1273
Interpellation Mühlemann
dans le soutien et la promotion de la recherche sur le SIDA, le Fonds national de la recherche scientifique, la Fondation pour la recherche sur le SIDA et l'Office fédéral de la santé publique.
Le président: L'interpellateur est satisfait de la réponse du Conseil fédéral.
90.364
Interpellation Bircher Umstrittene Zugersee-«Sanierung» Lac de Zoug. «Assainissement» controverse
Wortlaut der Interpellation vom 8. Februar 1990
Die nun konkret vorliegenden Pläne des Kantons Zug, seinen überdüngten Zugersee zu sanieren, stossen insbesondere im Kanton Aargau auf Ablehnung. Gemäss Projekt wäre mittels einer Ableitung das stark phosphatreiche Seewasser in die aargauische Reuss zu leiten. Diese würde damit jährlich mit 30 Tonnen Phosphat mehr belastet. Zudem würde in den Zu- gersee durch einen weiteren Stollen Wasser aus dem Vier- waldstättersee geleitet, womit dessen Seespiegel aber um mehrere Zentimeter sinken würde und Auswirkungen auf Grundwasser und naturnahe Uferzonen zu befürchten wären. Es erstaunt nun, dass sich Bundesämter zu diesem Vorhaben positiv geäussert haben sollen. Wie beurteilt der Bundesrat die geschilderten negativen Auswirkungen, insbesondere auch auf die naturnahen Gebiete im aargauischen Reusstal? Warum wird dem Kanton Zug nicht die in andern Seen schon erfolgreich angewandte künstliche Belüftung empfohlen? Was sagt der Bundesrat zur Tatsache, dass der Kanton Zug bis heute es nicht für nötig hielt, ein Düngeverbot zu erlassen, also die eigentliche Ursache der Phosphatüberlastung zu be- seitigen?
Texte de l'interpellation du 8 février 1990
Le projet concret, qui a maintenant été présenté par les auto- rités du canton de Zoug, en vue d'assainir le lac de Zoug forte- ment pollué par les engrais, se heurte à une opposition notam- ment dans le canton d'Argovie. Il serait en effet prévu d'amé- nager une conduite permettant de déverser dans la Reuss ar- govienne l'eau du lac fortement enrichie en phosphates. La ri- vière aurait ainsi à supporter 30 tonnes de phosphates de plus par an. De plus, une autre conduite amènerait dans le lac de Zoug de l'eau du lac des Quatre-cantons: le niveau de ce der- nier s'abaisserait de plusieurs centimètres, ce qui risque d'avoir des conséquences sur les eaux souterraines et sur les rives naturelles.
Il est surprenant que des offices fédéraux aient donné un avis favorable sur un tel projet. Que pense le Conseil fédéral des ef- fets néfastes décrits plus haut, notamment des atteintes por- tées aux rives argoviennes de la Reuss qui sont restées dans un état proche de la nature?
Pourquoi le canton de Zoug n'applique-t-il pas la méthode, uti- lisée dans d'autres lacs avec succès, de l'oxygénation artifi- cielle des eaux?
Que pense le Conseil fédéral du fait que jusqu'à présent, le canton de Zoug n'a pas jugé utile d'interdire l'utilisation des engrais pour éliminer la cause même de la pollution due aux phosphates?
Mitunterzeichner - Cosignataires: Keine - Aucun
Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Interpellant verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 5. Juni 1990
Rapport écrit du Conseil fédéral du 5 juin 1990
Ueber die Sanierung des Zugersees wird im Kanton Zug im Zeitpunkt der Projektgenehmigung eine Umweltverträglich- keitsprüfung durchgeführt. Zum entsprechenden Umweltver- träglichkeitsbericht werden sich zusätzlich zur kantonalen Umweltschutzfachstelle auch das Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft (Buwal) sowie die Umweltschutzfach- stellen der Nachbarkantone zu äussern haben. Im weiteren werden Bundesbehörden, die Subventionen zu gewähren ha- ben, dies erst tun, nachdem die Prüfung abgeschlossen und die Umweltverträglichkeit des Vorhabens nachgewiesen ist. Der Bundesrat legt Wert auf die Feststellung, dass sich die Bundesbehörden zum Vorhaben bisher noch nicht abschlies- send geäussert haben. Das Bundesamt für Wasserwirtschaft wie auch das Buwal haben jedoch dem beabsichtigten Projekt im Sinne eines vorläufigen Variantenentscheides zugestimmt. Dies bedeutet jedoch noch nicht Zustimmung zur Ausführung, sondern lediglich zur Weiterführung des Projektes, womit ins- besondere die Durchführung der Umweltverträglichkeitsprü- fung ermöglicht wird. Beide Bundesämter sind wohl an einer raschen Seesanierung interessiert, doch müssen allfällige Fol- gen, die sich aus einer Seesanierung für die unterliegenden Kantone ergeben können, sorgfältig abgeklärt und bewertet werden.
