Postulat Bäumlin Ursula
1719
89.521 Postulat Ott Internationale Konvention zur Einschränkung des Waffenhandels Convention internationale limitant les exportations d'armes
89.547
Postulat Bäumlin Ursula Menschenrechtsklausel bei Staatsabkommen Conventions internationales. Clause sur les droits de l'homme
Wortlaut des Postulates vom 21. Juni 1989
Der Bundesrat wird eingeladen, die Frage zu prüfen, in wel- cher Form die Schweiz eine Initiative zum Abschluss einer in- ternationalen Konvention ergreifen könnte, welche die Waffen- ausfuhr nach Regionen, wo Krieg geführt wird oder akute Spannungen herrschen, unterbindet, und/oder entspre- chende schon im Gang befindliche Bestrebungen im Europa- rat wirksam unterstützen könnte.
Texte du postulat du 21 juin 1989
Le Conseil fédéral est prie d'examiner comment la Suisse pourrait prendre l'initiative d'oeuvrer à la conclusion d'une convention internationale interdisant toute exportation d'ar- mes vers des régions en proie à la guerre ou à de violentes ten- sions, et/ou comment elle pourrait appuyer efficacement les efforts déjà engagés en ce sens au Conseil de l'Europe.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Ammann, Auer, Bär, Bäum- lin Ursula, Béguelin, Berger, Biel, Bircher, Bodenmann, Braunschweig, Brélaz, Brügger, Bundi, Caccia, Carobbio, Darbellay, David, Diener, Dormann, Dünki, Eggenberg-Thun, Eggly, Fankhauser, Fehr, Grendelmeier, Günter, Hafner Ur- sula, Jaeger, Jeanprêtre, Lanz, Leuenberger-Solothurn, Leuenberger Moritz, Longet, Maeder, Meier-Glattfelden, Mei- zoz, Morf, Müller-Aargau, Nabholz, Neukomm, Nussbaumer, Oester, Petitpierre, Pitteloud, Rebeaud, Rechsteiner, Reimann Fritz, Ruffy, Rychen, Sager, Schmid, Seiler Rolf, Spalti, Stamm, Stappung, Stocker, Ulrich, Weder-Basel, Widmer, Wiederkehr, Zbinden Hans, Züger, Zwygart (63)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit
Seit dem Ende des 2. Weltkriegs sind über 150 kriegerische Konflikte geführt worden, welche Millionen von Todesopfern gefordert haben. Solche regionalen Konflikte (früher zuweilen «Stellvertreterkriege» genannt) bilden anerkanntermassen eine Gefahr für den Weltfrieden und führen zuweilen zur Ent- stehung von internationalem Terrorismus.
Derartige Konflikte werden zwar nicht ausgelöst, sie können aber geschürt, ausgeweitet und verlängert werden durch den Waffenhandel von Drittstaaten mit den Konfliktparteien. Da- durch wird die Anwendung von Mechanismen gewaltloser Konfliktlösung behindert oder verunmöglicht.
Die Schweiz hat sich, in der Folge eines nur knapp unterle- genen Volksbegehrens zur Einschränkung der Waffenausfuhr an neutrale Staaten Europas, ein Gesetz gegeben, welches Ausfuhr von Kriegsmaterial in Kriegs- oder Spannungsgebiete verbietet.
Eine zuverlässige Einschränkung des Waffenhandels kann aus der Natur der Sache heraus nur völkerrechtlich durch in- ternationale Vereinbarungen erfolgen.
Als Nation, die sich immer für Mechanismen friedlicher Kon- fliktbeilegung eingesetzt hat, und als Sitz des IKRK hat die Schweiz - auch als Nichtmitglied der Uno - eine Legitimation, um eine Initiative auf diesem Gebiete zu ergreifen.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 30. August 1989 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 30 août 1989 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen.
