Interpellation Fankhauser
1495
wobei Ausnahmen nur für Fahrzeuge bewilligt würden, die nicht mehr als höchstens 5000 km Fahrleistung pro Jahr aufweisen?
Teilt der Bundesrat die Auffassung, dass die grenzüber- schreitende Luftverschmutzung, die offenbar grösser ist als bisher angenommen - die grossen Schäden auf der Alpen- südseite durch Einflüsse der Industrieregion Mailand bewei- sen dies - bedeutend energischer gesamteuropäisch ange- gangen werden muss, und welche Möglichkeiten sieht der Bundesrat dazu?
Was gedenkt der Bundesrat insbesondere zur Abwen- dung der drohenden Gefahren im Berggebiet zu unter- nehmen?
Texte de l'interpellation du 3 décembre 1986
L'état de santé de nos forêts se dégradant constamment - les nouveaux chiffres et renseignements fournis par le rap- port Sanasilva en témoignent - je prie le Conseil fédéral de répondre aux questions suivantes:
Le gouvernement estime-t-il, lui aussi, que les mesures prises jusqu'ici pour améliorer la qualité de l'air sont insuffi- santes et produisent leurs effets trop lentement et qu'il est par conséquent urgent d'en prendre d'autres, plus effi- caces?
Que pense le Conseil fédéral de la mesure qui consisterait à retirer de la circulation, d'ici au 1er janvier 1990, toutes les voitures ayant un moteur à essence qui ne sont pas équi- pées d'un catalyseur, des exceptions pouvant être consen- ties uniquement pour les véhicules qui ne roulent pas plus de 5000 km par an?
Partage-t-il l'avis selon lequel la pollution atmosphérique transfrontière, qui est apparemment plus importante qu'on ne le pensait jusqu'ici - les gros dommages constatés sur le versant sud des Alpes et causés par la région industrielle de Milan le prouvent - doit être combattue beaucoup plus énergiquement et dans l'Europe entière? Quelles possibi- lités envisage-t-il à cet effet?
Quelles mesures le Conseil fédéral a-t-il l'intention de prendre afin de parer aux dangers qui menacent les régions de montagne?
Mitunterzeichner - Cosignataires: Geissbühler, Hari, Marti- gnoni, Rutishauser (4)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 9. März 1987
Rapport écrit du Conseil fédéral du 9 mars 1987
1./2. Der Bundesrat hat dem Parlament bereits zahlreiche Massnahmen unterbreitet, die dem Schutz unserer Wälder und der Luftreinhaltung dienen. Dies gilt auch für das Luft- reinhalte-Konzept, das der Bundesrat am 10. September 1986 verabschiedet hat.
Der Bundesrat misst der parlamentarischen Behandlung des Luftreinhalte-Konzepts grosse Bedeutung zu. Er erach- tet es daher als nicht angebracht, den Beratungen und ihren Ergebnissen bzw. der Festlegung allfälliger weiterer Mass- nahmen vorzugreifen.
Der Bundesrat teilt indessen die Auffassung, dass auch der grenzüberschreitenden Luftverschmutzung grosse Auf- merksamkeit zu schenken ist.
Die Probleme der Luftverschmutzung sowie die Massnah- men zu deren Verminderung werden in mehreren internatio- nalen Organisationen, aber auch auf bi-, tri- und multilatera- ler Ebene behandelt. Zu erwähnen sind das Umweltpro-
gramm der Vereinten Nationen (UNEP), die Europäische Wirtschaftskommission der Uno (ECE) sowie verschiedene Ministerkonferenzen. Die Schweiz zeichnete sich nament- lich an internationalen Konferenzen in Ottawa, München, Helsinki und Stockholm durch politische Initiativen zur Ver- minderung der Luftverschmutzung aus.
Ein wichtiger Schritt dazu konnte auf internationaler Ebene getan werden mit einem im Rahmen der ECE erarbeiteten Uebereinkommen. Dieses verbürgt, dass die Vertragspar- teien die Schwefelemissionen oder deren grenzüberschrei- tenden Fluss spätestens bis 1993 um 30 Prozent verringern. Das Abkommen wurde kürzlich den eidgenösssichen Räten zur Ratifikation vorgelegt und ist vom Ständerat bereits genehmigt worden.
Die Schweiz hat zudem im letzten Jahr anlässlich der Konfe- renz von Saas Fee zusammen mit der Bundesrepublik Deutschland und Oesterreich die Initiative ergriffen, um durch ein entsprechendes Abkommen auch die Stickoxid- emissionen reduzieren zu können.
Wichtige Arbeiten sind bezüglich der Motorfahrzeugabgase im Rahmen des sogenannten Stockholm-Clubs im Gange, bei denen die Schweiz aktiv mitwirkt.
Präsident: Der Interpellant ist von der Antwort des Bundes- rates teilweise befriedigt. .
