N 23 mars 1990
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Interpellation Blatter
89.767 Interpellation Züger Solaranlagen Equipements solaires
Wortlaut der Interpellation vom 13. Dezember 1989
Auf dem Mont Soleil im Berner Jura wird das grösste Sonnen- kraftwerk Europas gebaut. Als Versuchsanlage ist ein solches Unterfangen sicher wertvoll, da es die Möglichkeit gibt, ver- schiedene Fragen im Zusammenhang mit der praktischen An- wendung der Photovoltaik zu prüfen.
In diesem Zusammenhang stelle ich dem Bundesrat folgende Fragen:
Sollen weitere solche Grossanlagen in unserem Land ge- baut werden, oder ist künftig die Sonnenenergie in kleineren, dezentralen Anlagen einzufangen und zu verwenden?
Wie stellt sich der Bundesrat zu den Bestrebungen, dass Käufer von Elektromobilen, welche am «Netz tanken», ver- pflichtet werden sollen, ebensoviel Strom wie sie für ihr Auto benötigen aus privaten Solarzellen ins Netz zu speisen? Ist er bereit, diese Bestrebungen zu unterstützen?
Texte de l'interpellation du 13 décembre 1989
La plus grande centrale solaire d'Europe est en construction sur le Mont Soleil, dans le Jura bernois. Un tel ouvrage présente certainement un grand intérêt en tant que banc d'es- sai; il permettra en effet d'étudier plusieurs des problèmes que pose l'utilisation pratique des phénomènes photovoltaïques. En l'occurrence, je prie le Conseil fédéral de répondre aux questions suivantes:
A-t-on l'intention de construire plusieurs autres grands ou- vrages de ce genre dans notre pays ou prévoit-on plutôt de capter l'énergie solaire, en vue de son utilisation, dans des ins- tallations plus petites et décentralisées?
Que pense le Conseil fédéral des demandes visant à obliger les acheteurs d'automobiles électriques qui s'approvision- nent au réseau électrique, de restituer à ce réseau, à l'aide de cellules solaires leur appartenant, autant de courant qu'ils em- ployent pour leurs véhicules? Est-il disposé à soutenir ces ef- forts?
Mitunterzeichner - Cosignataires: Ammann, Bäumlin Ursula, Braunschweig, Bundi, Hafner Ursula, Hubacher, Lanz, Leder- gerber, Longet, Ott, Reimann Fritz, Stappung, Uchtenhagen, Ulrich, Vollmer (15)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 28. Februar 1990 Rapport écrit du Conseil fédéral du 28 février 1990
Wie der Interpellant erwähnt, laufen seitens der Elektrizitäts- werke zurzeit Bestrebungen, eine oder zwei Photovoltaik- Anlagen der 500-kW-Klasse zu bauen, eine davon auf dem Mont Soleil. Im Rahmen des Kredites für Pilot- und Demonstra- tionsanlagen hat der Bund seinerseits eine 100-kW-Anlage realisiert, eine weitere ist geplant. Je nach Erfahrungen wird er den Bau zusätzlicher Anlagen der gleichen Grössenordnung erwägen. Ob noch weitere Anlagen mit 500 oder mehr kW ge- baut werden sollen, lässt sich erst sagen, wenn die nötigen Er- fahrungen aus Planung, Bau und Betrieb des Kraftwerkes auf dem Mont Soleil vorliegen. Grundsätzlich sollte man sich vor- erst noch alle Möglichkeiten offenalten. Aufgrund der beste- henden Rechtsgrundlagen kann der Bund ausserhalb seines eigenen Bereiches keine Anlagen mitfinanzieren, und im eige- nen Bereich existieren wenig Standorte, die für die Realisie- rung von Anlagen dieser Grösse in Frage kämen.
