Postulate on international federalism research center

20019056Jurisprudence administrative des autorités fédérales (JAAC)5 oct. 1990Granted

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

The National Council considered Postulate 90.609, which invited the Federal Council to examine whether Switzerland could establish an international research center devoted to the practical study of federalism as a peaceful way to resolve conflicts. After the Federal Council declared itself ready to accept the postulate, the chamber transmitted it.

Regeste Omnilex

Parliamentary postulate; transmission to the Federal Council. Where the Federal Council declares itself ready to accept a postulate, and the chamber does not maintain opposition, the postulate is transmitted and the Federal Council is requested to examine the matter raised.

Texte intégral

N 5 octobre 1990

1912

Postulat Ott

statut d'autonomie (par exemple en le faisant collaborer à l'Ins- titut suisse de droit comparé de Lausanne), s'il faut le consti- tuer avec les cantons (avec la Fondation pour la collaboration cantonale dont le siège est à l'Institut du fédéralisme de l'Uni- versité de Fribourg) ou s'il faut subventionner un institut uni- versitaire pour en faire un centre national.

Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 5. September 1990 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 5 septembre 1990 Le Conseil fédéral est prêt à accepter le postulat.

Le président: Le postulat est combattu par M. Ruf. La discus- sion est renvoyée à une date ultérieure.

Verschoben - Renvoyé

90.591 Postulat Zwygart Abschaffung der Nuntiatur Suppression de la nonciature apostolique

Wortlaut des Postulates vom 20. Juni 1990 Der Bundesrat wird eingeladen, die Abschaffung der Apostoli- schen Nuntiatur (Vertretung des Papstes) in Bern zu prüfen.

Texte du postulat du 20 juin 1990 Le Conseil fédéral est invité à étudier la suppression de la non- ciature apostolique (représentation du Saint-Siège) à Berne.

Mitunterzeichner - Cosignataires: Dünki, Kuhn (2)

Schriftliche Begründung - Développement par écrit Die mit der Einsetzung des neuen Bischofs von Chur verbun- denen Vorgänge können geeignet sein, den Frieden zwischen den christlichen Konfessionen zu gefährden. Jetzt verlangen parlamentarische Vorstösse den Ausbau der diplomatischen Beziehungen mit dem Vatikan. In diesem Zusammenhang ist aber auch der Verzicht auf die diplomatische Vertretung des Kirchenstaates in der Schweiz - die Abschaffung der Nuntiatur - zu prüfen. Die Privilegierung einer bestimmten Konfession ist nicht mehr zeitgemäss. Da der Nuntius u. a. für die Sondie- rung, Empfehlung und Weiterleitung der Vorschläge für die Bi- schofswahlen zuständig ist, kann mit Fug der diplomatische Status in Frage gestellt werden. Dass der Nuntius in Bern als Vertreter und Aufsichtsorgan des Papstes zudem noch eine Vorrangstellung innerhalb des Diplomatischen Corps ein- nimmt, wird in der Bevölkerung je länger je weniger verstan- den.

Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 17. September 1990 (Siehe Postulat Portmann 90.532 hiervor) Rapport écrit du Conseil fédéral du 17 septembre 1990 (Voir postulat Portmann 90.532 ci-devant)

Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat beantragt, das Postulat Zwygart abzulehnen.

Abgelehnt - Rejeté

90.609

Postulat Ott Stelle zur Erforschung des Föderalismus Centre international de recherche sur le fédéralisme

Wortlaut des Postulates vom 21. Juni 1990 Der Bundesrat wird eingeladen zu prüfen, ob die Eidgenos- senschaft

  • im Dienste des Friedens - als Geste gegenüber dem Ausland

  • zur Stärkung der schweizerischen Identität in der Völkerge- meinschaft

  • eventuell im Zusammenhang mit dem Jubiläumsjahr 1991 einen grosszügigen Schritt in der folgenden Richtung tun könnte:

Errichtung einer internationalen Forschungsstelle auf schwei- zerischem Boden zur Erforschung der praktischen Möglich- keiten des Föderalismus als Weg der friedlichen Konfliktlö- sung.