Ueberwiesen - Transmis
Wortlaut des Postulates vom 22. Juni 1989
Der Bundesrat wird eingeladen, bis Ende 1989 einen Bericht zu erstellen, der die Möglichkeit prüft, eine Menschenrechts- und eventuell eine subsidiäre Rücktrittsklausel bei wirtschafts- und handelspolitischen Staatsabkommen (zum Beispiel Nu- klearabkommen) vorzusehen. In Analogie zur Regelung des Waffenexportes im Kriegsmaterialgesetz Artikel 9 bis 12 mit der sogenannten Menschenrechtsklausel in Artikel 11 Ab- satz 2 Buchstabe b sollte der verlangte Bericht darlegen, wel- che Gesetze und Verordnungen zu diesem Zweck und in die- sem Zusammenhang abgeändert werden müssten und wie eine Uebergangsregelung bei den meistens langjährigen Staatsabkommen durchzuführen wäre.
Texte du postulat du 22 juin 1989
Le Conseil fédéral est prié de présenter d'ici fin 1989 un rap- port qui examinera la possibilité d'introduire une clause sur les droits de l'homme et éventuellement une clause de retrait dans les traités internationaux économiques et commerciaux, par exemple les traités sur l'énergie nucléaire. Par analogie avec la clause sur les droits de l'homme contenue à l'article 11, 2ème alinéa, lettre b de la loi fédérale sur le matériel de guerre, qui règle l'exportation d'armes aux articles 9 à 12, le projet de- vra déterminer les lois et ordonnances qui devront être modi- fiées dans ce but et également établir les possibilités d'appli- cation d'une réglementation de transition rendue nécessaire par la longue durée de la plupart des traités internationaux.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Ammann, Bär, Bäumlin Ri- chard, Béguelin, Bircher, Bodenmann, Borel, Braunschweig, Brügger, Bundi, Carobbio, Danuser, David, Diener, Dünki, Eg- genberg-Thun, Euler, Fankhauser, Fehr, Fierz, Grendelmeier, Günter, Hafner Rudolf, Hafner Ursula, Haller, Herczog, Hess Peter, Hubacher, Jaeger, Jeanprêtre, Lanz, Leuenberger- Solothurn, Leuenberger Moritz, Leutenegger Oberholzer, Lon- get, Mauch Ursula, Meizoz, Müller-Aargau, Neukomm, Oester, Ott, Petitpierre, Pini, Pitteloud, Rechsteiner, Ruffy, Salvioni, Schmid, Segond, Seiler Rolf, Stamm, Stappung, Stocker, Thür, Uchtenhagen, Ulrich, Weder-Basel, Zbinden Hans, Zü- ger, Zwygart (60)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit
Ein in seiner Wirkung nicht zu unterschätzendes Protestmittel gegen das Verbrechen der chinesischen Regierung an den unbewaffneten Demonstranten war der Stopp eines grösse- ren, bereits angelaufenen Schweizer Waffenexportes. Diese Aktion basierte offensichtlich auf der sogenannten Menschen- rechtsklausel im Kriegsmaterialgesetz.
Trotz aller Kritik und Warnungen hat das Bundesparlament letztes Jahr das Nuklearabkommen mit China genehmigt. Die Ereignisse in Peking haben unterdessen die Schweizerischen AKW-Betreiber dazugebracht, ihre Vertragsverhandlungen mit der Volksrepublik betreffend Wiederaufbereitung von Brenn- elementen und Endlagerung hochradioaktiver Abfälle in Tibet oder der Mongolei zu sistieren. Dem Vernehmen nach soll da- bei auch und vielleicht sogar entscheidend eine Rolle gespielt haben, dass diese Atomabfallentsorgungsverträge mit hohen Preisforderungen verbunden waren.
