N 6 octobre 1989
1758
Interpellation Brügger
chasseurs»: les articles parus fin septembre 1988 dans plu- sieurs quotidiens me laissent songeur. Certes, la chasse sert aussi l'intérêt commun; c'est un art, mais également un pas- se-temps des plus intéressants. Cependant, l'armée reste, pour la sécurité de notre pays, le moyen de défense par excel- lence; elle doit passer avant toute chose.
C'est pourquoi je demande au Conseil fédéral de répondre aux questions suivantes:
Le DMF a-t-il ordonné une enquête et, si oui, quels en sont les résultats? Quelles sont les circonstances exactes de l'inci- dent? Les organisateurs de la chasse avaient-ils été informés à temps?
Le Conseil fédéral est-il prêt à rappeler les dispositions fon- damentales concernant les droits de l'armée sur l'utilisation de biens immobiliers (forêts, prés et pâturages, etc.)?
Le Conseil fédéral n'est-il pas aussi d'avis que l'armée doit passer avant toute chose? Ou existe-t-il des réserves à cet égard et si oui, dans quels domaines?
N'est-il pas exact que la population toute entière doit se con- former aux avis de tirs publiés dans les délais (presse, pan- neaux d'affichage, etc.)? Y a-t-il lieu d'envisager un autre moyen d'information?
Qui endosse la responsabilité et pour quoi, lorsque des dommages (aux personnes ou aux biens) découlent du non- respect de tels avis?
Mitunterzeichner - Cosignataires: Keine - Aucun
Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 23. November 1988
Rapport écrit du Conseil fédéral du 23 novembre 1988
Die Truppe publizierte ihre Schiessen rechtzeitig und ord- nungsgemäss. Seitens der Jäger erfolgte zunächst keine Re- aktion auf die Schiesspublikation. Erst am 29. August 1988 for- derte die Société des chasseurs de la Haute Veveyse vom Préfet de la Veveyse schriftlich den Verzicht auf Schiessen in der Zeit vom 26. September bis 10. Oktober. Der Préfet trat hierauf über die Koordinationsstelle mit dem zuständigen Truppenkommandanten in Verbindung, um die Konfrontation zwischen Truppe und Jägern zu verhindern. In der Folge ka- men die Kontakte zwischen ihm und der Truppe nicht zu- stande, wobei die Aussagen über die Gründe dafür auseinan- dergehen. Am 27. September 1988 verfügte der Préfet ein mili- tärisches Schiessverbot auf dem Schiessplatz Haute Veveyse für die Dauer der Jagd.
Um die Konfrontation mit den Jägern, die das Zielgebiet be- setzten, zu vermeiden, verzichtete die Truppe schliesslich auf die vorgesehenen Schiessplätze und wich auf einen Aus- weichschiessplatz aus.
Die Gruppe für Ausbildung erhielt von der Angelegenheit erst in einem fortgeschrittenen Stadium Kenntnis. Sie wies die Truppe telefonisch an, Konfrontationen mit den Jägern zu ver- meiden, und teilte ihr einen Ausweichschiessplatz zu.
Eine Untersuchung hat das EMD nicht eingeleitet. Die Angele- genheit ist aber noch nicht erledigt, weil der zuständige Trup- penkommandant gegen die Verfügung des Préfet de la Ve- veyse Rekurs eingelegt und gegen ihn eine Aufsichtsbe- schwerde beim Staatsrat des Kantons Freiburg eingereicht hat. Ein beteiligter Offizier hat überdies Strafklage nach Artikel 278 StGB eingereicht. Diese Verfahren sind noch hängig.
Die Rechte der Armee für die militärische Benützung von Grund und Boden sind im Bundesgesetz über die Militärorga- nisation (Art. 33 und 164) verankert. Die damit gegebene Rechtspublizität ist allgemein verpflichtend und bekannt. Es drängen sich deshalb keine weiteren Massnahmen auf.
