907
Postulat Morf
86.160 Postulat Ott Umweltschutz-Strafrecht Environnement. Révision du code pénal
Wortlaut des Postulates vom 15. Dezember 1986 Angesichts der besonderen Dringlichkeit von wirksamen Vorkehren jeder Art gegen Umweltkatastrophen wird der Bundesrat eingeladen, im Rahmen der etappenweisen Revi- sion des StGB die Revision der Titel VII und VIII, Delikte der Gemeingefährdung und gegen die öffentliche Gesundheit vorzuziehen und sie den neu erkannten drastischen Gefah- ren für Umwelt und Gesundheit anzupassen. Dabei ist in Betracht zu ziehen:
dass nicht nur Leben, Gesundheit und Eigentum von Men- schen, sondern - wie schon in den Strafbestimmungen des Umweltschutzgesetzes - die natürliche Umwelt als solche zum schützenswerten Rechtsgut wird;
dass nicht erst nachgewiesener Schaden, sondern schon das Eingehen eines noch zu definierenden nicht-verantwort- baren Risikos einen Straftatbestand konstituiert.
Texte du postulat du 15 décembre 1986
Vu la nécessité urgente de mesures efficaces de protection contre les catastrophes écologiques, le Conseil fédéral est prié de réviser en priorité les titres VII et VIII du code pénal (crimes et délits menaçant la collectivité et la santé publi- que) pour adapter ces dispositions à la gravité des dangers nouvellement constatés qui pèsent sur l'environnement et la santé.
Il tiendra notamment compte à cet effet des considérations suivantes:
Ce ne sont pas seulement la vie, la santé et la propriété qui, en tant que biens juridiques, doivent être protégées, mais, comme le prévoient les dispositions pénales de la loi sur la protection de l'environnement, le milieu naturel en tant que tel.
Il y a délit non seulement lorsqu'il y a eu des dommages dûment constatés, mais déjà lorsque des risques inadmissi- bles encore a définir, ont été pris.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Ammann-St. Gallen, Bir- cher, Borel, Braunschweig, Christinat, Euler, Fankhauser, Friedli, Gloor, Lanz, Nauer, Pitteloud, Rechsteiner, Ren- schler, Ruffy, Stappung, Uchtenhagen, Vannay (18)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 25. Mai 1988 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 25 mai 1988 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen.
Ueberwiesen - Transmis
88.356
Postulat Morf Folgerecht im Urheberrecht Droit de suite en matière de droit d'auteur
Wortlaut des Postulates vom 9. März 1988
Der Bundesrat wird eingeladen, Möglichkeiten vorzuschla- gen, um das in seiner Botschaft zum Urheberrecht (29.8.1984) nicht enthaltene (wie man hört: vergessene) Fol- gerecht bildender Künstler im Rahmen der parlamentari- schen Behandlung des Urheberrechtes zur Beratung zu bringen, um die seit langen Jahren auf dieses Recht warten- den bildenden Künstler nicht gegenüber andern, erst vor kurzem zu Urhebern erkorenen Herstellern von Computer- programmen und Chips zu benachteiligen.
Texte du postulat du 9 mars 1988
Le Conseil fédéral est invité à proposer un moyen de sou- mettre à la discussion, dans le cadre de l'examen du droit d'auteur par le Parlement, le droit de suite des auteurs d'oeuvres des arts plastiques, qui ne figure pas (on dit qu'il a été oublié) dans son message du 29 août 1984 concernant la loi fédérale sur le droit d'auteur. Depuis des années, les auteurs d'oeuvres des arts plastiques attendent qu'on leur garantisse ce droit et il s'agit de ne pas les défavoriser par rapport à d'autres auteurs, notamment par rapport aux fabricants de programmes d'ordinateurs et de micropla- quettes qui viennent d'être admis comme auteurs.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Ammann, Bäumlin Richard, Bäumlin Ursula, Béguelin, Braunschweig, Brügger, Bundi, Danuser, Fankhauser, Hafner Ursula, Hubacher, Lanz, Ledergerber, Ott, Rechsteiner, Ruffy, Ulrich, Zbinden Hans, Züger (19)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit Während die meisten Urheber - seien es nun Schriftsteller oder Komponisten - bei jeder Verwertung ihrer Werke Ein- nahmen erzielen, ist dies dem bildenden Künstler, wenn er das Originalwerk veräussert hat, nicht mehr möglich - selbst dann nicht, wenn das Interesse der Oeffentlichkeit an den Werken des betreffenden Künstlers immer mehr zunimmt und die Bilder in der Folge erheblich teurer werden.
