Motion Maeder
693
aux Chambres des modifications législatives. La présente intervention est par conséquent formulée comme motion.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 31. Januar 1990
Rapport écrit du Conseil fédéral du 31 janvier 1990
Il est vrai que l'on assiste ces derniers temps au développe- ment de jeux-concours souvent organisés à des fins publicitai- res. Le nombre relativement élevé de plaintes déposées auprès de l'administration montre que ces pratiques sont sou- vent à la limite de l'infraction à la législation en matière de con- currence déloyale.
Du point de vue juridique, les jeux-concours publicitaires tom- bent sous le coup de la loi fédérale du 19 décembre 1986 contre la concurrence déloyale (LCD), dans la mesure où ils ne réalisent pas les faits constitutifs d'une loterie interdite.
La LCD ne comporte certes pas de disposition spécifique ap- plicable aux jeux-concours publicitaires, mais ceux-ci peuvent sans autre être assimilés à l'interdiction de donner des indica- tions fallacieuses et à l'interdiction d'user de méthodes de vente particulièrement agressives.
De surcroît, les jeux-concours publicitaires doivent toujours être appréciés à la lumière de la clause générale de la LCD. Celle-ci a pour but d'empêcher que se produisent sous de nouvelles formes des abus en matière de concurrence écono- mique, qui ne sont pas réglés par les faits constitutifs spécifi- ques énoncés dans la loi. Afin que la clause générale puisse encore mieux remplir le rôle qui lui est dévolu, elle a été mise à jour lors de la révision de 1986. C'est également pourquoi il n'y a pas de lacune juridique.
La LCD révisée étend la protection contre les jeux-concours publicitaires fallacieux. C'est au secteur privé qu'il incombe toutefois d'intervenir contre de telles pratiques. La LCD est une loi fondée sur le droit civil. La Confédération n'a pas qualité pour porter plainte. C'est pourquoi l'un des objectifs princi- paux de la révision était d'inciter les organisations se consa- crant à la protection des consommateurs à s'engager davan- tage que jusqu'ici pour dénoncer la concurrence déloyale. Le pouvoir des consommateurs devrait compenser celui des ven- deurs. De meilleures conditions sont ainsi réunies dans la LCD pour intenter une action en justice, de même que pour ouvrir une procédure judiciaire simple et rapide relative aux litiges en matière de concurrence déloyale. On n'a jusqu'ici que trop ra- rement fait usage de ces innovations, notamment dans le do- maine des jeux-concours publicitaires fallacieux.
C'est pourquoi le Conseil fédéral est d'avis qu'il faut d'abord épuiser toutes les possibilités offertes par la révision de 1986. S'il s'avérait ensuite que la protection contre les jeux-concours publicitaires fallacieux n'est pas suffisante, il faudrait envisa- ger de l'adapter aux nouvelles conditions.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Le Conseil fédéral propose de transformer la motion en postu- lat.
Ueberwiesen als Postulat - Transmis comme postulat
89.639
Motion Maeder Landschildkröten. Einfuhrverbot Tortues terrestres. Interdiction des importations
Wortlaut der Motion vom 3. Oktober 1989
Der Bundesrat wird ersucht, die Einfuhr von Landschildkröten als Heim- und Hobbytiere gestützt auf Artikel 9 und 10 des Tier- schutzgesetzes zu verbieten.
Texte de la motion du 3 octobre 1989
Le Conseil fédéral est chargé d'interdire l'importation de tor- tues terrestres comme animaux domestiques en vertu des ar- ticles 9 et 10 de la loi fédérale sur la protection des animaux.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Ammann, Bär, Basler, Bäumlin Richard, Bäumlin Ursula, Béguelin, Biel, Boden- mann, Braunschweig, Bundi, Danuser, Dietrich, Diener, Dor- mann, Dünki, Eggenberg-Thun, Fankhauser, Fierz, Fischer- Sursee, Früh, Grendelmeier, Hafner Rudolf, Hafner Ursula, Hari, Herczog, Hess Peter, Hubacher, Jaeger, Jeanprêtre, Jung, Kühne, Lanz, Leuenberger-Solothurn, Luder, Mauch Ur- sula, Meier-Glattfelden, Meizoz, Morf, Müller-Aargau, Nabholz, Neukomm, Oester, Pitteloud, Portmann, Rebeaud, Rüttimann, Scheidegger, Schmid, Schnider, Schüle, Seiler Hanspeter, Seiler Rolf, Stamm, Stappung, Steffen, Stocker, Ulrich, We- der-Basel, Wiederkehr, Zölch, Zwygart (61)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit
Gemäss Artikel 7a Absatz 3 der Artenschutzverordnung vom 19. August 1981 kann das Bundesamt für Veterinärwesen (BVET) die Einfuhr lebender Tiere auf bestimmte Altersklassen und auf bestimmte Jahreszeiten beschränken, sofern dies zur Erhaltung der Art beiträgt. Mit Erlass vom 25. März 1982 gestat- tet das BVET die gewerbliche Einfuhr von maurischen, russi- schen und griechischen Landschildkröten unter der Bedin- gung, dass die Einfuhr nur vom 1. April bis 30. Juni erfolgt und die Tiere eine Rückenpanzerlänge von mindestens 11 cm ha- ben. Im übrigen wurden für den Transport eine Anzahl binden- der Vorschriften erlassen.
