N
29 septembre 1993
1692
Interpellation Strahm Rudolf
Schriftliche Begründung - Développement par écrit L'auteur renonce au développement et demande une réponse écrite.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 25. August 1993 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 25 août 1993 Le Conseil fédéral est prêt à accepter la motion.
Ueberwiesen - Transmis
fürchtet werden, dass Regionen und Betriebe mit milchwirt- schaftlicher Ausrichtung benachteiligt werden. In gewissen Fällen könnte das zu einschneidenden Einkommensver- schlechterungen führen.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 25. August 1993 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 25 août 1993 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen.
Ueberwiesen - Transmis
93.3221
Postulat Bürgi Landwirtschaftliche Preisbeschlüsse des Bundesrates Décisions du Conseil fédéral en matière de prix agricoles
Wortlaut des Postulates vom 28. April 1993 Ist der Bundesrat bereit:
zu überprüfen, ob durch diese Beschlüsse nicht innerhalb der einzelnen Bauernbetriebe eine enorme Umverteilung des Einkommens stattfindet und damit Betriebe in existenzbedro- hende Schwierigkeiten kommen;
einen entsprechenden Bericht vorzulegen, welcher über die Auswirkungen Auskunft gibt;
sofern notwendig, allfällige Korrekturen vorzunehmen?
Texte du postulat du 28 avril 1993 Le Conseil fédéral est-il prêt:
à examiner si les décisions qu'il a prises n'auront pas pour conséquence une énorme redistribution des revenus entre les exploitations agricoles, menaçant du même coup la survie de certaines d'entre elles?
à rédiger un rapport dans lequel il donnera des informations sur la question?
enfin à opérer, le cas échéant, les corrections qui s'im- posent?
Mitunterzeichner - Cosignataires: Blatter, Bühler Simeon, Co- lumberg, Engler, Gobet, Kühne, Leu Josef, Ruckstuhl, Schnider (9)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit
Die Einkommensbeschlüsse des Bundesrates vom 26. April 1993 haben für die Landwirtschaft insgesamt und für den ein- zelnen Betrieb im besonderen nicht absehbare Auswirkun- gen. Der Einkommensrückstand hat im vergangenen Jahr stark zugenommen und ist mit diesem Entscheid nicht ge- stoppt worden. Die 10 Rappen Milchpreisreduktion sind für den einzelnen Bauern ein zu grosser Schritt, da es nicht der einzige Einkommensabbau bedeutet. Weitere Reduktionen sind:
Kürzung der Tierhalterbeiträge, Reduktion der Ausmerzbei- träge, tiefere Erlöse für Nutz- und Schlachtvieh. Die Brennobst- preise werden sich trotz dem EWR-Nein nicht mehr erholen. Gewässerschutz und Tierschutzmassnahmen zwangen den Bauern, durch hohe Baukosten den Betrieb zu verschulden. Ebenso sind die Produktionskosten stark gestiegen.
Alle diese Verschlechterungen können mit den neuen Direkt- zahlungen im Einzelfall nicht kompensiert werden. Die neuen Preisbeschlüsse des Bundesrates werden voraussichtlich in der Landwirtschaft zu grossen Umverteilungen der Einkom- mensbestandteile unter den Betrieben führen. Es muss be-
93.3332
Interpellation Strahm Rudolf Uebersicht über Direktzahlungen in der Landwirtschaft Contrôle sur les paiements directs dans l'agriculture
Wortlaut der Interpellation vom 17. Juni 1993
Nach der Einführung der neuen Direktzahlungen nach den Ar- tikeln 31a und 31b LwG ist die Vielfalt der Kosten-, Bewirtschaf- tungs-, Tierhalter-Beiträge etc. in der Landwirtschaft noch un- übersichtlicher geworden und die Auflistung aller Subventi- onsarten im 7. Landwirtschaftsbericht ist überholt.
