N
913
Postulat Hafner Rudolf
pas, comme vous le demandez, la possibilité d'intervenir, de soutenir, de faire des démarches.
Dans le cadre de la réorganisation de la sécurité en Europe, il est évident que les pays d'Europe occidentale, membres du pacte de l'organisation du Traité de l'Atlantique Nord - OTAN/ NATO - n'acceptent pas et n'accepteront pas qu'un poids déjà actuellement aussi important que l'Allemagne unifiée quitte leur zone de sécurité, renonce à leurs engagements mi- litaires, entraîne ces mêmes forces de l'OTAN à retirer leurs éventuelles bases et leurs troupes de l'Allemagne en discus- sion. C'est un élément qui a été clairement affirmé à plusieurs reprises. Cependant, je puis vous dire que ce problème de l'unification de l'Allemagne entraîne nécessairement une nou- velle discussion sur la politique de sécurité en Europe. Ce pro- blème a été posé clairement mardi, à Copenhague, à la Con- férence sur la sécurité et la coopération dans la Conférence sur la dimension humaine, par le ministre soviétique des affai- res étrangères, par M. Genscher, ministre allemand des affai- res étrangères, et a été repris par l'ensemble des ministres. Il y aura nécessairement, après la conclusion de la Conférence à six qui va régler le problème de l'unité allemande, l'obligation pour les Etats européens de redéfinir l'ensemble de la politi- que de sécurité en Europe. L'Union soviétique, elle-même, y tient naturellement parce qu'elle ne veut pas se trouver la seule ennemie potentielle d'une Europe qui serait fortifiée dans un seul club.
Voilà les quelques éléments supplémentaires que je peux vous donner. Ils dépassent votre question mais ils y répondent partiellement. Ils m'engagent à vous demander de ne pas ac- cepter ce postulat qui nous entraînerait malgré tout à engager des démarches dont nous avons déjà la certitude qu'elles ne seraient pas retenues.
Abstimmung - Vote
Für Ueberweisung des Postulates Dagegen
17 Stimmen 53 Stimmen
90.358
Postulat Hafner Rudolf Neutralität und 700-Jahr-Feier 700e anniversaire de la Confédération. Rapport sur la neutralité
Wortlaut des Postulates vom 8. Februar 1990
Der Bundesrat wird eingeladen, möglichst rasch bzw. vor der Eröffnung der 700-Jahr-Feier des Bundes - aufgrund einer öf- fentlichen Vernehmlassung - einen Bericht zum Neutralitäts- verständnis der Schweiz in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu erstatten. Der Neutralitätsbegriff soll dabei möglichst umfassend verstanden werden und nebst den mili- tärischen Aspekten auch solche des Rechts, des Kulturlebens usw. enthalten.
Texte du postulat du 8 février 1990
Le Conseil fédéral est invité à établir le plus vite possible, avant l'ouverture des festivités du 700e anniversaire de la Confé- dération et sur la base d'une consultation publique, un rapport sur la perception de la neutralité de la Suisse par le passé, à l'heure actuelle et à l'avenir. On donnera à la notion de neutra- lité l'acception la plus large qui, outre l'aspect militaire, com- prendra les aspects juridiques et culturels.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Bircher, Danuser, Diener, Dormann, Dünki, Eisenring, Euler, Gardiol, Günter, Keller, Leutenegger Oberholzer, Maeder, Meier-Glattfelden, Re- beaud, Schmid, Seiler Rolf, Stappung, Stocker, Thür, Weder- Basel, Wiederkehr (21)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit
Der Neutralitätsstatus ist zu Recht ein äusserst wichtiger Be- standteil des schweizerischen Staatsverständnisses. Diese steht geschichtlich in einem Zusammenhang mit einem Rat- schlag von Niklaus von der Flüe, «Mischet Euch nicht in fremde Händel».
Die gewollte Neutralität ist wichtig für das Selbstbewusstsein des Volkes. Die 700-Jahr-Feier von 1991 kann und soll Anlass sein, eine Besinnung in dieser Hinsicht vorzunehmen. Des- halb sollte der entsprechende Bericht bis zum Jahr 1991 vor- liegen.
