Motion on chemical liability law transformed into postulate

20015243Jurisprudence administrative des autorités fédérales (JAAC)20 mars 1987Partially Granted

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Résumé

On 20 March 1987, the National Council dealt with motion 86.818 by the LdU/EVP parliamentary group seeking a chemical liability act for enterprises handling environmentally dangerous substances. The Federal Council asked that the motion be transformed into a postulate, explaining that work on the broader consequences of the Schweizerhalle disaster was still ongoing and that a commission would first prepare draft rules. The Council accepted this approach and transmitted the motion as a postulate.

Regest

Parliamentary motions may be transformed into postulates where the executive considers that the requested legislative action is premature because the underlying subject matter is still under examination; in such a case, the request is not rejected in substance but referred in a non-binding form pending further clarification.

Texte intégral

  1. März 1987 N

505

Motion der LdU/EVP-Fraktion

sulla ripartizione dei compiti e sulla collaborazione fra Con- federazione e Cantoni, con i servizi competenti di tutti i Cantoni e con rappresentanti dei Governi delle due Basilee. I lavori veri e propri saranno però forniti da una Commis- sione, che sarà istituita prossimamente dal Consiglio fede- rale, con l'incarico di elaborare un'ordinanza per i casi d'emergenza: il Consiglio federale non è pertanto ancora in possesso della documentazione necessaria per poter rispondere alle mozioni in modo particolareggiato. E' tutta- via disposto ad esaminare le richieste ed a informare di volta in volta il Parlamento circa i risultati. La risposta, tuttora in sospeso, ad interrogazioni semplici e ad interpellanze pure attinenti alla catastrofe di Schweizerhalle daranno modo al Consiglio federale di riferire sullo stato dei lavori.

Schriftliche Erklärung des Bundesrates Dichiarazione del Consiglio federeale Déclaration écrite du Conseil fédéral

Il Consiglio federale propone di trasformare la mozione in postulato.

Ueberwiesen als Postulat - Transmis comme postulat

86.817

Motion der LDU/EVP-Fraktion Gefährliche Stoffe. Auskunftspflicht Motion du Groupe Adl/PEP Substances dangereuses. Obligation de renseigner

Wortlaut der Motion vom 19. Dezember 1986

Der Bundesrat wird aufgefordert, im Umweltschutzgesetz die Auskunftspflicht dahingehend zu erweitern, dass Risiko- analysen und ähnliche - für die Verhinderung oder die Bekämpfung von Unfällen in Betrieben, welche umweltge- fährdende Stoffe lagern oder im Produktionsprozess einset- zen - wesentliche Berichte den zuständigen Stellen jeweils sofort zugestellt werden müssen.

Texte de la motion du 19 décembre 1986

Le Conseil fédéral est chargé d'aménager l'obligation de renseigner fixée dans la loi sur la protection de l'environne- ment, de telle sorte que les responsables soient tenus dans chaque cas de présenter immédiatement aux services com- pétents les analyses de risques et autres rapports indispen- sables à la prévention des accidents et à la réparation des dommages pouvant se produire dans des entreprises qui stockent des substances dangereuses pour l'environnement ou qui utilisent de telles substances dans leurs procédés de fabrication.

Sprecher - Porte-parole: Müller-Aargau

Schriftliche Begründung - Développement par écrit Die Erfahrungen bei der Chemie-Katastrophe haben gezeigt, dass die Fachleute von Versicherungsgesellschaften dazu berufen und fähig sind, fragwürdige Lagerhaltung von gefährlichen Stoffen und risikoreiche Produktionsanlagen zu erkennen und mögliche Kettenreaktionen richtig einzu- schätzen. Der Unfall in Schweizerhalle hätte wohl vermieden werden können, wenn die damalige Expertise der schweize- rischen Versicherungsanstalt bekannt geworden wäre und die zuständigen kantonalen und eidgenössischen Stellen für die Sanierung der Anlagen gesorgt hätten.

Die präventive Wirkung einer solchen Bestimmung darf nicht unterschätzt werden: Eine Anlage muss nicht nur versicherungswürdig sein; die Versicherungsgesellschaften

werden mitschuldig und haftbar, wenn zu grosse Risiken eingegangen werden.

Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 2. März 1987

Rapport écrit du Conseil fédéral du 2 mars 1987

Im Zusammenhang mit der Brandkatastrophe von Schwei- zerhalle vom 1. November 1986 sind dem Bundesrat zahlrei- che Motionen eingereicht worden. Sie betreffen Fragen der Information und Auskunftspflicht, die Vorschriften über umweltgefährdende Stoffe, den Katastrophenschutz, die Aufsicht des Bundes sowie Probleme der Haftpflicht und des Strafrechts.

