Asylum seekers, seasonal quotas and statistics

20014227Jurisprudence administrative des autorités fédérales (JAAC)21 mars 1986Other

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

In a written response to Interpellation Müller-Meilen, the Federal Council stated that employed asylum seekers with pending or temporarily non-removable rejected claims cannot be counted against seasonal or annual worker quotas. It further held that asylum seekers granted provisional stay under non-refoulement belong in the foreign resident population statistics, whereas rejected applicants without residence permits are to be recorded separately. Finally, it confirmed that recognized refugees remain exempt from quota limits. The interpellant was reported as partially satisfied.

Regeste Omnilex

Asylum policy and foreign-worker quotas; inclusion in population statistics; continued quota exemption for recognized refugees. The Federal Council held that employed asylum seekers with pending claims or with rejected claims whose removal cannot presently be executed are not to be charged to the quotas for annual residents or seasonal workers, because alien-policy quotas and refugee policy pursue different aims. Persons granted provisional stay under non-refoulement are to be included in the foreign resident population statistics, while rejected applicants without residence permits are to be recorded separately. Recognized refugees remain excluded from quota limitation.

Texte intégral

N 21 mars 1986

468

Interpellation Müller-Meilen

gungen betrifft und nicht zu Lasten bisher beschäftigter Saisonarbeiter geht?

  • Sollten darüber hinaus nicht jene Asylbewerber, denen aufgrund des Non-Refoulement ein vorläufiger Aufenthalt bewilligt wird, in die Statistik der ausländischen Wohnbevöl- kerung und damit in die Stabilisierungspolitik einbezogen werden?

  • Teilt der Bundesrat unsere Auffassung, dass anerkannte Flüchtlinge weiterhin nicht der Kontingentierung zu unter- stellen sind?

Texte de l'interpellation du 18 décembre 1985

Des quelque 23 000 requérants d'asile dont la demande est encore en suspens, la moitié environ est au bénéfice d'un permis de travail. La plupart sont occupés dans des branches dont les activités sont saisonnières, restauration, agriculture, bâtiment. Les demandes d'asile d'un certain nombre de ces personnes ont certes été rejetées, mais on ne peut pour le moment pas les renvoyer dans leur patrie, en vertu du principe du non-refoulement.

  • Le Conseil fédéral n'estime-t-il pas lui aussi que les requé- rants d'asile au bénéfice d'un permis de travail devraient être imputés au contingent des saisonniers ? Est-il disposé à envoyer des instructions aux cantons pour qu'ils veillent à ce que ces restrictions touchent en premier lieu les autorisa- tions saisonnières délivrées pour la première fois et ne prétéritent pas les travailleurs qui sont déjà venus faire des saisons en Suisse?

  • Ne conviendrait-il pas, en outre, d'inclure dans la statisti- que de la population étrangère résidante - les prenant ainsi en compte dans la politique de stabilisation - les deman- deurs d'asile auxquels, en vertu du principe du non-refoule- ment, on accorde un permis de séjour provisoire?

  • Le Conseil fédéral est-il d'avis, tout comme nous, que les personnes auxquelles on a accordé le statut de réfugié ne doivent toujours pas être imputées au contingent des étran- gers?

Mitunterzeichner - Cosignataires: Ammann-St. Gallen, Bäumlin, Bircher, Clivaz, Eggli-Winterthur, Fehr, Lanz, Leuenberger-Solothurn, Meyer-Bern, Morf, Neukomm, Wagner, Weber-Arbon, Zehnder (14)

Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Interpellant verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort.

Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 12. Februar 1986

Rapport écrit du Conseil fédéral du 12 février 1986

Erwerbstätige Asylbewerber, über deren Asylgesuch noch nicht entschieden wurde oder deren Asylgesuch abgelehnt wurde, wobei die Wegweisung vorläufig nicht vollzogen werden kann, können nicht auf die Höchstzahlen für er- werbstätige Jahresaufenthalter oder für Saisonniers ange- rechnet werden. Ein solches Vorgehen würde der unter- schiedlichen Zielsetzung zwischen Ausländer- und Flücht- lingspolitik widersprechen. Abgewiesene Asylbewerber müssen in der Regel jederzeit mit dem Vollzug der Wegwei- sung rechnen und können deshalb nicht in das Erwerbsle- ben eingegliedert werden. Bei denjenigen Ausländern, denen die Ausreise nicht zugemutet werden kann und die aller Voraussicht nach dauernd in unserem Land verbleiben werden, fehlen in den meisten Fällen die beruflichen Vor- aussetzungen, um die nach Fremdarbeiterregelung zuzulas- senden Jahresaufenthalter und Saisonniers ersetzen zu kön- nen. Zudem ist im Hinblick auf die im Asylbereich getroffe- nen und vorgesehenen Massnahmen eine zusätzliche Attraktivität für Asylbewerber zu vermeiden, die in erster Linie zur Arbeitsaufnahme einreisen.

Zur ausländischen Wohnbevölkerung gehören Ausländer mit Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung. Dies gilt auch im Asylbereich. Abgewiesene Asylbewerber, die keine Aufenthaltsbewilligung erhalten, sondern lediglich interniert

werden, sind deshalb nicht zur ausländischen Wohnbevöl- kerung zu zählen, sondern separat zu erfassen.

Anerkannte Flüchtlinge werden auch künftig von der Kon- tingentierung ausgenommen.

Präsident: Der Interpellant ist von der Antwort des Bundes- rates teilweise befriedigt.

85.107 Interpellation Müller-Meilen Asylgesuche. Stand 1985 Demandes d'asile. Etat à la fin 1985

Wortlaut der Interpellation vom 20. Dezember 1985 Die Entwicklung der Asylfrage ist von unverminderter Bedeutung und stösst weiter auf grösstes Interesse. Ich stelle deshalb dem Bundesrat folgende Fragen: Wieviele Asylgesuche sind 1985 gestellt worden? Aus wel- chen Ländern stammen die Gesuchsteller?

Wieviele dieser Gesuche konnten 1985 bereits behandelt und entschieden werden? Wie gross ist der Prozentsatz der 1985 gutgeheissenen und der abgelehnten Asylgesuche? Wie gross ist noch der Rückstand aus früheren Jahren? Wieviele der 1985 abgewiesenen Gesuchsteller haben die Schweiz bereits freiwillig verlassen, wieviele wurden ausge- schafft, und wievielen wurde der Aufenthalt verlängert?

Texte de l'interpellation du 20 décembre 1985

Les problèmes concernant les demandeurs d'asile revêtent toujours la même importance et continuent à susciter la plus grande attention. C'est la raison pour laquelle je prie le Conseil fédéral de répondre aux questions suivantes: Combien de demandes d'asile ont été déposées en 1985? De quels pays venaient les requérants ?

Parmi ces demandes, combien ont pu être traitées en 1985 et combien de décisions y relatives ont-elles été prises? Quels sont, pour 1985, le pourcentage de demandes d'asile acceptées et celui des demandes rejetées ?

Parmi les demandes déposées dans les années précédentes, combien n'ont pas encore été examinées?

Parmi les requérants dont la demande d'asile a été rejetée en 1985, combien de personnes ont déjà quitté la Suisse de leur plein gré, combien ont été expulsées et combien ont vu leur autorisation de séjour prolongée?

Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort.

Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 3. März 1986

Rapport écrit du Conseil fédéral du 3 mars 1986

Wie der am 23. Januar 1986 veröffentlichten Asylstatistik zu entnehmen ist, haben im Jahr 1985 in der Schweiz 9703 (Vorjahr 7435) Personen aus insgesamt 73 Heimatstaaten ein Asylgesuch eingereicht. Am meisten Gesuchsteller stam- men aus der Türkei (3844; 40 Prozent) und aus Sri Lanka (2764; 28 Prozent); aus Zaire kommen 442 (4,5 Prozent) Per- sonen, aus Angola 371 (4 Prozent), aus Chile 322 (3,5 Pro- zent) und aus Pakistan 286 (3 Prozent).

