Interpellation Fierz
1875
87.532
Interpellation Keller Buchennekrose. Intensivierung der Forschung Nécrose du hêtre. Développement de la recherche
Wortlaut der Interpellation vom 19. Juni 1987
Nach Auskunft der Förster erkranken in weiten Gebieten der Nordwestschweiz die Buchen in zunehmendem Masse. Vor allem der Befall der Buchenstämme durch die Buchenne- krose, eine Pilzkrankheit, breitet sich stark aus. Weil das erkrankte Stammholz nur noch als schlechtes Brennholz verkauft werden kann, wird der Holzerlös um etwa zwei Drittel reduziert.
Ich frage daher den Bundesrat:
Teilt er die Auffassung, dass die Buchennekrose eine schwerwiegende Baumkrankheit ist, die eine intensivierte Erforschung verlangt?
Texte de l'interpellation du 19 juin 1987
Selon des renseignements fournis par le personnel forestier, les maladies du hêtre se développent et s'aggravent dans une bonne partie du nord-ouest de la Suisse. C'est surtout la nécrose du hêtre - une maladie cryptogamique - qui pro- gresse rapidement. Comme les grumes atteintes par cette maladie ne peuvent plus être vendues que comme bois de feu de mauvaise qualité, leur prix de vente se réduit des deux tiers environ.
A ce sujet, je prie le Conseil fédéral de répondre à la question suivante:
Est-il lui aussi de l'avis que la nécrose du hêtre est une grave maladie de l'arbre, qui exige qu'on intensifie les travaux de recherche y relatifs ?
Mitunterzeichner - Cosignataires: Bircher, Blunschy, Büh- ler-Tschappina, Bundi, Bürer-Walenstadt, Cantieni, Cho- pard, Columberg, Engler, Fischer-Hägglingen, Hess, Hou- mard, Humbel, Kühne, Künzi, Loretan, Müller-Aargau, Mül- ler-Bachs, Müller-Wiliberg, Neuenschwander, Nussbaumer, Ruckstuhl, Rüttimann, Schmidhalter, Schnider-Luzern, Schwarz, Seiler, Stamm Judith, Stappung, Steinegger, Uhl- mann, Weber-Arbon, Wellauer, Wick, Zehnder (35)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit
Die Buche ist der bei uns am meisten verbreitete Laubbaum; sie ist seit Jahrtausenden im Jura und Mittelland standort- heimisch. Der in jüngster Zeit auffällige Befall der Buchen- stämme durch die Buchennekrose ist vorwiegend an mittel- alten und älteren Bäumen festzustellen. Die Ausbreitung der Krankheit (teilweise schädigt sie auch andere Laubhölzer) gefährdet die Stabilität vieler Laubholzwälder, welche in der Folge ihre Schutz- und Erholungsaufgaben nicht mehr erfül- len können.
Es ist zu vermuten, dass die starke Ausbreitung dieses Pilzes mit der Schädigung der betroffenen Bäume durch Luft- schadstoffe zusammenhängt. Neueste wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass z. B. die Frostempfindlichkeit der Buchen durch gewisse Schadstoffe erhöht und die Aus- breitung schädlicher Pilze deutlich gefördert wird. Nach Auskunft des aargauischen Kantonsoberförsters erreicht die Zwangsnutzung an Buchen, welche von der Nekrose befal- len sind, in einzelnen Gemeinden bereits bis zu 30 Prozent der Gesamtnutzung. Damit wird deutlich, dass diese schwergewichtig in der Nordwestschweiz grassierende Baumkrankheit auch einen bedeutenden finanziellen Aspekt hat.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 9. September 1987
Rapport écrit du Conseil fédéral du 9 septembre 1987
Die Buchenrindennekrose gilt als schwere Erkrankung, da sie oft zum Absterben der betroffenen Buchen führt. Sie ist nach der Meinung von Phytopathologie-Experten gegen- wärtig die wichtigste Krankheit der Buche.
Die Krankheit ist im Jura und im Mittelland weit verbreitet; Auskünften von lokalen Revierförstern ist zu entnehmen, dass die Krankheit in einigen Gebieten zugenommen hat. Die Entfernung der kranken Bäume stört das Bestandesge- füge empfindlich; zudem ist eine rasche Holzentwertung festzustellen, die für den Waldbesitzer finanziell negative Auswirkungen hat.
Die Ursache der Buchenrindennekrose ist noch nicht geklärt. Es werden Vermutungen und Theorien über prädi- sponierende Faktoren und Auslöser aufgestellt, ohne dass Schlüsse über präventive oder kurative Massnahmen gezo- gen werden können. Deshalb wäre eine Intensivierung der Forschung über diese Krankheit angezeigt.
Zurzeit werden an der Eidgenössischen Anstalt für das forst- liche Versuchswesen (EAFV) Beobachtungen über die Aus- breitung der Buchenrindennekrose durchgeführt; das (pri- vate) Institut für angewandte Biologie in Schönenbuch führt im Auftrag von Nordwestschweizer Kantonen kleinere Untersuchungen zum Nachweis eines allfälligen Erregers durch. Die Forschungen in Frankreich sind zugunsten ande- rer Schwerpunkte aufgegeben worden. Die Forschungsre- sultate aus den USA können nicht direkt in die Schweiz übernommen werden (andere Buchenarten).
Die Gruppe Phytopathologie an der EAFV ist personell stark unterdotiert und kann neue, mehrjährige Forschungspro- gramme, die in enger Zusammenarbeit mit Entomologen und Baumphysiologen durchgeführt werden müssen, nicht in ihre Arbeitstätigkeit aufnehmen. Das Gleiche gilt auch für andere Baumkrankheiten, die in den letzten Jahren ver- mehrt auftreten, wie z. B. Platanenkrebs im Kanton Tessin. Der Bundesrat ist indessen bereit zu prüfen, inwieweit die forstliche phytopathologische Forschung verstärkt werden kann.
Präsident: Der Interpellant ist von der Antwort des Bundes- rates befriedigt.
87.911
Interpellation Fierz Schutzwaldzusammenbrüche. Nichtinformation Dépérissement des forêts protectrices. Rétention d'informations
Wortlaut der Interpellation vom 9. Oktober 1987
Die Eidgenössische Anstalt für forstliches Versuchswesen (EAFV) machte 1985 in Zusammenarbeit mit den kantonalen Forstdiensten der Berggebiete eine Erhebung über rasch sich verschlechternde oder zusammenbrechende Schutz- wälder in den Alpen- und Voralpenregionen. Die Ergebnisse wurden in eine Karte 1:25 000 eingezeichnet, auf der auch die durch die ausgefallene Schutzfunktion entstandenen Gefahrenzonen (namentlich etwa 200 Siedlungen, Brücken, Verkehrsachsen usw.) ersehen werden können. Diese Karte, deren Informationsgehalt von höchstem öffentlichem Inter- esse ist, war schon im Frühjahr 1986 fertiggestellt. Sie wurde aber vom EAFV zunächst weit über ein Jahr lang unter Verschluss gehalten und fand dann lediglich in summari- scher und stark vermindert aussagekräftiger Form Auf- nahme in den Bericht Nr. 294 der EAFV, dessen Manuskript am 5. Mai 1987 eingereicht wurde, und der seit Juni 1987
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
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Jahr
1987
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Anno
Band
IV
Volume
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Session
Wintersession
Session
Session d'hiver
Sessione
Sessione invernale
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
13
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 87.532
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Numero dell'oggetto
Datum 18.12.1987 - 08:00
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1875-1875
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20 016 015
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