Motion Hafner Ursula
2232
N
15 décembre 1989
Le Conseil fédéral partage l'avis de l'auteur de la motion sui- vant lequel la formation du capital-risque revêt une grande im- portance politico-économique. Il s'agit tout d'abord de définir soigneusement dans quelle mesure les institutions de la prévoyance professionnelle peuvent elles aussi y contribuer de façon accrue. Les placements des institutions de prévoyance doivent en premier lieu garantir qu'elles fourniront les prestations prévues par le règlement lorsque celles-ci vien- dront à échéance. En outre, elles doivent veiller à obtenir un rendement conforme au marché. Pour parvenir à cet objectif, on peut, dans le cadre d'une diversification étendue, recourir le cas échéant à des participations à des sociétés dont le but est de financer le capital-risque. De tels placements sont par- faitement admissibles dans les limites imparties aux actions par l'Ordonnance sur la prévoyance professionnelle vieillesse, survivants et invalidité (OPP 2). On ne dispose cependant d'aucune statistique permettant de savoir dans quelle mesure les institutions ont effectivement déjà pris de tels engage- ments.
Un encouragement plus étendu de ce genre de placements, en imposant l'obligation de placer une part minimale de la for- tune, poserait toutefois des problèmes. Non seulement il res- treindrait la libre appréciation et, par conséquent, la responsa- bilité de prévoyance pour les placements dans ce secteur, mais on ne pourrait garantir qu'il y aurait toujours une de- mande suffisante pour un tel capital sans parler du risque que de telles participations devraient être faites sans liquidité suffi- sante. Le Conseil fédéral est cependant disposé à examiner de quelle manière et dans quelle mesure il serait possible et approprié d'encourager les placements du capital-risque.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Le Conseil fédéral propose de transformer la motion en postu- lat.
Ueberwiesen als Postulat - Transmis comme postulat
89.600
Motion Hafner Ursula AHV-Beitragspflicht auf Ersatzeinkommen Cotisations AVS sur les revenus de substitution
Wortlaut der Motion vom 20. September 1989
Leistungen der Arbeitgeber für den Lohnausfall infolge Unfalls oder Krankheit sind der AHV-Beitragspflicht unterstellt, des- gleichen Leistungen der Arbeitgeber für den Lohnausfall in- folge Militärdienstes. - Nicht AHV-beitragspflichtig sind dage- gen die Leistungen der Unfallversicherung nach UVG und die Leistungen von Krankentaggeldversicherungen, die im Rah- men des Arbeitsverhältnisses abgeschlossen worden sind; dies gilt auch für private Taggeldversicherungen, die zur Deckung des Lohnausfalls nach Ablauf der Lohnzahlungs- pflicht nach OR abgeschlossen wurden.
Der Bundesrat wird beauftragt, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass auch Lohnersatzzahlungen aus Taggeldern der Kranken- oder Unfallversicherung der AHV-Beitragspflicht unterstehen.
Texte de la motion du 20 septembre 1989
Les prestations que l'employeur paie au travailleur dans le cas d'une perte de gain résultant d'un accident ou d'une maladie sont soumises au versement de cotisations à l'AVS, à l'instar des prestations que l'employeur doit au travailleur dans le cas de la perte de gain entraînée par le service militaire. Par contre,
il n'y a pas d'obligation de verser des cotisations à l'AVS pour les bénéficiaires de prestations de l'assurance-accidents se- lon la LAA, ainsi que d'indemnités journalières allouées en cas de maladie par des assurances en vertu de contrats passés dans le cadre de rapports de travail; il en va de même des bénéficiaires d'indemnités journalières payées par des assu- rances privées pour couvrir la perte de gain qui se produit au moment où l'obligation de verser un traitement selon le CO prend fin.
Le Conseil fédéral est chargé de prendre les dispositions nécessaires pour que l'obligation de verser des cotisations à l'AVS s'applique également aux bénéficiaires de revenus de substitution versés au titre d'indemnités journalières par l'as- surance-maladie ou par l'assurance-accidents.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Aguet, Ammann, Bäumlin Richard, Bäumlin Ursula, Béguelin, Bodenmann, Braun- schweig, Bundi, Carobbio, Danuser, Eggenberg-Thun, Euler, Fankhauser, Fehr, Haller, Hubacher, Jeanprêtre, Lanz, Leder- gerber, Leuenberger-Solothurn, Leuenberger Moritz, Longet, Matthey, Mauch Ursula, Morf, Neukomm, Ott, Pitteloud, Rech- steiner, Reimann Fritz, Ruffy, Stappung, Uchtenhagen, Ulrich, Züger (35)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit
Für Versicherte, die im Laufe ihres Erwerbslebens für längere Zeit krank sind oder wiederholt Unfälle erleiden, kann die heu- tige Regelung zu einer empfindlichen Senkung des AHV- pflichtigen Durchschnittseinkommens und damit des Renten- anspruchs führen. Noch härter als manche AHV-Rentner oder -Rentnerinnen werden Personen getroffen, die vor Erreichung des AHV-Alters invalid werden.
