Interpellation Aubry
1165
Juni 1989 N
N'estime-t-il pas lui aussi que l'appel au meurtre lancé par Khomeiny constitue une violation absolument inadmissible des règles fondamentales qui régissent les relations entre des Etats souverains? Considère-t-il également que cet appel au meurtre est une atteinte des plus graves à la liberté de presse et d'opinion?
Le Conseil fédéral est-il prêt, dans l'immédiat, à employer toutes ses relations bilatérales et multilatérales, pour amener les autorités iraniennes à retirer leur appel au meurtre?
Quels effets la violation des droits de l'homme par l'Iran doit-elle et peut-elle avoir sur les relations entre la Suisse et l'Iran?
La situation actuelle influencera-t-elle la politique suisse des bons offices?
Mitunterzeichner - Cosignataire: Keine - Aucun
Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 24. Mai 1989
Rapport écrit du Conseil fédéral du 24 mai 1989
Der Aufruf zur Tötung, wie ihn im letzten Februar der iranische Führer Ayatollah Khomeiny gegen den Schriftsteller Salman Rushdie erlassen hat, stellt eine schwere Verletzung von Re- geln des Völkerrechts und der Souveränität eines anderen Staates dar. Dieser Aufruf ist zudem als ein Angriff auf die Mei- nungsfreiheit anzusehen. Der Bundesrat hat, wie er im Natio- nalrat am 13. März ausführte, mit aller Schärfe und mehrere Male bei den iranischen Behörden gegen diese schwere Ver- letzung elementarer Regeln protestiert. Gleichzeitig sah er aber - im Gegensatz zu anderen westlichen Staaten - davon ab, seinen Botschafter aus Teheran zurückzurufen. Die mei- sten der damals zurückgerufenen Botschafter befinden sich im übrigen wieder in Teheran.
In der Tat, ohne einen Rückruf gänzlich ausgeschlossen zu haben, hielt es der Bundesrat nicht für angezeigt, in diesem Fall von seiner langjährigen Praxis abzuweichen. Die bundes- rätliche Praxis beruht auf der Ueberzeugung, dass in einem Konflikt alle zu Gebote stehenden diplomatischen Instru- mente eingesetzt werden müssen, um den fraglichen Konflikt aus der Welt zu schaffen. Um dies tun zu können, ist auch der Einsatz unseres Botschafters am Ort von grosser Wichtigkeit. Der Bundesrat war in der vorliegenden Angelegenheit der Ueberzeugung, ein Abbruch des Dialogs müsse vermieden werden.
Abgesehen von unserer grundsätzlichen Ueberlegung zur An- wesenheit unseres Botschafters bestimmten andere aussen- politische Interessen den Entscheid des Bundesrates. Dazu gehören u. a. auch die Guten Dienste, welche die Schweiz im Rahmen der Interessenvertretung für die USA und Südafrika in Teheran erfüllt.
Der Bundesrat wird die Entwicklung dieser Angelegenheit be- obachten. Ganz allgemein schenkt er weiterhin Fragen in Zu- sammenhang mit Menschenrechtsverletzungen seine volle Aufmerksamkeit, und er appelliert auch in Zukunft, falls erfor- derlich, jeweils an die betreffenden Staaten, die Prinzipien der Menschenrechte zu achten. Für den Bundesrat stellt dieser Einsatz für die Respektierung der Menschenrechte einen wichtigen Bestandteil der schweizerischen Aussenpolitik dar.
Präsident: Der Interpellant ist von der Antwort des Bundes- rates befriedigt.
89.346
Interpellation Aubry Massnahmen zur Eindämmung der Asylantenflut Mesures propres à endiguer le flux des demandeurs d'asile
Wortlaut der Interpellation vom 1. März 1989
Jeden Monat ist festzustellen, dass die Zahl der Personen, die in der Schweiz um Asyl nachsuchen, zunimmt. Wie zu erfahren war, hat der Bundesrat mit den Regierungen Italiens und Oesterreichs Kontakt aufgenommen, damit für türkische Staatsangehörige und Tamilen, die in diese beiden Länder einreisen, jedoch die Schweiz als Reiseziel haben, die Visums- pflicht eingeführt wird. Eine solche Visumspflicht könnte den gegenwärtigen Asylantenstrom eindämmen, der unsere tradi- tionelle Asylpolitik ernsthaft in Frage stellt. Gleichzeitig führt die steigende Zahl der Asylbewerber dazu, dass den echten Flüchtlingen nicht mehr Asyl gewährt werden kann und bei der Bevölkerung Verwirrung hervorgerufen wird.
Wie weit sind die Verhandlungen des Bundesrates mit Italien und Oesterreich gediehen, und ab wann werden diese beiden Länder voraussichtlich ein Einreisevisum für Türken und Tami- len verlangen?
