Interpellation on Chernobyl damage assessment

20016765Jurisprudence administrative des autorités fédérales (JAAC)7 oct. 1988

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

In the 1988 National Council interpellation on the Chernobyl damage balance, Salvioni sought figures on notified and recognized damages, payment practice, additional public costs, possible genetic effects in newborns, and special measures for Lake Lugano and fishermen. The Federal Council replied in writing that 452 claims had been notified, 347 recognized, and CHF 1,868,984 paid; it also rejected the need for another notification call, acknowledged limited information on total public costs, denied known evidence of increased malformations, and stated that no special remediation program was required. The president noted that the interpellant was only partly satisfied.

Regeste Omnilex

Interpellationsrecht; Auskunftspflicht des Bundesrates bei parlamentarischen Vorstössen. Der Bundesrat erfüllt die Interpellation durch schriftliche Antwort, soweit ihm gesicherte Angaben vorliegen; wo eine gesamtschweizerische Datengrundlage fehlt, darf er auf die Grenzen der vorhandenen Statistiken hinweisen. Eine erneute öffentliche Aufforderung zur Schadenanmeldung ist nicht geboten, wenn die Betroffenen mehrfach durch Medien und Behörden informiert wurden. Mangels nachgewiesener gesundheitlicher Folgewirkungen und bei Wegfall der tatsächlichen Grundlage besteht kein Anlass für weitergehende Sanierungsprogramme (vgl. schriftliche Stellungnahme vom 31. August 1988).

Texte intégral

Interpellation Salvioni

1496

N

7 octobre 1988

  • Was gedenkt der Bundesrat zur Bekämpfung dieses gesellschaftspolitisch höchst brisanten Problems zu unter- nehmen;

  • Wie und in welchem Rahmen sieht der Bundesrat Mög- lichkeiten, Elementarausbildungen für Erwachsene zu ermöglichen und zu fördern?

Texte de l'interpellation du 4 mars 1987

Des études réalisées à l'Institut de pédagogie spéciale de l'Université de Zurich et les résultats d'examens pedagogi- ques passés par des recrues laissent supposer qu'en Suisse, un nombre important de personnes sont illettrées, c'est-à- dire qu'elles ne sont pas ou plus capables de lire ou d'écrire. Cette situation est des plus alarmantes dans un Etat démo- cratique. A la suite de l'annonce d'un cours pilote prévu à Zurich pour 10 participants, plus de 150 personnes directe- ment concernées se sont inscrites en l'espace d'un mois. Le premier projet pilote mis sur pied à Zurich a permis de démontrer qu'en appliquant des méthodes didactiques adé- quates, il était possible de combler ces lacunes même chez des adultes. Alors qu'en Suisse, ce problème n'a été perçu que récemment, notamment par suite de la situation tendue régnant sur le marché du travail, les pays voisins financent depuis plusieurs années déjà des mesures visant à combat- tre l'analphabétisme fonctionnel. Il est particulièrement diffi- cile d'atteindre et d'instruire cette catégorie de personnes. Les illettrés sont exclus du monde de la lecture et de l'écriture, qu'il est indispensable de connaître dans notre société. Afin de leur en faciliter l'accès, il faut prendre des mesures inhabituelles et délicates pour les motiver et appli- quer une méthode spéciale d'enseignement pour adultes. C'est pourquoi nous prions le Conseil fédéral de répondre aux questions suivantes:

  • Le Conseil fédéral dispose-t-il de données concernant l'ampleur, les causes et les conséquences de l'illettrisme en Suisse ?

  • Quelles sont les mesures que compte prendre le Conseil fédéral pour lutter contre ce problème extrêmement délicat du point de vue social ?

  • Comment le Conseil fédéral pense-t-il promouvoir l'ins- truction élémentaire des adultes ?