Wir bitten den Bundesrat, dem Parlament und der interessier- ten Oeffentlichkeit einen Ueberblick zu verschaffen und fol- gende Fragen zu beantworten:
Wir bitten um Auflistung sämtlicher in der Agrarpolitik ange- wandten (neuen und bisherigen) Direktzahlungsarten, und zwar mit Angabe des Subventionsobjekts, der Bemessungs- grundlage, der Beitragsansätze und der Auszahlungssumme im Jahr 1992 (bei den neuen Direktzahlungen: gemäss Bud- get 1993) für jede Beitragsart.
Welche Direktzahlungsarten und -beiträge werden ins- gesamt, unter allen Direktzahlungs- und Subventionstiteln, ex- emplarisch bei einem typischen Bergbetrieb und einem typischen Talbetrieb zum Beispiel ausbezahlt für 1 Kuh, 1 Kalb, 1 Schwein, 1 Kleinvieheinheit, 1 Hektar typischer Kultu- ren (Rauhfutter, Mais, Gerste, Weizen, Kartoffeln)?
Was gedenkt der Bundesrat zu tun, um den Subventions- wirrwarr in der Agrarpolitik zu straffen und die Vielfalt der Bei- tragsarten zu vereinfachen?
Texte de l'interpellation du 17 juin 1993
A la suite de l'institution des nouveaux paiements directs aux termes des articles 31a et 31b de la loi sur l'agriculture, la di- versité des contributions versées dans l'agriculture pour cou- vrir les coûts au titre de l'aide aux exploitations et aux déten- teurs de bétail etc., s'est encore accrue; la liste des sortes de subventions établie dans le 7e rapport sur l'agriculture est de ce fait désuète.
Nous prions le Conseil fédéral de présenter au Parlement et au public intéressé une vue d'ensemble de ces paiements et de répondre aux questions suivantes:
Nous le prions de dresser une liste de toutes les sortes (an- ciennes et nouvelles) de paiements directs qui sont utilisées dans l'agriculture, avec indication de l'objet de la subvention, des bases de calcul, des taux de contribution et de la somme versée en 1992 (pour les nouveaux paiements directs con- formément au budget de 1993) pour chaque forme de contri- bution.
September 1993 N
1693
Interpellation Strahm Rudolf
Quelles sont, au total, les formes classiques de paiements directs et de subventions qui sont versées, à divers titres, à une exploitation typique de montagne et à une exploitation typi- que de plaine, par exemple pour 1 vache, 1 veau, 1 cochon, 1 unité de petit bétail, 1 hectare réservé à une culture typique (fourrage grossier, maïs, orge, blé, pommes de terre)?
Qu'est-ce que le Conseil fédéral entend faire pour clarifier la situation et réduire la diversité des formes de subvention?
Mitunterzeichner - Cosignataires: Baumann, Bäumlin, Bundi, Danuser, Eggenberger, Fankhauser, von Felten, Goll, Gross Andreas, Haering Binder, Hafner Ursula, Hämmerle, Herczog, Jöri, Ledergerber, Leemann, Leuenberger Ernst, Rechsteiner, Tschäppät Alexander, Vollmer, Züger
Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 1. September 1993 Rapport écrit du Conseil fédéral du 1er septembre 1993 Zur Frage 1:
Eine Auflistung der einzelnen Direktzahlungsarten mit ergän- zenden Informationen gibt Tabelle 1:
Tabelle 1 Direktzahlungen für die Landwirtschaft
Direktzahlungsarten Subventionsobjekt
Bemessungs- grundlage
Beitragssatz
Auszahlungssumme in Mio. Franken 1992 1993 (B)
Bemerkungen
primares Ziel Rechtsgrundlage
Kostenbeiträge
Einkommenspolitik
Viehhalter im Berg-
Anzahl Grossvieh-
Rindvieh
Schafe,
BG 28.6. 1974 Kosten-
gebiet und in der vor-
einheiten (GVE)