Die Tatsache, dass zwar Lohnzahlungen der Arbeitgeber nach OR der AHV-Beitragspflicht unterstehen, nicht aber Lohner- satzzahlungen der Krankenversicherung oder nach UVG, kann zu stossenden Ergebnissen führen. So bekommt unter Umständen jemand, der im Anschluss an eine längerdau- ernde Krankheit invalid wird, eine beachtlich geringere Rente, wenn sein Arbeitgeber nicht nach OR seine Lohnzahlungs- pflicht erfüllen muss, weil er eine früh einsetzende Taggeldver- sicherung abgeschlossen hat, die den Lohnausfall der Arbeit- nehmer deckt.
Das Eidgenössische Versicherungsgericht hält in einem Urteil vom 17. April 1989 fest: «Die heutige gesetzliche Regelung, welche gewisse Ersatzeinkünfte (Taggelder der Arbeitslosen- versicherung: Art. 22 Abs. 2 AVIG; der Invalidenversicherung: Art. 25ter IVG; Tagesentschädigungen der Erwerbsersatzord- nung: Art. 19a EOG) der Beitragspflicht unterstellt, andere - wie die vorliegend interessierenden Taggelder der Kranken- versicherung und diejenigen der Unfallversicherung - jedoch nicht, ist unbefriedigend. Eine Vereinheitlichung kann indes- sen nicht vom Richter, sondern müsste vom Gesetzgeber her- beigeführt werden.»
Mit der Unterstellung von Lohnersatzzahlungen aus Kranken- taggeldversicherungen oder Unfalltaggeldversicherungen unter die AHV-Beitragspflicht würde konsequent weiterge- führt, was in den letzten Jahren getan worden ist: dass nämlich Lohnersatzzahlungen zunehmend AHV-beitragspflichtig er- klärt werden.
Diese Verbesserung der sozialen Sicherheit würde zudem der AHV unter dem Strich kaum Kosten verursachen, sondern wohl im Gegenteil Mehreinnahmen verschaffen.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 22. November 1989
Rapport écrit du Conseil fédéral du 22 novembre 1989
Dem Bundesrat sind die Probleme um die Erhebung von Bei- trägen an die AHV und ihr angeschlossenen Versicherungen auf Ersatzeinkommen in Form von Versicherungsleistungen bekannt. Sie können sich für die einzelnen Sozialversiche rungszweige sehr unterschiedlich stellen. Der Bundesrat gibt deshalb einem schrittweisen Vorgehen nach sorgfältiger Prü- fung der Gegebenheiten des jeweiligen Versicherungszwei- ges den Vorzug vor einer allumfassenden Pauschallösung. Gegenwärtig werden bereits beitragsmässig erfasst die Tag-
2233
Motion Portmann
gelder der Invalidenversicherung, der Erwerbsersatzordnung für Dienstleistende in Armee und Zivilschutz und der Arbeitslo- senversicherung. Zur Totalrevision des Militärversicherungs- gesetzes wurde im September 1989 das Vernehmlassungs- verfahren abgeschlossen; im Rahmen dieser Totalrevision wird die AHV-Beitragspflicht auf den Ersatzeinkommen, die dem Arbeitgeber ausgerichtet werden, voraussichtlich vorge- schlagen werden.
Ein Beitragsbezug auf Taggeldern der Krankenversicherung wäre wegen der Ausgestaltung der Versicherung schwierig. Es wäre namentlich zu berücksichtigen, dass es sich bei der Krankenversicherung nach wie vor um eine freiwillige Versi- cherung handelt. Die Taggelder werden teils als feste Beträge, teils in Prozenten des Lohnes ausgerichtet.
Auch in der Unfallversicherung wäre ein Beitragsbezug der AHV mit grossen administrativen Aufwendungen verbunden. Insbesondere stehen nicht alle Taggeldbezüger in einem Ar- beitsverhältnis. Bei der Beratung des UVG wurde die Einfüh- rung eines AHV-Beitragsbezuges bereits eingehend erörtert und abgelehnt. Die Gründe hierfür gelten auch grundsätzlich heute noch. Der Gesetzgeber hatte seinerzeit das Taggeld der Unfallversicherung bei voller Arbeitsunfähigkeit auf 80 Prozent des unmittelbar vor dem Unfall erzielten Verdienstes festge- setzt (Art. 17 Abs. 1 Satz 1 UVG). Dadurch sollte gewährleistet werden, dass der Taggeld-Bezüger nicht besser gestellt werde als sein nicht verunfallter Kollege nach Abzug seiner Sozialversicherungsbeiträge. Letzterer würde bei den Taggel- dern der Unfallversicherung indessen dazu führen, dass sie wesentlich unter die gesetzlich fixierten 80 Prozent fallen wür- den. Das würde also voraussetzen, dass mit Einführung des Beitragsbezuges auf Taggeldern der Unfallversicherung auch deren Höhe neu festzusetzen und im Zusammenhang damit die Finanzierung der Versicherung zu überprüfen wäre.
