Milchwirtschaftsbeschluss 1987
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Internationales Weizenabkommen 1986 Accord international sur le ble 1986
Botschaft und Beschlussentwurf vom 10. September 1986 (BBI III, 641) Message et projet d'arrêté du 10 septembre 1986 (FF III, 617) Beschluss des Ständerates vom 2. März 1987 Décision du Conseil des Etats du 2 mars 1987
M. Gautier soumet au nom de la Commission des affaires économiques le rapport écrit suivant:
C'est en 1949 qu'a été signé le premier Accord international sur le blé. Il contenait des dispositions d'ordre économique, établissant pour le commerce du blé et d'autres céréales des prescriptions sur les prix minimaux et maximaux, ainsi que des obligations d'achat et de livraison. Dans le cadre du Kennedy Round en 1967, l'aide alimentaire a été comprise dans l'accord sur le blé. En 1971, cet accord a été remplacé par un nouvel accord international sur le blé, qui ne contient plus de dispositions économiques relative au commerce du blé, faute d'entente entre les pays contractants. Toujours pour cette raison, l'Accord international de 1971 a été recon- duit à plusieurs reprises sans modification. Il le fut pour la dernière fois en 1983 pour une période expirant à mi-1986. De nouvelles négociations, amorcées en 1984, n'ont pas permis de débloquer la situation. C'est pourquoi on s'est contenté de modifier le teneur administrative et informative de la Convention sur le commerce du blé pour l'adapter aux conditions actuelles. Le nouvel Accord international sur le ble et la nouvelle mouture de la Convention sur le commerce du blé sont entrés en vigueur le 1er juillet 1986. Malgré l'absence de dispositions d'ordre économique, la Suisse désire être partie prenante en vue d'assurer son approvison- nement en pain et en céréales. Au demeurant, la Convention sur le commerce du blé contient une déclaration d'intention prévoyant la possibilité de négocier un nouvel accord ou une nouvelle convention internationale contenant des dis- positions économiques lorsque les circonstances s'y prête- ront.
La Convention sur l'aide alimentaire a été remaniée en 1980, indépendamment de la Convention sur le commerce du blé. Elle contient deux innovations essentielles: soit l'augmenta- tion des contributions annuelles minimales des pays expor- tateurs de céréales les plus importants et la prise en consi- dération du riz. Comme par le passé, la Suisse est tenue de fournir chaque année 27 000 tonnes de céréales. La Conven- tion sur l'aide alimentaire a été reconduite pour la dernière fois en 1983, tout comme celle sur le commerce du blé. Elle a été simplement remaniee en 1986, mais elle ne contient aucune innovation essentielle.
Conséquences financières
Convention sur le commerce du blé: contribution annuelle d'environ 25 000 à 30 000 francs aux frais d'administration du Conseil international du blé.
Aide alimentaire
L'aide alimentaire suisse sous forme de céréales fait intégra- lement partie du crédit de programme ouvert aux fins d'as- surer la maintien de l'aide humanitaire de la Confédération. Le crédit en cours inclut les dépenses pour l'aide sous forme de céréales durant les années 1986 à 1989.
Antrag der Kommission
Die einstimmige Kommission beantragt Ihnen, auf die Vor- lage einzutreten und dem Bundesbeschluss zum Ueberein- kommen von 1986 betreffend Weizenhandel des Internatio- nalen Weizenabkommens von 1986 zuzustimmen.
Proposition de la commission
La commission unanime vous propose d'entrer en matière et de d'approuver l'arrêté fédéral concernant la Convention
sur le commerce du blé de 1986 de l'Accord international sur le blé de 1986.
Eintreten wird ohne Gegenantrag beschlossen Le conseil décide sans opposition d'entrer en matière
Detailberatung - Discussion par articles
Titel und Ingress, Art. 1 und 2 Antrag der Kommission Zustimmung zum Beschluss des Ständerates
Titre et préambule, art. 1 et 2 Proposition de la commission Adhérer à la décision du Conseil des Etats
Angenommen - Adopté
Gesamtabstimmung - Vote sur l'ensemble
Für Annahme des Beschlussentwurfes 98 Stimmen (Einstimmigkeit)
An den Ständerat - Au Conseil des Etats
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Milchwirtschaftsbeschluss 1987 Economie laitière. Arrêté 1987
Botschaft und Beschlussentwurf vom 16. Juni 1986 (BBI II, 974) Message et projet d'arrêté du 16 juin 1986 (FF II, 994)
Hösli, Berichterstatter: Wenn wir uns in den kommenden Stunden mit dem Milchwirtschaftsbeschluss 1987 befassen, haben wir uns - vom Endertrag her gesehen - mit dem wichtigsten Zweig der landwirtschaftlichen Produktion aus- einanderzusetzen. In der Tat lag im Durchschnitt der letzten Jahre der Anteil der Viehwirtschaft bei 77 Prozent gegen- über 23 Prozent Anteil des Pflanzenbaus. Als bedeutendster einzelner Produktionszweig erzielte die Milch etwa 32 Pro- zent des Endrohertrages. Für die meisten Bauernfamilien in unserem Land ist das Milchgeld die einzige regelmässig fliessende Bareinnnahme. Milchpreis und Milchmenge sind somit wichtige Schlüsselbegriffe.
Nachdem seit 1970 die Verkehrsmilchproduktion ständig angestiegen ist und damit auch die Verwertungsaufwendun- gen zu Lasten der Bundeskasse höher geworden sind, musste mit dem Milchbeschluss 1977 die Milchkontingen- tierung eingeführt werden. Gegen diesen auf dem Dringlich- keitsweg eingebrachten und vom Parlament gutgeheisse- nen Beschluss wurde das Referendum ergriffen. Die Volks- abstimmung vom 3. Dezember 1978 brachte die gewünschte Zustimmung. Am 4. Oktober 1985 wurde dieser Beschluss zu Lasten der Produzenten verschärft, indem Ueberlieferer des Talgebietes, der voralpinen Hügelzone und der Zone I des Berggebietes mit Abgaben von 80 bis 85 Prozent des Milchgrundpreises belastet wurden, gegenüber 40 bis 60 Rappen vorher.
Soviel zur Erinnerung an den Milchbeschluss 1977, den Sie in der diesjährigen Frühjahrssession mit 129 Stimmen zu 1 Stimme bis spätestens Ende Oktober 1989 verlängert haben, wobei die Meinung ist, dass der nun zur Behandlung stehende Milchwirtschaftsbeschluss 1987 den Vorgänger ablösen soll, sobald der neue in Rechtskraft treten kann. Wenn wir nun den Milchwirtschaftsbeschluss 1987 behan- deln, sollten wir uns davor hüten, die unzähligen Landwirt- schaftsprobleme, die uns beschäftigen, mit dem heutigen Geschäft koppeln oder lösen zu wollen. Es sei daran erin-
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nert, dass wir dies im Herbst 1985 bei der Diskussion des 340seitigen 6. Berichtes über die Lage der schweizerischen Landwirtschaft und die Agrarpolitik des Bundes ausgiebig versucht haben.
Unsere Kommission benötigte lange Sitzungstage, und zwar deren vier noch im Beisein von Herrn Bundesrat Furgler, weitere vier unter der Mitwirkung von Herrn Bundesrat Dela- muraz. Sie lehnte nach der Eintretensdebatte einen Rück- weisungsantrag mit 16 zu 5 Stimmen ab und beschloss anschliessend mit 22 zu 0 Stimmen Eintreten auf die Vor- lage. Das Bundesamt für Landwirtschaft, vor allem die Her- ren Direktor Piot und Professor Rudolf, dienten uns mit ihrem umfassenden Fachwissen. Man stellte uns umfangrei- che Dokumentationen zur Verfügung. Der Beschluss zählt 33 Artikel. Wir hatten uns in der Kommission mit etwa 80 Abänderungsanträgen zu befassen. Etwa jeder vierte befindet sich nun wieder auf der Fahne, vielfach allerdings in mehr oder weniger geänderter Fassung.
Der Milchwirtschaftsbeschluss 1987 will und kann - wie bereits angetönt - nicht alle Agrarprobleme lösen. Er beschränkt sich - wie sein Name es sagt - auf die Milchwirt- schaft, was Sie bitte bei ihren Voten berücksichtigen wollen. Nachfolgend möchte ich vorerst einige wichtige Bestim- mungen der bundesrätlichen Fassung erwähnen und anschliessend die wesentlichen Aenderungen oder Ergän- zungen der Kommission aufzeigen. Ich beschränke mich angesichts unserer knappen Zeit vor allem auf jene Bestim- mungen, welche zu intensiven Diskussionen Anlass gege- ben haben.
Einesteils soll der Bund über die Mittel aus Ausgaben und Preiszuschlägen hinaus weiterhin Zuschüsse aus allgemei- nen Bundesmitteln zur Verfügung stellen. Andererseits wer- den vom Zentralverband schweizerischer Milchproduzenten und seinen Sektionen Selbsthilfemassnahmen gefordert. Die Milchkontingentierung wird als einzelbetriebliche Mass- nahme durchgeführt und hat zum Ziel, die Gesamtmilch- menge in den Griff zu bekommen. Produzenten, die überlie- fern, haben eine Abgabe zu entrichten, welche immerhin beachtliche 85 Prozent des Milchgrundpreises beträgt. Allerdings kann der Bundesrat ganz oder teilweise verzich- ten, falls das Total einer örtlichen Produzentenorganisation nicht ausgeschöpft wird. Dabei kann er für die einzelnen Zonen unterschiedliche Regelungen treffen.
Zur Frage des Milchpreises ist darauf hinzuweisen, dass eine Milchgrundpreisdifferenzierung nicht eingeführt wird, jedoch soll eine Erlösdifferenzierung - je nach Produktions- standort - eintreten. Dies durch unterschiedlich grosse Frei- mengen und zusätzliche Abgaben auf grossen Kontingen- ten. Die generelle Abgabe der Produzenten wird mit Aus- nahme der Freimenge von 2 auf 4 Rappen je Kilogramm angehoben. Die Zusatzabgaben sollen bis höchstens 10 Rappen pro Kilo angehoben werden können. Importab- gaben werde ich bei der Detailberatung näher erklären, ebenso werde ich Ausführungen zu den einzelnen Minder- heitsanträgen abgeben.
Die Einführung des Kontingentshandels ist in der bundesrät- lichen Vorlage weiterhin nicht vorgesehen. Neu ist dagegen die Bestimmung, dass der Zentralverband die Bezahlung der Milch nach deren Gehalt durchführen soll. Unsere Kom- mission hat nun ergänzt, dass bei der Festlegung der Kon- tingente auch die Produktionsmöglichkeiten der Region und die betriebseigene Futtergrundlage mehr zu berück- sichtigen sind. Weiter wurde zugunsten der Berggebiete eine Remontierungsquote beschlossen. Diese Frage der Arbeitsteilung Berg/Tal wird uns sicher stark beschäftigen. Neu sind nun die Bestimmungen über die Stillegung milch- wirtschaftlicher Betriebe. Diese Selbsthilfemassnahme werde ich ebenfalls in der Detailberatung eingehender dar- legen.
Bei der Abgabe freier Milchmengen hat unsere Kommission die Tendenzen des Bundesrates zugunsten des Berggebie- tes noch etwas akzentuiert. So soll die Freimenge im Talge- biet und in der Uebergangszone um je 5000 Kilogramm tiefer festgelegt werden. Bei diesen Bestimmungen soll der Bundesrat auch den Interessen echter Betriebsgemein-
schaften Rechnung tragen. Mit Beiträgen zu unterstützen wäre auch die Umstellung auf extensive Tierhaltung. Man denkt hier zum Beispiel an Ziegen, Schafe, Pferde und Wild sowie an die Mutterkuhhaltung. Die Vorlage ist am Schluss unserer Verhandlungen mit 13 zu 0 Stimmen bei 8 Enthal- tungen verabschiedet worden.
Es ist mir ein Bedürfnis, allen Kommissionsmitgliedern für das engagierte Mitwirken zu danken. Mein aufrichtiger Dank geht aber auch an die Herren Bundesräte Furgler und Dela- muraz für ihr ebenso sachkundiges wie konstruktives Mit- wirken. Dasselbe gilt für sämtliche Herren des Bundesamtes für Landwirtschaft, mit Herrn Direktor Piot an der Spitze. Besonders erwähnen möchte ich Herrn Professor Dr. Ru- dolf, der bei unzähligen Vorlagen dank seiner reichen Erfah- rung mit enormem Wissen und klarem Ueberblick auch über die kompliziertesten Zusammenhänge stets ein wertvoller Berater war. Er tritt Ende Juli dieses Jahres in seinen wohl- verdienten Ruhestand. Wir wünschen ihm dazu alles Gute und vor allem auch eine gute Gesundheit.
Wenn wir jetzt an die Beratungen gehen, möchte ich zum Schluss noch festhalten, dass diese Vorlage vor allem bei den Produzenten ansetzt. Ich bitte Sie, dabei die nun berei- nigte Vorlage der Kommission nicht noch zu verschärfen. Gerade das Wetter der letzten Wochen, ja Monate, mit seinen Kälteeinbrüchen und Schneefällen zum Teil bis ins Tal haben gezeigt, welch unternehmerischen Risiken unsere Bauern in Tat und Wahrheit ausgesetzt sind. Auch wird dieser Beschluss noch seine Bewährungsprobe zu bestehen haben. Er enthält - das gebe ich zu - viele Kann-Bestimmun- gen und bringt damit den nötigen Spielraum, um in den kommenden zehn Jahren auf viele mögliche Entwicklungen zu reagieren. Es ist ein Mehrzweckwerkzeug, welches hof- fentlich mit viel Geschick zum Nutzen unserer Landwirt- schaft, aber auch der ganzen Volkswirtschaft eingesetzt wird.
Wenn in den kommenden Voten einmal mehr Kritik aufkom- men wird, so erinnere ich mich an eine Feststellung von Winston Churchill. Dieser hat sinngemäss einmal gesagt, die Demokratie sei die schlechteste aller Staatsformen, aber er kenne keine bessere. Das möchte ich etwas abwandeln und feststellen, unsere Landwirtschaftspolitik sei die schlechte- ste aller Agrarordnungen. Wenn ich dann aber über unsere Grenzen sehe, konstatiere ich: es gibt noch keine bessere. In diesem Sinne beantrage ich Ihnen Eintreten auf die Vor- lage.
Mme Vannay, rapporteur: Nous devons aujourd'hui renou- veler l'arrêté sur l'économie laitière de 1977. Cet arrêté arrivait à échéance le 31 octobre 1987 mais nous l'avons prorogé en mars dernier pour deux ans au maximum. En effet, votre commission, malgré un travail intense, a pris du retard dans ses travaux, si bien que le nouvel arrêté ne pouvait être prêt à temps pour cet automne. Ceci révèle combien la question est complexe et difficile et combien l'enjeu est important. Le dépliant qui contient plus de 30 propositions de minorité ou de majorité s'écartant des propositions du Conseil fédéral sur les 34 articles proposés vous prouve que notre commission n'a pas trouvé un large consensus et un terrain d'entente sur de nombreux points et c'est par conséquent à vous qu'il appartiendra de trancher. Les décisions que nous devons prendre sont très impor- tantes à plusieurs titres et pour plusieurs catégories de personnes. Elles sont essentielles pour la politique agricole des dix prochaines années, pour les agriculteurs touchés par des mesures dont dépend tout ou partie de leurs reve- nus. Elles sont importantes aussi pour les consommateurs et les contribuables que nous sommes tous, puisque nous devons régler la facture du compte laitier et que nous exigeons des produits de haute qualité. Lorsque le Conseil fédéral a élaboré son projet en juin 1986, il a voulu «obliga- toirement se limiter aux problèmes en relation avec l'écono- mie laitière et prendre en considération les besoins de l'ensemble du pays et non pas ceux de certaines régions seulement». C'était sans compter avec les surproductions induites par l'arrêté laitier dans le domaine de la viande
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notamment, ni avec le coup de semonce du vote populaire de septembre 1986 sur l'économie sucrière. Ce refus de l'arrêté sucrier par le peuple a certainement eu des effets sur les membres de la commission et nous l'aurons présent à l'esprit tout au long de ce débat. Oserai-je dire que depuis ce refus la politique agricole n'est plus la vache sacrée qu'elle fut pendant longtemps et qu'aujourd'hui elle doit être expli- quée aux citoyens et acceptée par le peuple? La réalité de l'économie laitière peut être perçue et présentée de diffé- rentes façons. D'abord en rappelant quelques données chif- frées, à savoir celles de 1985. Il y avait 57 219 exploitations produisant, avec un troupeau de 816 000 vaches 38 450 000 quintaux de lait, ce qui représente une moyenne de 4710 kilos par vache, soit une valeur actuelle de production de quelque 3 milliards et demi de francs par année. Le rendement brut épuré provenant de cette production laitière a atteint 31,9 pour cent du rendement brut épuré total de l'agriculture suisse, soit 40 pour cent du produit du travail du paysan. En 1985-1986, 34,9 pour cent des livraisons de lait ont été utilisés en tant que lait frais et produits laitiers frais, donc pratiquement sans frais pour la Confédération à l'exception des frais de transport du lait de secours. Le reste de la production, soit près des deux tiers, a dû être mis en valeur sous la forme de fromages pour 48,5 pour cent, de conserves de lait pour 4 pour cent, de beurre pour 12,6 pour cent. Cette mise en valeur est coûteuse du fait qu'il faut de 31 à 36 centimes par kilo de lait transformé en fromage et de 62 à 70 centimes par kilo de lait converti en beurre. On arrive ainsi à un compte laitier de 843,4 millions de francs en 1985. Cette somme fut couverte à raison de 548,2 millions par les ressources générales de la Confédération, de 57 millions par les contributions des producteurs, de 37 millions par les suppléments de prix sur les fromages importés et de 201,2 millions par les recettes à affectation spéciale, c'est-à- dire par des taxes prélevées sur les produits importés, les graisses et les huiles comestibles notamment ou par des bénéfices provenant de certains produits laitiers.
L'économie laitière peut encore être présentée et perçue selon sa répartition géographique par zone si ce n'est par canton. Ainsi, la zone de plaine compte 44,24 pour cent des exploitations et a 51,1 pour cent des contingents; la zone préalpine des collines, 16,37 pour cent des exploitations et 16,78 pour cent des contingents; la zone de montagne I, 15,33 pour cent des exploitations et 13,74 pour cent des contingents; la zone de montagne II, 15,31 pour cent des exploitations et 12,74 pour cent des contingents; la zone de montagne III, 6,25 pour cent des exploitations mais 2,91 pour cent des contingents; la zone de montagne IV, 2,5 pour cent des exploitations et 0,9 pour cent des contin- gents; reste 1,83 pour cent des contingents pour les alpages. Ces chiffres, peut-être fastidieux, reflètent bien le fait que le gros des exploitations, et surtout le gros des contingents, se trouvent dans la zone de plaine et dans la zone préalpine des collines, et que la zone de montagne n'a que la portion congrue (32,12 pour cent du contingent), et ce d'autant plus, si l'on considère les zones de montagne Il à IV pour lesquelles il ne reste que 16 pour cent du contin- gent. Ajoutons encore que 171 exploitations comptent plus de 200 000 kilos de contingent, dont 124 exploitations se trouvent en plaine.
Ce bref tableau de l'économie laitière suisse doit être com- plété par les quelques considérations suivantes: première- ment, lors de l'entrée en vigueur du contingentement laitier en 1977, on arrivait à 27,9 millions de quintaux de livraison, en 1985-1986, à 30,7 millions de quintaux. C'est donc recon- naître que, malgré le contingentement, la quantité produite a augmenté, même si le nombre de vaches a régulièrement baissé. Parallèlement, le prix de base du lait a régulièrement augmenté et les dépenses du compte laitier ont suivi la courbe ascendante passant de 607 millions à 843,4 millions de francs pour la même période. Pendant cette même période, le revenu du paysan évoluait lui aussi. Si l'on reprend les résultats des exploitations témoins publiés dans le sixième rapport sur l'agriculture, on peut dire que le produit du travail des exploitations de plaine s'est approché
de la rétribution équitable comparable et l'a même dépassée en 1979 et 1981. Il n'en va malheureusement pas de même pour les exploitations de montagne qui, en moyenne, en sont à 68 pour cent du revenu des exploitations de plaine. Le lancinant et pratiquement insoluble problème du revenu paysan à garantir et des surproductions coûteuses par leur stockage, leur dénaturation ou leur exportation à bas prix est à nouveau posé ici, de même que le problème mis en lumière par les disparités entre les petites et les grandes entreprises, entre les exploitations de plaine et celles de montagne, ou encore le problème de l'obligation pour le paysan de s'assurer un revenu décent par la vente de sa production qui le pousse à des méthodes productivistes pas toujours conformes à la protection de l'environnement et des animaux, pas toujours compatibles avec la recherche prioritaire de la qualité, donc pas toujours des plus favora- bles à la santé des consommateurs. Tous ces problèmes de surproduction, de revenu à garantir plus ou moins proche du revenu paritaire, des méthodes et des possibilités de production ont retenu longuement notre attention, sans qu'il nous soit toutefois possible de trouver des solutions satisfaisantes à tous égards et pour tous les partenaires.
Comment, en effet, aider l'agriculture à atteindre le revenu comparable, grâce à l'économie laitière notamment, tout en évitant les excédents et en ne mettant pas trop fortement à contribution les finances fédérales? Mais là se pose la question de politique fondamentale qui est de savoir quelle agriculture nous voulons et quel prix nous sommes prêts à payer pour cette agriculture.
