N
19 mars 1993
572
Motion Zisyadis
Texte de la motion du 31 janvier 1992
Le Conseil fédéral est chargé de soumettre aux Chambres un projet de révision constitutionnelle portant sur un nouvel amé- nagement des compétences du Tribunal fédéral, conformé- ment aux principes suivants:
les articles 113 alinéa 3 et 114bis alinéa 3, de la Constitution fédérale, seront modifiés de manière à habiliter le Tribunal fé- déral à examiner les lois et les arrêtés de portée générale;
le Tribunal fédéral sera compétent pour examiner à titre préalable les lois et les arrêtés de portée générale, en relation avec des cas litigieux précis, pour en vérifier la constitutionna- lité et la conformité avec le droit international et, le cas échéant, supranational;
le Tribunal fédéral sera habilité à statuer sur des recours por- tant sur l'exercice des droits d'initiative et de référendum sur le plan fédéral, par analogie aux compétences dont il dispose à l'égard des cantons.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Tschopp, Wanner (2)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit
Im Hinblick auf die Breite des EWR-Vertragsrechts, das rund zwei Drittel des materiellen EWR-Rechts abdeckt und das weit über das Wirtschaftsrecht hinausreicht, sowie angesichts der intensiven Rechtsetzung der EG im vom EWR-Vertrag abge- steckten Bereich und der Rechtsprechung des EuGH würden bei einem Beitritt der Schweiz zum EWR (und erst recht zur EG) wesentliche Teile der Bundesgesetzgebung neu - ohne dass ein expliziter Entscheid des Verfassungsgebers für eine volle Verfassungsgerichtsbarkeit gegeben wäre - einer aus- serstaatlichen richterlichen Normkontrolle unterstellt. Es fragt sich daher, wie weit die bisherige Beschränkung der richterli- chen Kontrolle der Bundesgesetze und allgemeinverbindli- chen Bundesbeschlüsse noch sinnvoll ist. Es fragt sich zu- dem, ob das bisherige System, das nur erlaubt, die Normen unterhalb der Bundesgesetze einer akzessorischen Kontrolle auf ihre Verfassungs- und Völkerrechtskonformität zu unterzie- hen, noch praktikabel ist und ob nicht besondere Normkon- trollverfahren eingeführt werden müssten, um einem Souverä- nitätsverlust entgegenzuwirken.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 24. Februar 1993 Rapport écrit du Conseil fédéral du 24 février 1993
Im Zusammenhang mit früheren Vorstössen zur Verfassungs- gerichtsbarkeit hat der Bundesrat die Auffassung vertreten, dass eine Lösung im Rahmen der Totalrevision der Bundes- verfassung angestrebt werden sollte (Postulat Weber, 1987, Postulat Ad 86.222). Die Bundesversammlung ist dieser Auf- fassung gefolgt. In Zusammenhang mit dem europäischen In- tegrationsprozess erhält diese Frage zusätzliche Aktualität. Nach dem Nein von Volk und Ständen zum EWR-Abkommen ist die Stellung der Schweiz in diesem Prozess ungewiss. Der Bundesrat möchte deshalb zunächst eine Klärung der Situa- tion abwarten.
Zu den einzelnen Punkten der Motion wird in diesem Sinn wie folgt Stellung genommen:
Für die Aufhebung des Prüfungsverbotes für Bundesge- setze und allgemeinverbindliche Bundesbeschlüsse wäre auf jeden Fall eine Aenderung der Bundesverfassung nötig. Dies soll vor allem im Rahmen der Totalrevision der Bundesverfas- sung geprüft werden. Eine vorgezogene Teilrevision der Bun- desverfassung ist aber nicht ausgeschlossen.
Die Ablehnung des EWR in der Abstimmung vom 6. De- zember 1992 zwingt zu einem Ueberdenken des europapoliti- schen Kurses der Schweiz. Der Bundesrat ist der Auffassung, dass eine allfällige Erweiterung des Prüfungsrechts des Bun- desgerichts in bezug auf die Verfassungsmässigkeit von Bun- desgesetzen und allgemeinverbindlichen Bundesbeschlüs-
sen sowie in bezug auf deren Vereinbarkeit mit internationa- lem oder supranationalem Recht erst dann erwogen werden sollte, wenn mehr Klarheit über die zukünftigen europapoliti- schen Optionen der Schweiz besteht.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral
Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzuwan- deln.
Ueberwiesen als Postulat - Transmis comme postulat
92.3566
Motion Zisyadis Strafgesetzbuch. Ersatzstrafen Recours à des peines de substitution
Wortlaut der Motion vom 18. Dezember 1992
Der Bundesrat wird ersucht, eine Reform des Strafrechts aus- zuarbeiten, damit die Palette der gegenwärtigen Strafen aus- geweitet werden kann.
Zurzeit zeichnet sich die Schweiz durch einen hohen Anteil an kurzen bedingten Strafen aus. Ersatzstrafen beispielsweise in Form von Tagesbussen, gemeinnützigen Arbeiten oder Fahr- ausweisentzug müssten eingeführt werden.
Texte de la motion du 18 décembre 1992
Le Conseil fédéral est invité à élaborer une réforme du droit pé- nal, afin de permettre un élargissement de la palette actuelle des peines.
La Suisse se distingue actuellement par une proportion élevée de peines courtes sans sursis. Des peines de substitution de- vraient être établies sous forme de sanctions comme les amendes journalières, les travaux d'utilité publique ou le retrait de permis de conduire.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Spielmann (1)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit L'auteur renonce au développement et demande une réponse écrite.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 24. Februar 1993 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 24 février 1993 Le Conseil fédéral est prêt à accepter la motion.
Ueberwiesen - Transmis
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Motion Zisyadis Strafgesetzbuch. Ersatzstrafen Motion Zisyadis Recours à des peines de substitution
In
Dans
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Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr
1993
Année
Anno
Band
I
Volume
Volume
Session
Frühjahrssession
Session
Session de printemps
Sessione
Sessione primaverile
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
16
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 92.3566
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum
19.03.1993 - 08:00
Date
Data
Seite
572-572
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