Verwaltungsbehörden 08.10.1982 82.393
20010830Vpb8 oct. 1982Ouvrir la source →
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8 octobre 1982
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Postulat Alder
Im technischen und industriellen Sektor ist der Widerstand der Gewerkschaften gegen Temporärarbeit gross, und ein Verbot wird von dieser Seite ganz offen angestrebt. Ein GAV würde aber den Interessen der Arbeitnehmer bes- ser entsprechen als ein Verbot, da die Temporärarbeit auch im handwerklichen und technischen Bereich durchaus einem echten Bedürfnis der Arbeitnehmer entspricht. Der Bundesrat wird ersucht zu prüfen, welche Grundlagen zu schaffen sind, um den bestehenden branchenspezifi- schen GAV zwischen SVUTA und SKV für alle Bereiche der Temporärarbeit als allgemeinverbindlich zu erklären.
Texte du postulat du 19 mars 1982
Le salarié travaillant à temps partiel a une position très fai- ble par rapport à l'employeur. Sur le plan juridique et social il n'est guère protégé ou ne l'est que très imparfaitement. Même les normes impératives régissant le travail sont sou- vent ignorées. Aussi est-il urgent d'établir des normes nou- velles pour la protection des personnes travaillant à temps partiel.
La première convention collective de travail conclue entre la Fédération suisse des entreprises de travail temporaire et la Société suisse des employés de commerce existe depuis le 1er janvier 1982. Cependant, cette convention n'est applica- ble qu'au personnel de 24 entreprises de travail temporaire sérieuses qui remplissaient déjà volontairement les condi- tions fixées par la convention.
Afin de pouvoir également soumettre à un règlement les entreprises qui, par leurs pratiques douteuses, sont res- ponsables des abus constatés actuellement, il faudrait obtenir que le champ d'application de la convention sus- mentionnée soit étendu à toute la branche.
Dans les secteurs technique et industriel, l'opposition des syndicats au travail temporaire est considérable; ils cher- chent ouvertement à obtenir l'interdiction de ce genre de travail. Pourtant une convention collective servirait mieux les intérêts des salariés qu'une interdiction, car ce genre de travail correspond à un besoin réel des ouvriers et employés des secteurs artisanal et technique.
Le Conseil fédéral est invité à déterminer les bases à créer pour que le champ d'application de la convention collective conclue entre la Fédération suisse des entreprises de tra- vail temporaire et la Société suisse des employés de com- merce, qui ne concerne qu'un seul secteur de l'économie, soit étendu à tous les secteurs recourant au travail tempo- raire.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Akeret, Allenspach, Ammann-Berne, Augsburger, Biel, Bühler-Tschappina, Bürer-Walenstadt, de Capitani, Eppenberger-Nesslau, Fi- scher-Berne, Fischer-Hägglingen, Frei-Romanshorn, Fried- rich, Früh, Geissbühler, Hari, Hösli, Houmard, Humbel, Iten, Jaeger, Jung, Kunz, Künzi, Landolt, Loretan, Martignoni, Messmer, Müller-Scharnachtal, Ogi, Pedrazzini, Räz, Roth, Röthlin, Schnyder-Berne, Schüle, Vetsch, Wellauer, Wil- helm, Zwygart (40)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit L'auteur renonce au développement et désire une réponse écrite.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Le Conseil fédéral est prêt à accepter le postulat.
Überwiesen - Transmis
82.393
Postulat Alder Beziehungen zur Europäischen Gemeinschaft Relations avec la Communauté européenne
Wortlaut des Postulates vom 8. Juni 1982
Der Bundesrat wird eingeladen, den eidgenössischen Räten aus Anlass des zehnjährigen Bestehens des Frei- handelsabkommens mit der Europäischen Gemeinschaft gesamthaft Bericht zu erstatten über die Beziehungen unseres Landes zur EG in den letzten zehn Jahren und mögliche Wege zum weiteren Ausbau dieser Beziehungen in den nächsten Jahren aufzuzeigen.