Texte de l'interpellation du 1er mars 1989
Chaque mois, on constate que le nombre de requérants aug- mente en Suisse. On sait que le Conseil fédéral a pris contact avec le Gouvernement italien ainsi qu'avec le Gouvernement autrichien afin que des visas soient exigés pour les ressortis- sants Turcs ou Tamouls arrivant dans ces deux pays, mais ayant comme destination finale la Suisse. Un tel visa empê- cherait le flux actuel des demandeurs d'asile qui créent vérita- blement un problème à notre politique traditionnelle d'asile. En même temps, le nombre qui va en augmentant ne permet plus de donner asile aux véritables réfugiés et il sème la confu- sion dans la population.
Où en sont les pourparlers du Conseil fédéral avec l'Italie et l'Autriche et quand peut-on envisager que ces deux pays exi- geront un visa d'entrée pour les Turcs et les Tamouls?
Mitunterzeichner - Cosignataires: Berger, Cavadini, Couche- pin, Dubois, Frey Claude, Loeb, Martin, Perey, Petitpierre, Phili- pona, Rohrbasser, Savary-Vaud (12)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit L'auteur renonce au développement et demande une réponse écrite.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 31. Mai 1989
Rapport écrit du Conseil fédéral du 31 mai 1989
La Suisse s'est adressée plusieurs fois au gouvernement ita- lien pour l'inciter à introduire le visa pour les ressortissants turcs. L'Italie s'est déclarée en principe prête à le faire. Elle est en négociation avec les Etats du «Groupe de Schengen» (France, République fédérale d'Allemagne, Benelux) qui har- monisent, entre autres, leur politique de visas. Ce groupe exige l'obligation du visa pour les ressortissants turcs. Ces négociations n'ayant pas encore abouti, la date de l'introduc- tion du visa n'est toujours pas déterminée.
L'Autriche, également en pourparlers avec le Groupe de Schengen, renonce cependant à l'introduction du visa pour les ressortissants turcs, mais a l'intention d'intensifier ses contrôles à la frontière. Lors des contacts bilatéraux, la Suisse a mentionné plusieurs fois qu'elle souhaitait l'introduction du visa par l'Autriche vu l'afflux énorme de Turcs entrant illégale- ment en Suisse par la frontière autrichienne.
Interpellation Fetz
1166
N
23 juin 1989
Les ressortissants srilankais sont soumis à l'obligation du visa pour l'Italie ainsi que pour l'Autriche.
Präsident: Die Interpellantin ist von der Antwort des Bundes- rates teilweise befriedigt.
89.382
Interpellation Fetz Genetische Experimente in «Cepanzo» (Argentinien) Expérimentations génétiques au Centre de «Cepanzo» (Argentine)
Wortlaut der Interpellation vom 13. März 1989
Im Versuchsgut «Cepanzo», in der Stadt Azul, Argentinien, wurde gemäss Zeitungsberichten ein Freilandversuch mit (gentechnologisch) künstlich erzeugten Viren durchgeführt. «Cepanzo» (Panamerikanisches Zoologisches Zentrum) ist eine Unterorganisation der WHO.
Der Freilandversuch war ein illegales Experiment, das hinter dem Rücken der zuständigen argentinischen Behörden durchgeführt wurde. Dr. Oscar Bruni, Direktor der staatlichen Veterinärbehörden, nennt das Experiment eine «wissenschaft- liche Barbarei», welche unabsehbare Folgen haben kann. Da eine genetische Katastrophe nicht ausschliessbar ist, werden «für alle möglichen Schäden bei Menschen, Tieren, der Um- gebung, oder was auch sonst immer eintreten kann» vom ar- gentinischen Gesundheitsministerium gegenüber dem «Ce- panzo» und dem Wistar-Institut (Philadelphia, USA) alle Scha- denansprüche offengehalten. «Da man bei einem im Genlabor hergestellten Virus nie wisse» (so Dr. Oscar Bruni, Weltwoche Nr. 48/88) «wie es in Zukunft reagieren und mutieren werde und wie lange die Inkubationszeit sei», wird dies eine sehr um- fangreiche und lange dauernde Sache darstellen.
Der für das Experiment verantwortliche Leiter des Instituts ist ein Schweizer namens Joe Held. Gemäss Aussagen des Di- rektors der staatlichen Gesundheitsbehörde wurde das für den illegalen Freilandversuch notwendige Virus im Diploma- tenkoffer des Herrn Held von den USA aus dem Wistar-Institut nach Argentinien in das «Cepanzo» gebracht. Da das «Ce- panzo» als Unterorganisation der WHO diplomatischen Status geniesst, wurde die WHO offenbar von einem Schweizer zu kri- minellen Aktivitäten missbraucht.
In den USA scheint die Verfolgung dieser Machenschaften der Mitarbeiter des Wistar-Institutes nicht möglich, da das Experi- ment in Argentinien von der privaten Rockefeller-Stiftung und der französischen Mérieux-Stiftung finanziert wurde. In Argen- tinien stösst der gegen das Institut ermittelnde Bundesrichter offenbar auf grosse Schwierigkeiten - eben weil das «Ce- panzo» diplomatischen Status geniesst.
