Motion on maternity wage continuation transmitted as postulate

20020398Jurisprudence administrative des autorités fédérales (JAAC)4 oct. 1991Partially Granted

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

On 4 October 1991, the National Council dealt with Motion 91.3039 concerning wage continuation during maternity. The proponent requested amendments to the Code of Obligations so that wages would be paid during the full period of the work prohibition. The Federal Council opposed the binding form, noting unresolved questions on financing and duration, but stated that preparatory work for an improvement was underway and proposed acceptance as a postulate. The Council followed that approach and transmitted the matter as a postulate.

Regeste Omnilex

Parliamentary motion; conversion into postulate where the binding legislative instruction is considered premature because essential implementation questions, in particular financing and duration, remain open. The chamber may nevertheless transmit the matter as a postulate when the executive has already undertaken preparatory legislative work and the objective is to prompt further examination rather than immediate enactment.

Texte intégral

  1. Oktober 1991 N

1967

Motion Salvioni

91.3039

Motion Segmüller Europafähige Lohnfortzahlungspflicht bei Mutterschaft Paiement du salaire durant la maternité conformément à la réglementation européenne

Wortlaut der Motion vom 4. März 1991 Das Problem der fehlenden Deckung des Erwerbsausfalls we- gen Mutterschaft bedarf in Anbetracht der fortschreitenden In- tegration in Europa dringend der Lösung.

Der Bundesrat wird daher beauftragt, das Obligationenrecht zu ändern sowie die weiteren notwendigen Gesetzesanpas- sungen vorzunehmen, damit die Lohnfortzahlungspflicht bei Mutterschaft während der ganzen Dauer des Beschäftigungs- verbots gewährleistet ist.

Texte de la motion du 4 mars 1991

Le fait qu'il subsiste des lacunes dans le paiement du salaire durant la maternité exige d'urgence une solution qui entre dans le cadre de l'intégration européenne.

Le Conseil fédéral est donc chargé de préparer une modifica- tion du Code des obligations ainsi que des lois qui doivent être adaptées, de sorte qu'en cas de maternité, le paiement du sa- laire soit garanti pendant toute la durée de l'interdiction de tra- vailler.

Mitunterzeichner - Cosignataires: Keine - Aucun

Schriftliche Begründung - Développement par écrit

Mit der zunehmenden Integration der Schweiz in das Europa der Bürger ist es unerlässlich, die Harmonisierung in der So- zial- und Familienpolitik zwischen der Schweiz und Europa voranzutreiben. Die EG- und Efta-Länder gewähren allen er- werbstätigen Frauen Mutterschaftsurlaub mit Lohnfortzah lung, unabhängig vom Einkommen. Es gibt in Europa nur ein Land, die Schweiz, welches zwar das Arbeitsverbot, nicht aber die Lohnfortzahlung kennt.

Im Hinblick auf die mit EWR und EG verbundenen flankieren- den Politiken, wovon die Sozial- und Familienpolitik einen wichtigen Bestandteil bildet, ist - im Gegensatz zur Argumen- tation des Bundesrates - die schnelle Schliessung dieser Lücke dringend, nicht zuletzt aus Gründen der Wettbewerbssi- tuation auf dem Arbeitsmarkt (immerhin sind in der Schweiz 38 Prozent aller Erwerbstätigen Frauen).

In Verfassung und Gesetz verlangen wir den Schutz von Mut- ter und Kind. Das im Arbeitsgesetz verankerte Arbeitsverbot soll erwerbstätige Wöchnerinnen schützen. Der Mutterschafts- schutz ist aber erst verwirklicht, wenn er auch finanziell abgesi- chert ist.

Wegen der bis heute gültigen Gleichbehandlung von Mutter- schaft und Krankheit richtet sich die Lohnfortzahlungspflicht nach Dienstjahren und beträgt im 1. Dienstjahr nur drei Wo- chen. Alle bisherigen Lösungsversuche zur Schaffung einer eigentlichen Mutterschaftsversicherung waren erfolglos. Dies ist nicht länger verantwortbar.

Frauen in den typischen, oft schlecht bezahlten Frauenberu- fen sind vom heutigen Arbeitsverbot ohne Lohnfortzahlung besonders hart betroffen: Beruflich vielfach schlecht organi- siert, haben sie selten eine Interessenvertretung auf ihrer Seite. Viele Frauen stehen in einem Arbeitsverhältnis, wo sie nicht von Gesamtarbeitsverträgen oder besonderen Abra- chungen zwischen den Sozialpartnern profitieren können. Daher erscheint der Weg über eine Aenderung des Obligatio- nenrechts der am schnellsten realisierbare, mindestens bis zur Schaffung einer auch die nichterwerbstätigen Mütter erfas- senden, an eine Sozialversicherung angelehnten, umfassen- den Mutterschaftsversicherung.