1985 hat das BAP in erster Instanz die Gesuche von 8083 (Vorjahr 4078) Personen erledigt. 939 Personen erhielten Asyl, während die Gesuche von 5658 Personen abgelehnt wurden. Im übrigen sind die Gesuche von 1486 Personen durch Rückzug oder Ausreise gegenstandslos geworden. Von den 1985 eingereichten Gesuchen waren am Jahres- ende bereits 2770 (rund ein Drittel) erledigt.

In der zweiten Instanz sind 1985 Beschwerden betreffend 5016 Personen eingegangen. Im gleichen Zeitraum sind die

  1. März 1986 N

469

Interpellation Ziegler

Verfahren von 4476 Personen, davon für 3893 Personen mit negativem Ausgang, abgeschlossen worden. Die Beschwer- den von 314 Personen führten zu einer ganzen oder teilwei- sen Gutheissung im Beschwerdeverfahren, jene von 269 Personen sind zurückgezogen worden. Die Beschwerden von 5533 Personen waren Ende 1985 noch hängig.

Per Ende Dezember 1985 waren die Gesuche von 15 387 Asylbewerbern erstinstanzlich noch nicht entschieden. Zusammen mit den pendenten Beschwerden von 5533 Per- sonen waren somit gesamthaft die Gesuche von 20 920 Personen hängig.

Die Frage nach den im vergangenen Jahr erfolgten Ausrei- sen und Ausschaffungen kann nicht beantwortet werden. Eine systematische Erfassung aller Vollzugsmeldungen der Kantone wurde hingegen anlässlich der Realisierung eines grösseren EDV-Projektes im Bundesamt für Polizeiwesen jetzt eingeführt, so dass im Verlaufe dieses Jahres exakte zahlenmässige Angaben hinsichtlich des Vollzuges der Entscheide gemacht werden können. Im weiteren ist vorge- sehen, mit den Kantonen im Bereich der Vollzugskontrolle enger zusammenzuarbeiten.

Was die Zahl der freiwillig Ausgereisten betrifft, ist allerdings auch zukünftig mit Unsicherheiten zu rechnen. Da dem Verfügungsadressaten vorerst eine Frist zur Erfüllung seiner Pflicht gesetzt wird, ist in Kauf zu nehmen, dass viele Aus- länder unser Land ohne eigentliche Abmeldung und anschliessende Grenzkontrolle verlassen. Scheint in diesen Fällen eine tatsächlich erfolgte Ausreise aufgrund der Re- cherchen des Kantons (an der Wohnadresse, bei den Für- sorgebehörden usw.) sehr wahrscheinlich zu sein, wird der betreffende Ausländer als Ausgereister vermerkt. Liegen hingegen keine entsprechenden Hinweise vor, kann auch nichts Endgültiges über seinen Aufenthaltsort gesagt wer- den. Analoge Schwierigkeiten treten bekanntlich auch in anderen Bereichen, so etwa im Bereich Arbeitsmarkt (Zahl der illegal Arbeitenden), auf.

Ausländer, die im Jahre 1985 in der Schweiz ein Asylgesuch eingereicht haben, nach Staatsangehörigkeit

Gesamttotal

9703

EUROPA

4501

AFRIKA

1132

AMERIKA

360

ASIEN

3706

STAATENLOS

4

EUROPA

4501

Jugoslawien

138

Polen

199

Rumänien

103

Tschechoslowakei

96

Türkei

3844

Ungarn

93

Gaz d'échappement. Normes applicables

Uebrige

28

aux véhicules utilitaires lourds

AFRIKA

1132

Aethiopien

101

Angola

371

Ghana

103

Zaire

442

Zentralafrikanische Rep.