Ce débat fondamental ayant eu lieu, bien que partiellement et imparfaitement, lors de la discussion du 6e rapport, rien d'essentiel n'a donc été remis en cause, aucune évaluation fondamentale des mesures déjà prises n'a été conduite. Nous continuerons donc avec nos rapiéçages successifs, dans des secteurs résolument bien compartimentés.
L'unanimité de la commission s'est faite sur trois points essentiels: premièrement, sur l'acceptation du principe même du contingentement laitier; deuxièmement, sur la nécessité de fixer des critères pour la répartition et le réajus- tement des contingents individuels; troisièmement, sur la nécessité de faire participer les producteurs à la couverture des dépenses du compte laitier en faisant payer une taxe pour dépassement du contingent, une taxe générale après augmentation des quantités franches, une taxe supplémen- taire sur les grandes quantités.
Les points de divergences essentiels sur les questions sui- vantes se trouvent à l'article 2. Le Conseil fédéral peut-il ou doit-il réexaminer tous les contingents individuels? De la réponse apportée à cette question dépendront, bien évidem- ment, l'efficacité des critères d'attribution que nous avons fixés, et surtout le visage et l'évolution des prochains comptes laitiers.
La deuxième question fondamentale touche l'article 5: en appelant les producteurs à participer, va-t-on vraiment faire une différenciation des prix quelque peu dissuasive pour les gros producteurs, va-t-on vers une redistribution plus équi- table pour les petites entreprises où les frais de production sont plus élevés, va-t-on vers une prise en compte des difficultés particulière de la zone de montagne ?
L'article 2 est la pièce de résistance de cet arrêté. Il consacre le principe du contingentement par exploitation ou contin- gentement individuel pour tous les producteurs et renonce, de ce fait, aux contingents de sociétés ou contingents globaux pour les zones II à IV, tout en maintenant le principe d'une ordonnance particulière pour régler le contingente- ment des zones de montagne Il à IV.
Dans cet article 2, la commission s'est demandé si l'on ne devait pas fixer une nouveau contingent global et le répartir à nouveau entre tous les ayants droit, en tenant compte des critères précisés à l'alinéa 2. Cette solution permettrait de tenir compte rapidement de l'exigence de diminuer les sur- productions, d'établir une situation plus juste par rapport au début du contingentement. En effet, la première répartition a été faite essentiellement selon la production des années de référence. On n'a donc pas tenu compte des efforts faits
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par certains producteurs pour s'autolimiter, on a, au contraire, récompensé ceux qui avaient surproduit.
De plus, on s'aperçoit que le contingentement a changé le type même de production en zones de montagne où l'on faisait, avant tout, de l'élevage et non pas du lait. Comme le paysan de plaine s'est mis à faire lui-même sa propre remonte, ce marché-là s'est effondré en zone de montagne, ce qui l'a doublement pénalisé.
Cette obligation de réexamen des contingents a été refusée par la majorité de votre commission et fera l'objet d'un vote à l'alinéa 2, article 2. La commission vous propose cepen- dant que, dans le cas d'un ajustement des contingents, soit pour les majorer soit pour les réduire, on procède d'une façon différenciée en tenant compte précisément des nou- veaux critères fixés. Ce n'est qu'exceptionnellement que le Conseil fédéral pourra ajuster de façon linéaire.
Ces critères ont été fixés par la commission qui vous deman- dera, à l'unanimité, de les accepter. Il s'agit d'attribuer des contingents individuels en fonction des possibilités d'exploi- tation, de production dans la région, des changements survenus dans les conditions d'exploitation, des besoins de l'économie fromagère de la zone d'interdiction de l'ensilage et, enfin, de la surface et des ressources fourragères de l'exploitation.
Je dois faire une remarque sur la non-concordance qui existe entre le texte allemand et le texte français, concernant les ressources fourragères du domaine, de l'exploitation ou «betriebseigene Futtergrundlage». Cette discussion sur ce qu'il faut entendre par surfaces fourragères doit avoir égale- ment lieu dans le cadre de l'alinéa 4 fixant, pour le Conseil fédéral, l'obligation d'établir les contingents maximums par hectare ou en précisant par hectare de surface fourragère propre à l'exploitation.
A l'article 2, alinéa 4bis, il faudra aussi préciser si l'on doit tenir compte des surfaces cultivées à l'étranger. Cela relève d'une situation historique, puisque l'on tient compte aujour- d'hui de ces surfaces, à l'exclusion de celles cultivées après l'entrée en vigueur du premier contingent.
Des minorités proposeront d'ajouter à l'alinéa 2 des alinéas- 4ter et 4quater, afin d'obliger le Conseil fédéral à prendre des mesures préliminaires en cas de surproduction avant qu'il ne puisse procéder à une réduction de la quantité globale. Au nombre de ces mesures figurent le gel des contingents contre versement d'indemnités, l'encourage- ment à la reconversion d'exploitations laitières en entre- prises qui pratiquent un autre genre d'exploitation.
La majorité refuse de lier les mains du Conseil fédéral par ces espèces de paliers ou d'obstacles à franchir, avant qu'il ne puisse prendre les mesures qu'impose une situation de surproduction et qu'il puisse réduire la quantité globale. La notion même de gel recouvre une situation temporaire de un à dix ans et n'est pas une mesure efficace en cas de surproduction. Il en est de même des possibilités de rachat et de vente des contingents, pratique tout à fait contraire à l'objectif recherché qui est de respecter des critères d'attri- bution pour se mettre à l'abri des surproductions, pratique qui a été à fin contraire avec l'usage que certaines sociétés en ont fait jusqu'à ce jour.
La majorité de votre commission accepte que l'on puisse agir sur le contingentement individuel lorsqu'un agriculteur de plaine achète une bête de remonte à la montagne. On pourra alors attribuer un contingent supplémentaire pour une année. Mais, s'il se refuse à cet achat qui est une mesure d'entraide obligatoire pour les exploitations de plaine de plus de 50 000 kilos de contingent, il verra son contingent diminuer d'une quantité au moins égale au contingent supplémentaire par bête manquante.
La minorité de la commission vous recommandera un nou- vel article 2a tendant à différencier l'augmentation du prix du lait en n'accordant une pleine augmentation que sur un certain volume de livraison. Cette différenciation avait pour but de compenser les coûts de production plus élevés pour les petites et moyennes entreprises.
La majorité de la commission a retenu l'idée de verser des contributions en cas de désaffectation d'exploitations lai-
tières passant à des productions autres qu'animales et dont le contingent est définitivement annulé. Ce sera l'article 3a nouveau. Or, cette mesure ne pourra pas s'appliquer en cas de changement d'affectation de la zone agricole, par exem- ple en zone à bâtir.
L'article 5, concernant la participation des producteurs, a fait l'objet d'une véritable foire d'empoigne dont il reste quelques propositions de majorité et de minorité. La com- mission s'est déterminée pour une fixation des quantités franches tenant mieux compte des situations d'exploitation de la plaine en faisant une distinction entre, d'une part, la zone des cultures et la zone intermédiaire élargie, pour lesquelles nous proposons 10 000 kilos et, d'autre part, la zone intermédiaire pour laquelle nous proposons 25 000 kilos de quantité franche. Aujourd'hui, cette quantité franche est de 8000 kilos pour toute la zone de plaine. Pour toutes les autres zones, nous passons de 20 000 à 40 000 kilos ce qui représente une amélioration sensible pour les producteurs. Cette nouvelle fixation des quantités franches est très importante pour le calcul de l'incidence de la taxe générale que la majorité de votre commission vous propose de porter à 4 centimes et non pas à 3 centimes, refusant en cela la proposition de minorité.
Pour ce qui est de la taxe supplémentaire, il y a trois batailles. D'abord, celle des seuils, à savoir à partir de quelle quantité faut-il percevoir cette taxe supplémentaire ? 80 000 kilos dit la majorité et le Conseil fédéral, 70 000 dit la minorité, bataille des montants de la taxe supplémentaire, 5 centimes au plus, dit la majorité et le Conseil fédéral, 5 centimes au moins, dit la minorité et bataille de la progres- sivité de la taxe supplémentaire perçue sur tout ce qui dépasse la quantité franche de 2 centimes en 2 centimes par 10 000 kilos à partir de 80 000, avec un plafond à 20 cen- times pour une quantité de 160 000 kilos. La majorité, quant à elle, s'en tient à la taxe supplémentaire fixe. Cette partici- pation des producteurs à la couverture des dépenses se justifie et correspond en fait à la différenciation des prix du lait par la retenue. Cette différenciation devrait permettre de compenser quelque peu les disparités du produit du travail journalier dans les exploitations, selon leur taille et leur situation géographique. Elle devrait permettre ensuite de freiner la concentration de la production laitière dans un nombre toujours plus petit d'exploitations. Elle devrait aussi permettre de réduire ou de supprimer l'octroi des contribu- tions fédérales, là où un revenu supérieur à la moyenne est déjà atteint et, de ce fait, réserver le bénéfice des contribu- tions fédérales aux exploitations agricoles familiales. Votre commission vous propose une certaine souplesse dans la fixation du seuil à partir duquel la taxe supplémentaire est perçue, lorsqu'il s'agit d'une exploitation sur laquelle vivent plusieurs familles.
Dans la partie de l'arrêté consacrée à l'allègement du marché des produits laitiers, mesures à la frontière, encou- ragement de la fabrication du fromage et de la production d'un lait de qualité, la commission propose que l'on encou- rage le genre d'exploitations extensives du bétail et les autres genres d'exploitations tels ovins, caprins et chevalins. De plus, les mesures d'ordre zootechniques propres à amé- liorer la qualité du lait devront être garantes de la conserva- tion d'un cheptel sain et diversifié. A l'article 7, il faudra se montrer restrictifs pour déterminer le nombre de vaches dont le lait n'est pas commercialisé et donnant droit aux contributions là où on peut substituer d'autres productions à la production animale. L'utilisation du lait écrémé frais devrait, selon une minorité, être encouragée, pour s'éviter aussi des frais de séchage et de commercialisation. A l'arti- cle 9a, une majorité vous proposera de prévoir des supplé- ments de prix à l'importation des caséines, caséinates, albu- mines, protéines totales du lait et leurs dérivés, s'ils peuvent être produits en Suisse. Cette taxe à la frontière n'existe pas à ce jour, alors même que ces produits utilisés dans l'indus- trie alimentaire ou en pharmacie prennent toujours plus d'importance.
Le paiement du lait se fait dans notre pays essentiellement en fonction du poids et de la qualité. En effet, selon le
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nombre de germes, le nombre de cellules, la présence d'antibiotiques, le résultat des tests organoleptiques, on procède à des diminutions de prix de base du lait. Le Conseil fédéral et la commission proposent d'ajouter un nouvel élément pour la fixation du prix, la composition, à savoir la teneur en graisse et la teneur en protéines. Certains voudraient que les oligo-éléments et les vitamines soient aussi retenus comme critères de composition et pris en compte pour la fixation du prix du lait qui pourrait varier de plus ou moins 5 pour cent.
La partie de l'arrêté concernant les contrôles et les sanc- tions soulève quelques craintes et réticences, notamment à l'article 20. Certains revendeurs et détaillants craignent, en effet, que l'on porte atteinte à un certain artisanat, que l'on en arrive à une diminution dans l'assortiment des fromages ou à une uniformisation du goût, à l'exemple de ce qui s'est passé avec le vacherin Mont d'or.
En conclusion de ce rapport, la commission vous invite à entrer en matière et à vous déterminer sur les nombreux points prêtant encore à discussion. Le nouvel arrêté sur l'économie laitière mérite toute notre attention, il nous appartient de le rendre défendable aussi bien pour le monde paysan que pour les consommateurs et les contribuables. Limiter la production tout en assurant un revenu decent aux producteurs, en soulageant la Caisse fédérale, voilà ce que nous devons réussir aujourd'hui.
Columberg: Der Landwirtschaft geht es heute relativ schlecht. Der Importdruck und die Ueberproduktion in ver- schiedenen landwirtschaftlichen Bereichen erfordern Men- genbeschränkungen, also Kontingente, und führen zum Preiszerfall. So liegt der Arbeitsverdienst der Bergbauern lediglich bei 84 Franken pro Tag oder im Schnitt um 54 Pro- zent unter dem Paritätslohn. Aber auch der Talbauer erreicht nicht die als gerechtfertigt und angemessen erach- tete Einkommenslimite. Die Diskrepanz zwischen dem effek- tiven Einkommen und dem Paritätslohnanspruch hat sich verschärft, was viel Unzufriedenheit und Unmut in der Land- wirtschaft hervorruft. Diese verhängnisvolle Entwicklung muss langfristig sehr unerfreuliche Auswirkungen haben. Die Lage der Bauernschaft wäre noch viel schlimmer, wenn der Bundesrat in den letzten Jahren nicht wesentliche Ver- besserungen durchgesetzt hätte. Ich denke insbesondere an die Milchpreiserhöhungen, an die erhebliche Verstärkung der Direktzahlungen, die Kostenbeiträge, die Investitionshil- fekredite. Für dieses Verständnis und für diese wertvolle Hilfe danken wir dem ehemaligen Departementsvorsteher, Herrn Bundesrat Furgler, und hoffen, dass Herr Bundesrat Delamuraz mit dieser gerechtfertigten Unterstützung fort- fahre.
Die Milch ist, wie der Kommissionspräsident ausführte, ein ausschlaggebender Einkommensfaktor für die Landwirt- schaft. Ihr Erlös macht ungefähr 40 Prozent des Arbeitsver- dienstes aus. Die Regelung der Milchwirtschaft spielt des- halb eine entscheidende Rolle in der Einkommenssicherung für unsere Bauernschaft. Die Milchüberschüsse zwingen uns zu einer Fortsetzung der verpönten Milchkontingentie- rung. Es ist das wirkungsvollste Instrument zur Mengenbe- grenzung. Dabei sind wir uns bewusst, dass diese drastische Massnahme Vollzugsprobleme bringt, mit vielen administra- tiven Umtrieben verbunden ist, im Einzelfall zu Härten füh- ren kann, die Gefahr der Zementierung von Strukturen in sich birgt und die unternehmerische Freiheit des Bauern wesentlich einschränkt. Aber im Augenblick haben wir keine andere Alternative.
In Anbetracht der Ueberproduktion muss die 1977 einge- führte Milchkontingentierung beibehalten werden. Die im Landwirtschaftsgesetz vorgesehenen zweckgebundenen Einnahmen, vor allem aus Importzuschlägen, werden auch in Zukunft nicht genügen, um die Aufwendungen der Milch- rechnung für den Inlandabsatz zu decken. Dennoch muss die Belastung der Bundeskasse in Grenzen gehalten wer- den. Die Konsumenten und die Steuerzahler dürfen nicht über ein bestimmtes Mass hinaus belastet werden. Anderer-
seits muss die Existenz des bäuerlichen Familienbetriebes unbedingt gesichert werden.
Die CVP setzt sich mit Nachdruck für einen gesunden Bau- ernstand ein. Dieser bildet die Grundlage für eine dauernde Besiedelung unseres Landes, insbesondere des Berggebie- tes, und für die Versorgung unseres Landes mit Nahrungs- mitteln.
Bei der zur Beratung stehenden Vorlage stellt sich einmal die Frage einer totalen Neuverteilung der Kontingente. Die CVP-Fraktion lehnt dieses Begehren ab. Trotz den zahlrei- chen Mängeln hat sich das bisherige System grundsätzlich bewährt. Mit sehr viel Mühe und Kleinarbeit haben sich das Bundesamt und die Milchverbände bemüht, eine angemes- sene Kontingentsverteilung zu erzielen.
Durch die Ausschöpfung der Gesuchs- und Rekursmöglich- keiten erfolgte doch eine gewisse Umverteilung. So gingen seit 1977 über 129 000 Gesuche ein, dies bei einem Bestand von rund 60 000 Milchproduzenten. Auf diese Art und Weise wurden rund 15 Prozent der Milchmenge umverteilt, und Tausende von Betrieben konnten ihre Kontingente erhöhen, insbesondere im Berggebiet, wo die Milchkontingentierung bekanntlich erst später eingeführt wurde.
Mit einer totalen Neuverteilung der Kontingente würde der Krieg von neuem beginnen. All diese enorme Kleinarbeit müsste nochmals wiederholt werden. Deshalb tritt die CVP- Fraktion grundsätzlich für die Beibehaltung der bisherigen Einzelkontingentverteilung ein. Gleichzeitig verlangt sie gewisse Anpassungen an die Absatzverhältnisse. So soll die Milchkontingentverteilung vermehrt ökologische Aspekte berücksichtigen. Bei der Umverteilung müssten insbeson- dere die betriebseigene Futtergrundlage, die Betriebsfläche, veränderte Betriebsverhältnisse, die Bewirtschaftungsmög- lichkeiten und die Produktionsmöglichkeiten der Region beachtet werden. Mit diesen Kriterien soll eine bessere Zusammenarbeit zwischen Berg- und Talbetrieben verwirk- licht werden.
Der Bergbauer konzentrierte sich früher vorwiegend auf die Aufzucht von Rindern, die an die Talbauern verkauft wur- den. Seit der Einführung der Milchkontingentierung im Tal- gebiet ist die Nachfrage stets zurückgegangen. Man rechnet mit einem Verlust von rund 10 000 Stück. Die dadurch entstandene erhebliche Einkommenseinbusse muss irgend- wie kompensiert werden. Die neu eingeführten Direktzah- lungen bilden nur einen teilweisen Ersatz. Durch den Preis- zerfall im Sektor Fleisch hat sich die Lage zusätzlich ver- schärft. Die Situation ist auch deshalb schwierig, weil in den ausgedehnten Hügel- und Berggebieten keine Ausweichs- möglichkeiten bestehen. So müssen wir einen Anreiz für den Talbauern schaffen, damit er mehr Rinder aus den Berggebieten zukauft. Eine Möglichkeit dazu besteht mit der Einräumung von Zusatzkontingenten für Rinder, die aus dem Berggebiet zugekauft werden.
Die Mehrheit der CVP-Fraktion lehnt hingegen eine Remon- tierungspflicht ab, stimmt aber der Lösung der Zusatzkon- tingente zu. Schliesslich ist eine Begünstigung der Klein- und Bergbauern durch die Einräumung von Freimengen und einen besseren Preis unerlässlich. Mit einem kleinen Kontingent hat man nämlich viel höhere Produktionskosten; diese liegen oft über dem Grundpreis von 97 Rappen pro Kilo.
Die CVP-Fraktion hält sich meistens an die Anträge des Bundesrates und der Kommissionsmehrheit. Nach einer gründlichen Prüfung der über 80 Abänderungsanträge erweist sich der bundesrätliche Vorschlag als brauchbarer und tragfähiger Kompromiss. Dies trifft insbesondere für die Ausgestaltung der Milchkontingentierung zu. Hier sind wir für eine Berücksichtigung der Einkommenslage und für einen besseren Schutz an der Grenze. Wir lehnen hingegen eine generelle Neuverteilung der Einzelkontingente und die linearen Kürzungen ab. Hingegen treten wir für differenzier- tere Anpassungen der Milchkontingente an veränderte Ver- hältnisse, an die betriebseigene Futterbasis und an die Gesamtproduktion in der betreffenden Region ein. Wir begrüssen eine bessere Arbeitsteilung zwischen Berg- und
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Talbauern, sei es mit Hilfe von Zusatzkontingenten oder von anderen Massnahmen.
Um den dem Bundesrat übertragenen Handlungsspielraum nicht zu stark einzuengen, um eine begrenzte Kontingent- neuverteilung zu ermöglichen, tritt die CVP-Fraktion für eine totale Stillegung milchwirtschaftlicher Betriebe ein, lehnt aber mehrheitlich die freiwillige Stillegung der Kontingente gegen Entschädigung ab. Schliesslich soll die Milchabgabe für Ueberlieferungen 85 Prozent des Milchgrundpreises nicht überschreiten, und die generelle Abgabe - der Rück- behalt - der Milchproduzenten soll auf 3 statt auf 4 Rappen je Kilo Milch erhöht werden, verbunden mit einer nach Zonen differenzierten Freimenge, damit eine gegenüber heute erweiterte Staffelung des Milcherlöses zwischen Tal- und Bergbauern sowie kleinen und grösseren Betrieben erreicht werden kann. Zudem soll eine zusätzliche, sukzes- siv einzuführende Abgabe der Produzenten auf Verkehrs- milchmengen eingeführt werden, die eine bestimmte Schwelle je Betrieb und Jahr übersteigen. Dadurch wird die Erlösdifferenzierung verstärkt.
Die Landwirtschaft - ich habe es eingangs erwähnt - befin- det sich gegenwärtig in einer äusserst schwierigen Lage. Es genügt, auf den Preiszerfall beim Schlachtvieh hinzuweisen. Trotzdem nehmen die kritischen Aeusserungen in der Oef- fentlichkeit gegenüber der Landwirtschaftspolitik zu. Des- halb müssen wir uns bemühen, eine tragbare Mittellösung zu finden, die den entgegengesetzten Interessen von Produ- zenten und Konsumenten Rechnung trägt. Der Milchwirt- schaftsbeschluss ist allerdings nicht geeignet, die bisher ungelösten oder nur teilweise gelösten Probleme der Agrar- politik zu beseitigen. Die vom Bundesrat und von der Kom- missionsmehrheit vorgeschlagene Lösung ermöglicht jedoch, die Milchwirtschaft wieder für einige Jahre flexibel zu lenken. Mit den Neuerungen soll zudem den berechtigten Anliegen der Bauernschaft Rechnung getragen werden. In diesem Sinne ersuche ich Sie namens der CVP-Fraktion, auf die Vorlage einzutreten.