87.311
Interpellation Fankhauser Funktionaler Analphabetismus
Illettrisme (analphabétisme fonctionnel)
Wortlaut der Interpellation vom 4. März 1987
Laut Untersuchungen des Instituts für Sonderpädagogik an der Universität Zürich und aus Ergebnissen der pädagogi- schen Rekrutenprüfung muss angenommen werden, dass in der Schweiz eine erhebliche Anzahl von sogenannten funk- tionalen Analphabeten lebt, d. h. Personen, die nicht oder nicht mehr lese- und/oder schreibkundig sind. Dies ist für ein demokratisches Staatswesen eine höchst bedenkliche Tatsache. Allein auf das Angebot eines Pilotkurses in Zürich mit 10 Teilnehmerplätzen haben sich innerhalb eines Monats über 150 Direktbetroffene gemeldet.
Der erste Pilotversuch in Zürich zeigt, dass mit gezielten Förderungsmassnahmen diese Defizite auch im Erwachse- nen-Alter zu beheben sind. Während in der Schweiz das Problem erst vor kurzem, insbesondere im Verlaufe der angespannten arbeitsmarktlichen Situation der letzten Jahre, sichtbar geworden ist, laufen in den umliegenden Nachbarländern seit einigen Jahren entsprechende staatlich finanzierte Förderungsmassnahmen. Besondere Probleme zeigten sich bei der Erfassung und Schulung dieser Ziel- gruppe. Der Ausschluss funktionaler Analphabeten aus der gesellschaftlichen Schreib- und Lesekultur erfordert einfühl- same, ungewohnte Motivierungsmassnahmen und eine erwachsenengerechte Didaktik.
Wir fragen deshalb den Bundesrat:
Interpellation Salvioni
1496
N
7 octobre 1988
Was gedenkt der Bundesrat zur Bekämpfung dieses gesellschaftspolitisch höchst brisanten Problems zu unter- nehmen;
Wie und in welchem Rahmen sieht der Bundesrat Mög- lichkeiten, Elementarausbildungen für Erwachsene zu ermöglichen und zu fördern?
Texte de l'interpellation du 4 mars 1987
Des études réalisées à l'Institut de pédagogie spéciale de l'Université de Zurich et les résultats d'examens pedagogi- ques passés par des recrues laissent supposer qu'en Suisse, un nombre important de personnes sont illettrées, c'est-à- dire qu'elles ne sont pas ou plus capables de lire ou d'écrire. Cette situation est des plus alarmantes dans un Etat démo- cratique. A la suite de l'annonce d'un cours pilote prévu à Zurich pour 10 participants, plus de 150 personnes directe- ment concernées se sont inscrites en l'espace d'un mois. Le premier projet pilote mis sur pied à Zurich a permis de démontrer qu'en appliquant des méthodes didactiques adé- quates, il était possible de combler ces lacunes même chez des adultes. Alors qu'en Suisse, ce problème n'a été perçu que récemment, notamment par suite de la situation tendue régnant sur le marché du travail, les pays voisins financent depuis plusieurs années déjà des mesures visant à combat- tre l'analphabétisme fonctionnel. Il est particulièrement diffi- cile d'atteindre et d'instruire cette catégorie de personnes. Les illettrés sont exclus du monde de la lecture et de l'écriture, qu'il est indispensable de connaître dans notre société. Afin de leur en faciliter l'accès, il faut prendre des mesures inhabituelles et délicates pour les motiver et appli- quer une méthode spéciale d'enseignement pour adultes. C'est pourquoi nous prions le Conseil fédéral de répondre aux questions suivantes:
Le Conseil fédéral dispose-t-il de données concernant l'ampleur, les causes et les conséquences de l'illettrisme en Suisse ?
Quelles sont les mesures que compte prendre le Conseil fédéral pour lutter contre ce problème extrêmement délicat du point de vue social ?
Comment le Conseil fédéral pense-t-il promouvoir l'ins- truction élémentaire des adultes ?
Mitunterzeichner - Cosignataires: Bäumlin Richard, Borel, Bundi, Christinat, Deneys, Eggenberg-Thun, Eggli-Winter- thur, Friedli, Hubacher, Lanz, Leuenberger Moritz, Longet, Mauch, Morf, Nauer, Ott, Pitteloud, Robbiani, Rubi, Ruffy, Stamm Walter, Stappung, Uchtenhagen, Vannay, Weber- Arbon
(25)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit Die Urheberin verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 20. Mai 1987
Rapport écrit du Conseil fédéral du 20 mai 1987
In der Schweiz sind bisher verhältnismässig wenige - zumindest wissenschaftliche - Untersuchungen zum Pro- blem des funktionalen Analphabetismus durchgeführt wor- den. Meist sind es Untersuchungen, die diese Problematik nicht als Hauptgegenstand behandeln oder die lediglich eine bestimmte Altersgruppe der Bevölkerung (z. B. Schul- abgänger, 20jährige bei Rekrutenbefragungen) oder eine bestimmte Bevölkerungsgruppe (z. B. Ausländer in der Schweiz) betreffen. Oft handelt es sich zudem nur um lokale oder regionale Erhebungen, die zwar sehr interessante Ergebnisse vermitteln, die aber nicht unbedingt verallgemei- nernd auf die ganze Schweiz übertragen werden können. Entscheidend ist in diesem Zusammenhang zudem, wie weit oder wie eng man den Begriff des funktonalen Analphabe- tismus fasst. Hier gehen die Meinungen bekanntlich ausein- ander.
