1731
Postulat Frey Walter
Comment le Ministère public de la Confédération lutte-t-il contre les groupements d'extrême-droite? Quel rôle joue-t-il dans la coordination des actions policières en vue de combat- tre les actes de violence perpétrés par les extrémistes de droite? Quelles mesures a-t-on prises? Lesquelles sont prévues?
Quelles autres mesures le Conseil fédéral prévoit-il en vue de combattre l'extrémisme de droite?
Mitunterzeichner - Cosignataires: Aguet, Ammann, Baggi, Bär, Basler, Bäumlin Richard, Bäumlin Ursula, Béguelin, Biel, Bir- cher, Bodenmann, Borel, Braunschweig, Brélaz, Brügger, Bundi, Burckhardt, Caccia, Carobbio, Cavadini, Cevey, Co- lumberg, Cotti, Daepp, Danuser, David, Déglise, Dietrich, Die- ner, Dormann, Ducret, Dünki, Eggly, Engler, Euler, Fankhau- ser, Fierz, Früh, Gros, Günter, Hafner Rudolf, Hafner Ursula; Haller, Herczog, Hess Otto, Hubacher, Humbel, Jaeger, Jeanprêtre, Kühne, Lanz, Ledergerber, Leuenberger-Solo- thurn, Leuenberger Moritz, Leutenegger Oberholzer, Loeb, Longet, Luder, Maeder, Maitre, Matthey, Mauch Ursula, Meier-Glattfelden, Meizoz, Morf, Müller-Aargau, Neukomm, Nussbaumer, Oester, Ott, Petitpierre, Philipona, Pini, Pitte- loud, Portmann, Rechsteiner, Reimann Fritz, Reimann Maximi- lian, Ruffy, Rutishauser, Rychen, Salvioni, Savary-Vaud, Schmid, Segond, Seiler Hanspeter, Seiler Rolf, Spielmann, Stamm, Stappung, Stocker, Stucky, Thür, Uchtenhagen, Ulrich, Weder-Basel, Widmer, Wiederkehr, Wyss Paul, Zbin- den Hans, Ziegler, Zölch, Züger, Zwingli, Zwygart (105)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit
In letzter Zeit häufen sich in beunruhigendem Ausmass die Meldungen über gewalttätige Ausschreitungen rechtsextre- mer Gruppen gegen Ausländer, insbesondere gegen Flücht- linge und Asylbewerber. Zugleich wird in Publikationen (z. B. «Eidgenoss»), aber versuchsweise auch in Demonstrationen (geplanter Fackelzug von Winterthur) das Naziregime verherr- licht und offener Rassismus und Antisemitismus propagiert. Die Publikation rechtsextremer Schriften in der Schweiz und deren Export in Nachbarländer, in denen solche Erzeugnisse verboten sind, schädigen das Ansehen der Schweiz. Zum Auf- sehen mahnen ferner die Angriffe auf ausländische Bewohner unseres Landes. Es genügt nicht, wenn solche Attacken als Werk politisch unwissender Jugendlicher abgetan werden. Es · scheint, dass rechtsextremes Gedankengut zumindest als Kri- stallisationspunkt solcher gewalttätiger Gruppierungen dient. Eine organisatorische Basis ermöglicht offenbar rechtsextre- men Gewalttätern ein rasches und konzentriertes Zuschlagen und scheint die Strafverfolgung zu behindern. Derartige Vor- kommnisse müssen deshalb in einem politischen Gesamtrah- men gesehen werden.
Es ist deshalb an der Zeit, dass sich das Parlament anhand ei- nes bundesrätlichen Berichtes mit dieser Frage befasst.
Zu den einzelnen Punkten:
Hier geht es vor allem um eine Bestandesaufnahme der rechtsextremen Gewaltszene. Zu erfassen sind nicht nur die physischen Täter, sondern auch die Propagandisten im Hin- tergrund.
Die Strafverfolgung ist primär Sache der Kantone. Da es sich jedoch bei den rechtsextremen Gewaltdelikten um ein ge- samtschweizerisches Phänomen handelt, drängt sich auch eine gesamtschweizerische Erfassung auf, die nicht zuletzt den kantonalen Polizeibehörden dienlich wäre.
Rechtsextremen Ideologen verbunden mit Gewalttaten mö- gen lediglich als spezifische Ausdrucksform erscheinen, in welcher sich gewisse asoziale Jugendliche betätigen. Eine solche Verharmlosung erscheint aber verhängnisvoll: Das Phänomen des wiederaufflackernden Faschismus bedarf ei- ner genauen Beobachtung und kann nur erfasst werden, wenn die Verbindungen zu den anderen - offiziell «gemässig- ten» und «demokratischen» - rassistischen und fremdenfeind- lichen Organisationen offen dargelegt werden. Eine gewich- tige Rolle scheint dabei die «Nationale Koordination» zu spie- len, die vermutlich auch entsprechende Kontakte zu ausländi- schen Organisationen unterhält.