Biel: Die Probleme, die wir heute mit der Landwirtschaftspo- litik haben (Ueberproduktion, wachsende Uberschussver- wertungskosten), sind letztlich alle auf eine verfehlte Milch- politik zurückzuführen. Und für diese verfehlte Milchpolitik sind die Verantwortlichkeiten ganz klar: erstens die milch- wirtschaftlichen Organisationen, zweitens das Parlament. Bei jeder Revision sind die Anträge von bäuerlicher Seite, die weit über die Vorstellungen des Bundesrates hinaus gehen, angenommen worden. Man hat alle Lenkungsmass- nahmen abgeschwächt und dafür den Subventionshahn überall möglichst früh geöffnet. Wenn Sie jetzt die Flut der Anträge sehen, die Ihnen ausgeteilt wurden, alle wieder dahin zielend, die bescheidenen Lenkungsmassnahmen abzuschwächen, sehen Sie, woher sie kommen. Offensicht- lich hat man nichts gelernt.
Aber auch der Bundesrat hat sein Mass an Verantwortung. Er hat nämlich den Milchpreis jeweils ausserordentlich grosszügig erhöht und gleichzeitig viel zuviel Milch als Gesamtkontingent verteilt. Ich wollte das hier mit aller Deut- lichkeit sagen, da man nun so wehleidige Töne hört.
1971, beim damaligen Milchwirtschaftsbeschluss, habe ich hier davor gewarnt - Herr Direktor Piot, der dort hinten sitzt, gab damals seinen Einstand -, wir würden die grössten Schwierigkeiten mit der Ueberproduktion bekommen, wenn man alle Lenkungsmassnahmen abschwäche. Was hat man getan? Man hat alles abgeschwächt, wollte nicht hören auf diejenigen, die glauben, auch etwas von der Wirtschaft zu vestehen.
Nun sind wir dort gelandet, wo wir unvermeidlich landen mussten. Am Schluss musste man die Notbremse ziehen und die Kontingentierung einführen. Wir haben eine rasch wachsende Produktivität, einen attraktiven Preis und eine stagnierende Nachfrage. Unter solchen Voraussetzungen musste die ganze Geschichte schief gehen.
Schauen wir zurück: Von 1971, als man alle scharfen Len- kungsmassnahmen, die man mit der vorzeitigen Revision von 1968 eingeführt hatte, abschwächte, bis 1976, als dann
Alarm geschlagen werden musste, wurde der Preis um 30 Prozent erhöht, die Milchmengen nahmen um 15 Prozent zu und der Verwertungsaufwand um 150 Prozent. Die Grenzkosten der Ueberschussverwertung für jedes Kilo zusätzliche Milch stellte sich in dieser Zeit auf 95 Rappen. Das war höher als der damalige Milchgrundpreis.
Nun kam man zur Kontingentierung. Und was hat man gemacht? Man hat ein Basisjahr gewählt, um alle diejenigen zu prämieren, die möglichst viel produziert haben. Man hat nämlich das Jahr 1975/76 genommen. Ich darf daran erin- nern, dass der heutige Bundesrat Stich und ich damals zusammen vorschlugen, das Jahr 1972/73 zu nehmen; aber man nahm das Jahr 1975/76 als Basis. Diese Wahl hat ganz böses Blut in der Landwirtschaft selbst geschaffen, weil eben viele das Gefühl hatten - nicht zu Unrecht -, man habe diejenigen prämiert, die drauflos produziert haben.
Dann kam die Kontingentierung. Als wir darüber diskutiert haben, ist der Bundesrat davon ausgegangen, man wolle in einem ersten Schritt die damalige Milchmenge - sie betrug knapp 28 Millionen Dezitonnen - stabilisieren und im zwei- ten Schritt um 3 Prozent reduzieren. Effektiv hat man dann 1977 30,3 Millionen Dezitonnen verteilt. In der Zwischenzeit hat man das Kontingent bekanntlich noch ausgedehnt.
Das Parlament in seiner ungeheuerlichen Bauernfreundlich- keit hat natürlich damals die Bergzonen Il und weitere aus- genommen, als ob man nicht Kühe und Futter ins Bergge- biet transportieren könnte. Die Folgen waren vorauszuse- hen. Die Bauern haben ganz normal reagiert, jeder ist aus- gewichen und hat das gemacht, was er konnte.
Im Talgebiet hat man in grossem Stil mit der Aufzucht angefangen und die Fleischproduktion ausgedehnt, und im Berggebiet hat man die Aufzucht abgebaut, worauf Herr Columberg hingewiesen hat. Die Zahl der Aufzuchttiere ist um mehr als 10 Prozent zurückgegangen. Man hat die Milchproduktion in den ersten drei Jahren, die kontingent- frei waren, um über 30 Prozent ausgedehnt, und man hat die Fleischproduktion um 70 Prozent, gemessen an der Zahl der Mastrinder, gesteigert. Damit hat man die standortgerechte Produktion nach dem Grundsatz der komparativen Kosten- vorteile verfälscht mit der Folge, dass man erstens mehr Milch produziert hat und dass zweitens die volkswirtschaftli- chen Kosten der Agrarproduktion gestiegen sind.
Seit 1976 - die Milchkontingentierung wird ja als grosser Erfolg gefeiert! - ist der Preis bis heute nochmals um 30 Prozent erhöht worden, die Menge um 6,5 Prozent und der Verwertungsaufwand um 70 Prozent. Die Grenzkosten der Ueberschussverwertung für jedes zusätzliche Kilo betra- gen seit 1976 Fr. 2.14. Das ist mehr als das Doppelte des heutigen Milchgrundpreises. Fazit: Eine solche Milchpolitik verdient wirklich keine gute Note.
Nun sind wir wieder an einem Milchwirtschaftsbeschluss, der die Produktion lenken und die dafür erforderlichen Mittel bereitstellen sollte. Ein solcher Beschluss ist natürlich nötig. Wir kommen ohne Lenkungsinstrumente nicht darum herum.
Das Konzept des Bundesrates ist im Ansatz gut. Die Kom- mission hat versucht, einiges daran zu verbessern, was wir als wichtig ansehen. Allerdings sind auch einige Ver- schlimmbesserungen hineingeraten, die noch zu Diskussio- nen Anlass geben werden.
Allerdings ist dieser Beschluss zu unverbindlich; überall findet man Kann-Bestimmungen, und wir wissen ja, wie es sich damit in der Agrarpolitik verhält: Eine Kann-Bestim- mung wird dann zum Muss, wenn es um Geld geht, das aus der Bundeskasse fliesst, und wenn es darum geht, dass der Bundesrat seine Kompetenzen zur Lenkung der Produktion ausschöpfen sollte, bleibt es bei der Kann-Bestimmung.
Herr Columberg hat zwar verlangt, dass da einiges gesche- hen müsse (Neuverteilung der Kontingente usw.), aber ja nichts Grundsätzliches, nach dem Motto: Es muss etwas geschehen, aber es darf ja nichts passieren. Wenn Sie über die Runden kommen wollen, können Sie mit solchen Sprü- chen nicht weitermachen, dann muss nun endlich etwas passieren. Der Druck stammt aus der Landwirtschaft, nicht von uns. Sie werden das noch erleben.
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Alle Anträge, die aus bäuerlichen Kreisen vorliegen, zeigen: Man hat nichts gelernt, man hat offensichtlich den 28. Sep- tember 1986 vergessen. Bei Grenzkosten für die Ueber- schussverwertung von über 2 Franken pro Kilo Milch kön- nen wir nicht so weitermachen. Die bescheidenen Len- kungs- und Umverteilungsmassnahmen, die wir Ihnen vor- schlagen, sind das Minimum. Wir können bei einer so gerin- gen Beteiligung der Produzenten an den Ueberschussko- sten nicht mehr mitmachen, das sage ich in aller Deutlich- keit. Es kommt hinzu, dass man weitere Einfuhrerschwer- nisse einführen möchte. Meine Damen und Herren Bauern- politiker: Das ist eine Provokation anderer Wirtschaftskreise. Ich hoffe, Sie sind sich dessen sehr wohl bewusst.
Schliesslich dürfen wir nicht vergessen, dass der technische Fortschritt rasant weitergeht. Wenn ich daran denke, dass demnächst auf dem europäischen Markt neue Wachstums- hormone, Somatropine, in Gebrauch kommen, dann werden wir uns noch auf einiges gefasst machen müssen. Das sind Wachstumshormone, die unschädlich sind, die Sie nicht nachweisen können. Die führen - gleich bei welcher Aus- gangsproduktion - zu einer Milchleistungssteigerung von mindestens 20 Prozent bei einem Minderfutterverbrauch von 15 Prozent. Wenn diese Hormone zum Einsatz kommen, was wir wahrscheinlich von der Schweiz aus nicht verhin- dern können, werden wir noch mit ganz anderen Ueber- schussverwertungsproblemen konfrontiert sein, wenn wir nicht rechtzeitig handeln.
Wir sind von unserer Fraktion aus für Eintreten, machen aber unsere Zustimmung zu diesem Beschluss von den Beratungen abhängig. Sie haben es in der Hand, diese Beratungen so zu gestalten, dass am Schluss eine befriedi- gende Lösung herausschaut, sonst wären die Verantwort- lichkeiten klargelegt. Das möchte ich hier wieder einmal sagen. Sie tragen dann die Verantwortung für gewisse Fol- gen. Ich wollte das nicht unausgesprochen lassen.
In diesem Sinne sind wir also für Eintreten, aber mit sehr viel Reserven, vor allem angesichts der zahlreichen Abschwä- chungsanträge.
Frau Gurtner: Der Vorschlag des Bundesrates für den Milch- wirtschaftsbeschluss 1987 ist in erster Linie eine Fortfüh- rung des Milchwirtschaftsbeschlusses 1977. Während des- sen Geltungsdauer mussten jeden Tag vier Bauern und Bäuerinnen ihren Hof aufgeben. Insgesamt sind rund 15 000 Betriebe verschwunden.
Laut der bundesratlichen Botschaft sind von dieser Vorlage etwa 60 000 Milchproduzenten betroffen. Die jährlichen Kosten für die Milchrechnung, höhere Preise für Importpro- dukte eingerechnet, betrugen in den letzten Jahren etwa 800 bis 850 Millionen Franken. Im Durchschnitt wurde also jeder Betrieb mit etwa 14 000 Franken unterstützt. Wo liegt nun bei dieser Milchbüchleinrechnung der Hase im Pfeffer, wenn trotzdem so viele Betriebe aufgegeben werden muss- ten? Dies ist die entscheidende Frage, die wir uns bei der Verabschiedung eines neuen Milchwirtschaftsbeschlusses im alten Trott stellen müssen; denn es gibt - nüchtern betrachtet - keinen Grund anzunehmen, dass das Bauern- hofsterben nicht im gleichen Stil weitergehen sollte, wenn die Weichen in der Landwirtschaftspolitik nicht grundsätz- lich anders gestellt werden.
Der Bundesrat nimmt also mit seinem Vorschlag zur Fort- führung des Bisherigen den Tod von 10 000 bis 15 000 Landwirtschaftsbetrieben während der Geltungsdauer des neuen Milchwirtschaftsbeschlusses in Kauf.
Wo liegen die Ursachen für die unbefriedigenden Auswir- kungen der schweizerischen Land- und insbesondere der schweizerischen Milchwirtschaftspolitik? Ich führe dazu drei Punkte auf:
Das Schwergewicht wird auf die Ueberschussverwertung anstelle einer Ueberschussverhinderung bei gleichzeitiger Einkommenssicherung der einzelnen Betriebe gelegt.
Es gibt kein umfassendes Konzept für eine Landwirt- schaftspolitik. Von Fall zu Fall werden vor allem Einzelinter- essen vertreten. Eine sinnvolle Umlagerung der Produktion bei den Talbetrieben in Bereiche, bei denen die Inlandpro-
duktion den Bedarf bei weitem nicht decken kann, findet deshalb nicht statt. Hier bleiben dann fast selbstverständlich ökologische und entwicklungspolitische Anliegen auf der Strecke.
Zu Punkt 1. Bei der Ueberschussverwertung werden vor allem auch die verarbeitende Industrie und der Handel gefördert. So kommen viele der eingesetzten Mittel gar nie bei den einzelnen Bauern an. Wohin das führen kann, hat uns die Europäische Gemeinschaft eindrücklich vor Augen geführt. Dort haben etliche Bauern ihren unrentablen Land- wirtschaftsbetrieb aufgegeben und führen statt dessen Kühl- und Lagerhäuser; mit EG-Subventionen lässt sich damit gut leben.
Ueberschüsse müssen also durch eine Senkung der Kontin- gente verhindert werden. Durch eine Milchpreisverbesse- rung sollte den Bauern aber der Milchrohertrag gesichert bleiben. Diese Kürzung der Kontingente - damit komme ich zum zweiten Problemkreis - kann aber nur dort verwirklicht werden, wo für die Betriebe eine Produktionsalternative besteht; dies sind vor allem die Talbetriebe. In der Schweiz werden nur rund ein Drittel der benötigten Futtermittel (also 32 Prozent) produziert, da diese viel billiger aus der EG, den USA und Kanada importiert werden können. Es ist deshalb klar, dass die Futtermittelproduktion nur dank Anbauprä- mien rentieren kann.
Anstelle einer sehr teuren Ueberschussverwertung bei der Milch wäre aber ein Ausbau der Futtermittelproduktion zu begrüssen, auch wenn entsprechende Subventionen dazu nötig wären. Kleinere Milchkontingente bei den Talbauern, dafür eine subventionierte Anbaupflicht bei Futtermitteln wären sinnvollere und letztendlich billigere Alternativen als die bundesratlichen Vorschläge im Milchwirtschaftsbe- schluss 1987. Ich verweise in dem Zusammenhang auf den Vorschlag der Arbeitsgemeinschaft «Luzerner Bevölke- rung», die in diese Richtung ein detailliertes, durchgerech- netes Beispiel aufgestellt hat.
Nun zum dritten Problemkreis, der heiligen Kuh der schwei- zerischen Landwirtschaftspolitik. Auf Seite 61 der Botschaft behauptet der Bundesrat unter dem Titel «Differenzierter Milchpreis»: «Die Leistungen und Fähigkeiten des Betriebs- leiters beeinflussen das Betriebsergebnis in ausschlagge- bender Art.» Es ist also nicht die Betriebsgrösse ausschlag- gebend, nicht der Standort - eine Bergweide macht keinen ausschlaggebenden Unterschied zu einer flachen mittellän- dischen Mooserde. Wenn ein Betrieb weniger verdient, ist dafür der Betriebsleiter verantwortlich.
Dieses unhaltbare Selbstverständnis darf nicht länger dem Milchwirtschaftsgesetz zugrunde liegen. Die minimalen Abstufungen der Rückbehalte sind eine völlig ungenügende Milchpreisdifferenzierung anhand der Standortnachteile. Mit Zuschlägen der auf die Tallandwirtschaft ausgerichteten Milchpreise müssen die Standortnachteile, Betriebsgrösse und ökologische Grundsätze berücksichtigt und ausgegli- chen werden. Die heilige Kuh «einheitlicher Milchpreis» muss im Interesse der benachteiligten Bauern geschlachtet werden.
Dem bundesratlichen Milchwirtschaftsbeschluss 1987 wur- den einige Minderheitsanträge, die in diese Richtung zielen, gegenübergestellt. Nur wenn diese angenommen werden, kann die POCH/PdA/PSA-Fraktion dem Milchwirtschaftsbe- schluss zustimmen; ansonsten werden wir ihn ablehnen.
Wanner: Die freisinnig-demokratische Fraktion spricht sich einstimmig für Eintreten auf den neuen Milchwirtschaftsbe- schluss aus. Sie ist sich des Stellenwertes bewusst, dem der neue Milchwirtschaftsbeschluss innerhalb der Agrarpolitik zukommt. Grosse Teile unseres Landes sind auf die Milch-
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produktion angewiesen. Auch in jenen Gegenden, wo der Ackerbau mehr im Vordergrund steht, ist gerade für kleinere und mittlere Betriebe die Milchwirtschaft ein bedeutender Teil des bäuerlichen Einkommens.
Der Milchwirtschaftsbeschluss ist wie sein Vorgänger geeig- net, die Verwertung, die Produktion und alles, was mit der Milchwirtschaft zusammenhängt, zu regeln. Einer der Vor- gänger unseres jetzigen Volkswirtschaftsministers hat tref- fend festgestellt, die Schweiz sei ein kühles Grasland. Diese Feststellung hat nichts von ihrer Gültigkeit verloren. Die schweizerische Landwirtschaft ist naturgemäss gezwungen, mit verschiedenen Rahmenbedingungen vorlieb zu nehmen, die in anderen Staaten wesentlich günstiger aussehen und wo die Produktionskosten wesentlich tiefer liegen.
Die Kosten, welche die Milchwirtschaft der öffentlichen Hand verursacht, dürfen deshalb nicht ausschliesslich als ganzes gesehen werden. Ohne die Bewirtschaftung unserer Hügel- und Berggebiete - die Milchwirtschaft leistet hier einen wesentlichen Anteil - wären verschiedene Bereiche, z. B. der heutige Tourismus, nicht denkbar. Hier drängt sich die Milchwirtschaft geradezu auf. Sie ist primär in der Lage, grosse Mengen Rauhfutter zu veredeln und in ein hochwer- tiges Nahrungsmittel umzuwandeln.
Selbstverständlich erfüllt auch unsere Fraktion die Kosten- entwicklung der Milchrechnung, wie sie in den letzten Jah- ren erfolgt ist, mit Sorge. Wir begrüssen deshalb, dass der neue Milchwirtschaftsbeschluss auch Steuerungselemente beinhaltet zur Regelung der zu produzierenden Menge, ohne dass die wesentlichen Interessen der Landwirtschaft tangiert werden und ohne dass das bäuerliche Einkommen Schaden erleidet.
Letztlich ist es ja der Bauer, der darunter leidet, wenn Produktion und Markt nicht mehr im Einklang stehen, die festgesetzten Preise nicht erreicht werden und damit ganz direkt ein negativer Einfluss auf das bäuerliche Einkommen ausgeübt wird. Wann immer über Agrarpolitik diskutiert wird - der Milchwirtschaftsbeschluss ist ein bedeutender Teil davon -, sollten wir uns über die Oberziele schweizerischer Landwirtschaftspolitik im klaren sein.
Die freisinnig-demokratische Fraktion legt ganz besonderen Wert auf diese Feststellung. Die Oberziele unserer Agrarpoli- tik finden wir in unserer Bundesverfassung, dann aber auch ganz besonders im Landwirtschaftsgesetz. Wir haben uns unlängst in unserer Fraktion über die möglichen Wege künf- tiger Agrarpolitik in unserem Land ausgesprochen. Wir stel- len fest, dass vorab wir als Parlament verpflichtet sind, die Oberziele der schweizerischen Agrarpolitik zur Leitlinie unseres Handelns zu machen. Dies gilt nicht nur für die Agrarpolitik, sondern selbstverständlich für alle Bereiche unserer Tätigkeit. Das heisst konkret, auf den Milchwirt- schaftsbeschluss übertragen, dass beispielsweise die Pro- duktion, die auf landeseigener Futterbasis erfolgt, primär in den Vordergrund zu stellen ist.
Dabei dürfen wir aber nicht vergessen, dass auch in Zukunft Futtermittelimporte nötig sind, vor allem darum, weil es gilt, auch kleinen und mittleren Betrieben gewisse Produktions- möglichkeiten zu erhalten. Innerhalb der erwünschten Ver- schiebung zugunsten des Anbaus von Futtergetreide kommt dieser Aussage heute ein bedeutender Stellenwert zu.
Die vorberatende Kommission hat sich denn auch sehr ausführlich mit dieser Problematik befasst. Sie hat beschlos- sen - Sie konnten es den Ausführungen des Kommissions- präsidenten entnehmen -, dass der betriebseigenen oder landeseigenen Futterbasis im neuen Milchwirtschaftsbe- schluss ein besonders hoher Stellenwert zukommen soll. Richtigerweise wird im neuen Milchwirtschaftsbeschluss die Forderung nach einem vielfältigen und besonderen Nutztier- bestand aufgestellt. Hier lassen sich zu Recht einige Ueber- legungen anstellen. Um das Ziel, die Verwertung des landes- eigenen Rauhfutters auf eine möglichst günstige Art und Weise sicherzustellen, brauchen wir auch in Zukunft ein dafür geeignetes Tier. Der Bundesrat wird nicht darum her- umkommen, der ganzen Tierzuchtpolitik in den nächsten Jahren eine gewisse zusätzliche Aufmerksamkeit zu schenken.
Die von verschiedenen Kreisen propagierte Politik - ich denke vor allem an den Embryotransfer mit dem Ziel, die sogenannte Superkuh zu züchten - steht für mich etwas quer in der Landschaft. Sie grenzt vielfach an Spielerei und dient weder den Zielen der Landwirtschaftspolitik noch dem bäuerlichen Einkommen, noch der Bundeskasse. Selbstver- ständlich gilt es, die Freiheit von Lehre und Forschung aufrechtzuerhalten. Deren Ziele dürfen aber niemals kolli- dieren mit primären politischen Ueberlegungen und Verant- wortungen, die wir hier ganz einfach wahrzunehmen haben. Das Erreichen der Oberziele unserer Landwirtschaftspolitik macht aber auch in Zukunft den Schutz an der Grenze nötig. Dabei sind wir nicht etwa die einzigen, die dies tun. Gerade jene Staaten, die uns vielfach den Agrarprotektionismus zum Vorwurf machen, täten gut daran, etwas in ihre eigenen Verhältnisse hineinzuleuchten.
