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Nous allons dans ce sens encore lancer un appel aux belligé- rants. En effet, si ce qui vient d'être déclaré par le président de l'Irak, c'est-à-dire le déplacement de prisonniers de guerre sur des sites stratégiques, est la réalité, il s'agit d'une violation . grave de la Troisième convention de Genève relative au traite- ment de prisonniers de guerre, convention de 1949 qui sti- pule: «tout acte entraînant la mort ou mettant gravement en danger la santé d'un prisonnier de guerre est interdit». Il est par conséquent absolument indispensable que la Suisse en particulier - le CICR l'ayant déjà fait - et que toutes les sociétés de Croix-Rouge soulignent la nécessité de respecter les enga- gements que les Etats participant au conflit ont pris en signant et en ratifiant les Conventions de Genève.
Dernier élément: les Etats baltes. Nous condamnons l'action brutale de l'armée soviétique dans les Etats baltes et nous l'avons fait savoir. Nous tenons à déclarer ici qu'indépendam- ment de la position du Conseil fédéral, spécifiquement dans l'affaire du Golfe, votre gouvernement ne place pas au deuxième rang de ses préoccupations la situation dans les Etats baltes. Aujourd'hui même, à La Valette (Malte), s'ouvre une conférence d'experts de la CSCE sur le projet de solution pacifique des différends. Le problème des Etats baltes sera soulevé à La Valette. Le Conseil fédéral, plus précisément le Département des affaires étrangères est en rapport avec d'au- tres Etats européens et d'autres ministères des affaires étran- gères, afin d'étudier la possibilité d'intervenir au nom des ac- tes de la CSCE d'Helsinki, et précisément la Charte de Paris, pour demander l'arrêt des brutalités militaires et policières dans ces Etats et pour rappeler les règles contenues dans la Charte de Paris qui réitèrent le droit à l'autodétermination des peuples. Nous rappellerons également la possibilité insérée dans la CSCE dans le domaine de la dimension humaine de mettre en marche un mécanisme de vérification de l'applica- tion des documents de la CSCE.
Nous tiendrons compte de toutes les remarques ettenterons de vous proposer, chaque fois que cela sera nécessaire, des pro- jets allant dans le sens que vous souhaitez, mais nous tenons encore une fois à vous remercier de l'appui que vous n'avez cessé de nous accorder dans les moments difficiles qui ont pré- cédé cette crise et ces guerres. Nous souhaitons obtenir votre appui pour soutenir nos efforts en faveur de la paix et surtout pour réunir, comme plusieurs d'entre vous l'ont demandé, des conférences qui pourront un jour régler plus généreusement les tensions qui existent dans certaines parties du monde.
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Hilfe an Opfer von Straftaten. Bundesgesetz. Uebereinkommen Aide aux victimes d'infractions. Loi. Convention
Botschaft, Gesetz- und Beschlussentwürfe vom 25. April 1990 (BBI II 961) Message et projets de loi et d'arrêté du 25 avril 1990 (FF II 909) Kategorie III/I, Art. 68 GRN - Catégorie III/1, art. 68 RCN
Antrag der Kommission Eintreten
Proposition de la commission Entrer en matière
Frau Stamm, Berichterstatterin: Ihre Kommission unterbreitet Ihnen das Bundesgesetz über Hilfe an Opfer von Straftaten und einen Bundesbeschluss über das Europäische Ueberein- kommen über die Entschädigung für Opfer von Gewalttaten zur Beratung und Beschlussfassung. Ich möchte Sie darauf aufmerksam machen, dass es sich hier um eine sehr wichtige Vorlage handelt, auch wenn sie mit ihren 18 Artikeln recht un- scheinbar daherkommt.
Wenn wir dieses Gesetz in Kraft setzen werden, kann man in der Geschichte des schweizerischen Strafrechts von einem hi-
storischen Moment sprechen. Wieso das? Unser gegenwärtig geltendes Strafrecht, unsere Strafprozessordnungen, die Or- ganisation der Strafrechtspflegebehörden drehen sich fast ausschliesslich um die Straftat und den Straftäter. Dem Staat ist es in unserem Lande aufgetragen, Bürgerinnen und Bürger vor Straftaten zu schützen. Wie gut oder wie schlecht ihm das gelingt, mögen Sie selbst beurteilen. Wenn Straftaten gesche- hen sind, ist es dem Staate aufgetragen, die Täterinnen und Täter zu finden und im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften zu bestrafen. In unserem Lande werden die Täter nicht nach dem Erfolg ihrer Taten bestraft. Es wird genauestens abge- klärt, was sie beabsichtigten, ob sie das Unrecht ihrer Tat ein- sehen konnten, und es wird erwogen, ob allenfalls eine andere Massnahme als eine Strafe ihnen die Rückkehr in das bürgerli- che Leben besser ermöglichen könnte.
Ueber allem aber steht der Satz, dass Täterinnen und Täter so lange als unschuldig zu gelten haben, bis ihnen der Staat die Schuld bewiesen hat. Hinter diesem Konzept, das wir in unse- rem Land recht verfeinert haben, stehen wir voll und ganz. Nur, es hat einen grossen Mangel: Um die Opfer von Straftaten kümmert sich unser Konzept herzlich wenig. Sie müssen selbst schauen, wie sie zurechtkommen, wie sie mit den seeli- schen, körperlichen und finanziellen Folgen einer Straftat fer- tig werden können.
Diesem schweren Mangel will das vorliegende Gesetz abhel- fen. Den Auftrag dazu haben im Dezember 1984 das Volk - mit grosser Mehrheit, 84 Prozent der Stimmenden waren dafür - und alle Stände erteilt, als sie den neuen Artikel 64ter der Bun- desverfassung annahmen. Er lautet: «Der Bund und die Kan- tone sorgen dafür, dass die Opfer von Straftaten gegen Leib und Leben Hilfe erhalten. Dazu gehört eine angemessene Ent- schädigung, wenn die Opfer infolge der Straftat in wirtschaftli- che Schwierigkeiten geraten.»
Ich hoffe sehr, dass wir dieses Gesetz während der laufenden Legislaturperiode beraten und beschliessen können. Von der Annahme des Bundesverfassungsartikels Ende 1984 bis zur Beschliessung des Gesetzes Ende 1991 hätte es dann sieben Jahre gedauert; eine lange, eine zu lange Frist für die Gesetz- gebung in einem Bereich, der zwar komplex, aber übersicht- lich ist.
Ich denke auch, dass es eine sinnvolle Gesetzgebung im Rah- men unseres Jubiläumsjahres ist. Wenn der Staat als Reprä- sentant unserer Gemeinschaft Bürgerinnen und Bürger schon nicht vor Straftaten schützen kann, so ist es nichts als recht und billig, wenn er bei der Bewältigung der Folgen Unterstüt- zung zur Verfügung stellt.
Was bringt das neue Bundesgesetz? Zentraler Ansatz der Ge- setzgebung ist eine ganzheitliche Opferpolitik. Opferhilfe ist eine Aufgabe, bei der verschiedene Stellen - Behörden, Rich- ter und Private - zusammenwirken müssen. So sollen sie dem Opfer ermöglichen, die Folgen der Straftat zu überwinden. Das Opferhilfegesetz ruht deshalb auf drei Pfeilern:
Der erste Pfeiler ist die Beratung und Unterstützung der Opfer. Beratung und Betreuung sollen sichergestellt werden. Die Kantone haben dafür zu sorgen, dass den Opfern private und öffentliche Beratungsstellen zur Verfügung stehen. Diese Be- ratungsstellen sollen dem Opfer die erforderliche medizini- sche, psychologische, soziale, materielle und juristische Hilfe leisten. Diese Hilfe soll unmittelbar nach der Straftat einsetzen und kann sich je nach den Bedürfnissen über längere Zeit er- strecken.
Der zweite Pfeiler ist der Schutz des Opfers und die Wahrung seiner Rechte im Strafverfahren. Die Besserstellung des Op- fers im Strafverfahren dürfte die grösste praktische Tragweite erhalten, zusammen mit der Opferberatung. Der Entwurf ent- hält verschiedene wichtige Bestimmungen; so die Pflicht der Behörden zur Wahrung der Anonymität des Opfers; den Grundsatz, dass ein direkter Kontakt des Opfers mit dem Täter möglichst zu vermeiden ist; ein Recht, sich bei Einvernahmen begleiten zu lassen und die Aussage zu Fragen, welche die In- timsphäre betreffen, zu vermeiden. Der Entwurf gewährleistet weiter eine bessere Information des Opfers über seine Rechte und über den Ablauf des Verfahrens sowie gewisse Mitwir- kungs- und Anfechtungsrechte im Strafverfahren.
Schliesslich sieht der Entwurf des Bundesrates einen An-
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spruch der Opfer von Sexualstraftaten vor, im polizeilichen Er- mittlungsverfahren von einer Person des gleichen Ge- schlechts einvernommen zu werden.
In diesem Bereich der strafprozessualen Bestimmungen wa- ren die heikelsten rechtlichen Probleme zu lösen. Es war Rücksicht zu nehmen auf die kantonalen Prozessrechte. An- dererseits sollte das Verfahren so ausgestaltet werden, dass das Opfer nicht durch das Verfahren selbst noch zusätzlich, vor allem psychisch, geschädigt wird.
Die Kommission hat sich auch kurz überlegt, ob im Rahmen dieser strafprozessrechtlichen Bestimmungen besondere Be- stimmungen für Kinder und Jugendliche als Opfer geschaffen werden sollten. Sie hat dann zugunsten der Einfachheit und Uebersichtlichkeit des Gesetzes darauf verzichtet.
Den letzten Pfeiler des neuen Gesetzes stellen die Regelun- gen über Entschädigung und Genugtuung dar. Danach soll der Staat subsidiär Opfer entschädigen, die keine oder keine genügende Entschädigung von Dritten erhalten können. Die Entschädigung bemisst sich nach der Höhe des Schadens und dem Einkommen des Opfers.
Für ganz besondere Fälle ist auch die Ausrichtung einer Ge- nugtuung möglich, die nicht vom Einkommen des Opfers ab- hängt. Schliesslich sieht der Bundesrat die erforderlichen An- passungen anderer Gesetze vor, welche im Rahmen des Straf- verfahrens aktuell werden.
Die Petitions- und Gewährleistungskommission hat dieses Gesetz in zwei Sitzungen beraten. In Abwesenheit der Präsi- dentin der Petitionskommission habe ich als deutschspra- chige Berichterstatterin das Präsidium übernommen. Mit 16 zu 0 Stimmen trat die Kommission auf das Gesetz ein. Die Opferhilfe ist im Grunde unbestritten.
Drei Punkte beschäftigten die Kommission im besondern: die Rechtsetzung des Bundes im Bereich des kantonalen Pro- zessrechtes, ein gegenüber dem Entwurf des Bundesrates verstärkter Schutz der Opfer von Sexualdelikten und die Fi- nanzhilfe an die Kantone.
Nach Artikel 64 Absatz 3 BV sind die Gerichtsorganisation und das Prozessrecht im Bereich des Strafrechts Sache der Kan- tone. Der Erlass strafprozessrechtlicher Bestimmungen durch den Bund wurde aber seit jeher als zulässig erachtet, wenn dies für die Durchsetzung des materiellen Bundesstrafrechtes erforderlich war. Artikel 64ter erlaubt nun dem Bund, die Kan- tone zu verpflichten, in ihren Strafprozessordnungen die Stel- lung des Opfers zu verbessern. Die Mehrheit der Kommission ist überzeugt, dass dem Bundesrat die nötige Abwägung zwi- schen Respektierung der kantonalen Hoheit und Schutz der Opfer im Verfahren gut gelungen ist und dass die Mindestre- gelungen, die der Entwurf in diesem Bereich vorsieht, uner- lässlich sind, um die Stellung des Opfers im Strafprozess in der ganzen Schweiz zu verbessern. Demgegenüber lehnt die Kommissionsminderheit jeglichen Eingriff in die strafprozess- rechtlichen Kompetenzen der Kantone ab. Herr Ducret wird Ih- nen die Gründe im einzelnen darlegen.
Nach eingehender Diskussion hat Ihre Kommission mit knap- pem Mehr beschlossen, bei verschiedenen Bestimmungen den Schutz der Opfer von Delikten gegen die sexuelle Integri- tät gegenüber dem Entwurf des Bundesrates noch auszu- bauen. Im weiteren hat sich die Kommission auch mit der Fi- nanzhilfe befasst.
Im Gegensatz zum Entwurf des Bundesrates beantragt Ihnen die Kommission, dass der Bund den Kantonen eine pauschale Finanzhilfe für die Kosten der Beratungsstellen gewähren soll. Erwachsen einem Kanton infolge ausserordentlicher Ereig- nisse besonders hohe Aufwendungen, kann der Bund zusätz- liche Finanzhilfen entrichten.
Mit der heutigen Gesetzesvorlage wird der erste entschei- dende Schritt für eine wirksame Opferhilfe getan.
Ich bitte Sie deshalb, auf die Vorlage einzutreten, den Anträ- gen der Kommission zuzustimmen und auch das Europäische Uebereinkommen über die Entschädigung für Opfer von Ge- walttaten zu ratifizieren.
M. Beguelin, rapporteur: Le droit pénal relatif aux infractions violentes doit mettre désormais l'accent sur l'aide aux victimes et non plus sur la punition des coupables. Par l'acceptation
massive (84 pour cent des votants et tous les cantons) de l'arti- cle 64 ter de la Constitution fédérale, le peuple et les cantons ont donné à la Confédération, le 2 décembre 1984, mandat d'édicter une telle loi. L'article accepté est ainsi libellé: « La Confédération et les cantons veillent à ce que les victimes d'in- fractions contre la vie et l'intégrité corporelle bénéficient d'une aide. Celle-ci inclura une indemnité équitable, lorsqu'en rai- son de l'infraction ces victimes connaissent des difficultés ma- térielles.» Il représentait un contre-projet direct à l'initiative lan- cée par le Schweizerischer Beobachter. Cette disposition constitutionnelle prévoit la mise en place d'un large système d'assistance aux victimes des infractions causant les atteintes les plus graves à la personnalité, à savoir les infractions qui re- présentent une atteinte à la vie et à l'intégrité corporelle. Par contre, les victimes d'autres infractions pénales ne sont pas vi- sées par ladite disposition.
La nouvelle législation vise à instaurer une politique globale d'aide aux victimes majeures et mineures. Comme l'ont dé- montré les expériences faites par d'autres pays européens, une telle aide est une tâche interdisciplinaire, qui doit être exé- cutée de concert par diverses institutions, autorités politiques, organes judiciaires, organisations privées, dans le but de permettre aux victimes de surmonter les difficultés causées par l'infraction pénale.
L'aide aux victimes repose sur trois piliers. Premièrement, as- sistance et soutien de la victime. En premier lieu, il s'agit de fournir à la victime une assistance et des conseils. Les cantons devront veiller à mettre à disposition des victimes des centres de consultations publics et privés. Ces centres auront pour mission d'informer les victimes et feront, au besoin, appel à des experts dans les domaines médical, psychologique, so- cial, juridique et matériel. L'aide devra être fournie immédiate- ment après le délit et se prolonger pendant toute la durée né- cessaire.
Deuxièmement, protection de la victime dans la procédure pé- nale. Le projet de loi comprend à cet effet plusieurs disposi- tions visant à protéger la personnalité de la victime. Elle prévoit notamment le devoir des autorités de maintenir l'anonymat de la victime, le principe que tout contact direct entre la victime et le coupable doit autant que possible être évité, un droit à l'as- sistance juridique au cours des interrogatoires ainsi qu'au re- fus de répondre à des questions touchant la sphère intime. Le projet vise en outre à une meilleure information de la victime concernant ses droits, notamment celui d'influer sur le dérou- lement de la procédure pénale et de faire valoir ses prétentions civiles. Enfin, le projet gouvernemental prévoit que les victimes de délits sexuels pourront se faire interroger par une personne de leur propre sexe au cours de l'enquête de police. Nous re- viendrons sur ce point lors de l'exposé des travaux de la com- mission. C'est dans ce dernier domaine que les problèmes ju- ridiques les plus délicats se posent, car il faut tenir compte d'une part du droit procédural des cantons et aménager la procédure de manière à éviter à la victime tout dommage psy- chique ultérieur.
Enfin, le troisième pilier prévoit la réparation subsidiaire par le canton du préjudice subi par la victime lorsque celle-ci n'ob- tient pas d'indemnisation de la part de tiers - l'auteur du délit ou assurance - ou que le dédommagemment est insuffisant. L'ampleur de cette réparation dépendra de la gravité de l'at- teinte et du revenu de la victime. Afin d'atténuer les rigueurs éventuelles du système, la loi permet en outre, dans certains cas, l'octroi d'une réparation indépendante du revenu de la victime.
Travaux de la commission. La commission a siégé deux fois les 24 octobre et 17 décembre. Elle a décidé par 16 voix sans opposition d'entrer en matière, le principe de l'aide aux victi- mes d'infractions graves étant incontesté. Trois points ont par- ticulièrement retenu l'attention de la commission: l'édiction par la Confédération de règles de droit procédural (compéten- ces cantonales), le souci de renforcer la protection fournie aux victimes et, finalement, l'octroi d'une aide financière aux can- tons.