Mitunterzeichner - Cosignataires: Bäumlin Richard, Borel, Bundi, Christinat, Deneys, Eggenberg-Thun, Eggli-Winter- thur, Friedli, Hubacher, Lanz, Leuenberger Moritz, Longet, Mauch, Morf, Nauer, Ott, Pitteloud, Robbiani, Rubi, Ruffy, Stamm Walter, Stappung, Uchtenhagen, Vannay, Weber- Arbon

(25)

Schriftliche Begründung - Développement par écrit Die Urheberin verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort.

Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 20. Mai 1987

Rapport écrit du Conseil fédéral du 20 mai 1987

In der Schweiz sind bisher verhältnismässig wenige - zumindest wissenschaftliche - Untersuchungen zum Pro- blem des funktionalen Analphabetismus durchgeführt wor- den. Meist sind es Untersuchungen, die diese Problematik nicht als Hauptgegenstand behandeln oder die lediglich eine bestimmte Altersgruppe der Bevölkerung (z. B. Schul- abgänger, 20jährige bei Rekrutenbefragungen) oder eine bestimmte Bevölkerungsgruppe (z. B. Ausländer in der Schweiz) betreffen. Oft handelt es sich zudem nur um lokale oder regionale Erhebungen, die zwar sehr interessante Ergebnisse vermitteln, die aber nicht unbedingt verallgemei- nernd auf die ganze Schweiz übertragen werden können. Entscheidend ist in diesem Zusammenhang zudem, wie weit oder wie eng man den Begriff des funktonalen Analphabe- tismus fasst. Hier gehen die Meinungen bekanntlich ausein- ander.

Der Bundesrat ist sich der Wichtigkeit des aufgeworfenen Problems bewusst. In Anbetracht der skizzierten Schwierig- keiten sieht er sich aber ausserstande, im jetzigen Zeitpunkt

verlässliche und allgemeingültige quantitative Aussagen über das Ausmass des funktionalen Analphabetismus zu machen.

Da für das Bildungswesen primär die Kantone zuständig sind, kann der Bund nicht unabhängig und von sich aus die ihm gut scheinenden Massnahmen treffen. Der Bundesrat ist aber bereit, zusammen mit der Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren zu prüfen, ob eine fundierte gesamt- schweizerische Studie über das tatsächliche Ausmass des funktionalen Analphabetismus zu erstellen ist und welche Massnahmen allenfalls zu ergreifen wären.

Für das Nachholen gewisser Elementarausbildungen im Erwachsenenalter scheint ein echtes Bedürfnis zu bestehen. Der Bundesrat begrüsst es deshalb, wenn hier noch ver- mehrt Schulungsmöglichkeiten geschaffen werden. Die Finanzierung derartiger Kurse erfolgt in den wenigen bisher vorhandenen Fällen meist über private Organisationen. Sie wird aber zunehmend auch von Kantonen als Aufgabe be- trachtet.

Der Bund fördert die Erwachsenenbildung hauptsächlich über seine Beiträge an die Stiftung Pro Helvetia, die ihrer- seits bestimmte Projekte unterstützt. So werden beispiels- weise gewisse Mittel für Erwachsenenbildungsprojekte zugunsten von Ausländern in der Schweiz zur Verfügung gestellt. Im übrigen dient unter anderm auch die Schweizeri- sche Volksbibliothek, die vom Bund durch narnhafte Bei- träge gefördert wird, diesen Zwecken. Für eine Unterstüt- zung von elementaren Ausbildungskursen für Erwachsene möchte der Bundesrat daher nicht neue Quellen erschlies- sen, sondern die vorhandenen, bewährten Kanäle benützen.

Präsident: Die Interpellantin ist von der Antwort des Bun- desrates teilweise befriedigt.

87.413

Interpellation Salvioni Katastrophe von Tschernobyl. Schadenbilanz

Interpellanza Salvioni Catastrofe di Tschernobyl. Bilancio dei danni Interpellation Salvioni Catastrophe de Tchernobyl. Bilan des dommages

Wortlaut der Interpellation vom 1. Juni 1987 Ein Jahr nach dem Unglück von Tschernobyl bitte ich den Bundesrat, auf folgende Fragen zu antworten:

  • Welche Schäden wurden dem Bundesrat gemeldet, wel- che wurden anerkannt, und wieviel hat die Regierung als Folge des Unglücks von Tschernobyl bezahlt?