Schweine
Ziegen
beiträge an Viehhalter
alpinen Hügelzone
in GVE
in GVE
VHZ
210 Fr.
260 Fr.
BZI
380 Fr.
470 Fr.
BZ II
620 Fr.
790 Fr.
BZ III
850 Fr.
1100 Fr.
BZIV
1100 Fr.
1430 Fr.
Kuhhalterbeiträge
122
121
Produktionslenkung BB 16.2. 1988 MWB
Kuhhalter ohne Verkehrsmilchproduktion
Kuhzahl
ab 1. 11. 1993
ausreichende Futtergrundlage, Beitragshöhe abhängig von der Milchpreisentwicklung
für die 2 .- 10. Kuh
1500 Fr.
1400 Fr.
für die 11 .- 20. Kuh
1400 Fr.
für die 21 .- 50. Kuh
900 Fr.
ab 51. Kuh
450 Fr.
Flächenbeiträge für Hanglagen
109
110
Einkommenspolitik
Bewirtschafter
Fläche
Im Berggebiet und voralpine Hügelzone
und Oekologie
von Flächen in Hang-
Hanglagen 18-35%
370 Fr./ha
Einkommens- und Vermögens- grenzen
BG 14. 12.1978
und Steillagen
Steillagen >35%
510 Fr./ha
Bewirtschaftungs-
Weideland
110 Fr./ha
beiträge
Ausserhalb Berggebiet und voralpine Hügelzone
Steillagen > 35% 510 Fr./ha
Sömmerungsbeiträge
Einkommenspolitik und
Bewirtschafter,
Anzahl gesömmerte
12 Kategorien
Oekologie
die einen Alp- oder
Tiere (Rindvieh,
40-170 Fr. je GVE
BG 14.12.1979
Sömmerungsbetrieb führen
Ziegen, Pferde, Schafe)
beiträge
Bewirtschaftungsbeiträge
6
10
für Trockenstandorte und Streuewiese
Angepasste Nutzung
Fläche
max. Gesamtbeitrag: 1500 Fr./ha
Finanzielle Beteiligung der Kan- tone ist Voraussetzung, Verein- barung zwischen Bewirtschafter und Kanton, Nutzungs- beschränkungen
Ergänzende Direktzahlungen (31a)
599
Einkommenspolitik BG 3.10.1951 LwG
Bäuerliche Bewirt-
Betrieb, landwirtschaftliche Betriebsbeitrag:
Nutzfläche (LN) Grundbeitrag je Betrieb:
AZ und EUZ
1000 Fr.
UZ und VHZ
1500 Fr.
BZI-IV
2000 Fr.
Zusatzbeitrag für Tierhalter 2500 Fr. pro Betrieb
Betriebsbeitrag abgestuft
3 -4ha 40%
4,01-6 ha 60%
6,01-8 ha 80%
8,01-9 ha 90% Flächenbeitrag:
Basisbeitrag Grünlandbeitrag
250 Fr./ha 160 Fr./ha
maximal für 50 ha LN nur für Wies- und Weideland
Oeko-Beiträge (31b) Oekologie BG 3.10. 1951 LwG
Extensiv genutzte
Fläche
Oekologischer Ausgleich
AZ bis VHZ
800 Fr./ha
Streueland, Hecken und
BZI und II
600 Fr./ha
Feldgehölze
BZ III und IV
450 Fr./ha
Anzahl
Hochstamm-Feldobst-
Bäume
bäume
Pro Baum
10 Fr.
Integrierte Produktion
Fläche
Ackerfl./
400 Fr./ha
Einhaltung anerkannter IP-Regeln
übrige LN
100 Fr./ha
Betrieb
Gesamtbetr. IP max:
1000 Fr. Betr.
Biologischer Landbau
Fläche
Ackerfl./
600 Fr./ha
übrige LN
150 Fr./ha
Kontrollierte Freiland-
Anzahl Tiere (in GVE)
Einhaltung anerkannter Regeln der KF
haltung von Nutztieren
10 Nutztierkategorien
Tiere Rindergattung
60 Fr./GVE
Uebr. Rauhfutter- verzehr
30 Fr./GVE
Tiere
30 Fr./GVE
Schweine
70 Fr./GVE
Geflügel
100 Fr./GVE
273
283
Einkommens- und Vermögens- grenzen, genutztes Weideland muss innerhalb der Berg- zonen I-IV liegen
Bewirtschaftungs-
von Trockenstand-
Oekologie
orten und Streue- flächen
BG 1.6. 1966 NHG
schafter eines Land- wirtschaftsbetriebes
Bewirtschaftung von min. 3 ha anrechenbare LN, keine Be- triebe der öffentlichen Hand, nicht mehr als 7 bzw. 12 AK, nicht älter als 65 Jahre, Einkommensgrenze für das landwirtschaftliche Ein- kommen, mindestens 5 GVE
56
Wiesen auf Grünflächen,
nur Mähnutzung, geregelte Schnittzeiten, max. 10 ha pro Betrieb
keine Obstanlagen, min. 20, max. 300 Bäume/Betrieb
Spez .- Kulturen
Einhaltung anerkannter Bio-Regeln
Spez -Kulturen
35 35
min. 1 GVE, max. 15 GVE/Betrieb, ausreichende Futtergrundlage, Einkommens- und Vermögens- grenze
(21)
Interpellation Strahm Rudolf
1694
N 29 septembre 1993
Direktzahlungsarten primäres Ziel Rechtsgrundlage
Subventionsobjekt
Bemessungs- grundlage
Beitragssatz
Auszahlungssumme
Bemerkungen
in Mio. Franken 1992 1993 (B)
Lenkungsmassnahmen
Pflanzenbau
Stillegung von Ackerland als:
Extensivierung und
Fläche
AZ-VHZ
3000 Fr./ha
1.6
5
Fläche
Gras und
3000 Fr./ha
10
Versuchsweiser Anbau max. 2000 ha
Wenig intensiv genutzes Wiesland
Fläche
BZIund II
450 Fr./ha
9
9
Extensive
Fläche
800 Fr./ha 47
46
Brot- und Futtergetreide
Ausgleichsbeiträge für
Fläche
70% vom Durchschnitt je ha/LN
64
48
Anbauprämien Produktionslenkung BG 3. 10. 1951 LwG
Futtergetreide und Körnerleguminosen
Fläche
Futtergetreide: 1 .- 10. ha
770 Fr./ha
über 10 ha
560 Fr./ha
Körnerleguminosen
1260 Fr./ha
Ausmerzbeiträge Absatzsicherung BG 15.6. 1962 VIAG
Absatz von Nutzvieh (v. a. Rindvieh)
Anzahl Tiere, Kilogramm
Lebendgewicht
125 Rp./kg LG
Grundbeitrag: max: Kühe:
550 Fr./Stk.
Ochsen, Rinder:
500 Fr./Stk.
Stiere:
300 Fr./Stk.
Stückbeitrag für Mastremonten, je nach rassenreinem Blutanteil: 30-150 Fr./Stk.
Beiträge für den Viehexport Absatzsicherung
Export von Zucht- und Nutzvieh
Anzahl Tiere
BG 15.6. 1962 VIAG
Duchschnittlicher Beitrag (von Qualität abhängig) 2135 Fr./Tier
2,8
2,5
Entlastungskäufe Absatzsicherung BG 15. 6. 1962 VĨAG
Abbau von kurzfristigen Ueberangebot von Zucht- und Nutzvieh
Anzahl Tiere
Trächtige Rinder/Kūhe: Zuchtstiere:
Beitrag/Tier 754 Fr 374 Fr.