Texte du postulat du 21 juin 1990

Le Conseil fédéral est invité à examiner la question suivante: La Confédération pourrait-elle faire un grand pas en faveur de la création d'un centre international de recherche en Suisse? Ce centre étudierait les moyens pratiques propres au fédéra- lisme qui permettraient de régler pacifiquement les différends. Un tel projet serait motivé par le désir de

  • sauvegarder la paix;

  • faire un geste sur le plan international;

  • renforcer l'identité suisse dans la communauté internatio- nale et pourrait, éventuellement, s'inscrire dans le cadre du 700ème anniversaire de la Confédération en 1991.

Mitunterzeichner - Cosignataires: Aguet, Ammann, Aubry, Auer, Baerlocher, Bär, Bäumlin, Béguelin, Biel, Bircher, Bo- denmann, Bonny, Borel, Braunschweig, Brügger, Bundi, Burckhardt, Buttiker, Carobbio, Cevey, Columberg, Daepp, Danuser, Darbellay, Diener, Dietrich, Dormann, Dünki, Eggen- berg-Thun, Eggenberger Georges, Eggly, Engler, Euler, Fank- hauser, Fischer-Sursee, Gardiol, Grendelmeier, Günter, Hac- ring Binder, Hafner Rudolf, Hafner Ursula, Hänggi, Herczog, Hubacher, Humbel, Iten, Jaeger, Joanprêtre, Keller, Kuhn, Kühne, Lanz, Leuba, Leuenberger-Solothurn, Leuenberger Moritz, Loeb, Longet, Loretan, Luder, Maeder, Matthey, Mauch Ursula, Meier-Glattfelden, Meizoz, Mühlemann, Müller-Aar- gau, Müller-Meilen, Nabholz, Nebiker, Neukomm, Nussbau- mer, Petitpierre, Philipona, Pitteloud, Portmann, Rebeaud, Reimann Fritz, Ruckstuhl, Ruffy, Rychen, Scheidegger, Schmid, Schüle, Seiler Rolf, Spälti, Stamm, Stappung, Stein- egger, Stocker, Stucky, Thür, Uchtenhagen, Ulrich, Vollmer, Weder-Basel, Wellauer, Widmer, Widrig, Wiederkehr, Wyss Paul, Zbinden Hans, Ziegler, Züger, Zwygart (104)

Schriftliche Begründung - Développement par écrit

  1. Duch die umstürzenden Ereignisse der letzten Monate se- hen sich die Nationen des Ostens und des Westens in die Lage versetzt, ihren Ort in der neu zu ordnenden Völkerge- meinschaft neu zu definieren und zu überdenken, welches ihr besonderer Beitrag zu dieser Gemeinschaft sein soll. Dabei liegt eine klare Profilierung im Dienste des Ganzen jeweils auch im nationalen Interesse.

  2. So hat auch unser Land, zumal nach der Abschwächung der traditionellen Rolle der Neutralität durch das Ende des Kal- ten Krieges, ein Interesse daran, seine Identität im heutigen in- ternationalen Rahmen aus den Quellen seiner Tradition her- aus zu stärken.

  3. Besondere Kennzeichen unserer Zeit sind, nach dem

  4. Oktober 1990 N

1913

Postulat Leutenegger Oberholzer

Schwinden der grossen, bipolaren Konfrontation der Super- mächte, die überall aufbrechenden bzw. manifest werdenden Nationalitätenkonflikte, ethnischen, kulturellen und sprachli- chen, auch religiösen Minderheitenkonflikte. Sie müssen auch in künftigen sicherheitspolitischen Szenarien als ernstzuneh- mende Bedrohungsfaktoren veranschlagt werden.