Auch hier stellt sich die Frage des Masses. Es ist nicht zu übersehen, dass in der bevorstehenden Gatt-Runde einige recht schwierige Probleme auftreten werden. Dies gilt insbe- sondere dann, wenn allfällige zusätzliche Handelsschranken errichtet werden sollten.
Unsere Fraktion steht in aller Form zum bestehenden Schutz an der Grenze, nimmt aber aus handelspolitischen Ueberlegungen eine kritische Haltung ein, wenn es allenfalls gilt, zusätzliche protektionistische Massnahmen an der Lan- desgrenze zu errichten.
Wenn es um die Höhe des Beitrags der öffentlichen Hand an die Defizitdeckung der Milchrechnung geht, muss festge- stellt werden, dass dieses Geld nicht ausschliesslich der Landwirtschaft zugute kommt. Die milchverarbeitende Indu- strie oder das in gleicher Richtung tätige Gewerbe stellt in unserem Land Tausende von Arbeitsplätzen sicher. Zugege- ben, dieser Stellenwert ist vielleicht in der jetzigen Zeit etwas in den Hintergrund gerückt, aber niemand von uns kann schlüssig sagen, wie die Situation in einigen Jahren aus- sieht, und ich möchte gar behaupten, dass der Stellenwert dieser sicheren Arbeitsplätze eher im Steigen begriffen ist. Nicht zu vergessen ist die Tatsache, dass die Finanzierung unserer Agrarpolitik, unserer Milchrechnung im besonde- ren, eine funktionierende Wirtschaft voraussetzt, eine Wirt- schaft, die auch in Zukunft in der Lage ist, Gewinne zu erzielen. Auch dies muss einmal ganz deutlich festgehalten werden. Damit werden Zusammenhänge offensichtlich, die nicht zu umgehen sind. Es gibt in einer funktionierenden Volkswirtschaft, die der sozialen Marktwirtschaft verpflichtet ist, eben nicht Bereiche, denen es gut geht, und andere, die Mühe haben; mindestens langfristig nicht. Wir alle haben im gleichen Boot Platz zu nehmen, ob uns dies im Einzelfall passt oder nicht.
Der neue Milchwirtschaftsbeschluss hat aber auch gezwun- genermassen innerlandwirtschaftliche Auswirkungen. Oder anders gesagt: Hier stellt sich ganz besonders die Frage der Arbeitsteilung zwischen der Berg- und der Tallandwirt- schaft. Vor der Einführung der Milchkontingentierung hat dieses System wesentlich besser funktioniert, als dies heute der Fall ist. Es kann nicht bestritten werden, dass die Auf- zucht von Vieh in den letzten Jahren zunehmend ins Tal verlagert und damit diese Arbeitsteilung zusätzlich in Frage gestellt wurde.
Der mehrheitliche Antrag der Kommission, der einen zwangsweisen Bezug von Vieh aus dem Berggebiet ab einer Kontingentsmenge von 150 000 kg vorsieht, wird hingegen von unserer Fraktion abgelehnt. Dieser Vorschlag würde in der Praxis administrative Schwierigkeiten mit sich bringen und wäre kaum geeignet, die Situation der Berglandwirt- schaft tatsächlich zu verbessern; er würde vielmehr zu unnötigen Spannungen innerhalb der Landwirtschaft füh- ren. Der ihnen ausgeteilte Antrag unseres Kollegen Georg Nef sieht hingegen eine weit flexiblere Lösung vor. Wir werden deshalb in der Detailberatung diesem Antrag zu- stimmen.
Der neue Milchwirtschaftsbeschluss ist der taugliche Ver- such, die Produktion und die Verwertung von Verkehrsmilch in den nächsten zehn Jahren sicherzustellen. Auch er weist, das sei in aller Form zugegeben, zwangsläufig Schwachstel-
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len auf. Es wird in dieser vielgestaltigen Materie wohl kaum je einmal möglich sein, Lösungen zu präsentieren, die allen Ueberlegungen - mögen sie noch so richtig sein - gerecht werden. Der Vorschlag, alle Kontingente zu streichen und neu zu beginnen, wäre rein technisch gesehen eine durch- aus akzeptable Möglichkeit. Auf der anderen Seite würde auch damit die absolute Gerechtigkeit wohl kaum je einmal erreicht werden. Administrativ würden schwierig zu lösende Probleme aufgeworfen, und neue Ungerechtigkeiten wären mit aller Sicherheit bereits heute vorprogrammiert. Wir möchten Sie deshalb bitten, diesen Antrag in der Detailbera- tung abzulehnen. Ich sage dies ganz bewusst schon in der Eintretensdebatte, denn gerade hier öffnen sich absolut grundsätzliche Probleme, die wir rechtzeitig besprechen müssen.
Die vorberatende Kommission hat nach unserer Meinung zusätzliche Neuerungen eingebracht, die zu begrüssen sind. Dazu gehören primär das in den Vordergrund zu stellende Prinzip der betriebseigenen Futterfläche, die besonderen Abgaben auf hohen Kontingenten, die verbesserte Freimen- genregelung und das Modell zur Stillegung von milchwirt- schaftlichen Betrieben, das einen durchaus beachtlichen Beitrag in der Richtung leisten kann, die gesamte produ- zierte Verkehrsmilchmenge etwas zu reduzieren.
Der an sich bestechende Vorschlag, bestehende Kontin- gente zurückzukaufen und stillzulegen, löst rechtliche Ueberlegungen in dem Sinne aus, dass nachgefragt werden muss, ob ein Kontingent ein wohlerworbenes Recht ist oder nicht. Das gilt bekanntlicherweise nicht nur für Milchkontin- gente. Diese Frage stellt sich in aller Breite dort, wo wir es mit Kontingenten zu tun haben.
Diese Ueberlegungen müssen gewichtet werden und führen uns dazu, dem Modell der vorberatenden Kommission zuzu- stimmen und die beiden Minderheitsanträge, die auf freiwil- ligen Kontingentsrückkauf mit Mitteln des Bundes und allenfalls der Produzenten abzielen, abzulehnen. Das Modell der vorberatenden Kommission ist eine praktikable Lösung, die den erwähnten Anliegen durchaus gerecht werden kann. Nicht vom Milchwirtschaftsbeschluss losgelöst werden kann die Problematik der Klein- und Mittelbetriebe. Zu glauben, wir würden mit diesem Milchwirtschaftsbeschluss diese Pro- bleme von heute auf morgen lösen, wäre wohl ebenso falsch wie die Meinung, der neue Milchwirtschaftsbeschluss lasse den Klein- und Mittelbetrieben nichts zukommen. Die besondere Abgabe auf hohen Kontingenten und die neue Freimengenregelung sind wichtige Schritte in dieser Hin- sicht. Diesen Schritten müssen weitere folgen, auch auf jenen Gebieten, die vom Milchwirtschaftsbeschluss nicht betroffen sind.
Ich möchte Sie im Auftrag der freisinnig-demokratischen Fraktion bitten, auf das vorliegende Geschäft einzutreten und dem neuen Milchwirtschaftsbeschluss zuzustimmen. Selbstverständlich werden wir uns zu gegebener Zeit noch zu den Detailfragen äussern, vor allem zu den verschiede- nen Anträgen der Kommissionsmehrheit oder allenfalls der Kommissionsminderheit.
M. Thévoz: En guise de préambule, je tiens à déclarer que le groupe libéral est acquis au principe du contingentement laitier. Bien que celui-ci porte durement atteinte à la liberté de l'exploitant, force est de reconnaître que c'est une solu- tion de moindre mal.
L'augmentation de la productivité, dans l'agriculture en général, mais dans la production laitière en particulier, est en effet telle que seules des mesures strictes sont à même de contenir cette production dans des limites acceptables. Ces dernières sont définies par les possibilités de placement en Suisse, d'une part, par le moyen des exportations, d'autre part, et par l'importance des charges financières qui en découlent pour la communauté nationale.
Le lait offre en outre la particularité d'être une denrée très périssable dont l'utilisation et la transformation ne peuvent souffrir aucun délai.
Ce sont autant de raisons qui expliquent la complexité du
problème, et qui incitent le groupe libéral à entrer en matière sur le projet qui nous est soumis.
Nous regrettons bien sûr que la Confédération soit amenée à s'arroger des droits aussi étendus, dans un secteur très important de l'économie agricole. Nous regrettons aussi vivement que l'organisation de faîte, c'est-à-dire l'Union centrale des producteurs suisses de lait, ne soit pas à même, dans un cadre juridique donné, en fonction d'une quantité globale et d'une enveloppe financière déterminée, d'organi- ser elle-même la production de ses membres, par le canal et l'intermédiaire des fédérations laitières.
Or, le poids politique, économique et social de la production laitière est tel, ses incidences sur nos accords internatio- naux si directes, qu'il faut reconnaître que l'intervention de la Confédération en la matière est, dans l'état actuel des choses, inéluctable. Encore ne faut-il pas, par ce biais, mettre l'agriculture sous tutelle; elle ne le mérite tout de même pas.
Ces données de base étant admises, notre groupe déplore le fait que l'on n'ait pas saisi l'occasion du renouvellement de l'arrêté laitier pour apporter un peu de souplesse à un contingentement instauré voici dix ans, et surtout pour mieux responsabiliser la profession. Je vous assure qu'elle est prête à assumer ses responsabilités.
Or, c'est plutôt l'inverse qui se prépare. C'est ainsi que le Conseil fédéral entend fixer lui-même, de la plaine à la zone de montagne IV, le contingentement de chaque producteur. C'est ainsi que plus aucune souplesse n'existera, même dans les sociétés de laiterie, pour compenser quelque peu entre producteurs les livraisons de lait. C'est ainsi que les expériences faites prouvent que, en matière de réduction des contingents, l'autorité fédérale se montre très rigide et ne peut résoudre ce problème avec une certaine souplesse et d'une manière plus ou moins équitable. L'Union centrale étant plus près des producteurs, elle doit donc absolument retrouver certaines responsabilités.
Le contingentement, tel qu'il est appliqué et projeté, gèle les structures, alors que les exploitations agricoles doivent pou- voir évoluer au gré des circonstances familiales, de la per- sonnalité et du goût des exploitants. Or, rien n'est prévu pour permettre aux producteurs de s'arranger entre eux dans certaines limites et à certaines conditions. Cette atti- tude restrictive traduit une méfiance injustifiée à l'égard de la profession.
On demande, en revanche, et sans contre-partie, 40 millions de plus à l'agriculture au titre de la participation au compte laitier. L'agriculture serait sans doute prête à faire ce sacri- fice, même à aller plus loin, mais à la seule condition qu'elle retrouve en contre-partie des responsabilités en matière d'orientation des productions.
Or, lors des débats en séance de commission, c'est plutôt dans le sens d'une accentuation du dirigisme que certaines propositions ont été présentées. Il est clair que notre groupe les combattra. De plus, les tentatives faites en vue d'obtenir un assouplissement du contingentement n'ont guère eu de succès. Nous appuierons les propositions présentées dans ce sens.
Nous sommes conscients du fait que, dans les circons- tances présentes, la privatisation du contingentement laitier n'est guère envisageable, même dans un cadre, avec des objectifs et des moyens financiers clairement fixés par l'au- torité fédérale. Au moins faut-il tenter de s'en rapprocher par étapes.
Notons à ce propos qu'un bel exemple de réussite dans la maîtrise de la production nous est donné par plusieurs fédérations cantonales de vignerons. C'est grâce à la disci- pline de leurs membres que la dégradation du marché a pu être évitée. C'est grâce à cette discipline que l'on a pu faire l'économie d'une intervention autoritaire de la Confédéra- tion. Cet exemple devrait être suivi; les producteurs de lait sont prêts à relever le défi.
C'est pourquoi nous souhaitons que, lors des débats, nous puissions faire quelques pas dans cette direction. Notre groupe ne saurait, en revanche, se rallier à un arrêté aggra- vant encore le dirigisme, portant atteinte à la cohésion de
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l'agriculture par le biais, par exemple, de l'obligation faite à de petits paysans d'acheter du bétail en montagne, et de plus, n'assurant pas à l'agriculture une protection légitime et suffisante contre la concurrence de produits laitiers étran- gers.
C'est dans cet esprit que le groupe libéral votera l'entrée en matière.
Hofmann: Die Fraktion der Schweizerischen Volkspartei ist für Eintreten auf diesen Milchwirtschaftsbeschluss. Sie erachtet ihn ebenfalls als unumgänglich für unsere schwei- zerische Land- und Milchwirtschaft. Dass er unumgänglich ist, hat selbst Kollege Biel zugegeben. Herr Biel hat aber zahlreiche Vorwürfe an die Land- und Milchwirtschaft gerichtet und sie wieder als «Prügelknaben» benützt. Er erwähnte, erstens sei der Milchpreis in der Vergangenheit zu grosszügig erhöht und zweitens seien zu viele Kontingente verteilt worden.
Dem möchte ich folgendes entgegenhalten:
Wenn wir die Einkommenssituation in der Landwirtschaft betrachten, können wir feststellen, dass selbst die Buchhal- tungsbetriebe der Talzone mit einer Grösse von 17 bis 18 Hektaren, die in der Milchwirtschaft ihr Einkommen erwirtschaften, in den letzten Jahren den Paritätslohn viel- fach nicht erreicht haben und ihn auch heute nicht errei- chen. Wie die Situation in der Berglandwirtschaft ist, weiss Kollege Biel bestimmt.
Wir müssen darauf hinweisen, dass zahlreiche milchwirt- schaftliche Betriebe verschwunden sind. Im Jahre 1967 zähl- ten wir noch über 130 000 Milchproduzenten. Heute sind es noch rund 60 000.
Wenn man diese Punkte betrachtet, darf man sicher nicht sagen, es sei zuviel Einkommen in die Milchwirtschaft, an die Milchproduzenten geflossen. Wenn man im übrigen die schweizerische Milchwirtschaft kritisiert, so darf man doch auf die internationale Lage hinweisen. Alle Industrieländer haben mit milchwirtschaftlichen Schwierigkeiten zu kämp- fen. Die Schweiz war das erste Land - verglichen mit der EG und der EFTA -, das die Milchkontingentierung eingeführt und die Milchablieferung in den Griff genommen hat. Sie wird heute von diesen Ländern als Musterbeispiel be- trachtet.
Ausserdem haben die Milchproduzenten frühzeitig einem Ueberborden der Milchablieferungen durch die seinerzei- tige Futtermittelinitiative entgegenzuwirken versucht, haben sich bemüht, die Kraftfuttereinfuhren zu dämpfen. Es waren nicht die Milchproduzenten, die diese Anstrengungen zum Erliegen brachten.
Herr Kollege Biel hat ferner nichts gesagt von den in absolu- ten Zahlen stets steigenden milchwirtschaftlichen Importen. Gerade heute erleben wir es wieder, dass sich die Milchpro- duzenten bemühen, die Kontingentsumme durch Stillegung von Kontingenten zu reduzieren. Auf der anderen Seite wird diese Stillegung durch zunehmende Käseimporte mehr als nur kompensiert. Die Milchwirtschaft kann auch nichts dafür, dass gegenwärtig wegen des Zerfalls vieler Währun- gen die Verwertungsverluste beim Käseexport angestiegen sind. Man darf auch darauf hinweisen, dass die Konsumen- ten letztlich von der Milchrechnung Nutzen ziehen.
Die SVP ist für Eintreten auf diesen Milchwirtschaftsbe- schluss: Er dient den rund 60 000 Milchproduzenten unse- res Landes, die doch über 850 000 Hektaren Rauhfutterflä- che bewirtschaften. Wenn wir den Aufwand in der Milch- rechnung mit dieser gewaltigen Fläche in Beziehung brin- gen, dürfen wir sagen, dass der Aufwand in der Milchrech- nung zu verantworten ist. Die Milchproduzenten erbringen durch die Pflege dieses Kulturlandes auch gemeinwirt- schaftliche Leistungen. Ich erinnere an die Berggebiete, wo diese Rauhfutterflächen jeweils als Skipisten dienen. Wer müsste sonst diese Flächen bewirtschaften?
Kollege Wanner hat es schon gesagt, dass die Milchrech- nungen letztlich auch den zahlreichen vorgelagerten Beru- fen zugute kommt. Ich erwähne die ganze Zulieferindustrie, z. B. die Landmaschinenindustrie, die es jeweils zu spüren bekommt, wenn es den Milchproduzenten nicht gut geht.
Ferner kommt die Milchrechnung auch den nachgelagerten Berufen zugute. Ich darf in diesem Zusammenhang das ganze Käsereigewerbe, die Molkereien, die Butterzentralen, die Milchindustrie, den Käsehandel nennen. Hier geht es um die Erhaltung von Tausenden von Arbeitsplätzen, woran auch die Gewerkschaften interessiert sind. Wenn man ein- fach sagt, man solle die Milchkontingente kürzen, muss man sich bewusst sein, dass mit jeder Million Zentner Milch- menge, die man den Milchproduzenten wegnimmt, jeweils auch die Einkommenssumme um 100 Millionen Franken reduziert wird.
Frau Gurtner, es stimmt nicht, was Sie in bezug auf diesen neuen Milchwirtschaftsbeschluss erklärt haben: «Wer hat, dem wird gegeben; wer nicht hat, dem wird genommen.» Dieser neue Milchwirtschaftsbeschluss bringt gemäss der Vorlage des Bundesrates wesentliche Mehrbelastungen für die grösseren Milchproduzenten, um vermehrt Leistungen zugunsten der kleineren und mittleren Betriebe fliessen zu lassen.
Erstens: Die Möglichkeit der Kontingentskürzung wird wei- tergeführt. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass es immer die grösseren Betriebe sind, die bei diesen Kontingentskürzun- gen namhaft getroffen werden;
Zweitens wird die generelle Abgabe erhöht, um zugunsten der kleinen und mittleren Betriebe eine grössere Freimenge finanzieren zu können;
Drittens wird die zusätzliche Abgabe auf den grösseren Kontingenten eingeführt, was letztlich zugunsten der kleine- ren Kontingente einen höheren Milchpreis bewirkt. Ueber die Erlösdifferenzierung wird also auch eine Preisdifferen- zierung eingeführt;
Viertens wird die Freimenge zugunsten der kleinen und mittleren Betriebe hinaufgesetzt.
Auch was die Berggebiete betrifft, will man die Zusatzkon- tingente weiterführen. Es ist ein Antrag Nef ausgeteilt wor- den, der einen Kompromiss beinhaltet, eine Verständi- gungslösung, die dem Berggebiet Sicherheiten beim Vieh- absatz geben soll, denen das Talgebiet zustimmen kann.
Im übrigen, Frau Gurtner, haben wir die Kostenbeiträge an Rindviehhalter in einer anderen Vorlage zugunsten des Hügel- und Berggebietes hinaufgesetzt; das stellt auch eine indirekte Milchpreisdifferenzierung dar. Es ist also nicht so, dass gemäss bundesrätlicher Vorlage für die kleinen und mittleren Betriebe nichts gemacht wird. Auf der anderen Seite habe ich auf die Situation der Buchhaltungsbetriebe der Talzone hingewiesen, die auch nicht auf Rosen gebettet sind. Man kann das Einkommensproblem nicht einfach dadurch lösen, dass man den grösseren Betrieben Einkom- men wegnimmt und es dann an die Kleineren umzuverteilen sucht.
Der Milchwirtschaftsbeschluss hat sechs Schwerpunkte, und wir werden in der Detailberatung auf diese einzeln zu sprechen kommen:
Die Produktionslenkung;
die Aufwandfinanzierung;
die Erlösdifferenzierung;
Massnahmen zur Qualitätsförderung;
Massnahmen für das Berggebiet;
Massnahmen an der Grenze.
Ich möchte nur noch etwas zur Milchkontingentierung sagen. Auch die SVP-Fraktion erachtet die Fortsetzung der Milchkontingentierung als unumgänglich. Wir haben leider keine Alternative. Die SVP lehnt jedoch eine vollständige Neuverteilung der Kontingente ab. Wir müssen uns bewusst sein, dass seit der Einführung der Milchkontingentierung über das Gesuchsverfahren über 120 000 Gesuche erledigt worden sind, dass eine Umverteilung von rund 5 Millionen Zentnern Verkehrsmilch innerhalb der verteilten Kontin- gente stattgefunden hat. Bei dieser Umverteilung wurden vor allem die kleinen und mittleren Betriebe begünstigt. Die durchschnittliche Kontingentsmenge hat entsprechend zu- genommen.
Wir sind einverstanden, dass die Kontingentierung flexibler gehandhabt wird. Wir halten aber dafür, dass man bei Kon- tingentsreduktionen nicht einfach den administrativen Weg
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wählen sollte, wo man Kürzungen verfügt; das wäre eine Wegnahme von Einkommen. Hierfür hat man nicht in jedem Falle gerechte Kriterien; es würden damit Ungerechtigkeiten geschaffen. Das ist der Grund, weshalb wir für eine freiwil- lige Stillegung von Kontingenten gegen Entschädigung ein- treten, selbst wenn die Milchproduzenten diese freiwillige Stillegung gegen Entschädigung allein bezahlen müssen, obwohl der Bund davon auch profitiert.