Zu den aufgeworfenen Fragen nimmt der Bundesrat wie folgt Stellung:
Die Umweltverträglichkeitsprüfung ist noch nicht abge- schlossen. Der Bundesrat kann deshalb zu den Auswirkungen des Vorhabens noch nicht Stellung nehmen.
Die Einleitung von Sauerstoff in das Tiefenwasser von Seen kann die Phosphatrücklösung nicht in allen Fällen verhindern. Als See mit grosser Bioproduktion gilt dies auch für den Zuger- see. Aus diesem Grund steht für den Zugersee die künstliche Belüftung nicht im Vordergrund.
Die Verhinderung der Einleitung verunreinigender Stoffe geht see-internen Massnahmen vor. Der Regierungsrat des Kantons Zug ist sich dessen bewusst. Er hat deshalb insbe- sondere im Bereich Landwirtschaft die erforderlichen Geset- zesänderungen vorbereitet, um u. a. Düngebeschränkungen verfügen zu können. Die Beschlussfassung im Zuger Kantons- rat steht unmittelbar bevor.
Le président: L'interpellateur n'est que partiellement satisfait de la réponse du Conseil fédéral.
90.458
Interpellation Mühlemann Reorganisation der Schweizerischen Landesbibliothek Réorganisation de la Bibliothèque Nationale
Wortlaut der Interpellation vom 21. März 1990 Am 28. Februar 1989 hat der Bundesrat den Bericht der Ar- beitsgruppe zur Neudefinierung der Aufgaben der Schweizeri- schen Landesbibliothek (SLB) entgegengenommen. In die- sem Bericht wird klar festgehalten, dass die SLB dringend der Reorganisation bedarf, um als wirksames Instrument nationa- ler Kulturpolitik und wissenschaftlicher Dienstleistung einge- setzt zu werden. Im besondern wurde darauf hingewiesen, dass mit der Neuorganisation auch ein schweizerisches Lite- raturarchiv zu errichten sei. Die Verwirklichung dieser Ziele be- dingt den Einsatz von grösseren personellen und finanziellen Mitteln. Da seit 1. März 1990 Dr. J .- F. Jauslin als neuer Direk- tor der Landesbibliothek wirkt, wird der Bundesrat gebeten, folgende Fragen zu beantworten:
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N 22 juin 1990
1274
Interpellation Aguet
Wie beurteilt der Bundesrat die zeitliche Abwicklung des Re- organisationsprogrammes der SLB?
Welche zusätzlichen personellen und finanziellen Mittel wer- den dem neuen Leiter der Landesbibliothek für die Erfüllung seiner Aufgabe zur Verfügung gestellt?
Wie gedenkt der Bundesrat im Rahmen der Landesbiblio- thek den Aufbau des nationalen Literaturarchivs zu gestalten?
Texte de l'interpellation du 21 mars 1990
Le Conseil fédéral a pris acte le 28 février 1989 du rapport du groupe de travail chargé de redéfinir les tâches de la Biblio- thèque nationale suisse. Il ressort clairement de ce document que la Bibliothèque nationale doit être réorganisée d'urgence pour pouvoir être un instrument efficace de la politique cultu- relle et remplir sa mission scientifique à l'échelon national. Il y est aussi question de créer des archives littéraires suisses. La réalisation de ces objectifs présuppose l'engagement de da- vantage de personnel et l'octroi de ressources supplémentai- res. Étant donné que Monsieur J .- F. Jauslin est entré en fonc- tion le 1er mars 1990 à la tête de la Bibliothèque nationale, je prie le Conseil fédéral de répondre aux questions suivantes:
Selon quel calendrier le programme de réorganisation de la Bibliothèque nationale se réalisera-t-il d'après le Conseil fédéral?
De quelles ressources supplémentaires en personnel et en moyens financiers le nouveau directeur de la Bibliothèque na- tionale dispose-t-il pour assumer sa fonction?
Comment la création des Archives littéraires suisses s'ins- crira-t-elle dans le cadre de la Bibliothèque nationale?