Widder: Ziegenböcke
62 Fr
Siloverbotsentschädigung
56
57
Qualitätsproduktion BB 16. 12. 1988 MWB
Milcheinlieferung in Silo- verbotszonen (1.11 .- 31.3.)
Kilogramm abgelieferte Milch, Grundzulage:
4 Rp./kg
BB Vers 29.9.1953 MB
Sonderzulage für zu Hart- und Halbhartkäse verarb. Milch 7 Rp./kg
42
44
BB 16. 12. 1988 MWB BB Vers 29.9. 1953 MB
Milch
Zulage:
2 Rp./kg
Industr. Verarbeitung: Gewerb. Verarbeitung:
3 Rp./kg
Familienzulagen
87 90
nur die vom Bund erbrachten Leistungen
Sozialpolitik BG 20.6. 1992 FLG Kinderzulagen
Kleinbauern-Familie, landwirtschaftliche Arbeitnehmer
Anzahl der unterhaltenen Kinder
Einkommensgrenze für selb- ständig erwerbende Landwirte
Talgebiet: 1. und 2 Kind: ab 3. Kind: Berggebiet: 1. und 2. Kind: ab 3. Kind:
135 Fr./Monat
140 Fr./Monat
155 Fr./Monat
150 Fr./Monat
Haushaltzulage
landwirtschaftliche Arbeitnehmer
Zivilstand oder unterhaltene Kinder
100 Fr./Monat
Oekologie BG 3. 10. 1951 BG 20.3. 1959 GetrG
2300 Fr./ha
Fläche
BZ
3000 Fr./ha
Rohstoffe
Feldholz
1500 Fr./ha
AZ-VHZ
600 Fr./ha
BZ III und IV
300 Fr./ha
erschwerte Produktionsbedingungen
bezogene Beiträge 1990 und 1991
88
57
50
30
29
33
58 Fr.
Entlastungskäufe für Zuchtstiere seit 1. August 1992 aufgehoben
Zulage für verkäste Milch Qualitätsproduktion
Ganzjährlich verkäste
Kilogramm abgelieferte Milch
Zur Frage 2: Der Interpellant verlangt einen Ueberblick der ausbezahlten Direktzahlungsarten und -beiträge für je einen typischen Berg- bzw. Talbetrieb. Wir verweisen in diesem Zusammenhang auf den Anhang 3 im 7. Landwirtschaftsbericht, wo wir ähnliche Berechnungen von Ausgleichszahlungen für Betriebe in ver- schiedenen Zonen angestellt haben. Grundsätzlich gilt es bei solchen Berechnungen zu bemerken, dass aufgrund der un- terschiedlichen Voraussetzung in unserem Land (Klima, Topo- graphie, Bodenbeschaffenheit, Betriebsgrösse usw.) keine einheitliche Produktionsstruktur vorliegt und damit kein typi- scher Betrieb stellvertretend für alle gelten kann.
