Verwaltungsbehörden 21.06.1985 85.379
20013516Vpb21 juin 1985Ouvrir la source →
Postulat Eppenberger-Nesslau
1261
85.377 Postulat Wick Tierschutzverordnung. Revision Protection des animaux. Révision de l'ordonnance
85.379 Postulat Eppenberger-Nesslau Tierschutzgesetz. Vollzugsvorschriften Loi sur la protection des animaux. Prescriptions d'exécution
Wortlaut des Postulates vom 13. März 1985
Der Bundesrat wird eingeladen, die Tierschutzverordnung in folgenden Punkten zu ergänzen oder zu modifizieren:
Sämtliche Tierversuchs-Bewilligungsgesuche müssen ausser dem Kantonsveterinär (Bewilligungsinstanz) auch der kantonalen Tierversuchskommission zur Kenntnis gebracht werden.
Jedes Kommissionsmitglied hat das Recht, die Behand- lung jedes beliebigen Tierversuchsgesuches in der Kommis- sion zu verlangen. In diesen Fällen entscheidet die Kommis- sion über die Bewilligung.
Jedes Kommissionsmitglied hat das Recht, Kategorien von Tierversuchen, denen es nicht zustimmen kann, zur Begutachtung und zum prinzipiellen Entscheid an die Eid- genössische Tierversuchskommission weiterzuleiten.
Die kantonalen Tierversuchskommissionen haben das Recht und die Pflicht, die Einhaltung des Tierschutzgeset- zes durch unangemeldete Besuche in den entsprechenden Institutionen zu verifizieren.
Texte du postulat du 13 mars 1985
Le Conseil fédéral est invité à compléter ou à modifier sur les points suivants l'ordonnance sur la protection des ani- maux:
Toutes les demandes d'autorisation concernant les expé- riences sur animaux doivent être portées non seulement à la connaissance du vétérinaire cantonal (autorité compétente), mais aussi à celle de la commission cantonale des expé- riences sur animaux.
Tout membre de la commission a le droit d'exiger qu'une demande d'autorisation soit examinée par celle-ci. Dans ce cas, la commission se prononce sur l'octroi.
Tout membre de la commission a le droit de transmettre les demandes d'autorisation se rapportant aux catégories d'expériences sur animaux auxquelles il ne saurait souscrire à la Commission fédérale des expériences sur animaux, afin qu'elle les examine et qu'elle prenne une décision de prin- cipe.
Les commissions cantonales d'expériences sur animaux ont le droit et le devoir de vérifier que la loi sur la protection des animaux est respectée en procédant à l'improviste à des visites dans les institutions concernées.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Auer, Blunschy, Bonnard, Bühler-Tschappina, Cantieni, Dünki, Eppenberger-Nesslau, Euler, Grassi, Hess, Hubacher, Humbel, Iten, Jaeger, Jung, Keller, Landolt, Maeder-Appenzell, Müller-Bachs, Nauer, Nebiker, Oehler, Oester, Pfund, Robert, Ruckstuhl, Rutis- hauser, Salvioni, Savary-Freiburg, Schmidhalter, Schnider- Luzern, Segmüller, Seiler, Villiger, Wyss (35)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Urheber verzichtet auf eine Begründung, wünscht je- doch eine schriftliche Beantwortung.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 10. Juni 1985 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 10 juin 1985 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat engegenzunehmen. Überwiesen - Transmis
Wortlaut des Postulates vom 13. März 1985
Der Bundesrat wird ersucht, bald - wenn möglich noch vor der Volksabstimmung über die Initiative zur Abschaffung der Vivisektion - in folgenden Punkten eine sinngemässe Änderung des Tierschutzgesetzes vorzuschlagen:
Artikel 18 Bewilligungsverfahren und Aufsicht
1 ( ... ) Namentlich erhält die Kommission Gelegenheit zur vorgängigen Prüfung der Bewilligungsgesuche. Sie kann Bewilligungsentscheide an kantonale Instanzen sowie an das Bundesamt für Veterinärwesen bzw. an das Eidgenössi- sche Volkswirtschaftsdepartement weiterziehen.
2 Die kantonalen und eidgenössischen Bewilligungsent- scheide sind öffentlich einsehbar, soweit keine überwiegen- den wissenschaftlichen, wirtschaftlichen oder militärischen Geheimnisse verletzt werden.