Das Recht der Armee auf militärische Benutzung von Grund und Boden besteht grundsätzlich uneingeschränkt. Es ent- bindet allerdings die Armee nicht davon, auf die legitimen zivi- len Interessen (Alpwirtschaft, Tourismus usw.) angemessen Rücksicht zu nehmen und von Fall zu Fall das Nebeneinander von militärischen und zivilen Interessen zu gewährleisten. Die- ser Notwendigkeit tragen Militärverwaltung und Armee Rech- nung. Im Fall des Infanterieregiments 14 wurde - wie in Ziffer 1 ausgeführt - bei der vordienstlichen Vorbereitung der Schies- sen auf die Interessen der Jäger Rücksicht genommen.
Die Schiesspublikationen der Truppe erfolgen frühzeitig und sind für jedermann verbindlich. Ein neues System der Ori- entierung über die Schiessübungen der Truppe und die damit verbundenen Gefahren drängt sich nicht auf.
Für Personen- und Sachschäden, die Zivilpersonen infolge militärischer Uebungen oder dienstlicher Verrichtungen der Truppe erleiden, haftet der Bund nach den Artikeln 22 und 23 des Bundesgesetzes über die Militärorganisation. Es handelt sich dabei um eine Kausalhaftung, wobei die Grundsätze des zivilen Haftpflichtrechts anwendbar sind. Ein Selbstverschul- den des Geschädigten, wie beispielsweise ein schuldhaftes Nichtbeachten von Schiessanzeigen und Schiesspublikatio- nen, kann eine Reduktion der Bundeshaftung zur Folge ha- ben.
Präsident: Der Interpellant ist von der Antwort des Bundes- rates teilweise befriedigt.
89.520
Interpellation Brügger Simulationstechnik in der Ausbildung der Schweizer Armee Technique du simulateur dans le domaine de l'instruction de l'armée suisse
Wortlaut der Interpellation vom 21. Juni 1989
Dem Vernehmen nach wird bei der Flugwaffe und für Panzer- und Panzerabwehrschiessübungen in der Ausbildung immer mehr die Simulationstechnik eingesetzt. In diesem Zusam- menhang erlaube ich mir die folgenden Fragen an den Bun- desrat:
In welchen Bereichen wird in der Ausbildung die Simulati- onstechnik eingesetzt?
Wie steht es auf diesem Gebiet bei ausländischen Heeren? Ich denke vor allem an Flachlandheere, welchen die Topogra- phie ihres Landes ausgedehnte Scharfschiessübungen ver- unmöglicht?
Besteht in dieser Problematik eine Zusammenarbeit zwi- schen der Schweiz und dem Ausland?
Wäre eine intensivere Anwendung der Simulationstechnik in der Schweizer Armee denkbar?
Texte de l'interpellation du 21 juin 1989
Au cours de la formation au pilotage, et lors d'exercices de tir de blindés et de DCA, il est, semble-t-il, de plus en plus fait usage de techniques de simulation. A cet égard, je pose au Conseil fédéral les questions suivantes:
Dans quels domaines les techniques de simulation sont- elles utilisées pour former les militaires?
Quelle est la situation dans les pays étrangers? Je pense particulièrement à ceux dont le relief, trop plat, empêche de procéder à des exercices de tir de précision à longue portée.
Oktober 1989 N
1759
Interpellation Haller
Mitunterzeichner - Cosignataires: Aguet, Ammann, Béguelin, Bodenmann, Borel, Carobbio, Eggenberg-Thun, Euler, Haller, Jeanprêtre, Leuenberger-Solothurn, Leuenberger Moritz, Mauch Ursula, Morf, Ott, Pitteloud, Stappung, Uchtenhagen, Zbinden Hans, Ziegler (20)
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 23. August 1989
Rapport écrit du Conseil fédéral du 23 août 1989
Die Simulationstechnik wird vor allem für das Fahr-, Schiess- und Flugtraining eingesetzt. Ueber Simulatoren ver- fügen heute praktisch alle Truppengattungen der Armee.