Die Entwicklung und Verbreitung von Leichtbau-Elektrofahr- zeugen ist im Hinblick auf Umweltschutz und rationelle Ener- gieverwendung förderungswürdig. Ersetzte man vor allem im Nahverkehr alle Pendlerautos durch Elektrofahrzeuge, so würde der Elektrizitätsverbrauch um etwa 2 Prozent steigen, der Benzinverbrauch um etwa 30 Prozent sinken. Damit wäre eine beachtliche Reduktion an Luftschadstoffen verbunden. Der Einfluss der Elektrofahrzeuge auf den Energieverbrauch hängt in Wirklichkeit von vielen Faktoren ab, wie Verbreitung, Fahrzeugtypen und Substitution anderer Verkehrsmittel.
Der Bund unterstützt die Forschung im Bereich der Elektro- fahrzeuge. Auch begrüsst er den Bau von privaten Solarzellen- anlagen. Hingegen lehnt er eine Verpflichtung ab, wonach Käufer von Elektromobilen den aus dem öffentlichen Netz kon- sumierten Strom durch Netzeinspeisung aus privaten Solar- zellenanlagen kompensieren sollen. Eine solche Verpflich- tung würde die Elektromobile benachteiligen: Von den übri- gen Stromkonsumenten wird kein Beitrag an ihre eigene Ener- gieversorgung verlangt, und auch von den gewöhnlichen Autos erwartet niemand, dass sie den benötigten Treibstoff selber produzieren.
Le président: L'interpellateur n'est que partiellement satisfait de la réponse du Conseil fédéral.
89.790
Interpellation Blatter Sanierung der Steilrampe Grafenort-Engelberg der Luzern-Stans-Engelberg-Bahn Chemin de fer Lucerne-Engelberg. Amélioration d'un tronçon
Wortlaut der Interpellation vom 14. Dezember 1989
Engelberg ist eines der bedeutendsten Kur- und Sportzentren der Innerschweiz. Zahlreichen Besuchern aus dem In- und Ausland dient es im Sommer und im Winter als willkommener Erholungsraum.
Das Engelberger Tal wird durch die Luzern-Stans-Engel- berg-Bahn (LSE) und eine Strasse erschlossen. Die heute 25 Jahre alte Bahn ist als Touristenbahn wie auch als Nahver- kehrsmittel zu einem wesentlichen Träger der Volkswirtschaft der beiden Kantone Nidwalden und Obwalden geworden. Bis vor das Hochtal von Engelberg verkehrt sie als Adhäsions- bahn, dann wechselt sie auf Zahnradantrieb und überwindet die letzten 300 Meter Hohendifferenz auf einer Steilrampe von bis zu 246 Promille Steigung.
Diese Steilrampe kann heute aus technischen Gründen nur mit Dreiwagenzügen befahren werden, d. h. mit einem Sitz- platzangebot von etwa 160 Plätzen. Zudem ist die Beförde- rungsgeschwindigkeit stark eingeschränkt. So muss die LSE heute immer wieder Reisegesellschaften nach Engelberg mangels Kapazitätsmöglichkeiten abweisen, und an schönen Wochenenden müssen Reisende auf dem Bahnhof Engelberg zurückgewiesen werden.
Ein Ausweichen auf das Auto ist nicht mehr möglich, da die Parkplatzkapazität in Engelberg insbesondere an Wochenen- den oft schon am Mittag erschöpft ist. Ein Ausbau der Park- plätze ist nicht nur von seiten des Umwelt- und Naturschutzes unerwünscht. Er würde auch nicht viel bringen, da vor allem abends bei der Rückfahrt die Strasse von Engelberg nach dem Autobahnanschluss in Stans nicht selten hoffnungslos verstopft ist.
Somit drängt sich ein Neubau der Steilrampe der LSE vor En- gelberg geradezu auf. Im Hinblick auf die «Bahn 2000» veran- staltete der Verwaltungsrat der Bahn einen Bauingenieurwett- bewerb für eine neue Steilrampe. Die Auswertung der Ergeb-
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1990
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Band
II
Volume
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Session
Frühjahrssession
Session
Session de printemps
Sessione
Sessione primaverile
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
16
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 89.767
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Datum 23.03.1990 - 08:00
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736-736
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20 018 481
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