Les questions de droit procedural. L'organisation judiciaire et le droit procedural en matière pénale relèvent du droit des can- tons. On estime cependant depuis toujours que la Confédéra-
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tion peut édicter des dispositions de droit procedural lorsqu'elles sont nécessaires à l'application du droit pénal fé- déral quant à la matière. L'article 64 ter autorise donc la Confé- dération à engager les cantons à améliorer la situation des vic- times dans leurs dispositions de droit procedural. La nécessité de telles dispositions n'est guère contestable aux yeux de la majorité de la commission. Il faut, en effet, partir de l'idée que pour un grand nombre de victimes d'actes de violence, notam- ment de délits sexuels, la volonté de déposer plainte est sou- vent faible, notamment en raison de la situation précaire des victimes dans l'état actuel de la procédure. Il reste que l'appli- cation du droit pénal matériel en est sérieusement affectée.
Par ailleurs, il est clair que la Confédération doit s'imposer de la retenue dans ce domaine afin de ne pas restreindre les com- pétences cantonales en matière d'organisation judiciaire et de procédure pénale.
La majorité de la commission est persuadée que le Conseil fé- déral a trouvé la juste mesure et que les normes minimales éta- blies par le projet sont indispensables pour améliorer la situa- tion des victimes dans l'ensemble de la Suisse. Par contre, la minorité de la commission rejette toute immixtion dans les compétences des cantons dans ce domaine et propose la ra- diation des dispositions y afférentes. Les motifs exacts seront présentés en détail par M. Ducret.
Renforcement de la protection des victimes de délits sexuels. A une faible majorité la commission a décidé, après discus- sion approfondie, de renforcer la protection des victimes de délits contre l'intégrité sexuelle telle qu'elle est prévue dans le projet gouvernemental. Ainsi, dans le cas de tels délits, les dis- positions suivantes s'appliqueront: sur demande de la victime le procès se fera à huis clos; une confrontation avec l'auteur de l'infraction ne pourra être imposée à la victime que si cette confrontation est rendue indispensable par la prétention du prévenu de faire valoir ses droits devant un tribunal; la victime pourra exiger d'être interrogée par une personne du même sexe, non seulement au cours de l'enquête policière mais aussi de l'instruction judiciaire. Elle pourra aussi demander qu'une personne du même sexe soit présente au cours de la séance du tribunal chargé de rendre le jugement.
Aide financière aux cantons. Enfin, contrairement au projet du Conseil fédéral, votre commission propose d'accorder aux cantons une somme forfaitaire destinée à couvrir les coûts des centres de consultation. La Confédération pourra en outre fournir une aide supplémentaire aux cantons qui, en raison d'événements extraordinaires, subiraient des frais particuliè- rement élevés.
Le projet actuellement à l'étude représente le premier pas dé- cisif vers une aide efficace aux victimes d'actes de violence. Je vous prie donc d'entrer en matière, d'approuver les proposi- tions de la commission et de ratifier la Convention européenne relative au dédommagement des victimes d'infractions violen- tes.
Wyss William: Im Namen der SVP-Fraktion empfehle ich Ih- nen, auf das Bundesgesetz über die Hilfe an Opfer von schwe- ren Straftaten einzutreten. Damit habe ich bereits gesagt, dass der von der Kommission abgeänderte Titel richtig ist. Die SVP- Fraktion erachtet es als dringend nötig, dass endlich auf politi- scher Ebene Grundlagen geschaffen werden, die den Opfern von schweren Straftaten rasch und unkompliziert staatliche Hilfeleistungen zukommen lassen. Mit dieser Vorlage betreten wir Neuland. Weder auf kommunaler noch auf kantonaler Ebene haben wir bis heute zweckmässige Bestimmungen, die eine rasche Opferhilfe vorsehen. Dies soll nun ändern.
Unsere Fraktion unterstützt die vorgesehenen drei Pfeiler der neuen Opferhilfe. Der erste Pfeiler betrifft die Beratung und Be- treuung der Opfer. Hier unterstützen wir die Vorschläge der Kommission, die bei den Finanzhilfen des Bundes an die Ko- sten der Beratungsstellen und deren Fachpersonal langfristig gesicherte Beiträge vorsehen. Der Bundesrat sah nur befri- stete Finanzhilfen an den Aufbau der kantonalen Opferhilfe und Opferhilfeeinrichtungen vor. Das genügt uns nicht.
Ich komme zum zweiten Pfeiler der Vorlage. Es handelt sich um die Stellung des Opfers im Strafverfahren. Hier ist die SVP- Fraktion der Auffassung, dass wir bei der Verabschiedung des
Opferhilfegesetzes auf das kantonale Prozessrecht Rücksicht nehmen müssen. Wir unterstützen in diesem Kapitel des Ge- setzes die Minderheitsanträge Ducret, die vorsehen, dass die kantonale Gesetzgebung die Rechte der Opfer in den Ab- schnitten des Strafverfahrens regeln soll. In Sachen Zusam- mensetzung der urteilenden Gerichte möchten wir keine Vor- schriften in dieses Bundesgesetz aufnehmen. Hingegen sind wir der Auffassung, dass bei der Einvernahme das Opfer ver- langen kann, dass es von Angehörigen des gleichen Ge- schlechts einvernommen wird.
Der dritte, wichtige Pfeiler des Opferhilfegesetzes regelt die Möglichkeit der Entschädigung der Opfer. Dass sich die Ent- schädigung nach dem Schaden und dem Einkommen des Opfers richtet, erachten wir als gerechtfertigt. Im weitern unter- stützen wir die zusätzliche Möglichkeit, unabhängig vom Ein- kommen des Opfers eine Genugtuung ausrichten zu können. Wir sind zuversichtlich, dass die vorgesehene Beratung, Be- treuung und die finanzielle Hilfe an unschuldige Opfer rasch und ohne grosse administrative Hindernisse gewährt werden können.
Ich bitte Sie, auf das Opferhilfegesetz einzutreten.
Rechsteiner: Die SP-Fraktion begrüsst die Vorlage des Bun- desrates und unterstützt die Verbesserungsvorschläge der vorberatenden Kommission. Das Parlament kann eine Vorlage beraten, die sich sehen lassen kann und geeignet ist, die Stel- lung der Opfer von schweren Straftaten insgesamt markant zu verbessern. Die Vorlage ist aber gleichzeitig auch ein Muster- beispiel für die Wirksamkeit der Volksrechte in unserem politi- schen System. Ohne die «Beobachter»-Initiative wäre es wohl nicht verhältnismässig rasch zur nötigen Verbesserung der Stellung von Verbrechensopfern gekommen. Für einmal hat eine Volksinitiative sogar zu Ergebnissen geführt, die über die ursprünglichen Vorstellungen der Initianten hinausgehen.
Unbestritten geblieben sind bisher zwei der drei Hauptpfeiler der Vorlage, nämlich die Einrichtung von Beratungsstellen und die Entschädigungsregelung für Verbrechensopfer, die sonst in wirtschaftliche Not geraten würden. Ich verzichte un- ter diesen Umständen auf nähere Ausführungen aus unserer Sicht zu diesen Bereichen. Die SP-Fraktion erwartet, dass die Beratungsstellen und die Entschädigungsfrage rasch und un- bürokratisch eingerichtet respektive geregelt werden. Die Be- ratung muss niederschwellig funktionieren. Es ist zu begrüs- sen, dass das Opfer bei der Wahl der Beratungsstelle frei ist. Richtigerweise hat der Bundesrat auch darauf verzichtet, be- reits heute wesentliche Aenderungen des materiellen Straf- rechtes vorzuschlagen. Abgesehen davon, dass man sich fra- gen kann, ob solche Aenderungen ausser hehren Zielsetzun gen den Opfern praktisch sehr viel bringen, muss ein System- wechsel im Zusammenhang mit der Revision des Allgemeinen Teiles des Strafrechtes noch reichlich überlegt werden, wenn man nicht Gefahr laufen will, dass in Zukunft begüterte Täter unter dem Titel «Wiedergutmachung» gegenüber armen noch stärker begünstigt werden sollen, ohne dass dies dem Opfer viel bringt.
Umstritten sind dagegen - das kommt in den bürgerlichen Minderheitsanträgen Ducret zum Ausdruck - die Verbesserun- gen im Strafverfahren. Die SP-Fraktion begrüsst diese Verbes- serungen im Strafverfahren nachhaltig. Man muss feststellen, dass ohne diese Verbesserungen das Opferhilfegesetz Stück- werk bliebe.
Erfreulicherweise hat die vorberatende Kommission die nöti- gen Konsequenzen aus der Beratung des Sexualstrafrechtes gezogen und längst fällige Verbesserungen zugunsten dieser faktisch im Strafverfahren - in einer immer noch männlich- patriarchalisch dominierten Justiz - immer noch am meisten diskriminierten Opfer beschlossen. Denn was würde ein fort- schrittlicheres, die Frauen weniger diskriminierendes Sexual- strafrecht letztlich nützen, wenn es in der Praxis wegen der vie- len im Verfahren angelegten Barrieren doch nicht greift? Zu diesen dringend nötigen Schutzbestimmungen gehören die Vorschriften über die Einvernahmen, die Vermeidung von un- nötigen Begegnungen mit dem Täter, das Aussageverweige- rungsrecht bei Fragen zur Intimsphäre, aber auch Kostenre- gelungen, die nicht das Opfer am härtesten von allen treffen.
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Ebenso wichtig ist die Bestimmung, dass das Opfer von Sexu- aldelikten neu auf jeder Stufe des Verfahrens die Einvernahme durch eine Person des gleichen Geschlechts verlangen kann und dass dem urteilenden Gericht mindestens eine Person des gleichen Geschlechts angehören muss. Im Unterschied zur Kommissionsmehrheit ist die SP-Fraktion allerdings der Auffassung, dass das Opfer diese Selbstverständlichkeit nicht noch jedesmal speziell verlangen muss, sondern dass sie von Amtes wegen gilt, dass also von Amtes wegen eine Person gleichen Geschlechts dem urteilenden Gericht anzugehören hat. Dieser Antrag wird durch Frau Hafner vertreten; sie wird ihn noch im einzelnen begründen.
Wenn gegen diese Anträge zum Verfahrensrecht oder zur Zu- sammensetzung des urteilenden Gerichts von der Minderheit eingewendet wird, es handle sich dabei um eine Form von Quotenregelung zugunsten der Frauen in der Justiz auf tiefer Stufe, dann muss festgehalten werden, dass dieser Anspruch überfällig ist. Es ist unhaltbar, dass schwere Sexualdelikte, die ja das Geschlechterverhältnis im Kern betreffen, von aus- schliesslich männlich besetzten Gerichten beurteilt werden, denn diese Zusammensetzung wirkt sich erfahrungsgemäss auch auf die Rechtsprechung aus.
Die von der Kommissionsmehrheit vorgeschlagenen Bestim- mungen in diesem Bereich fordern nichts anderes als Selbst- verständlichkeiten, die aber für die Durchsetzung des materi- ellen Rechts eine bis heute nicht eingelöste Voraussetzung sind.
Auch der Einwand der Kommissionsminderheit Ducret, dass damit im Verfahrensrecht zu stark in die Autonomie der Kan- tone eingegriffen werde, stösst ins Leere. Denn die gleichen Einwände könnten gegenüber den Menschenrechten, die in der Europäischen Menschenrechtskonvention umschrieben sind, und beispielsweise auch gegenüber den Verfahrens- rechten, wie sie in der bundesgerichtlichen Praxis zu Artikel 4 der Bundesverfassung festgelegt worden sind, die erst das rechtliche Gehör auf kantonaler Ebene durchgesetzt haben, vorgebracht werden. Wo es zur Durchsetzung von Grundrech- ten nötig ist - auch die sexuelle Integrität ist ein Grundrecht, ein wichtiges Grundrecht -, muss der Bund die Minimalanfor- derungen an Verfahren vorschreiben, wenn es nicht bei wohl- tönenden, aber letztlich leeren Bekenntnissen bleiben soll.
Nicht überzeugt sind wir einzig vom Vorschlag des Bundesra- tes, im Bundesstrafprozess und im Militärstrafprozess ge- wöhnliche Geschädigte den Opfern von Straftaten im Sinne des Opferhilfegesetzes gleichzustellen; wir werden aber, weil es sich dabei im Bundes- oder Militärstrafprozess um keine allzu wichtige Frage handelt, dazu keine Anträge stellen.
Es gibt einfach verschiedene Opferkategorien. Die Opfer sind von Straftaten in ihrer Persönlichkeit ganz unterschiedlich be- troffen und verdienen deshalb auch einen unterschiedlichen Schutz. Ein Lack- oder Karosserieschaden im Strassenver- kehr oder ein Vermögensdelikt dürfen nicht auf dieselbe Stufe gestellt werden wie Gewaltverbrechen gegen Leib und Leben und wie Verbrechen gegen die sexuelle Integrität. Abgesehen davon, dass die Vermögensschäden schon wegen des mögli- chen Versicherungsschutzes nicht dieselben Konsequenzen haben wie die Verletzung eines Menschen durch ein Sexual- oder ein Gewaltdelikt, muss nach wie vor auf einer Hierarchie der Delikte nach dem Eingriff in die Persönlichkeit beharrt wer- den. Opfer von Sexualdelikten und von Gewaltverbrechen ge- gen Leib und Leben brauchen dringend einen besseren Schutz auch im Strafverfahren. Bei Strassenverkehrs- und Ver- mögensdelikten besteht nicht dasselbe Schutzinteresse. Das müsste im Verfahrensrecht zum Ausdruck kommen.
Diese kleine abweichende Beurteilung in diesem Punkt, der aber nicht von übertrieben gravierender Bedeutung ist, ändert nichts daran, dass die Vorlage insgesamt gut und richtig ist
und unsere ganze Unterstützung verdient, einschliesslich der · Il faut noter toutefois qu'en ce qui concerne le financement de Ratifikation des Uebereinkommens.
M. Ducret: Lorsqu'en 1984, le peuple et les cantons avaient massivement adopté l'article 64ter de la constitution, le PDC avait déclaré qu'il était nécessaire et équitable qu'en complé- ment des justes efforts consentis en matière de prévention de la criminalité et de réinsertion sociale des délinquants, le droit
positif suisse, à l'instar de bien d'autres législations européen- nes, n'abandonne pas à leur sort les victimes d'infractions pé- nales violentes qui, soudainement et sans qu'aucune faute ne puisse leur être reprochée, se trouve plongées, dans une pro- fonde détresse morale et matérielle. Par souci de solidarité, conjugué à un impératif d'ordre social, il s'impose qu'un sou- tien moral et une aide économique soient accordés à ceux qui sont les victimes et dont il faut malheureusement reconnaître qu'ils sont trop souvent transformés en accusés, notamment dans les cas d'infractions de nature sexuelle.
Sur le principe donc, le groupe démocrate-chrétien approuve le projet de loi et, par la même occasion, la ratification de la Convention européenne relative au dédommagement des vic- times d'infractions violentes. Cette approbation comporte tou- tefois certaines réserves qui tiennent au fait que tant le do- maine de l'assistance sociale que celui de la procédure pé- nale, qui constituent deux des principaux volets du soutien que ce projet de loi tend à apporter aux victimes, sont fonda- mentalement des tâches ressortissant à la compétence légis- lative des cantons et qu'en dépit des buts de l'article 64ter de la constitution, il y a lieu, comme l'ont rappelé tout à l'heure la présidente et le rapporteur de la commission, de faire preuve d'une extrême retenue dans l'adoption de normes fédérales qui ne permettraient pas de tenir compte de l'importante va- riété des sensibilités cantonales. A cet égard d'ailleurs, les ré- sultats de la procédure de consultation furent significatifs. Les cantons, dans leur majorité, ont fait valoir que l'avant-projet de loi, qui n'a pas été fondamentalement modifié par le Conseil fédéral avant d'être soumis aux Chambres, est trop centralisa- teur, qu'il empiète excessivement sur le droit de procédure cantonale et qu'il porte atteinte à la souveraineté des cantons dans des domaines où certains d'entre eux ont accompli de remarquables efforts ces dernières années - je pense notam- ment à l'assistance sociale ou à l'assistance juridique. Ces cri- tiques ont également été exprimées par d'autres organismes et institutions consultés, de sorte qu'il est sans doute permis de dire que si les objectifs de la loi sont admis et partagés par tout un chacun, ou presque, en revanche les moyens d'y par- venir sont plus discutés, lorsqu'ils ne sont pas carrément dis- cutables.
Ces réserves de caractère général étant exprimées, il faut rap- peler que l'article 64ter de la constitution prévoit la mise en place d'un large système d'aide en faveur des victimes d'in- fractions qui ont causé une grave atteinte à leur vie et à leur in- tégrité corporelle, à laquelle d'ailleurs le Conseil fédéral a ajouté l'intégrité psychique et la commission l'intégrité sexuelle.
Ce qu'il est cependant important de souligner, c'est que cette aide ne doit pas se limiter à une indemnisation des victimes par l'Etat, celle-ci étant au demeurant subsidiaire par rapport au dédommagement matériel qu'elles peuvent recevoir du ou des auteurs de l'infraction, voire d'une assurance sociale ou privée. Cette aide doit également être de nature psychologi- que, grâce à une assistance destinée à permettre aux victimes de surmonter des difficultés d'ordre social, psychique et juridi- que, autant que matériel et physique. Il s'agit en quelque sorte de favoriser également la réinsertion sociale des victimes par une aide à court mais aussi à long terme dont l'objectif est de les prévenir d'une marginalisation ou de l'isolement dans les- quels l'infraction et ses conséquences directes et indirectes risquent de les plonger.
