N 19 juin 1987
1034
Interpellation Weder-Bâle
87.324
Interpellation Weder-Basel Luftnotstand Interpellation Weder-Bâle Pollution atmosphérique
Wortlaut der Interpellation vom 5. März 1987 Es mehren sich die Hinweise, dass die Luftverschmutzung, die als Primärursache des Waldsterbens feststeht, auch den menschlichen Organismus - besonders im Kindesalter - direkt schädigt.
Ich frage den Bundesrat an:
ob er bereit ist, Notstandsmassnahmen zur Verminderung der Luftverschmutzung auf den Stand 1960 für Stickoxide und Kohlenwasserstoffe und auf den Stand 1950 für Schwe- feldioxid einzuleiten;
ob er in der Lage ist, die Einhaltung aller Grenzwerte gemäss Luftreinhalteverordnung zu gewährleisten;
ob er bereit ist, alle Massnahmen zur Reduktion des Wärmeenergieverbrauchs unverzüglich anzuordnen und eine sofortige Reduktion des Schwefelgehalts beim Erdöl (bei Heizöl EL auf höchstens 0,15 Prozent) zu verfügen;
ob er bereit ist, die notwendigen Notstandsmassnahmen zur massiven Einschränkung des motorisierten Verkehrs anzuordnen, soweit nötig mit Dringlichkeitsrecht (z. B. eine Benzinrationierung);
ob er bereit ist, die an drei Orten (Basel, Sitten, Tänikon) unverständlicherweise eingestellten Nabel-Luft-Untersu- chungen unverzüglich weiterzuführen und das Messnetz raschmöglichst zu verdichten und zu modernisieren.
Texte de l'interpellation du 5 mars 1987
Des indices de plus en plus nombreux révèlent que la pollution de l'air, incontestablement la cause première de la mort des forêts, nuit aussi directement à l'organisme des être humains et tout particulièrement des enfants.
C'est pourquoi je prie le Conseil fédéral de répondre aux questions suivantes:
Est-il disposé à adopter des mesures d'urgence aux fins de ramener le taux de pollution atmosphérique à celui de 1960 pour les oxydes d'azote et les hydrocarbures, et à celui de 1950 pour l'anhydride sulfureux?
Est-il en mesure d'assurer le respect des valeurs limites conformément à l'ordonnance sur la protection de l'air?
Est-il disposé à prendre sans retard toutes les mesures nécessaires pour réduire la consommation d'énergie desti- née à la production de chaleur et la teneur en soufre du pétrole (pour l'huile de chauffage extra-légère, limitation à 0,15 pour cent)?
Est-il disposé à prendre les mesures d'urgence néces- saires pour diminuer radicalement la circulation des véhi- cules à moteur, s'il le faut, par une procédure d'urgence (p. ex. le rationnement de l'essence) ?
Est-il disposé à reprendre sans délai les analyses de l'air inexplicablement interrompues à Bâle, Sion et Tänikon, ainsi qu'à développer et à moderniser le réseau d'observa- tion (NABEL) le plus vite possible?
Mitunterzeichner - Cosignataire: Keine - Aucun
Schriftliche Begründung - Développement par écrit Die Belastung der Luft mit Stickoxiden, mit Kohlenwasser- stoffen und dem daraus entstehenden Ozon sowie mit Schwefeldioxid liegt vor allem in den Städten und Agglome- rationen erheblich über den Grenzwerten der seit 1. März 1986 in Kraft stehenden Luftreinhalteverordnung. Der Aus- stoss von Stickoxiden und Kohlenwasserstoffen hat zuneh- mende Tendenz, derjenige von Schwefeldioxid ist auf dem immer noch nicht befriedigenden Stand von 1960. Damit wächst mit jedem Tag die Gefahr weiterer Gesundheitsschä-
digungen, und den bestehenden Schäden an Bäumen, Gebäuden usw. werden weitere hinzugefügt. Das Zusam- menwirken aller dieser und weiterer Gifte steigert das Gefahrenpotential in unabsehbarer Weise.
Die Stickoxide stammen zu 80 Prozent, die Kohlenwasser- stoffe zu 30 Prozent von Motorfahrzeugen, das Schwefel- dioxid zum überwiegenden Teil aus Heizungen und Indu- strieanlagen.
Die neuen Abgasvorschriften für Lastwagen und Motor(fahr-) räder wie auch die Katalysatoren bringen eine gewisse Ver- besserung, werden aber allein die verhängnisvolle Entwick- lung nicht verhindern. Auch die bisher ergriffenen Massnah- men zur Verminderung der Schwefeldioxidbelastung sind ungenügend. Notstandsmassnahmen zur drastischen Reduktion des Treibstoffverbrauchs wie auch zur Reduktion des Wärmeenergieverbrauchs und zur Reduktion des Schwefelgehalts im Heizöl sind unerlässlich!
Absolut unverständlich ist die an drei Orten verfügte Einstel- lung der Luftuntersuchungen «Nabel». Dem Vernehmen nach soll dies aus finanziellen Gründen verfügt worden sein und weil die alten Geräte nicht mehr den heutigen Anforde- rungen gerecht werden. Eine Sanierung sei erst 1988 geplant. Das Nabel-Netz ist seit 1979 in Betrieb. Es misst - als einziges Netz - alle Luftgiftstoffe wie Schwefeldioxid, Stickstoffdioxid, Ozon und Kohlenmonoxid, ferner Schwe- bestaub und Staubniederschläge. Aus wissenschaftlicher Sicht haben diese Untersuchungen eine wichtige Bedeu- tung. Der Unterbruch ist unverzeihlich und sofort zu korri- gieren.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 9. Juni 1987
Rapport écrit du Conseil fédéral du 9 juin 1987
An seiner Sitzung vom 27. Mai 1987 hat der Bundesrat das weitere Vorgehen im Rahmen des «Luftreinhalte-Konzep- tes» festgelegt. So sollen zum Teil bis Ende September, zum Teil bis Ende Dezember 1987 die erwähnten weiteren Mass- nahmen hinsichtlich Realisierbarkeit, konkreter Ausgestal- tung und Wirkung (Verminderung der Fahrleistungen, Ver- minderung des Energieverbrauchs usw.) überprüft werden. Bis Ende 1987 bzw. bis Mitte 1988 sollen die Massnahmen dann lufthygienisch quantifiziert werden. Ein erstes (weite- res) Massnahmenpaket dürfte dem Bundesrat voraussicht- lich Anfang 1988, ein zweites im Sommer 1988 zum Entscheid unterbreitet werden.
Abstimmung - Vote
Für den Antrag auf Diskussion 42 Stimmen
Dagegen 41 Stimmen (Mit Stichentscheid des Präsidenten)
Le président: L'interpellateur n'est pas satisfait de la réponse du Conseil fédéral.
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Jahr
1987
Année
Anno
Band
II
Volume
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Session
Sommersession
Session
Session d'été
Sessione
Sessione estiva
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
16
Séance
Seduta
Geschäftsnummer
87.324
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 19.06.1987 - 08:00
Date
Data
Seite
1034-1034
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20 015 556
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