Wie ein Bericht des «Beobachters» 19/89 enthüllte, ist der Han- del nicht imstande, diese Vorschriften einzuhalten. Die Tiere kommen tot, krank, verwurmt, in ungeeigneter Verpackung an und werden von Fängern und Händlern auch nicht richtig be- treut. Diese Tatsachen werden im genannten Artikel von Ange- hörigen des Fachhandels bezeugt, die eigentlich ein Interesse am Geschäft mit Schildkröten haben müssten, es aber unter diesen Umständen nicht mehr verantworten können. Gemäss Artikel 9 des Tierschutzgesetzes kann der Bundesrat aus Gründen des Tierschutzes die Ein-, Aus- und Durchfuhr von Tieren und tierischen Erzeugnissen an Bedingungen knüpfen, einschränken oder verbieten. Gemäss Artikel 10 des Tier- schutzgesetzes sind Tiere so zu befördern, dass sie weder lei- den noch Schaden nehmen.
Wie die Enthüllungen im «Beobachter» deutlich zeigen, ver- stösst die gegenwärtige Praxis in grober Weise gegen das Ge- setz. Die offensichtliche Rücksichtslosigkeit der Fänger und Händler, die einen hohen Tierverschleiss verursacht, trägt zu- dem zur Gefährdung der betroffenen Arten bei. Die europäi- sche Landschildkröte figuriert auf Liste Il des Washingtoner Ar- tenschutzabkommens, zählt also zu jenen Tierarten, die von der Ausrottung bedroht sind. Es ist unter diesen Umständen nicht mehr zu verantworten, dass weiterhin Landschildkröten importiert werden, zu keinem anderen Zweck als für Hobby- tierhaltung. Die Schildkröte ist als Heimtier ohnehin ungeeig- net, dafür gibt es geeignetere und erst noch ungefährdete Ar- ten.
N 23 mars 1990
694
Motion Rechsteiner
Die Einfuhr von Landschildkröten sollte daher nur noch aus- nahmsweise für zoologische Gärten oder die zoologische For- schung gestattet werden.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 28. Februar 1990
Rapport écrit du Conseil fédéral du 28 février 1990
Nach den Feststellungen, die im Anschluss an den Import von Landschildkröten im Jahre 1989 gemacht wurden, hat das Bundesamt für Veterinärwesen (BVET) veranlasst, dass die Si- tuation im Herkunftsland, der Türkei, durch Experten abgeklärt wird. Bis zum Abschluss dieser Abklärungen erteilt das Amt keine Einfuhrbewilligungen für Landschildkröten mehr. An- schliessend wird der Bundesrat über den Erlass eines definiti- ven Einfuhrverbots befinden.
Die europäischen Landschildkröten gelten nicht als unmittel- bar bedroht, sondern dürfen aufgrund des Uebereinkommens über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten freile- bender Tiere und Pflanzen mit entsprechender Genehmigung gehandelt werden.
In der EG gilt ein weitergehendes Verbot der gewerblichen Einfuhr europäischer Landschildkröten. In der Schweiz und in Liechtenstein ist die Einfuhr gewerblicher Sendungen, wie der Motionär zutreffend festhält, zeitlich und betreffend die Min- destgrösse beschränkt. Zusätzlich zu den Anforderungen des Artenschutzes müssen bei gewerblichen Sendungen tier- schutzrechtliche Anforderungen erfüllt werden. Diese betref- fen die vorgesehene Unterbringung der Tiere beim Importeur, welche vor der Bewilligungserteilung von der kantonalen Be- hörde zu überprüfen ist, sowie den Transport. Die erschwerten Einfuhrbedingungen hatten zur Folge, dass Landschildkröten seit einigen Jahren nicht mehr in Einzelsendungen, sondern in einem einzigen, grösseren Transport eingeführt werden. Diese Einfuhren gaben bisher wenig Grund zu Beanstandun- gen.
Die Tierseuchengesetzgebung erfasst nur Krankheiten, die dem Menschen gefährlich werden oder erhebliche Verluste bei Nutztieren verursachen können. Schildkrötenkrankheiten sind nicht Gegenstand der Tierseuchengesetzgebung und bei der Einfuhr werden keine diesbezüglichen Bedingungen und Auflagen gemacht. Das BVET hat jedoch sogleich, nachdem ihm Fälle von Erkrankungen importierter Landschildkröten ge- meldet wurden, Kontakte zu veterinärmedizinischen Speziali- sten und zur «Schildkröteninteressengemeinschaft Schweiz», einer Vereinigung von Schildkrötenhaltern und -züchtern, auf- genommen. Die Fachleute bestätigten, dass die Virusinfektion der Schildkröten nicht auf den Menschen übertragbar ist.