Texte du postulat du 8 juin 1982
Pour marquer le dixième anniversaire de la signature de l'Accord de libre-échange avec la Communauté euro- péenne (CE), le Conseil fédéral est invité à présenter au Parlement un rapport d'ensemble sur les relations que notre pays a entretenues avec cette Communauté pendant la décennie écoulée; il lui est demandé également de mon- trer quelles voies possibles permettraient de développer encore ces relations au cours des prochaines années.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Auer, Barchi, Biel, Bon- nard, Cotti, Delamuraz, Duboule, Eng, Friedrich, Gerwig, Girard, Günter, Hunziker, Jeanneret, Kloter, Kohler Raoul, Meier Josi, Morel, Muheim, Müller-Aargau, Nebiker, Ott, Pini, Reiniger, Ribi, Robbiani, Schalcher, Schär, Steinegger, Thévoz, Vetsch, Weber-Arbon, Widmer, Zbinden, Zwygart (35)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit
Das Freihandelsabkommen (FHA) zwischen der Schweiz und der Europäischen Gemeinschaft (EWG, EGKS), 1972 von Volk und Ständen deutlich angenommen, hat eine neue Phase in den Beziehungen zwischen unserem Land und der EG begründet. Nach zehn Jahren seines Bestehens ist der Zeitpunkt gekommen, Bilanz zu ziehen, Erfolge und allfällige Misserfolge der durch das FHA begründeten Zusammenar- beit aufzuzeigen und den Stand unserer Beziehungen zur EG einer allgemeinen Beurteilung zu unterziehen. Der Bun- desrat wird gebeten, dies im Rahmen eines Berichtes zu tun, der den eidgenössischen Räten Gelegenheit geben soll, das Erreichte zu würdigen, Mängel festzuhalten und sich mit der schweizerischen Europapolitik wieder einmal in einer allgemeinen Debatte grundsätzlich auseinanderzuset- zen.
Im heutigen Zeitpunkt kommt namentlich folgenden Aspek- ten Bedeutung zu:
a. Stand der Liberalisierung des Handels;
b. Behinderung des Freihandels für Industrieerzeugnisse durch technische Handelshemmnisse;
c. Behinderung des Freihandels durch private wettbe- werbsbeschränkende Praktiken sowie durch Subventionen der öffentlichen Hand;
d. Stand und Probleme der Beziehungen in den Bereichen Landwirtschaft, Verkehr und Wirtschaftspolitik;
e. Zusammenarbeit mit dem Europäischen Währungssy- stem;
f. Auswirkungen der erfolgten bzw. bevorstehenden Erwei- terung der EG durch Griechenland, Spanien und Portugal auf die Beziehungen zwischen der Schweiz und der EG.
Das FHA enthält in Artikel 32 eine sogenannte Entwick- lungsklausel. Das Abkommen trägt damit der dynamischen Komponente des Integrationsprozesses allgemein und der Beziehungen zwischen der Schweiz und der Gemeinschaft im besonderen Rechnung. Es ist aus diesem Grunde ange- zeigt, dass sich der Bundesrat im anbegehrten Bericht
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Postulat Akeret
auch zur Weiterentwicklung unseres Verhältnisses zur EG äussert. Dies gilt sowohl in bezug auf die vorerwähnten Bereiche als auch für weitere Gebiete. Erwähnt seien zusätzlich namentlich die Liberalisierung des Dienstlei- stungsverkehrs, der Umweltschutz und die Zusammenar- beit auf dem Gebiet der Rechtsangleichung, die in der EG einen sehr bedeutenden Umfang angenommen hat.
Das FHA war von Anfang an als eine Alternative zur Vollmit- gliedschaft unseres Landes bei der EG konzipiert. Diese wurde seinerzeit vor allem aus Gründen der fehlenden demokratischen Strukturen der EG, aus Rücksicht auf Aspekte der Referendumsdemokratie, aber auch aus Erwä- gungen der Neutralität und wegen wirtschaftspolitischer Gesichtspunkte (Landwirtschaftspolitik) abgelehnt.
In der Zwischenzeit haben sich die Verhältnisse in verschie- dener Hinsicht geändert. Seit dem Beitritt Irlands zur Gemeinschaft gehört ein militärisch nicht gebundenes, von jeher neutrales Land zur EG. Die Neutralität hat sich ähnlich wie bei der UNO nicht als echtes Hindernis einer Mitglied- schaft erwiesen. Das zeigte sich kürzlich auch bei handels- politischen Massnahmen der EG (Boykott Argentiniens wegen dessen Überfall auf die Falkland-Inseln). Das Euro- päische Parlament wird nunmehr in direkter Volkswahl bestellt und ist bestrebt, seine Kompetenzen auszuweiten. Mit der Erweiterung durch drei wichtige Mittelmeerstaaten hat die EG überdies als Zentrum der europäischen Integra- tion an Profil gewonnen, ohne dass die Mitgliedstaaten eine Identitätseinbusse erlitten oder ihre Selbständigkeit und Unabhängigkeit verloren hätten.