3 Gesamtschweizerische Organisationen, die sich nach ihren Statuten mit Tierschutz befassen, können Bewilligungsent- scheide an kantonale (Regierungsrat) bzw. eidgenössische Instanzen (Bundesamt für Veterinärwesen, Eidgenössisches Volkswirtschaftsdepartement) weiterziehen. Diesen Organi- sationen steht das Klagerecht im Sinne des Strafrechts und der Verwaltungsrechtspflege zu. Der Bundesrat bezeichnet die berechtigten Organisationen.
Texte du postulat du 13 mars 1985
Le Conseil fédéral est invité à proposer rapidement - si possible avant la votation populaire sur l'initiative concer- nant la suppression de la vivisection - une modification de la loi sur la protection des animaux sur les points suivants:
Article 18 Procédure d'autorisation et surveillance
1 ( ... ) La commission doit avoir notamment l'occasion d'exa- miner au préalable les demandes d'autorisation. Elle peut déférer des décisions en matière d'autorisation aux auto- rités cantonales et à l'Office vétérinaire fédéral ou au Dépar- tement fédéral de l'économie publique.
2 Les décisions cantonales et fédérales en matière d'autori- sation peuvent être consultées dans la mesure où aucun secret important n'est violé dans le domaine scientifique, économique ou militaire.
3 Les organisations d'importance nationale qui s'occupent de la protection des animaux en vertu de leurs statuts peuvent déférer des décisions en matière d'autorisation aux autorités cantonales (Conseil d'Etat) ou aux autorités fédé- rales (Office vétérinaire fédéral, Département fédéral de l'économie publique). Ces organisations ont le droit d'ester en justice au sens du droit pénal et de la juridiction adminis- trative. Le Conseil fédéral désigne celles qui ont cette fa- culté.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Ammann-Bern, Aubry, Auer, Cincera, Dünki, Eng, Giger, Hunziker, Künzi, Lüchin- ger, Maeder-Appenzell, Mühlemann, Müller-Bachs, Müller- Meilen, Nef, Ogi, Petitpierre, Reich, Revaclier, Risi-Schwyz, Rohrer, Schnider-Luzern, Schnyder-Bern, Villiger, Wanner, Weber Monika, Widmer, Wyss, Zwingli, Zwygart (30)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit
Das Tierschutzgesetz vom 9. März 1978 stellt eine umfas- sende Rechtsgrundlage für die Eindämmung von Tierversu- chen dar. In der Praxis zeigen sich aber gewisse Mängel beim Vollzug. Diese können durch verbesserte Mitwirkungs- möglichkeiten der Aufsichtskommissionen, durch den Ein- bezug gesamtschweizerischer, anerkannter Tierschutzorga-
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Postulat Stamm Walter
nisationen sowie durch eine Relativierung der Geheimhal- tung dort, wo keine übergeordnete wissenschaftliche, mili- tärische oder wirtschaftliche Interessen tangiert sind, beho- ben werden. An der Substanz des Tierschutzgesetzes wird durch entsprechende Anpassungen nichts geändert, und für die Gesuchsteller bleibt somit auch die Rechtssicherheit gewährleistet. Mit der Schliessung der erkannten Vollzugs- lücken soll vielmehr sichergestellt werden, dass das Gesetz in der Praxis wirklich den Intentionen des Gesetzgebers entspricht.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 15. Mai 1985 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 15 mai 1985 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen: Überwiesen - Transmis
85.424 Postulat Weder-Basel Tierschutzkommissionen. Erweiterung Protection des animaux. Elargissement des commissions
Wortlaut des Postulates vom 22. März 1985
Der Bundesrat wird ersucht, die Tierschutzverordnung dahingehend zu ergänzen, dass die Eidgenössische Kom- mission für Tierversuche und die kantonalen Aufsichtskom- missionen erweitert werden durch Humanmediziner (prakti- sche Ärzte) und Geisteswissenschafter (Ethiker, Philoso- phen).
Texte du postulat du 22 mars 1985
Le Conseil fédéral est prié de compléter l'ordonnance fédé- rale sur la protection des animaux en ajoutant que des représentants de la médecine humaine (praticiens) et des sciences morales (éthique, philosophie) figureront dans la Commission fédérale pour les expériences sur animaux et dans les commissions de surveillance cantonales.
