Appeal dismissed as late in provisional debt enforcement opening

BEK 2020 103Autre juridiction20 août 2020Inadmissible

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

The Kantonsgericht Schwyz dealt with an appeal against a provisional debt enforcement opening order. It found that the first-instance decision had been served on 22 June 2020 and that the 10-day appeal period expired on 2 July 2020. Although the appeal bore the date 2 July 2020, the postal stamp showed submission only on 4 July 2020, so the filing was late. The court therefore did not enter into the appeal. It also dispensed with setting a grace period for the unpaid cost advance and imposed reduced appellate costs of CHF 100 on the appellant. No party compensation was awarded.

Regeste Omnilex

Art. 142–143 ZPO; timely filing of an appeal; non-entry for lateness; cost advance and costs allocation. The appeal period begins upon service and expires on the corresponding day after the statutory number of days. For postal submissions, timeliness depends on handover to the postal service, not on the date written on the document. If the appeal is handed to the post after expiry, the remedy is inadmissible. Where the appeal is manifestly inadmissible, the court may refrain from granting an additional period for an unpaid cost advance. Costs follow the outcome under Art. 106(1) ZPO; if no response is obtained, no party compensation is due.

Texte intégral

Kantonsgericht Schwyz

1

Verfügung vom 20. August 2020

BEK 2020 103

Mitwirkend

Kantonsgerichtsvizepräsidentin lic. iur. Daniela Pérez-Steiner.

In Sachen

A.________, Gesuchsteller und Beschwerdeführer,

gegen

B.________, Gesuchsgegner und Beschwerdegegner, vertreten durch Rechtsanwalt C.________,

betreffend

provisorische Rechtsöffnung

(Beschwerde gegen die Verfügung des Einzelrichters am Bezirksgericht Schwyz vom 19. Juni 2020, ZES 2020 175);-

hat die Kantonsgerichtsvizepräsidentin,

nachdem sich ergeben und in Erwägung:

  • dass der Einzelrichter am Bezirksgericht Schwyz am 19. Juni 2020 dem Gesuchsteller in der Betreibung Nr. xx des Betreibungsamtes Schwyz die provisorische Rechtsöffnung erteilte für einen Betrag von Fr. 390.00 nebst Zins zu 5 % seit 2. Oktober 2019, im Mehrbetrag das Rechtsöffnungsbegehren abwies, soweit er darauf eintrat, die Spruchgebühr von Fr. 200.00 dem Gesuchsteller zu ¾ (Fr. 150.00) und der Gesuchsgegnerin zu ¼ (Fr. 50.00) auferlegte, diese beim vorschusspflichtigen Gesuchsteller bezog und die Gesuchsgegnerin verpflichtete, dem Gesuchsteller den Betrag von Fr. 50.00 zu ersetzen und den Gesuchsteller anwies, der Gesuchsgegnerin eine Parteientschädigung von Fr. 550.00 (inkl. Auslagen und MWST) zu bezahlen (angef. Verfügung Dispositivziff. 1, 2 und 3);

  • dass der Gesuchsteller gegen diese Verfügung mit per A-Post versandter Eingabe datiert vom 2. Juli 2020 Beschwerde beim Einzelrichter am Bezirksgericht Schwyz (Eingang: 6. Juli 2020) erhob (KG-act. 2), der die Beschwerdeschrift zusammen mit den erstinstanzlichen Akten am 7. Juli 2020 zuständigkeitshalber dem Kantonsgericht überwies (KG-act. 1);

  • dass der Beschwerdeführer mit Verfügung vom 9. Juli 2020 darauf hingewiesen wurde, dass der angefochtene Entscheid gemäss Track & Trace vom 7. Juli 2020 rechtlich am 22. Juni 2020 zugestellt worden sei, die lediglich per A-Post versandte Beschwerdeeingabe indes erst am 4. Juli 2020 erfolgt sein dürfte, und ihm Gelegenheit gegeben wurde, innert 10 Tagen zur Frage der Rechtzeitigkeit bzw. Verspätung seiner Eingabe Stellung zu nehmen, unter Hinweis auf Art. 63 SchKG sowie der Androhung, dass bei Stillschweigen Verzicht auf Stellungnahme angenommen und aufgrund der Akten entschieden werde (KG-act. 3 Ziff. 1);