In letzter Zeit fallen vermehrt rechtsextreme rassistische Pu-
blikationen auf. Solche Druckerzeugnisse sind nicht nur ein Aergernis für demokratisch gesinnte Schweizer, sondern sie stellen auch eine Provokation und Beleidigung der ausländi- schen Bewohner unseres Landes und der jüdischen Minder- heit in der Schweiz dar.
Es stellt sich die Frage, ob die Revision der Strafgesetze nicht beschleunigt werden sollte, um dem rechtsextremen Treiben ein Ende zu machen.
Andere Länder haben diese Revisionen bereits vorgenom- men. Es besteht die Gefahr, dass die Schweiz wegen ihrer lar- gen Gesetzgebung zum Hort des europäischen Rechtsextre- mismus wird (Lager der Wiking-Jugend, Versand des «Eid- genoss» in die BRD, rechtsextremistische Verlage).
Da es sich - losgelöst von der allgemeinen kriminellen Moti- vation der Täter - um ein politisch begründetes Delikt handelt, scheint eine Abklärung durch die Bundesanwaltschaft ange- bracht zu sein.
Das Problem des Rechtsextremismus, als Nährboden von Gewalt, lässt sich sicher nicht mit Repression allein lösen, ob- wohl diese bei Gewaltvergehen aufgrund des Offizialprinzips natürlich stattfinden muss.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 13. September 1989 Déclaration écrite du Conseil fédéral
du 13 septembre 1989 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen.
Ueberwiesen - Transmis
89.546
Postulat Frey Walter Wechselschilder Plaques de police interchangeables
Wortlaut des Postulates vom 22. Juni 1989
Gemäss Artikel 13 Absatz 2 der Verkehrsversicherungsverord- nung (SR 741.31) ist die Benutzung von Wechselschildern zwi- schen Autos und Motorrädern ausgeschlossen, weil Wechsel- schilder nur unter solchen Fahrzeugen erlaubt sind, die gleichartige Kontrollschilder tragen können. Diese Regelung stellt eine Benachteiligung von Motorradhaltern gegenüber den Haltern anderer Motorfahrzeuge dar.
Der Bundesrat wird deshalb aufgefordert, den letzten Satz von Artikel 13 Absatz 2 Verkehrsversicherungsverordnung zu er- setzen oder zu ergänzen mit einer Formulierung, welche die Möglichkeit vorsieht, dass anstelle des Wechselschildes eine Plakette zwischen den gleichlautenden Kontrollschildern von Motorrad und Motorwagen ausgewechselt werden kann.
Texte du postulat du 22 juin 1989
Selon l'article 13, 2e alinéa, de l'ordonnance sur l'assurance des véhicules (RS 741.31), on ne saurait utiliser les mêmes plaques pour les voitures et les motocyclettes, parce que les plaques interchangeables ne sont autorisées que pour les véhicules pouvant porter le même genre de plaques de con- trôle. Une telle réglementation constitue un désavantage pour les motocyclistes par rapport aux détenteurs d'autres véhicu- les à moteur. C'est pourquoi le Conseil fédéral est invité à rem- placer ou à compléter la dernière phrase de l'article 13, 2e alinéa, de l'ordonnance susmentionnée par une disposition prévoyant la possibilité d'utiliser, à la place de la plaque inter- changeable, une plaquette pouvant passer d'une voiture à une motocyclette portant une plaque de contrôle identique.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Berger, Bonny, Burckhardt, Bürgi, Cavadini, Cincera, Coutau, Daepp, David, Eisenring,
Postulat Fäh
1732
N
6 octobre 1989
Fäh, Fischer-Hägglingen, Fischer-Seengen, Friderici, Giger, Hess Otto, Hildbrand, Hösli, Jeanneret, Loeb, Luder, Mauch Rolf, Müller-Wiliberg, Nebiker, Oester, Ott, Portmann, Rei- mann Maximilian, Rutishauser, Schmidhalter, Schüle, Seiler Hanspeter, Spoerry, Steinegger, Stucky, Weber-Schwyz, Wi- drig, Wyss Paul, Wyss William, Zölch (40)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 13. September 1989 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 13 septembre 1989 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat anzunehmen.
Ueberwiesen - Transmis
89.578 Postulat Gysin Schutz des Schweizerwappens Protection des armoiries suisses
Wortlaut des Postulates vom 23. Juni 1989
Der Bundesrat wird beauftragt zu prüfen, ob das Bundesge- setz über den Schutz öffentlicher Wappen und anderer öffent- licher Zeichen vom 5. Juni 1931 nicht in dem Sinne geändert werden sollte, dass der fortschreitenden Verkommerzialisie- rung des schweizerischen Hoheitszeichens Einhalt geboten wird.