  • Ist der Bundesrat nicht der Meinung, er sollte in einem Aufruf dazu einladen, die Schäden innert einer bestimmten Frist zu melden?

  • Für welche zusätzlichen Kosten mussten der Bundesrat und das Land (Kantone und Gemeinden miteingerechnet) infolge der Kontrollen, Ueberprüfungen und Massnahmen, die aufgrund der nach Tschernobyl erhöhten Radioaktivität nötig wurden, aufkommen?

  • Hat man in der Schweiz und insbesondere im Gebiet der Kantone Graubünden und Tessin bei den Neugeborenen eine Zunahme der genetisch bedingten Missbildungen festellen können, die auf die erhöhte Radioaktivität nach dem Unglück von Tschernobyl zurückzuführen sind?

  • Beabsichtigt der Bundesrat, weil die Radioaktivität im Lu- ganersee noch mehrere Jahre anzudauern droht, für das Wasser des Ceresio ein spezielles Sanierungsprogramm

Interpellation Salvioni

1497

  1. Oktober 1988 N

vorzubereiten und für die halbberuflichen und die Berufsfi- scher eine angemessene Entschädigung vorzusehen?

Testo della interpellanza del 1º giugno 1987

A un anno di distanza dall'incidente di Tschernobyl, chiedo al Consiglio federale di rispondere alle seguenti domande: - Quali sono stati i danni notificati all'autorità federale, quali quelli riconosciuti e quanto è stato pagato dal governo a seguito dell'incidente di Tschernobyl?

  • Non ritiene il Consiglio federale di dover pubblicare una grida con l'invito di notificare i danni subiti entro un certo termine?

  • Quali sono state le spese supplementari incontrate dal Consiglio federale e dal Paese (compresi i cantoni e i comuni) a seguito dei controlli, delle verifiche e degli inter- venti dovuti all'aumento di radioattività di Tschernobyl?

  • Si è potuto constatare in Svizzera e in particolare nelle regioni del canton Grigioni e del Ticino un aumento delle 'malformazioni genetiche presso neonati dopo l'aumento della radioattività causato dall'incidente di Tschernobyl?

  • Ritenuto che la radioattività nel Lago di Lugano arrischia di durare per parecchi anni, intende il Consiglio federale approntare un programma speciale di risanamento delle acque del Ceresio e intende il Consiglio federale prevedere un adeguato risarcimento ai pescatori professionisti e semi- professionisti?

Texte de l'interpellation du 1er juin 1987

Un an après la catastrophe de Tchernobyl, je demande au Conseil fédéral de répondre aux questions suivantes:

  • Quels ont été les dommages annoncés aux autorités fédé- rales? Quels sont les dommages reconnus et combien le gouvernement a-t-il payé à la suite de la catastrophe ?

  • Le Conseil fédéral n'estime-t-il pas nécessaire de publier un appel invitant à annoncer dans un délai déterminé les dégâts subis?

  • Quels ont été les frais supplémentaires supportés par le Conseil fédéral et par le pays (y compris les cantons et les communes) par suite des contrôles, des vérifications et des interventions dus à l'augmentation de la radioactivité ?

  • A-t-on pu constater en Suisse, et en particulier aux Grisons et au Tessin, un accroissement des malformations généti- ques parmi les nouveau-nés par suite de l'augmentation de la radioactivité ?

  • Comme la radioactivité dans le lac de Lugano risque de durer quelques années, le Conseil fédéral a-t-il l'intention de lancer un programme spécial d'assainissement des eaux de ce lac? Prévoit-il une indemnisation équitable des pêcheurs professionnels et semi-professionnels?