Ich möchte gerade den Vertretern der CVP zu bedenken geben - sie sagten, sie seien gegen eine freiwillige Still- legung -, dass bei administrativen Kürzungen die Graswirt- schaftsgebiete getroffen werden, also auch ihre Gebiete: die Zentralschweiz, die Ostschweiz, der Kanton Freiburg. Wenn wir Kontingente gegen Entschädigung stillegen, melden sich die Bauern in den Ackerbaugebieten. Das sieht man in der gegenwärtigen Situation, wo die meisten Meldungen zur Stillegung aus dem Kanton Genf und aus dem Kanton Waadt eingegangen sind. Es sind Bauern, die, wenn man ihnen etwas gibt, bereit sind, auf viehlose Betriebe umzu- stellen, also vermehrt Ackerbau zu pflegen; auf diese Weise schaffen wir nicht Ungerechtigkeiten. Ich möchte das doch zu bedenken geben; denn von sich aus - ohne Entschädi- gung, das ist eine Tatsache - verzichtet kaum ein Bauer auf sein Kontingent, weil jedes Produktionsrecht einen Wert darstellt.
Abschliessend bitte ich Sie, auf diesen Milchwirtschaftsbe- schluss einzutreten. In der Detailberatung können wir uns dann über die einzelnen Fragen näher aussprechen.
Le président: J'ai le plaisir d'adresser des félicitations et de voeux à M. Fritz Lanz qui célèbre aujourd'hui son soixante- cinquième anniversaire. (Applaudissements).
Bäumlin: Die sozialdemokratische Fraktion ist für Eintreten. Die Zustimmung machen wir allerdings vom Ergebnis der Detailberatung abhängig. Es handelt sich um eine wichtige Vorlage.
Die grosse Bedeutung der Milch für das landwirtschaftliche Einkommen ist unbestritten. Auf der anderen Seite aber haben wir die Probleme der Ueberproduktion, und gewisse Redimensionierungen werden unerlässlich sein. Die Frage ist nur, wie man vorgehen soll. Sicher darf man nicht einfach die Notbremse ziehen, eine Kurzschlusshandlung begehen, die nur die Ueberproduktion eindämmt, aber im übrigen mit wichtigen Zielen unserer Landwirtschaftspolitik in Konflikt käme. Es heisst also, umsichtig vorzugehen.
Die Landwirtschaftspolitik muss vor allem auch aus dem Blickwinkel der Oekologie betrachtet werden. Wir haben stets zu fragen, welche ökologischen Wirkungen von bestimmten landwirtschaftspolitischen Massnahmen zu erwarten sind.
Leider können wir im heute gegebenen Zusammenhang nicht zu allen hängigen landwirtschaftspolitischen Fragen Stellung nehmen. Ich erinnere an die Frage der Direktzah- lungen. Ich darf festhalten, dass Direktzahlungen von unse- rer Fraktion verlangt wurden: die parlamentarische Initiative Schmid, die im März 1980 in diesem Rat abgelehnt worden ist, wie eine Motion Neukomm vom letzten Jahr. Nun sind auch die Freisinnigen auf die Idee der Direktzahlungen gekommen. Leider ist ein Entscheid noch nicht in Sicht. Gerade auch das Papier der freisinnigen Fraktion zeigt, wie vieles noch offen ist.
Wir Sozialdemokraten wären durchaus für Direktzahlungen, aber - das muss ich betonen - nicht bedingungslos. Wir wären nur für direkte Zahlungen, die zu einer weniger inten- siven Bewirtschaftung und zu einem Produktionsrückgang führten. Ueberproduktionen müssten abgebaut werden, und vor allem müssten die Direktzahlungen dazu beitragen, unsere Agronomie ökologischer zu gestalten.
Auch Direktzahlungen werden kein Allerweltsmittel sein. Sie müssen mit anderen Massnahmen kombiniert werden, dies schon wegen der Finanzierung. Woher das Geld nehmen? - Das wird eine heikle Frage sein. Im übrigen werden die Direktzahlungen, wenn sie einen zu grossen Teil des land- wirtschaftlichen Einkommens ausmachen, eine nachteilige
Wirkung auf die Bodenpreise haben. Ich bitte die Freisinni- gen schon jetzt, sich das zu überlegen. Ihre Befürwortung von Direktzahlungen ist wahrscheinlich nicht viel wert, wenn sie nicht gleichzeitig einer gründlichen Reform des bäuerli- chen Bodenrechts zustimmen werden.
Ich habe diesen Exkurs gemacht, um zu zeigen, dass wir diesen Milchwirtschaftsbeschluss voll ernst nehmen müs- sen. Wir dürfen uns nicht darauf verlassen, offene Probleme später einmal mit Direktzahlungen lösen zu können. Nein, so geht das nicht! Wir müssen auch diesen Entwurf ernst nehmen und dafür sorgen, dass ein agrarpolitisch und auch ökologisch befriedigenden Ergebnis herauskommt.
Zum Entwurf des Bundesrates: Der Entwurf des Bundesra- tes zu einem neuen Milchwirtschaftsbeschluss ist meines Erachtens und nach der Meinung der sozialdemokratischen Fraktion viel zu sehr am status quo orientiert. Das ergibt sich aus den Uebergangsbestimmungen, wo man einfach auf bisherige Kontingente abstellen will, und auch aus dem Text, der zu Artikel 2 Absatz 3 vorgeschlagen wird. Da ste- hen noch lineare Kürzungen im Vordergrund. Lineare Kür- zungen sind die Notbremse. Lineare Kürzungen nach Pro- zentsätzen wirken sich auf kleine und grosse Betrieben unterschiedlich aus.
Die Kommission hat die Bemessungskriterien erheblich ver- bessert, aber in unzureichender Weise. Ich komme darauf zurück, kann jetzt aber soviel sagen: Was die Kommission vorschlägt, gibt nicht Anlass zu einer generellen Ueberprü- fung, sondern nur im Gesuchsverfahren würde man nach den neuen Kriterien bemessen.
Die sozialdemokratische Fraktion ist der Meinung, dass ein grundsätzliches Umdenken Not tut. Ich hebe vor allem zwei Problemkreise hervor:
Ich kann das mit Beispielen aus meiner unmittelbaren Nach- barschaft im Simmental belegen: Ein Bauer, der recht viel Land hat, hat unter Umständen ein kleineres Kontingent als ein Bauer mit weniger Land. Und der Bauer mit weniger Land hat sich vielleicht noch mit Subventionen eine überdi- mensionierte Scheune erbauen lassen. Vor allem wird er Kraftfutter hinzukaufen. Kraftfutter, das zum grossen Teil aus dem Ausland stammt. Hier muss korrigiert werden. Es muss hier ein Neuanfang gesetzt werden.
Ich stütze mich auch auf ein Papier eines bernischen Land- wirtes, der die bernischen Verhältnisse und auch die ost- schweizerischen kennt. Ich entnehme diesem Papier folgen- des: Der Kanton Thurgau verfügt laut Richtplan 1985 derzeit über eine gesamte landwirtschaftliche Nutzfläche von 53 758 Hektaren, wovon 32 971 als ackerfähiges Kulturland, das heisst als Fruchtfolgeflächen, ausgewiesen sind. Aber von diesen insgesamt 32 971 Hektaren werden laut Raum- planungsamt zurzeit lediglich etwa 14 000 Hektaren acker- baulich genutzt. Durch Verlagerung der Produktion auf Ackerbau könnte man hier viel tun zur Entlastung der Milch- rechnung, auch zur Begünstigung von kleinen Bauern im Berggebiet, die keine Alternativen zur Milchproduktion haben. Aehnlich verhält es sich in gewissen Gebieten der Kantone Luzern, St. Gallen usw. Da müsste man einmal über die Bücher gehen.
Die Arbeitsgemeinschaft der Luzerner Bergbevölkerung hat
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konkrete Vorschläge verabschiedet. Sie erhebt eine Forde- rung, die ich voll unterstütze: Betriebe mit mehr als 10 Hek- taren landwirtschaftlicher Nutzfläche seien einer Anbau- pflicht für Futtergetreide zu unterstellen. Die Durchführung dieses Vorschlages ist im Detail konzipiert. Es sind Ausnah- men vorgesehen, die nötig sind, zum Beispiel für steile Hänge oder für Gegenden, wo man wegen des Klimas oder des Bodens nicht Getreide anpflanzen kann. Es ist ein vernünftiger Vorschlag, auf den man eingehen sollte. Was ich meine, ist durchführbar. Wenn Sie in der Detailberatung meinem Antrag zu Artikel 2 Absatz 2 zustimmen, so bewe- gen Sie sich in der Richtung des Vorschlages der Luzerner Bauern.
Der Schutz der kleinen und mittleren Bauern muss ein wichtiges Anliegen dieser Revision sein. Ich behaupte, dass das, was jetzt vom Bundesrat und der Kommissionsmehrheit vorgeschlagen wird, einfach nicht genügt. (Weitere Kom- mentare in der Detailberatung.)
Eine letzte Bemerkung zu den verschiedenen Vorschlägen, die den Rückkauf von Kontingenten bzw. Stillegungsbei- träge vorschlagen. Ich empfehle Ihnen, alle diese Anträge abzulehnen. Sie werden zwar mit einem sympathischen Stichwort begründet: Selbsthilfe der Landwirtschaft. Wer ist gegen Selbsthilfe? Auch ich finde Selbsthilfe etwas Gutes. Aber hier verbirgt der Begriff der Selbsthilfe etwas, was mir nicht zusagt. Im Grunde geht es um eine Vermeidungsstra- tegie. Man will von Verbandsseite etwas vorkehren, damit eine an die Wurzeln der Probleme gehende Agrarpolitik des Bundes nicht zum Zug kommen kann. Im Grunde will man beim status quo bleiben, gewisse Kontingente aufkaufen, Betriebe stillegen, im übrigen aber beim Bestehenden blei- ben, insbesondere bei der ungerechten Verteilung der Milchkontingente auf die verschiedenen Regionen oder auch innerhalb ein und derselben Gemeinde. Dabei will man verhindern, dass die in Artikel 2 Absatz 3 immerhin teilweise neudefinierte Politik des Bundes zum Tragen kommen kann. So geht das einfach nicht. Wir sind dafür verantwortlich, die Kriterien einer gerechten Verteilung der Kontingente zu bestimmen. Es ist dann Sache der Verwaltung, unsere Richt- linien durchzusetzen. Und dabei soll sich kein Verband schützend vor Leute stellen können, die heute privilegiert sind.
Die Stillegungsbeiträge haben noch eine andere, sehr ungute Wirkung. Sie erwecken den Eindruck, dass Kontin- gente wohlerworbene Rechte seien, die man nur gegen Entschädigung einschränken könne. So ist das nicht gemeint. Wenn wir uns auf die Linie dieser Gedanken bege- ben, blockieren wir die Möglichkeit von vernünftigen Neuordnungen. Nicht Verbandsmacht, sondern eben eine vernünftige Politik, deren Kriterien wir zu umschreiben haben, soll den Ausschlag geben.
Also nochmals: Ich bitte Sie um Eintreten. Die Stellung- nahme in der Gesamtabstimmung bleibt für uns Sozialde- mokraten vorbehalten.
M. Delamuraz, conseiller fédéral: L'agriculture mondiale est désordonnée. L'affrontement entre pays agro-exportateurs et pays agro-importateurs tourne à la guerre. L'offre et la production, en effet, ne cessent d'augmenter, alors que la demande solvable, elle, demeure stable. Les subventions à l'exportation développent de plus en plus leurs effets per- vers en disloquant les prix agricoles internationaux.
Les Etats recherchent les solutions aux problèmes des sur- plus agricoles sur un fond de faim dans le monde qui marque bien l'incohérence de notre condition actuelle. Des espoirs d'harmonisation internationale existent et, aujourd- 'hui, ils existent principalement dans la nouvelle négociation du GATT qui s'est ouverte l'automne dernier sous le nom d'«Uruguay-round». Son volet agricole sera déterminant. La Suisse participe à ce cycle de négociations et y apparaît comme l'un des pays les plus agro-importateur du monde dans la mesure où sa propre production agricole ne lui fournit que 60 pour cent environ de son approvisionnement, ce qui n'empêche pas, nous le voyons bien aujourd'hui, des excédents sectoriels sensibles: la viande, les céréales pani-
fiables, le vin dans certaines régions du pays et, nous y venons, le lait.
Dans le concert des nonante-quatre Etats associés au nou- veau cycle du GATT, la Suisse fait figure de concertiste honnête jouant correctement sa partition. Il y a à cela trois explications, outre bien entendu, nos légendaires vertus uniques au monde. La première explication est que nous ne sommes au total, sur les masses mondiales, que peu expor- tateurs de produits agricoles en sorte que la présence, d'ailleurs fort appréciée, de nos fromages sur les marchés étrangers n'est pas de taille à les perturber. Deuxièmement, notre situation agricole pour n'être certes pas parfaite est incomparablement meilleure que dans la plupart des autres pays. Il suffit de songer à l'imbroglio agricole des pays de la Communauté, par exemple, pour constater que les circon- stances en Suisse, les conditions naturelles de savoir-faire de nos paysans, la politique agricole qui se décide ici au Parlement ont créé une situation beaucoup moins déséqui- librée qu'ailleurs, ce qui ne nous dispense nullement de vouloir encore l'améliorer, et c'est d'ailleurs bien le but, entre autres, de ce nouvel arrêté laitier décennal.
Enfin et c'est une troisième condition que l'on a tendance à oublier en Suisse, nous sommes au GATT au bénéfice d'un statut d'exception protégeant notre agriculture. Cela est légitime et nous entendons bien ne pas vilipender notre statut mais, encore une fois, j'insiste sur le fait que ce statut précisément est unique et que d'aucuns, parmi nos parte- naires internationaux, entendent le contester à l'entrée même en négociation. Il peut arriver que les plus protection- nistes aient envie de donner des leçons aux autres. Voilà pour le cadre international dans lequel se situe l'agriculture suisse. Elle n'échappe évidemment pas aux contraintes directes et indirectes de ce cadre.
On l'a bien vu, par exemple, en septembre dernier, lors du rejet par le peuple de l'arrêté sucrier. Le sucre dont le marché mondial est délabré par les pratiques vicieuses de certains pays producteurs subventionnant à l'exportation et provoquant, par conséquent, l'effondrement artificiel des prix. Vous voyez, par cet exemple et il y en a d'innombrables autres qui tombent sous le sens, l'état de dépendance qui est le nôtre qu'on le veuille ou non, que des mesures nous protégeant existent ou n'existent pas, nous ne pouvons pas compter que pour nous-mêmes.
«Pays où coulent le lait et le miel» dit l'Evangile. En Suisse, il coule un peu trop de lait. Il y a à cela, il faut bien le dire, quelques explications sinon quelques raisons. J'en retiens deux: les conditions climatiques et les conditions topogra- phiques suisses qui conviennent tout particulièrement à la production animale, donc à la production de lait et puis le fait que, dans notre système agricole, le lait occupe une position tout à fait légitime. Que le prix du lait soit fixe représente une base de sécurité pour les paysans, repré- sente un élément autour duquel s'articule la production et l'organisation de leurs exploitations et cela aussi a une importance centrale. Au total, la production laitière fournit plus de 40 pour cent du produit du travail des agriculteurs suisses aujourd'hui.
Alors, il vaut la peine de remonter un peu dans l'histoire et de remonter à l'année de grâce 1954, celle où était introduite la loi fédérale sur l'agriculture. On constate que de 1954 à 1956-1957, la seule existence de cette loi et la discipline de la profession et l'organisation de l'agriculture suisse suffi- sent parfaitement à faire coïncider l'offre et la demande de lait à l'intérieur comme à l'extérieur de nos frontières. Ce sont les années d'équilibre, de calme, ce sont des années que nous pouvons qualifier de remarquablement normales. Mais en 1957 déjà, il y a donc trente ans, il faut recourir à des arrêtés de financement spéciaux puis à des arrêtés sur l'économie laitière parce que les mécanismes du marché ne peuvent plus être contenus utilement par les seules structu- res de la loi sur l'agriculture. A ce moment là déjà, il y a trente ans, il s'agissait d'aller au-delà des seules dispositions de la loi. Tous ces arrêtés avaient en commun de mettre à disposition des moyens financiers supplémentaires permet- tant un placement dans le pays des produits laitiers indigè-
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nes. Cela n'était pas pour les beaux yeux des paysans, cela était pour l'intérêt et est encore pour l'intérêt du pays qui doit pouvoir en temps de paix comme en temps de crise disposer, dans ce secteur capital, d'un autoravitaillement suffisant. N'oublions jamais cette dimension fondamentale de notre politique agricole.
Mais d'autres dispositions économiques ont peu à peu été insérées dans les arrêtés sur l'économie laitière aux fins de permettre une orientation adéquate de la production et de l'utilisation du lait aux fins de garder le contrôle des dépen- ses dans une mesure possible tout au moins. Enfin, et c'est l'accomplissement de cette législation que je qualifierai malheureusement mais inéluctablement d'interventionniste en 1977, par le vote du premier arrêté sur l'économie laitière, celui qui nous régit actuellement, c'est l'institution du con- tingentement laitier. Cet arrêté arrivera à échéance le 31 octobre 1987, il s'agit de tailler neuf, d'assurer le statut du lait dans les dix ou douze années qui viennent, il s'agit de prendre la mesure de notre temps, d'apprécier l'évolution qui s'est faite et de préparer non pas un arrêté à effet immédiat mais un arrêté à plus long terme. C'est le sens du monument que le Conseil fédéral a présenté l'année der- nière aux Chambres et que votre commission, d'une manière tenace et patiente, a examiné au cours de nombreu- ses séances, durant ce long hiver. Votre commission a usé deux conseillers fédéraux à cette tâche, mon illustre prédé- cesseur, M. Furgler, et moi qui ai repris le train en marche. Elle s'est consacrée pour quelque 5 ou 6 articles centraux à plus de 80 propositions et amendements ce qui est un record législatif sans précédent. Il résulte des travaux du laminoir de la commission un projet équilibré, harmonieux. Le mérite en revient à votre commission, à ses membres et à son président auquel je veux rendre un hommage public pour la haute maîtrise avec laquelle il a conduit les travaux de cette commission.
Le projet que nous vous soumettons et dont je dis qu'il est adapté à notre temps ne prévoit pas seulement la continua- tion du contingentement mais aussi une certaine augmenta- tion de la participation des producteurs eux-mêmes à la couverture des dépenses portées au compte laitier qui a atteint un niveau extrêmement élevé. Ce second aspect, j'entends le souligner très fortement parce qu'il illustre une participation importante, substantielle de la part des pro- ducteurs à la couverture des dépenses en sorte qu'il met un terme à une légende très tenace, selon laquelle l'agriculture attend, bénigne, les générosités unilatérales de la Confédé- ration, sans apporter elle-même son tribut à son propre salut et à la charge que représente cet effort d'autodiscipline. Le projet qui vous est soumis fait appel à cette contribution renforcée de la production et c'est le second élément sur lequel il faut insister lorsqu'on analyse le texte que nous vous avons proposé.
Comme les rapporteurs de la commission vous l'ont déclaré, le nombre des amendements ayant été considérable, on peut constater que la plupart avaient trait au contingente- ment laitier précisément et ne concernaient pas toujours des questions de principe, mais souvent des détails d'applica- tion. Précisément, la participation des producteurs à la couverture des dépenses sur laquelle je viens d'insister, y compris la différenciation du prix et du produit de la vente du lait ont constitué un autre centre de gravité et ont engendré une bonne vingtaine de propositions qui revien- dront à la surface pour certaines d'entre elles dans le joyeux débat qui s'ouvre aujourd'hui et qui, article par article, nous fera connaître quelques-unes des dispositions que la com- mission avait traitées.
Dans le domaine du contingentement laitier, la commission souhaite une application plus souple de la mesure. Nous nous efforcerons de satisfaire à ce voeu et j'y reviendrai à propos de l'intervention d'un des porte-parole des groupes, mais les modifications nécessaires ne pourront pas être introduites abruptement mais, au contraire, graduellement, selon une politique clairvoyante des petits pas, mais des petits pas résolus.
Il est aussi ressorti des délibérations de la commission
qu'elle rejette un commerce de contingents tout comme le Conseil fédéral le rejette également. Il en va de même du gel de contingents contre le versement d'une indemnité. En revanche, la majorité de la commission s'est déclarée favor- able à un essai de versement de contributions à la désaffec- tation d'exploitations laitières. Sur ce point, le Conseil fédé- ral, qui n'avait pas retenu une telle proposition dans son projet initial, qui a dit ensuite à la commission l'intérêt qu'il pouvait y porter, mais les grandes réserves que ce système continuait de lui inspirer, ne juge pas oppportune, en défini- tive, une telle démarche à l'article 3a. J'aurai l'occasion d'y revenir dans la discussion de détail.
