Verwaltungsbehörden 24.06.1983 83.396
20011545Vpb24 juin 1983Ouvrir la source →
N 24 juin 1983
1001
Postulat Ott
dispositions constitutionnelles, législatives et réglemen- taires de la Confédération et des cantons.
Si tant est qu'elles en aient encore une, de quelle marge de manœuvre les villes et les communes périphériques dis- posent-elles pour résoudre les problèmes et mettre en œuvre une politique qui leur soit propre?
De quel type d'organisations politique et administrative les villes-centres et les communes périphériques ont-elles besoin pour contrôler leur développement futur?
Mitunterzeichner - Cosignataires: Affolter, Akeret, Ammann- Bern, Aregger, Basler, Bratschi, Braunschweig, Bremi, Can- tieni, Cevey, de Chastonay, Chopard, Darbellay, Delamuraz, Dupont, Eggenberg-Thun, Eggli, Flubacher, Frei-Romans- horn, Frey-Neuenburg, Geissbühler, Hofmann, Huggenber- ger, Jeanneret, Jost, Kopp, Landolt, Linder, Lüchinger, Mar- tin, Mauch, Meier Werner, Messmer, Muheim, Nef, Neu- komm, Petitpierre, Reimann, Rothen, Rubi, Schmid, Schwarz, Spiess, Steinegger, Stucky, Weber-Schwyz, Wid- mer, Wyss (48)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit
Städte und Agglomerationsgemeinden umfassen etwa zwei Drittel der Bevölkerung unseres Landes. Die Entwicklung der Städte und ihrer Agglomerationsgemeinden, d. h. des schweizerischen Stadtsystems, ist entscheidend für die künftige Entwicklung unseres Landes. Die Städte sind Ner- venzentren für die Schweiz, aber auch Mittelpunkte für regionale Einzugsgebiete. Auf die Agglomerationen entfällt ein beträchtlicher Anteil sowohl des öffentlichen wie des privaten Verkehrs.
Die Funktionstüchtigkeit des schweizerischen Stadtsy- stems ist heute bedroht. Die ungelösten Fragen mehren sich. Ungleichgewichte in nahezu allen Sachbereichen wie Finanzen, Bevölkerung, Boden und Bodennutzung, Kultur, Verkehr, Wohnbau, Entsorgung (Umweltschutz),.Wirtschaft, Aktivität des Bürgers, sind sowohl in den grössten wie auch in den kleinsten Kernstädten und Agglomerationsgemein- den feststellbar.
Die Städte sind gezwungen, kurzfristig zu handeln und gegen die Ungleichgewichte anzukämpfen. Für eine länger- fristige erfolgreiche Politik fehlen heute die nationalen und regionalen Grundlagen, die auch wissenschaftlich abge- stützt sind.
Bund, Kantone sowie Städte und Agglomerationsgemein- den sind dringend auf praxisnahe wissenschaftliche Erkenntnisse angewiesen, damit die Zukunft unseres Stadt- systems - und damit der urbanen Entwicklungszentren unseres Landes - erfolgreich gestaltet werden kann.
Bund und Kantone müssen in die Lage versetzt werden, die Auswirkungen ihrer Massnahmen auf die Entwicklung des Stadtsystems zu beurteilen. Städte und Agglomerationsge- meinden ihrerseits brauchen die nötigen wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Aufgabenerfüllung im Rahmen der Gemeindeautonomie.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen. Überwiesen - Transmis
83.396 Postulat Ott Flüchtlingspolitik. Initiative der Schweiz Politique des réfugiés. Initiative de la Suisse
Wortlaut des Postulats vom 16. März 1983
Heute leben auf der Welt über 20 Millionen Flüchtlinge. Für die Länder Westeuropas hat das Flüchtlingsproblem in jüngster Zeit eine neue Gestalt und neue Dimensionen angenommen: Es wird zusehends zu einem Drittwelt-Pro- blem. Unser Land ist durch diese Entwicklung stark betrof- fen. Wenn wir an unserer traditionellen humanitären und liberalen Asylpolitik festhalten wollen, müssen wir nach internationalen Lösungen des Problems Ausschau halten, denn dieses wird allein aus der nationalstaatlichen Perspek- tive längerfristig kaum mehr zu lösen sein.
Der Bundesrat wird darum eingeladen zu prüfen, ob die Schweiz nicht - entsprechend ihrer Tradition des Eintretens für Völkerrecht und für internationale Zusammenarbeit auf humanitärem Gebiet - eine internationale Initiative für eine kooperative Lösung des neuen Flüchtlingsproblems, insbe- sondere im westeuropäischen Rahmen, ergreifen könnte.
Texte du postulat du 16 mars 1983
On recense actuellement plus de 20 millions de réfugiés de par le monde. Depuis quelque temps, ce problème a pris, pour ce qui est des pays d'Europe occidentale, un tour nou- veau et plus d'ampleur. En effet, il est visiblement en passe de devenir un problème du tiers monde. Notre pays est for- tement touché par cette évolution. Or, si nous voulons conserver notre politique d'asile libérale et humanitaire fon- dée sur la tradition, nous devons rechercher des solutions au niveau international, car le problème des réfugiés ne pourra bientôt plus être résolu par des mesures prises sur le plan national uniquement.