  1. Konflikte solcher Art können auf lange Sicht nur durch den besonderen Verhältnissen angepasste föderalistische Struk- turen auf friedliche und fruchtbare Art gelöst und überwunden werden.

Es wäre darum in unserer Zeit, in Europa und über Europa hin- aus, eine wichtige Aufgabe, die Potentiale des Föderalismus in praktischer Absicht mit einem Blick auf die Konfliktsituationen in der heutigen Welt zu erforschen.

  1. Die Schweiz könnte auf diesem Boden dem heutigen Eu- ropa und der heutigen Welt aus ihrer föderalistischen Ueberlie- ferung und Erfahrung heraus den wichtigsten Dienst leisten. So hat denn auch der Vorsteher des EDA in seiner kürzlich an der Kopenhagener KSZE-Konferenz über Menschenrechte gehaltenen Rede den schweizerischen Weg gewiesen, indem er die Rechte der Minderheiten herausstrich und die KSZE- Staaten zu einem speziell diesem Thema gewidmeten Treffen auf 1991 in die Schweiz einlud.

  2. Eine praktische Erforschung des Nutzens des Föderalis- mus in der heutigen Welt müsste in breiter Zusammenarbeit zwischen schweizerischen und ausländischen wissenschaftli- chen und politischen Sachverständigen erfolgen. Eine ent- sprechende Stelle, wie sie hier angeregt wird, könnte in Form von gezielten Forschungsaufträgen, von Expertentagungen und internationalen Kongressen arbeiten und ihre Ergebnisse den internationalen politischen Gremien zugänglich machen. Sie wäre auch konzipierbar als ein Organ zugunsten der KSZE, oder - um über den europäisch-atlantischen Raum hin- auszugreifen - der Vereinten Nationen, deren Agentur für Frie- den und Abrüstung (Unidir) ja auf schweizerischem Boden an- gesiedelt ist.

  3. Während kritische Stimmen in unserem Land die Befürch- tung äussern, das Jubiläumsjahr 1991 werde nicht mehr als ei- nen sterilen Rückblick bringen, könnte auf die beschriebene Weise ein weithin sichtbarer zukunftsweisender Schritt getan werden.

Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 5. September 1990 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 5 septembre 1990 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen.

Ueberwiesen - Transmis

90.569

Postulat Leutenegger Oberholzer Frauenforschung an den Eidgenössischen Technischen Hochschulen EPFZ et EPFL. Recherche sur la condition féminine

Wortlaut des Postulates vom 19. Juni 1990

Der Bundesrat wird eingeladen, an der ETH Zürich und an der EPF Lausanne je einen Lehrstuhl für Frauenforschung einzu- richten. Der Lehrstuhl soll insbesondere auch der Auseinan- dersetzung mit der Stellung der Frau im technisch-naturwis- senschaftlichen Komplex dienen.

Texte du postulat du 19 juin 1990 Le Conseil fédéral est invité à instituer deux chaires de recher- che sur la condition féminine dans les Ecoles polytechniques

fédérales de Lausanne et de Zurich afin notamment de pro- mouvoir l'étude de la situation des femmes dans le monde de la technique et des sciences.

Mitunterzeichner - Cosignataires: Antille, Aubry, Baerlocher, Bär, Bäumlin Ursula, Bircher, Bodenmann, Danuser, David, Diener, Dormann, Gardiol, Grendelmeier, Haering Binder, Hafner Ursula, Haller, Herczog, Jaeger, Jeanprêtre, Loeb, Longet, Nabholz, Ott, Pitteloud, Scheidegger, Seiler Rolf, Stamm, Stocker, Uchtenhagen, Vollmer, Zbinden Hans (31)

