Interpellation on decentralized automation of postal cheque services

20015818Jurisprudence administrative des autorités fédérales (JAAC)9 oct. 1987Dismissed

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

In the National Council’s autumn session, Ziegler interpellated the Federal Council about the automation of postal cheque services and the risk that centralization would reduce jobs and weaken the post office network. The Federal Council replied in writing that the APOCO project was being implemented in stages and that the follow-up stage would aim at a largely decentralized handling of automated account management. It further stated that the project had to respond to technical, economic, and market conditions and that preserving the post office network remained an important concern. The interpellator expressed satisfaction with the answer.

Regeste Omnilex

Parliamentary interpellation; postal cheque services automation and decentralization: where the administration explains that a planned rationalization project already pursues a broadly decentralized operational structure, the interpellation is treated as answered. The Federal Council may rely on economic and technical considerations in organizing postal payment services, provided it takes account of regional-policy concerns and the maintenance of a dense service network (consid. not applicable).

Texte intégral

N

9 octobre 1987

1496

Interpellation Ziegler

87.465 Interpellation Ziegler Postcheckdienste. Dezentralisierte Automatisierung Automatisation des services de chèques postaux. Frein à la centralisation

Wortlaut der Interpellation vom 17. Juni 1987

Die PTT-Betriebe prüfen gegenwärtig die weitere Automati- sierung der 25 Postcheckämter. Ferner soll nebst dem bestehenden ein weiteres zentrales Rechenzentrum geschaffen werden. Diese Pläne dürften einerseits einen hohen Stellenzuwachs in der Zentrale, andererseits einen Abbau von rund 1000 dezentralen Arbeitsplätzen bei den Postcheckämtern bewirken. Die Poststellen sind in dieses Automationskonzept nicht einbezogen, doch ist infolge der weiteren Automatisierung der Postcheckämter mit einem Rückgang des Zahlungsverkehrs bei den Poststellen zu rechnen. Dies aber würde das dichte Poststellennetz langfri- stig gefährden.

Der Bundesrat wird um Auskunft auf die Frage ersucht, ob es nicht möglich wäre, ein Projekt für eine Postcheckauto- mation auszuarbeiten, das die automatisierten Funktionen und die Arbeiten, die auch künftig von Menschen geleistet werden, möglichst weitgehend dezentralisiert.

Texte de l'interpellation du 17 juin 1987

Les PTT étudient actuellement l'automatisation des 25 offices de chèques postaux et envisagent de créer un nouveau centre de calcul. Ces plans devraient aboutir à une forte création d'emplois au siège central, mais par contre à une suppression d'un millier d'emplois dans les offices. Les bureaux de poste ne sont pas touchés par cette opération, mais il est à prévoir que le trafic des paiements y diminuera fortement par suite de cette automatisation. Ce processus de concentration risque de menacer à la longue le réseau actuel des bureaux de poste.

Le Conseil fédéral est prié d'examiner la possibilité d'élabo- rer un projet d'automatisation des chèques postaux conser- vant dans toute la mesure possible le caractère décentralisé des fonctions et des travaux qui devront continuer à l'avenir d'être exécuté par des personnes.

Mitunterzeichner - Cosignataire: Keine - Aucun

Schriftliche Begründung - Développement par écrit Die heutige Planung hätte bei den Postcheckämtern hohe Verluste von Arbeitsplätzen und bei den Poststellen starke Verkehrseinbussen zur Folge. Dies liefe den Bestrebungen von Bund und Kantonen zur Förderung wirtschaftlich schwächerer Gebiete zuwider. Der Weiterbestand des weit- verzeigten Poststellennetzes liegt im Interesse aller Landes- teile. Die moderne Datenverarbeitungs- und Fernmeldetech- nik sollte eine Postcheckautomation ermöglichen, die den erwähnten Nachteilen Rechnung trägt. So wäre die heute zentralisierte Verarbeitung der Poststellenbelege auf die 25 Postcheckämter zu dezentralisieren und die Datenerfas- sung für Zahlungsaufträge den Poststellen zu übertragen. Eine solche dezentrale Organisation würde Verbesserungen im Dienstleistungsangebot und eine kundennahe Dienstab- wicklung und damit die Erhaltung des heutigen Poststellen- netzes mit seinen vielfältigen Dienstleistungen ermöglichen. Eine wirtschaftliche und rationelle Betriebsorganisation wäre gleichwohl gewährleistet.

Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 26. August 1987 Rapport écrit du Conseil fédéral du 26 août 1987

Die vom Interpellanten erwähnte Automatisierung der Post- checkämter sowie der Bau eines weiteren zentralen Rechen- zentrums in Bern sind Teile des laufenden PTT-Rationalisie- rungsprojektes APOCO (Automation der Postcheckdienste mit Computer). Das Projekt wird stufenweise realisiert: Im Rahmen der sogenannten Stufe A wurden verschiedene automatisierte Dienstleistungen und mit der Stufe B namentlich die Datenerfassung der Zahlungsbelege durch die Poststellen eingeführt. Die Stufe A wurde 1984 und die Stufe B im wesentlichen 1986 abgeschlossen. Es wurden dafür bedeutende Investitionen getätigt, so für den Bau eines Rechenzentrums in Bern/Bümpliz, welches die Belege aus den automatisierten Dienstleistungen verarbeitet, sowie für die Beschaffung der 4900 Kodiergeräte, welche von den Poststellen zur Datenerfassung der Zahlungsbelege benö- tigt werden. Der Entscheid der PTT, die Belege aus den automatisierten Dienstleistungen zentral zu verarbeiten, wurde seinerzeit aus wirtschaftlichen und technischen Gründen getroffen.