Alle erwerbstätigen Wöchnerinnen müssen für die Dauer des vom Gesetzgeber auferlegten Arbeitsverbots, durch die obli- gationenrechtliche Verpflichtung des Arbeitgebers zur Lohn- fortzahlung, entschädigt werden. Dem Arbeitgeber soll es frei- gestellt bleiben, ob er die Kosten selber tragen oder eine Versi- cherung abschliessen will.

Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 28. August 1991 Rapport écrit du Conseil fédéral du 28 août 1991

Arbeitnehmerinnnen, die dem Arbeitsgesetz unterstehen, dür- fen in den acht Wochen nach der Niederkunft nicht beschäftigt werden (Art. 35 Abs. 2 ArG); diese Frist kann auf Verlangen der Wöchnerin bis auf sechs Wochen verkürzt werden, wenn ein ärztliches Zeugnis ihre Arbeitsfähigkeit bescheinigt. Der Lohn- anspruch der Schwangeren und Wöchnerinnen ist im Obliga- tionenrecht geregelt: Im ersten Dienstjahr dauert er drei Wo- chen, in den weiteren Dienstjahren besteht er während einer verhältnismässig längeren Zeit (Art. 324a Abs. 2 OR). Gross- zügiger ist die Regelung für das Bundespersonal: Der be- zahlte Mutterschaftsurlaub beträgt in den zwei ersten Dienst- jahren zwei Monate und danach vier Monate (vgl. Art. 61 Abs. 2bis der Beamtenordnung I).

Der Bundesrat erachtet die geltende Regelung der Lohnfort- zahlung bei Mutterschaft für unbefriedigend. Im Hinblick auf den Vorschlag zu einer EG-Richtlinie (90/C 281/04), der den Schwangeren und Wöchnerinnen das Einkommen während 14 Wochen garantieren will, sind denn auch Vorbereitungsar- beiten zur Gesetzgebung in Angriff genommen worden.

Der Bundesrat beabsichtigt, die Verbesserung der Lohnfort- zahlung bei Mutterschaft auch unabhängig von den EWR- und allfälligen EG-Verhandlungen so speditiv an die Hand zu neh- men, dass in der kommenden Legislaturperiode den Räten eine Lösung des Problems im Sinne einer Verbesserung der fi- nanziellen Situation von Schwangeren und Wöchnerinnen un- terbreitet wird.

Wichtige grundsätzliche Fragen sind aber noch offen: so in be- zug auf die Finanzierung des Mutterschaftsurlaubs (Lohnfort- zahlungspflicht des Arbeitgebers und/oder Mutterschaftsver- sicherung); so in bezug auf seine Dauer (es sei daran erinnert, dass ein Postulat Jaggi (87.987) eine Lohnfortzahlung von 16 Wochen möchte).

Aus diesen Gründen lehnt der Bundesrat die verbindliche Form der Motion ab, ist aber bereit, den Vorstoss als Postulat entgegenzunehmen.

Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzuwan- deln.

Ueberwiesen als Postulat - Transmis comme postulat

91.3097

Motion Salvioni Landesschutzgesetz Loi sur la sécurité du pays

Wortlaut der Motion vom 21. März 1991

Der Bundesrat soll gemäss Artikel 89bis Absatz 3 BV in Abwei- chung von der Verfassung sofort ein Landesschutzgesetz und ein auf dieses Gesetz anwendbares Datenschutzgesetz auf dem Wege der dringlichen Bundesratsbeschlüsse erlassen.

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

Motion Segmüller Europafähige Lohnfortzahlungspflicht bei Mutterschaft Motion Segmüller Paiement du salaire durant la maternité conformément à la réglementation européenne

In

Dans

In

Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale

Jahr

1991

Année

Anno

Band

IV

Volume

Volume

Session

Herbstsession

Session

Session d'automne

Sessione

Sessione autunnale

Rat

Nationalrat

Conseil

Conseil national

Consiglio

Consiglio nazionale

Sitzung

16

Séance

Seduta

Geschäftsnummer 91.3039

Numéro d'objet

Numero dell'oggetto

Datum 04.10.1991 - 08:00

Date

Data

Seite

1967-1967

Page

Pagina

Ref. No

20 020 398

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Mots-clés

maternity protectionwage continuationpostulatelegislative proceduresocial policy

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether the motion should be accepted in binding form or converted into a postulate

Solution extraite

The Council accepted the Federal Council's request to convert the motion into a postulate.

Motifs extraits

The Federal Council considered the proposed binding form premature because essential questions on financing and duration remained open, while it was already preparing legislative improvements.

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