Ein aktueller Bezug besteht in der Entwicklung Deutschlands. Der Regierungspräsident der DDR hat kürzlich vorgeschla- gen, eine Vereinigung von DDR und BRD mit der Schaffung des Neutralitätsstatus zu verbinden. Zu diesem positiven Vor- schlag im Interesse einer Entspannungspolitik kann die Schweiz mit diplomatischer Unterstützung und mit einer Be- sinnung auf die eigene Neutralität einen bedeutenden Beitrag leisten.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 16. Mai 1990
Rapport écrit du Conseil fédéral du 16 mai 1990
In den letzten Jahren hatte der Bundesrat mehrfach Gele- genheit, in grundsätzlicher Weise zur Bedeutung und zum In- halt der schweizerischen Neutralität Stellung zu nehmen. Er ist insbesondere in seiner Botschaft über den Beitritt der Schweiz zur Organisation der Vereinten Nationen (Uno)- vom 21. De- zember 1981 (BBI 1982 | 497), in der Botschaft über die Volks- initiative «für eine Schweiz ohne Armee und für eine umfas- sende Friedenspolitik» vom 25. Mai 1988 (BBI 1988 || 967 ff.) sowie in seinem Bericht über die Stellung der Schweiz im euro- päischen Integrationsprozess vom 24. August 1988 (BBI 1988 III 249) ausführlich auf die Neutralität eingegangen. Der Bun- desrat wird auch in Zukunft, namentlich im Hinblick auf die Stellung der Schweiz gegenüber den Europäischen Gemein- schaften (EG), die Frage der Neutralität in grundsätzlicher Weise behandeln.
Das Erstellen eines umfassenden Berichts zum Neutralitäts- verständnis der Schweiz in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft unter Einbezug der militärischen, rechtlichen und kulturellen Aspekte erfordert langjährige, eingehende, fach- übergreifende wissenschaftliche Abklärungen und Studien. Der Bundesrat betrachtet es als Aufgabe der Wissenschaft, die entsprechende Forschung durchzuführen und eine derartige Studie zu erstellen. Er hält es nicht für zweckmässig, wenn die Verwaltung diese Aufgabe übernimmt. Im übrigen ist er der Ansicht, dass es auch aufgrund der bestehenden Personal- engpässe zeitlich gar nicht mehr möglich ist, den gewünsch- ten Bericht bis zur Eröffnung der 700-Jahr-Feier des Bundes zu erstellen.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat beantragt, das Postulat abzulehnen.
Hafner Rudolf: Es scheint aufgrund des vorherigen Postula- tes, dass die Neutralität nicht mehr sehr hoch im Kurs steht. Man kann sich fragen, ob das mit der 700-Jahr-Feier zusam- menhängt. Sie haben schon den Medien entnehmen können, dass diejenigen Kreise, die sich noch am ehesten Gedanken darüber machen, was der geistige Gehalt einer Schweiz über- haupt ist, nämlich die Kulturschaffenden, den Eindruck haben, dass der Zustand unserer Schweiz so ist, dass es in diesem Land nicht mehr sehr behaglich ist.
Die Neutralität der Schweiz war früher von sehr grosser Bedeu- tung. Einige mag es vielleicht zum Lachen anregen, dass im- merhin einer der geistigen Führer der Schweiz - es war Ni- klaus von der Flüe - den Ausspruch getan hat: «Mischet Euch nicht in fremde Händel.» Früher hatte das noch ein bisschen Gewicht. Es muss nicht unbedingt sein, dass die Leute eine re- ligiöse Ader haben. Man kann auch sagen, das sei ein Wort, das nicht mehr im politischen Vokabular enthalten sei. Das ein- zige, was wohl noch zählt, ist Geld oder sind wirtschaftliche In- teressen.
Interpellation Loeb
914
N
7 juin 1990
Das Ganze ist in Form eines Postulates gestaltet, in dem Sinne, dass der Bundesrat die Möglichkeit hätte, sich aus- drücklich dazu zu äussern, was er beim heutigen Stand der Dinge von der Neutralität hält. Es ist ein merkwürdiges Fak- tum: Es wurde schon im Vorfeld der ganzen Europa- und EG- Frage ein Gutachten von Professor Schindler erstellt. Ich habe versucht, dieses Gutachten zu bekommen. Zuerst hiess es, das sei streng vertraulich, das sei nur gerade für eine Kommis- sion erstellt worden. In der Zwischenzeit habe ich dieses Gut- achten doch bekommen, mit einem Zusatzschreiben, wo drin steht, es sei nicht für die Oeffentlichkeit bestimmt.