Heute arbeiten die PTT-Betriebe an den Folgestufen des Projektes APOCO. So soll mit der Stufe C die automatisierte Kontoführung verwirklicht werden. Im Gegensatz zu einem früheren Lösungsmodell, welches dafür ein zentrales Verar- beitungszentrum vorsah, wird nun eine möglichst weitge- hende dezentralisierte Arbeitsabwicklung angestrebt: Die Postcheckkonti sollen - wenn auch automatisiert - weiter- hin durch die über das ganze Land gestreuten Postcheck- ämter geführt werden. Der Kern der vorliegenden Interpella- tion ist damit grundsätzlich erfüllt. Das vom Interpellanten erwähnte weitere Rechenzentrum der PTT soll die Steue- rung und die Ueberwachung der gesamten Verarbeitung und des Datenübertragungsnetzes sicherstellen. Es soll aber auch das bestehende Zentrum in Bümpliz absichern, um bei einem Ausfall für wichtige Funktionen in die Lücke springen und damit die Sicherheit des Postzahlungsver- kehrssystems gewährleisten zu können.

Nach den Plänen der PTT werden die durch den Wegfall der manuellen Buchungsarbeiten frei werdenden Sellen zum Teil zur Verbesserung des Kundendienstes benötigt; rund 900 Stellen sollen im Rahmen der natürlichen Personalfluk- tuationen abgebaut werden.

Der Zahlungsverkehr untersteht keinem Regal, die Anbieter haben ihre entsprechenden Dienstleistungen damit auf die Bedürfnisse des Marktes auszurichten. Das gilt auch für den Postzahlungsverkehr, der sich in einer von technischen Aen- derungen geprägten Umwelt und in einem zusehends härte- ren Wettbewerb zu behaupten hat. Die PTT sind sich seiner Bedeutung zur Finanzierung ihrer Investitionen, aber auch zur Erhaltung vor allem der kleinen Landpoststellen durch- aus bewusst, stammt doch das Einkommen der Posthalter zu über 50 Prozent aus diesem Dienstzweig. Die PTT unter- nehmen deshalb grosse Anstrengungen, um ihren Anteil am Zahlungsverkehrsmarkt halten zu können. Neben der entsprechenden Werbung gehören dazu aber vor allem auch die mit dem Projekt APOCO angestrebten Rationalisie- rungen zur Senkung der Kosten. Mit der Automation des Dienstzweiges können gleichzeitig veränderte Kundenbe- dürfnisse berücksichtigt und die Voraussetzungen für die Einführung neuer Dienstleistungen - insbesondere elektro- nische Zahlungsverfahren - geschaffen werden.

Aus den dargelegten Gründen sind die PTT-Betriebe insbe- sondere beim Postzahlungsverkehr gezwungen, in allen Bereichen nach kostengünstigeren Arbeitsverfahren zu suchen und die entsprechenden Dienstleistungen auf die Bedürfnisse des Marktes auszurichten. Das grundsätzlich dezentral ausgelegte Automatisierungsprojekt APOCO zeigt, dass sie sich dabei ihrer regionalpolitischen Verant- wortung bewusst sind. Auch ihre Anstrengungen zur Erhal- tung des Verkehrsanteils im Zahlungsverkehr, die in beson- derem Masse auf die Erhaltung eines dichten Poststellen- netzes in unserem Land ausgelegt sind, weisen in diese Richtung.

Le président: L'interpellateur est satisfait de la réponse du Conseil fédéral.

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

Interpellation Ziegler Postcheckdienste. Dezentralisierte Automatisierung Interpellation Ziegler Automatisation des services de chèques postaux. Frein à la centralisation

In

Dans

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Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale

Jahr

1987

Année

Anno

Band

III

Volume

Volume

Session

Herbstsession

Session

Session d'automne

Sessione

Sessione autunnale

Rat

Nationalrat

Conseil

Conseil national

Consiglio

Consiglio nazionale

Sitzung

14

Séance

Seduta

Geschäftsnummer

87.465

Numéro d'objet

Numero dell'oggetto

Datum 09.10.1987 - 08:00

Date

Data

Seite

1496-1496

Page

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Ref. No

20 015 818

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Mots-clés

parliamentary interpellationpostal servicesautomationdecentralizationpublic administrationregional policy

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether the Federal Council should examine a more decentralized automation model for postal cheque services.

Solution extraite

The Federal Council stated that the core concern was essentially already met by the APOCO follow-up stages, which aim at a broadly decentralized handling of work processes.

Motifs extraits

The government explained the phased APOCO project, noted that automated account management would continue through distributed post cheque offices, and emphasized technical, economic, and market-related reasons for the chosen organization.

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