Verwaltungsbehörden 23.09.1985 84.205
20013717Vpb23 sept. 1985Ouvrir la source →
Politique d'asile. Interventions personnelles
1466
N
23 septembre 1985
La motion est transmise dans le sens des déclarations du Conseil fédéral.
84.205 Initiative des Kantons Freiburg Asylbewerber Initiative du canton de Fribourg Requérants d'asile
Wortlaut der Initiative vom 14. Mai 1984
Der Kanton Freiburg lädt den Bundesrat ein, so rasch wie möglich eine Gesetzesänderung vorzuschlagen, wonach die Kantone verpflichtet werden, eine angemessene Anzahl von Asylbewerbern aufzunehmen. Das Parlament muss dem Bundesrat unbedingt die für die Bundespolitik erforderli- chen Mittel geben, d. h. auch die absolut notwendigen Kre- dite für die Einstellung zusätzlicher Beamter, die diese Poli- tik verlangt. Eine Verbesserung der gegenwärtigen Situation liegt sowohl im Interesse der Kantone, die Asylbewerber aufnehmen, als auch in dem der Asylbewerber selbst, deren Entwurzelung ein echtes Problem darstellt.
Der Kanton Freiburg ist wie die anderen Schweizer Kantone ein Aufnahmekanton. Aber unser föderalistischer Aufbau verlangt die Solidarität aller Kantone.
Texte de l'initiative du 14 mai 1984
Le canton de Fribourg invite le Conseil fédéral à proposer dans les plus brefs délais l'insertion dans la loi de l'obliga- tion pour les cantons de recevoir un nombre équitable de requérants d'asile. Les Chambres fédérales doivent absolu- ment donner au Conseil fédéral les moyens nécessaires à la politique de la Confédération, c'est-à-dire aussi les crédits indispensables à l'engagement des fonctionnaires supplé- mentaires que postule cette politique. Un assainissement de la situation est dans l'intérêt tant des cantons recevants que des requérants eux-mêmes dont le déracinement ne man- que pas d'être préoccupant.
Le canton de Fribourg comme les autres cantons suisses sont des terres d'accueil. Mais notre régime fédératif requiert que la solidarité soit le fait de tous les cantons.
Herr Fischer-Hägglingen unterbreitet namens der Kommis- sion den folgenden schriftlichen Bericht:
Inhalt der Initiative (siehe oben).
Ergebnis der Vorprüfung: Die mit der Vorberatung von Fragen der Asylpolitik betraute Kommission behandelte die Standesinitiative an ihrer Sitzung vom 18. Februar 1985. Sie beantragt dem Rat, dem Vorstoss des Kantons Freiburg teilweise Folge zu geben und folgenden Motionstext zu überweisen:
«Der Bundesrat wird eingeladen, so rasch wie möglich eine Gesetzesänderung vorzuschlagen, wonach die Kantone ver- pflichtet werden, eine angemessene Anzahl von Asylbewer- bern aufzunehmen.
Die Zuständigkeit des Bundes ist subsidiär. Die Bundesbe- hörden sind nur dann befugt zu entscheiden, wenn die Kantone sich innert nützlicher Frist auf keine angemessene Lösung geeinigt haben.»
Das Begehren um Personalaufstockung lehnt die Kommis- sion ab; das Parlament habe mit der Bewilligung von insge- samt 88 Stellen diesem Begehren bereits entsprochen.
verzeichnet, gerechtfertigt. Sie ist daher bereit, ihm mit einer Motion Nachachtung zu verschaffen.
Die Entwicklung der letzten Zeit hat gezeigt, dass die übri- gen Kantone nicht bereit sind, zur Entlastung der Kantone, die viele Asylbewerber zu betreuen haben, zusätzliche Flüchtlinge aufzunehmen. Eine Umfrage des Eidgenössi- schen Justiz- und Polizeidepartementes bei den Kantonen hat eine geringe Bereitschaft gezeigt, auf freiwilliger Basis etwas zu unternehmen.
Der Bund soll deshalb nach Meinung der Kommission die Befugnis erhalten, eine bessere Verteilung der Flüchtlinge auf die Kantone anzuordnen. Sie erachtet es als richtig, dass seitens des Bundes ein gewisser Druck zur Solidarität in dieser Richtung ausgeübt werden kann. Zur Diskussion stand aber nur eine subsidiäre Regelung. Die Kantone sollen die Möglichkeit haben, innert nützlicher Frist selber zu han- dein. Erst wenn von dieser Möglichkeit kein Gebrauch wird, habe der Bund tätig zu werden.
Die Kommission lehnte es ab, eine Lösung auf dem Konkor- datsweg anzustreben, da sie zuviel Zeit beanspruchen würde. Auch wurde die Möglichkeit nicht in Betracht gezo- gen, die Justizdirektoren mit einer Umverteilung der Asylbe- werber zu beauftragen.
Die mit der Motion beauftragte Gesetzesänderung soll so rasch wie möglich dem Parlament unterbreitet werden. Die Kommission hält aber ein Vorziehen dieser Gesetzesrevision nicht für nötig. Sie soll im Zusammenhang mit der zweiten Revision des Asylgesetzes diskutiert werden.
Antrag der Kommission
Aus diesen Überlegungen beantragt die Kommission ein- stimmig, der Standesinitiative teilweise Folge zu geben und ihre Motion zu überweisen.
Proposition de la commission
Pour ces motifs, la commission propose de donner partielle- ment suite à l'initiative du canton de Fribourg et de trans- mettre sa motion.
Motion der Kommission des Nationalrates Asylbewerber. Verteilung auf die Kantone
Der Bundesrat wird eingeladen, so bald wie möglich eine Gesetzesänderung vorzuschlagen, wonach die Kantone ver- pflichtet werden, eine angemessene Anzahl von Asylbewer- bern aufzunehmen.
Die Zuständigkeit des Bundes ist subsidiär. Die Bundesbe- hörden sind nur dann befugt zu entscheiden, wenn die Kantone sich innert nützlicher Frist auf keine angemessene Lösung geeinigt haben.
Motion de la commission du Consell national Requérants d'asile. Répartition entre les cantons
Le Conseil fédéral est invité à proposer dans les plus brefs délais l'insertion dans la loi de l'obligation pour les cantons de recevoir un nombre équitable de requérants d'asile. La compétence de l'autorité fédérale est subsidiaire. L'auto- rité fédérale n'est habilitée à décider que si les cantons ne sont pas parvenus à trouver dans un délai utile une solution appropriée.
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Initiative des Kantons Freiburg Asylbewerber Initiative du canton de Fribourg Requérants d'asile
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Dans
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Jahr
1985
Année
Anno
Band
IV
Volume
Volume
Session
Herbstsession
Session
Session d'automne
Sessione
Sessione autunnale
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
06
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 84.205
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 23.09.1985 - 14:30
Date
Data
Seite
1466-1466
Page
Pagina
Ref. No
20 013 717
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