werden, dass sämtliche im multilateralen Bereich getroffenen Massnahmen gegen einen Angehörigen einer Mission oder gegen einen «internationa- len» Beamten im Einvernehmen mit der Uno zu erfolgen ha- ben und entsprechend belegt sein müssen (die ständigen Missionen sind bei den internationalen Organisationen und nicht bei der Schweiz akkreditiert).
Der Bundesrat wird im Rahmen des bestehenden internatio- nalen Rechts alles daransetzen, um sicherzustellen, dass die Rechte der Hausangestellten respektiert werden. Als erste Massnahme erarbeitet das EDA derzeit, im Einvernehmen mit allen anderen betroffenen Bundesämtern, einen Entwurf eines Arbeitsvertrages, der dem Bundesrat zur Genehmigung vor- gelegt werden wird und der inskünftig für die Anstellung von Hauspersonal obligatorisch werden soll. Es handelt sich da- bei um die Schaffung einer klaren Regelung der Arbeitsbedin- gungen sowie der Pflichten des Arbeitgebers und des Arbeit- nehmers (Sozialversicherung, Arbeitszeit, Ferien, Minimal- löhne und andere Leistungen des Arbeitgebers oder Ange- stellten). Dieser Vertrag soll auch inskünftig Schwierigkeiten verhindern, die oftmals daraus entstanden, dass Anstellungs- bedingungen nur mündlich abgesprochen wurden oder ein- zig Lebensbedingungen der Herkunftsstaaten der Vertrags- parteien entsprachen, ohne der schweizerischen öffentlichen Ordnung Rechnung zu tragen.
Erklärung der Interpellantin: teilweise befriedigt Déclaration de l'interpellatrice: partiellement satisfaite
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Interpellation Robert «Sklavenhalterei» in der Schweiz Interpellation Robert «Esclavage» en Suisse
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Dans
In
Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr
1993
Année
Anno
Band
V
Volume
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Session
Wintersession
Session
Session d'hiver
Sessione
Sessione invernale
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
15
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 93.3187
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 17.12.1993 - 08:00
Date
Data
Seite
2536-2537
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Pagina
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20 023 533
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