Bis anhin bestand kein Grund, die Einfuhr mediterraner Land- schildkröten aus Tierschutzgründen zu verbieten oder an Be- dingungen zu knüpfen, die weiter gehen als die vorgenann- ten. Nach Vorliegen des einleitend erwähnten Expertenbe- richts wird der Bundesrat den Erlass eines Einfuhrverbots oder sonstiger einschränkender Massnahmen prüfen. Bis dahin er- teilt das BVET, wie oben erwähnt, keine Einfuhrbewilligungen für Landschildkröten.
Der Erlass eines Einfuhrverbots für mediterrane Landschild- kröten wäre eine Massnahme im delegierten Rechtsetzungs- bereich des Bundesrates. Der Vorstoss kann aus formalrecht- lichen Gründen nicht als Motion überwiesen werden. Der Bun- desrat ist aber bereit, die Anliegen der Motion zu prüfen.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzuwan- deln.
Ueberwiesen als Postulat - Transmis comme postulat
89.828
Motion Rechsteiner Erhöhung der Kredite für die Wohnbauförderung Aide fédérale au logement. Augmentation des crédits
Wortlaut der Motion vom 15. Dezember 1989
Der Bundesrat wird eingeladen, umgehend eine Erhöhung der Kreditmittel für die Wohnbauförderung gemäss Wohnbau- und Eigentumsförderungsgesetz (WEG) in die Wege zu leiten, um folgende Massnahmen zu ermöglichen:
der vermehrte Erwerb von bestehenden Wohnbauten durch gemeinnützige Wohnbauträger;
die Ausrichtung der Zusatzverbilligung an die Mieterinnen und Mieter der betreffenden Wohnungen, sofern sie die ent- sprechenden Voraussetzungen erfüllen;
eine allgemeine Erhöhung der Einkommensgrenzen für die Ausrichtung der Zusatzverbilligung.
Texte de la motion du 15 décembre 1989
Le Conseil fédéral est chargé de préparer immédiatement une augmentation des moyens de crédit destinés à l'aide à la construction de logements, comme le prévoit la loi fédérale encourageant la construction et l'accession à la propriété de logements (LCAP), de façon que les mesures suivantes puis- sent être prises:
multiplier les possibilités d'acquisition d'immeubles exis- tants, par l'intermédiaire de maîtres d'ouvrage d'utilité publi- que;
accorder un abaissement supplémentaire aux locataires des logements en question, dans la mesure où ils remplissent les conditions requises;
élargir, de façon générale, les limites de revenu pour l'octroi de l'abaissement supplémentaire.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Aguet, Ammann, Bäumlin Ursula, Béguelin, Bircher, Bodenmann, Braunschweig, Bundi, Carobbio, Danuser, Eggenberg-Thun, Fankhauser, Hafner Ur- sula, Haller, Hubacher, Jeanprêtre, Lanz, Ledergerber, Leuen- berger-Solothurn, Leuenberger Moritz, Matthey, Mauch Ur- sula, Meizoz, Morf, Neukomm, Ott, Pitteloud, Reimann Fritz, Stappung, Uchtenhagen, Ulrich, Vollmer, Zbinden Hans, Zü- ger (34)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit
Die herrschende Wohnungsnot erfordert ein verstärktes Enga- gement des Bundes auch im Bereiche der Wohnbauförde- rung. Die dafür eingesetzten Mittel sind im Vergleich zu den Bedürfnissen viel zu gering. Besonders prekär ist die Lage für Bezügerinnen und Bezüger geringer, zunehmend aber auch für diejenigen mittlerer (z. B. Familien mit Kindern) Einkom- men geworden, welche auf preisgünstige Wohnungen ange- wiesen sind.
Neubauwohnungen sind heute aus verschiedenen Gründen (Bodenpreise, Baukosten usw.) relativ teuer. Deshalb ist es nötig, stärker als bisher auch bestehende Wohnungen und ihre Erhaltung zu fördern, unabhängig davon, ob gleichzeitig eine Erneuerung erfolgt.
Gestützt auf Artikel 51 und 52 WEG ist gemeinnützigen Wohn- bauträgern für den Erwerb von bestehenden Wohnbauten eine verstärkte Unterstützung zukommen zu lassen; die Miet- zinse dieser Wohnungen sollen durch die Ausrichtung der Zu- satzverbilligung gesenkt werden können, sofern die Bewoh- nerinnen und Bewohner die Voraussetzungen erfüllen. Dar- über hinaus ist es angesichts der stark gestiegenen Mietzinse unumgänglich geworden, den Bezügerkreis für die Zusatz- verbilligung zu erweitern, indem die Einkommensgrenzen er- höht werden. Dies bedingt ebenfalls eine Aufstockung der Kre- ditmittel.
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Motion Maeder Landschildkröten. Einfuhrverbot Motion Maeder Tortues terrestres. Interdiction des importations
In
Dans
In
Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr
1990
Année
Anno
Band
II
Volume
Volume
Session
Frühjahrssession
Session
Session de printemps
Sessione
Sessione primaverile
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
16
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 89.639
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 23.03.1990 - 08:00
Date
Data
Seite
693-694
Page
Pagina
Ref. No
20 018 426
Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.