Um zu verhindern, dass dieses wirtschaftliche Kriterium nach einer gewissen Beruhigung und Stabilisierung der politischen Lage in China allein bestimmend wird, so dass die Atomabfall- exportverhandlungen wieder aufgenommen und in Tat um-
Postulat Danuser
1720
N
6 octobre 1989
gesetzt werden können, ohne dass z. B. die Auswirkungen auf die rechtlose Bevölkerung in den Lagergebieten berücksich- tigt würden, soll die Aufnahme einer Menschenrechtsklausel in Staatsverträge mit wirtschafts- und handelspolitischem Ein- schlag geprüft werden. Der Fall China sollte dabei Leitfunktion haben.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 6. September 1989 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 6 septembre 1989
Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen. Er betrachtet sich allerdings durch die Antwortfrist, die das Postu- lat setzt, nicht als gebunden.
Ueberwiesen - Transmis
88.752 Postulat Danuser Alte chemische Stoffe Substances chimiques usagées
Wortlaut des Postulates vom 5. Oktober 1988 Der Bundesrat wird eingeladen darzulegen,
wie er die Problematik alter chemischer Stoffe nach Arti- kel 15 der Stoffverordnung umgehend prüfen will;
wie und bis wann der Gebrauch von problematischen Alt- stoffen massiv eingeschränkt werden kann;
ob es nicht angezeigt sei, einzelne dieser Stoffe zu verbie- ten.
Texte du postulat du 5 octobre 1988 Le Conseil fédéral est invité à établir:
de quelle façon il entend traiter dans l'immédiat le problème · des substances chimiques usagées selon l'article 15 de l'or- donnance sur les substances;
comment et jusqu'à quand il pense pouvoir limiter sensible- ment le recours à ces substances usagées;
s'il ne serait pas judicieux d'interdire certaines de ces subs- tances.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Ammann, Bäumlin Richard, Bäumlin Ursula, Braunschweig, Brügger, Bundi, Diener, Diet- rich, Fankhauser, Fehr, Grendelmeier, Haller, Humbel, Lanz, Leuenberger Moritz, Mauch Ursula, Meier-Glattfelden, Neu- komm, Pitteloud, Reimann Fritz, Schmid, Seiler Rolf, Stap- pung, Stocker, Thür, Uchtenhagen, Zbinden Hans, Züger (28)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit
Von den etwa 12 000 chemischen Grundstoffen, die heute ge- braucht werden, gibt es allein etwa 150 organische Chemika- lien, die jährlich weltweit in Mengen von über 50 000 Tonnen produziert werden. Diese Menge reicht aus, um für eine Sub- stanz unter Umständen eine Allgegenwartskonzentration zu verursachen. Es ist denn auch kein Zufall, dass die Vollzugs- . behörden der Lebensmittel- und Umweltschutzgesetzgebung immer häufiger unerwünschte chemische Stoffe im Wasser, im Boden, in der Luft und in der Nahrung finden. Eine umfas- sende Beurteilung einer Auswahl der wichtigsten chemischen Altstoffe drängt sich daher förmlich auf.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 23. November 1988 Rapport écrit du Conseil fédéral du 23 novembre 1988
kumulationstendenz, die Oekotoxizität und der Verbrauch, bil- den die Grundlage zur Beurteilung der Umweltverträglichkeit von Stoffen. Ohne dass diese Daten gesammelt, beschafft und ausgewertet werden, können Problemstoffe nicht erkannt und objektive Anhaltspunkte nicht vorgebracht werden, die für die Einschränkung eines bestimmten Stoffs sprechen.
Da zurzeit etwa 80 000 Stoffe kommerziell genutzt werden, ist diese Aufgabe äusserst arbeitsaufwendig und setzt nicht nur eine nationale, sondern auch eine internationale Zusammen- arbeit voraus. Die Industriestaaten haben deshalb 1987 einen Ratsbeschluss der Organisation für wirtschaftliche Zusam- menarbeit und Entwicklung (OECD) gutgeheissen und sich verpflichtet, ihre Anstrengungen bezüglich der systemati- schen Erfassung problematischer alter Stoffe zu intensivieren, bei der Informationsbeschaffung und -auswertung zusam- menzuarbeiten und die anfallende Arbeitslast zu teilen.
