Postulat Meier-Glattfelden
1723
Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Le Conseil fédéral propose de classer le postulat.
Abgeschrieben - Classé
89.498 Postulat Ulrich Missbildungen bei Insekten. Untersuchung Malformations chez les insectes. Etude scientifique
Wortlaut des Postulates vom 14. Juni 1989 Der Bundesrat wird gebeten, eine wissenschaftliche Untersu- chung zu veranlassen, um den geäusserten Verdacht, dass in der Nähe von Kernkraftwerken vermehrt Missbildungen bei In- sekten auftreten, abzuklären. Die Untersuchung sollte Aufschluss geben über die Häufigkeit der Missbildungen und ihre möglichen Ursachen, wie z.B. Strahlenschäden (Petkau-Effekt) oder Chemikalien.
Texte du postulat du 14 juin 1989
Le Conseil fédéral est prié de faire entreprendre une étude scientifique visant à confirmer ou à infirmer le soupçon que les insectes souffrent de plus en plus de malformations au voisi- nage des centrales nucléaires. L'étude devra fournir des éclaircissements quant à la fréquence des malformations et leurs causes possibles, comme par exemple des dommages dus à la radioactivité (ef- fet de Petkau) ou à des produits chimiques.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Aguet, Ammann, Bär, Bäum- lin Richard, Bäumlin Ursula, Braunschweig, Bundi, Carobbio, Fankhauser, Hafner Ursula, Haller, Hänggi, Hubacher, Jeanprêtre, Lanz, Ledergerber, Leuenberger-Solothurn, Matt- hey, Meizoz, Neukomm, Reimann Fritz, Stappung, Stocker, Uchtenhagen (24)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit In der Nähe von Kernkraftwerken scheinen vermehrt missge- bildete Insekten, vor allem Wanzen, aufzutreten. Da diese Wanzen normalerweise recht selten Missbildungen aufwei- sen, drängt sich eine genauere Untersuchung auf. Diese In- sekten bilden Nahrungsgrundlage für viele andere Tiere. Soll- ten sie durch Strahlung oder Chemikalien verändert worden sein, könnte dies Auswirkungen auf weitere Glieder der Nah- rungskette haben, welche sich erst später zeigen.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 23. August 1989 Rapport écrit du Conseil fédéral du 23 août 1989 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen.
Ueberwiesen - Transmis
89.507
Postulat Meier-Glattfelden Nutztierethologie an der ETH Zürich Ethologie des animaux de rente. Développement de l'enseignement à l'EPF de Zurich
Wortlaut des Postulates vom 15. Juni 1989 Der Bundesrat wird ersucht, dafür zu sorgen, dass am Institut für Nutztierwissenschaften an der ETH Zürich die Erweiterung des Unterrichtes in Nutztierethologie realisiert wird.
Texte du postulat du 15 juin 1989 Le Conseil fédéral est prié á veiller à ce que l'Institut de zoo- technie de l'Ecole polytechnique de Zurich complète son en- seignement par des cours consacrés à l'éthologie des ani- maux de rente.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Bär, Bäumlin Richard, Braunschweig, Brelaz, Bühler, Bundi, Danuser, Diener, Dünki, Eppenberger Susi, Grendelmeier, Hafner Rudolf, Hafner Ur- sula, Herczog, Jung, Leutenegger Oberholzer, Maeder, Meier-Glattfelden, Morf, Nebiker, Rebeaud, Rutishauser, Schmid, Seiler Rolf, Steffen, Stocker, Thür, Wanner, Weder- Basel, Widmer, Wiederkehr, Wyss William, Züger, Zwygart (34)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit
Neben Zucht und Ernährung ist die Haltung das dritte wesent- liche Fachgebiet der Nutztierwissenschaften. Eine naturnahe, ökologisch orientierte Landwirtschaft kommt nicht ohne tier- gerechte, umweltfreundliche Haltungssysteme aus. Das Insti- tut für Nutztierwissenschaften an der ETH Zürich hat eine enge Verbindung zur Landwirtschaft und ist deshalb für die Lehr- und Forschungstätigkeit auf dem Gebiet der praxisbezogenen Nutztierhaltung prädestiniert. Leider entspricht die aktuelle personelle Situation der Bedeutung der Nutztierethologie kei- neswegs. Die Nutztierethologie ist weder als Lehrstuhl noch durch eine Dozentur an einer akademischen Bildungsstätte der Schweiz vertreten. Auch weiterhin ist dafür kein Lehrstuhl- an der ETH Zürich vorgesehen. Die Nutztierethologie ist ledig- lich im Rahmen der Sektion Tierhaltung und landwirtschaft- liches Bauwesen mit 1,5 Planstellen vertreten. Um der Auf- gabe wirklich gerecht zu werden, sind für die Nutztierethologie 3 feste Stellen für die Bereiche Rind, Kleinvieh und Geflügel sowie 3 Rotationsstellen notwendig. Die Notwendigkeit der nutztierethologischen Forschung ergibt sich aus der Stellung der Tierhaltung in der schweizerischen Landwirtschaft, aus der zirka 75 Prozent des Rohertrages stammen. Für alle zu- künftigen Agronomen ist es unumgänglich, dass sie eine Grundausbildung in Nutztierethologie, artgerechter Tierhal- tung und Stallbaugestaltung in ihr Berufsleben mitbringen. Sie geben ihr Wissen als Landwirtschaftslehrer und Berater direkt an die Bauern weiter.
Das Tierschutzgesetz schreibt vor, dass Tiere so zu behandeln sind, dass ihren Bedürfnissen in bestmöglicher Weise Rech- nung getragen wird. Ohne ethologische Forschung kann diese Forderung aber gar nicht erfüllt werden. Auch ermäch- tigt das Tierschutzgesetz den Bund, die wissenschaftliche For- schung über das tierische Verhalten zu unterstützen.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 6. September 1989 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 6 septembre 1989 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen.
Ueberwiesen - Transmis
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Postulat Ulrich Missbildungen bei Insekten. Untersuchung Postulat Ulrich Malformations chez les insectes. Etude scientifique
In
Dans
In
Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr
1989
Année
Anno
Band
IV
Volume
Volume
Session
Herbstsession
Session
Session d'automne
Sessione
Sessione autunnale
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
16
Séance
Seduta
Geschäftsnummer
89.498
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum
06.10.1989 - 08:00
Date
Data
Seite
1723-1723
Page
Pagina
Ref. No
20 017 793
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