Complaint against investigation-closure notice inadmissible

BEK 2019 62Autre juridiction26 juin 2019Dismissed

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

The Schwyz Cantonal Court President dealt with a criminal complaint by a private complainant against the prosecution's notice closing the investigation and announcing an intended discontinuance. The court held that such a notice under Art. 318(3) CCP is not appealable and that no irreparable harm was demonstrated. It further rejected the complainant's complaints of denial of hearing and failure to take evidence, because the notice itself served to allow evidentiary requests. The complaint was therefore not entered into, costs of CHF 300 were imposed, and no party compensation was awarded.

Regeste Omnilex

Art. 318 Abs. 3 StPO; Anfechtbarkeit der Mitteilung über die beabsichtigte Erledigungsart; eine blosse Anzeige des Abschlusses der Untersuchung und der vorgesehenen Einstellung ist kein anfechtbarer Zwischen- oder Endentscheid, sondern dient der Wahrung des rechtlichen Gehörs und der Stellung von Beweisanträgen. Ein Rechtsmittel ist nur zulässig, wenn ein nicht leicht wiedergutzumachender Nachteil dargetan ist. Rügen betreffend Gehörsverletzung oder unterlassene Beweisabnahme gehen ins Leere, wenn gerade Frist zur Antragstellung angesetzt wurde. Die Verjährung richtet sich ausschliesslich nach Art. 97–101 StGB und kann nicht richterlich erstreckt werden (vgl. Erwägungen).

Texte intégral

Kantonsgericht Schwyz

1

Verfügung vom 26. Juni 2019

BEK 2019 62

Mitwirkend

Kantonsgerichtspräsident Dr. Urs Tschümperlin.

In Sachen

A.________, Privatkläger und Beschwerdeführer,

gegen

**1.**Kantonale Staatsanwaltschaft, Postfach 75, Sicherheitsstützpunkt Biberbrugg, 8836 Bennau, Strafverfolgungsbehörde und Beschwerdegegnerin, vertreten durch Staatsanwalt B.________, **2.**C.________, Beschuldigter und Beschwerdegegner, **3.**D.________, Beschuldigter und Beschwerdegegner,

betreffend

Abschluss Untersuchung (Lok 205)

(Beschwerde gegen die Verfügung der kantonalen Staatsanwaltschaft vom 13. März 2019, SUB 2016 71/72);-

hat der Kantonsgerichtspräsident,

nachdem sich ergeben und in Erwägung:

  • dass die kantonale Staatsanwaltschaft den Parteien mit Verfügung vom 13. März 2019 den Abschluss der Untersuchung im Sinne von Art. 318 StPO bekanntgab und ihnen anzeigte, dass die Staatsanwaltschaft das Verfahren einstellen wolle, die Parteien innert 10 Tagen bei der Staatsanwaltschaft allfällige Beweisanträge stellen könnten und überdies dem Anzeigeerstatter zur Kenntnis brachte, dass beabsichtigt sei, ihm die Parteistellung als Privatkläger abzuerkennen;

  • dass Mitteilungen über die angekündigte Erledigungsart gemäss ausdrücklichem Wortlaut von Art. 318 Abs. 3 StPO nicht anfechtbar sind;

  • dass der Beschwerdeführer auch keinen nicht leicht wiedergutzumachenden Nachteil darlegt, welcher allenfalls zu einer anderen Beurteilung der Zulässigkeit der Beschwerde führen könnte (vgl. Steiner in: Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, 2. Auflage, N 14 zu Art. 318 StPO; Landhut/Bosshard, in: Donatsch/Hansjakob/Lieber [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 2. Auflage, N 13 zu Art. 38 StPO);

  • dass die Verfügung vom 13. März 2019 gerade der Gewährung des rechtlichen Gehörs dient, weshalb die Rüge der Verweigerung des rechtlichen Gehörs ins Leere zielt;

  • dass Gleiches auch für die Rüge der mangelnden Beweisabnahme gilt, nachdem dem Beschwerdeführer gerade Frist zum Stellen von Beweisanträgen gesetzt wurde;

  • dass die Verjährung von Straftaten in den Artikeln 97 bis 101 StGB gesetzlich geregelt ist und durch das Gericht nicht erstreckt werden kann;

  • dass auf die Beschwerde vom 27. September 2018 (recte: 21. März 2019 (KG-act. 1) somit nicht einzutreten ist;

  • dass daran nichts zu ändern vermag, dass die Beschwerdekammer des Kantonsgerichts in zwei Beschlüssen die jeweiligen Nichtanhandnahmeverfügungen der Staatsanwaltschaft aufgehoben hat (Beschluss BEK 2016 190 vom 11. April 2017, Beschluss BEK 2018 153 vom 28. Januar 2019), sondern sich der Beschwerdeführer erst gegen eine allfällige Einstellungsverfügung wieder zur Wehr setzen kann;

  • dass die Kosten des Rechtsmittelverfahrens gemäss Art. 428 StPO infolge Unterliegens dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind, jedoch mangels Aufwands keine Parteientschädigungen zuzusprechen sind;

  • dass Nichteintreten auf eine Beschwerde gestützt auf § 40 Abs. 2 JG in die Kompetenz den Präsidenten fällt;-

verfügt:

1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 300.00 werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

3. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.

4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung nach Art. 78 ff. des Bundesgerichtsgesetzes (BGG) Beschwerde in Strafsachen beim Bundesgericht in Lausanne eingereicht werden. Die Beschwerdeschrift muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entsprechen.

5. Zufertigung an A.________ (1/R), die Oberstaatsanwaltschaft (1/R), die kantonale Staatsanwaltschaft (2/R, unter Rückgabe der Akten), C.________ (1/R), D.________ (1/R) sowie nach definitiver Erledigung an die Kantonsgerichtskasse (1/ü, im Dispositiv).

Der Kantonsgerichtspräsident

Versand

26. Juni 2019 sl

Mots-clés

inadmissibilityinvestigation closureright to be heardevidence motionsirreparable harmlimitation periodcourt costs

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether the appeal against the prosecution's notice of the intended discontinuance and investigation closure is admissible.

Solution extraite

The complaint is inadmissible because the notice under Art. 318(3) CCP is not appealable.

Motifs extraits

The contested act merely informed the parties of the intended mode of disposal and served to grant the right to be heard and to file evidence requests; therefore it is not subject to appeal. No irreparable harm was shown.

Question juridique clé

Whether the complainant's objections of denial of the right to be heard and failure to take evidence justify admissibility.

Solution extraite

No. The challenged notice itself was designed to allow hearing and evidence motions, so these objections fail.

Motifs extraits

A deadline was expressly set for evidentiary requests, which excludes a denial of hearing or evidence-taking at this stage.

Question juridique clé

Whether the court could extend limitation periods for offences.

Solution extraite

No; limitation periods are governed by the Criminal Code and cannot be extended by the court.

Motifs extraits

The court noted that limitation is regulated in Arts. 97-101 SCC and is not judicially extendable.

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