Als Folge dieses Beschlusses sind im Rahmen des «OECD Existing Chemicals Programme» zurzeit zahlreiche internatio- nale Aktivitäten im Gang. So werden zum Beispiel
eine Uebersicht über in hohen Tonnagen produzierte Stoffe erstellt («High Volume Chemicals»);
nationale Prioritätenlisten verglichen;
Stoffe, die von mehreren Ländern als problematisch be- zeichnet wurden, identifiziert;
Daten zu einzelnen Problemstoffen unter der Regie eines sich zur Verfügung stellenden Landes (Clearing House) ge- sammelt und ausgewertet.
Zudem sollen sich die Länder auch im Bereich der experimen- tellen Prüfung bestimmter Stoffe künftig in die Arbeit teilen.
Das Bundesamt für Umweltschutz arbeitet aktiv im OECD- Pro- gramm mit und hat sich auch die Unterstützung der chemi- schen Industrie gesichert. So hat die Schweizerische Gesell- schaft für Chemische Industrie (SGCI) eine Liste derjenigen Stoffe erarbeitet, deren Import und Produktion 1987 in der Schweiz 5000 Tonnen überstieg. Die Liste enthält 89 Stoffe. Als eines von bisher erst 7 Ländern konnte damit die Schweiz der OECD ihre «High Volume Chemicals> nennen. Die Liste soll nächstes Jahr mit denjenigen Stoffen ergänzt werden, deren Jahresproduktion 1000 Tonnen übersteigt. Darüber hinaus hat das Bundesamt für Umweltschutz auch eine nationale Prioritätenliste für den Bereich umweltgefährdender Stoffe er- stellt und der OECD weitergeleitet. Diese Liste wird laufend dem aktuellen Stand angepasst. Während in der Vergangen- heit die prioritär zu bearbeitenden Stoffe mehrheitlich prag- matisch ausgewählt wurden, soll in Zukunft vermehrt auch sy- stematisch vorgegangen werden.
2./3. Wie kaum ein anderes Land hat die Schweiz bereits heute zahlreiche umweltgefährdende Stoffe verboten oder in ihrer Verwendung stark eingeschränkt (Anhänge 3 und 4 der Stoff- verordnung). Erinnert sei hier zum Beispiel an die Verbote von 2,4,5-T, Pentachlorphenol, Tetrachlorphenol, Cadmium und Quecksilber oder an das Verbot von Nonylphenol- und Octyl- phenolexthoxylaten in Waschmitteln und von chlorierten orga- nischen Lösungsmitteln in Reinigungsmitteln. Die Stoffverord- nung wurde nach ihrem Inkrafttreten (1. September 1986) zu- dem bereits mit strengeren Vorschriften zu Batterien und mit einem Verbot von Organozinnverbindungen in Antifoulings er- gänzt. Restriktive Vorschriften zu Asbest und ein Verbot von FKW in Spraydosen sind in Vorbereitung.
Der Bundesrat wird nicht zögern, weitere Stoffe zu verbieten, wenn die laufenden Arbeiten ergeben, dass sie, ihre Folgepro- dukte oder Abfälle bei vorschriftsgemässer Handhabung den Menschen oder seine natürliche Umwelt gefährden können.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat beantragt, das Postulat als erfüllt abzuschrei- ben.
Abgeschrieben - Classé
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Dans
In
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Jahr
1989
Année
Anno
Band
IV
Volume
Volume
Session
Herbstsession
Session
Session d'automne
Sessione
Sessione autunnale
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
16
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 89.547
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum
06.10.1989 - 08:00
Date
Data
Seite
1719-1720
Page
Pagina
Ref. No
20 017 786
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