Ainsi que vous pouvez le constater, les modifications appor- tées par la commission au projet de loi sont peu nombreuses. Elles tendent à préciser certaines notions ou définitions, sans remettre fondamentalement en cause les propositions du Conseil fédéral relatives à la création de centres de consulta- tion cantonaux et à l'indemnisation des victimes.
ces mesures la commission a tenu à ce que la Confédération participe à la prise en charge de la formation du personnel des centres de consultation et des personnes chargées de l'aide aux victimes, de même qu'au financement proprement dit des centres de consultation. Par rapport au texte du projet, il existe des nuances d'importance en ce sens que ce n'est plus une faculté qui est accordée à la Confédération, mais qu'il lui est
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imposé l'obligation d'octroyer de telles aides, celles-ci n'étant par ailleurs plus limitées à une durée de six ans, notamment lorsqu'à la suite d'événements extraordinaires un canton doit supporter des frais qui excèdent ses capacités financières, principalement lorsqu'il s'agit pour ledit canton d'indemniser des victimes collectives, par exemple à la suite d'attentats ter- roristes.
Comme l'indiquait la présidente de la commission il y a quel- ques instants, ce projet de loi, qui n'a l'air de rien, introduit dans notre droit positif une notion nouvelle, certes déjà sanc- tionnée par la base constitutionnelle de l'article 64ter de la constitution. Il s'agit de reconnaître non pas le devoir de l'Etat d'assurer en toutes circonstances la sécurité des citoyens, mais ses obligations sociales d'équité et de solidarité à l'égard des victimes d'infractions pénales violentes.
En ce sens, le groupe démocrate-chrétien approuve l'entrée en matière, se réservant toutefois de contester telle ou telle dis- position lors de l'examen de detail de ce projet de loi.
Schmid: Vergehen und Verbrechen wurden von jeher geahn- det. Die Menschen empfanden Untaten als einen Verstoss ge- gen die göttliche Ordnung, welche durch bestimmte Vergel- tungsmassnahmen wieder ins Lot gebracht werden musste. Schon Hammurapi, der König von Babylonien - im Gebiet des heutigen Irak, notabene - verstand sich vor dreieinhalbtau- send Jahren als Gesetzesvollstrecker, der in Vertretung des Sonnengottes die durch Vergehen aus dem Gleichgewicht ge- ratene Ordnung zu korrigieren beauftragt war. Es ging bei sol- cher Bestrafung weder um Anliegen der Täter noch der Opfer. Als dann im Laufe eines langen Säkularisierungsprozesses mehr und mehr der Staat darüber zu wachen begann, dass die Gesetze, die er einführte, auch eingehalten wurden, galt all- mählich die Aufmerksamkeit dem Täter, der sich diesen über- individuellen Interessen der Gesellschaft widersetzte. Denn nun ging es darum, Menschen, die für Staat und Gesellschaft eine Gefahr darstellten, dingfest zu machen, sie durch Ab- schreckung vor ähnlichen Taten zurückzuhalten oder sie ganz einfach einzusperren oder zu töten, um die Gesellschaft künf- tig vor ihnen zu schützen. Auch da ging es nicht um die Proble- matik des Täters, und nach dem Opfer wurde auch nicht ge- fragt. Die Staaten wachten über die Einhaltung ihrer Gesetze, nicht vorwiegend über das Wohl einzelner Menschen.
Erst im Zeitalter der Aufklärung, mit dem aufkommenden Ge- danken der Menschenwürde, bereitete sich der Boden für ei- nen Strafvollzug vor, der auch dem Menschen, der sich eines Vergehens schuldig gemacht hat, grundsätzlich die Würde des Menschseins nicht absprach. Ende des 19. Jahrhunderts, mit den Anlage- und Milieutheorien der sich stark entwickeln- den naturwissenschaftlichen Forschung, verstärkte sich die Einsicht und die Erfahrung, dass blosse Abschreckung und Vergeltung, selbst in der extremen Form der Todesstrafe, nicht unbedingt Wirkung zeigten und dass den Gesetzesbrechern und der von ihnen bedrohten Mitwelt nicht geholfen war, wenn die Strafen in Kerkern verbüsst wurden und die Gefangenen dabei ohne erzieherische und therapeutische Hilfe blieben. Mehr und mehr bestand ein Interesse daran, Straffällige so zu behandeln und allenfalls nachzuerziehen, dass sie nicht mehr rückfällig wurden. Die tatsächlichen Bemühungen um einen Straf- und Massnahmenvollzug, der die Resozialisierung als wichtiges Ziel postulierte, setzten allerdings erst viel später ein, so dass die Praxis eines humanen Strafverfahrens weit hinter dem erstmals geäusserten Gedanken von Menschen- würde und Wiedereingliederung zurückblieb. Weil aber das künftige Wohl des Täters noch sehr stark zum Zweck der äus- seren Sicherheit der Gesellschaft postuliert wurde, vergass man bis in die neueste Zeit hinein weiterhin die Opfer, denn sie waren ja in keiner Weise eine öffentliche Gefährung und mithin zu vernachlässigen.
Immerhin hat die nähere Beschäftigung mit der Psyche und der Umwelt von straffällig gewordenen Menschen überhaupt erst den Gedanken genährt, dass ja allenfalls auch dem Opfer einer schweren Straftat in seinem harten menschlichen Schicksal noch nicht geholfen ist, wie erfolgreich auch immer der Strafvollzug sein mag. Wir dürfen uns also ruhig etwas dar- über wundern, dass das, was für Unfallopfer seit langem
selbstverständlich war, den Opfern von schweren Straftaten bis heute nicht zustand. Der Gedanke, selbst Unfallopfer zu werden, scheint uns offensichtlich naheliegender als die Vor- stellung, einem Verbrechen zum Opfer zu fallen, und zwar viel- leicht einfach deshalb, weil ersteres häufiger vorkommt und leider zur Alltäglichkeit geworden ist. Das ist psychologisch verständlich; ganz entschuldigen können wir es nicht.
Es ist also höchste Zeit, den Opfern schwerer Straftaten auch von Staates wegen Hilfe angedeihen zu lassen und dies nicht einfach der Barmherzigkeit der Bevölkerung und damit dem Zufall zu überlassen. Damit erhält nun die Strafgesetzgebung einen neuen Akzent, was seinen Niederschlag im vorliegen- den neuen Opferhilfegesetz und auch in zusätzlichen Ergän- zungen in der bereits bestehenden Strafgesetzgebung findet. Der Bundesrat hat uns - in Würdigung der Vernehmlassungs- ergebnisse und in Berücksichtigung eines ausgezeichneten Gutachtens von Martin Killias, Strafrechtsprofessor in Lau- sanne - einen guten Gesetzesentwurf vorgelegt, der in seinen Zielsetzungen und Regelungen die Forderungen der «Beob- achter»-Initiative noch übersteigt.
Die vorberatende Kommission unseres Rates hat sogar die bundesrätliche Fassung mit Ergänzungen und Mehrheitsbe- schlüssen qualitativ verbessert, und zwar u. a. in folgenden Punkten:
Dem Verhältnis zwischen Opfer und Täter wird zusätzlich Rechnung getragen, indem nicht nur der Täter dazu angehal- ten werden soll, selbst einen persönlichen Beitrag an die Wie- dergutmachung der Tat zu leisten, sondern es auch zur Regel werden soll, dass eine Konfrontation der beiden nur in Aus- nahmefällen veranlasst werden kann.
Die Opfer von Straftaten gegen die sexuelle Integrität kön- nen verlangen, dass nicht nur die Einvernahme, sondern auch das Untersuchungsverfahren von Angehörigen des gleichen Geschlechts durchgeführt wird und dem Gericht wenigstens eine Person des gleichen Geschlechts angehört. Auf Antrag des Opfers kann zudem die Oeffentlichkeit von den Gerichts- verhandlungen ausgeschlossen werden.
Bei der Uebernahme von Kosten durch die Beratungsstelle wird eine grosszügigere Regelung getroffen, indem neben Arzt- und Anwalts- auch Verfahrenskosten übernommen wer- den können.
Die ausdrückliche Schweigepflicht beratender Personen gilt auch nach Beendigung der Mitarbeit.
Die Gründe, weshalb diese Gesetzesregelungen auf Bun- desebene eingeführt und nicht den Kantonen selbst überlas- sen werden sollen, sind folgende: Es handelt sich hier um Neuland; daher ist es im Interesse einer einheitlichen Rege- lung und trägt einem entsprechenden Erfahrungshintergrund Rechnung, dass hier der Bund gesetzlich aktiv wird. Die über- · schaubare Zahl der Opfer lässt es zudem nicht zweckmässig erscheinen, 26 verschiedene kantonale Gesetze zu erlassen, weil dadurch ungleiche Behandlung und Ungerechtigkeiten der Beurteilung vorprogrammiert wären.
Weiter ist wichtig, dass das Gesetz möglichst rasch in Kraft tre- ten kann. Es hat lange genug gedauert, bis die Einsicht in die Notwendigkeit einer Hilfe an Opfer schwerer Straftaten gereift war. Wenn wir jetzt die Verantwortung noch an die Kantone de- legieren, dauert es noch einmal Jahre.
Die grüne Fraktion lehnt daher alle Minderheitsanträge Ducret ab, welche darauf ausgerichtet sind, kantonales Recht dort zu wahren, wo von Kantonen bis jetzt gar keine Gesetze veran- lasst worden sind. Wir unterstützen daher alle Ergänzungen der Kommission und die Anträge Ihrer Kommissionsmehrheit. Ich bitte Sie im Namen der einstimmigen grünen Fraktion, auf dieses Gesetz einzutreten.
Mme Antille: Il est assez curieux de constater que nous ayons attendu si longtemps pour prendre en compte les victimes d'infractions. En effet, il existe dans notre pays un fossé pro- fond entre les efforts entrepris en faveur des auteurs d'infrac- tions et leurs victimes. Il est donc temps d'apporter les correc- tions nécessaires et de réparer une certaine injustice. C'est le voeu du peuple suisse et des cantons qui ont très largement approuvé l'article 64ter de la constitution, demandant à la Confédération de fixer par voie législative les conditions d'aide
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aux victimes d'infractions intentionnelles contre la vie et l'inté- grité des personnes. Cette seule volonté populaire suffit à entrer en matière. C'est ce que fera le groupe radical.
Ce projet de loi s'articule autour de trois piliers importants. En ce qui concerne l'assistance et les conseils aux victimes, le groupe radical apprécie le fait qu'il soit laissé aux cantons le soin de mettre sur pied des centres de consultation privés ou publics là où ils n'existent pas encore. L'immédiateté et la gra- tuité de l'aide médicale, sociale, psychologique, juridique et matérielle méritent également notre approbation.
En matière de protection de la victime dans la procédure pé- nale, le groupe radical approuve pleinement toutes les mesu- res de discrétion à l'égard de la victime. Trop souvent, jusqu'ici, les victimes de violences ont aussi été les victimes d'un manque de circonspection, de délicatesse ou de réserve dans le cadre de la procédure pénale. Il est inacceptable que des victimes innocentes subissent un second traumatisme à cause de certaines procédures. Dans ce chapitre du reste, deux thèses s'opposent: certains souhaiteraient que la législa- tion cantonale seule fixe les droits de la victime à tous les sta- des de la procédure pénale; d'autres préféreraient laisser à la Confédération le soin de légiférer, de manière à respecter à travers le pays une certaine uniformité afin d'améliorer la posi- tion de la victime à l'échelon suisse.
L'article 64ter de la constitution permet à la Confédération d'obliger les cantons à apporter des aménagements à leur procédure pénale lorsque cela s'avère nécessaire pour garan- tir l'application du droit pénal de fond. Face à ces deux possi- bilités, le groupe radical se déclare favorable à une solution mettant toutes les victimes sur pied d'égalité. Il laisse donc à la Confédération le soin de délibérer et de dicter aux cantons les règles minimales.
Pour ce qui est de l'indemnisation et de la réparation morale, il faut bien constater que le droit positif ne garantit pas toujours une couverture suffisante et rapide des dommages subis par les victimes. Il est donc juste que la loi qui nous occupe com- ble ces lacunes et assure aux victimes une réparation effective dans un délai raisonnable. L'aide financière apportée par l'Etat reste bien entendu une exception, elle est subsidiaire par rap- port à d'autres possibilités qu'a la victime d'obtenir réparation. Dans ce sens, le groupe radical-démocratique se déclare d'accord avec le principe de l'indemnisation. Par contre, il émet des critiques face à la proposition qui consiste à créer une commission fédérale de recours en matière d'indemnisa- tion. Les cantons nous paraissent parfaitement équipés pour désigner eux-mêmes une instance de recours, mais nous re- viendrons sur ce sujet lors de la discussion par articles.
En conclusion, le groupe radical se prononce pour l'entrée en matière.
Maeder: Die schwache Stellung des Opfers im Strafverfahren hat immer wieder zu schreienden Ungerechtigkeiten geführt. Die Gesetze sind bis heute täterorientiert. Der Täter erfährt Zu- wendung. Für ihn interessieren sich Polizisten, Untersu- chungsrichter, Richter und Psychiater. Das Opfer steht im dun- keln und weiss oft kaum, wie es zu seinem Recht kommen kann. Der «Beobachter», dessen langjährige Unterstützung für hilflose Opfer unseren Dank verdient, hat mit der von ihm veranlassten Volksinitiative den Grundstein für das hier vorlie- gende Gesetz gelegt.
In der Vernehmlassung ist von verschiedenen Kantonen ge- rügt worden, dass dieses Gesetz zu sehr in kantonales Recht eingreife. Das Gutachten Martin Killias vom Oktober 1986 zu- handen des EJPD kommt aber zum Schluss, dass eine rasche Verbesserung der Benachteiligung des Opfers während der Strafuntersuchung über kantonale Revisionen langwierig wäre, was im Klartext wohl nichts anderes bedeutet, als dass dieser Weg eine Lösung auf den Sankt-Nimmerleins-Tag ver- schieben würde.
Killias begründet seine Vermutung wie folgt: «Anlass zur Skep- sis gibt der Umstand, dass die Vorbereitung von Revisionen der Strafprozessordnung überall fast ausschliesslich eine Sa- che der am Strafverfahren beteiligten Praktiker ist. Unter die- sen zeigen sich im allgemeinen die Anwälte, die in der Schweiz im Strafprozess fast nur als Verteidiger in Erschei-
nung treten, vor allem am Ausbau der Rechte des Beschuldig- ten interessiert, während die Richter, Staatsanwälte, Untersu- chungsrichter, Polizeioffiziere usw. vor allem nach der Straf- fung des Verfahrens streben. Die Opfer haben keine Lobby. Die Opfer sind bei Verbrechen wie auch bei Unfällen stets die 'andern'.»
Das Gesetz, das hier vorliegt, entspricht den Bedürfnissen die- ser «andern» im hohen Masse: So stimmen ihm auch die Op- ferhilfeorganisationen und weitere soziale Institutionen zu. Das Gesetz geht - wahrlich ein seltener Fall - über die Forde- rungen der Volksinitiative ein gutes Stück hinaus.
Die nationalrätliche Kommission hat den Schutz für die Opfer von Sexualdelikten noch stärker ausgebaut. So soll auf Antrag des Opfers die Oeffentlichkeit beim Prozess ausgeschlossen werden können, und die Opfer von Straftaten gegen die sexu- elle Integrität können verlangen, dass dem urteilenden Gericht wenigstens eine Person gleichen Geschlechts angehört. Diese Bestimmung - in Artikel 9bis festgehalten - kam aller- dings knapp mit dem Stichentscheid der Präsidentin zu- stande.
Wir halten diesen Artikel 9bis für sehr, sehr wichtig. Reine Män- nergerichte - und mögen sie noch so honorig sein - sind nicht immer in der Lage, zum Beispiel bei Vergewaltigungen, die traurige Lage des Opfers auch aus der Sicht des Opfers zu ver- stehen und zu würdigen.
Ich bitte Sie im Namen der LdU/EVP-Fraktion, der Kommission und dem Bundesrat zu folgen und alle das Gesetz verwäs- sernde Minderheitsanträge abzuweisen. Selbstverständlich stimmen wir auch dem Bundesbeschluss über das Europäi- sche Uebereinkommen über die Entschädigung für Opfer von Gewalttaten zu.
M. Gros: En 1984, lors du vote populaire sur l'article constitu- tionnel concernant l'indemnisation des victimes d'actes de violence, le Parti libéral suisse avait recommandé de voter non. Ce n'était pas que nous étions opposés à ce que l'on se préoccupât enfin des victimes dans notre ordre judiciaire, c'était avant tout pour des motifs fédéralistes. Nous pensions en effet que l'aide aux victimes était l'affaire des cantons qui sont en général plus proches des cas douloureux à régler.
L'article constitutionnel a été très largement approuvé en vote populaire. Il convient donc maintenant d'entrer en matière sur le projet proposé. Il reste cependant que les réserves que nous exprimions à l'époque sont encore valables aujourd'hui. Nous y reviendrons. Le groupe libéral approuve dans les gran- des lignes ce projet de loi qui est le fruit d'une large consulta- tion dont il a été tenu compte dans une bonne mesure. C'est ainsi que, par rapport à l'avant-projet, le système mis en place s'est considérablement allégé, ce qui, dans un domaine aussi délicat, ne peut que faciliter sa mise en oeuvre.
Le groupe libéral soutient également la volonté du Conseil fé- déral de donner à l'aide aux victimes l'acception la plus large, c'est-à-dire ne se limitant pas à l'aspect pécuniaire mais com- prenant un appui à tous les stades. Au moment des faits tout d'abord, où la victime est le plus souvent désemparée, inter- viennent les conseils, les aides médicales et psychologiques urgentes, les informations sur certains droits dont la victime ignore l'existence. Le projet à ce stade tient compte dans une large mesure de ce qui existe déjà dans les cantons.