  • dass der Beschwerdeführer mit Verfügung vom 9. Juli 2020 ebenso aufgefordert wurde, bis spätestens 6. August 2020 einen Kostenvorschuss für die mutmasslichen Gerichtskosten von Fr. 400.00 zu leisten, unter der Androhung, dass im Unterlassungsfalle auf das Rechtsmittel nicht eingetreten werde, wobei die Ansetzung einer Nachfrist vorbehalten werde (KG-act. 3 Ziff. 2);

  • dass dem Beschwerdeführer die Verfügung vom 9. Juli 2020 am 10. Juli 2020 zuging (Anhang zu KG-act. 3 Track & Trace vom 6. August 2020);

  • dass der Beschwerdeführer sich innert Frist weder vernehmen liess noch den Kostenvorschuss leistete, sodass für das weitere Verfahren androhungsgemäss zu verfahren ist;

  • dass die angefochtene Verfügung dem Beschwerdeführer wie erwähnt am 22. Juni 2020 zuging, weshalb die zehntägige Beschwerdefrist am 2. Juli 2020 endete (Art. 142 ZPO);

  • dass die Beschwerdeeingabe zwar vom 2. Juli 2020 datiert, gemäss des vom Kantonsgericht eingescannten und vergrösserten Poststempels (vgl. KG-act. 3 Ziff. 4) aber erst am 4. Juli 2020 der Schweizerischen Post übergeben wurde, folglich der Beschwerdeführer die Beschwerde verspätet erhob (vgl. Art. 143 Abs. 1 ZPO), weshalb auf die Beschwerde nicht einzutreten ist;

  • dass bei diesem Verfahrensausgang auf eine Nachfristansetzung für den bis dato nicht geleisteten Kostenvorschuss verzichtet werden kann;

  • dass die (reduzierten) Gerichtskosten (§ 34 Rz 8 GebV) gestützt auf Art. 106 Abs. 1 ZPO dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind;

  • dass eine Parteientschädigung mangels Umtriebe – eine Beschwerdeantwort wurde nicht eingeholt – nicht zuzusprechen ist;

  • dass das Nichteintreten auf die Beschwerde gestützt auf § 40 Abs. 2 i.V.m. § 41 Abs. 1 JG präsidial erfolgen kann;-

verfügt:

1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 100.00 werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

3. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung nach Art. 113 ff. des Bundesgerichtsgesetzes (BGG) Verfassungsbeschwerde beim Bundesgericht in Lausanne eingereicht werden; vorbehalten bleibt die Geltendmachung einer Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung mit Beschwerde in Zivilsachen gemäss Art. 72 ff. BGG, die in der gleichen Rechtsschrift bzw. bei alleiniger Einlegung innert derselben Frist einzureichen ist. Die Beschwerdeschrift muss Art. 42 BGG entsprechen. Der Streitwert liegt unter Fr. 1000.00.

4. Zufertigung an den Beschwerdeführer (1/R), Rechtsanwalt C.________ (2/R) und die Vorinstanz (1/A) sowie nach definitiver Erledigung an die Vorinstanz (1/R, mit den Akten) und an die Kantonsgerichtskasse (1/ü, im Dispositiv).

Die Kantonsgerichtsvizepräsidentin

Versand

20. August 2020 kau

Mots-clés

debt enforcementprovisional legal openingappeal deadlinelate filingpostal submissioncost advancenon-entrycourt costs

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether the appeal against the first-instance order was filed within the statutory deadline

Solution extraite

The appeal was filed late because it was handed to the post on 2020-07-04, while the deadline expired on 2020-07-02.

Motifs extraits

The challenged decision was served on 2020-06-22; the 10-day appeal period under Art. 142 ZPO ended on 2020-07-02. The scanned postmark showed postal submission only on 2020-07-04, so the appeal was untimely under Art. 143(1) ZPO.

Question juridique clé

Whether the appellate court should set a grace period for the unpaid cost advance

Solution extraite

No grace period was set because the appeal was already inadmissible.

Motifs extraits

Given the non-entry outcome, the court dispensed with further measures regarding the cost advance.

Question juridique clé

Allocation of appeal costs

Solution extraite

The reduced appeal costs were imposed on the appellant.

Motifs extraits

Costs followed the outcome under Art. 106(1) ZPO.

Poursuivez vos recherches dans ChatGPT ou Claude

Connectez Omnilex pour rechercher dans le corpus juridique depuis votre assistant IA.