Texte du postulat du 23 juin 1989
Le Conseil fédéral est invité à examiner s'il ne conviendrait pas de modifier la loi fédérale du 5 juin 1931 pour la protection des armoiries publiques et autres signes publics afin de mettre un frein à la commercialisation abusive de l'emblème suisse.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Aliesch, Bühler, Büttiker, Cincera, Daepp, Fäh, Fischer-Hägglingen, Frey Walter, Giger, Hänggi, Loretan, Mauch Rolf, Müller-Wiliberg, Neuenschwan- der, Portmann, Reichling, Rutishauser, Rychen, Scheidegger, Schmidhalter, Wyss William, Zwingli (22)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit Immer wieder ist festzustellen, dass die geltende Regelung des Schutzes des schweizerischen Hoheitszeichens von Wer- bung und Wirtschaft verletzt wird. Missbräuchen wird mit un- genügender, unannehmbarer Gleichgültigkeit durch die zu- ständigen Instanzen begegnet, so dass im Bereich des Wap- penschutzes von einer mangelnden Durchsetzung geltenden Rechts gesprochen werden kann.
Der Eindruck eines mangelnden Rechtsdurchsetzungswillens verstärkt sich angesichts des Antrags des EJPD, im Rahmen der Totalrevision des Markenschutzgesetzes das Bundes- gesetz über den Schutz öffentlicher Wappen und anderer öf- fentlicher Zeichen gänzlich abzuschaffen. Damit würden sämt- liche Dämme gegen eine totale Verkommerzialisierung des Schweizerwappens abgebrochen.
Eine unbegrenzte Verkommerzialisierung unseres nationalen Hoheitszeichens verletzt nationale und patriotische Gefühle breiter Bevölkerungskreise. Das Hoheitszeichen der Schwei- zerischen Eidgenossenschaft sollte deshalb der Verkommer- zialisierung und Profanisierung entzogen und strikt den schweizerischen Institutionen und den öffentlich-rechtlichen Körperschaften der Schweiz vorbehalten sein.
Es erscheint uns unverständlich, wenn einerseits vom Bürger als Soldat Achtung und Respekt vor dem Schweizerwappen erwartet wird, anderseits das schweizerische Hoheitszeichen auf allen möglichen Produkten und Werbeerzeugnissen vor- zufinden ist.
Zudem verletzt die Verkommerzialisierung des Schweizer- wappens das Genfer Abkommen vom 12. August 1949 zur Ver- besserung des Loses der Verwundeten und Kranken der be- waffneten Kräfte im Felde. Artikel 53 Absatz 2 des 1. Genfer Ab- kommens lautet wie folgt:
«Im Hinblick auf die der Schweiz durch die Annahme der um- gestellten eidgenössischen Landesfarben erwiesene Ehrung und auf die zwischen dem Schweizerwappen und dem Schutzzeichen des Abkommens mögliche Verwechslung ist der Gebrauch des Wappens der Schweizerischen Eidgenos- senschaft sowie aller Zeichen, die eine Nachahmung darstel- len, durch Privatpersonen, Gesellschaften und Handelsfir- men, sei es als Fabrik- oder Handelsmarke oder als Bestand- teil solcher Marken, sei es zu einem gegen die kaufmännische Ehrbarkeit verstossenden Zweck oder unter Bedingungen, die geeignet sind, das schweizerische Nationalgefühl zu verlet- zen, jederzeit verboten.»
Beispiele für die zunehmende Verkommerzialisierung des na- tionalen Hoheitszeichens und für die mangelnde Durchset- zung geltenden Rechts und internationaler Abkommen sind - Kreditkarten einer ausländischen Organisation, auf denen das «offizielle» Schweizerwappen der Eidgenossenschaft und der Bundesverwaltung vorzufinden ist;
Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 13. September 1989 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 13 septembre 1989 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen.
Ueberwiesen - Transmis
89.482 Postulat Fäh Armeereform 95 und Gesamtverteidigung Réforme de l'armée 95 et défense générale
Wortlaut des Postulates vom 12. Juni 1989 Die geplante Armeereform 95 hat Auswirkungen auf alle übri- gen Bereiche der Gesamtverteidigung. Besonders betrifft dies den personalpolitischen Bereich.
Der Bundesrat wird gebeten, die Möglichkeiten und Chancen, welche die Armeereform 95 den übrigen Bereichen der Ge- samtverteidigung bietet, zu überprüfen und zusammen mit der Botschaft über die Armeereform 95 auch über das Ergeb- nis dieser Ueberprüfung Bericht zu erstatten bzw. entspre- chende Anträge zu unterbreiten.
Texte du postulat du 12 juin 1989
La réforme de l'armée 95 qui est prévue aura des répercus- sions sur tous les autres domaines de la défense générale, no- tamment sur la politique en matière de personnel.
Le Conseil fédéral est prié d'examiner les possibilités et les chances qui s'offrent ainsi à tous les autres domaines de la défense générale et de soumettre, en même temps que le message sur la réforme de l'armée 95, un rapport sur les résul- tats de cet examen et des propositions à ce sujet.
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Postulat Frey Walter Wechselschilder Postulat Frey Plaques de police interchangeables
In
Dans
In
Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr
1989
Année
Anno
Band
IV
Volume
Volume
Session
Herbstsession
Session
Session d'automne
Sessione
Sessione autunnale
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
16
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 89.546
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum
06.10.1989 - 08:00
Date
Data
Seite
1731-1732
Page
Pagina
Ref. No
20 017 806
Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.