Motion on information rights accepted as postulate

20019334Jurisprudence administrative des autorités fédérales (JAAC)14 déc. 1990Partially Granted

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

In the winter session of 1990, the National Council considered Motion 90.775 by Rechsteiner on creating information rights for citizens. The Federal Council asked that the motion be converted into a postulate, pointing to ongoing administrative review of access-to-information and secrecy rules. The Council followed that approach and transmitted the matter as a postulate.

Regeste Omnilex

Parliamentary motion; conversion to postulate: where the executive shows that the subject matter is already under examination and that further clarification is ongoing, the chamber may limit itself to a postulate instead of binding itself to the motion’s stronger mandate. The dispositive effect is a non-binding instruction to examine and report, not an immediate legislative obligation.

Texte intégral

N

14 décembre 1990

2428

Motion Zwygart

90.775 Motion Rechsteiner Schaffung von Informationsrechten Droit du citoyen à l'information

Wortlaut der Motion vom 3. Oktober 1990

Der Bundesrat wird eingeladen, die Schaffung von Informa- tionsrechten der Bürgerinnen und Bürger im schweizerischen Recht eingehend zu prüfen und den eidgenössischen Räten eine Vorlage für die erforderlichen gesetzlichen Grundlagen zu unterbreiten.

Texte de la motion du 3 octobre 1990

Le Conseil fédéral est chargé d'étudier de manière approfon- die l'inscription dans la législation du droit à l'information en faveur des citoyennes et citoyens, et de soumettre aux Cham- bres fédérales une proposition visant la création des bases lé- gales nécessaires.

Mitunterzeichner - Cosignataires: Bäumlin Ursula, Béguelin, Bodenmann, Braunschweig, Brügger, Bundi, Danuser, Eg- genberger Georges, Fankhauser, Haering Binder, Hafner Ur- sula, Haller, Hubacher, Jeanprêtre, Ledergerber, Leuenberger Moritz, Matthey, Mauch Ursula, Neukomm, Ott, Pitteloud, Rei- mann Fritz, Stappung, Uchtenhagen, Ulrich, Vollmer, Züger (27)

Schriftliche Begründung - Développement par écrit

Es sollte heute unbestritten sein, dass das Prinzip der Oeffent- lichkeit und der Zugänglichkeit der relevanten Informationen eine der entscheidenden Voraussetzungen der Demokratie ist. Der Grundsatz ist im schweizerischen Recht nur ungenü- gend verwirklicht, nachdem nach wie vor das Prinzip der Ge- heimhaltung dominiert (z. B. über die Geheimnisartikel des StGB). Die im Datenschutzgesetz vorgesehenen Auskunfts- und Einsichtsrechte bilden hierzu nur ein ungenügendes Kor- rektiv, weil sie die Zugänglichkeit höchstens hinsichtlich derje- nigen Daten gewährleisten, welche die die Auskunft bean- spruchende Person persönlich betreffen. Es drängt sich auf, auch für das schweizerische Recht die Schaffung von Informa- tionsrechten zu prüfen und in geeigneter Form auf dem Weg der Gesetzgebung vorzuschlagen. Andere Länder (insbeson- dere Schweden und die USA mit dem «freedom of information act» bzw. dem «right to know») haben mit dem Oeffentlich- keitsprinzip seit längerem gute Erfahrungen gemacht.

Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 26. November 1990 Rapport écrit du Conseil fédéral du 26 novembre 1990

Durch zwei Motionen (80.544 Informanten und Journalisten, Rechtsstellung; Binder; 80.467 Aktenklassifizierung und öf- fentliche Meinung; Jelmini) wurde der Bundesrat 1982 beauf- tragt, bestimmte Aspekte des Informations- und Geheimhal- tungsrechts zu überprüfen. Der Bundesrat setzte daraufhin für den Teilaspekt der Ueberprüfung des Geheimhaltungsrechts und der Geheimhaltungspraxis der Bundesverwaltung eine Arbeitsgruppe «Oeffentlichkeit und Geheimhaltung» ein. Diese lieferte ihren Bericht im Juli 1986 ab. Der Bundesrat nahm am 1. Juli 1987 von diesem Bericht Kenntnis und legte das weitere Vorgehen fest. Hierbei beauftragte er die Bundes- kanzlei, aufgrund des Schlussberichts der Arbeitsgruppe im Bereich Information aus der Bundesverwaltung Vorschläge zu unterbreiten. Ein in der Folge ausgearbeiteter erster Entwurf «Weisungen über die Auskunfterteilung und die Akteneinsicht in Bundesangelegenheiten» wurde von der Verwaltung mit Skepsis aufgenommen. In der Zwischenzeit hat eine neue in- terdepartementale Arbeitsgruppe «Akteneinsichtskonferenz» unter Federführung der Bundeskanzlei am 18. September

1990 ihre Arbeit aufgenommen. Das Ziel dieser Arbeitsgruppe wird sein, die unterschiedlichen Regelungen zu koordinieren und harmonisieren. Sie soll ihre Anträge bis Ende Jahr ablie- fern.

Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat beantragt, clie Motion Rechsteiner in ein Postu- lat umzuwandeln.

Ueberwiesen als Postulat - Transmis comme postulat

90.796 Motion Zwygart Eisenbahn-Langtunnel in Ligerz Tunnel ferroviaire contournant Gleresse

Wortlaut der Motion vom 3. Oktober 1990 Der Bundesrat wird beauftragt, für den Doppelspurausbau im Rahmen der «Bahn 2000» auf der Strecke La Neuveville- Twann einen Langtunnel p anen zu lassen, damit nicht nur Li- gerz, sondern auch die Weiler Schafis und Bipschal geschont werden. Nur so ist es mögl ch, dass ein landschafts- und orts- bildschutzverträgliches Projekt entsteht.

Texte de la motion du 3 octobre 1990

Dans la perspective du dédoublement de la voie ferrée entre Douanne et La Neuveville, dédoublement prévu dans le cadre de RAIL 2000, le Conseil fédéral est chargé de faire établir les plans d'un long tunnel ferroviaire qui contournerait le village de Gléresse mais aussi les hameaux de Chavannes et de Bip- schal. Ce projet est le seul moyen de préserver le site et le pay- sage.

Mitunterzeichner - Cosignataires: Bär, Bonny, Daepp, Dietrich, Dünki, Fierz, Günter, Hafner Rudolf, Haller, Herczog, Kohler, Kuhn, Loretan, Luder, Maeder, Reimann Fritz, Ruf, Schwab, Seiler Hanspeter, Vollmer, Weder-Basel, Wyss William (22)

Schriftliche Begründung - Développement par écrit

Das linke Bielerseeufer mit seiner harmonischen Rebberg- landschaft sowie den weitgehend intakten und historisch wert- vollen Ortsbildern (Tüscherz, Twann, Wingreis, Bipschal, Li- gerz, Schafis) wurde vom Bundesrat als Landschaft von natio- naler Bedeutung erklärt (Aufnahme ins erste Bundesinventar BLN, 1977). Die erwähnten Gemeinden und Weiler wurden zu- dem in das Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS) aufgenommen. Aus dieser Landschaft sticht Ligerz heraus, welches über ein weitgehend unverän- dertes Dorfbild mit gut erhaltenen Gebäuden aus dem 16. bis 18. Jahrhundert verfügt.

Das aufgelegte Projekt eines Doppelspurausbaus sieht nur eine Umfahrung des Dorfkerns von Ligerz vor. Der direkt am See gelegene Weiler Bipschal sowie der zu La Neuveville ge- hörende Weiler Schafis werden nicht geschont. Zwei Bahn- übergänge würden die Staatsstrasse queren, was für eine Neuplanung unbefriedigend ist, trotz der Autobahn N 5. Diese massiven Eingriffe würden zu einer Umklammerung von Li- gerz führen. Massive Eingriffe führten zu vielen negativen Aus- wirkungen wie Landverlust, Lärmbelastungen und Eingriffe ins Rebgelände.

Von den höheren finanziellen Aufwendungen braucht man nicht zurückzuschrecken, wenn man daran denkt, dass dieser Eingriff für immer bestehenbleibt. Ligerz hat bei der Autobahn lange gekämpft. Die mit dem langen N-5-Strassentunnel in Aussicht stehende Entlastung von Schafis, Ligerz und Bip-

.

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

Motion Rechsteiner Schaffung von Informationsrechten Motion Rechsteiner Droit du citoyen à l'information

In

Dans

In

Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale

Jahr

1990

Année

Anno

Band

V

Volume

Volume

Session

Wintersession

Session

Session d'hiver

Sessione

Sessione invernale

Rat

Nationalrat

Conseil

Conseil national

Consiglio

Consiglio nazionale

Sitzung

15

Séance

Seduta

Geschäftsnummer 90.775

Numéro d'objet

Numero dell'oggetto

Datum 14.12.1990 - 08:00

Date

Data

Seite

2428-2428

Page

Pagina

Ref. No

20 019 334

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Mots-clés

information rightspublic accessparliamentary motionpostulategovernment review

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether Motion Rechsteiner should be adopted as a motion or converted into a postulate

Solution extraite

The Council accepted the Federal Council's proposal and transmitted the matter as a postulate rather than as a binding motion.

Motifs extraits

The Federal Council explained that related information and secrecy questions were already under review within the administration and by an interdepartmental working group, making a postulate sufficient for further examination.

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