C'est pourquoi le Conseil fédéral est invité à examiner s'il ne serait pas opportun que la Suisse prenne, conformé- ment à sa tradition de défense du droit des gens et de la coopération internationale sur le plan humanitaire, l'initiative de lancer un appel aux pays concernés, et notamment aux pays d'Europe occidentale, afin qu'ils se concertent pour rechercher une solution au problème des réfugiés, tel qu'il se pose aujourd'hui.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Affolter, Akeret, Ammann- St. Gallen, Baechtold, Bircher, Blunschy, Bratschi, Braun- schweig, Bundi, Chopard, Eggenberg-Thun, Gerwig, Hub- acher, Meier Werner, Morf, Müller-Luzern, Müller-Bern, Nauer, Neukomm, Reiniger, Rubi, Ruffy, Schmid, Spiess, Uchtenhagen, Wagner, Zehnder (27)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit
Die kürzliche Konferenz der kantonalen Polizeidirektoren wie auch die jüngsten öffentlichen Diskussionen zum Asyl- problem haben gezeigt, dass der Andrang von Flüchtlingen, insbesondere auch von solchen aus fremden Kulturberei- chen, beängstigende Ausmasse annimmt - beängstigend darum, weil daraus eine Verschlechterung der Stimmung im Volk gegenüber den Prinzipien unserer Asyltradition resul- tieren könnte. Die Unantastbarkeit dieser Tradition sollte aber ein Markstein sein auch auf unserem zukünftigen Weg. - In diesem Dilemma liegt eine, wenigstens teilweise, Inter- nationalisierung des Problems in unserem eigensten Inter- esse.
Unser Land hat schon wiederholt derartige Initiativen ergriffen und internationale Konferenzen einberufen, so zuletzt die Konferenz über die Zusatzprotokolle zum Genfer Kriegsvölkerrecht 1974 bis 1977. Eine neuerliche Initiative gerade der Schweiz im Dienste der Lösung einer neuartigen
Juni 1983 N
1002
Postulat Bratschi
Aufgabe würde darum in der Völkerwelt vermutlich sehr gut verstanden. Die Schweiz könnte dabei allein vorstossen oder aber im Zusammenwirken mit befreundeten Nationen Westeuropas, mit denen sie an der KSZE bereits eine aktive Zusammenarbeit pflegt.
Eine derartige Aktion müsste abgestimmt werden mit dem UNO-Hochkommissariat für Flüchtlingswesen (HCR) in Genf, das für die Flüchtlingsfragen eine weltweite Verant- wortung ausübt. Es würde dadurch aber keine Doppelspu- rigkeit zur Tätigkeit des HCR entstehen, da die Sonderinitia- tive speziell für den westeuropäischen Raum gedacht ist, wo sich das Problem in spezieller Form zuspitzt. Die Kon- zentration auf den westeuropäischen Rahmen dürfte auch die Wahrscheinlichkeit vergrössern, dass rasch greifbare Ergebnisse erreicht werden.
Schon heute betreibt die Schweiz zum Teil Flüchtlings- politik an Ort und Stelle (humanitäre Hilfe in Südostasien!). Durch eine gewisse Internationalisierung könnte dieser Weg - der übrigens auch den Prinzipien des HCR ent- spricht - vermehrt beschritten werden. Flüchtlingssiedlun- gen, von Europa aus finanziert und getragen, würden auf dem Territorium befreundeter Staaten des betreffenden Kulturkreises mit geringeren Mitteln den Schutz von mehr Flüchtlingen ermöglichen und würden dazu beitragen, den mit einem Exil verbundenen Kultur-Schock zu mildern.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen.
Überwiesen - Transmis
83.306 Postulat Bratschi. Zivilschutzräume. Ausrüstung Abris de la protection civile. Equipement
Wortlaut des Postulates vom 31. Januar 1983
Die neue Zivilschutzkonzeption verspricht «jedem Einwoh- ner seinen Schutzplatz» im Frieden wie im Krieg. Die Zuwei- sung der Schutzplätze ist vielerorts erfolgt. Was in den pri- vaten Schutzräumen meistens fehlt, ist die notwendige Ein- richtung für einen längeren Aufenthalt (Liege- bzw. Effek- tengestelle, Wasservorratsbehälter usw.). Der sofortige Bezug ist nicht gewährleistet. Bei radioaktiver Verseu- chung, beispielsweise durch den Absturz von Flugkörpern wie Kosmos 1402, ist unsere Bevölkerung deshalb ausser- ordentlich gefährdet.
Der Bundesrat wird ersucht zu prüfen, ob unsere Gesetz- gebung (Art. 2 Schutzbautengesetz 1963) nicht dahinge- hend zu ergänzen ist, dass die Zivilschutzräume bereits heute mit Einrichtungen für einen längeren Aufenthalt aus- zurüsten sind.