Alle diese Themen bilden zurzeit Gegenstand eingehender Abklärungen. So haben erste Gespräche über Aufgabentei- lung und Zusammenarbeit zwischen Bund und Kantonen mit Fachstellen aller Kantone und mit Regierungsvertretern beider Basel bereits stattgefunden. Die eigentlichen Arbei- ten werden jedoch von einer Kommission zu leisten sein, die der Bundesrat demnächst einsetzen wird mit dem Auftrag, eine Störfall-Verordnung auszuarbeiten. Aus diesem Grund verfügt der Bundesrt noch nicht über die nötigen Grundla- gen, um sich zu den Anliegen der Motionen im Detail zu äussern. Er erklärt sich aber bereit, diese Anliegen zu prüfen und das Parlament laufend über die Ergebnisse zu orientie- ren. Die noch ausstehende Beantwortung von Einfachen Anfragen und Interpellationen, die ebenfalls zur Brandkata- strophe von Schweizerhalle eingereicht worden sind, wird dabei dem Bundesrat die Möglichkeit geben, über den Stand der Arbeiten zu berichten.

Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzu- wandeln.

Ueberwiesen als Postulat - Transmis comme postulat

86.818

Motion der LdU/EVP-Fraktion Chemiehaftpflichtgesetz Motion du Groupe Adl/PEP Industrie chimique. Loi sur la responsabilité civile

Wortlaut der Motion vom 19. Dezember 1986 Der Bundesrat wird aufgefordert, analog dem Kernenergie- haftpflichtgesetz ein entsprechendes Gesetz zu erlassen zur Regelung der Haftpflicht von Anlagen, die umweltgefähr- dende Stoffe lagern, produzieren oder in anderer Form umsetzen. Namentlich müsste ein solches Gesetz enthalten: a. Die Haftung der Inhaber und Betreiber in unbeschränkter Höhe;

b. Die Haftung für Transporte solcher Stoffe zu Wasser, auf der Strasse, mit der Bahn oder mit dem Flugzeug;

c. Die Aeufnung eines Gross-Schadenfonds mit Beiträgen der Inhaber und Betreiber solcher Anlagen;

d. Vorschriften über die Abdeckung der finanziellen Risiken der Inhaber und Betreiber (obligatorische Versicherung).

Texte de la motion du 19 décembre 1986

Le Conseil fédéral est chargé d'élaborer un projet de loi semblable à la loi sur la responsabilité civile en matière d'énergie nucléaire afin de réglementer la responsabilité civile des entreprises qui stockent, produisent ou transfor- ment des substances nuisibles pour l'environnement. Cette loi devrait régir notamment:

64-N

Motion Aubry

506

N 20 mars 1987

a. la responsabilité illimitée des propriétaires et exploitants; b. la responsabilité lors du transport de telles substances sur route ou par bateau, train ou avion;

c. la création d'un fonds alimenté par les contributions des propriétaires et exploitants de telles entreprises et destiné à réparer les dommages causés par des catastrophes;

d. la couverture des risques financiers des propriétaires et exploitants (assurance obligatoire).

Sprecher - Porte-parole: Jaeger

Schriftliche Begründung - Développement par écrit Die Motionärin verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort.

Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates Rapport écrit du Conseil fédéral

Im Zusammenhang mit der Brandkatastrophe von Schwei- zerhalle vom 1. November 1986 sind dem Bundesrat zahlrei- che Motionen eingereicht worden. Sie betreffen Fragen der Information und Auskunftspflicht, die Vorschriften über umweltgefährdende Stoffe, den Katastrophenschutz, die Aufsicht des Bundes sowie Probleme der Haftpflicht und des Strafrechts.

Alle diese Themen bilden zurzeit Gegenstand eingehender Abklärungen. So haben erste Gespräche über Aufgabentei- lung und Zusammenarbeit zwischen Bund und Kantonen mit Fachstellen aller Kantone und mit Regierungsvertretern beider Basel bereits stattgefunden. Die eigentlichen Arbei- ten werden jedoch von einer Kommission zu leisten sein, die der Bundesrat demnächst einsetzen wird mit dem Auftrag, eine Störfall-Verordnung auszuarbeiten. Aus diesem Grund verfügt der Bundesrat noch nicht über die nötigen Grundla- gen, um sich zu den Anliegen der Motionen im Detail zu äussern. Er erklärt sich aber bereit, diese Anliegen zu prüfen und das Parlament laufend über die Ergebnisse zu orientie- ren. Die noch ausstehende Beantwortung von Einfachen Anfragen und Interpellationen, die ebenfalls zur Brandkata- strophe von Schweizerhalle eingereicht worden sind, wird dabei dem Bundesrat die Möglichkeit geben, über den Stand der Arbeiten zu berichten.

Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzu- wandeln.

Ueberwiesen als Postulat - Transmis comme postulat

86.819

Motion der LdU/EVP-Fraktion Katastrophenschutz-Verordnung Motion du Groupe Adl/PEP Protection en cas de catastrophes. Ordonnance

Wortlaut der Motion vom 19. Dezember 1986 Der Bundesrat wird aufgefordert, basierend auf dem Umweltschutzgesetz (USG), eine Katastrophenschutz-Ver- ordnung zu erlassen.

Texte de la motion du 19 décembre 1986 Le Conseil fédéral est chargé d'édicter une ordonnance sur la protection en cas de catastrophes, en exécution de la loi sur la protection de l'environnement.

Sprecher - Porte-parole: Zwygart

Schriftliche Begründung - Développement par écrit

Die Grosstechnologie birgt heute Gefahren, die leider Kata- stophen immer wahrscheinlicher machen. Mensch und Umwelt müssen aber optimal geschützt werden. Mit dazu gehört die Vorbereitung auf eine solche Situation. Deshalb beantragen wir, dass, gestützt auf das Umweltschutzgesetz, nun eine Katastrophenschutzverordnung ausgearbeitet wird. Dies ist auch von juristischem Interesse, da offensicht- lich Artikel 10 des USG hinter der im Interesse der Rechtssi- cherheit wünschbaren Normierungsdichte zurückbleibt.

Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates Rapport écrit du Conseil fédéral

Im Zusammenhang mit der Brandkatastrophe von Schwei- zerhalle vom 1. November 1986 sind dem Bundesrat zahlrei- che Motionen eingereicht worden. Sie betreffen Fragen der Information und Auskunftspflicht, die Vorschriften über umweltgefährdende Stoffe, den Katastrophenschutz, die Aufsicht des Bundes sowie Probleme der Haftpflicht und des Strafrechts.

Alle diese Themen bilden zurzeit Gegenstand eingehender Abklärungen. So haben erste Gespräche über Aufgabentei- lung und Zusammenarbeit zwischen Bund und Kantonen mit Fachstellen aller Kantone und mit Regierungsvertretern beider Basel bereits stattgefunden. Die eigentlichen Arbei- ten werden jedoch von einer Kommission zu leisten sein, die der Bundesrat demnächst einsetzen wird mit dem Auftrag, eine Störfall-Verordnung auszuarbeiten. Aus diesem Grund verfügt der Bundesrat noch nicht über die nötigen Grundla- gen, um sich zu den Anliegen der Motionen im Detail zu äussern. Er erklärt sich aber bereit, diese Anliegen zu prüfen und das Parlament laufend über die Ergebnisse zu orientie- ren. Die noch ausstehende Beantwortung von Einfachen Anfragen und Interpellationen, die ebenfalls zur Brandkata- strophe von Schweizerhalle eingereicht worden sind, wird dabei dem Bundesrat die Möglichkeit geben, über den Stand der Arbeiten zu berichten.

Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzu- wandeln.

Ueberwiesen als Postulat - Transmis comme postulat

86.573

Motion Aubry Lebensmittel nach Tschernobyl. Information Etat des denrées alimentaires après Tchernobyl. Information de la population

Wortlaut der Motion vom 24. September 1986 Der Bundesrat wird beauftragt, die Bevölkerung darüber zu unterrichten, welche Lebensmittel infolge der Katastrophe von Tschernobyl eine gesundheitsgefährdende Konzentra- tion radioaktiven Cäsiums aufweisen könnten.

Texte de la motion du 24 septembre 1986

Le Conseil fédéral est chargé de faire renseigner la popula- tion au sujet des denrées qui pourraient encore, à la suite de la catastrophe de Tchernobyl, accuser une concentration de radionucléides radioactifs de césium dangereuse pour la santé.

Mitunterzeichner - Cosignataires: Christinat, Cotti Gian- franco, Eppenberger-Nesslau, Giudici, Gloor, Grassi, Kohler

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

Motion der LdU/EVP-Fraktion Chemiehaftpflichtgesetz Motion du Groupe Adl/PEP Industrie chimique. Loi sur la responsabilité civile

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In

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1987

Année

Anno

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I

Volume

Volume

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Frühjahrssession

Session

Session de printemps

Sessione

Sessione primaverile

Rat

Nationalrat

Conseil

Conseil national

Consiglio

Consiglio nazionale

Sitzung

17

Séance

Seduta

Geschäftsnummer 86.818

Numéro d'objet

Numero dell'oggetto

Datum

20.03.1987 - 08:00

Date

Data

Seite

505-506

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Ref. No

20 015 243

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