En ce qui concerne la procédure ensuite, la personnalité de la victime doit être protégée au maximum dans les limites qu'im- pose la recherche de la vérité. Enfin, le projet prévoit l'indemni- sation de la victime conformément à l'article constitutionnel.
L'ensemble de ce projet va donc bien au-delà de la convention européenne qu'on nous propose de ratifier et le groupe libéral ne peut que s'en féliciter. D'où vient alors que notre groupe doit exprimer certaines réserves? Dans la section 3, relative à la protection de la victime dans la procédure pénale, le projet fait preuve d'un interventionnisme abusif. Il se mêle de chan- ger les procédures pénales cantonales alors que la constitu- tion accorde expressément cette compétence aux cantons. C'est à nos yeux une atteinte au fédéralisme que nous ne sau- rions admettre, ce d'autant qu'elle n'est pas utile à une meil- leure protection de la victime. La procédure pénale est un do- maine où s'expriment largement les diverses sensibilités de
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Aide aux victimes d'infractions
nos cantons. Les débats dans les Grands Conseils en font foi. Que la Confédération l'impose nous paraît maladroit et sans nécessité. Il serait de loin préférable de s'en tenir à l'édiction de principes pour ensuite inciter les cantons à modifier leur procédure. C'est l'objet des diverses propositions de minorité dont le porte-parole est M. Ducret. Le groupe libéral les sou- tiendra. Il soutiendra également, à l'article 16, la proposition vi- sant à supprimer la Commission fédérale de recours. Mais, pour le moment, il vous invite à entrer en matière sur ce projet.
Bundesrat Koller: Mit seltener Einmütigkeit haben Volk und Stände im Dezember 1984 dem Bund den Auftrag erteilt, ein Opferhilfegesetz zu erlassen. 84 Prozent der Stimmenden so- wie sämtliche Kantone stimmten für diesen Verfassungsauf- trag.
Auslöser war bekanntlich eine Volksinitiative, die dann aber zu- rückgezogen wurde, als Bundesrat und Parlament einen Ge- genvorschlag ausgearbeitet haben, der sogar noch weiter geht als die Initiative. Das dürfte im übrigen in der Geschichte der Gegenvorschläge ein Novum sein.
Während die Initiative nämlich lediglich eine finanzielle Ent- schädigung der Opfer vorsätzlicher schwerer Delikte ver- langte, waren Bundesversammlung und Bundesrat der An- sicht, dass sich eine sinnvolle Opferhilfe nicht auf Geld allein beschränken dürfe, sondern dass vielmehr auch eine morali- sche Hilfe und eine bessere Berücksichtigung der Opfer im Strafverfahren dazugehöre.
Welche Neuerungen bringt dieses neue Bundesgesetz? Ein- mal lenkt es den Blick vom Täter zum Opfer: Unser Strafrecht und unser Strafprozessrecht - wie bereits ausgeführt wurde - sind weitestgehend täterorientiert. Der Täter wird gesucht, ge- würdigt, bestraft, wieder in die Gesellschaft eingegliedert so- wie wissenschaftlich und publizistisch bearbeitet. Das Opfer findet in diesem Prozess kaum Beachtung.
Es ist wohl nicht zufällig, dass eine internationale Studie, die in der Schweiz aufgrund von 1000 Befragungen die Opfersitua- tion beurteilte, feststellen musste, dass im Jahre 1988 null Pro- zent jener Befragten, die Opfer einer Straftat geworden waren, eine Hilfe erhielten, aber 40 Prozent rückblickend eine solche gewünscht hätten. Zwar gibt es verschiedene private Organi- sationen, die sich für Opfer engagieren, wie Frauenhäuser, pri- vate Beratungsstellen usw., aber insgesamt ist das soziale Netz für die Opfer heute noch ungenügend. Erst in jüngster Zeit haben einzelne Kantone und Gemeinden begonnen, die- ses Netz zu verbessern. Es ist mit ein Verdienst der «Beobach- ter»-Initiative, dass ·man sich nun vermehrt dem Opfer zu- wendet.
Die zweite Neuerung ist die Verwirklichung einer ganzheitli- chen Opferhilfe. Verbrechensopfer sind vielschichtig betrof- fen. Sie brauchen Soforthilfe für sich und Angehörige (ärztli- che Hilfe, juristische Hilfe, Sorge für Kinder usw.), aber noch schwieriger ist es oft, langfristig die psychischen Folgen der Straftat zu heilen. Sie brauchen Hilfe in der Auseinanderset- zung mit dem Täter, insbesondere im Strafprozess, und schliesslich sind auch die finanziellen Folgen der Tat zu re- geln. Nicht nur der Täter, auch das Opfer bedarf nach schwe- ren Straftaten einer sozialen Wiedereingliederung. Das Gesetz soll deshalb die Grundlagen für eine ganzheitliche, interdiszi- plinäre Opferpolitik schaffen. Verschiedene Stellen, Behör- den, Richter und Private müssen koordiniert zusammenwir- ken, um dem Opfer zu ermöglichen, die Folgen der Straftat zu überwinden.
Wir sind zwar mit der Opferhilfe gegenüber anderen Staaten im Rückstand, aber wir haben von ihren Erfahrungen gelernt: Der koordinierte Einsatz verschiedener Instrumente im Inter- esse einer umfassenden Opferhilfe stellt in der europäischen Gesetzgebung eine Pionierleistung dar. Er wird auch in der in- ternationalen Fachwelt mit Interesse verfolgt.
Die von uns vorgeschlagene Opferhilfe ruht auf drei Pfeilern: Der erste Pfeiler ist die Beratung und Betreuung der Opfer. Hier räumt die Vorlage den Kantonen eine möglichst grosse Flexibilität ein, die ihnen erlaubt, für ihren Kanton oder, was nun im Gesetz präzisiert wird, auch gemeinsam mit anderen Kantonen eine massgeschneiderte Lösung zu finden.
Die Regelung des Opferhilfegesetzes beschränkt sich auf zwei Artikel, welche die Aufgaben der Beratungsstellen umschrei- ben und die Schweigepflicht verankern. Einzige organisatori- sche Vorschrift ist die Bestimmung, dass die Beratungsstellen rund um die Uhr erreichbar und einsatzfähig sein müssen - denn Straftäter halten sich bekanntlich nicht an Bürozeiten, und gerade in den Stunden unmittelbar nach der Straftat ist es für das Opfer besonders wichtig, ein Anlaufstelle zu haben. Als Leitbild für die Organisation der Beratungsstellen soll nach unseren Vorstellungen eine möglichst unbürokratische, opfer- nahe Betreuung dienen. Bestehende Strukturen sollen ge- nützt werden. Es ist möglich und oft sinnvoll, die Betreuung der Opfer im Sinne einer integrierten Fürsorge mit anderen, verwandten Betreuungsaufgaben zusammenzulegen. Auch können private Organisationen beigezogen werden. Die Be- treuer sollen jedoch besonders für ihre Aufgabe ausgebildet werden. Der Bund kann den Aufbau der Beratungsstellen und die Ausbildung des Betreuungspersonals mit Finanzhilfen un- terstützen.
Der zweite Pfeiler betrifft die Stellung des Opfers im Strafver- fahren. Hier sind zweifellos die heikelsten rechtlichen Pro- bleme zu lösen. Einerseits ist Rücksicht zu nehmen auf das kantonale Prozessrecht, anderseits muss so gut als möglich sichergestellt werden, dass das Opfer nicht im Strafverfahren ein zweites Mal vor allem psychisch geschädigt wird. Eine sol- che Schädigung kann beispielsweise dann eintreten, wenn bei der Befragung der Opfer von Sexualdelikten die Täter- und Opferrollen praktisch vertauscht werden; eine Problematik, auf die in diesem Rat anlässlich der Debatte über die Revision des Sexualstrafrechts eindringlich hingewiesen wurde. Aber auch bei weniger schwerwiegenden und aufsehenerregen- den Straftaten kann das Strafverfahren für das Opfer eine schwere Belastung bedeuten. Die Beseitigung dieser soge- nannten sekundären Viktimisierung muss ein zentrales Anlie- gen jeder sinnvollen Opferhilfe sein. Ich glaube, es ist uns ge- lungen, für diesen Bereich eine Lösung zu finden, die den Schutz des Opfers im Strafverfahren deutlich verbessert, die sich aber gleichzeitig gut in die vielfältige Landschaft der kan- tonalen Strafverfahrensordnungen einpasst.
Der bundesrätliche Entwurf versucht dabei nicht, den 26 kan- tonalen und zwei eidgenössischen Strafprozessordnungen. noch eine weitere, umfassende Verfahrensordnung für Verbre- chensopfer anzufügen. Er beschränkt sich auf fünf Eckpfeiler, die für das Opfer von zentraler Bedeutung sind. Sie betreffen den Persönlichkeitsschutz und die Stärkung der verfahrens- rechtlichen Stellung. Man hat sich bemüht, Lösungen zu wäh- len, die in der Mehrzahl der Kantone, oder doch wenigstens in einigen Kantonen, bereits bestehen. Insofern konnte man auf Erprobtem aufbauen. Die Kantone können diese Eckpfeiler im Verfahrensrecht direkt anwenden oder sie in ihr eigenes Pro- zessrecht überführen. Ihr Rechtsetzungsaufwand hält sich da- mit in engen Grenzen.
Die verfahrensrechtlichen Bestimmungen waren zwar in der Vernehmlassung umstritten. Namentlich einzelne Kantone äusserten Zweifel an der Zulässigkeit und an der Opportunität dieses Eingriffes in das kantonale Strafverfahrensrecht. Um- gekehrt wurden diese Bestimmungen, insbesondere von sei- ten der Organisationen der Opfer- und Sozialhilfe, als Kern- stück des Gesetzes bezeichnet, auf das keinesfalls verzichtet werden könne. Der Bundesrat teilt diese Ansicht. Die prozes- suale Besserstellung des Opfers ist ein zentrales und unver- zichtbares Element dieses Gesetzes. Sie wird - anders als bei- spielsweise die Entschädigung, die voraussichtlich nur von re- lativ wenigen Opfern anbegehrt werden dürfte - für eine grosse Anzahl von Opfern eine spürbare Besserung bringen. Sie entspricht daher einem dringenden Bedürfnis; gerade für den Bereich der Sexualdelikte wird dies besonders deutlich. Dieser Teil des Gesetzes ist aber auch verfassungsmässig ab- gesichert: Schon in der bundesrätlichen Botschaft zum Verfas- sungsartikel wie auch in den Räten haben wir darauf hingewie- sen, dass der Bundesgesetzgeber gestützt auf den neuen Ver- fassungsartikel unter anderem Vorschriften über die Anpas- sung des Strafverfahrens mit dem Ziel einer Verbesserung der Stellung des Opfers im polizeilichen und gerichtlichen Verfah- ren erlassen kann.
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Wenn wir daher den kritischen Stimmen im Grundsatz nicht folgen konnten, so haben wir ihnen doch, was die Ausgestal- tung der Regelung betrifft, in verschiedenen Punkten Rech- nung getragen: Die prozessualen Vorschriften wurden ge- genüber dem Vernehmlassungsentwurf wesentlich reduziert; insbesondere wurde darauf verzichtet, dem Opfer im Strafver- fahren generell die gleichen Teilnahmerechte einzuräumen, wie sie der Angeschuldigte hat. Auch auf Bestimmungen über Kosten und Entschädigung im Strafverfahren wurde ver- zichtet.
Ueberdies wird es den Kantonen freigestellt, ob sie im Straf- mandatsverfahren, das vor allem bei weniger schwerwiegen- den Delikten eine grosse praktische Bedeutung hat, Zivilan- sprüche zulassen wollen. Die Bundesregelung - und darauf muss hier ausdrücklich hingewiesen werden - hat damit nicht mehr den Charakter einer «flächendeckenden» strafverfah rensrechtlichen Regelung, sondern gleicht eher einem Grund- rechtskatalog der Opfer von Gewaltverbrechen. Sie garantiert dem Opfer punktuell jene Persönlichkeits- und Verfahrens- rechte, die uns zur Wahrung seiner Würde, aber auch seiner materiellen Ansprüche gegenüber dem Täter als unverzicht- bar erscheinen.
In zwei Punkten wurde dieser Katalog gegenüber der Ver- nehmlassungsvorlage ergänzt: Opfer sollen das Recht haben, die Aussage zu verweigern, wenn Fragen ihre Intimsphäre tan- gieren, und Opfer von Sexualdelikten können verlangen, von Angehörigen ihres Geschlechts vernommen zu werden.
Der letzte, dritte Pfeiler ist die Entschädigung der Opfer. Die noch vorhandenen Lücken im Haftpflicht- und Versicherungs- recht sollen geschlossen werden, beispielsweise wenn der Tä- ter unbekannt oder zahlungsunfähig ist; auch müssen die oft langen Wartezeiten auf Schadenersatzleistungen überbrückt werden. Anders als im Bereich der Beratung und der Verfah- rensrechte wurde für den Bereich der Entschädigung grund- sätzlich eine einheitliche bundesrechtliche Ordnung ange- strebt. Schon die Verfassung stellt hier gewisse Leitlinien auf. Sie spricht von einer angemessenen Entschädigung, die da- von abhängig ist, dass das Opfer infolge der Straftat in wirt- schaftliche Schwierigkeiten geraten ist. Auch konnte man hier nicht auf bestehendes kantonales Recht aufbauen. Es wäre deshalb ein unverhältnismässiger gesetzgeberischer Auf- wand, wenn für dieses kleine Spezialgebiet 26 kantonale Ord- nungen aufgestellt werden müssten, da sich alle sehr ähnlich wären. Aber die notwendige Flexibilität wird hier dadurch ge- schaffen, dass den Rechtsanwendungsbehörden der Kan- tone ein beträchtlicher Ermessensspielraum eingeräumt wird, damit sie dem Einzelfall gerecht werden können. Auch die Möglichkeit, eine Genugtuung auszurichten, schafft Spiel- raum, um dem Einzelfall gerecht zu werden; so z. B. bei den Sexualdelikten, wo der materielle Schaden neben dem imma- teriellen oft kaum ins Gewicht fällt.
Ursprünglich war neben diesen drei Pfeilern - Beratungsstel- len, Stellung im Strafverfahren und angemessene Entschädi- gung - noch ein vierter vorgesehen, nämlich die bessere Be- rücksichtigung der Anliegen der Opfer im Strafrecht. Auf die- sen Pfeiler ist nach dem Vernehmlassungsverfahren mit Aus- nahme von zwei weniger weitreichenden Bestimmungen ver- zichtet worden. Diese Anliegen sollen im Rahmen der Revision des Allgemeinen Teils des Strafgesetzbuches weiterverfolgt werden, weil sich hier immer auch zentral allgemeine Pro- bleme des Strafrechts stellen, so etwa bei der Frage, ob im In- teresse des Opfers mehr Antragsdelikte eingeführt werden sollen und ob die Wiedergutmachung als eine besondere Strafform eingeführt werden soll.
Die hier vorgeschlagene Opferhilfe dürfte jährlich für Bund und Kantone rund 10 bis 15 Millionen Franken Kosten verursa- chen. Das ist ein kleiner Bruchteil dessen, was für die Verfol- gung, die Verurteilung und den Strafvollzug der Täter ausge- geben werden muss. Allein die jährlichen Betriebsdefizite der Strafanstalten machen mehr als 100 Millionen Franken aus. Der Bund soll sich an diesen Kosten - nach dem Entwurf des Bundesrates - mit zeitlich unbeschränkter Finanzhilfe für die Ausbildung der Betreuerinnen und Betreuer sowie mit einer auf sechs Jahre befristeten Finanzhilfe für den Aufbau der Be- ratungsstellen beteiligen. Die Aufwendungen für Entschädi-
gung und Genugtuung werden dagegen von den Kantonen getragen.
Mit der vom Bundesrat vorgeschlagenen Finanzierungsrege- lung soll sichergestellt werden, dass die Kantone in der relativ kostenintensiven Aufbauphase eine substantielle Unterstüt- zung erhalten. Wenn für die Ausbildungshilfe keine zeitliche Beschränkung vorgesehen ist, so deshalb, weil es hier nicht allein um Finanzhilfen an die Kantone geht, sondern auch die Möglichkeit bestehen soll, gesamtschweizerische oder regio- nale Ausbildungskurse privater oder interkantonaler Institutio- nen zu unterstützen.
Mit dem vorgeschlagenen Beitritt zum Europäischen Ueber- einkommen über die Entschädigung für Opfer von Gewaltta- ten schliesslich kann innerhalb der Vertragsstaaten Freizügig- keit für Entschädigungsleistungen verwirklicht werden. Der Gesetzentwurf entspricht den Anforderungen des Ueberein- kommens wie auch den Empfehlungen des Europarates über die Stellung und Unterstützung der Opfer. Er geht in einigen Punkten sogar über die Mindestanforderungen des Ueberein- kommens hinaus.
Ich möchte diesen Ueberblick mit einigen Bemerkungen zu den Vorschlägen Ihrer Kommission schliessen. Vorab danke ich der Präsidentin und der Kommission für die gründliche Be- arbeitung und die gute Aufnahme der ganzen Vorlage. Der Bundesrat hat mit grosser Befriedigung davon Kenntnis ge- nommen, dass die Kommission mit ihren Anträgen die Anlie- gen des bundesrätlichen Entwurfes zustimmend aufgenom- men und in verschiedenen Punkten verdeutlicht und noch ver- stärkt hat. Wir stehen den beantragten Aenderungen daher grundsätzlich positiv gegenüber.