Um diesen Nachteil für die bildenden Künstler zu verhin- dern, haben verschiedene Länder in ihren Urheberrechtsge- setzen das sogenannte Folgerecht oder Droit de Suite ein- geführt. Dieses Recht sichert dem Urheber bei jeder Weiter- veräusserung des Originalwerks einen Anteil am Verkaufser- lös zu. Dies bedeutet für den einzelnen Künstler, dass er bei jedem Weiterverkauf eines seiner Bilder je nach Land zwis- chen 3 bis 10 Prozent der Verkaufssumme als Urheber- rechts-Entschädigung erhält.
Bereits 1928 wurde den Mitgliederstaaten der Berner Ueber- einkunft, der bedeutendsten internationalen Konvention im Gebiete des Urheberrechts, empfohlen, das Folgerecht in die landeseigenen Gesetze zu integrieren. Die Bundesrepu- blik Deutschland, Italien, Belgien, Frankreich, die Tsche- choslowakei und weitere Staaten sind dieser Empfehlung gefolgt und haben seit langem dieses für die bildenden Künstler wichtige Rechtsinstitut eingeführt. In Grossbritan- nien ist ein entsprechendes Gesetz in Vorbereitung.
In der bundesrätlichen Botschaft zu einem Bundesgesetz über das Urheberrecht vom 29. August 1984 ist das Droit de Suite nicht enthalten, seine Einführung wurde schlicht ver- gessen. Die vom Bundesrat 1986 eingesetzte dritte Exper- tenkommission, welche den Entwurf von 1984 nochmals zu überarbeiten und zu ergänzen hatte, war der Ansicht, dass sie mit der konkreten Einführung des Folgerechts den ihr erteilten Auftrag überschreiten würde. Sie hat deshalb davon abgesehen, eine entsprechende Bestimmung in den
Postulat Ruf
908
N 23 juin 1988
Gesetzentwurf aufzunehmen. Sie ist aber der Meinung, dass die Einführung dieses Rechts im Rahmen der parlamentari- schen Beratungen in Betracht gezogen werden sollte. Die bildenden Künstler in der Schweiz würden ungerechtfer- tigt benachteiligt, sollte im neuen Urheberrechtsgesetz wie- derum das Droit de Suite nicht eingeführt werden. Auch wenn der grösste Teil des in der Schweiz aufgrund des Folgerechts eingenommenen Gelds an die bekannteren, ausländischen Urheber fliessen würde, profitierten trotzdem gerade die ärmeren schweizerischen bildenden Künstler, da nach internationaler Usanz von den eingenommenen Ents- chädigungen 10 Prozent den Fürsorge-Einrichtungen der jeweiligen Urheberrechtsgesellschaften zufliessen.
Die praktische Durchführbarkeit, d. h. die kollektive Verwer- tung des Folgerechts wäre ebenfalls gesichert. Seit 1983 nimmt die schweizerische Urheberrechtsgesellschaft PRO LITTERIS die Rechte der bildenden Künstler aus aller Welt in der Schweiz wahr. Der Kostenaufwand würde nicht mehr als 15 Prozent betragen.
Es wäre beschämend, wenn die bildenden Künstler einmal mehr im Stich gelassen würden, zumal im neuen schweize- rischen Urheberrechtsgesetz Hersteller von Computer-Pro- grammen und Chips, Interpreten, Veranstalter und Sen- deanstalten ihren Schutz finden werden, nicht aber die klassischen Urheber der bildenden Kunst.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen. Ueberwiesen - Transmis
88.362
Postulat Engler BVG. Anlagen in Grundeigentum Placements immobiliers des investisseurs institutionnels
Wortlaut des Postulates vom 9. März 1988
Der Bundesrat wird ersucht, eine Analyse über Bedeutung und Umfang des direkten und indirekten Eigentums an Grundstücken und Liegenschaften von institutionellen Anle- gern (Pensionskassen, Versicherungen usw.) durchführen zu lassen. Hierbei wären u. a. auch die Rückwirkungen der von diesen Anlegern ausgehenden Nachfrage auf die Preis- bildung abzuklären.
