Interpellation Schmid
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89.305
Interpellation Wanner Auswirkungen der Lötschberg-Variante der Neat NLFA. Incidences de la variante du Loetschberg
Wortlaut der Interpellation vom 31. Januar 1989
Den Medien konnte dieser Tage entnommen werden, dass eine Entscheidung für die Lötschberg-Variante der Neat eine dritte Spur auf der Neubaustrecke Mattstetten - Rothrist nötig macht. Dies würde zwangsläufig eine neue Belastung für die betroffenen Regionen bedeuten (Boden, Lärm, usw.).
Ich frage deshalb den Bundesrat an, ob diese Aussage zutrifft. Wenn ja, ist er bereit, auch nach Abschluss des Vernehmlas- sungsverfahrens die betroffenen Kantone darauf aufmerksam zu machen? Wäre es zudem denkbar, dass in einer ersten Phase die Neat durch den Lötschberg in Betrieb genommen würde und später aus zwingenden Gründen trotzdem eine dritte Spur auf der erwähnten Neubaustrecke errichtet wird? Die betroffenen Regionen haben schon heute Anrecht auf eine umfassende und vollständige Information.
Texte de l'interpellation du 31 janvier 1989
Les médias ont relevé ces derniers jours que le choix de la va- riante du Loetschberg de la NLFA rendra nécessaire la cons- truction d'une troisième voie sur le nouveau tronçon Mattstet- ten - Rothrist. Inévitablement, les régions concernées subi- raient de nouvelles atteintes (sol, bruit, etc.).
Le Conseil fédéral peut-il confirmer l'exactitude de cette infor- mation? Si oui, est-il prêt à insister sur cet aspect auprès des cantons à l'issue de la procédure de consultation? En outre, est-il concevable que la NLFA par le Loetschberg soit mise en service lors d'une première étape et ne soit, pour des raisons impérieuses, complétée qu'ultérieurement par une troisième voie sur le tronçon évoqué?
Les régions concernées ont droit, dès à présent, à une infor- mation exhaustive.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Büttiker, Hänggi, Leuenber- ger-Solothurn, Nussbaumer, Scheidegger, Ulrich (6)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 26. April 1989
Rapport écrit du Conseil fédéral du 26 avril 1989
Die Kapazitätsgrenze der heutigen Doppelspur Bern-Olten liegt zwischen 220 und 250 Zügen im Tag. Die zweite Doppel- spur, bestehend aus der im Konzept «Bahn 2000» vorgesehe- nen Neubaustrecke Mattstetten-Rothrist und der Grauholz- linie, ermöglicht eine Entmischung von schnellen und langsa- meren Zügen und erhöht damit zusammen mit der bestehen- den Linie die Streckenkapazität zwischen Bern und Olten um mehr als das Doppelte.
Die Experten haben die Frage der ausreichenden Streckenka- pazität zwischen Bern und Olten im Planungsfall einer neuen Eisenbahn-Alpentransversalen Lötschberg-Simplon geprüft. Sie kamen zum Schluss, dass mit der Neubaustrecke Mattstet- ten-Rothrist und Grauholzlinie die Kapazität ausreicht.
Die Vernehmlassungsgrundlagen gehen denn auch davon aus, dass zwischen Bern und Olten keine dritte Spur nötig sein wird. Die Zweckmässigkeitsprüfung über eine neue Eisen- bahn-Alpentransversale führt dazu aus, dass die Transitachse Lötschberg-Simplon in das Konzept «Bahn 2000» eingebettet ist und dass die gemäss Zweckmässigkeitsprüfung definierte
Infrastuktur genügt, um die Nachfrage im optimistisch-bahn- freundlichen Szenarium zu bewältigen.
Tritt zu einem späteren Zeitpunkt eine weitere wesentliche Ver- kehrssteigerung ein, können die Kapazitätsgrenzen erreicht und weitere Infrastrukturausbauten erforderlich sein. Nach Meinung der Experten bestünde diesfalls die Möglichkeit des Ausbaus der Jura-Linie Basel-Delémont-Biel. Grundsätzlich können sich ähnliche Probleme zeitverschoben auch in den andern Planungsfällen ergeben.
Präsident: Der Interpellant ist von der Antwort des Bundes- rates befriedigt.
89.306
Interpellation Schmid Darstellung von Grausamkeiten in einer Fernsehsendung Scènes de cruauté dans une émission télévisée
Wortlaut der Interpellation vom 31. Januar 1989
In der Fernsehsendung «Limit» vom 5. Januar 1989 wurde während eineinhalb Stunden ein sogenannter Brutalofilm vor- geführt mit der Begründung, über diese Thematik könne nur kompetent diskutieren, wer einen solchen Film ganz und im Zusammenhang gesehen habe. Einmal abgesehen davon, dass es in solchen Filmen überhaupt nicht um Zusammen- hänge geht, sondern nur um die Aneinanderreihung grausam- ster Szenen, haben sich meines Erachtens die Verantwortli- chen dieser Sendung und die Programmdirektion des Fernse- hens DRS über die ungewollten Nebenwirkungen, die ein sol- ches Unterfangen hervorruft, offenbar keine Gedanken ge- macht.
Ich ersuche daher den Bundesrat um Beantwortung folgender Fragen:
Sollte ein derart starkes Medium wie das Fernsehen in der Moderation von Sendungen nicht etwas mehr Feingefühl an den Tag legen und sich einer besonderen Sorgfaltspflicht un- terziehen?
Findet es der Bundesrat in Ordnung, dass sich Fernsehmo- deratoren anmassen, Hunderttausenden von Erziehungsver- antwortlichen ihre Version von «Aufklärung» aufzuzwingen, der man sich nur noch durch autoritären Knopfdruck entzie- hen kann?
Wirkt sich die unverfrorene Ausstrahlung eines solchen Machwerks nicht auf unzulässige Weise präjudizierend aus auf die gegenwärtige Revision des Strafgesetzbuches, ins- besondere auf die neu vorgesehenen Artikel 135 und 197?
Wäre es nicht angebracht, einem Massenmedium, dessen Programm wie kein anderes sozusagen ungebeten in sämt- liche Wohnstuben dringt, die Vorführung von Filmen, welche allein die Darstellung brutaler und pornographischer Szenen bezweckt, unter allen Umständen zu verbieten?
Texte de l'interpellation du 31 janvier 1989
Au cours de l'émission «Limit» diffusée le 5 janvier 1989 par la télévision alémanique, un film d'une heure et demi mettant en scène des actes de brutalité a été projeté, sous prétexte qu'une discussion sur ce thème ne pouvait être menée en con- naissance de cause que par des personnes ayant assisté à un tel film dans sa totalité. Outre le fait qu'un tel film n'éclairait nul- lement le contexte social de tels actes et qu'il se bornait à ali- gner des scènes de la plus grande cruauté, il me paraît évident que les responsables de l'émission et la direction des pro- grammes de la télévision alémanique ne se sont pas préoc- cupés des répercussions indésirables qu'un tel film peut avoir.
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1989
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III
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Sommersession
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Session d'été
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Sessione estiva
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Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
16
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 89.305
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Numero dell'oggetto
Datum 23.06.1989 - 08:00
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1191-1191
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