Immerhin möchte ich schon hier auf zwei mir delikat erschei- nende Punkte hinweisen:
Der erste betrifft das Verfahrensrecht. Nach Ansicht der Kom- missionsmehrheit soll das Opfer verlangen können, dass dem urteilenden Gericht eine Person des gleichen Geschlechts an- gehört. Ich habe an sich grosse Sympathie für dieses Anlie- gen, das sachlich zweifellos sehr berechtigt ist. Es ist in der Tat bedauerlich, dass in unserem Lande in sehr vielen Gerichten leider noch keine Frauen vertreten sind. Andererseits beste- hen aber doch Bedenken, ob wir mit diesem Schritt, der weit über den Bereich der Opferhilfe hinaus erhebliche praktische Konsequenzen auf Wahl und Organisation der Gerichte haben dürfte, nicht zu stark in die kantonale Autonomie eingreifen. Denken Sie vor allem an Gerichte, die vom Volk gewählt wer- den. Der Gedanke, dass der Bund hier im Extremfall vor- schreibt, wie gewählt werden muss, weckt föderalistisches Un- behagen. Immerhin würde damit erstmals eine Art Quotenre- gelung eingeführt - und das ist eben der entscheidende Punkt -, nicht oder nicht primär für Organe des Bundes, sondern für kantonale Gerichte. Ist es da politisch nicht klüger, die unbe- dingt nötige Verstärkung der Frauenpräsenz in den Gerichten den Kantonen zu überlassen?
Ein zweiter Punkt, den ich schon hier ansprechen möchte, be- trifft die Regelung der Finanzierung. Anliegen des bundesrätli- chen Entwurfes war es, eine einfache, mit wenig Verwaltungs- aufwand realisierbare Lösung zu finden und soweit als mög- lich auf die Einführung neuer Bagatellsubventionen zu ver- zichten.
Ihre Kommission schlägt nun vor, die auf sechs Jahre befri- stete Aufbauhilfe des Bundes durch eine unbefristete pau- schale Finanzhilfe an die Kosten der Beratungsstellen zu er- setzen. Ich habe an sich Verständnis dafür, dass Sie als Vertre- ter auch Ihrer Kantone gerne eine dauernde Unterstützung se- hen würden, muss hier aber doch darauf hinweisen, dass da- mit im Bereich der Sozialhilfe in einem genuin kantonalen Be- reich eine neue Subvention geschaffen würde, die für die ein- zelnen Kantone betragsmässig kaum ins Gewicht fällt, aber für beide Beteiligten - Bund und Kantone - einen erheblichen Verwaltungsaufwand verursacht. Seitens des Bundesrates stehen wir daher einer zeitlich unbefristeten Subvention für die Kosten der Beratungsstellen mit Skepsis gegenüber.
Gestatten Sie mir zum Abschluss einen kurzen Blick auf die Zukunft: Der Gesetzentwurf ist ein erster Schritt in Richtung Aufbau der Opferhilfe. Wir rechnen mit ungefähr 10 000 Ver- brechensopfern jährlich, die unter das neue Gesetz fallen. Viel-
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leicht ein Drittel davon wird die Betreuung in Anspruch neh- men, die Hälfte wird von den strafprozessualen Bestimmun- gen profitieren können, und nur etwa 1 bis 2 Prozent - also jährlich 100 bis 200 Opfer - werden eine Entschädigung nötig haben und beanspruchen können.
Allein diese Zahlen, die auf groben Schätzungen beruhen, zei- gen, wo die Schwerpunkte der Hilfe liegen. Man darf jedenfalls die Entschädigung nicht überbewerten, weder in ihrer Bedeu- tung für die Opfer noch bezüglich der Kostenfolgen für die Kantone.
Die Kantone können sodann die Hilfe weiter ausbauen. Sie können beispielsweise neben den Verbrechensopfern auch andere Opfer, z. B. Opfer von Unglücksfällen, in ihre Hilfe mit- einbeziehen oder den Opfern im Strafprozess grundsätzlich die gleichen Rechte einräumen, wie sie heute schon dem Tä- ter zustehen. Damit würde die Schaffung von zwei Opferkate- gorien vermieden, die von der Bundesverfassung allerdings indiziert wird, weil sich die Bundeskompetenz auf Opfer von Straftaten gegen Leib und Leben beschränkt.
Der Bund geht übrigens in seinen beiden Strafprozessordnun- gen mit dem guten Beispiel voran, indem hier grundsätzlich al- len Geschädigten die gleichen Verfahrensrechte zugestanden werden. Der Bund kann sich in diesem Bereich auf seine ei- gene Prozessrechtskompetenz stützen und ist daher nicht an die Schranken von Artikel 64ter der Bundesverfassung gebun- den.
Auch auf Bundesebene wird sich das Recht weiterentwickeln. So stehen beispielsweise im Rahmen der Revision des Allge- meinen Teils des Strafgesetzbuches Bestimmungen zur Dis- kussion, die auch die Position des Opfers verbessern, wie z. B. die Einführung der Wiedergutmachung als Sanktion und die Möglichkeit der Strafbefreiung, wenn der Täter den Schaden wiedergutgemacht hat. Mit der heutigen Gesetzesvorlage wird jedoch der erste entscheidende Schritt für eine wirksame Op- ferhilfe getan.
Ich bitte Sie daher mit den Sprechern Ihrer Fraktionen, auf die Vorlage einzutreten.
Eintreten wird ohne Gegenantrag beschlossen Le conseil décide sans opposition d'entrer en matière
Detailberatung - Discussion par articles
A. Bundesgesetz über die Hilfe an Opfer von Straftaten (Opferhilfegesetz, OHG) A. Loi fédérale sur l'aide aux victimes d'infractions (LAVI)
Titel
Antrag der Kommission .... Opfer von schweren Straftaten
Titre
Proposition de la commission .... victimes d'infractions graves
Frau Stamm, Berichterstatterin: Ich möchte kurz etwas zur Aenderung des Titels sagen, welche die Kommission vorge- nommen hat. Der Bundesrat hat uns vorgeschlagen, das Ge- setz «Bundesgesetz über die Hilfe an Opfer von Straftaten» zu nennen. Das könnte auf den ersten Blick den Anschein er- wecken, als ob diese Opferhilfe für alle Opfer von Straftaten gemeint sei. Das ist sie aber nicht. Im Bundesverfassungsarti- kel heisst es: «Opfer von Straftaten gegen Leib und Leben». Straftaten gegen Leib und Leben sind im ersten Titel des Straf- gesetzbuches umschrieben. Das ist aber auch nicht gemeint. Die Opferhilfe geht über diese Straftaten gegen Leib und Le- ben im engeren Sinne hinaus, kann zum Beispiel Opfer von Sexualdelikten umfassen. Es geht um Straftaten, die eine schwere Beeinträchtigung der Persönlichkeit und eine Gefähr- dung von Leib und Leben bewirken. So haben wir uns dann nach langer Diskussion dafür entschieden, das Gesetz «Bun- desgesetz über die Hilfe an Opfer von schweren Straftaten» zu nennen. Zuhanden des Protokolls möchte ich feststellen, dass dieser Begriff etwas unscharf ist.
M. Béguelin, rapporteur: Je ferai une brève précision en ce qui concerne le titre de la loi - Aide aux victimes d'infractions. Il ne s'agit bien évidemment pas de toutes les infractions, il s'agit de celles qui touchent la personnalité et la sphère intime des victimes. C'est pour cette raison que la commission, après une longue discussion, a modifié le titre en précisant «aux victi- mes d'infractions graves», la gravité étant définie précisément par les atteintes à la personnalité et à la sphère intime des per- sonnes concernées.
Angenommen - Adopté
Ingress Antrag der Kommission Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates
Préambule Proposition de la commission Adhérer au projet du Conseil fédéral
Angenommen - Adopté
Art. 1 Antrag der Kommission ... Opfern von schweren Straftaten ...
Art. 1 Proposition de la commission .... d'infractions graves et à . ...
Angenommen - Adopté
Art. 2 Antrag der Kommission Abs. 1
.... körperlichen, sexuellen oder psychischen .... Abs. 2 Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates
Art. 2
Proposition de la commission Al. 1
.... corporelle, sexuelle ou psychique .... Al. 2 Adhérer au projet du Conseil fédéral
Angenommen - Adopté
Art. 3 Antrag der Kommission Abs. 1
Beratungsstellen. Solche Beratungsstellen können ihre Tä- tigkeit in mehreren Kantonen ausüben. Abs. 2, 3 Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates Abs. 4
.... übernehmen weitere Kosten, wie Arzt-, Anwalts- und Ver- fahrenskosten, soweit Abs. 5
Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates
Art. 3 Proposition de la commission Al. 1
.... d'activité. Ces centres de consultation peuvent étendre leur activité à plusieurs cantons. Al. 2, 3
Adhérer au projet du Conseil fédéral Al. 4
.... à leur charge d'autres frais, comme les frais médicaux, les frais d'avocat et les frais de procédure, dans la mesure ....
Al. 5
Adhérer au projet du Conseil fédéral
Angenommen - Adopté
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Hilfe an Opfer von Straftaten
Art. 4 Antrag der Kommission Abs. 1 Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates Abs. 1bis (neu)
. Die Schweigepflicht gilt auch nach Beendigung der Mitarbeit für die Beratungsstelle. Abs. 2, 3 Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates
Art. 4 Proposition de la commission Al. 1 Adhérer au projet du Conseil fédéral Al. 1bis (nouveau) L'obligation de garder le secret subsiste même après que le travail pour le centre de consultation a pris fin.
Al. 2, 3 Adhérer au projet du Conseil fédéral
Angenommen - Adopté
Art. 4bis (neu) Antrag der Kommission Mehrheit Ablehnung des Antrages der Minderheit Minderheit (Ducret, Aubry, Bürgi, Gros, Revaclier, Wyss William) Titel Aufgaben der Polizeiorgane Abs. 1
Die Polizeiorgane informieren das Opfer bei der ersten Einver- nahme über die Beratungsstellen.
Abs. 2
Sie übermitteln Name und Adresse des Opfers einer Bera- tungsstelle. Sie weisen das Opfer darauf hin, dass es die Uebermittlung ablehnen kann.
Eventualantrag Zölch
(für den Fall, dass die Artikel 4bis und 6 in der Fassung der Minderheit angenommen werden)
Abs. 3 (neu)
Die Opfer von Straftaten gegen die sexuelle Integrität können verlangen, dass sie von Angehörigen des gleichen Ge- schlechts einvernommen werden. Das gilt auch für das Unter- suchungsverfahren.
Art. 4bis (nouveau) Proposition de la commission Majorité Rejeter la proposition de la minorité Minorité (Ducret, Aubry, Bürgi, Gros, Revaclier, Wyss William) Titre Tâches des organes de police
Al. 1
Les organes de police informent la victime, lors de sa première audition, de l'existence des centres de consultation.
AI. 2
Ils transmettent à un centre de consultation les noms et adresse de la victime. Auparavant, ils auront indiqué à celle-ci qu'elle peut refuser cette communication.
Proposition subsidiaire Zölch
(au cas où les articles 4bis et 6 seraient adoptés dans la ver- sion de la minorité) Al. 3 (nouveau)
Les victimes d'atteintes d'ordre sexuel peuvent exiger d'être interrogées par des personnes du même sexe qu'elles. Il va de même pour la procédure d'instruction.
Präsident: In Absprache mit der Kommission und mit Herrn Ducret beantrage ich Ihnen, seinen Antrag und denjenigen von Frau Zölch zusammen mit Artikel 6 zu behandeln. Sie sind mit diesem Vorgehen einverstanden.
Siehe Entscheid bei Art. 6 Voir décision à l'art. 6
Art. 5 Antrag der Kommission Abs. 1, 2
Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates
Abs. 3
... . erfordern. Bei Sexualdelikten wird die Oeffentlichkeit auf Antrag des Opfers ausgeschlossen. Abs. 4
Die Behörden vermeiden eine Begegnung des Opfers mit dem Beschuldigten, wenn das Opfer dies verlangt. Sie tragen dem Anspruch des Beschuldigten auf rechtliches Gehör in an- derer Weise Rechnung. Eine Begegnung kann angeordnet werden, wenn der Anspruch des Beschuldigten auf rechtli- ches Gehör oder ein überwiegendes Interesse der Strafverfol- gung sie zwingend erfordert.
Abs. 5 (neu)
Bei Straftaten gegen die sexuelle Integrität darf eine Konfronta- tion gegen den Willen des Opfers nur angeordnet werden, wenn der Anspruch des Beschuldigten auf rechtliches Gehör sie zwingend erfordert.
Art. 5 Proposition de la commission Al. 1, 2 Adhérer au projet du Conseil fédéral Al. 3
l'exigent. Lorsqu'il s'agit d'infractions à caractère sexuel, le huis-clos est prononcé à la demande de la victime. Al. 4
Les autorités évitent de mettre en présence la victime et le pré- venu lorsque la victime le demande. Elles prennent en consi- dération d'une autre façon le droit du prévenu d'être entendu. Une confrontation peut être ordonnée lorsque le droit du pré- venu d'être entendu ou un intérêt prépondérant de la pour- suite pénale l'exigent de manière impérieuse.
Al. 5 (nouveau)
Lorsqu'il s'agit d'atteintes d'ordre sexuel, une confrontation ne peut être ordonnée sans le consentement de la victime que si le droit du prévenu d'être entendu l'exige de manière impé- rieuse.
Angenommen - Adopté
Art. 6 Antrag der Kommission Mehrheit Abs. 1, 2 Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates
Abs. 3
.... werden. Das gilt auch für das Untersuchungsverfahren.
Minderheit
(Ducret, Aubry, Bürgi, Revaclier, Wyss Wiliam) Die kantonale Gesetzgebung regelt die Rechte der Opfer in al- len Abschnitten des Strafverfahrens.
Art. 6 Proposition de la commission Majorité
Al. 1, 2 Adhérer au projet du Conseil fédéral
Al. 3
.... sexe. Cette règle s'applique également à la phase de l'ins- truction.
Minorité
(Ducret, Aubry, Bürgi, Revaclier, Wyss Wiliam) La législation cantonale fixe les droits de la victime à tous les stades de la procédure pénale.
3-N
Aide aux victimes d'infractions
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N
21 janvier 1991
M. Ducret, porte-parole de la minorité: Comme je l'ai indiqué lors du débat d'entrée en matière, les dispositions du projet de loi relatives aux règles appliquées dans la procédure pénale ont été sévèrement critiquées dans le cadre de la procédure de consultation. Celles-ci étaient avant tout fondées sur le fait que la section 3, notamment les articles 6 à 9, impose aux can- tons des règles de procédure qui ne tiennent pas compte de la répartition des compétences entre ces derniers et la Confédé- ration, telle que la fixe clairement la constitution, et également parce que l'article 64ter de notre charte fondamentale, base constitutionnelle de ce projet de loi, n'autorise pas la Confédé- ration à régler de manière exhaustive et détaillée toutes les questions de procédure, qu'il s'agisse d'ailleurs de procédure pénale ou civile.
S'agissant de la procédure pénale, il est nécessaire de rappe- ler que si l'article 64bis de la constitution donne à la Confédé- ration le droit de légiférer en matière de droit pénal de fond, en revanche l'organisation judiciaire, la procédure et l'administra- tion de la justice demeurent de la compétence des cantons. La fonction principale de cette disposition consiste à circonscrire négativement les frontières de la compétence fédérale en la matière et même si des limitations d'une certaine importance ont été apportées au fil des ans à la compétence cantonale en matière de procédure pénale, celle-ci n'en demeure pas moins la règle, notamment en cas de doute. Les seules excep- tions se rapportant à l'application du droit pénal ordinaire ont trait, en ce qui concerne l'organisation judiciaire, aux infrac- tions qui touchent directement les intérêts de la Confédération et, en ce qui concerne la procédure pénale, à diverses disposi- tions contenues dans le Code pénal lui-même, voire dans la loi fédérale de procédure pénale. Toutes les atteintes portées par le législateur fédéral à la compétence cantonale résident dans le principe selon lequel le droit de procédure ne saurait entra- ver la bonne application du droit pénal matériel. Encore convient-il d'ajouter que le Tribunal fédéral a très largement profité, lors de l'examen de nombreux cas d'espèce, de sa ca- pacité de critique pour tenter d'unifier les procédures pénales cantonales, chaque fois notamment qu'il est question de sau- vegarder les droits de l'homme, la liberté personnelle des indi- vidus et les droits tirés de l'article 4 de la constitution.
Ceci étant rappelé pour l'objectivité du discours, il convient néanmoins de constater, avec les opposants à cette velléité centralisatrice et unificatrice, que les interventions de la loi fé- dérale dans les procédures cantonales vont si loin qu'elles ne manqueront pas de créer un fossé entre les victimes d'actes de violence criminelle et les autres victimes d'infractions péna- les. De plus, la coexistence de procédures différentes en fonc- tion de la nature du dommage subi par la victime va engendrer de nombreuses complications pour les autorités d'applica- tion. Ce fossé ne pourra être comblé et ces complications complètement éliminées que par une extension à l'ensemble des victimes d'infractions pénales des droits accordés par la LAVI. Cette situation obligera évidemment les cantons, de l'avis même de la commission d'experts, à procéder à une ré- forme en profondeur de tous leur droit de procédure pénale, ce que le législateur fédéral n'a pas les moyens constitution- nels d'imposer, tout au moins tant que n'est pas abrogée ou sensiblement modifiée la teneur de l'article 64bis de la consti- tution.