Mitunterzeichner - Cofirmatari - Cosignataires: Baggi, Blo- cher, Carobbio, de Chastonay, Eisenring, Euler, Hubacher, Leuenberger Moritz, Petitpierre, Pini, Schmidhalter, Stei- negger (12)

Schriftliche Begründung - Motivazione scritta - Développement par écrit

Il 26 aprile 1986, circa un anno fa, si verificava la catastrofe di Tschernobyl, in Ucraina, dove una parziale fusione del nucleo provocava la fuoriuscita di una nube radioattiva. Trasportata in alta quota questa nube disseminava notevoli quantitativi di radioattività in gran parte dell'Europa e parti- colarmente sul territorio svizzero. Colpite risultarono segna- tamente le regioni a sud delle Alpi, a dipendenza delle precipitazioni atmosferiche che hanno portato a terra note- voli quantitativi di radionuclidi, in particolare di iodio e di cesio 137.

Il governo è intervenuto con raccomandazioni e divieti di vendita di prodotti agricoli nonchè con un divieto di pesca nel Lago di Lugano, che è tuttora in vigore a causa della persistenza di un'alta concentrazione di cesio nella fauna ittica.

Alcuni istituti universitari della Germania hanno rilevato un aumento dell'ordine di dieci volte di malformazioni geneti- che (mongolismo) nelle regioni colpite dalla ricaduta

radioattiva della nube di Tschernobyl. Il direttore del Diparti- mento federale della sanità, in un'intervista televisiva, ha dichiarato che una simile rilevazione non è possibile in Svizzera a causa della struttura federalista degli ospedali. Tale risposta non è sicuramente soddisfacente. A causa dell'importanza di queste verifiche, riteniamo che il Consi- glio federale, facendo capo alle informazioni e ai dati stati- stici ottenibili presso i singoli ospedali e le singole cliniche di maternità nonchè presso i ginecologi, sia in grado di fare un raffronto tra la frequenza di malformazioni genetiche prima dell'incidente di Tschernobyl e quella delle anomalie constatate nelle gravidanze in corso dopo l'aumento della radioattività.

Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 31. August 1988 Risposta scritta del Consiglio federale del 31 agosto 1988

Rapport écrit du Conseil fédéral du 31 août 1988

  1. In virtù del decreto federale concernente l'indennizzo delle persone danneggiate dalla catastrofe di Tschernobyl del 18 dicembre 1987, al Consiglio federale sono stati notifi- cati 452 danni, di cui 347 sono stati riconosciuti e 95 respinti. 10 notificazioni di danni sono attualmente ancora in sospeso. I criteri per giudicare i danni e l'ammontare dei risarcimenti sono stabiliti nel decreto federale e nella rela- tiva ordinanza. La ripartizione nei vari settori si presenta come segue:

Danni notificati

Numero delle Notificazioni notificazioni riconosciute 193 157

Bestiame minuto Piante officinali e aromati-

che come pure orticoltori e altri agricoltori danneggiati 187

128

Pescatori del lago di Lugano 62

62

L'importo versato ammonta a 1 868 984 franchi.

  1. Con l'aiuto di tutti i media le autorità federali hanno più volte informato la popolazione sulle possibilità di notificare i danni, tra l'altro in occasione dell'approvazione del messag- gio relativo al sopracitato decreto federale, del 15 giugno 1987 e del decreto federale del 17 dicembre 1987. Inoltre, con scritto del 20 agosto 1986 il Dipartimento federale del- l'economia pubblica ha esortato i cantoni a inviare all'Ammi- nistrazione federale eventuali notificazioni di danni e l'Uffi- cio federale dell'agricoltura ad attirare l'attenzione dei diretti interessati sulle possibilità della notificazione dei danni con l'invio di diverse centinaia di formulari per danni. Per termi- nare, in occasione dell'annullamento della proibizione della pesca nel lago di Lugano, è stato ancora una volta annun- ciato il termine per l'invio delle notifiche dei danni. A nostro parere un invito supplementare non s'impone.