Si j'en juge par les analyses qui sont faites de notre projet, par les commentaires qu'inspirent les travaux de la commis- sion, il apparaît souvent une certaine incompréhension. On se demande comment votre projet, comment d'ailleurs l'ac- tuel arrêté sur l'économie laitière 1977, sont compatibles avec les décisions que le Conseil fédéral a prises le 15 avril dernier lorsqu'il a autorisé l'Union centrale des producteurs suisses de lait à geler définitivement des contingents contre versement d'une indemnité entièrement à la charge de cette organisation. Eh bien, en prenant cette décision, nous avons voulu donner à l'Union centrale l'occasion de contribuer à assainir le marché laitier, de réduire le volume total des contingents, de recourir à ce que l'on appelle communé- ment dans le jargon fédéral officiel une mesure d'entraide. Si la majorité de la commission et le Conseil fédéral conti- nuent de rejeter toute idée d'une participation financière de la Confédération à un gel de contingents contre versement d'indemnités, en revanche, le gouvernement a accepté qu'un tel gel puisse être financé par les producteurs exclusi- vement.
En confirmant cette politique, le Conseil fédéral entend aller jusqu'au bout de la logique - il l'a annoncé à plusieurs reprises ici même - selon laquelle il faut donner aux diffé- rents secteurs de la production davantage de responsabi- lités dans la conduite de leur propre production et exercer dans ces différents secteurs plus d'autodiscipline, notam- ment dans le secteur de la viande, du blé - par la création récente d'une association nationale des producteurs de céréales - dans le secteur du vin - on a cité quelques bons exemples - dans celui des fruits et légumes, et bien entendu dans celui du lait.
Nous espérons vivement, ou plutôt nous avons exigé de l'Union centrale qu'elle parvienne aux buts que nous avions fixés mais par les moyens qu'elle aura choisis; vous com- prendrez toutefois bien aisément que si d'aventure les moyens engagés par les producteurs ne permettaient mal- heureusement pas d'atteindre les buts fixés dans les délais prescrits, il est indispensable que la Confédération continue de disposer de l'outil que représente l'arrêté sur l'économie laitière actuel et que représentera l'arrêté sur l'économie laitière futur. Les dispositions qu'il contient permettent en tous temps au Conseil federal de pratiquer l'intervention salvatrice si, hélas, l'intervention de la production elle-même venait à ne pas aboutir. C'est un élément essentiel pour la compréhension de la relation entre la décision du Conseil fédéral du 15 avril, d'une part, et, d'autre part, l'arrêté laitier actuel aussi bien que l'arrêté laitier en gestation aujourd'hui devant vous.
En ce qui concerne la participation des producteurs à la couverture des dépenses portées au compte laitier, la com- mission, comme le Conseil fédéral, veulent charger un peu plus les producteurs et permettre ainsi non seulement d'allé- ger la charge de la Caisse fédérale mais aussi d'atteindre une plus large différenciation du produit de la vente de lait. En vertu de leur conception, la loi sur l'agriculture, l'arrêté sur le statut du lait et l'arrêté sur l'économie laitière donnent au Conseil fédéral la compétence de fixer le prix de base du lait et le volume de la production laitière. Ces deux facteurs exercent bien évidemment une influence déterminante sur le compte laitier. Comme vous vous en souvenez certaine- ment, le volume de la production laitière a été réduit au cours de ces deux dernières années à la suite de l'applica-
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tion de mesures prises au Parlement, puis au niveau du Conseil fédéral pour ce qui le concernait.
Ces mesures n'ont cependant pas permis d'assainir complè- tement la situation du marché, mais, comme je le disais tout à l'heure en d'autres termes, toute réduction du volume de la production exerce une inf uence directe et importante sur le revenu agricole. De nouvelles réductions substantielles ne sont donc possibles et acceptables que si l'on parvient à améliorer le revenu agricole d'une autre manière, au moins sous la forme d'une compensation partielle.
C'est à cet exercice, soit dit en passant, que le Conseil fédéral s'adonne actuellement afin de répondre aux préten- tions de l'Union suisse des paysans quant aux prix agricoles 1987, mais bien davantage parce qu'il faut voir le long terme, auquel il réfléchit pour apporter une réponse, notamment quant à l'application d'une solution de prix directs, de paie- ments directs conditionnés. Cela fait partie de notre réflexion, il serait tout à fait prématuré de les incorporer déjà maintenant comme des propositions.
Les deux rapporteurs n'ont pas repris les différentes inter- ventions faites par les présidents des groupes et je me sens forcé d'apporter quelques commentaires au nom du Conseil fédéral sur ces interventions.
Je commencerai par celle du porte-parole du groupe démo- crate-chrétien, M. Columberg. Lorsqu'il parle de production agricole plus respectueuse de l'environnement, il s'agit de production intégrée, ce dont nous avons traité tout à l'heure, dans le cadre de l'examen du rapport de gestion de mon département, en distinguant cette agriculture intégrée de l'agriculture strictement biologique, et lorsque M. Colum- berg démontre l'inéluctable nécessité de pousser notre recherche et nos applications dans cette direction, afin que l'agriculture, par ailleurs tributaire de notre environnement de si remarquable manière, ne soit pas en contradiction avec elle-même en contribuant, pour d'autres aspects de cet environnement, à sa dégradation, bref, lorsqu'on va dans ce sens - celui de la logique, celui d'une utilisation rationnelle et proportionnée de nos ressources naturelles - il donne alors la réponse, entre autres, au problème de surproduc- tion que nous déplorons dans tant de secteurs.
Monsieur Biel, il est certes plus facile de parler d'une politi- que laitière quand on n'a pas de responsabilités directement engagées dans sa conduite. Je ne nie pas que vous avez donné dans cette salle et devant d'autres tribunes des aver- tissements qui eussent pu être plus salutaires. Je crois qu'il faut se garder d'un certain simplisme en cette matière et considérer que la politique agricole conduite jusqu'à main- tenant a été en bloc une accumulation d'erreurs, de mau- vaises appréciations de la situation et qu'elle nous a conduits au chaos.
Encore une fois, je ne me réfugierai pas trop derrière l'adage selon lequel, «lorsque je me contemple, je m'inquiète et lorsque je me compare, je me rassure!».
Ce serait peut-être un peu facile. Il n'empêche que la politi- que agricole suisse, pour n'être pas parfaite et n'avoir pas obtenu des résultats absolus, ne nous a pas conduits, dans l'ensemble, au chaos et aux situations presque sans issue que connaissent tant et tant d'autres agricultures comme celles de la Communauté. Il faut rendre cet hommage à ceux qui ont eu la responsabilité de la politique agricole suisse d'avoir vu avant leurs homologues, notamment des pays de la Communauté, les problèmes qui allaient se poser.
Vous avez reproché que l'année de référence pour l'établis- sement des contingents n'était pas la bonne et que l'on ait choisi 1975-1976, année laitière, plutôt que 1972-1973. C'est un reproche que j'avais fait au Conseil fédéral, lorsque je siégeais sur ces bancs, Monsieur Biel. C'est dire qu'il était justifié, mais j'ai dû me convaincre et j'espère qu'à mon tour je pourrai vous convaincre de l'impossibilité de recourir à la référence de vos souhaits. En effet, le manque de données sûres pour l'année dont vous parlez - sans doute le manque de statistiques - aurait conduit nécessairement à l'arbitraire dans la détermination des contingents futurs. Ces données n'auraient pas permis de livrer un système de contingent de l'ordre de celui qui a été retenu sur la base de l'année 1975-
Je souhaite que Mme Gurtner, qui est absente, n'oublie pas que les entrepreneurs agricoles suisses sont de véritables entrepreneurs et que nous avons pu éviter, dans notre pays, de les transformer en agents de la Confédération. Cela a également sa valeur quant à la vitalité de l'agriculture et de l'économie libérale qui demeure la nôtre, même dans le secteur fortement subventionné de l'agriculture. Une telle situation ne peut perdurer que s'il y a à la base de chaque unité de production un esprit d'audace et d'entreprise, et pas un esprit de résignation.
M. Wanner a bien fait de souligner que le compte laitier n'est pas une simple subvention à l'agriculture en montrant qu'il a plusieurs composantes, dont l'une consiste à abaisser le prix du beurre et du fromage au consommateur, ce que l'on oublie aussi très facilement.
Pour le surplus, la couverture d'un revenu agricole décent permet aux paysans de remplir leur tâche d'intérêt général, non seulement celle de production agricole et, par consé- quent, de contribution à notre approvisionnement agricole, mais encore cette tâche importante qui consiste à cultiver des sites et à entretenir le paysage, les forêts et les terrains et à occuper le territoire d'une manière décentralisée, évi- tant ainsi à la population suisse le ridicule et le dramatique d'une concentration dans de grandes nébuleuses urbaines. Ce sont les tâches - j'allais dire extra-agricoles - de l'agri- culture.
Vous avez bien fait d'insister sur leur signification, car au cas où la collectivité, dont nous sommes comptables, ne serait plus à même d'honorer ces tâches spécifiques de l'agriculture par le seul moyen des prix, il y aurait d'autres solutions à rechercher. Comme je vous en ai parlé tout à l'heure, je n'y reviens pas.
J'ai trouvé M. Thévoz légèrement plus critique ici que dans la sérénité des délibérations de la commission. Je l'ai même trouvé un peu désabusé. Nous n'avons pas retrouvé tous les signes auxquels il nous avait habitués et l'optimisme com- municatif qui rayonne de lui d'habitude.
Je l'ai dit dans mon introduction et je le répète, Monsieur Thévoz, je suis le premier à vouloir la responsabilisation de ce secteur professionnel. Je ne l'ai pas uniquement pro- clamé dans quelques discours à Aarberg ou ailleurs, mais nous avons agi. La décision du Conseil fédéral du 15 avril nous a véritablement fait passer aux actes. Cependant, nous devrons tout de même garder en main la possibilité de l'intervention de la Confédération. Le fait que celle-ci doit s'accompagner d'espèces sonnantes et trébuchantes prove- nant des caisses fédérales pousserait le Parlement et sa Délégation des finances - à bon droit - à revendiquer pour la Confédération le droit absolu de contrôle de la subvention dans le secteur agricole.
C'est dans cet esprit que doit s'entendre la volonté de l'intervention de la Confédération et non dans la pénétration insidieuse de toutes les étables de Suisse des baillis fédé- raux dépêchés par l'Office fédéral de l'agriculture. Tel n'est pas l'esprit, telle n'est pas l'intention et tels seraient encore moins les moyens à disposition de la Confédération pour y parvenir réellement.
Je tiens à remercier M. Hofmann, avant-dernier intervenant, du soutien qu'il a apporté au projet de la Confédération, ainsi que de celui de l'Union centrale dont il a assumé la direction pendant de longues années, jusqu'à ce printemps. Cette dernière a eu le réflexe et ce sursaut de volonté de prendre en charge elle-même, au prix de plusieurs millions, la politique de contingentement et de restriction de la quan- tité de lait produit en Suisse. Cela va dans le sens que nous souhaitions.
Monsieur Bäumlin, chaque réglementation étatique com-
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prend sans doute une part d'arbitraire. Mais, je crois qu'il faut échapper aux gains individuels que vous avez cités et qui nous étaient connus, tant au département que dans le cadre de la commission. Nous devons nous rendre compte que, si pour certaines injustices que vous avez détectées - je suis d'accord avec vousde les appeler ainsi - nous devrions réparer par un rebrassage perpétuel de tous les contingents, nous créerions alors d'autres injustices dont le nombre et la nature seraient sans doute plus importants et plus graves que celles que l'on entend réparer au coup par coup. Nous contribuerions davantage encore, Monsieur Bäumlin - c'est ce qui explique la réserve farouche du Conseil fédéral en cette matière - à une discontinuité dans la production qui serait préjudiciable à l'efficacité. Ne me faites pas dire ce que je n'ai pas dit, qu'il y avait des mutations qui intervena- ient et l'arrêté que nous vous proposons permet au Conseil fédéral d'en tenir compte. Cela est nécessaire. Nous ne pouvons pas considérer que les contingents sont inscrits une fois pour toutes jusqu'à la fin des siècles. Il doit y avoir des possibilités souples de réaction mais pas de rupture et de révolution annuelle, de rebrassage perpétuel. Cela serait tout à fait disproportionné et de nature à créer le désordre à l'intérieur de la production, à créer la méfiance. Le senti- ment le moins favorable à la production, c'est celui de l'incertitude.
Pour le reste, au titre des groupes, j'ai apprécié que dans l'ensemble vous vous déclariez d'accord avec les principes qui sont exposés dans ce projet d'arrêté et que nous soyons ainsi pour l'idée générale de manoeuvres d'accord les uns et les autres.
Je conclus. Nous donner les moyens de juguler les déborde- ments laitiers est le sens du présent arrêté. On y parviendra pour l'essentiel en souscrivant aux propositions du Conseil fédéral, pour certaines d'entre elles, aux propositions qui ont été amendées par la commission à une ou deux excep- tions près. Ces propositions sont équitables. Elles ne privilé- gient pas tel ou tel partenaire, les consommateurs contre les producteurs ou inversément, les producteurs, les paysans de la montagne contre les paysans de la plaine. Elles sont équilibrées et c'est bien ce que nous devons chercher à faire. Travailler à ce but en évitant des affrontements, un échange perpétuel de reproches, de méfiance, de suspicion entre producteurs et consommateurs notamment, toutes attitudes qui sont stériles et dangereuses pour l'équilibre même des formules d'harmonie que je crois avoir pu découvrir dans cet arrêté. Cet arrêté serait sans doute mis en cause si un certain nombre de propositions, parvenues en plenum ce matin encore, étaient adoptées les unes après les autres, remettant en question finalement les formules lon- guement, patiemment élaborées par votre commission qui a voué les heures et la ténacité voulues à leur examen. Non pas que les amendements au plénum soient interdits, la démocratie doit être effective. Mais je dois rendre vous attentifs alors aux conséquences qu'aurait l'adoption de ces propositions de détail ou de certaines d'entre elles tout au moins. Je reviendrai plus en nuances, tout à l'heure, et sur le fait qu'il faut surtout veiller à maintenir cet équilibre harmo- nieux que nous avons fini par trouver entre des tendances si contradictoires, entre des volontés si confrontées que la recherche de la solution idoine, celle de l'intérêt général qui nous intéresse, était extrêmement compliquée et difficile à trouver.
Pour finir, ce sera mon exhortation aux paysans eux-mêmes. Je dis que cet équilibre, si délicat à établir, et si fragile en définitive, et cet équilibre d'harmonie, ils seraient mis en cause eux-mêmes si les agriculteurs étaient divisés et forte- ment divisés. Je remercie donc tous nos paysans, ceux qui siègent ici, tous les paysans de Suisse, de l'effort et de la volonté qu'ils mettront pour leur unité. Je reste convaincu qu'une politique agricole suisse, cohérente et efficace, passe par un nombre considérable de grandes conditions mais la plus grande d'entre elles me paraît être de maintenir un esprit d'unité chez les producteurs paysans de notre pays.
Eintreten wird ohne Gegenantrag beschlossen Le conseil décide sans opposition d'entrer en matière
Detailberatung - Discussion par articles
Titel und Ingress, Art. 1 Antrag der Kommission Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates
Titre et préambule, art. 1 Proposition de la commission Adhérer au projet du Conseil fédéral
Angenommen - Adopté
Art. 2 Abs. 1 Antrag der Kommission Mehrheit Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates
Minderheit
(Thévoz, Bühler-Tschappina, Candaux, Etique, Hofmann, Kühne, Nef, Savary-Fribourg, Schnider-Luzern)
.... Milchkontingentierung. Dabei trägt er der Landwirtschaft sowie einem angemessenen Importschutz Rechnung.
Eventualantrag Kühne
(falls der Antrag der Minderheit zu Absatz 1 abgelehnt wird) Abs. 1
... Milchkontingentierung. Dabei trägt er der Einkommens- lage der Landwirtschaft Rechnung. Abs. 2bis
Der Bundesrat trifft Vorkehrungen, dass Kürzungen der Gesamtmilchmenge nicht durch zusätzliche Importe von Milchprodukten kompensiert werden.
Art. 2 al. 1 Proposition de la commission Majorité Adhérer au projet du Conseil fédéral
Minorité
(Thévoz, Bühler-Tschappina, Candaux, Etique, Hofmann, Kühne, Nef, Savary-Fribourg, Schnider-Lucerne)
.... au plein prix. Pour ce faire, elle tient compte de la situation de l'agriculture en matière de revenu et d'une protection appropriée contre les importations.
Propositions subsidiaires Kühne
(pour le cas où la proposition de minorité serait rejetée à l'alinéa 1)
Al. 1
.... au plein prix. Pour ce faire, elle tient compte de la situation de l'agriculture en matière de revenu.
Al. 2bis
Le Conseil fédéral veille à ce que les réductions de la quantité globale de lait ne soient pas compensées par des importations supplémentaires de produits laitiers.
Hösli, Berichterstatter: Ich gebe jetzt einen kurzen Ueber- blick über den Artikel 2 nach Fassung Bundesrat und Kom- missionsmehrheit. Nach gewalteter Diskussion werden wir zu den einzelnen Abschnitten Stellung nehmen.
Artikel 2 behandelt die Milchkontingentierung und stellt in Absatz 1 fest, dass es sich um eine einzelbetriebliche Milch- kontingentierung handelt. Sodann ist vorgesehen, dass der Bundesrat auf Beginn eines Milchjahres die Gesamtmilch- menge festsetzen und für die Einzelkontingente zur Verfü- gung stellen kann. Er kann, muss es aber nicht. Das ist die Fassung der Kommissionsmehrheit, wobei man sagt, dass das nach Artikel 3 ausnahmsweise auch linear gemacht werden könnte.
Eine - wie mir scheint - wichtige Ergänzung haben wir im Absatz 3, und zwar mit 17 zu 2 Stimmen, beschlossen, wo man ausdrücklich sagt, dass insbesondere berücksichtigt
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werden müssen: die Bewirtschaftungsmöglichkeiten, die Produktionsmöglichkeiten in der Region, veränderte Betriebsverhältnisse, die Betriebsfläche, die betriebseigene Futtergrundlage und die Verhältnisse der Käsereiwirtschaft in der Siloverbotszone.
Dann haben wir festgehalten, dass für im Ausland gelegene Betriebsflächen der Bundesrat festlegen kann, wie er diese bei der Zuteilung berücksichtigen will.
Absatz 5 legt fest, dass die Anpassungen je nach Zonen unterschiedlich geregelt werden können. Man kann also auch hier wieder auf die Berggebiete Rücksicht nehmen. Ein wichtiger Beschluss der Kommission ist Absatz 6, die sogenannte Remontierungsquote. Dieser Beschluss ist nicht im ersten Anlauf zustande gekommen. Bei einer ersten Lesung ist er mit 9 zu 6 Stimmen abgelehnt worden. Nach längeren Gesprächen und eingehenden Diskussionen hat dann unsere Kommission im Rückkommen diese Remontie- rungsquote - wie Sie sie auf der Fahne Seite 3 finden -, mit Beschluss der Mehrheit, mit 13 zu 8 Stimmen, deutlich an- genommen.
Jetzt haben wir hierzu eine Reihe Abänderungsanträge. Ich werde zu diesen, wie gesagt, nach gewalteter Diskussion Stellung beziehen.
Mme Vannay, rapporteur: Vous me permettrez quelques remarques préliminaires en disant d'abord que l'on ne peut pas avoir le beurre et l'argent du beurre. On ne peut pas accepter les mesures de protection de l'agriculture telles que prévues par la constitution et la loi sur l'agriculture, sans en même temps en accepter les conditions et Jes mesures d'application. On ne peut donc pas demander à la Confédération de garantir le prix du lait et, à la fois, préten- dre pouvoir livrer plus de lait que l'on en peut consommer. Je crois que ce n'est pas juste, que ce n'est pas correct de parler ici de mise sous tutelle, d'ingérence trop lourde, de manque de souplesse dans le cadre de cet arrêté. Il en va tout simplement d'une question de cohérence. La contre- partie de la garantie des prix est une limitation de la produc- tion, donc l'établissement du contingentement. L'article 2 de notre arrêté est précisément celui qui fixe - et c'est essentiel - les critères de répartition. C'est aujourd'hui chose faite; ça ne l'était pas jusqu'à présent. En plus de la fixation des critères, il sera essentiel de les rendre applica- bles et de leur donner force et efficacité. C'est là qu'inter- vient la question fondamentale de savoir si le Conseil fédéral peut ou doit répartir à nouveau les contingents selon les critères fixés. C'est aussi dans cet article 2 que l'on verra si l'on veut déjà vider de son sens tout ou partie des mesures positives proposées en mettant des écueils à leur applica- tion ou en rendant inopérant ces critères. Il y a, en effet, des illusions que l'on n'a plus le droit d'avoir, celles de l'assainis- sement par des réductions volontaires ou organisées par l'Union centrale. Celles aussi des mesures d'entraide qui viendraient à bout des problèmes. Je ne crois pas que l'exemple choisi par M. Thévoz soit à ce point positif, lors- qu'il a parlé des mesures d'entraide de la viticulture. Là je crois que les réserves mises sont encore d'actualité, mal- heureusement.
Je ne reprendrai pas point par point tous les enjeux de cet article 2, je l'ai déjà fait lors du débat d'entrée en matière. Nous devons, maintenant, pour chaque alinéa, entendre les auteurs des propositions, en mesurer la portée politique, économique et aussi sociale et la discussion devra nous éclairer sur cette portée et, en fonction de l'importance que l'on accorde à chacun de ces critères nous devrons, en fin de compte, prendre les décisions qui s'imposent. Je répon- drai après la présentation des arguments pour chacun des alinéas.
M. Thévoz, porte-parole de la minorité: Je voudrais tout d'abord assurer M. le conseiller fédéral Delamuraz que nous voulons, par nos propositions, aller dans le bon sens et peut- être permettre au Conseil fédéral d'accentuer sa volonté de privatisation du contingentement laitier, ceci dans la mesure du possible.