Die Schweizer Armee nimmt in der Ausbildung mit Simula- toren im europäischen Raum eine führende Stellung ein. Ver- schiedene ausländische Armeen sind im Begriff, Simulatoren nach schweizerischem Vorbild einzuführen.
Die Ausbildungsbedürfnisse ausländischer Heere und Luft- waffen unterscheiden sich grundsätzlich von den unsrigen. Zwischen der Schweiz und ausländischen Armeen besteht deshalb - abgesehen von gelegentlichem Gedankenaus- tausch - keine konkrete Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Simulationstechnik.
Neue Waffensysteme erfordern den Einsatz von Simulato- ren, die die Ausbildungseffizienz steigern, Material schonen, Munition und Treibstoff sparen und damit die Umwelt wirksam entlasten helfen. Simulatoren vermögen allerdings die Wirk- lichkeit immer nur annähernd darzustellen. Zum Erreichen des Kriegsgenügens kann deshalb auf Uebungen im scharfen Schuss, im Gelände und im Verband auch in Zukunft nicht ver- zichtet werden.
Angestrebt wird eine noch intensivere Anwendung der Simula- tionstechnik für die Ausbildung im Kampf mit Infanteriewaffen auf Gegenseitigkeit, für die taktische Schulung der Stäbe so- wie für das Training der Feuerleitung.
Präsident: Der Interpellant ist von der Antwort des Bundes- rates teilweise befriedigt.
89.563
Interpellation Haller Volksabstimmung vom 26. November 1989. Propaganda der Armee
Votation du 26 novembre 1989. Campagne de propagande de l'armée
Wortlaut der Interpellation vom 23. Juni 1989
Im Juni 1988 orientierte der damalige Chef des EMD, Bundes- rat Koller, Kommandanten und Instruktoren der Armee brief- lich, dass die Armee den Abstimmungskampf nicht führt. Gleichzeitig erinnerte er an die Pflicht, über die Armee zu infor- mieren und gegenüber gegenteiligen Auffassungen zu argu- mentieren. Dies habe allerdings im Rahmen von Theorien oder Aussprachen zu geschehen. Nicht zulässig seien eigent- lich politische Veranstaltungen zum Thema, die Initiative als ei- genständiges Thema sowie das Verteilen von Propagandama- terial oder eine Abstimmungsempfehlung. Am 17. Juni 1989 bekräftigte der heutige Chef des EMD, Bundesrat Villiger, vor der FDP des Kantons St.Gallen in Wil, dass der Abstimmungs- kampf nicht Sache der Armee, sondern von Parteien und Stimmberechtigten sei.
Entweder wird die Verhaltensanweisung des EMD-Chefs in der Praxis nicht befolgt, oder sie ist so vage und widersprüch-
lich, dass auch ihre Befolgung die nachfolgenden Missstände nicht verhindert. Tatsache ist nämlich, dass in zahlreichen Truppenkursen dieses Jahres im Rahmen befohlener Veran- staltungen direkt und indirekt Abstimmungspropaganda durch die Armee betrieben wird.
Hauptinstrument der indirekten Abstimmungswerbung ist eine Tonbildschau des Armeefilmdienstes, welche der «Trup- pen-Informations-Dienst (TID)» im Rahmen seines diesjähri- gen Schwerpunktthemas «Vertrauen» (in unsere Armee) den Kommandanten zur Verfügung stellt. Das rund vierzigminütige Werk vermeidet zwar tunlichst jede ausdrückliche Erwähnung der kommenden Abstimmung. Faktisch setzt es sich aber im einzelnen mit den geläufigen Argumenten pro Initiative aus- einander. Dies geschieht nach dem Schema «Zugegeben: ... Argument pro Initiative ....; aber: .... Argumente pro Armee .... » Die Tonbildschau wird auch von armeefreundlichen Betrach- terinnen und Betrachtern spontan als klarste einseitige Ab- stimmungspropaganda empfunden. Dazu stellen sich die fol- genden Fragen an den Bundesrat:
Ist er auch der Meinung, dass die Position der die Initiative ablehnenden Behörden im «Bundesbüechli» vor der Abstim- mung ausreichend wird dargestellt werden können, so dass dies keinesfalls Sache der (direktbetroffenen) Armee ist?