Ich frage Sie, ob es Sie nicht ein bisschen bedenklich stimmt, dass ein Sachverhalt, der einen denkbar öffentlichen Charak- ter hat, nämlich die Neutralität eines Volkes, zur Geheim- oder Vertrauenssache deklariert werden soll. Ich frage Sie, ob Sie das in dieser Frage nicht auch ein bisschen kritisch macht. Es ist auch erstaunlich, dass dieses Geschäft im Sektor der Aus- senpolitik eingereiht wurde. Es wäre doch vielmehr ein enorm innenpolitisches Thema, wo wir Schweizerinnen und Schwei- zer uns Gedanken machen sollten, wie es nach 700 Jahren weitergehen sollte. Ist es wirklich so, wie einer von uns öffent- lich gesagt hat, dass die Neutralität etwas sei, worauf wir in Zu- kunft pfeifen könnten, sie interessiere niemanden mehr? Ist es nicht so, dass wir Anlass hätten, gerade im Hinblick auf das. Jahr 1991, uns dazu Gedanken zu machen? Es ist doch etwas billig vom Bundesrat, wenn er erklärt, man habe keine Zeit für solche Sachen, es gebe Wichtigeres - obwohl das Schweizer- volk, das noch einen gesunden Instinkt bei derartigen Abstim- mungen (Uno usw.) hat, in der Regel betont: Wir wollen unab- hängig bleiben.
Ich bitte Sie, dem Bundesrat mit einem Postulat Gelegenheit zu geben, sich zu den Fragen der Neutralität in einem offiziel- len Bericht - und nicht nur in einem geheimen Gutachten, das nicht herausgegeben wird - zu äussern, so dass wir im Jahr 1991 die Gelegenheit haben, eine umfassende Schau der Neutralität zu haben. Wenn der Bundesrat schreibt, das sei zu kurzfristig, dann ist dazu zu sagen, dass ich das nicht auf An- fang des nächsten Jahres verlangt habe, sondern dass das im Laufe des nächsten Jahres geschehen könnte; und dazu ist es nicht zu spät.
M. Felber, conseiller fédéral: J'aimerais d'abord rappeler que le Conseil fédéral n'a à aucun moment, dans aucun rapport, dans aucun développement de quelque discours que ce soit mis en cause le principe de la neutralité suisse. C'est impor- tant à souligner car on a quelquefois tendance, dans cette en- ceinte, à nous faire des procès d'intention et dire que l'on ne prend pas les choses au sérieux. Au contraire nous prenons ça très au sérieux. Mais nous faisons une différence considéra- ble entre le principe de neutralité que nous devons respecter et la politique de neutralité qui n'est pas celle du repli sur soi- même et qui doit être active. C'est celle-là que nous devons en permanence repenser, rediscuter, appliquer et qui nous per- met de nous inscrire dans la communauté internationale dont nous ne pouvons pas nous extraire.
Deuxièmement, un rapport tel que celui demandé par M. Haf- ner n'est pas élaboré en une année et demie, même si c'est pour la fin de 1991. Aujourd'hui on ne peut pas se contenter d'un rapport strictement laudatif, Monsieur Hafner, nous se- rons obligés, dans ce cas, de faire appel à des spécialistes qui donneront des avis pour ou contre, qui choisiront des voies de développement de la neutralité afin de faire un travail sérieux et scientifique. Par conséquent, je doute fort que ce soit le peu- ple suisse qui bénéficie des effets de ce rapport.
C'est la réflexion du Conseil fédéral qui dit: «nous allons expli- quer ce qu'est la politique de neutralité que nous entendons défendre dans l'avenir», mais nous ne pensons pas utile de réaliser un vaste rapport complet sur l'histoire de la neutralité. Au contraire, nous demanderons à une série de spécialistes, 'dont nous ne cacherons pas les avis - si c'est cela que vous voulez - d'exprimer leurs sentiments positifs ou négatifs dans les rapports avec l'Europe en particulier et nous agirons de même devant le Conseil fédéral. C'est donc pour éviter un double emploi et un travail qui nous paraît extrêmement long à préparer que nous vous proposons de refuser le postulat.