Le but poursuivi par la minorité de la commission est clair. En guise de préambule, je vous dirai que cette minorité n'est que de 9 voix contre 10. En fixant les quantités globales de lait, la Confédération doit tenir compte de la situation finan- cière de l'agriculture, puisque le revenu agricole dépend directement de l'importance de ses livraisons. Si cela va de soi il faut néanmoins le dire clairement. De plus, nous ne saurions admettre que la réduction des quantités globales de lait ne soit compensée par des importations supplémen- taires de produits laitiers concurrents. Or nous avons des craintes légitimes à ce sujet. J'en veux pour preuve que dans Le producteur de lait paru l'autre jour, je lis: «Durant l'exer- cice en cours les importations de fromage ont constamment progressé par rapport à l'exercice précédent et seront, selon les estimations, de 2000 tonnes au 10 pour cent supérieur. Le contingentement laitier dans lequel les producteurs suisses sont enfermés depuis maintenant dix ans ne devrait pas être une possibilité d'ouvrir toute grande les frontières pour les produits concurrents vendus à bas prix. Il faut savoir que ces 2000 tonnes d'importations supplémentaires signifient que l'économie laitière doit faire face à 800 tonnes de beurre et 1600 tonnes de poudre de lait supplémentaires qui vont grossir les dépenses du compte laitier.». Vous voyez donc que ces fameuses dépenses du compte laitier ne sont pas perdues pour tout le monde, même et surtout pour certains contempteurs de l'agriculture qui innondent le marché de produits concurrents. C'est pourquoi nous tenons absolument à ce que le contingentement laitier ait, comme corollaire, une protection appropriée contre les importations. Je vous demande donc de soutenir la minorité de la commission et subsidiairement, celle de M. Kühne au cas où vous la trouveriez meilleure.
Fierz: Im Namen der grünen Gruppe spreche ich zu Artikel 2 und zu einigen prinzipiellen Aspekten.
In unseren Augen haben wir bei der ganzen Milchwirtschaft zwei Hauptprobleme:
Es scheint uns, dass der Vorschlag von Bundesrat und Kommissionsmehrheit in die richtige Richtung geht, aber zu langsam. Es wird damit die bestehende Misswirtschaft ten- denziell bis ins Jahr 2000 zementiert.
Wir unterstützen in Artikel 2 den Minderheitsantrag Bäum- lin, das heisst eine obligatorische Ueberprüfung der Milch- kontingente nach den genannten Kriterien; denn wie Herr Nationalrat Biel gesagt hat, genügen «Kann-Formulierun- gen» nicht. Wir sind dagegen, dass die Kontingente zurück- gekauft werden; denn in einer Marktwirtschaft - das sage ich den Vertretern der Marktwirtschaft - gibt es keine wohl- erworbenen Rechte auf Ueberproduktion.
Ich halte hier noch fest, dass die Ueberschussproduktion nicht nur marktwirtschaftlich oder ökonomisch angesehen werden darf. Ich mache Sie darauf aufmerksam, dass fünf Prozent des Trinkwassers in der Schweiz schon eine erhöhte Nitratbelastung aufweist. Das bedeutet ein Krebsri- siko - auch ein Ergebnis der Krebsforschung, die wir vor zwei Wochen besprochen haben. Diese Nitratbelastung kommt über den Milch- und Güllensee, der eben diese Nitratbelastung erzeugt. Auch deshalb wäre eine energische Reduktion der Ueberproduktion nötig.
Zweitens sind wir auch für den Zusatzantrag von Herrn Bäumlin betreffend Preisdifferenzierungen für die Kleinpro- duzenten. Ich weiss als Arzt, der häufig IV-Gutachten erstel- len muss, auch bei Bergbauern im Kanton Bern, um die unsäglich schweren Produktionsbedingungen dieser Leute. Wenn man ins Detail dieser Familienbetriebe hineinsieht, ist es einfach stossend, wie schlecht sie für die wertvolle Arbeit, die sie leisten, entlohnt werden.
Wenn diese Preisdifferenzierung nicht kommt und auch die geforderten erhöhten Abgaben in Artikel 5 für Grossprodu- zenten sowie die obligatorische Ueberprüfung der Kontin- gente nicht kommen, können wir Grüne diesem Milchwirt- schaftsbeschluss nicht zustimmen.
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Graf: Es geht um das Einkommen in der Landwirtschaft. Ueber den Milchwirtschaftsbeschluss und die damit unmit- telbar zusammenhängende Einkommensregelung können sich nicht einmal die Landwirte einigen. Um so schwieriger ist es für einen Laien wie mich, und damit für die grosse Mehrheit im Saal, das Milchproblem in seiner ganzen Trag- weite zu beurteilen.
Was mit Sicherheit festgestellt werden kann, ist die Tatsa- che, dass der neue Milchwirtschaftsbeschluss die Gefahr in sich birgt, zwischen der Berg- und der Tallandwirtschaft Gräben aufzureissen oder bestehende Konflikte zu verschär- fen. Das gilt vor allem bezüglich der Sicherung des Viehab- satzes aus dem Berggebiet, wo es um Mehr- und Minder- heitsbeiträge geht. Wir alle wissen um die schwierige Lage und um die ungelösten Probleme der Berglandwirtschaft. Diese müssen gelöst werden, doch darf das nicht auf Kosten der Tallandwirtschaft geschehen, wo viele Betriebe den Paritätslohn auch nicht erreichen.
Ich habe jetzt während einigen Stunden den Fraktionsspre- chern aufmerksam zugehört. Ein fast allgemeines Unbeha- gen war unüberhörbar. Ich mache kein Hehl daraus: Persön- lich glaube ich nicht, dass der Einkommensrückstand der Berggebiete über die Milch gelöst werden kann, zumindest wohl kaum, ohne dass gleichzeitig der Paritätslohnanspruch der Talbauern Gefahr läuft, nicht erfüllt zu werden.
Was also tun? Beim Bruder Klaus können wir keinen Rat mehr holen. Nachdem den drei deutschsprachigen Vorgän- gern im Volkswirtschaftsdepartement, den Herren Brugger, Honegger und Furgler, trotz ihres enormen Einsatzes und ihres erstklassigen Fachwissens die Lösung dieses Pro- blems nicht gelungen ist, hoffe ich auf die welsche Intuition und die sprühende Phantasie von Herrn Bundesrat Delamu- raz. Weshalb beschreiten Sie nicht völlig neue, vielleicht unorthodoxe Wege? Tun Sie es! Wagen Sie es! Die gesamte Landwirtschaft und das ganze Volk wird Ihnen dafür dank- bar sein.
Oehen: Die nicht-bäuerlichen Vertreter dieses Rates dürften zum Teil mit Verwunderung, ja Unwillen die zahlreichen Anträge aus unseren Kreisen zu Artikel 2 zur Kenntnis neh- men und für die kommenden Auseinandersetzungen fast die Geduld verlieren. Dies, obwohl die Einzelkontingentierung an sich unbestritten ist.
An die Adresse von Herrn Fierz: Ein grosses Kontingent bedeutet nicht automatisch eine starke Belegung pro Hek- tare Nutzfläche mit Tieren. Es kann auch sein, dass ein Betrieb eine grosse Anzahl Hektaren bearbeitet.
Einige Bemerkungen zum besseren Verständnis der Situa- tion und einen Appell an Ihre Geduld für uns Bauern: Seit über 30 Jahren wird der Landwirtschaft die Tauschwertsi- cherung ihrer Produkte verwehrt. Stets wurde sie von den Vertretern der übrigen Wirtschaft - auch von Herrn Biel und seinen Freunden - auf die Produktivitätssteigerung pro Hek- tare, pro Tier, pro menschlicheArbeitskraft verwiesen. Dank der Mithilfe von Forschung, Beratung, Technik und chemi- scher Industrie haben immerhin noch rund 60 000 Haupter- werbsbetriebe mit Milchproduktion durchhalten können. Sie alle haben aber zwangsläufig ihre Produktivität markant erhöht. Wer nicht mithalten konnte, musste ausscheiden. Die finanziellen Früchte der Produktivitätssteigerung aber wurden und werden den Bauern zugunsten der Konsumen- ten dauernd wegorganisiert. Die Produktivitätssteigerung wurde so zum alles dominierenden Ziel überlebenswilliger Bauern. Das ging solange gut, als der Markt diese steigende Produktion schlucken konnte, respektive als ein politisch dominanter Wille bestand, die einheimische Produktion vor Importprodukten angemessen zu schützen, also für ihren Absatz zu sorgen. Dieser Wille zerbröckelt zusehends, und seit zehn Jahren kennen wir nun die einzelbetriebliche Milchkontingentierung, die praktisch keine weitere Ausdeh- nung der Milchproduktion mehr erlaubt; zu Recht.
Damit aber geraten immer mehr Landwirte - und nicht nur sogenannte Klein- und Mittelbetriebe - in eine echte Not- lage, wobei ich immer schon darauf warte, dass mir jemand den Klein- und Mittelbetrieb dauerhaft definiert. Immer mehr
rutschen nämlich sogenannt grössere Betriebe in die Kate- gorie der Mittelbetriebe und frühere Mittelbetriebe sind heute ausgesprochene Kleinbetriebe.
Während Löhne und Gehälter in der übrigen Wirtschaft steigen - z. B. Oktober 1985 bis Oktober 1986 real um 3,2 Prozent -, muss der Bauer - abgesehen von klimabe- dingten Ertragsschwankungen - reale Erwerbseinbussen in Kauf nehmen. Während die Gewerkschaften und die SP für die 40-Stunden-Woche mit vollem Lohnausgleich eine Volksinitiative eingereicht haben, arbeitet der Landwirt nach wie vor 55, 60, zeitweilig 70 und mehr Stunden pro Woche, um wirtschaftlich überleben zu können.
Während sich unser Volk 3, 4, ja 5 und mehr Ferienwochen pro Jahr gönnt, ist vor allem der hochgelobte Familienbe- trieb - Einmannbetrieb - dazu gezwungen, dass Bauer und Bäuerin dauernd präsent sind. Ferien und Erholung müssen in der Regel auf einige wenige Tage, wenn überhaupt, konzentriert werden, respektive solange Mann/Frau nicht krank oder im Wochenbett ist, wird gearbeitet, weil man wirtschaftlich überleben, sein Heimet, seine Heimat erhalten will.
Auf diesem Hintergrund sind die Wirkungen der diskriminie- renden Angriffe auf die Bauern der letzten Jahre zu verste- hen. Sie haben sich verheerend auf die Stimmung innerhalb der Bauern ausgewirkt. Die kleinen wurden gegen die weni- ger kleinen aufgehetzt, ein Keil wurde zwischen Berg- und Talbauern getrieben. So ist die heutige innere Zerrissenheit, aus der existentiellen Notlage allzu vieler Berufskollegen heraus, leicht erklärlich. Das alles lässt die vielen Anträge zu Artikel 2 besser verstehen. Ich bitte die nicht-bäuerlichen Mitglieder des Rates um Verständnis für diese wenig erfreu- liche Situation und für das Fehlen einer einheitlichen bäuer- lichen Haltung. In dieser Situation sind - das möchte ich hier betonen, Herr Kollega Biel - die drohenden Töne, die Sie hier vorne von sich gegeben haben, wenig angemessen. Sachlich ist zu beachten, dass jede Kontingentskürzung für jeden Landwirt eine reale Verschlechterung seiner Ver- dienstmöglichkeiten bedeutet, dass aber auch eine Erhal- tung des Kontingents nicht vor neuen Notlagen schützt, wenn weiterhin der Tauschwert der Milch nicht erhalten bleibt.
Ich empfehle Ihnen, im allgemeinen der durch den Bundes- rat und die Kommissionsmehrheit vorgezeichneten Linie zu folgen. Zu einzelnen Absätzen behalte ich mir noch eine Stellungnahme vor. Ich möchte Sie aber heute schon bitten, der flexibleren, systemgerechteren Lösung zu Absatz 6, wie sie Herr Nef uns vorschlägt, zu folgen.
Kühne: Artikel 2 Absatz 1 enthält heute noch die nach Bun- desrat Schaffner berühmt gewordenen Leitplanken für die Milchproduktion. Bei den «Leitplanken» würde man aber besser von Schikanen reden. Die Produktion soll nämlich gebremst und der Aufwand der Milchrechnung begrenzt werden. Die Absatzverhältnisse bestimmen die Einliefe- rungsmöglichkeiten.
Das ist eine zu einseitige Betrachtungsweise. Ich unterstütze die Ergänzung der Minderheit Thévoz und halte dafür, dass die Einkommenslage der Landwirtschaft und die Entwick- lung der Importe von Milchprodukten mitgewichtet werden müssen. Man soll nun nicht mit der Ausrede kommen, die Bauern wollten wieder einmal die Speisekarte der Mitbürger diktieren. Wir haben uns an die liberale Importpraxis gewöh- nen müssen. Wir wehren uns aber gegen die Zunahme bei Produkten, welche - auch aus internationaler Sicht - sinn- voll in der Schweiz erzeugt werden. Hier geht es vor allem um Fleisch und Milch. Bei Berücksichtigung der komparati- ven Kosten - von denen spricht Herr Biel ja gern - ergibt sich sicher der Schluss, dass Milch im Grünland Schweiz erzeugt werden soll.
Gerade die neueste Entwicklung verläuft aber gegenteilig. Die Milchprodukte weisen eine starke Zunahme der Importe auf. Wenn wir die Entwicklung seit September 1986 auf ein ganzes Jahr hochrechnen, müssen wir feststellen, dass wir eine Zunahme von 2500 Tonnen bei den importierten Käsen zu verzeichnen haben. Bei einer solchen Zunahme der
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Importe ist es geradezu zynisch, von dem Bauern Anpas- sung an die reduzierten Absatzverhältnisse zu verlangen. Eine gesicherte Milchmenge ist aber auch eine Existenz- grundlage für zahlreiche Milchverwertungsbetriebe. Ich denke speziell an die vielen gewerblichen Familienbetriebe, welche ihr Auskommen von der Käseproduktion erzielen. Die Aufwendungen der Milchrechnung kommen auch ihnen massgeblich zugute. Ein angemessenerer Importschutz ist auch unabdingbare Voraussetzung für Selbsthilfemassnah- men der Bauern. Gegenwärtig sind Bestrebungen im Gange, die Menge durch Rückkauf von Milchkontingenten mit Gel- dern der Produzenten zu reduzieren. Wenn diese Anstren- gungen durch Importzunahmen illusorisch gemacht wer- den, verlieren die Bauern zu Recht die Lust, an dieser Form der Selbsthilfe mitzumachen.
Nun zum ersten Teil des Antrages, der die Einkommensver- hältnisse der Landwirtschaft mitberücksichtigen will. Wir stehen hier vor einer grundsätzlich veränderten Situation. Neuerdings erreichen selbst die gutgelagerten Betriebe des Talgebietes den Paritätslohnanspruch nicht und können somit der Einkommensentwicklung, wie sie in unserem Lande herrscht, nicht folgen. Berg- und Hügelbetriebe lie- gen weit zurück. Ohne das wichtige Milchgeld wird es nicht möglich sein, ihnen ein nach schweizerischen Verhältnissen angemessenes Einkommen zu sichern.
Gerade die Kritiker der Kosten der Milchrechnung haben bisher wenig getan, um auch auf anderem Wege diese Einkommen zu verbessern. Sie predigen heute sehr gerne den Weg der direkten Einkommenszuschüsse und tun, als ob Direktzahlungen eine neue Erfindung wäre. Seit 1959 haben wir nun Viehhalterbeiträge. Diese Massnahme der Einkommensstützung ist vom Schweizerischen Bauernver- band gefordert und immer wieder durchgezogen worden. Beim Milchwirtschaftsbeschluss 1987 kann nicht von einem einseitigen Geschäft zum Vorteil der Milchproduzenten gesprochen werden. Im Gegenteil, ihnen werden namhafte Opfer abverlangt. So wird der Rückbehalt, also der Milch- geldabzug, verdoppelt. Die Verlustbeteiligung mittlerer und grösserer Produzenten wird erhöht, die zusätzliche Abgabe für grössere Produzenten wird neu eingeführt und die Mög- lichkeiten zur Kürzung werden im Beschluss aufgeführt.
Noch ein Wort zu den unterschiedlichen Produktionskosten. Diese sind angesprochen worden. Ich möchte aber darauf hinweisen, dass es auch sehr differenzierte Lösungen des Sekundärausgleichs gibt. So beeinflusst zum Beispiel die Subventionspraxis die Produktionskosten der Milch sehr stark; die geltende Subventionspraxis benachteiligt ja das Talgebiet - teilweise zu Recht. Aber es führt dazu, dass Betriebe, die im Berggebiet jetzt neu investieren, um 25 bis 30 Prozent besser gestellt werden als entsprechende Betriebe des Talgebietes.
Aus all diesen Gründen bitte ich Sie, der Minderheit Thevoz zuzustimmen.
Biel: Im Unterschied zu den meisten Vorrednern nehme ich nicht erneut die Eintretensdebatte auf, sondern ich komme zum Detail, mit dem wir uns zu befassen haben, und zwar mache ich Bemerkungen zu Artikel 2 Absatz 1 des Minder- heitsantrages sowie zu den Eventualanträgen von Herrn Kühne zu Absatz 1 bzw. zu einem neuen Absatz 2bis.
Ohne Grund sind diese Anträge natürlich nicht gestellt wor- den, auch wenn man sie jetzt als harmlosen Beitrag - im guten Sinne, wie Herr Thevoz sagte - darlegt. Man will etwas. Die Minderheit hat die Berücksichtigung der Einkom- menslage und der Importe angeführt. Das geht eindeutig um eine Abschwächung des Lenkungsmechanismus eines Gesamtkontingents und um nichts anderes.
Wie steht es mit der Einkommenslage? Natürlich ist das ein Problem, das der Bundesrat bei jeder Massnahme zu berücksichtigen hat. Aber nicht in diesem Zusammenhang, sonst müssten wir die Berücksichtigung der Einkommens- lage in jedem Bundesgesetz oder jedem Bundesbeschluss vorsehen. Wir machen schliesslich nicht zuletzt wegen der Bundesfinanzen diese komplizierte Uebung der Kontingen- tierung. Man könnte auch beifügen «unter Berücksichti-
gung der Umweltaspekte». Man könnte auch einen ganzen Katalog aufzählen, wenn Sie das wollen. Aber es geht doch eindeutig um die Produktionslenkung und nichts anderes. Zum Import: Hier ist natürlich sehr dramatisiert worden; ich möchte diese Frage wieder etwas auf den Boden der Reali- tät zurückstellen. Nach wie vor exportiert die Schweiz - umgerechnet in Milch - doppelt soviel in Form von Milch- produkten, wie sie importiert. Das ist ein Faktum. Was hat sich ergeben? Man wolle dem Konsumenten den Speisezet- tel nicht vorschreiben, heisst es. Offensichtlich aber doch! Es gibt nämlich eine Käsesorte, die in der letzten Zeit stark zunimmt: der italienische Spezialkäse Mascarpone. Der hat zugenommen, weil sich neue Konsumgewohnheiten entwik- kelt haben. Da es sich um eine ganz kleine Position handelt, ist der prozentuale Importzuwachs relativ stark. Aber insge- samt fällt er nicht derart ins Gewicht.
Wie steht es mit der ganzen Importbewirtschaftung? Der Bundesrat hat genügend - und zum Teil sehr harte - Instru- mente zur Hand, um die Importe zu steuern. Ganz abgese- hen davon, dass wir zum Teil bei Butter mit der Butyra ein Staatsmonopol haben. Wir kennen bei Frischmilch ein Im- portverbot. Wir haben vor allem auch die Preiszuschläge. Ich bitte Sie, die Artikel 10 und 11 dieses Beschlusses wieder ins Auge zu fassen. Dort wird beschrieben, unter welchen Umständen die Importe belastet werden können. Ich möchte Ihnen diese beiden Artikel sehr zur Lektüre empfehlen. In den jeweiligen Absätzen 2 ist genau umschrieben, wann und wie Preiszuschläge erhoben werden dürfen.
Das dürfte genügen, um unerwünschte Entwicklungen zu bremsen. Es heisst dort, sie dürften nicht höher sein, als die Preisunterschiede zwischen den Einfuhrpreisen - franko Grenze verzollt - und den mittleren Engrospreisen ver- gleichbarer inländischer Produkte. Das ist eine saubere, vernünftige Abschöpfung, die wir auch akzeptieren.
Der Bundesrat muss untersuchen, wie die effektive Preis- lage ist, und wie hoch die Kosten sind. Aufgrund dieser Verhältnisse macht er die Abschöpfung. Wenn er nun in einzelnen Positionen keine gemacht hat, hat er eben keinen Anlass dazu, wobei ich zugebe: Es ist immer etwas arbiträr, wie man diese Abschöpfung festsetzt, weil man diese nicht jeden Tag neu berechnet. Man muss von gewissen Mittel- preisen ausgehen. Sie schaffen nur zusätzlichen Wider- stand, wenn Sie diesen Import in den Vordergrund stellen. Es geht nicht darum, dass das, was durch Kontingentsdros- selung weniger auf dem Markt ist, zusätzlich importiert werden soll. Schon lange hat man im übrigen eine grosse Substitution vorgenommen. Immer mehr Produkte, die wir früher aus dem Ausland bezogen haben, werden heute in der Schweiz hergestellt. Es geht aber darum, dass wir diese Spezialitäten gerne aus dem Ausland beziehen, dies um so mehr, als unsere grössten Lieferanten gerade auch unsere besten Kunden für unseren Exportkäse sind. Ich bitte Sie, diese Dinge nicht zu dramatisieren. Man darf nicht deswe- gen auf den Bundesrat losgehen und sagen, er dürfe jetzt nicht kontingentieren oder die Kontingente kürzen. Das ist doch im Hintergrund die Absicht dieser Anträge. Deshalb bitte ich Sie, sowohl den Minderheitsantrag wie auch die Eventualanträge Kühne abzulehnen.