Texte du postulat du 31 janvier 1983
Selon la nouvelle conception de la protection civile, chaque habitant de notre pays disposera d'un abri en temps de paix comme en temps de guerre. L'attribution des abris a eu lieu en de nombreux endroits. Cependant, les abris privés ne sont généralement pas équipés pour un long séjour (cou- chettes et étagères pour effets divers, réservoirs d'eau, etc.). L'utilisation immédiate n'est pas assurée. Notre popu- lation serait très gravement menacée par le rayonnement d'éléments radioactifs en cas d'accident, par exemple par la chute d'un objet tel que Cosmos 1402.
Le Conseil fédéral est prié d'examiner s'il serait possible de compléter notre législation (art. 2 de la loi de 1963 sur les
abris) par des dispositions prévoyant que les abris doivent être équipés dès maintenant en vue d'un séjour prolongé.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Bircher, Bundi, Chopard, Deneys, Eggenberg-Thun, Ganz, Hubacher, Meier Werner, Nauer, Neukomm, Ott, Rothen, Rubi, Schmid, Stich, Wag- ner, Zehnder, Ziegler-Genf (18)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit
Nach Artikel 2 des Schutzbautengesetzes haben die Haus- eigentümer bei Neubauten oder wesentlichen Umbauten Zivilschutzräume zu erstellen. Artikel 9 des gleichen Geset- zes verpflichtet sie weiter, diese so zu unterhalten und zu verwenden, dass sie jederzeit innert nützlicher Frist dem Zivilschutz dienstbar gemacht werden können. In Artikel 18 der Schutzbautenverordnung vom 27. November 1978 wird präzisiert, dass Zivilschutzräume innert 24 Stunden be- nützbar sein müssen. Auf Anordnung des Bundesrates sind gemäss Artikel 14 der Zivilschutzverordnung vom 27. November 1978 die Schutzräume zu räumen und für einen längeren Aufenthalt einzurichten. Was nützen indes- sen all diese Vorschriften zum Schutze der Bevölkerung, wenn die notwendigen Einrichtungen für einen längeren Aufenthalt im Schutzraum fehlen? Weit über die Hälfte der Zivilschutzräume entsprechen den technischen Weisungen für den privaten Schutzraumbau vom 15. November 1966. Damit sind nur die baulichen Voraussetzungen für einen Schutz der Benutzer erfüllt. Das reicht aber für einen länge- ren Aufenthalt nicht aus. Für die hierfür notwendige Einrich- tung der entsprechenden Geräte werden normalerweise mehrere Tage bis zu einer Woche gebraucht. Eine Anord- nung des Bundesrates zum Bezuge der Zivilschutzräume wegen radioaktiver Gefährdung beispielsweise ist damit völ- lig illusorisch und täuscht nur eine Scheinsicherheit vor. Der Schutz der Zivilbevölkerung bei Katastrophen in Friedens- zeiten besteht somit nicht. Artikel 1 des Zivilschutzgeset- zes, das den Einsatz des Zivilschutzes in Friedenszeiten ausdrücklich vorsieht, wird nicht mehr erfüllt. Dies wiegt um so schwerer, als eine grosse Anzahl von Flugkörpern mit radioaktivem Material unsere Erde umkreist. Die heutige Technik ist offensichtlich nicht in der Lage, diese grosse Gefährdung der Menschheit im Griff zu halten. Unsere Gesetzgebung muss daher in dem Sinne ergänzt werden, dass bereits heute die notwendigen Einrichtungen (Liege- bzw. Effektengestelle, Wasservorratsbehälter usw.) für die Zivilschutzräume beschafft werden. Die entsprechenden Geräte können «ab der Stange» preisgünstig erstanden oder selbst bereitgestellt werden.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat ist bereit, das Postulat anzunehmen.
Überwiesen - Transmis
83.307 Postulat Bratschi Organisationsgesetz. Revision Loi sur l'organisation. Révision
Wortlaut des Postulates vom 31. Januar 1983
Nach dem heute geltenden Organisationsgesetz kann die staatsrechtliche Beschwerde ans Bundesgericht nicht zur Wahrung tatsächlicher oder allgemein öffentlicher Interes- sen ergriffen werden (BGE vom 14. Oktober 1981 in Sachen Verband der Abstinentenvereine des Kantons Bern und des Verbandes Bernischer Fürsorgestellen und Heilstätten für Alkoholkranke). Dies ist ein Mangel, weil damit wichtigste
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Postulat Ott Flüchtlingspolitik. Initiative der Schweiz Postulat Ott Politique des réfugiés. Initiative de la Suisse
In
Dans
In
Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr
1983
Année
Anno
Band
III
Volume
Volume
Session
Sommersession
Session
Session d'été
Sessione
Sessione estiva
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
15
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 83.396
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 24.06.1983 - 08:00
Date
Data
Seite
1001-1002
Page
Pagina
Ref. No
20 011 545
Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.
Accès programmatique
Accès API et MCP avec filtres par type de source, région, tribunal, domaine juridique, article, citation, langue et date.