Schriftliche Begründung - Développement par écrit

In der Schweiz sind wir von der Gleichstellung der Geschlech- ter in allen gesellschaftlichen Bereichen noch weit entfernt. Auch die akademisch-wissenschaftliche Welt wird von den Männern geprägt. Gerade die Vorgänge im Bereich der Wis- senschaft sind für die Entwicklung der Gesellschaft, für Politik und für die Verteilung von Macht von grosser Bedeutung. Heute sind die Frauen in der Wissenschaft kaum wahrnehm- bar. Ihre Marginalisierung ist die Folge davon, dass Frauen als Studentinnen, Forscherinnen, akademische Lehrerinnen jahr- hundertelang nicht präsent waren. Die Tore der Universitäten und Hochschulen wurden den Frauen erst vor rund 100 Jah- ren geöffnet. Noch heute sind die Frauen im akademischen Lehrkörper massiv untervertreten, obschon inzwischen der Anteil der Frauen bei den Studierenden erheblich angestiegen ist.

In internationalen Gremien hat die Schweiz, wie dem Bericht der eidgenössischen Frauenkommission zur Stellung der Frau in der Schweiz (Teil IV) zu entnehmen ist, die Forderung nach Frauenstudien verschiedentlich nachhaltig unterstützt. Doch an den eigenen Universitäten und Hochschulen im In- land tut sich diesbezüglich nur wenig.

Der Bund ist hier geradezu aufgefordert, voranzugehen. Zu dieser Schlussfolgerung kommt auch eine Arbeitsgruppe der eidgenössischen Frauenkommission in ihrer Analyse der «Zu- kunftsstrategien von Nairobi zur Förderung der Frau», Bern 1988. Im Zusammenhang mit dem Postulat der Förderung von Frauenforschung an den Hochschulen regt die Arbeitsgruppe die Schaffung je eines Lehrstuhls für Frauenforschung an der ETH Zürich und an der EPF Lausanne an. Der Bericht hält dazu fest:

«Aufgabe eines solchen Lehrstuhls wäre zum einen, interdiszi- plinär die gesellschaftlichen Bedingungen für Frauen zu erfor- schen, Hinweise für ihre faktische Benachteiligung zu suchen sowie Aenderungswege zu skizzieren. Zum andern müsste ebenso die Diskussion über die Gültigkeit der gängigen Wis- senschaftsmethoden geführt werden. Zu hinterfragen gilt es hier in erster Linie, die - in aller Regel von Männern definierte - 'Objektivität' der Wissenschaft und die oft gleichzeitig erfol- gende Disqualifizierung der frauenspezifischen Anschauun- gen und Standpunkte.»

Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 12. September 1990 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 12 septembre 1990

Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen, macht aber darauf aufmerksam, dass für die Errichtung von Lehrstühlen der Schweizerische Schulrat zuständig ist.

Le président: Le postulat est combattue par M. Dreher. La dis- cussion est renvoyée à une date ultérieure.

Verschoben - Renvoyé

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

Postulat Ott Stelle zur Erforschung des Föderalismus Postulat Ott Centre international de recherche sur le fédéralisme

In

Dans

In

Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale

Jahr

1990

Année

Anno

Band

IV

Volume

Volume

Session

Herbstsession

Session

Session d'automne

Sessione

Sessione autunnale

Rat

Nationalrat

Conseil

Conseil national

Consiglio

Consiglio nazionale

Sitzung

17

Séance

Seduta

Geschäftsnummer 90.609

Numéro d'objet

Numero dell'oggetto

Datum 05.10.1990 - 08:00

Date

Data

Seite

1912-1913

Page

Pagina

Ref. No

20 019 056

Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.

Mots-clés

federalismresearch centerparliamentary postulateinternational cooperationpeaceful conflict resolution

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether the Federal Council should be asked to examine creating an international research center for the study of federalism.

Solution extraite

The postulate was accepted and transmitted to the Federal Council for examination.

Motifs extraits

The Council agreed that such a center could serve peace, Switzerland’s international profile, and the country’s identity; the Federal Council stated it was ready to accept the postulate.

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