Appeal inadmissible for lack of substantiated reasoning

BEK 2019 9Autre juridiction8 févr. 2019Inadmissible

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

The Schwyz Cantonal Court held that the appellant’s submission against the district court’s refusal to enter into a request for permission to raise objection did not satisfy the reasoning requirements of Art. 311 ZPO. The appeal addressed only the alleged lack of proof by the respondent, while the first instance had dismissed the request solely because the appellant had failed to pay the required advance on costs. As the appeal was filed on the last day of the deadline, no opportunity for correction could be granted. The court therefore did not enter into the appeal, waived costs on equitable grounds, and awarded no compensation.

Regeste Omnilex

Art. 311 ZPO; admissibility of an appeal requires that the appellant specifically challenge the decisive reasons of the first-instance decision and state why they are incorrect. Merely repeating arguments against an ancillary or obiter observation does not satisfy the duty to reason and leads to non-entry. If the appeal is filed on the last day of the appeal period, no grace period for supplementation can be granted. Under Art. 106 Abs. 1 ZPO, costs would normally follow the outcome, but they may exceptionally be waived for equitable reasons; absent a response by the opposing party, no party compensation is due.

Texte intégral

Kantonsgericht Schwyz

1

Verfügung vom 8. Februar 2019

BEK 2019 9

Mitwirkend

Kantonsgerichtsvizepräsident Dr. Reto Heizmann.

In Sachen

A.________, Gesuchsteller und Berufungsführer,

gegen

B.________ AG, Gesuchsgegnerin und Berufungsgegnerin,

betreffend

Bewilligung des Rechtsvorschlags (Art. 265a SchKG)

(Berufung gegen die Verfügung des Einzelrichters am Bezirksgericht Küssnacht vom 9. Januar 2019, ZES 2018 136);-

hat der Kantonsgerichtsvizepräsident,

nachdem sich ergeben und in Erwägung:

  • dass die Vorinstanz mit Verfügung vom 9. Januar 2019 auf das Gesuch um Bewilligung des Rechtsvorschlages in der Betreibung Nr. xx des Betreibungsamtes Küssnacht mangels Leistung des Kostenvorschusses durch den Gesuchsteller nicht eintrat und ihm die Gerichtskosten in der Höhe von Fr. 200.00 auferlegte (vgl. angefochtene Verfügung);

  • dass der Gesuchsteller mit Berufung vom 19. Januar 2019 diesen Entscheid des Einzelrichters am Bezirksgericht Küssnacht beim Kantonsgericht anfocht (KG-act. 1);

  • dass eine Berufung gemäss Art. 311 ZPO schriftlich und begründet einzureichen ist, die Berufung insbesondere die Berufungsanträge, bzw. die Abänderungsbegehren hinsichtlich des erstinstanzlichen Entscheids enthalten und sich mit dem vorinstanzlichen Entscheid auseinandersetzen muss, die vorinstanzlichen Erwägungen, die als fehlerhaft bezeichnet werden, somit im Einzelnen zu bezeichnen und anzugeben ist, weshalb sie fehlerhaft sind (vgl. Reetz/Theiler, Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 3. Auflage, N 33 ff zu Art. 311 ZPO);

  • dass mit Berufung vom 19. Januar 2019 der Gesuchsteller beantragte, die Verfügung sei aufzuheben mit der Begründung, die Gesuchsgegnerin habe weder das Original noch eine Kopie des Pfändungsverlustscheines eingereicht und die Forderung somit nicht glaubhaft belegen könne (KG-act. 1);

  • dass die Vorinstanz jedoch auf das Gesuch nicht eintrat, weil der Gesuchsteller den Kostenvorschuss nicht leistete, und „lediglich der Vollständigkeit halber“ erwähnte, dass die Gesuchsgegnerin die genannten Dokumente nicht einreichte (angef. Verfügung, S. 2), was also nicht entscheidrelevant war;

  • dass sich der Gesuchsteller in der Berufung vom 19. Januar 2019 nicht zur Nichtleistung des Kostenvorschusses erklärt und sich also nicht mit den für den Entscheid relevanten Erwägungen der Vorinstanz auseinandersetzt, weshalb auf die Berufung nicht eingetreten werden kann;

  • dass dem Gesuchsteller die angefochtene Verfügung gemäss Track & Trace-Auszug am 10. Januar 2019 zugestellt wurde und seine Berufung am 21. Januar 2019 beim Kantonsgericht einging, also am letzten Tag der Rechtsmittelfrist, weshalb keine Nachfrist zur Verbesserung der Berufung angesetzt werden konnte;

  • dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Gerichtskosten gestützt auf Art. 106 Abs. 1 ZPO dem Gesuchsteller aufzuerlegen wären, ausnahmsweise aber aus Billigkeitsüberlegungen (wegen der für einen Laien wohl missverständlichen obiter dicta des Vorderrichters) auf eine Kostenerhebung verzichtet wird;

  • dass keine Berufungsantwort eingeholt wurde, weshalb der Gesuchsteller keine Entschädigung an die Gesuchsgegnerin (mangels Aufwands) zu leisten hat;

  • dass das Nichteintreten auf die Berufung gestützt auf § 40 Abs. 2 i.V.m. § 41 Abs. 1 JG in die Kompetenz des Vorsitzenden fällt;-

verfügt:

1. Auf die Berufung wird nicht eingetreten.

2. Auf eine Kostenerhebung wird verzichtet und Entschädigungen werden keine gesprochen.

3. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung nach Massgabe von Art. 113 ff. des Bundesgerichtsgesetzes *Verfassungsbeschwerde * beim Bundesgericht in Lausanne eingereicht werden; vorbehalten bleibt die Geltendmachung einer Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung mit * Beschwerde in Zivilsachen * gemäss Art. 72 ff. BGG, die in der gleichen Rechtsschrift bzw. bei alleiniger Einlegung innert derselben Frist einzureichen ist. Die Beschwerdeschrift muss Art. 42 BGG entsprechen. Der Streitwert beträgt Fr. 2'022.50.

4. Zufertigung an die Parteien (je 1/R) und die Vorinstanz (1/A) sowie nach definitiver Erledigung an die Vorinstanz (1/R, mit den Akten) und an die Kantonsgerichtskasse (1/ü, im Dispositiv).

Der Kantonsgerichtsvizepräsident

Versand

8. Februar 2019 kau

Mots-clés

appeal admissibilityreasoned appealnon-entrycost advancedebt enforcementequitable costs waiver

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether the appeal met the requirements of Art. 311 ZPO and was therefore admissible

Solution extraite

The appeal was not sufficiently reasoned because it did not engage with the decisive ground of the first-instance decision, namely the failure to pay the required advance on costs.

Motifs extraits

The appellant only argued about the alleged lack of proof of the claim, but the first instance had expressly based its non-entry solely on non-payment of the cost advance. Since the appeal did not challenge that relevant reasoning, no valid appeal was before the court.

Question juridique clé

Whether court costs and compensation should be ordered despite non-entry

Solution extraite

Court costs were exceptionally waived for equitable reasons, and no compensation was awarded because no appeal response was obtained.

Motifs extraits

Although costs would normally be charged to the unsuccessful appellant under Art. 106(1) ZPO, the court refrained from doing so due to the understandable confusion caused for a layperson by the lower court's obiter dicta; without a response from the respondent, there was no compensable effort.

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