Der Bundesrat wird gebeten, in seinem Bericht auch diese Entwicklung zu würdigen und sich dazu zu äussern, in wel- chem Umfang die politischen Vorbehalte und wirtschaftli- chen Erwägungen, die seinerzeit gegen eine Mitgliedschaft der Schweiz angeführt worden sind, zunächst noch fortbe- stehen, eine weitere Annäherung an die EG - auch institu- tionell - dennoch als möglich erscheinen lassen.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen. Überwiesen - Transmis
82.444 Postulat Ziegler-Solothurn Gesamtarbeitsverträge, Allgemeinverbindlicherklärung Postulat Ziegler-Soleure Conventions collectives de travail. Extension
Wortlaut des Postulates vom 23. Juni 1982
Der Bundesrat wird um Antwort auf die Frage ersucht, ob nicht baldmöglichst eine Revision des Bundesgesetzes über die Allgemeinverbindlicherklärung von Gesamtarbeits- verträgen eingeleitet werden sollte. Eine solche Revision sollte unter anderem verfahrensmässige Unzulänglichkeiten beseitigen.
Texte du postulat du 23 juin 1982
Le Conseil fédéral est prié de dire s'il n'y aurait pas lieu d'engager dans les meilleurs délais une révision de la loi fédérale permettant d'étendre le champ d'application de la convention collective de travail. La révision devrait notam- ment éliminer les défauts de la procédure définie par la loi actuelle.
Schriftliche Begründung - Développement par écrit
Die positiven Wirkungen partnerschaftlicher Vereinbarun- gen sind unbestritten. Zum Schutz der arbeitenden Bevöl- kerung, aber auch im Interesse der Konkurrenzfähigkeit von Betrieben, die einem Gesamtarbeitsvertrag unterstehen, gegenüber solchen, die keine tariflichen Pflichten übernom- men haben, wäre es sehr zu begrüssen, wenn angesichts der wirtschaftlich schwierigen Zeit die Allgemeinverbindlich- erklärung von Gesamtarbeitsverträgen erleichtert werden könnte.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen.
Überwiesen - Transmis
81.367 Postulat Akeret Fernsehen. Nationale Informationssendung Télévision. Emmission commune d'information
Wortlaut des Postulates vom 19. März 1981
Im Zusammenhang mit der Regionalisierung der Tages- schau ergibt sich, dass die einzige nationale Informations- sendung verloren geht und damit das Auseinanderleben der einzelnen Landesteile und Sprachregionen noch geför- dert wird. Eine gemeinsam ausgestrahlte nationale Informa- tionssendung entspräche jedoch einer Notwendigkeit.
Der Bundesrat wird eingeladen,
Dem Parlament über den Stand der Regionalisierung der Tagesschau Bericht zu erstatten und über die anfallenden Kosten und den Betrieb Auskunft zu geben;
Der SRG nahezulegen zu prüfen, ob die Regionalisie- rung allenfalls rückgängig gemacht werden kann;
Sollte dies nicht der Fall sein, Möglichkeiten prüfen zu lassen, ob nicht eine andere gemeinsame nationale Infor- mationssendung anstelle der Tagesschau ins Programm aufgenommen werden kann.
Texte du postulat du 19 mars 1981
La disparition de la seule émission d'information commune sera le prix à payer pour la régionalisation du téléjournal, ce qui accentuera encore le repli sur elle-mêmes des diffé- rentes parties du pays et de ses régions linguistiques. Il serait pourtant nécessaire qu'une émission «nationale» d'information soit diffusée en commun par les trois émet- teurs suisses.
Le Conseil fédéral est donc invité:
A faire rapport au Parlement sur l'état de la régionalisa- tion du téléjournal et à fournir des renseignements sur les frais qui en découlent, ainsi que sur le fonctionnement de celui-ci;
A faire en sorte que la SSR consente à examiner l'oppor- tunité de revenir sur sa décision de régionaliser le téléjour- nal;
A faire examiner, dans la négative, s'il existe des possibi- lités de programmer une autre émission commune, en lieu et place du téléjournal.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Augsburger, Bacciarini, Basler, Biderbost, Blocher, Blunschy, Bundi, Cantieni, Duboule, Fischer-Weinfelden, Fischer-Hägglingen, Ganz, Geissbühler, Graf, Hofmann, Hösli, Huggenberger, Marti- gnoni, Meier Kaspar, Morf, Muheim, Müller-Luzern, Müller-
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Postulat Alder Beziehungen zur Europäischen Gemeinschaft Postulat Alder Relations avec la Communauté européenne
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Jahr
1982
Année
Anno
Band
IV
Volume
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Herbstsession
Session
Session d'automne
Sessione
Sessione autunnale
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
15
Séance
Seduta
Geschäftsnummer
82.393
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum
08.10.1982 - 08:00
Date
Data
Seite
1436-1437
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