In dieser Situation, da die Schweiz sowohl als Mitglied der WHO wie durch die Tatsache, dass der Leiter des «Cepanzo» Schweizer ist, doppelt von diesen illegalen und äusserst ge- fährlichen Machenschaften betroffen ist, frage ich den Bun- desrat an:
Ist der Bundesrat bereit, alle möglichen Schritte einzuleiten, damit die argentinischen Strafbehörden gegenüber dem Schweizer Staatsbürger alle notwendigen Untersuchungen durchführen können, und dass diese allen allfälligen straf- rechtlichen Konsequenzen zugeführt werden können?
Ist der Bundesrat bereit, seine Mitgliedschaft in der WHO dazu zu benützen und darauf hinzuwirken, dass im Rahmen der WHO verhindert wird, dass der WHO-Status zu solchen Machenschaften missbraucht und deren Verfolgung be- und verhindert werden kann?
Texte de l'interpellation du 13 mars 1989
D'après des rapports parus dans la presse, des expérimenta- tions génétiques (production artificielle de virus) ont été effec- tuées au Centre de Cepanzo, dans la ville d'Azul, en Argentine. Le Cepanzo (Centre zoologique panaméricain) est une orga- nisation dépendant de l'OMS.
L'expérimentation en milieu naturel constitue une opération il- légale, qui a été entreprise à l'insu des autorités argentines. M. Oscar Bruni, directeur des services vétérinaires de l'Etat, considère cette expérimentation comme une «intervention barbare sur le plan scientifique», qui peut avoir des consé- quences incalculables. Une catastrophe génétique n'étant pas exclue, le Ministère argentin de la santé publique se réserve le droit d'intenter une action en dommages-intérêts contre le Cepanzo et le Wistar Institute (Philadelphie, Etats- Unis) pour tous les dommages causés à l'homme, au règne animal et à l'environnement, ou pour toute autre chose qui pourrait se produire. Comme on ne sait jamais de quelle ma- nière un virus produit dans un laboratoire de génie génétique réagira et subira des mutations, ni de combien de temps sera l'incubation (déclaration de M. Bruni, voir la Weltwoche no 48/88), cette affaire aux vastes résonnances risque de durer fort longtemps.
Le chef de l'institut précité, qui est aussi le responsable de l'ex- perimentation, est un ressortissant suisse dénommé Joe Held. Selon les dires du directeur des autorités argentines de la santé publique, le virus nécessaire à cette expérience il- légale a été envoyé au Cepanzo par le Wistar Institute et il est entré en Argentine dans la valise diplomatique de M. Held. Le Cepanzo jouissant du statut diplomatique en tant qu'organisa- tion subordonnée à l'OMS, celle-ci a manifestement été in- duite par un Suisse à commettre des activités criminelles.
Il ne semble pas que des poursuites contre le collaborateur du Wistar Institute soient possibles aux Etats-Unis puisque l'ex- perience s'est déroulée en Argentine, où elle a été financée par la Fondation Rockefeller et par la Fondation (française) Mérieux. Sur territoire argentin, le juge fédéral qui instruit le procès contre l'institut se heurte manifestement à d'énormes difficultés du fait que le Cepanzo jouit du statut diplomatique. Dans de telles circonstances, vu que la Suisse est membre de l'OMS et que, d'autre part, le directeur du Cepanzo est un res- sortissant suisse, notre pays se voit doublement touché par ces agissements à la fois illégaux et extrêmement dangereux. Je me permets donc de poser au Conseil fédéral les questions suivantes:
Est-il prêt à tout mettre en oeuvre pour que les autorités pénales argentines puissent enquêter à fond sur notre compa- triote, avec toutes les conséquences que cela comporte?
Est-il prêt à invoquer sa qualité de membre de l'OMS pour faire en sorte qu'on puisse empêcher de tels abus sous le cou- vert du statut diplomatique et qu'on ne puisse éluder les pour- suites entraînées par ceux-ci?
Mitunterzeichner - Cosignataire: Keine - Aucun
Schriftliche Begründung - Développement par écrit Die Urheberin verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 17. Mai 1989
Rapport écrit du Conseil fédéral du 17 mai 1989
Gemäss den Bestimmungen des Kapitels XI ihrer Verfassung hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Bemühen um eine Dezentralisation die Welt in sechs verschiedene geogra- phische Regionen eingeteilt. Jede regionale Organisation ver- fügt über eine gewisse Selbständigkeit und umfasst einen Re- gionalausschuss und ein Regionalbüro. Unter die sechs von der WHO bestimmten Regionen, die alle integrierenden Be- standteil der Organisation bilden, fällt jene von Amerika.
Die WHO hat Sitzabkommen mit jenen Staaten abgeschlos- sen, in denen sie Regionalbüros unterhält oder ihren Hauptsitz hat. Was die Region in Amerika betrifft, so hat die WHO ein Ab- kommen mit der Panamerikanischen Gesundheitsorganisa- tion (OPS) geschlossen, damit diese dort als regionale Or-
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Jahr
1989
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Anno
Band
III
Volume
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Sommersession
Session
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Sessione estiva
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
16
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 89.346
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum
23.06.1989 - 08:00
Date
Data
Seite
1165-1166
Page
Pagina
Ref. No
20 017 525
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