Appeal struck out for failure to file appeal statement

STK 2017 73Autre juridiction16 janv. 2018Dismissed

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

The Schwyz Cantonal Court, in a single-judge order, dealt with a criminal appeal by the private complainant against the judgment of the Criminal Court of Schwyz. Although the appeal notice was filed in time, no appeal statement was submitted within the statutory 20-day period. The court held that this omission amounted to a waiver of the appeal statement requirement, so the appeal had to be struck out without applying the dismissal procedure under Art. 403 StPO. Court costs of CHF 300 were borne by the state, and no compensation was awarded.

Regeste Omnilex

Art. 399 Abs. 1 und 3 StPO, Art. 386 StPO; Berufungserklärung als Gültigkeitserfordernis. Für die gültige Einlegung der Berufung ist der Wille grundsätzlich zweimal zu erklären, nämlich mit Berufungsanmeldung und anschliessender Berufungserklärung; vorbehalten bleibt der Fall der direkt begründet eröffneten Entscheidung. Wird zwar fristgerecht Berufung angemeldet, jedoch innert Frist keine Berufungserklärung eingereicht, liegt ein nachträglicher Verzicht vor. In diesem Fall ist die Berufung nicht nach Art. 403 StPO materiell zu erledigen, sondern präsidial als erledigt abzuschreiben (vgl. auch STK 2012 22). Bei diesem Ausgang gehen die Kosten zulasten des Staates; eine Entschädigung entfällt mangels Aufwand.

Texte intégral

Kantonsgericht Schwyz

1

Verfügung vom 16. Januar 2018

STK 2017 73

Mitwirkend

Kantonsgerichtsvizepräsident Dr. Reto Heizmann.

In Sachen

A.________, Privatklägerin und Berufungsführerin, vertreten durch Rechtsanwalt B.________,

gegen

**1.**Kantonale Staatsanwaltschaft, Postfach 75, Sicherheitsstützpunkt Biberbrugg, 8836 Bennau, Anklagebehörde und Berufungsgegnerin, vertreten durch Staatsanwältin C.________, **2.**D.________, Beschuldigter und Berufungsgegner, vertreten durch Rechtsanwältin E.________,

betreffend

einfache Körperverletzung, versuchte Nötigung, falsche Anschuldigung und AuG

(Berufung gegen das Urteil des Strafgerichts Schwyz vom 22. September 2017, SGO 2017 20);-

hat der Kantonsgerichtsvizepräsident,

nachdem sich ergeben und in Erwägung:

  • dass B.________ namens und im Auftrag der Privatklägerin gegen das im Dispositiv eröffnete Urteil des Strafgerichts Schwyz vom 22. September 2017 am 6. Oktober 2017 fristgerecht Berufung anmeldete (Art. 399 Abs. 1 StPO) und ihm gemäss Zustellbeleg das begründete Urteil am 20. Dezember 2017 zugestellt wurde;

  • dass innert der zwanzigtägigen Frist von Art. 399 Abs. 3 StPO, welche am 9. Januar 2018 endete, keine Berufungserklärung einging;

  • dass die Befristungen für Berufungsanmeldung und -erklärung Gültigkeitsvorschriften sind, sodass zur gültigen Einlegung einer Berufung der diesbezügliche Wille zweimal zu erklären ist, abgesehen vom Fall, in welchem ein Urteil direkt begründet zugestellt wird (BGE 138 IV 157 , E. 2.1 f.; Luzius Eugster, in: Basler Kommentar StPO, 2. A., Art. 399 N 1 StPO; Markus Hug, in: Donatsch/Hansjakob/Lieber, Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 2. A., Art. 399 N 10 f.);

  • dass damit die Berufung zwar angemeldet, aber nicht erklärt wurde, was auf einen nachträglichen Verzicht hinausläuft, weshalb praxisgemäss nicht nach Art. 403 Abs. 1 lit. a und Abs. 3 StPO zu verfahren, sondern die Berufung im Verfahren nach § 40 Abs. 2 i.V.m. § 41 Abs. 1 JG präsidial abzuschreiben ist (Art. 386 StPO und STK 2012 22 vom 7. Mai 2012);

  • dass die Gerichtskosten der zweiten Instanz bei diesem Ausgang zu Lasten des Staates gehen und Entschädigungen mangels Aufwands nicht zu sprechen sind;-

verfügt:

1. Die Berufung wird als durch Verzicht auf Berufungserklärung erledigt abgeschrieben.

2. Die zweitinstanzlichen Gerichtskosten von Fr. 300.00 gehen zu Lasten des Staates.

3. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung nach Massgabe von Art. 78 ff. des Bundesgerichtsgesetzes *Beschwerde in Strafsachen * beim Bundesgericht in Lausanne eingereicht werden. Die Beschwerdeschrift muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entsprechen.

4. Zufertigung an Rechtsanwalt B.________ (2/R), Rechtsanwältin E.________ (2/R), die Oberstaatsanwaltschaft (1/R), die kantonale Staatsanwaltschaft (1/A) und die Vorinstanz (1/ü) sowie nach definitiver Erledigung an die Vorinstanz (1/ES, unter Rückgabe der Akten; zum Vollzug und zur Erstattung der Meldungen) und an die Kantonsgerichts­kasse (1/ü, im Dispositiv).

Der Kantonsgerichtsvizepräsident

Versand

16. Januar 2018 kau

Mots-clés

appeal procedurewaivertime limitcriminal procedurecourt costsprivate complainant

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether the appeal had to be struck out because no appeal statement was filed after the appeal notice.

Solution extraite

The appeal was deemed abandoned by waiver of the appeal statement and therefore struck out.

Motifs extraits

The appeal notice was filed in time, but the appeal statement under Art. 399(3) StPO was not filed by the deadline. Since both steps are mandatory for a valid appeal, the omission amounted to a subsequent waiver; the appeal was therefore to be dismissed procedurally rather than examined under Art. 403 StPO.

Question juridique clé

Allocation of second-instance court costs and compensation

Solution extraite

Second-instance court costs of CHF 300 were charged to the state, and no compensation was awarded.

Motifs extraits

Because the matter ended without substantive consideration and no expense was incurred that would justify compensation, costs were borne by the state and no indemnity was granted.

Poursuivez vos recherches dans ChatGPT ou Claude

Connectez Omnilex pour rechercher dans le corpus juridique depuis votre assistant IA.