Hafner Rudolf: Sie haben jetzt gehört, dass Bundesrat Felber die Sache ernst nehmen will; er hat gesagt, die Neutralität sei nichts, was so leichthin zu «erledigen» wäre. Es brauche für ei- nen wirklich umfassenden Bericht viele Experten, die sich da- mit beschäftigen.
Also ich möchte in dem Sinne mein Postulat präzisieren, dass ich den Bericht nicht auf einen bestimmten Zeitpunkt verlange, sondern einfach auf den Zeitpunkt, der möglich ist. Ich trage dem Bedenken von Bundesrat Felber Rechnung. Also das kann - wenn nötig - ein paar Jahre gehen.
Präsident: Ich mache darauf aufmerksam, dass bei einem Vorstoss der Text nicht verändert werden kann. Sie schreiben im Text: «möglichst rasch beziehungsweise vor der Eröffnung der 700-Jahr-Feier des Bundes».
Abstimmung - Vote
Für Ueberweisung des Postulates Dagegen
22 Stimmen 53 Stimmen
90.460
Interpellation Loeb Einhaltung der Menschenrechte in Tibet Respect des droits de l'homme au Tibet
Wortlaut der Interpellation vom 21. März 1990
Nach der Verhängung des Kriegsrechts in Tibet im Jahre 1987 sind die Verbindungen von Tibet zur Aussenwelt äusserst spärlich. Immerhin dringen immer wieder Meldungen von Menschenrechtsverletzungen zu uns.
Ich frage den Bundesrat an, ob er über die aktuelle Menschen- rechtssituation in Tibet Auskunft geben kann und was er im Falle von Menschenrechtsverletzungen von seiten unseres Landes vorgekehrt hat oder vorkehren wird.
Texte de l'interpellation du 21 mars 1990
Depuis la promulgation de la loi martiale en 1987, les relations du Tibet avec le monde extérieur sont extrêmement limitées. Toutefois, des informations font régulièrement état de viola- tions des droits de l'homme.
Le Conseil fédéral est-il en mesure de renseigner sur le res- pect des droits de l'homme au Tibet et sur les mesures prises ou envisagées par notre pays à l'occasion de violations de ces droits?
Mitunterzeichner - Cosignataires: Aguet, Aliesch, Allenspach, Ammann, Antille, Aregger, Aubry, Auer, Baggi, Basler, Bäum- lin Ursula, Berger, Biel, Bircher, Blatter, Blocher, Bonny, Borel, Bremi, Brügger, Bundi, Burckhardt, Bürgi, Büttiker, Carobbio, Cavadini, Cincera, Columberg, Cotti, Couchepin, Coutau, Daepp, Danuser, David, Déglise, Dietrich, Dormann, Ducret, Dünki, Eggly, Eisenring, Engler, Eppenberger Susi, Etique, Fäh, Fehr, Fischer-Sursee, Frey Claude, Friderici, Früh, Giger, Graf, Grassi, Grendelmeier, Gros, Guinand, Gysin, Hafner Ru- dolf, Hafner Ursula, Houmard, Jeanneret, Jeanprêtre, Kohler, Kuhn, Kühne, Leuba, Leuenberger Moritz, Longet, Loretan, Luder, Maeder, Massy, Mauch Rolf, Meier-Glattfelden, Mühle- mann, Müller-Aargau, Müller-Meilen, Nabholz, Nebiker, Neu- komm, Ott, Paccolat, Petitpierre, Philipona, Pidoux, Pini, Pitte- loud, Rebeaud, Reich, Rohrbasser, Rüttimann, Rychen, Sal- vioni, Scheidegger, Schmid, Schmidhalter, Schüle, Schwab, Seiler Hanspeter, Seiler Rolf, Spälti, Spoerry, Stamm, Stap-
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Postulat Hafner Rudolf Neutralität und 700-Jahr-Feier Postulat Hafner Rudolf 700e anniversaire de la Confédération. Rapport sur la neutralité
In
Dans
In
Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr
Année
1990
Anno
Band
III
Volume
Volume
Session
Sommersession
Session
Session d'été
Sessione
Sessione estiva
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
04
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 90.358
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum
07.06.1990 - 15:00
Date
Data
Seite
913-914
Page
Pagina
Ref. No
20 018 645
Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.