Mitunterzeichner - Cosignataires: Auer, Bremi, Eggly, Fäh, Grendelmeier, Guinand, Hafner Rudolf, Leutenegger Oberhol- zer, Loeb, Loretan, Maeder, Nabholz, Ott, Petitpierre, Reimann Maximilian, Schmid, Schüle, Uchtenhagen, Wyss Paul, Zbin- den Hans, Zölch (21)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 23. Mai 1990
Rapport écrit du Conseil fédéral du 23 mai 1990
Die Schweizerische Landesbibliothek (SLB) ist eine Institution des Bundes mit dem Zweck, die in der Schweiz oder im Aus- land erschienenen Publikationen und literarischen Erzeug- nisse, welche auf unser Land Bezug haben, die sogenannten Helvetica, zu sammeln, zu erhalten und zur Benutzung bereit- zustellen. Eine ihrer wichtigsten Aufgaben ist ferner die Füh- rung des Schweizerischen Gesamtkataloges als Vorausset- zung für den interurbanen Leihverkehr. Bis heute wurde die Automatisierung der Arbeitsabläufe der SLB nicht in Angriff ge- nommen. Um die Zukunft dieser Institution sicherzustellen, ist nach Auffassung des Bundesrates, eine vollständige Neuge- staltung der SLB erforderlich. Dem neuen Direktor, Herrn Dr. J .- F. Jauslin, obliegt daher die Aufgabe, ein Projekt zur Re- organisation und Informatisierung der SLB auszuarbeiten. Die Einzelfragen des Interpellanten beantwortet der Bundes- rat wie folgt:
nommen und ein Pflichtenheft ausgearbeitet werden, das al- len mit der SLB zusammenarbeitenden Instanzen zu unter- breiten ist. Ferner fallen darunter ein Reorganisationsplan, der sämtliche Aspekte der SLB (Personal, Material, Räume, Funk- tionen usw.) umfasst, sowie ein erster Finanzrahmen, der den zuständigen Behörden zum Entscheid unterbreitet werden soll. Auf den 1. Januar 1991 wäre die Einführung eines neuen Organigramms für die gesamte Bibliothek denkbar. Im allge- meinen und unter Vorbehalt weiterer Erkenntnisse dürfte das Jahr 1991 der Ausarbeitung einer Detailstudie sowie einzelnen ersten Realisierungsmassnahmen gewidmet sein. In Anbe- tracht ihrer Bedeutung dürften diese Arbeiten voraussichtlich die nächsten fünf Jahre in Anspruch nehmen.
In einer ersten Phase wird sich die Arbeit auf allgemeine Ueberlegungen und Organisationsaufgaben beschränken müssen. Um die angestrebten Ziele zu erreichen, ist der Ein- satz einer kleinen Equipe (2 bis 3 Personen) notwendig, die sich ausschliesslich der Aufgabendefinition, den Arbeitsab- läufen sowie den Organisationsfragen widmet. Diese Mitarbei- ter werden den vorhandenen Spezialisten der SLB häufig zur Seite stehen, da diese nur teilweise für solche Arbeiten zur Ver- fügung gestellt werden können. Der Umfang dieser Vorarbei- ten (ca. bis Ende 1990) wird also eher bescheiden sein. Wie bereits erwähnt, ist das Ziel dieser ersten Phase, präzise fest- zustellen, welche Mittel die Bibliothek benötigt, um den ver- schiedenen Erwartungen gerecht zu werden.
Das Schweizerische Literaturarchiv wurde im Zusammen- hang mit der Schenkung von Friedrich Dürrenmatt geschaffen und steht kurz vor der Eröffnung. In der Person von Herrn Dr. Thomas Feitknecht wurde der verantwortliche Leiter gefun- den, der sein Amt am 1. Juli 1990 antreten wird. Von den vier für das Jahr 1990 vorgesehenen Stellen sind drei bereits be- setzt; für die vierte wird die Ausschreibung demnächst vorge- nommen. Im kommenden September wird die Betriebsauf- nahme der Presse bekanntgegeben, und die offizielle Eröff- nung des neuen Schweizerischen Literaturarchivs mit der Prä- sentation der Räumlichkeiten, der vorhandenen Mittel und der bestehenden Projekte ist für das Frühjahr 1991 vorgesehen. Das Literaturarchiv bildet wie vorgesehen einen Bestandteil der SLB mit einem gewissen Sonderstatus. Zu diesem Zweck wird ein Teil der Mitglieder der Schweizerischen Bibliotheks- kommission die Rolle einer Subkommission für die Belange des Literaturarchivs übernehmen.
Le président: L'interpellateur n'est que partiellement satisfait de la réponse du Conseil fédéral.
90.462
Interpellation Aguet Fotoapparate-Sammlung von Michel Auer Maintien en Suisse de la collection Auer (appareils photographiques)
Wortlaut der Interpellation vom 21. März 1990 Nach Berichten der Presse soll eine der wertvollsten privaten Sammlungen von Fotoapparaten, diejenige des Genfers Mi- chel Auer, nach Japan verkauft werden. Nachdem die Japaner eben einige renommierte Schweizer Hotels aufgekauft haben, dürfen die Bundesbehörden nicht länger untätig bleiben. Auf die Frage von Frau Gardiol informierte Bundesrat Cotti den Nationalrat am 19. März, dass er in dieser Angelegenheit nichts unternehmen könne, da ihm die verfassungsmässigen und rechtlichen Grundlagen sowie die finanziellen Mittel fehl- ten: Man solle über den Markt eingreifen, und dies sei Sache des Kantons.
In Vevey gibt es ein schweizerisches Kameramuseum; die Ge- meinde finanziert es allein und hat dafür 4 Millionen Franken
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Interpellation Mühlemann Reorganisation der Schweizerischen Landesbibliothek Interpellation Mühlemann Réorganisation de la Bibliothèque Nationale
In
Dans
In
Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr
1990
Année
Anno
Band
III
Volume
Volume
Session
Sommersession
Session
Session d'été
Sessione
Sessione estiva
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
16
Séance
Seduta
Geschäftsnummer
90.458
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 22.06.1990 - 08:00
Date
Data
Seite
1273-1274
Page
Pagina
Ref. No
20 018 759
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