ad 3) Quale conseguenza dell'incidente di Tschernobyl, nei cantoni Grigioni e Ticino si è proceduto regolarmente a misurazioni sulla radioattività. Siccome la Confederazione allora non disponeva di organi di misurazione propri nei cantoni, la stessa ha dovuto ricorrere all'aiuto dei Grigioni e del Ticino. Per questo motivo la Commissione federale per la protezione AC si è rivolta ai due cantoni incaricandoli di procedere alle misurazioni. Questi incarichi sono stati indennizzati con 70 000 franchi ciascuno. Per quanto con- cerne le spese che i cantoni e i comuni hanno avuto, la Confederazione non può pronunciarsi dato che essa non dispone di una sintesi generale.

ad 4) Non ci è noto un aumento delle malformazioni geneti- che presso neonati in Svizzera quale conseguenza della catastrofe alla centrale nucleare di Tschernobyl.

ad 5) L'attività radioattiva dei pesci del lago di Lugano dimi- nuì lentamente poichè i pesci reagiscono solamente con molto ritardo all'avvenuta diminuzione della radioattività nell'acqua e nel plancton. Il divieto di pesca per il lago di Lugano emesso dal Consiglio federale ha potuto pertanto essere annullato solamente il 9 luglio 1988. Un programma di risanamento non si impone. Il divieto totale di pesca ha

N

7 octobre 1988

1498

Interpellation Graf

colpito in modo grave i pescatori professionisti nella loro attività accessoria ed è stata risarcita giusto il decreto fede- rale concernente l'indennizzo delle persone danneggiate dalla catastrofe di Tschernobyl, del 18 dicembre 1987. Va infine segnalato che nel rapporto della Commissione federale per il controllo della radioattività sono riferiti in modo esauriente e particolareggiato tutti i dati scientifici con la relativa interpretazione. Questo rapporto sarà presen- tato al Consiglio federale nel corso dell'autunno 1988 e sarà in seguito pubblicato.

Contemporaneamente, oltre al rapporto particolareggiato, sarà pubblicato un testo facilmente comprensibile destinato ai non esperti in materia.

Präsident: Der Interpellant ist von der Antwort des Bundes- rates teilweise befriedigt.

88.324 Interpellation Graf Ersatzpflicht für Dienstversäumer Taxe militaire pour service manqué

Wortlaut der Interpellation vom 2. März 1988 Infolge von Ueberbeständen in den Sommer-Rekrutenschu- len müssen viele angehende Rekruten ihre Rekrutenschule auf das 21. Altersjahr verschieben, obwohl sie an sich bereit wären, diese ordnungsgemäss im 20. Altersjahr zu leisten. Der Wehrpflichtige, der seine im 20. Altersjahr verschobene Rekrutenschule im 21. Altersjahr nachholt - und womöglich ein Jahr später noch während 145 Tagen die Unteroffiziers- schule und das Abverdienen des Korporal-Grades zu beste- hen hat -, sieht sich kurz nach Beendigung dieser Dienstlei- stungen mit einer Veranlagungsverfügung für den «ver- säumten» Wiederholungskurs konfrontiert. Diese Regelung löst zunehmend Unverständnis aus und führt zu Härtefällen. Es stellt sich in diesem Zusammenhang die Frage, ob es notwendig und zeitgerecht ist, diese Dienstversäumer in der heutigen Form zur Ersatzpflicht heranzuziehen. Rechtfertigt sich der enorme Administrativaufwand zur Erfassung, zur Veranlagung, für den Bezug und für die Rückerstattung bei Dienstnachholung, oder könnte dafür nicht auch eine einfa- chere Lösung gefunden werden?