Or, rien dans le message du Conseil fédéral à l'appui du contre-projet qui fut opposé à l'initiative du Beobachter ne donnait à penser que l'article 64ter de la constitution modifie- rait aussi sensiblement la répartition actuelle des compéten- ces entre la Confédération et les cantons dans ce domaine. Au contraire, le message annonçait clairement une solution fédé- raliste, et seule la création d'une commission fédérale de re- cours, au demeurant inutile à mes yeux, était évoquée. S'agis- sant plus précisément de l'aide morale à laquelle se rattachent les dispositions ayant trait à la protection et aux droits de la vic- time, le Conseil fédéral précisait que «le législateur se borne- rait à édicter quelques principes et à inciter les cantons à amé- nager eux-mêmes la procédure pénale en vue d'améliorer la situation des victimes face à la police et à la justice.
En conclusion de ces considérations générales, force est de remarquer que les critiques émises à l'encontre de ce chapitre
du projet de loi sont nombreuses et diverses à la fois. Ce n'est pas pour rien d'ailleurs si la moitié des participants à la procé- dure de consultation, dont dix-neuf cantons, se sont montrés opposés soit au principe de ces dispositions, soit à certains aspects importants de celles-ci, lorsqu'elles ne tiennent pas compte ni des législations cantonales en vigueur, ni des diffé- rentes sensibilités qui existent dans notre pays.
Se justifie-t-il alors de sacrifier un principe et une pratique fédé- ralistes à l'occasion d'une révision partielle de notre droit pé- nal général? Ne devrait-on pas se contenter d'une loi-cadre pour atteindre le but visé? Et puisqu'il appartiendra aux can- tons d'assumer une grande partie des frais d'assistance et d'indemnisation, ne devrait-on pas leur laisser le soin d'orga- niser ces tâches comme ils l'entendent, mais en s'inspirant des recommandations et des conventions du Conseil de l'Eu- rope?
Cette atteinte au fédéralisme est d'autant plus inacceptable que certaines des solutions retenues prêtent largement le flanc à la critique.
Ainsi, s'agissant de l'article 7, il faut savoir que l'accompagne- ment par une personne de confiance a des limites. Si elle per- met d'éviter ou de calmer l'appréhension d'une victime lors d'une audition devant la police ou la justice, encore convient-il de se demander si la vérité n'a pas vraiment de chance de n'éclater que dans une certaine confidentialité? A cet égard de nombreux juges que j'ai pu consulter doutent de l'efficacité de la mesure proposée et lui voient, au contraire, des contre-indi- cations qui ne vont pas dans le sens d'une protection des inté- rêts et des droits des victimes.
L'article 8, beaucoup plus encore que le précédent, constitue une intrusion inacceptable dans les compétences cantonales. Si cette disposition était acceptée, on aboutirait à l'existence de deux législations superposées au plan cantonal, l'une ap- plicable aux victimes d'acte de violence et tombant sous le coup de la LAVI, l'autre aux victimes d'autre nature, d'où le ris- que d'un droit pénal à deux vitesses, - si vous me passez l'ex- pression - les traumatismes réels d'un hold up, par exemple, ne donnant pas aux victimes les mêmes droits de procédure, par exemple le droit de recours contre un non-lieu ou contre un refus d'ouvrir l'action publique.
Quant à l'article 9, il fait lui aussi une distinction intolérable entre différentes catégories d'infractions, même si les princi- pes qu'il contient sont déjà connus dans de nombreuses législations cantonales, mais pour l'ensemble des infractions pouvant donner lieu à des prétentions civiles au dédommage- ment.
Enfin, il est plus évident encore que la singulière proposition de la commission de l'article 9bis, arrachée par le vote qualifié de la présidente, n'est pas compatible avec les compétences cantonales en matière d'organisation judiciaire. Si le droit fé- déral impose aux cantons la composition de leurs tribunaux, c'est alors que l'article 64bis alinéa 2 doit être abrogé. Mais c'est aussi la porte ouverte à une spécialisation systématique des tribunaux, à une sorte de généralisation des tribunaux d'exception, et je vous avoue marquer une certaine ironie à constater que ce sont ceux qui prônent la disparition des tribu- naux militaires qui demandent que pour les délits sexuels, la juridiction de jugement comporte au moins une femme. Et il viendra un jour où l'on demandera à cette tribune que pour tous les délits qui touchent des homosexuels, ces derniers aient le droit d'exiger la présence d'un homosexuel au sein du tribunal!
Que l'on me comprenne bien. Je ne m'oppose pas, bien au contraire, à ce que les cantons organisent leurs tribunaux de façon à ce que des juges féminins puissent en faire partie, no- tamment pour juger des délits sexuels, mais de grâce, que cela ne soit pas par un décret fédéral, car il faudrait alors ces- ser de vanter les mille et un mérites de notre système fédéra- liste.
C'est la raison pour laquelle, avec la minorité de la commis- sion, je vous propose de biffer les articles 6 à 9bis de ce projet et d'indiquer à l'article 6 qu'il incombe à la législation canto- nale de fixer les droits des victimes à tous les stades de la pro- cédure pénale.
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Hilfe an Opfer von Straftaten
Mme Antille: Au nom du groupe radical-démocratique, je me prononcerai sur les articles 6, 7, 8 et 9, puisque la proposition de minorité concerne tous ces articles. Nous entrons ici verita- blement dans la phase de la procédure pénale. La question est donc de choisir entre deux thèses: faut-il, comme le pro- pose la minorité, laisser fonctionner les législations cantona- les, ou bien faut-il attribuer ces compétences à la Confédéra- tion?
L'article 64ter de la constitution ne précise pas comment les tâches sont réparties entre la Confédération et les cantons. C'est donc à la loi d'en décider. Le groupe radical s'est penché sur ce problème et a choisi de donner la compétence à la Confédération, comme l'a décidé la commission pour les rai- sons suivantes.
Selon l'article 64bis, l'organisation judiciaire en matière pé- nale et la procédure pénale relèvent des cantons. C'est vrai, mais la jurisprudence a toujours admis que la Confédération peut édicter des dispositions de procédure pénale lorsque cela s'avère nécessaire pour garantir l'application du droit pé- nal de fond. De plus, le mandat constitutionnel du peuple et des cantons modifie la répartition des compétences et attribue à la Confédération, aussi en matière pénale, une compétence nouvelle. Il est cependant évident que la Confédération doit faire preuve de retenue pour ne pas trop restreindre le pouvoir des cantons, ce qu'elle a fait puisqu'à l'article 3 elle donne la compétence aux cantons de veiller à la mise en place des cen- tres de consultation. En outre, pour améliorer la position des victimes dans la procédure pénale à l'échelle de la Suisse, il est indispensable que la Confédération édicte des règles. Ainsi, les victimes de l'ensemble du pays seront mises sur pied d'égalité. Enfin, la perspective d'une Suisse européenne réclame une certaine harmonisation de l'ensemble des can- tons dans le domaine de la procédure pénale.
Pour toutes ces raisons, le groupe radical soutiendra aux articles 6, 7, 8 et 9 les propositions de la commission et vous invite à le suivre.
Frau Stamm, Berichterstatterin: Die Kommission hat sich im Rahmen der Debatte über diese Strafprozessvorschriften mit 9 zu 4 Stimmen für den Vorschlag des Bundesrates, ergänzt durch Absatz 3 in Artikel 6, entschieden. Es handelt sich bei diesen Strafverfahrensvorschriften, welche die Stellung des Opfers verbessern, um das Herzstück dieser Vorlage. Ich ma- che Sie darauf aufmerksam, dass Sie hier einen politischen, nicht einen juristischen Entscheid zu fällen haben. Es ist in der Tat unbestritten, dass die Legiferierung im Strafverfahrens- recht und in der Gerichtsorganisation bei den Kantonen liegt. Es ist aber in der Tat auch unbestritten, dass der Bund die Kompetenz hat, Minimalvorschriften auch im Verfahrensrecht aufzustellen, wenn sie der Durchsetzung des materiellen Rechtes dienen.
Wir müssen nun bei den Delikten, um die es hier in diesem Ge- setz geht, feststellen, dass insbesondere Sexualdelikte nicht geahndet werden, weil Eltern sich davor scheuen, bei den gel- tenden Regelungen ihre Kinder, die durch Sexualdelikte ge- schädigt worden sind, einer zweiten Verletzung durch die Ju- stizmaschinerie auszusetzen. Wir möchten auch feststellen, dass Frauen als Opfer von Vergewaltigungen sich scheuen, zur Polizei zu gehen, weil sie den Weg durch alle Instanzen hin- durch scheuen, weil sie sich in verschiedenen Kantonen scheuen, vor rein männlichen Untersuchungsbehörden und vor rein männlichen Gerichten noch einmal den ganzen Um- fang ihrer Verletzungen und die ganzen Ereignisse auszubrei- ten.
Die Vorschriften in den Artikeln 6 bis 9, auch 9bis, sind nun jene Vorschriften, von welchen man seit Jahren beklagt, dass wir sie nicht haben. Sie können nicht theoretisch zugestehen, dass das ein Missstand ist, und sich dann praktisch bei der Gesetzgebung darauf hinausreden, dass es Sache der Kan- tone sei. Die Beobachter-Initiative wurde 1980 eingereicht. Die Volksabstimmung über den Bundesverfassungsartikel fand 1984 statt. Die Kantone hatten zehn Jahre Zeit, sich mit dieser Materie abzugeben und sich vorzubereiten.
Wir haben im Rahmen der Sexualdelikte bei der Strafrechtsre- vision diese Problematik eingehend diskutiert. Wir haben dort
in der Kommission darauf verzichtet, Verfahrensvorschriften zu verlangen, weil wir gesagt haben, diese gehörten in den Rahmen des Opferhilfegesetzes.
Nehmen Sie davon Kenntnis, dass der Bundesrat nach der Vernehmlassung die Verfahrensvorschriften bereits reduziert hat. Was Ihnen hier die Mehrheit der Kommission unterbreitet, ist ein Minimum dessen, was notwendig ist, um die Stellung des Opfers im Strafverfahren wirklich wirksam zu verbessern. Ich bitte Sie, diesen politischen Entscheid zugunsten der Op- fer zu fällen. Stimmen Sie der Mehrheit zu!
M. Béguelin, rapporteur: L'article 6 a sans doute été l'un des points les plus discutés au niveau des principes par la com- mission. Il s'agit de la répartition des tâches entre les cantons et la Confédération; l'éternelle histoire du verre fédéraliste à moitié plein ou à moitié vide.
La minorité souhaite que la législation cantonale fixe les droits de la victime à tous les stades de la procédure pénale, et logi- quement la minorité propose, si sa proposition était acceptée, de supprimer les articles 7, 8, 9 et 9bis. La majorité de la com- mission a estimé qu'une certaine unité de traitement devait intervenir grâce à une législation fédérale mesurée, minimale, car si chaque canton devait adapter son droit pénal à l'aide aux victimes, cela prendrait sans doute du temps et pourrait aboutir à des différences de traitement inadmissibles durant la longue période transitoire. Or, les victimes ont besoin d'une protection améliorée le plus vite possible. Le peuple a accepté les dispositions consitutionnelles en 1984 déjà: il ne faudrait pas le faire attendre encore longtemps.
La majorité de la commission a rejeté la proposition de M. Ducret par 9 voix contre 4. Je vous propose d'en faire au- tant et je rappelle que cette proposition concerne, à part l'article 6, les articles 7, 8, 9 et 9bis.
Je ferai encore une remarque à propos de l'article 9bis: «Les victimes d'atteintes d'ordre sexuel peuvent exiger que la juri- diction de jugement comprenne au moins une personne du même sexe.» Cela concerne également les articles 6 et 7. Il faut dire que, dans le droit suisse, des demandes en vue de cette exigence existent depuis longtemps déjà. Il a paru judicieux au Conseil fédéral tout d'abord, puis à la majorité de la commis- sion, d'accéder à cette demande qui est tout à fait justifiée. Je vous invite par conséquent à soutenir la majorité. Relevons toutefois, à propos de l'article 9bis, que la commission s'est prononcée par 9 voix contre 9, et que c'est la voix de la prési- dente qui a tranché en faveur du texte de la majorité.
Bundesrat Koller: Es ist richtig, dass in Artikel 64bis der Bun- desverfassung in Absatz 2 festgehalten ist, dass die Organisa- tion der Gerichte und des gerichtlichen Verfahrens im Straf- recht, wie bis anhin, bei den Kantonen bleibt. Trotzdem haben die hier vorgeschlagenen neuen Gesetzesartikel eine klare doppelte Verfassungsgrundlage. Einerseits wurde nämlich in der Botschaft zu Artikel 64ter, also zum Opferhilfeartikel, aus- drücklich gesagt: «Er (der Bundesgesetzgeber) könnte aber auch, wenn es ihm angebracht erschiene, die Kantone zu den notwendigen Massnahmen veranlassen; wir denken z. B. an die Errichtung von Stellen zur Beratung und Aufnahme der · Opfer, an die Anpassung des Strafverfahrens, um die Stellung der Opfer im polizeilichen und gerichtlichen Verfahren zu ver- bessern, an Regelungen, die den Opfern den Zugang zur un- entgeltlichen Rechtspflege erleichtern.» (BBI 1983 III 898)
Anderseits erlaubt die generelle materielle Strafrechtskompe- tenz von Artikel 64bis Absatz 1 dem Bund den Erlass von pro- zessualen Bestimmungen, wenn dies zur Durchsetzung des materiellen Strafrechts erforderlich ist. Gerade bei schweren Delikten, insbesondere Sexualdelikten, kann die Besserstel- lung der Opfer im Verfahren einen wichtigen Beitrag zur Ver- minderung der grossen Dunkelziffer leisten und damit zur Durchsetzung des Strafrechts beitragen. Oft verzichten heute Opfer gerade aus Furcht vor einer zweiten Viktimisierung auf eine Anzeige.
Noch eine Bemerkung, Herr Ducret, zum Ergebnis der Ver- nehmlassung: Das Ergebnis der Vernehmlassung war näm- lich keineswegs ganz so klar, wie Sie das hier geltend gemacht haben. Sieben Kantone haben zwar klar abgelehnt, sechs
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Aide aux victimes d'infractions
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N
21 janvier 1991
Kantone haben sich aber grundsätzlich positiv geäussert und, was nun am wichtigsten ist, zwölf Kantone haben sich nicht grundsätzlich gegen die Verfahrensbestimmungen gewandt, jedoch eine Abschwächung der bundesrechtlichen Eingriffe verlangt.
In Berücksichtigung dieser Wünsche von zwölf Kantonen ha- ` ben wir gegenüber dem Entwurf, den wir in die Vernehmlas- sung geschickt haben, im Gesetzesvorschlag drei wichtige Bestimmungen zurückgenommen. Wir haben auf die Gleich- stellung von Opfer und Täter verzichtet; ebenfalls haben wir auf eine bundesrechtliche Kosten- und Entschädigungsrege- lung verzichtet, und wir haben den Kantonen neu die Freiheit eingeräumt, im Strafmandatsverfahren davon absehen zu können, dass im Strafmandatsverfahren gleichzeitig Zivilan- sprüche geltend gemacht werden können.
Die einzige Alternative, die der Bundesgesetzgeber daher ver- nünftigerweise noch gehabt hätte, wäre eine Gesetzgebungs- methode gewesen, wie sie heute in der Europäischen Ge- meinschaft angewendet wird, indem wir den Kantonen eine Frist gesetzt hätten, um diesen Grundrechtskatalog der Opfer- hilfe im Verfahrensrecht zu realisieren. Das würde aber wie- derum bedeuten, dass das Ganze noch einige Jahre nicht in Kraft treten könnte.
Wie Ihre Präsidentin bereits ausführte, haben die Kantone, ob- wohl sie wussten, dass eine solche Regelung kommt, und ob- wohl mehrere Strafprozessrevisionen durchgeführt worden sind, auf dem Gebiet der Opferhilfe inzwischen nichts oder nur wenig unternommen.
Aus all diesen Gründen ist diese Vorlage verfassungsmässig und auch verhältnismässig. Sie greift nicht übermässig in die kantonale Kompetenz ein, sondern kodifiziert lediglich einen Grundrechtskatalog, den die Kantone tel quel anwenden oder in ihr kantonales Strafprozessrecht übernehmen können.
Aus all diesen Gründen möchte ich Sie bitten, der Mehrheit der Kommission und dem Bundesrat zuzustimmen.
Abstimmung - Vote Für den Antrag der Mehrheit Für den Antrag der Minderheit
79 Stimmen 54 Stimmen
Präsident: Damit entfällt der Eventualantrag Zölch zu Arti- kel 4bis, und die Artikel 4bis, 7, 8 und 9 sind gemäss Antrag der Mehrheit angenommen.
Art. 7-9 Antrag der Kommission Mehrheit Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates Minderheit 1
(Ducret, Aubry, Bürgi, Gros, Revaclier, Wyss William) Streichen
Art. 7-9
Proposition de la commission Majorité Adhérer au projet du Conseil fédéral Minorité (Ducret, Aubry, Bürgi, Gros, Revaclier, Wyss William) Biffer
Angenommen gemäss Antrag der Mehrheit (siehe Entscheid bei Art. 6) Adopté selon la proposition de la majorité (voir décision à l'art. 6)
Art. 9bis (neu) Antrag der Kommission Mehrheit Titel
Zusammensetzung des urteilenden Gerichts Wortlaut
Die Opfer von Straftaten gegen die sexuelle Integrität können verlangen, dass dem urteilenden Gericht wenigstens eine Per- son gleichen Geschlechts angehört.