Der Bundesrat ist sich der Wichtigkeit des aufgeworfenen Problems bewusst. In Anbetracht der skizzierten Schwierig- keiten sieht er sich aber ausserstande, im jetzigen Zeitpunkt
verlässliche und allgemeingültige quantitative Aussagen über das Ausmass des funktionalen Analphabetismus zu machen.
Da für das Bildungswesen primär die Kantone zuständig sind, kann der Bund nicht unabhängig und von sich aus die ihm gut scheinenden Massnahmen treffen. Der Bundesrat ist aber bereit, zusammen mit der Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren zu prüfen, ob eine fundierte gesamt- schweizerische Studie über das tatsächliche Ausmass des funktionalen Analphabetismus zu erstellen ist und welche Massnahmen allenfalls zu ergreifen wären.
Für das Nachholen gewisser Elementarausbildungen im Erwachsenenalter scheint ein echtes Bedürfnis zu bestehen. Der Bundesrat begrüsst es deshalb, wenn hier noch ver- mehrt Schulungsmöglichkeiten geschaffen werden. Die Finanzierung derartiger Kurse erfolgt in den wenigen bisher vorhandenen Fällen meist über private Organisationen. Sie wird aber zunehmend auch von Kantonen als Aufgabe be- trachtet.
Der Bund fördert die Erwachsenenbildung hauptsächlich über seine Beiträge an die Stiftung Pro Helvetia, die ihrer- seits bestimmte Projekte unterstützt. So werden beispiels- weise gewisse Mittel für Erwachsenenbildungsprojekte zugunsten von Ausländern in der Schweiz zur Verfügung gestellt. Im übrigen dient unter anderm auch die Schweizeri- sche Volksbibliothek, die vom Bund durch narnhafte Bei- träge gefördert wird, diesen Zwecken. Für eine Unterstüt- zung von elementaren Ausbildungskursen für Erwachsene möchte der Bundesrat daher nicht neue Quellen erschlies- sen, sondern die vorhandenen, bewährten Kanäle benützen.
Präsident: Die Interpellantin ist von der Antwort des Bun- desrates teilweise befriedigt.
87.413
Interpellation Salvioni Katastrophe von Tschernobyl. Schadenbilanz
Interpellanza Salvioni Catastrofe di Tschernobyl. Bilancio dei danni Interpellation Salvioni Catastrophe de Tchernobyl. Bilan des dommages
Wortlaut der Interpellation vom 1. Juni 1987 Ein Jahr nach dem Unglück von Tschernobyl bitte ich den Bundesrat, auf folgende Fragen zu antworten:
Welche Schäden wurden dem Bundesrat gemeldet, wel- che wurden anerkannt, und wieviel hat die Regierung als Folge des Unglücks von Tschernobyl bezahlt?
Ist der Bundesrat nicht der Meinung, er sollte in einem Aufruf dazu einladen, die Schäden innert einer bestimmten Frist zu melden?
Für welche zusätzlichen Kosten mussten der Bundesrat und das Land (Kantone und Gemeinden miteingerechnet) infolge der Kontrollen, Ueberprüfungen und Massnahmen, die aufgrund der nach Tschernobyl erhöhten Radioaktivität nötig wurden, aufkommen?
Hat man in der Schweiz und insbesondere im Gebiet der Kantone Graubünden und Tessin bei den Neugeborenen eine Zunahme der genetisch bedingten Missbildungen festellen können, die auf die erhöhte Radioaktivität nach dem Unglück von Tschernobyl zurückzuführen sind?
Beabsichtigt der Bundesrat, weil die Radioaktivität im Lu- ganersee noch mehrere Jahre anzudauern droht, für das Wasser des Ceresio ein spezielles Sanierungsprogramm
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Interpellation Fankhauser Funktionaler Analphabetismus Interpellation Fankhauser Illettrisme (analphabétisme fonctionnel)
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Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr
1988
Année
Anno
Band
III
Volume
Volume
Session
Herbstsession
Session
Session d'automne
Sessione
Sessione autunnale
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
16
Séance
Seduta
Geschäftsnummer
87.311
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 07.10.1988 - 08:00
Date
Data
Seite
1495-1496
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Pagina
Ref. No
20 016 764
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