Soweit durch die Nachfrage, wie anzunehmen ist, der Preis- entwicklung zusätzliche Auftriebskräfte verliehen würden, wäre durch den Bundesrat zu prüfen, ob und wie diese Aufkäufe limitiert werden könnten (Anlagevorschriften über Maximalquoten für Grundstücke auf Gesetzes- oder Verord- nungsebene).
Texte du postulat du 9 mars 1988
Le Conseil fédéral est prié de faire effectuer une étude visant à déterminer l'importance et le volume des terrains et immeubles appartenant directement ou indirectement aux investisseurs institutionnels (caisses de retraite, assurances, etc.). Il faudrait par la même occasion analyser entre autres les effets de la demande provenant de ces investisseurs sur la formation des prix.
Dans la mesure où les prix auraient tendance à s'élever par suite d'une demande accrue - ce qui est généralement admis - le Conseil fédéral devrait examiner s'il est souhaita- ble et de quelle manière il faudrait limiter ces placements immobiliers massifs (prescriptions au niveau de la loi et de
l'ordonnance pour fixer aux investisseurs institutionnels des quotas maximaux d'investissements immobiliers).
Mitunterzeichner - Cosignataires: Baggi, Bürgi, Caccia, Columberg, Cotti, David, Dietrich, Dormann, Eisenring, Eppenberger Susi, Feigenwinter, Fischer-Sursee, Früh, Hänggi, Hari, Hess Peter, Iten, Nussbaumer, Portmann, Ruc- kstuhl, Rüttimann, Stamm, Widrig, Zbinden Paul, Zölch (25)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 25. Mai 1988 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 25 mai 1988 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen.
Ueberwiesen - Transmis
88.433
Postulat Ruf Zivilschutz. Weisungsrecht Protection civile. Instructions
Wortlaut des Postulates vom 18. März 1988
Der Bundesrat wird ersucht, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass in Dienstanlässen des Zivilschutzes Vorge- setzte sowie Kurs-, Uebungs- und Rapportleiter den Teilneh- mern in rechtlich verbindlicher Form auf den Anlass bezo- gene Weisungen erteilen können. Mit diesem Weisungs- recht sollen insbesondere die zu erledigenden Arbeiten, die Einhaltung der Zeiten, die Ausrüstung und die Bekleidung erfasst werden.
Texte du postulat du 18 mars 1988
Le Conseil fédéral est invité à créer les conditions néces- saires pour permettre aux supérieurs ainsi qu'aux directeurs de cours, d'exercices et de rapport de donner aux partici- pants en service des instructions qui soient juridiquement contraignantes lorsqu'elles ont trait au service. Ce droit de donner des instructions devrait porter en particulier sur les travaux à liquider, le respect des horaires, l'équipement et l'habillement.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Humbel, Meier Fritz, Stef- fen (3)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit Aus der Presse war zu vernehmen, dass in zwei neulich ergangenen Entscheiden kantonaler Gerichte die Voraus- setzungen für eine strafrechtliche Verurteilung von zwei Schutzdienstpflichtigen verneint wurden, die sich geweigert hatten, an einem Zivilschutzanlass das abgegebene Arbeits- kleid zu tragen. Wenn dies tatsächlich zutreffen sollte, so würde damit das Weisungsrecht im weitesten Sinne in Frage gestellt, was als unbefriedigend bezeichnet werden müsste. Es erscheint unverständlich, dass die Stellen und Instanzen, die nach den entsprechenden Gesetzen zu Kursen, Uebun- gen und Rapporten des Zivilschutzes aufbieten können, nicht auch das Recht haben sollen, mit diesen Dienstanläs- sen verbundene Weisungen zu erteilen. Da ein geordneter Dienstbetrieb für jeden solchen Dienstanlass unerlässlich ist, sind die nötigen Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass Klarheit über die Verbindlichkeit von Anordnungen in Dienstsachen besteht.
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Postulat Morf Folgerecht im Urheberrecht Postulat Morf Droit de suite en matière de droit d'auteur
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Dans
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Jahr
1988
Année
Anno
Band
II
Volume
Volume
Session
Sommersession
Session
Session d'été
Sessione
Sessione estiva
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
14
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 88.356
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 23.06.1988 - 08:00
Date
Data
Seite
907-908
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Pagina
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20 016 437
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