Derart versäumter Dienst könnte ebensogut erst beim Uebertritt in eine neue Heeresklasse respektive bei der Entlassung aus der Armee oder einer allfälligen Nichteintei- lungsverfügung (Dienstuntauglichkeit) zur Ersatzpflicht füh- ren. Der Ersatzbehörde wären somit nur noch jene Angehö- rigen der Armee, welche ihre Dienstleistungspflicht in der entsprechenden Heeresklasse nicht vollumfänglich erfüllt haben, zu melden. Dadurch könnte der Verwaltungsauf- wand für die Behandlung der Dienstversäumer erheblich reduziert werden. Bei diesem Modell wäre für die Veranla- gung nicht mehr zwingend die heute angewendete Einkom- mensgrundlage heranzuziehen. Es wären auch andere Berechnungsmodelle (z. B. Pauschale ) denkbar.

Die Vorteile des neuen Modells garantieren eine praktikable, unkomplizierte, effiziente und auch für den Dienst- bzw. Ersatzpflichtigen befriedigende Lösung. Die Vorteile des neuen Modells dürften dessen Nachteile deshalb klar über- wiegen.

In diesem Zusammenhang frage ich den Bundesrat an: 1. Ist der Bundesrat bereit, die Sache zu prüfen und die Vor- und Nachteile sowie die jeweiligen Konsequenzen des heuti- gen und des vorstehend skizzierten Modells aufzuzeigen? 2. Ist der Bundesrat bereit, gegebenenfalls eine Revision der einschlägigen Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Militärpflichtersatz (SR 661) in dem Sinne einzuleiten, dass versäumter Dienst erst beim Uebertritt in eine neue

Heeresklasse respektive bei der Entlassung aus der Armee oder einer allfälligen Nichteinteilungsverfügung (Dienstun- tauglichkeit usw.) zur Ersatzpflicht führen würde?

Texte de l'interpellation du 2 mars 1988

En raison d'effectifs trop importants pour les écoles de recrues d'été, nombre de jeunes gens doivent faire leur école de recrues dans leur 21ème année alors qu'ils étaient prêts à l'accomplir régulièrement dans leur 20ème année. L'homme astreint au service militaire, qui rattrape son école de recrues à 21 ans au lieu de 20 ans - et qui doit peut-être encore faire son école de sous-officier durant 145 jours et payer ses galons de caporal - est confronté, peu après avoir accompli ses obligations militaires, à une décision de taxa- tion pour le cours de répétition «manqué». Cette réglemen- tation suscite une incompréhension croissante et débouche souvent sur des cas de rigueur.

Dans ce contexte, est-il nécessaire et opportun d'assujettir à la taxe militaire sous sa forme actuelle ceux qui ont du service à rattraper? Les énormes frais administratifs liés au recensement du service manqué, à la taxation, à la percep- tion et à la restitution de la taxe au moment du rattrapage du service sont-ils justifiés? Ne pourrait-on pas trouver une solution plus simple?

La taxe militaire pour service manqué ne pourrait être per- que qu'au moment du passage dans une autre classe de l'armée, ou, le cas échéant, au moment de la libération des obligations militaires ou d'une éventuelle décision de non- incorporation à l'armée (inaptitude au service). Ainsi, ne seraient annoncés à l'autorité de taxation que les membres de l'armée qui n'ont pas accompli entièrement leur obliga- tion de servir dans la classe de l'armée qu'ils quittent. Les coûts administratifs liés au traitement des cas de service manqué s'en trouveraient considérablement réduits. Avec ce modèle, le calcul de la taxe ne devrait plus forcément se baser, comme à l'heure actuelle, sur le revenu et d'autres modèles de calcul, les forfaits par exemple, seraient envisa- geables.

Les avantages de ce nouveau modèle garantiraient une solution simple, efficace et satisfaisante pour celui qui est astreint au service militaire ou assujetti à la taxe militaire. Les avantages du nouveau modèle devraient donc large- ment l'emporter sur les inconvénients.

A cet égard, je pose donc au Conseil fédéral les questions suivantes:

  1. Le Conseil fédéral est-il prêt à examiner cette question et à comparer les avantages, désavantages et conséquences de la pratique actuelle avec ceux du modèle précédemment esquissé ?