Minderheit
(Ducret, Aubry, Bürgi, Fäh, Fischer-Sursee, Gros, Philipona, Revaclier, Wyss William) Streichen
Antrag Hafner Ursula
Bei Straftaten gegen die sexuelle Integrität muss dem urteilen- den Gericht wenigstens eine Person gleichen Geschlechts wie das Opfer angehören.
Art. 9bis (nouveau)
Proposition de la commission Majorité Titre Composition de la juridiction de jugement
Texte
Les victimes d'atteintes d'ordre sexuel peuvent exiger que la juridiction de jugement comprenne au moins une personne du même sexe.
Minorité (Ducret, Aubry, Bürgi, Fäh, Fischer-Sursee, Gros, Philipona, Revaclier, Wyss William) Biffer
Proposition Hafner Ursula
La juridiction appelée à juger les atteintes d'ordre sexuel comprendra au moins une personne du même sexe que la vic- time.
M. Ducret, porte-parole de la minorité: Nous avons déjà large- ment évoqué cette proposition de la majorité de la commis- sion et il ne me semble pas nécessaire de prolonger la discus- sion. Nous pourrons passer assez rapidement au vote.
J'attire simplement votre attention sur le fait que cette loi n'a pas été conçue pour régler, comme certains ou certaines l'imaginent aujourd'hui, la procédure en matière d'infractions de caractère sexuel. Certes, ces dernières peuvent appartenir aux infractions violentes dites graves. Mais il n'en demeure pas moins qu'au travers de cette loi, on veut, une fois encore, mener un combat sexiste contre lequel je m'élève.
Par ailleurs, cette proposition revêt un inconvénient majeur. In- dépendamment du fait qu'elle constitue une intrusion inad- missible dans la compétence des cantons d'organiser leurs tribunaux, je rappelle qu'un certain nombre de ces cantons ne comptent pas encore, je le regrette, d'éléments féminins dans toutes les juridictions qui seraient amenées à se pencher sur ce type d'infraction. Une évolution se fait progressivement dans notre pays. Dans la magistrature assise comme dans la magistrature debout, les femmes sont de plus en plus nom- breuses à participer aux différents stades du juridiction. Il n'en demeure pas moins que ce n'est pas par un décret fédéral que l'on parviendra à faire évoluer les moeurs et les mentalités. C'est la raison pour laquelle, avec la minorité de la commis- sion, je vous invite à rejeter la proposition de la majorité.
Frau Hafner Ursula: Bei Straftaten gegen die sexuelle Integri- tät spielt die Zugehörigkeit von Täter und Opfer zum einen oder andern Geschlecht eine zentrale Rolle. Auch bei der Be- · urteilung von Straftaten gegen die sexuelle Integrität spielt die Zugehörigkeit der Beurteilenden zum einen oder andern Ge- schlecht eine grosse Rolle. Dies wurde z. B. deutlich in den Diskussionen der Kommission, welche die Revision des Sexu- alstrafrechts vorberaten hat. Deshalb ersetzten wir, auf Anre- gung unserer freisinnigen Kolleginnen und Kollegen, den Sprecher deutscher Sprache durch Frau Spoerry: Wir alle fan- den es angebracht, dass ausser dem männlichen Kommis- sionspräsidenten auch eine Frau die Anliegen der Kommis- sion vertrete.
Dem Präsidenten der ständerätlichen Kommission, Jean- François Aubert, war es ebenfalls sehr bewusst, dass es eine Rolle spielt, ob Männer oder Frauen eine Straftat gegen die se- xuelle Integrität beurteilen. Er zeigte sich davon überzeugt, dass Kommission und Plenum des Ständerates zu anderen Schlüssen gekommen wären, wenn sie nicht zum grössten
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Hilfe an Opfer von Straftaten
Teil aus Männern bestanden hätten, und gab dazu folgende Erklärung ab: «Wir müsssen uns bewusst sein, dass wir hier ein Werk von Männern schaffen, und wir müssen den Anstand haben, dies zu merken. Damit will ich nicht sagen, Werke von Männern seien notwendigerweise schlecht, aber ich möchte, dass Sie spüren, dass wir hier eine ziemlich einseitige Sicht- weise haben.» Soweit Jean-François Aubert.
Was für das Parlament gilt, gilt auch für die Gerichte. Auch Richter und Richterinnen sind keine geschlechtslosen Wesen. Auch ihr Verständnis und ihr Einfühlungsvermögen haben viel mit ihrer Persönlichkeit und ihrem Erfahrungshintergrund zu tun.
Der Bundesrat schreibt auf Seite 4 der Botschaft: «Das Opfer soll im System der Strafjustiz, das heute allzu einseitig auf den Täter ausgerichtet ist, eine stärkere Stellung erhalten; seine Probleme, Bedürfnisse und Interessen sollen mehr beachtet werden.»
Was bedeutet dies nun bei einem Prozess, in dem die Ge- schlechtszugehörigkeit von Opfern, Tätern und Richtern eine wichtige Rolle spielt, wie dies bei Straftaten gegen die sexuelle Integrität der Fall ist. Steht in einem solchen Prozess ein Opfer einem Richtergremium gegenüber, dem nur Geschlechtsge- nossen des Täters angehören, so besteht die Gefahr, dass die Probleme und Bedürfnisse des Täters mehr Beachtung finden als diejenigen des Opfers. Wie viele Frauen fühlten sich in sol- chen Prozessen schon in die Angeklagtenrolle gedrängt! Und wie viele Frauen scheuen sich deshalb, eine Nötigung oder eine Vergewaltigung anzuzeigen: Sie wollen sich dieser zu- sätzlichen Belastung nicht aussetzen!
Wenn wir wollen, dass die Beschlüsse, die wir im Dezember bei der Revision des Sexualstrafrechts gefasst haben, zum Tragen kommen, müssen wir den Opfern von Straftaten gegen die sexuelle Integrität den Gang zum Gericht erleichtern. Nur so können wir die grosse Dunkelziffer bei diesen Delikten ver- ringern.
Die Kommissionsmehrheit möchte die Stellung des Opfers in einem Nötigungs- oder Vergewaltigungsprozess im gleichen Sinne stärken, wie ich es Ihnen beantrage. Mit dem Kommissi- onsantrag wird dem Opfer aber ein Stolperstein in den Weg gelegt. In einem Bezirk, in welchem noch keine Person seines Geschlechts dem urteilenden Gericht angehört, wird es sich schon vor Prozessbeginn unbeliebt machen, wenn es sich auf diesen Gesetzesartikel beruft und eine andere Zusammenset- zung des Gerichtes verlangt. So läuft es einmal mehr Gefahr, sich rechtfertigen zu müssen, statt von Amtes wegen wirk- same Hilfe zu erhalten. Aus diesem Grunde müssen wir mit dem Opferhilfegesetz dafür sorgen, dass mindestens ein Mit- glied des Gerichtes dem gleichen Geschlecht angehört wie das Opfer, und dürfen diese Sorge nicht dem Opfer überlas- sen.
Die Gegner des Kommissionsantrages und somit wohl auch meines Antrages sind der Meinung, wir sollten diese Sorge den Kantonen überlassen. Auch Herr Bundesrat Koller hat zwar einerseits sein Bedauern darüber ausgedrückt, dass im- mer noch nicht in allen Kantonen auch Richterinnen in den Gerichten sitzen, neigt aber offenbar trotzdem dazu, es den Kantonen zu überlassen, diesem Missstand abzuhelfen. Wie lange es jedoch gehen kann, bis die Kantone eventuell bereit wären, den Frauen zu ihrem Recht zu verhelfen, haben wir ge- rade am Beispiel Ihres Heimatkantons gesehen, Herr Bundes- rat.
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Die sozialdemokratische Fraktion, die ganz hinter meinem An- trag steht, hält es deshalb für notwendig, dass wir im Interesse der Opfer von den Kantonen die Ernennung oder die Wahl von Personen verlangen, die in den angesprochenen Fällen als Richter oder Richterinnen amten. Es ist mir klar, dass es hin und wieder Frauen gibt, die ihre Geschlechtsgenossinnen härter beurteilen als Männer, und dass umgekehrt Männer durchaus Verständnis für die Situation einer Frau haben kön- nen. Gerade deshalb zähle ich beim Entscheid über die Zu- sammensetzung des urteilenden Gerichts auch auf das Ver- ständnis der Männer in diesem Saal, auf Ihr Verständnis, Herr Bundesrat Koller, und auf Ihr Verständnis, geschätzte Kolle- gen. Ich hoffe, dass Sie sich in folgende Situation einfühlen können:
Stellen Sie sich einen Prozess vor, in dem es um eine Verge- waltigung geht. Eine Vergewaltigung hat bekanntlich viel mit Gewalt, mit Machtausübung eines Mannes über eine Frau zu tun. Wenn der betroffenen Frau nun als richterliche Gewalt wieder lauter Männer gegenüberstehen, Männer, denen es anheimgestellt ist, über die Glaubwürdigkeit ihrer Aussagen zu urteilen, so kann sie dies erneut als eine männliche Macht- ausübung empfinden. Dies trägt nicht zum besseren Ver- ständnis zwischen den Geschlechtern bei. Wir müssen unbe- dingt dafür sorgen, dass in solchen Fälllen den entscheiden- den Gremien Personen beider Geschlechter angehören.
Deshalb bitte ich Sie, auch im Namen der sozialdemokrati- schen Fraktion, meinem Antrag zuzustimmen.
· Mme Aubry: Le groupe radical-démocratique soutient la pro- position de la minorité de la commission. En effet, à l'article 9bis, on touche à deux problèmes. Le premier est celui de l'autonomie des cantons en matière d'organisation judi- ciaire. Si la police a une structure cantonale, les tribunaux sont habituellement organisés au niveau des districts. Sur le plan cantonal, nous trouvons donc facilement des policiers des deux sexes, alors que ce n'est pas partout le cas dans les tribu- naux de district, et surtout pas dans les très petits cantons. Mais petit à petit, cette situation se modifie et l'on rencontre de plus en plus de femmes juges d'instruction ou présidentes de nos tribunaux.
L'exigence de la proposition de la majorité de la commission mettrait donc les petits cantons dans une situation inconforta- ble et compliquée. Nous avons accepté, à l'article 6, alinéa 3, que la victime puisse être entendue par des personnes de même sexe, mais cela va beaucoup trop loin lorsque l'on exige cette application dans la composition d'un tribunal de district. Le groupe radical ne peut admettre que la Confédération oblige, par une loi, les cantons à se plier à de telles exigences. Enfin, le deuxième problème est que nous en arrivons à une guerre des sexes à l'échelon législatif. Un président de tribunal n'est pas toujours un célibataire. Il pourrait être marié et père de famille, donc à même de bien comprendre une victime d'un autre sexe. L'inverse peut être admis avec une femme céliba- taire présidant un tribunal où la victime est un jeune garçon. Nous allons trop loin en classifiant les sexes, en exigeant une séparation jusque dans les tribunaux. D'ailleurs, cet article 9bis n'a été accepté dans notre commission que par la voix prépondérante de la présidente.
Au nom du groupe radical, je vous demande d'accepter la pro- position Ducret qui représente la minorité de la commission et également de refuser celle de Mme Hafner.
Mme Jeanprêtre: A mon avis les arguments avancés par M. Ducret et Mme Aubry, en particulier, sont du fédéralisme mal compris. Je l'interprète plutôt comme du cantonalisme étroit qui ne résiste pas aux efforts généreux envers les victi- mes et aux efforts cohérents que le Conseil fédéral a mis en oeuvre pour répondre à un vote populaire massif.
En effet, il existe parfois des intérêts supérieurs et uniques à prendre en compte par rapport à d'autres, en l'occurrence ceux des cantons d'organiser librement leurs autorités de juri- diction et à plus forte raison, la composition de leurs tribunaux. Je veux parler de cette volonté politique qui existerait au plan fédéral de voir réaliser, au niveau de la justice, une certaine égalité dans la représentation. J'admets que la proposition, qui précise que la juridiction comprendra au moins une per- sonne du même sexe est bien modeste.
J'en reviens aux problèmes de procédure. L'article 64ter per- met à la Confédération d'obliger les cantons à améliorer la po- sition des victimes dans leur procédure pénale. Certes, selon l'article 64bis, l'organisation judiciaire en matière pénale et la procédure pénale relèvent des cantons. Il a toutefois toujours été admis que la Confédération peut édicter des dispositions de procédure pénale, lorsque cela s'avère nécessaire, pour garantir l'application du droit pénal fédéral matériel. Certes, il est aussi fait allusion à une certaine mesure, à une certaine re- tenue dont la Confédération doit faire preuve. Mais tout se joue en fait sur le terme de retenue ou de réserve, pour ne pas trop restreindre cette compétence des cantons.
Aide aux victimes d'infractions
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N 21 janvier 1991
Je vous rappelle que lors de la session de décembre et bien avant, lors des très longs et intéressants débats en commis- sion, nous avons voulu renforcer la position des femmes victi- mes de violences sexuelles. Nous ne pouvons ignorer que dans un domaine si sensible, touchant la sphère privée, les sensibilités ne sont pas identiques que l'on soit un juge homme ou femme. C'est peut-être une règle à laquelle il fau- drait inclure quelques exceptions - je le concède - mais si nous voulons voir évoluer aux plans social et culturel les cho- ses dans le sens que nous souhaitons, nous devons avoir le courage de postuler ici, au niveau du législateur fédéral, que les tribunaux cantonaux doivent avoir une certaine représenta- tivité. Et si, c'est vrai, dans certains cantons, hélas, il n'y a pas de juridictions de district qui ont une représentation féminine, eh bien, l'on peut imaginer des accommodements: à savoir que l'on emprunte - si vous me passez l'expression - un juge femme dans un autre district ou qu'il y ait des juges subsidiai- res nommés pour de telles occasions. Je crois que ce n'est pas sur un problème de procédure étroit qu'il faut achopper, mais qu'il faut s'en tenir à des principes généreux et cohérents que nous avons adoptés il n'y a pas si longtemps, c'était au mois de décembre.
Frau Stamm, Berichterstatterin: Es ist in der Tat so, dass die Kommission bei dieser Bestimmung in einer Patt-Situation war und mit Stichentscheid der Präsidentin der Mehrheit zuge- stimmt hat, wonach die Opfer von Straftaten im urteilenden Gericht wenigstens eine Person des gleichen Geschlechts verlangen könnten.
Lassen Sie mich die Grenze dessen, was eine Präsidentin in dieser Situation zu sagen hätte, ein wenig überschreiten auf- grund der Argumente, die gefallen sind. Ich möchte Ihnen nämlich sagen, dass es bei dieser Vorschrift nicht um einen «combat sexiste» geht, auch nicht um einen Geschlechter- kampf; Sie müssen sich vorstellen, wie es einer Frau zumute ist, die in einem Kanton, der das unmittelbare Verfahren kennt, vor einem Gremium von männlichen Richtern mit einem männlichen Staatsanwalt, mit einem männlichen Verteidiger, einem oder mehreren bestreitenden Tätern gegenüber noch- mals alle diese schmerzhaften, demütigenden Ereignisse aus- breiten muss. Das ist nicht eine Sache des Geschlechter- kampfes. Das ist eine Sache des psychologischen Empfin- dens dieser Frau, und weil das heute noch so ist, verzichten ja viele Frauen darauf, überhaupt Anzeige zu erstatten.
Ich kann es fast nicht ertragen, wenn es hier im Saal heisst: Die Kantone werden sich in einer unkomfortablen Situation befin- den, wenn wir diese Vorschrift einführen. Können Sie sich denn vorstellen, in welch unkomfortabler Situation sich tagtäg- lich die Kinder und die Frauen befinden, die in diesen Verfah- ren Aussagen machen müssen? Die schmerzhaften, peinli- chen Erlebnisse werden durch diese Verfahren noch vertieft. Aus diesem Grund habe ich in der Kommission den Stichent- scheid für die Mehrheit gegeben und bitte Sie, sich auch für die Mehrheit zu entscheiden. Der Antrag von Frau Hafner lag der Kommission nicht vor. Er geht weiter als die Kommissions- mehrheit. Ich muss es Ihnen überlassen, wie Sie dazu Stellung nehmen wollen.
M. Béguelin, rapporteur: Je ne reviendrai pas à l'article 9bis si ce n'est pour préciser qu'il s'agit d'un problème psychologi- que général et fondamental. J'ai déjà évoqué divers argu- ments. Le cas est clair. Je rappelle toutefois que le résultat du vote de la commission était de 9 voix contre 9, la présidente ayant tranché en faveur de la majorité.
En ce qui concerne la proposition de Mme Hafner, la commis- sion n'en a pas discuté. Pour la précision du texte, il me sem- ble nécessaire de dire deux mots de la traduction française. Il serait en effet bon de mettre en évidence le «muss> allemand et de le traduire par «doit comprendre au moins». Cela me pa- raîtrait plus juste par rapport à la proposition de la majorité dont le texte potestatif est «peuvent exiger». Mme Hafner veut «doit comprendre».
Bundesrat Koller: Erlauben Sie mir zunächst eine Vorbemer- kung zu den beiden Anträgen. Meiner Meinung nach würde der Antrag von Frau Hafner gegenüber demjenigen der Kom- mission den Vorzug verdienen, denn ein Ziel dieser Gesetzes- vorlage ist ja die Vermeidung der sogenannten sekundären Viktimisierung, d. h. dass das Opfer im Rahmen des Verfah- rens noch einmal Schaden nimmt. Dieses Ziel erreichen Sie natürlich eher, wenn das Opfer die Besetzung des Gerichtes mit einer Person des gleichen Geschlechts nicht verlangen muss, sondern wenn das von Anfang an von Gesetzes wegen vorgeschrieben ist. Dies zum Verhältnis der beiden Anträge zueinander.