Jung: Auch ich möchte zu Artikel 2 Absatz 1 einige Worte sagen: Die Milchkontingentierung, die jetzt zehn Jahre lang eingeführt ist, hat da und dort, und zwar insbesondere im Talgebiet, sehr stark gegriffen. Das ist sehr positiv. Der Milchpreis konnte während dieser Zeit angehoben werden. Andererseits aber wurden durch Bestimmungen und Ver- ordnungen immer Globallösungen gefunden, die nicht der echten Einkommensentwicklung Rechnung getragen haben.
Wenn wir heute betrachten, dass gerade bei den Milchwirt- schaftsbetrieben - und zwar insbesondere bei den kleineren Betrieben im Talgebiet - der Lohnanspruch nicht zu erfüllen ist und der Tagesverdienst rapid absinkt, ist es dringend notwendig, dass bei neuen Verordnungen, bei neuen Zutei- lungen, bei der Revision über die Rekurskommission der
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Einkommensentwicklung gerade dieser Betriebe Rechnung getragen werden kann.
Es ist nicht vorgesehen, dass nun mit Kontingenterhöhun- gen generell das Einkommen verbessert werden soll. Das kann nicht möglich sein, weil dadurch solche Mengen entstehen, die wir nicht mehr verkraften können. Wenn wir diese Bestimmung hier einbauen wollen, so im Hinblick darauf, dass in neuen Verordnungen dieser Einkommenent- wicklung insbesondere dort, wo erschwerte Bedingungen sind, sei es im Berggebiet, im Uebergangsgebiet oder im Talgebiet, Rechnung getragen werden kann, und das ist dringend notwendig; denn die Erfahrung der letzten Jahre zeigt, dass dort das Einkommen rapid absinkt. Wollen wir dies im Tal- oder auch im Berggebiet in Nebenerwerbsbe- trieben mit allen Mitteln forcieren, oder wollen wir nicht nach Möglichkeit, sofern es der Markt erträgt, dieser Entwicklung Rechnung tragen?
Zum zweiten, dem Schutz an der Grenze: Wenn Kollega Biel sagt, dass dieser unter Artikel 11 falle, stimmt das an und für sich; da bin ich absolut einverstanden. Trotzdem meine auch ich, dass es für den Landwirt sehr stossend ist, wenn er Kontingentierungskürzungen hinnehmen muss und auf der anderen Seite der Import von Käse zunimmt. Es ist nicht nur der Mascarpone-Import, der in solchem Masse zugenom- men hat. Wir müssen und wollen doch in der Lage sein, in der Schweiz Mascarpone oder ähnlichen Käse zu produ- zieren!
Auch der Import anderer Käse hat stark zugenommen. Der Hauptgrund ist, dass zum Beispiel bei den letzten Grund- preiserhöhungen die Preise, die dem Schweizer Landwirt bezahlt werden, bzw. die Produktionskostensteigerung des Inlandkäses nicht überwälzt werden konnten. Mit anderen Worten: dass in diesem Moment die Importabgaben nicht erhöht worden sind. Es geht nicht an, dass wir einerseits in unserem Land - wo der Nutzung des Bodens doch eine zentrale Bedeutung zukommt, auch dem Landschafts- schutz, der Erhaltung unserer Landschaft ganz generell - die Produktion stets einengen, reduzieren und andererseits günstig und billig - ohne Berücksichtigung der Produk- tionskosten, sondern zu Dumpingpreisen - Produkte wie Käse importieren. Zuerst müssen wir für unsere Inlandpro- duktion sorgen.
Deshalb sollten wir dem Minderheitsantrag Thévoz zustim- men oder wenigstens dem Eventualantrag Kühne, der ganz gezielt aussagt, dass die Kürzung inländischer Kontingente nicht durch zusätzliche Importe von Milchprodukten kom- pensiert werden darf.
Risi-Schwyz: Es geht mir bei der Unterstützung des Minder- heitsantrages in erster Linie um eine nach meiner Auffas- sung notwendige Sache.
Mit Blick auf die ganze Problematik möchte ich nicht mit «Schuldzuweisungen» operieren, sondern ich möchte an die Mitverantwortung appellieren. Wer ist für die heutige Situation mitverantwortlich? Sicher auch die Landwirt- schaft! In erster Linie waren es die einkommenspolitischen Gründe, indem versucht wurde, das fehlende Einkommen durch Mehrproduktion zu decken. Dann ist - als weiterer Punkt - der starke Einsatz der produktionsfördernden Mittel zu nennen: Dünger, bessere Futtergewinnung und -konser- vierung und nicht zuletzt, beim Vieh, die Züchtung. Der Hauptgrund aber sind doch die topographischen und klima- tischen Grundlagen, die uns die Milchwirtschaft auf- drängen.
Ich möchte aber auch die Mitverantwortung der politischen Behörden als Träger der Landwirtschaftspolitik erwähnen. Nur zu gut ist uns noch der Ruf bekannt: Produziert mehr, die Verwertung lasst unsere Sorge sein!
Eine weitere Mitverantwortung des Staates besteht in der Anwendung der durch den Staat geförderten wissenschaftli- chen Forschung und Schulung und deren Befolgung in der Praxis.
Der wesentlichste Punkt der Mitverantwortung jedoch besteht in der Handhabung der Aussenhandelspolitik: Die Gretchenfrage wird nun sein, wieweit diese Korrektur auf
Kosten der Bauern oder auch mit der mitverantwortlichen Trägerschaft der Landwirtschaftspolitik, also des Staates, bewerkstelligt werden muss.
Für mich ist die Ausgestaltung der Aussenhandelspolitik von zentraler Bedeutung. Die Landwirtschaft fordert keineswegs einen überrissenen Importstopp. Wenn man aber eine gesunde und leistungsfähige Landwirtschaft erhalten will, sofern man noch von «leistungsfähig» sprechen darf, sind ein massvoller Agrarschutz und vor allem gleich lange Spiesse notwendig.
Der verbreiteten Meinung, es sei diesem Ansinnen schon mehr als nachgelebt worden, und dem Hinweis auf unsere handelspolitischen Verknüpfungen darf doch entgegenge- halten werden, dass unser Importüberhang an landwirt- schaftlichen Produkten etwa 6 Milliarden beträgt; über drei Viertel des Betrages umfassen Produkte, die auch wir in der Schweiz produzieren, sowie Substitutionsprodukte. Die Landwirtschaft stellt mit diesem obenerwähnten Betrag der Exportindustrie ein bedeutungsvolles wirtschaftliches Potential zur Verfügung.
Die schweizerische Landwirtschaft wird all diese Kontin- gentskürzungen - Rückbehaltserhöhung, zusätzliche Abga- ben - ohne schwerwiegende Einkommenseinbussen nicht verkraften können. Das ist bei der Behandlung dieses Milch- wirtschaftsbeschlusses, der nicht losgelöst von der Einkom- menslage beurteilt werden kann, zu berücksichtigen.
Ich bitte Sie, den Minderheitsantrag Thévoz zu unterstützen.
Eisenring: Wir sind im Begriff, den parlamentarischen Schlendrian einzuführen. Das Büro hat beschlossen, es würden keine einzelnen Voten zum Eintreten gehalten, son- dern man beschränke sich auf die Darlegungen der Kom- missionssprecher und der Fraktionen. Offenbar sind von Sekretären nun aber so viele schriftliche Arbeiten geleistet worden, dass diese im Rahmen der Detailberatung abgele- sen werden müssen, damit sie nachher in den Verbandszeit- schriften als heroische Taten zum Abdruck gelangen kön- nen. Ich bitte Sie, sich mit den einzelnen Vorschriften zu befassen.
Wir stehen bei Artikel 2 Absatz 1. Herr Thévoz hat in seiner luziden Begründung, wie wir das von ihm gewohnt sind, auf die Bedeutung dieses Minderheitsantrages hingewiesen und unterstrichen, er sei nur mit 9 gegen 10 Stimmen unter- legen. Mit anderen Worten: Es ist beinahe ein Mehrheitsan- trag geworden.
Die Analyse der Kommission (ich gehörte ihr nicht an) zeigt dann aber, dass wieder einmal - wie ich das schon früher festgestellt habe - gewissermassen der erweiterte Vorstand des Schweizerischen Bauernverbandes in diese Kommis- sion delegiert und die bäuerliche Gruppierung somit über- proportional vertreten worden war. Bei der Beurteilung eines Minderheitsantrages und seiner Trägerschaft ist die Zusammensetzung der Kommission immer wieder kritisch zu würdigen.
Wenn ich den Antrag einmal gesamthaft beurteilen möchte, so lassen Sie mich folgendes sagen: Ich habe nichts dage- gen, wenn bei der Milchkontingentierung auf die Einkom- menslage der Landwirtschaft Rücksicht genommen wird. Denn vom Grundsatz des Paritätslohnes sind wir minde- stens bisher nicht abgewichen, wobei ich aber sagen muss, dass der Grundsatz des Paritätslohnes nur in einer Verord- nung und nicht in einem Gesetz steht, was immerhin ein wesentlicher Unterschied ist. Gelegentlich sind Verordnun gen ausserordentlich heimtückisch. In diesem Fall sind sie sogar zu einem staatspolitischen Problem geworden!
Dann heisst es aber: Dabei trägt er, also der Bundesrat, «einem angemessenen Importschutz» Rechnung. Jetzt frage ich mich schon: Was ist eigentlich die Definition von «ein angemessener Importschutz»? Wer bestimmt, ob der Importschutz angemessen ist? Ich habe den Eindruck, der heutige Importschutz sei angemessen. Auf die Aufzählung von Argumenten kann ich hier verzichten, weil verschiedene Details bereits aufgeführt worden sind.
In internationalen Gesprächen ist dieser Importschutz, den wir jetzt noch als angemessen bezeichnen möchten - der
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bestehende, nicht der neue! - , nicht unangefochten. Ich danke daher Herrn Bundesrat Delamuraz, dass er insbeson- dere auf unsere Verpflichtungen gegenüber dem Gatt hinge- wiesen hat. Ich möchte hier darauf hinweisen, was an der letzten Konferenz des Gatt in Uruguay geäussert worden ist. Es ging nämlich um die Frage einer völligen Neustrukturie- rung der Agrarimportpolitik insgesamt, und zwar aller Länder.
Ich möche auch wissen: Was will man denn in Zukunft noch diesem Importschutz unterstellen? Da gibt es bald nicht mehr viele Dinge, es seien denn die Krabbentiere, die Fische usw., über die wir uns schon andernorts unterhalten haben. Wir haben auch zu berücksichtigen, dass wir im Rahmen der Milchwirtschaftsordnung sehr viel indirekte Massnahmen handhaben, die der Einschränkung der Milchproduktion sowie der Preissicherung dienen und die summa sum- marum ebenfalls vom Bund mitgetragen werden. So haben wir z. B. vor einigen Jahren festgestellt, dass Wildgehege mit Bundessubventionen unter dem Titel «Bekämpfung der Milchschwemme» erstellt worden sind. Dort laufen jetzt grosse Hirsche herum, und das Fleisch dieser aufgezogenen Hirsche wird dann als Wild verkauft!
Ich mache damit darauf aufmerksam, dass Dinge vorkom- men, die nicht mehr ganz transparent sind. Daher habe ich meine Vorbehalte zu dieser Importschutzerwähnung. Eine einlässliche Interpretation, was diese Formulierung im Detail heissen soll, besteht nämlich nicht. Ich behaupte, dass Sie, wenn sie hier zustimmen, dem Bundesrat entge- gen internationalen Erklärungen, die er abgegeben hat, gewissermassen Plenarvollmachten in bezug auf die Import- politik geben. Einer solchen Politik können wir in der heuti- gen politischen Landschaft nicht zustimmen.
Ich bin daher für den Antrag des Bundesrates, obwohl auch dieser völlig in der Luft hängt! Dass auch die Milcheinliefe- rungen an die Absatzverhältnisse anzupassen sind, steht doch schon im Landwirtschaftsgesetz. Aber wir sind uns ja gewohnt, eine Gesetzgebung zu lancieren und dann viermal das Gleiche zusätzlich zu beschliessen, um es nachher nicht einzuhalten!
Frau Mauch: Wenn der Bundesrat gemäss Minderheitsan- trag beim Grundsatz über die Milchkontingentierung die Einkommenslage in der Landwirtschaft berücksichtigen muss, heisst das doch nichts anderes, als dass die ganzen Bestimmungen vollständig relativiert werden. Die Einkom- menslage in der Landwirtschaft gibt es so generell eigent- lich gar nicht, sondern es ist das Einkommen des einzelnen Landwirtes, das zur Diskussion steht.
Herr Columberg von der CVP-Fraktion hat gesagt, der Land- wirtschaft gehe es relativ schlecht. Ich habe kürzlich einen Artikel aus einer Zeitschrift herausgerissen, in dem steht: «Dem Durchschnitt der Landwirte geht es gut, der Mehrheit schlecht.» Das heisst: einem Teil geht es sogar sehr gut, aber eben der Mehrheit schlecht. Das heisst schliesslich nichts anderes, als dass die innerlandwirtschaftliche Vertei- lung nicht funktioniert, und dass im Vollzug des Landwirt- schaftsgesetzes einige innerhalb der Landwirtschaft zuviel, die Mehrheit aber zuwenig profitiert. Schliesslich gibt es noch grosse Nutzniesser ausserhalb der Landwirtschaft. Unser Unbehagen gegenüber dem Milchwirtschaftsbe- schluss liegt denn auch nicht in erster Linie darin begrün- det, dass die Milchrechnung an sich zu teuer wäre, als vielmehr darin, dass ein guter Teil des Milchgeldes in Taschen fliesst, welche schon voll sind oder welche mit bäuerlichen Familienbetrieben nichts zu tun haben.
Nun höre ich von Herrn Hofmann, dass es ihm ein Anliegen ist, im Rahmen des Milchwirtschaftsbeschlusses auch noch industrielle Arbeitsplätze in den Verarbeitungsbetrieben zu sichern und die Gewerkschaften zu umarmen. Eine solche Argumentation geht natürlich ganz entschieden zu weit. Herr Kühne hat die Importpraxis im Zusammenhang mit diesem Minderheitsantrag angesprochen. Es gibt aber auch in der Landwirtschaft eine Importpraxis, welche wenig bestritten ist, nämlich diejenige der Futtermittel. Diese Im- portpraxis ist die Basis der gesamten Ueberschüsse! Wenn
wir schon von Importbeschränkungen sprechen, dann müs- sen wir ganz entschieden auch die Futtermittel einbeziehen können.
Die ganze Landwirtschaftsgesetzgebung hat unter anderem zum Ziel, die Landwirtschaft bzw. das landwirtschaftliche Einkommen zu sichern. Eine Relativierung des Milchwirt- schaftsbeschlusses, wie sie hier zur Diskussion steht, ist daher nicht gerechtfertigt.
Ich bitte Sie, dem Bundesrat zuzustimmen. Dann haben wir die saubere Lösung.
Reichling: Der Zusammenhang zwischen der Milchkontin- gentierung, den Importverhältnissen und der Einkommens- entwicklung in der Landwirtschaft wird gerade im heutigen Zeitpunkt besonders deutlich. Es scheint mir absolut ange- messen zu sein, dass im Milchwirtschaftsbeschluss, der neben dem Landwirtschaftsgesetz eine selbständige Stel- lung als Gesetz hat, dieser Zusammenhang auch aufgezeigt wird. Warum?
Ich schicke voraus, dass es bei diesem Begehren, auch die Einkommenslage zu berücksichtigen, nicht darum geht, ein- fach eine möglichst hohe Verkehrsmilchmenge zu erhalten, sonst würden nämlich nicht wir Milchproduzenten jetzt Selbstanstrengungen unternehmen, um diese Verkehrs- milchmenge zu reduzieren. Ich hätte nicht in der Finanz- kommission vor zwei Jahren und vor einem Jahr die Anträge gestellt, den entsprechenden Artikel des Gesetzes auszunüt- zen, um mit dem zusätzlichen Rückbehaltsrappen die Ver- kehrsmilchmenge zu senken. Diese Darstellung, es gehe uns einfach darum, möglichst viel Milch produzieren zu können, ist falsch. Wir wollen soviel produzieren, dass die Einkommenslage optimiert werden kann.
Auf den 1. Juli des letzten Jahres ist der Milchpreis um fünf Rappen angepasst worden. Das hatte zur Folge, dass unsere Käse so etwa ab 1. September pro Kilo um 50 Rappen teurer geworden sind. Gleichzeitig sind die Importe wegen der Währungsentwicklung billiger geworden. Die sinkende Preistendenz beim Importkäse und die Verteuerung bei der Inlandproduktion hat dazu geführt, dass etwa ab 1. Septem- ber die Importe zugenommen haben, wie das Herr Kühne dargelegt hat.
Es ist keineswegs der Mascarpone, wie Herr Biel angetönt hat, der hier die Hauptrolle spielt. Der Mascarpone hat in den Monaten September bis April 1987 um etwa 240 Tonnen zugenommen. Die Zunahme erstreckt sich über das gesamte importierte Käsesortiment. Die Weichkäsemenge hat in diesen Monaten um insgesamt über 500 Tonnen zuge- nommen; also nicht einmal die Hälfte der Weichkäsemenge entfällt auf Mascarpone; die Halbhart- und Hartkäsesorten haben im gleichen Zeitraum um fast 800 Tonnen zugenom- men, und die Schmelzkäsesorten um über 100 Tonnen. Das ganze Sortiment ist wegen dieser Preisdiskrepanz vermehrt importiert worden.
Herr Eisenring, wir verlangen nicht einen Ausbau des Im- portschutzes; wir möchten, dass das, was vor dem 1. Juli 1986 galt (bis dann konnten wir mit der vorhandenen Rege- lung den Importen die Stange halten), auch jetzt wieder angewendet wird.
Das ist unser Begehren, und nicht ein Ausbau. Wir bitten Sie, dem Antrag Thévoz zuzustimmen und zu bedenken, dass ein enger Zusammenhang zwischen Produktion, Im- portschutz und Einkommenslage besteht, den es zu berück- sichtigen gilt.
Ruckstuhl: Ich habe nicht, wie Herr Eisenring glaubt, ein vorbereitetes Votum eines Verbandssekretärs; aber die Voten von Herrn Biel und von Herrn Eisenring haben mich bewogen, doch noch einige Worte dazu zu sagen.
Es geht hier, Herr Biel, weniger um die Landwirtschaftspoli- tik als solche als um einen Tatbeweis der Grossverteiler und der Importeure. Mit diesem Artikel können wir beweisen, um was es in diesem Milchwirtschaftsbeschluss bzw. in der Opposition gegen den Milchwirtschaftsbeschluss geht.
Herr Biel sagt, der Bundesrat verfüge über die Importrege- lungsinstrumente zum Schutz der Landwirtschaft, was
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bedeuten würde, dass wir mit diesem Absatz offene Türen einrennen. Wir fragen uns, ob es so tragisch ist, wenn man etwas an zwei Orten festhält und dieser Regelung noch besonderes Gewicht beimisst. Es geht, wie Herr Reichling sagte, nicht um eine bestimmte Käsesorte. Ich verweise auf die Statistik, die die geschätzten Zahlen dieses Jahres offen- legt. Es ist eine Zunahme der importierten Käse von etwa 10 Prozent festzustellen. Das sind rund 2000 Tonnen zusätz- lich, die wir dieses Jahr an Käseprodukten importieren - und das in das Milchland Schweiz!
Mit diesen zusätzlichen Importen unterlaufen wir die Selbs- thilfemassnahmen der Landwirtschaft, die nun gut anzulau- fen scheinen. Wir haben den Tatbeweis von der Landwirt- schaft her erbracht. Wir haben seit 1984 rückläufige Milch- einlieferungen.
Wenn Sie die Futtermittelimporte ansprechen, Frau Mauch, muss ich in diesem Zusammenhang beifügen, dass diese drastisch zurückgegangen sind. Wir importieren viel weni- ger Futtermittel, im Gegensatz zu den Fertigprodukten, die wir in die Schweiz einführen.
Wir könnten diese Verhandlungen eigentlich aussetzen und warten, bis wir die Preis- und Massnahmenbeschlüsse des Bundesrates von nächster Woche kennen. Dann wissen wir, wieweit der Bundesrat die Möglichkeit und den Willen hat, diese ihm offenbar zur Verfügung stehenden Instrumente zu nutzen. Wir können aber heute bereits dokumentieren, dass es uns mit der Erhaltung der einheimischen Produktion ernst ist, indem wir dem Antrag Thévoz zustimmen, was ich Ihnen empfehle.
Hier wird die Beratung dieses Geschäftes unterbrochen Le débat sur cet objet est interrompu
Schluss der Sitzung um 12.50 Uhr La séance est levée à 12 h 50
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Anno
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Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
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Seduta
Geschäftsnummer 86.036
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Datum
16.06.1987 - 08:00
Date
Data
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