Für die folgenden Berechnungen der ausbezahlten Direktzah- lungen stützen wir uns auf die Betriebsstrukturdaten von soge- nannten Normalbetrieben des Tal- bzw. des Berggebietes. Die hierzu notwendigen Daten stammen von Testbetrieben, die jährlich im Rahmen der Auswertung von Buchhaltungsdaten durch die Eidgenössische Forschungsanstalt für Betriebswirt- schaft und Landtechnik, Tänikon (FAT) erhoben werden. Bei den nachfolgend aufgeführten Daten der Normalbetriebe han- delt es sich somit um statistische Mittelwerte. Zudem müssen für die Berechnungen eigene Annahmen getroffen werden, nämlich betreffend die Produktionsformen (Extenso-Getreide, ökologische Ausgleichsflächen, Hochstamm-Feldobst usw.), Hangneigung, Bergzoneneinteilung und betreffend den Ver- kauf von Zucht- und Nutzvieh. Unsere Annahmen sind in der nachfolgenden Darstellung mit einem Stern (*) markiert
Getreideproduktion
1695
Interpellation Strahm Rudolf
Betriebsstrukturdaten der Normalbetriebe
Talgebiet Berggebiet BZ II*
Bodennutzung: (Angaben in Hektaren)
Landwirtschaftliche Nutzfläche
19,3
20,3
Wiesland
9,4
18,0
Alpweiden (in Normalflächen umgerechnet)
0,9
Ackerbau: (offenes Ackerland
9,7
1,4
1,9
0,9
1,3
0,2
3,8
0,3
Steillage (35 Prozent und mehr Neigung
0,5*
2,0*
Obstanlage Anzahl Bäume
30,0*
Tierbestand: (Total rauhfutterverzehrende
GVE)
24,5
24,0
16,5
14,4
7,0
9,4
0,9
0,1
0,1
0,1
1,2
0,2
2,4
1,4
11,1
5,8
15,5
9,1
Direktzahlungen (ohne Familienzulagen) im einzelnen
Talgebiet Berggebiet
BZ II*
Kostenbeiträge
8 117
Flächenbeiträge
255
3 240
Sömmerungsbeiträge (nur Berg: 10 Kühe,
15 Rinder)*
2 225
Ergänzende Direktzahlungen (Art. 31a LwG):
3 500
4 500
Flächenbeiträge (Basis- und
Grünlandbeitrag)
6 329
7 955
Beiträge für besonders ökologische
Leistungen (Art. 31b LwG):
400
600
300
Produktionslenkung im Pflanzenbau:
1 520
720
1 463
693
1 096
Ausmerzbeiträge: (nur Berg: 3 Rinder)*
1 500
Viehexport: (nur Berg: Verkauf
eines Rindes)*
2 000
Total Direktzahlungen
(ohne Familienzulagen)
13 767
32 646
Nicht eingeschlossen sind ferner Kuhhalterbeiträge sowie all- fällige Beiträge für freiwillige Produktionsformen wie inte- grierte Produktion, biologischer Landbau, kontrollierte Frei- landhaltung und wenig intensive Wiesen.
Die verschiedenen Direktzahlungsarten und -beiträge für die einzelnen Kategorien (Kuh, Kalb, Schwein usw.) können aus der Tabelle 1 entnommen werden.
Zur Frage 3:
Der Bundesrat hat im 7. Landwirtschaftsbericht eine Vereinfa- chung des agrarpolitischen Instrumentariums angekündigt (vgl. 7. Landwirtschaftsbericht, Abschnitt 359). Diese Arbeiten sind inzwischen aufgenommen und im Gange. Zu erwähnen sind beispielsweise:
die Integration der Tierhalterbeiträge in die Direktzahlungen nach Artikel 31a LwG,
der graduelle Abbau der Ausmerzbeiträge beim Nutzvieh, der Anbauprämien sowie der Ausgleichsbeiträge im Pflan- zenbau.
Neben den drei im Dezember 1992 vom Eidgenössischen Volkswirtschaftsdepartement ernannten ausserparlamentari- schen Expertenkommissionen für Pflanzenbau, Viehwirtschaft und Agrarwirtschaft sind zurzeit auch interne Arbeitsgruppen der Verwaltung an der Ausarbeitung von Lösungen zur Verein- fachung im Sinne des Interpellanten. Ueber das Ergebnis dieser laufenden Arbeiten werden wir bei Gelegenheit orien- tieren.