  2. Le Conseil fédéral est-il prêt, le cas échéant, à entamer une révision des dispositions relatives à la loi fédérale sur la taxe d'exemption du service militaire (RS 661) afin que le service manqué ne soit assujetti à la taxe militaire qu'au moment du passage dans une autre classe de l'armée, de la libération des obligations militaires ou lors d'une éventuelle décision de non-incorporation à l'armée (inaptitude au ser- vice, etc.)?

Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Interpellant verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort.

Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 20. Juni 1988

Rapport écrit du Conseil fédéral du 20 juin 1988

Das geltende Bundesgesetz über den Militärpflichtersatz vom 12. Juni 1959 legt in Artikel 2 fest, dass Wehrpflichtige, die in einem Kalenderjahr (Ersatzjahr) während mehr als sechs Monaten nicht in einer Formation der Arrnee einge- teilt sind (darunter fallen die RS-Verschieber) oder als Dienstpflichtige den Militärdienst versäumen (z. B. WK-Ver- säumer, Auslandurlauber .... ), ersatzpflichtig sind. Nach Arti- kel 1 der Militärorganisation beginnt die Wehrpflicht mit dem 20. Altersjahr; damit nimmt auch die Ersatzpflicht unter den hiervor errwähnten Voraussetzungen und in Verbin-

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

Interpellation Salvioni Katastrophe von Tschernobyl. Schadenbilanz Interpellation Salvioni Catastrophe de Tchernobyl. Bilan des dommages Interpellanza Salvioni Catastrofe di Tschernobyl. Bilancio dei danni

In

Dans

Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale

In

Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale

Jahr

1988

Année

Anno

Band

III

Volume

Volume

Session

Herbstsession

Session

Session d'automne

Sessione

Sessione autunnale

Rat

Nationalrat

Conseil

Conseil national

Consiglio

Consiglio nazionale

Sitzung

16

Séance

Seduta

Geschäftsnummer

87.413

Numéro d'objet

Numero dell'oggetto

Datum 07.10.1988 - 08:00

Date

Data

Seite

1496-1498

Page

Pagina

Ref. No

20 016 765

Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.

Mots-clés

interpellationChernobyldamage compensationradiation monitoringnewborn malformationsLake Luganofishermen compensationpublic information

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Extent of notified, recognized, rejected, and paid Chernobyl damage claims

Solution extraite

The Federal Council reported 452 notified claims, 347 recognized, 95 rejected, and 10 still pending; payments totaled CHF 1,868,984.

Motifs extraits

The answer relied on the federal decree on compensation for Chernobyl victims and the criteria set by that decree and its ordinance.

Question juridique clé

Whether an additional public call for damage notifications was necessary

Solution extraite

The Federal Council considered an additional call unnecessary because the public had already been repeatedly informed through media, official publications, letters to cantons, and notification forms.

Motifs extraits

It pointed to several prior information campaigns and reminders issued by federal and cantonal authorities.

Question juridique clé

Additional costs borne by the Confederation, cantons, and municipalities for radiation controls and measures

Solution extraite

The Confederation stated that the cantons of Graubünden and Ticino were each compensated CHF 70,000 for measurement work, but it could not provide a full summary of all cantonal and communal costs.

Motifs extraits

The federal administration lacked an overall synthesis of subnational expenditures.

Question juridique clé

Possible increase in genetic malformations among newborns in Switzerland after Chernobyl

Solution extraite

The Federal Council said it was not aware of any such increase in Switzerland.

Motifs extraits

It reported no known evidence of a rise in newborn malformations attributable to the accident.

Question juridique clé

Need for a special remediation program for Lake Lugano and compensation for professional and semi-professional fishermen

Solution extraite

No remediation program was deemed necessary; the fishing ban had already been lifted, and fishermen had been compensated under the federal compensation decree.

Motifs extraits

The Council explained that fish radioactivity declined only slowly, but the situation no longer required a special cleanup program.

Poursuivez vos recherches dans ChatGPT ou Claude

Connectez Omnilex pour rechercher dans le corpus juridique depuis votre assistant IA.