21

Uebrige

94

AMERIKA

360

Chile

El Salvador

Peru

Uebrige

ASIEN

Afghanistan

28

Texte de l'interpellation du 26 septembre 1985

Bangladesh

Indien

Irak

Iran

162

Kampuchea

9

Libanon

107

Pakistan Sri Lanka

2764

Syrien

29

Tibet

16

Vietnam

116

Uebrige

29

STAATENLOS

4

Ausländer, die im Jahre 1985 in der Schweiz ein Asylgesuch eingereicht haben, nach Kantonen

Schweiz

9703

Zürich

893

Bern

1340

Luzern

365

Uri

11

Schwyz

37

Obwalden

IN

Glarus

36

Zug

56

Freiburg

304

Solothurn

109

Basel-Stadt

1767

Basel-Landschaft

270

Schaffhausen

47

Appenzell A.Rh.

9

Appenzell I.Rh.

7

St. Gallen

337

Graubünden

301

Aargau

350

Thurgau

97

Tessin

583

Waadt

1517

Wallis

216

Neuenburg

127

Genf

583

Jura

339

Präsident: Der Interpellant ist von der Antwort des Bundes- rates teilweise befriedigt.

85.577

Interpellation Ziegler

Wortlaut der Interpellation vom 26. September 1985

Kürzlich hat der Bundesrat beschlossen, für Personenwa- gen verschärfte Abgasgrenzwerte (US-Norm 83) auf den 1. Oktober 1987 einzuführen. Für leichte Nutzfahrzeuge (Gesamtgewicht bis 3500 kg) gilt die entsprechende US- Norm 83 ab dem 1. Oktober 1988.

322 5 In diesem Zusammenhang erbitte ich vom Bundesrat Aus- kunft auf folgende Frage:

16 Auf welchen Zeitpunkt gedenkt der Bundesrat, auch für 17 · schwere Nutzfahrzeuge entsprechende Abgasnormen und Partikelvorschriften einzuführen?

3706

34 Le Conseil fédéral a décidé récemment d'abaisser les .

114 valeurs limites des gaz d'échappement valables pour les

12 voitures de tourisme (prescriptions «US-Federal 83"); ces

2

Nidwalden

286

Abgasnormen für schwere Nutzfahrzeuge

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

Interpellation Müller-Meilen Asylgesuche. Stand 1985 Interpellation Müller-Meilen Demandes d'asile. Etat à la fin 1985

In

Dans

In

Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale

Jahr

1986

Année

Anno

Band

I

Volume

Volume

Session

Frühjahrssession

Session

Session de printemps

Sessione

Sessione primaverile

Rat

Nationalrat

Conseil

Conseil national

Consiglio

Consiglio nazionale

Sitzung

17

Séance

Seduta

Geschäftsnummer 85.107

Numéro d'objet

Numero dell'oggetto

Datum 21.03.1986 - 08:00

Date

Data

Seite

468-469

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20 014 227

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Mots-clés

asylum seekersseasonal quotasnon-refoulementpopulation statisticsrecognized refugeesforeign worker policy

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether employed asylum seekers should be counted against seasonal or annual foreign-worker quotas.

Solution extraite

Employed asylum seekers whose asylum claims are pending or have been rejected but cannot yet be removed must not be counted against the quotas for annual residents or seasonal workers.

Motifs extraits

The Federal Council considered that doing so would conflict with the different aims of alien policy and refugee policy, and that rejected asylum seekers must normally expect removal at any time.

Question juridique clé

Whether asylum seekers granted provisional stay under non-refoulement should be included in the resident foreign-population statistics.

Solution extraite

Such persons are to be included in the foreign resident population statistics and thus in stabilization policy; rejected asylum seekers without residence permits are to be recorded separately.

Motifs extraits

The Federal Council stated that the resident foreign population consists of foreigners with residence or settlement permits, including in the asylum field.

Question juridique clé

Whether recognized refugees should continue to be excluded from foreigner quotas.

Solution extraite

Recognized refugees will continue to be exempt from quota limits.

Motifs extraits

The Federal Council expressly confirmed the continued exemption of recognized refugees from contingents.

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