In bezug auf das Prinzip selber habe ich Ihnen im Eintretensre- ferat bereits die Gründe dargelegt. Der Bundesrat bedauert, dass in den Gerichten nicht mehr Frauen sind. Es ist uns auch klar, dass das besonders bedauerlich ist, wenn es beispiels- weise um die Beurteilung von Sexualdelikten geht. Wir haben Ihnen daher in Artikel 6 Absatz 3 auch vorgeschlagen, dass die Einvernahmen - und hier scheint es uns noch wichtiger - durch eine Person gleichen Geschlechts durchgeführt werden müssen. Das ist auch leichter zu bewerkstelligen, weil es auch in kleinen Kantonen relativ leicht möglich ist, dass die zustän- dige Regierung oder ein anderes zuständiges Organ eine aus- serordentliche Untersuchungsrichterin bestellt. Schwieriger ist das Problem bei den Gerichten, denn hier stellt dieses Er- fordernis zweifellos einen bedeutenden Eingriff in die kanto- nale Organisation der Gerichte dar. Es wiegt vor allem dort schwer, wo die Gerichte durch Volkswahl bestellt werden. Das war der Grund, weshalb Ihnen der Bundesrat keinen solchen Antrag unterbreitet hat.
Abstimmung - Vote
Eventuell - A titre préliminaire Für den Antrag der Mehrheit Für den Antrag Hafner Ursula
83 Stimmen 54 Stimmen
Definitiv - Définitivement Für den Antrag der Mehrheit Für den Antrag der Minderheit
71 Stimmen 70 Stimmen
Art. 10 Antrag der Kommission Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates Proposition de la commission Adhérer au projet du Conseil fédéral
Angenommen - Adopté
Art. 11 Antrag der Kommission Abs. 1 Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates Abs. 2 Dem Opfer kann unabhängig von seinem Einkommen eine Genugtuung ausgerichtet werden, wenn ...
Art. 11 Proposition de la commission Al. 1 Adhérer au projet du Conseil fédéral Al. 2
Une somme peut être versée à la victime à titre de réparation morale, indépendamment du revenu de la victime, lorsque celle-ci a subi ....
Angenommen - Adopté
Art. 12-15 Antrag der Kommission Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates Proposition de la commission Adhérer au projet du Conseil fédéral
Angenommen - Adopté
Hilfe an Opfer von Straftaten
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Art. 16 Antrag der Kommission Mehrheit Abs. 1 Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates
Abs. 2
Die Rekurskommission besteht aus höchstens neun Mitglie- dern. Der Bundesrat wählt die Mitglieder und regelt die Organi- sation der Kommission.
Minderheit
(Gros, Antille, Aubry, Ducret, Fäh, Nabholz, Philipona, Reva- clier, Wyss Wiliam) Streichen
Art. 16
Proposition de la commission Majorité Al. 1 Adhérer au projet du Conseil fédéral
Al. 2
La Commission de recours se compose de neuf membres au plus. Le Conseil fédéral désigne les membres et règle l'organi- sation de la commission.
Minorité
(Gros, Antille, Aubry, Ducret, Fäh, Nabholz, Philipona, Reva- clier, Wyss Wiliam) Biffer
M. Gros, porte-parole de la minorité: A l'article 16, la minorité de la commission vous propose de renoncer à l'instauration d'une Commission fédérale de recours en matière d'indemni- sation. Nous ne voyons aucun motif de nous écarter, dans ce domaine, du système judiciaire ordinaire qui prévoit dans tous les cantons des instances uniques jusqu'à un certain niveau et ensuite des autorités judiciaires d'appel. L'arsenal législatif des cantons est parfaitement suffisant pour permettre l'intro- duction d'un recours.
A nos yeux, il est d'autre part important que seuls des tribu- naux soient admis à statuer en cette matière, l'aide financière de l'Etat intervenant non pas indépendamment, mais en fonc- tion de leur décision par le versement de provision ou sous forme de dédommagement.
Pourquoi dès lors faire une sorte d'exception dans le domaine de l'indemnisation des victimes d'actes de violence? Le Conseil fédéral, dans son message, nous donne deux argu- ments. Il nous dit que cette commission aura l'avantage d'in- troduire une jurisprudence uniforme. On ne peut pas être a priori opposé à une justice qui soit rendue pareillement dans toute la Suisse, mais tout notre système judiciaire actuel est élaboré de manière à ce que s'expriment les diverses sensibili- tés cantonales. Il n'y a donc pas de raison particulière pour prévoir qu'une commission fédérale serait chargée, dans ce cas, de rendre une jurisprudence uniforme alors que dans les autres domaines c'est au Tribunal fédéral qu'est donné le rôle de contrôler si les jugements rendus par les autorités cantona- les de recours sont conformes aux lois fédérales.
Il est d'ailleurs piquant de remarquer que les décisions de la Commission fédérale de recours pourront à leur tour faire l'ob- jet d'un recours au Tribunal federal. C'est dire qu'en matière de jurisprudence uniforme notre instance judiciaire suprême reste compétente.
Le deuxième argument que nous donne le Conseil fédéral est qu'avec une commission de recours la décision serait rendue plus rapidement. Or, nous venons de le voir, comme les déci- sions de cette commission pourront être contestées devant le Tribunal fédéral, on ne saisit pas très bien pourquoi cette pro- cédure serait plus rapide que celle qui passerait par une auto- rité de recours cantonale. Ose-t-on vraiment prétendre sans rire qu'une autorité federale serait plus rapide qu'une autorité cantonale?
D'autre part, nous venons d'accepter, à l'article 15, alinéa pre- mier, la disposition suivante: «Les cantons prévoient une pro- cédure simple, rapide et gratuite». Charge à eux, maintenant,
de prévoir, y compris pour l'autorité de recours, cette procé- dure simple, rapide et gratuite.
Aucun argument ne me semble valoir un changement de l'or- dre habituel de notre procédure. Aucune efficacité, aucune ra- pidité, aucune simplicité supplémentaires. Selon la proposi- tion du Conseil fédéral, nous aurions le schéma suivant: ins- tances cantonales, Commission fédérale de recours, Tribunal fédéral. Selon la proposition de la minorité, ce serait: instances cantonales, autorité de recours cantonale et Tribunal fédéral. Aucune nécessité nouvelle ne nous semble justifier un trans- fert du canton à la Confédération de l'autorité de recours.
La minorité de la commission - importante minorite puisque battue à 9 contre 8 - vous propose donc d'en rester à l'applica- tion actuelle du droit et de biffer l'article 16.
Frau Stamm, Berichterstatterin: Sie erinnern sich vielleicht, dass wir im Zusammenhang mit der Revision der Organisation der Bundesrechtspflege davon gesprochen haben, dass bei Verfahren Bürger gegen Staat zur Entlastung des Bundesge- richtes Rekurskommissionen geschaffen werden sollten. Diese Revision ist dann abgelehnt worden. Beim Opferhilfege- setz, das ursprünglich auf diese Revision ausgelegt war, musste man dann eine neue Lösung suchen und hat nun die Lösung in der Schaffung einer eidgenössischen Rekurskom- mission gefunden. In der Vernehmlassung hat man sich für diese Variante ausgesprochen, auch die Kantone. Angesichts der wenigen Fälle, die zu erwarten sind, erwartet man von ei- ner eidgenössischen Rekurskommission eine einheitlichere Rechtsprechung, als wenn diese wenigen Fälle dann noch verteilt auf die Kantone behandelt würden.
Ich empfehle Ihnen, in diesem Punkt der Mehrheit zuzustim- men.
M. Béguelin, rapporteur: A l'article 16, il s'agit là aussi d'un point qui a été assez disputé en commission. La minorité vou- lait le supprimer, suivant d'ailleurs la logique fédéraliste déjà développée pour les articles 6, 7, 8 et 9. La majorité, elle, est convaincue que la commission de recours est nécessaire pour garantir une jurisprudence uniforme ainsi que la rapidité de la décision finale étant donné le nombre peu important de cas qui devront, semble-t-il, être traités. La majorité des can- tons se sont également prononcés dans ce sens. Le texte pro- posé par la majorité a été accepté par 9 voix contre 8 en faveur de la minorité.
Je vous propose par conséquent de suivre la majorité de votre commission.
Präsident: Die CVP-Fraktion teilt mit, dass sie dem Antrag der Kommissionsmehrheit zustimmt.
Bundesrat Koller: Ich möchte Sie bitten, sich diese Frage doch noch einmal zu überlegen. Neben den Gründen, die die Kommissionsreferenten bereits angeführt haben, ist zweifel- los die Entlastung des Bundesgerichtes ein wichtiges Postu- lat. Wenn Sie nämlich keine eidgenössische Rekurskommis- sion vorsehen, dann wird in jenen Kantonen, wo die Fälle nicht an ein Verwaltungsgericht gehen, das Bundesgericht auf- grund von Artikel 105 Absatz 2 OG den ganzen Tatbestand auch noch einmal überprüfen müssen, währenddem das Tat- beständliche im Falle einer eidgenössischen Rekurskommis- sion für das Bundesgericht ein für allemal feststeht - was be- kanntlich eine ganz wesentliche Entlastung bringt.
Der zweite Grund ist der, dass es voraussichtlich pro Jahr nur sehr wenige Entschädigungsfälle geben wird - wir rechnen· mit etwa 100 bis 200 - und von diesen nur wenige an die Ge- richte weitergezogen werden. Also ist es von daher auch öko- nomischer, wenn wir eine einzige Instanz haben, die für eine einheitliche Rechtsanwendung besorgt ist.
Nun aber zum Schluss das allerwichtigste Kriterium: Wenn Sie dem Antrag von Herrn Gros folgen, dann haben Sie folgende widersprüchliche Lage: Der Entschädigungsanspruch geht dann von der kantonalen Rekurskommission oder vom kanto- nalen Verwaltungsgericht mittels verwaltungsgerichtlicher Be- schwerde an das Bundesgericht. Die Genugtuung ist aber - weil darauf kein Rechtsanspruch besteht - an den Bundesrat
Aide aux victimes d'infractions
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weiterziehbar. Dies ist doch ein völlig unsinniges Resultat; man muss diese beiden Aspekte wirklich ganzheitlich sehen. Es würde zu widersprüchlichen Ergebnissen führen, wenn die Entschädigungsfrage an das Bundesgericht ginge, die Frage der Genugtuung aber an den Bundesrat. Das ist vielleicht letzt- lich der entscheidendste Grund, weshalb ich Ihnen empfehle, dem Bundesrat und der Mehrheit der Kommission zu folgen.
Abstimmung - Vote Für den Antrag der Mehrheit Für den Antrag der Minderheit
87 Stimmen 52 Stimmen
Art. 17 Antrag der Kommission Titel
Ausbildungs- und Finanzhilfe des Bundes
Abs. 1
Der Bund fördert die Fachausbildung .... Opferhilfe Betrauten. Er gewährt entsprechende Finanzhilfen. Abs. 2 ... Kantonen eine pauschale Finanzhilfe für die Kosten der Be- ratungsstellen. Diese wird .... dem Bundesrat periodisch Be- richt ....
Abs. 3
Erwachsen einem Kanton infolge ausserordentlicher Ereig- nisse besonders hohe Aufwendungen, so kann der Bund zu- sätzliche Finanzhilfen gewähren.
Art. 17 Proposition de la commission Titre
Aide à la formation et aide financière de la Confédération Al. 1
La Confédération encourage la formation spécifique du per- sonnel des centres de consultation et des personnes char- gées de l'aide aux victimes. Elle accorde des aides financières correspondantes. AI. 2
La Confédération accorde aux cantons une aide forfaitaire pour le financement des centres de consultation. Cette aide est répartie entre les cantons en proportion de leur capacité fi- nancière et de leur population. Les cantons rendent compte périodiquement au Conseil fédéral de l'utilisation de l'aide fi- nancière. Al. 3 (nouveau)
Si, par suite d'événements extraordinaires, un canton doit sup- porter des frais particulièrement élevés, la Confédération peut accorder des aides financières supplémentaires.
Angenommen - Adopté
Art. 18 Antrag der Kommission Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates Proposition de la commission Adhérer au projet du Conseil fédéral
Angenommen - Adopté
Aenderung von Bundesgesetzen Modification de lois fédérales
Ziff. 1
Antrag der Kommission
Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates
Ch. 1
Proposition de la commission
Adhérer au projet du Conseil fédéral
Angenommen - Adopté
Ziff. 2 Antrag der Kommission Art. 88bis Mehrheit
6
.... Opfer von schweren Straftaten.
Minderheit (Ducret, Antille, Aubry, Bürgi, Gros, Philipona, Revaclier, Wyss Wiliam) Streichen
Art. 106 Abs. 1bis
... Opfer von schweren Straftaten.
Art. 115 Abs. 1 Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates
Art. 120 Abs. 1 .... über die Hilfe an Opfer von schweren Straftaten mit. Art. 120 Abs. 2 Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates
Art. 137 Abs. 1 dritter Satz; 175 Abs. 3; 210; 221 Abs. 1, 1bis; 228 Abs. 2-4; 231 Abs. 1; 238 Abs. 2; 278 Abs. 3 Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates
Ch. 2 Proposition de la commission Art. 88bis
Majorité d'infractions graves.
Minorité (Ducret, Antille, Aubry, Bürgi, Gros, Philipona, Revaclier, Wyss Wiliam) Biffer
Art. 106 al. 1bis .... d'infractions graves .. ....
Art. 115 al. 1 Adhérer au projet du Conseil fédéral
Art. 120 al. 1 .... d'infractions graves. Art. 120 al. 2 Adhérer au projet du Conseil fédéral
Art. 137 al. 1 troisième phrase; 175 al. 3; 210; 221 al. 1, 1bis; 228 al. 2-4; 231 al. 1; 238 al. 2; 278 al. 3 Adhérer au projet du Conseil fédéral
Präsident: Der Minderheitsantrag Ducret bei Artikel 88bis ent- fällt gemäss Abstimmung zu Artikel 6.
Angenommen - Adopté
Ziff. 3 Antrag der Kommission Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates
Ch. 3 Proposition de la commission Adhérer au projet du Conseil fédéral
Angenommen - Adopté
Ziff. 4
Antrag der Kommission
Gliederungstitel vor Art. 74
Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates
Art. 84a Mehrheit ... an Opfer von schweren Straftaten.
Hilfe an Opfer von Straftaten
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Minderheit (Ducret, Antille, Aubry, Bürgi, Gros, Philipona, Revaclier, Wyss William) Streichen
Art. 112; 113; 114 Abs. 1; 118; 119 Abs. 2 Bst. d; 122 Abs. 1; 154 Abs. 2; 163; 164 Abs. 1, 4, 5; 173 Abs. 1bis; 174 Abs. 2; 175 Abs. 2; 179 Sachüberschrift, Abs. 1; 181 Abs. 2; 183 Abs. 2, 2bis; 186 Abs. 1bis; 193; 196; 199; 202 Bst. d Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates
Ch. 4 Proposition de la commission Titre précédant l'art. 74 Adhérer au projet du Conseil fédéral
Art. 84a Majorité d'infractions graves.
Minorité (Ducret, Antille, Aubry, Bürgi, Gros, Philipona, Revaclier, Wyss William) Biffer
Art. 112; 113; 114 al. 1; 118; 119 al. 2 let. d; 122 al. 1; 154 al. 2; 163; 164 al. 1, 4, 5; 173 al. 1bis; 174 al. 2; 175 al. 2; 179 titre mé- dian, al. 1; 181 al. 2; 183 al. 2, 2bis; 186 al. 1bis; 193; 196; 199; 202 let. d Adhérer au projet du Conseil fédéral
Präsident: Auch der Minderheitsantrag Ducret zu Artikel 84a entfällt wegen des Entscheids bei Artikel 6.
Angenommen - Adopté
Gesamtabstimmung - Vote sur l'ensemble Für Annahme des Gesetzentwurfes Dagegen
115 Stimmen
1 Stimme
B. Bundesbeschluss über das Europäische Uebereinkom- men über die Entschädigung für Opfer von Gewalttaten B. Arrêté fédéral portant approbation de la Convention eu- ropéenne relative au dédommagement de victimes d'in- fractions violentes
Titel und Ingress, Art. 1, 2 Antrag der Kommission Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates
Titre et préambule, art. 1, 2 Proposition de la commission Adhérer au projet du Conseil fédéral
Angenommen - Adopté
Gesamtabstimmung - Vote sur l'ensemble Für Annahme des Beschlussentwurfes 129 Stimmen (Einstimmigkeit)
An den Ständerat - Au Conseil des Etats
Präsident: Damit ist die erste Sitzung im Jubiläumsjahr 1991 abgeschlossen. Ich hoffe, dass dieses parlamentarische Jahr ganz besonders erfolgreich sein wird.
1 Neben unserem 700-Jahr-Jubiläum haben wir heute noch ei- nen zusätzlichen Geburtstag zu feiern: denjenigen unserer Kollegin Eva Segmüller. Ich gratuliere ihr dazu ganz herzlich. (Beifall)
Schluss der Sitzung um 19.35 Uhr La séance est levée à 19 h 35
4-N
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Hilfe an Opfer von Straftaten. Bundesgesetz. Uebereinkommen Aide aux victimes d'infractions. Loi. Convention
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Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
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Année
1991
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I
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Januarsession
Session
Session de janvier
Sessione
Sessione di gennaio
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
01
Séance Seduta
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21.01.1991 - 15:15
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8-25
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