Es muss an dieser Stelle betont werden, dass eine absolute Vereinheitlichung der verschiedenen Direktzahlungen nicht zweckmässig wäre. Das heute geltende Bündel ist letztlich ein Abbild der grossen Vielfalt an unterschiedlichen Produktions- bedingungen in unserem Land; damit können auch die unter- schiedlichen agrarpolitischen Zielsetzungen präziser verfolgt werden. Eine zu starke Vereinheitlichung würde diesen An- sprüchen nicht gerecht werden. Im weiteren stösst die Verein- fachung auch da an Grenzen, wo grosse Umverteilungsef- fekte ausgelöst würden und entsprechend starke Widerstände zu erwarten wären (Kantone, Gemeinden, Verbände usw.). Ohne den oben erwähnten Arbeiten vorzugreifen, sehen wir für die Zukunft, im Sinne einer Vereinfachung, folgende Glie- derung der Direktzahlungen entsprechend ihren Hauptzielset- zungen:
Die ergänzenden Direktzahlungen entsprechen dem Konzept gemäss Artikel 31a des Landwirtschaftsgesetzes (Aenderung vom 9. Oktober 1992). Sie dienen primär zur Sicherung der bäuerlichen Einkommen und sind eine Abgeltung für die er- brachten gemeinwirtschaftlichen Leistungen der Landwirt- schaft.
Diese Gruppe von Direktzahlungen bezweckt eine Einkom- mensverbesserung für Landwirte im Hügel- und Berggebiet im Sinne von Artikel 2 des Landwirtschaftgesetzes. Sie sollen soweit möglich die Mehrkosten und Mindererträge, verursacht durch die erschwerten Produktionsbedingungen bzw. - struk- turen, ausgleichen. Mit den eigenständigen «Ausgleichszah- lungen für erschwerte Produktionsbedingungen» können die regionalen Unterschiede (Berg-/Talgebiet) besser berücksich- tigt werden als bei der ersten Gruppe.
Die ökologischen Direktzahlungen entsprechen dem Konzept gemäss Artikel 31b des Landwirtschaftsgesetzes (Aenderung vom 9. Oktober 1992). Freiwillig erbrachte und näher bezeich- nete ökologische Leistungen der Landwirte, die über die ge- setzlichen Anforderungen hinausgehen, sollen mit finanziel- len Anreizen honoriert werden. Die heute bestehenden Pro- gramme (ökologischer Ausgleich, integrierte Produktion, bio- logischer Landbau, kontrollierte Freilandhaltung usw.) wer- den soweit nötig weiter ausgebaut und differenziert. Massnah- men, gestützt auf die Pflanzenbauverordnung, mit ähnlich ökologischer Zielsetzung sollen in die Oekobeitragsverord- nung nach Artikel 31b LwG integriert werden.
Zu dieser Gruppe gehören Direktzahlungen mit folgender Ziel- setzung:
Produktionslenkung (inkl. Extensivierung), z. B. Anbauprä- mien und Grünbrache-Beitrag;
Absatzsicherung, z. B. für Zucht- und Nutzvieh;
Qualitätsverbesserung, z. B. Milch.
In diese Gruppe gehören heute vor allem die Familienzulagen in Form von Kinder- und Haushaltszulagen an Bauernfamilien bzw. landwirtschaftliche Angestellte. Allfällige Direktzahlun- gen für Sozialmassnahmen - sie werden in einer der oben er- wähnten Expertenkommissionen studiert -, die zur Milderung sozialer Härten durch den Strukturwandel eingesetzt werden sollen, dürften künftig ebenfalls dieser Gruppe angehören.
Erklärung des Interpellanten: befriedigt Déclaration de l'interpellateur: satisfait
28-N
1
0,5
1
Hanglage (18 bis 35 Prozent Neigung)
-*
(in Fr.)
(in Fr.)
3,2
6,0*
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Interpellation Strahm Rudolf Uebersicht über Direktzahlungen in der Landwirtschaft Interpellation Strahm Rudolf Contrôle sur les paiements directs dans l'agriculture
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Jahr
1993
Année
Anno
Band
IV
Volume
Volume
Session
Herbstsession
Session
Session d'automne
Sessione
Sessione autunnale
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
07
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 93.3332
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 29.09.1993 - 08:00
Date
Data
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Pagina
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20 023 188
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