Trotz der erwähnten Probleme ist der Bundesrat bereit, die auf- geworfene Problematik erneut zu prüfen. Im übrigen ist an die Arbeiten einer ständerätlichen Kommission am Entwurf eines Bundesgesetzes über den allgemeinen Teil des Sozialversi- cherungsrechts zu erinnern. Darin ist diese Massnahme für die UV vorgesehen. Der Entwurf geht noch 1989 in ein breit an- gelegtes Vernehmlassungsverfahren. Es bleibt abzuwarten, welches Echo die Massnahme dort findet und welches Schick- sal ihr im Parlament zuteil werden wird. Das neue Bundes- gesetz würde auch für die UV verbindlich sein.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzuwan- deln.
Ueberwiesen als Postulat - Transmis comme postulat
89.598
Motion Neuenschwander Zentrale Zivilschutz-Instruktorenschule Instructeurs de la protection civile. Centre de formation
Wortlaut der Motion vom 20. September 1989 Der Bundesrat wird ersucht, baldmöglichst eine zentrale Zivil- schutz- Instruktorenschule auf Stufe Bund zu schaffen.
Texte de la motion du 20 septembre 1989 Le Conseil fédéral est chargé de créer le plus tôt possible un centre de formation fédéral pour les instructeurs de la protec- tion civile.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Allenspach, Basler, Berger, Blocher, Bonny, Bremi, Bürgi, Buttiker, Cincera, Daepp, David, Dietrich, Dreher, Eppenberger Susi, Fäh, Feigenwinter, Fi- scher-Hägglingen, Fischer-Sursee, Fischer-Seengen, Frey Claude, Frey Walter, Früh, Giger, Graf, Grassi, Gysin, Hänggi, Hari, Hess Otto, Hess Peter, Hösli, Houmard, Humbel, Jean- neret, Jung, Keller, Kühne, Loretan, Luder, Mauch Rolf, Mühle- mann, Müller-Wiliberg, Nebiker, Oehler, Oester, Portmann, Reichling, Reimann Maximilian, Rohrbasser, Ruckstuhl, Rutis- hauser, Rüttimann, Rychen, Sager, Savary-Fribourg, Schei- degger, Scherrer, Schmidhalter, Schnider, Schwab, Seiler Hanspeter, Spälti, Steffen, Steinegger, Stucky, Tschuppert, Wanner, Wellauer, Wyss Paul, Wyss William, Zbinden Paul, Zölch, Zwingli (73)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit
Das grösste Defizit im Zivilschutz besteht heute in der Ausbil- dung. Durch die ungenügende Ausbildung der Zivilschutz- pflichtigen ist die Auftragserfüllung des Zivilschutzes im Kata- strophen-, Krisen- und Kriegsfall in Frage gestellt.
Die wenigen vollamtlichen Instruktoren sind nicht in der Lage, den Gemeinden die notwendige Unterstützung anzubieten. Auch die Ortschefs, die für die jährliche Weiterbildung ihrer Schutzdienstpflichtigen verantwortlich sind, sind als Milizfunk- tionäre hoffnungslos überlastet. Der Schutzdienstpflichtige hat Anspruch auf eine seriöse, professionellere Ausbildung mit zeitgemässen Mitteln. Die Schaffung einer zentralen In- struktorenschule drängt sich deshalb auf.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 22. November 1989 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 22 novembre 1989 Der Bundesrat ist bereit, die Motion entgegenzunehmen.
Ueberwiesen - Transmis
89.635
Motion Portmann Zweite Ausländergeneration. Erleichterte Einbürgerung Etrangers de la 2e génération. Naturalisation facilitée
Wortlaut der Motion vom 2. Oktober 1989 Der Bundesrat wird eingeladen: 1. die Zahl der in der Schweiz lebenden Mitbewohner der zwei- ten Ausländergeneration festzustellen;
die verfassungsmässigen und gesetzlichen Grundlagen zu schaffen, damit die Mitbewohner dieser zweiten Ausländerge- neration erleichtert eingebürgert werden können;
den Mitbewohnern der zweiten Ausländergeneration beim Vorliegen achtenswerter Beweggründe nach der Einbürge- rung zu gestatten, ihre frühere Staatsangehörigkeit beizube- halten;
bei den Partnerstaaten (vor allem bei der Efta und bei der EG) auf eine entsprechende wechselseitige Regelung hinzu- wirken.
Texte de la motion du 2 octobre 1989 Le Conseil fédéral est chargé:
De recenser les étrangers de la deuxième génération vivant en Suisse;
De créer les bases constitutionnelles et légales offrant à ces personnes la possibilité d'une naturalisation facilitée;
D'autoriser ces personnes à garder leur nationalité d'ori- gine après leur naturalisation si des motifs dignes de consi- dération le justifient;
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Motion Hafner Ursula AHV-Beitragspflicht auf Ersatzeinkommen Motion Hafner Ursula Cotisations AVS sur les revenus de substitution
In
Dans
In
Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr
1989
Année
Anno
Band
V
Volume
Volume
Session
Wintersession
Session
Session d'hiver
Sessione
Sessione invernale
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
15
Séance Seduta
Geschäftsnummer 89.600
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 15.12.1989 - 08:00
Date
Data
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2232-2233
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Pagina
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20 018 092
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