Schriftliche Begründung - Développement par écrit
In der Verordnung heisst es, die Eidgenössische Kommis- sion für Tierversuche werde zusammengesetzt aus Fachleu- ten für Versuchstierkunde, Tierversuche und Tierschutzfra- gen. Die wissenschaftlichen Fachleute sind dann meist Experimentatoren, Vertreter aus der Industrie, beamtete Tierärzte. Die Vertreter des Tierschutzes hingegen sind in der Regel naturwissenschaftliche Laien. Es ist ihnen nicht oder nur unter grossem Aufwand möglich, die Fachsprache der Forscher zu entziffern und herauszufinden, was eigent- lich in den Versuchen mit den Tieren geschieht und welcher Zweck damit verfolgt wird.
Die Anwesenheit eines Humanmediziners in der Kommis- sion könnte die heute übliche Diskrepanz zwischen For- schung im Elfenbeinturm und den Problemen des kranken Menschen überbrücken. Der Arzt, «Nutzniesser» der Tierver- suche in Forschung und Industrie, hätte ein gewichtiges Wort mitzureden bei der Beurteilung von wissenschaftli- chem Wert, Berechtigung und Unerlässlichkeit von Gesu- chen.
Einen Geisteswissenschafter könnte man zwar als Laien auf dem Gebiet der exakten Naturwissenschaften bezeichnen, er würde aber die gesamte «Zweck-Ethik-Problematik» auf eine andere Ebene bringen und damit verhindern, dass Gesuche immer von vorgefassten Meinungen und eingefah- renen Ideologien aus beurteilt werden. Auch sie könnten zur
gesetzlich verankerten «Unerlässlichkeit» (Art. 14) neue Aspekte einbringen.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 15. Mai 1985 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 15 mai 1985 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen. Überwiesen - Transmis
85.341 Postulat Stamm Walter Postsendungen. PVC-Verpackung Envois postaux en emballages PVC
Wortlaut des Postulates vom 8. Februar 1985
In ständig steigendem Umfang werden durch die Verlage Zeitschriften und Periodikas in PVC-Klarsichtfolien verpackt den Postempfängern zugestellt. Dies belastet unnötiger- weise die Kehricht- und Abfallbeseitigung. Im Interesse einer Verminderung der Schadstoffbelastung der Umwelt wird der Bundesrat gebeten, die Postbeförderungsbestimmungen so zu ändern, dass Postsendungen mit PVC-Verpackung nicht mehr angenommen werden.
Texte du postulat du 8 février 1985
Les maisons d'édition envoient en quantités toujours plus importantes des revues et des périodiques qui sont enve- loppés dans des feuilles transparentes en PVC. Cela entrave inutilement l'élimination des ordures et des déchets. Aux fins de réduire la pollution de l'environnement par des substances nuisibles, je prie le Conseil fédéral de modifier les dispositions relatives à l'acheminement du courrier de telle sorte que les envois postaux en emballages PVC ne soient plus acceptés.
Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 3. April 1985
Rapport écrit du Conseil fédéral du 3 avril 1985
Klarsichtfolien aus Kunststoff werden seit längerer Zeit welt- weit als Verpackung von Zeitschriften, Prospekten, Katalo- gen und dergleichen verwendet. Die Versender in der Schweiz verwenden jedoch keine Folien aus Polyvinylchlo- rid (PVC), sondern Klarsichthüllen, die vor allem aus Poly- äthylen bestehen. Daher entsteht bei der Vernichtung dieses Verpackungsmaterials keine grössere Umweltbelastung als durch die herkömmlichen Hüllen und Streifbänder aus Papier. Im übrigen geht die Verpackungsindustrie generell dazu über, nach und nach Verpackungen aus umwelt- freundlichen Stoffen herzustellen, die kein Polyvinylchlorid enthalten. Der Bundesrat ist bei dieser Sachlage der Mei- nung, es bestehe kein Anlass, die Postbeförderungsbestim- mungen im Sinne des Postulates zu ändern.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat beantragt, das Postulat abzulehnen.
Abgelehnt - Rejeté
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Postulat Eppenberger-Nesslau Tierschutzgesetz. Vollzugsvorschriften Postulat Eppenberger-Nesslau Loi sur la protection des animaux. Prescriptions d'exécution
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Jahr
1985
Année
Anno
Band
III
Volume
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Session
Sommersession
Session
Session d'été
Sessione
Sessione estiva
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
17
Séance
Seduta
Geschäftsnummer
85.379
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 21.06.1985 - 08:00
Date
Data
Seite
1261-1262
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Pagina
Ref. No
20 013 516
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