Appeal against refusal to suspend proceedings inadmissible

ZK2 2019 28Autre juridiction18 avr. 2019Inadmissible

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

The Kantonsgericht Schwyz, acting through its president, held that the plaintiff’s appeal against the district court’s refusal to suspend a civil claims proceeding was inadmissible. The appeal did not allege any irreparable harm, which is required to challenge the refusal of a stay. The court also rejected the argument that the civil and criminal proceedings had the same subject matter, noting that they involved different proceedings and different procedural positions. Costs of CHF 300 were charged to the appellant, and no compensation was awarded to the respondent.

Regeste Omnilex

Art. 126 Abs. 2 ZPO, Art. 319 lit. b Ziff. 2 ZPO; Anfechtung der Verweigerung einer Sistierung setzt die Darlegung eines nicht leicht wiedergutzumachenden Nachteils voraus. Fehlt eine solche Begründung oder ist ein entsprechender Nachteil weder behauptet noch ersichtlich, ist auf die Beschwerde nicht einzutreten. Ein blosses Vorbringen, zwei Verfahren beträfen denselben Gegenstand, genügt nicht, wenn sich die Verfahren nach Art und Parteistellung wesentlich unterscheiden. Kostenfolgen richten sich nach Art. 106 ZPO; bei fehlender Beschwerdeantwort ist keine Parteientschädigung geschuldet.

Texte intégral

Kantonsgericht Schwyz

1

Verfügung vom 18. April 2019

ZK2 2019 28

Mitwirkend

Kantonsgerichtspräsident Dr. Urs Tschümperlin.

In Sachen

A.________, Klägerin und Beschwerdeführerin,

gegen

B.________, Beklagter und Beschwerdegegner,

betreffend

Sistierung

(Beschwerde gegen die Verfügung des Einzelrichters am Bezirksgericht Einsiedeln vom 15. April 2019, ZEV 2019 003);-

hat der Kantonsgerichtspräsident,

nachdem sich ergeben und in Erwägung:

  • dass der Einzelrichter am Bezirksgericht Einsiedeln mit Verfügung vom 15. April 2019 im Forderungsprozess zwischen A.________ (nachfolgend: Klägerin) und B.________ (nachfolgend: Beklagter) ein Sistierungsbegehren der Klägerin abwies;

  • dass die Klägerin mit Eingabe vom 16. April 2019 beim Kantonsgericht Beschwerde erhebt und den Antrag stellt, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und dem vorinstanzlichen Verfahren ZEV 2019 003 sei bis zu einem rechtskräftigen Revisionsbeschluss in Sachen BEK 2019 61 die aufschiebende Wirkung zu erteilen bzw. diese[s] bis dann zu sistieren;

  • dass die Klägerin die Beschwerde damit begründet, der vorinstanzliche Richter habe nicht recht, wenn er behaupte, dass das Revisionsverfahren keine Sistierung rechtfertige, weil beiden Verfahren derselbe Gegenstand zugrunde liege und es im Interesse der Klägerin sei, die Beendigung des Revisionsverfahrens abzuwarten;

  • dass gemäss Art. 126 Abs. 2 ZPO die Sistierung mit Beschwerde anfechtbar ist, die Verweigerung einer beantragten Sistierung jedoch nur dann mit Beschwerde angefochten werden kann, wenn durch sie ein nicht leicht wiedergutzumachender Nachteil droht (Art. 319 lit. b Ziff. 2 ZPO; Julia Gschwend, in: Basler Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, 3. Auflage, N 17a zu Art. 126 ZPO; Staehelin, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 3. Auflage, N 8 zu Art. 126 ZPO);

  • dass die Klägerin in ihrer Beschwerde vom 16. April 2019 keinen solchen nicht leicht wiedergutzumachenden Nachteil nennt und ein solcher auch nicht ersichtlich ist, weshalb mangels hinreichender Begründung auf die Beschwerde nicht einzutreten ist (vgl. Freiburghaus/Afheldt, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger, Kommentar zur schweizerischen Zivilprozessordnung, 3. Auflage, N 14 f zu Art. 321 ZPO; Staehelin/Staehelin/Grolimund, Zivilprozessrecht, 2. Auflage, S. 505 N 42; Martin H. Sterchi, in: Berner Kommentar, N 17 f. zu Art. 321 ZPO);

  • dass im Übrigen das Argument der Klägerin, es liege beiden Verfahren genau derselbe Gegenstand zugrunde, nicht nachvollzogen werden kann, weil es sich beim Verfahren BEK 2019 61 vor dem Kantonsgericht Schwyz um ein Strafverfahren gegen die Klägerin als Beschuldigte handelt, während es im Verfahren ZEV 2019 003 vor dem Einzelrichter am Bezirksgericht Einsiedeln um eine Forderung der Klägerin gegenüber dem Beklagten geht, die Beschwerde mithin auch in diesem Punkt nicht genügend begründet ist und auch insoweit auf die Beschwerde nicht einzutreten ist;

  • dass die Kosten des vorliegenden Verfahrens gestützt auf Art. 106 ZPO zu Lasten der Klägerin gehen und der Gegenpartei keine Parteientschädigung zuzusprechen ist, weil ihr mangels Einholung einer Beschwerdeantwort kein Aufwand entstanden ist;

  • dass über Nichteintreten gemäss § 40 Abs. 2 JG präsidial entschieden werden kann;-

verfügt:

1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 300.00 werden der Klägerin auferlegt.

3. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung nach Art. 113 ff. des Bundesgerichtsgesetzes (BGG) unter den Voraussetzungen von Art. 93 BGG Verfassungsbeschwerde beim Bundesgericht in Lausanne eingereicht werden; vorbehalten bleibt die Geltendmachung einer Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung mit Beschwerde in Zivilsachen gemäss Art. 72 ff. BGG, die in der gleichen Rechtsschrift bzw. bei alleiniger Einlegung innert derselben Frist einzureichen ist. Die Beschwerdeschrift muss Art. 42 BGG entsprechen. Der Streitwert liegt unter Fr. 30'000.00.

4. Zufertigung an A.________ (1/R), B.________ (1/R), die Vor­instanz (1/R) sowie nach definitiver Erledigung an die Kantonsgerichtskasse (1/ü, im Dispositiv).

Der Kantonsgerichtspräsident

Versand

18. April 2019 kau

Mots-clés

suspension of proceedingsinadmissibilityirreparable harmappeal reasoningcivil procedure costs

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether the appeal against the refusal to suspend proceedings was admissible without showing irreparable harm

Solution extraite

The appellant did not allege or make apparent any irreparable harm; the appeal was therefore inadmissible for insufficient reasoning.

Motifs extraits

Under Art. 126(2) CPC, only the granting of a suspension is directly appealable; refusal of suspension can be challenged only if it threatens irreparable harm. That prerequisite was neither alleged nor evident.

Question juridique clé

Whether the appellant’s claim that both proceedings concerned the same subject justified suspension

Solution extraite

No. The two proceedings were not the same: one was a criminal case against the appellant, the other a civil claim by the appellant against the respondent.

Motifs extraits

Because the factual and legal subject matter differed, the argument could not support suspension and was also insufficiently reasoned.

Question juridique clé

Allocation of appeal costs

Solution extraite

The appeal costs were charged to the appellant; no party compensation was awarded to the respondent because no response was requested.

Motifs extraits

Costs followed the unsuccessful appellant under Art. 106 CPC, while the respondent incurred no compensable effort.

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