Ist er bereit, die vom Chef des EMD zwar versprochene, aber nicht durchgesetzte Neutralität der Armee im Abstimmungs- kampf zu gewährleisten?
Ist er zu diesem Zweck bereit, das EMD anzuweisen, das Vorführen der erwähnten Tonbildschau im Vorfeld der Abstim- mung zu untersagen?
Ist er auch der Meinung, dass im Fall fortgesetzter direkter oder indirekter Abstimmungspropaganda durch Vorgesetzte in Truppenkursen den Befürworterinnen und Befürwortern der Initiative Gelegenheit zur Mitwirkung zu geben ist (z. B. durch das Vorführen eines geeigneten Films oder die Teilnahme an kontradiktorischen Veranstaltungen)?
Hält der Bundesrat die erwähnten Aktivitäten der Armee nicht für eine verfassungswidrige Beeinflussung einer Volks- abstimmung?
Texte de l'interpellation du 23 juin 1989
En juin 1988, le conseiller fédéral Koller, alors à la tête du DMF, envoyait aux commandants et aux instructeurs militaires une lettre les informant que l'armée n'avait pas à intervenir dans la campagne précédant la votation. Il leur rappelait par la même occasion leur devoir de donner des renseignements sur l'armée et de répondre aux arguments adverses, mais unique- ment dans le cadre de l'instruction et des entretiens. Pas ques- tion de participer à des réunions politiques, de commenter l'initiative même, de distribuer du matériel de propagande ou de donner des consignes de vote. Le 17 juin dernier, l'actuel chef du DMF, le conseiller fédéral Villiger, soulignait devant le PRD du canton de Saint-Gall, à Wil, que la campagne n'était pas l'affaire de l'armée mais celle des partis et des citoyens. De deux choses l'une: soit les instructions du chef du DMF ne sont pas suivies, soit elles sont si imprécises et contradictoires que leur application n'a pas empêché l'armée de faire de la propagande directe ou indirecte lors de nombreuses manifes- tations obligatoires organisées l'année passée dans le cadre de cours de troupe.
Le principal instrument de la propagande indirecte est un dia- porama réalisé par le service cinématographique de l'armée, que le Service d'information de la troupe met à la disposition des commandants, le thème traité cette année étant «la con- fiance» (dans l'armée). Les auteurs de cette présentation de quarante minutes se sont efforcés de ne pas mentionner ex- pressément la votation à venir mais ils n'en répondent pas moins de manière détaillée aux objections généralement sou- levées par les défenseurs de l'initiative, procédant selon le schéma «S'il est vrai que .... (argument en faveur de l'initiative), il faut toutefois reconnaître que .... (argument en faveur de l'armée). Même les défenseurs de l'armée ont spontanément perçu ce diaporama comme de la propagande unilatérale à l'encontre de l'initiative.
A ce propos, je demande au Conseil fédéral de répondre aux questions suivantes:
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Interpellation Brügger Simulationstechnik in der Ausbildung der Schweizer Armee Interpellation Brügger Technique du simulateur dans le domaine de l'instruction de l'armée suisse
In
Dans
In
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Jahr
1989
Année
Anno
Band
IV
Volume
Volume
Session
Herbstsession
Session
Session d'automne
Sessione
Sessione autunnale
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
16
Séance
Seduta
Geschäftsnummer
89.520
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 06.10.1989 - 08:00
Date
Data
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1758-1759
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20 017 840
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