Appeal dismissed for lack of proper grounds

BEK 2019 125Autre juridiction14 août 2019Inadmissible

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

The Schwyz Cantonal Court did not enter into A.'s appeal against the Küssnacht district court's order granting definitive debt enforcement clearance in favor of the Canton of Schwyz for CHF 200 plus costs. The court held that the lay appeal did not meet the mandatory requirements of Art. 321 CPC, because it lacked concrete requests and failed to address the reasoning of the lower court. A cure period was set, but no corrected filing was submitted within the appeal deadline. The appellant was ordered to pay reduced appellate costs of CHF 50; no party compensation was awarded.

Regeste Omnilex

Art. 321 ZPO, Art. 132 ZPO; requirements for an appeal and consequences of failure to cure defects: an appeal must contain concrete requests and a reasoned challenge to the contested decision. Even for lay submissions, only limited leniency applies; the appellant must still identify the alleged defects and the scope of the challenge. If the appeal is manifestly defective, the court may set a cure period within the running appeal deadline; however, substantive supplementation after expiry of the deadline is excluded. Failing timely correction, the appeal is inadmissible (consid. 3). Costs follow the outcome under Art. 106(1) ZPO; no compensation is due if no response is called for.

Texte intégral

Kantonsgericht Schwyz

1

Verfügung vom 14. August 2019

BEK 2019 125

Mitwirkend

Kantonsgerichtsvizepräsident Dr. Reto Heizmann.

In Sachen

A.________, Gesuchsgegner und Beschwerdeführer,

gegen

Kanton Schwyz, 6430 Schwyz, Gesuchsteller und Beschwerdegegner, vertreten durch Kantonsgerichtskasse, Postfach 2265, Kollegiumstrasse 28, 6431 Schwyz,

betreffend

definitive Rechtsöffnung

(Beschwerde gegen die Verfügung des Einzelrichters am Bezirksgericht Küssnacht vom 8. Juli 2019, ZES 2019 77);-

hat der Kantonsgerichtsvizepräsident,

nachdem sich ergeben und in Erwägung:

  • dass der Einzelrichter am Bezirksgericht Küssnacht mit Verfügung vom 8. Juli 2019 dem Gesuchsteller in der Betreibung Nr. xx des Betreibungsamts Küssnacht für den Betrag von Fr. 200.00 nebst Zins sowie für Fr. 33.30 Betreibungskosten die definitive Rechtsöffnung erteilte, die Gerichtskosten von Fr. 150.00 dem Gesuchsgegner auferlegte und ihn verpflichtete, den Gesuchsteller mit Fr. 80.00 zu entschädigen (angef. Verfügung);

  • dass der Gesuchsgegner mit Beschwerde vom 10. Juli 2019 (Posteingang Kantonsgericht; Postaufgabe: unbekannt) diesen Entscheid beim Kantonsgericht anfocht (KG-act. 1);

  • dass eine Beschwerde gemäss Art. 321 ZPO schriftlich und begründet einzureichen ist und die Beschwerde insbesondere konkrete Rechtsbegehren zu enthalten hat, aus denen hervorgeht, in welchem Umfang der vorinstanzliche Entscheid angefochten wird, sowie in der Beschwerdebegründung darzulegen ist, worauf der Beschwerdeführer seine Legitimation stützt, inwieweit er beschwert ist, auf welchen Beschwerdegrund (Art. 320 ZPO) er sich beruft und an welchen Mängeln der angefochtene Entscheid leidet, dass mithin im Beschwerdeverfahren eine Rügepflicht besteht, und es somit der beschwerdeführenden Partei obliegt, in der Beschwerde im Einzelnen darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid an einem Beschwerdegrund krankt, und andernfalls auf die Beschwerde nicht einzutreten ist (Freiburghaus/‌Afheldt, in: Sutter-Somm/‌Hasenböhler/‌Leuenberger, Kommentar zur schweizerischen Zivilprozessordnung, 3. Auflage, N 14 f zu Art. 321 ZPO; Staehelin/‌Staehelin/‌Grolimund, Zivilprozessrecht, 2. Auflage, S. 505 N 42; Martin H. Sterchi, in: Berner Kommentar, N 17 f. zu Art. 321 ZPO), wobei bei Laieneingaben etwas weniger strenge Anforderungen verlangt werden dürfen (Freiburghaus/‌Afheldt, a.a.O., N 15 zu Art. 321 ZPO; Martin H. Sterchi, a.a.O., N 18 zu Art. 321 ZPO), eine inhaltliche Nachbesserung nach Ablauf der Beschwerdefrist jedoch ausgeschlossen ist (Staehelin/Staehelin/Grolimund, a.a.O.; Martin H. Sterchi, a.a.O., N 17 und 22 zu Art. 321 ZPO);

  • dass der Gesuchsgegner in der Beschwerde vom 10. Juli 2019 diese inhaltlichen Anforderungen offenkundig nicht erfüllte (s. KG-act. 2 resp. den nachfolgenden Absatz);

  • dass dem Gesuchsgegner – weil es sich um eine Laieneingabe handelt – mit Verfügung vom 10. Juli 2019 eine Nachfrist zur Verbesserung innert noch laufender Rechtsmittelfrist angesetzt wurde, unter Hinweis darauf, dass ein Antrag fehle, wie anstelle der Vorinstanz zu entscheiden sei, und der Beschwerdeführer sich nicht mit der Begründung des vorinstanzlichen Entscheids auseinandersetze, bei welchem es um eine definitive Rechtsöffnung und nicht um ein Strafverfahren gehe, und im Säumnisfalle auf die Beschwerde nicht eingetreten werde (KG-act. 2);

  • dass der Gesuchsgegner innert der Rechtsmittelfrist keine verbesserte Eingabe einreichte, weshalb androhungsgemäss auf die Beschwerde nicht einzutreten ist (Art. 132 ZPO);

  • dass die (wegen des Nichteintretens reduzierten) Gerichtskosten gestützt auf Art. 106 Abs. 1 ZPO dem Gesuchsgegner aufzuerlegen sind;

  • dass keine Parteientschädigung zuzusprechen ist, da keine Beschwerdeantwort eingeholt wurde;

  • dass das Nichteintreten auf eine Beschwerde gestützt auf § 40 Abs. 2 JG i.V.m. § 41 Abs. 1 JG präsidial entschieden werden kann;-

verfügt:

1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 50.00 werden dem Gesuchsgegner auferlegt.

3. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung nach Massgabe von Art. 113 ff. des Bundesgerichtsgesetzes *Verfassungsbeschwerde * beim Bundesgericht in Lausanne eingereicht werden; vorbehalten bleibt die Geltendmachung einer Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung mit * Beschwerde in Zivilsachen * gemäss Art. 72 ff. BGG, die in der gleichen Rechtsschrift bzw. bei alleiniger Einlegung innert derselben Frist einzureichen ist. Die Beschwerdeschrift muss Art. 42 BGG entsprechen. Der Streitwert beträgt Fr. 200.00.

4. Zufertigung an den Gesuchsgegner (1/R), den Kanton Schwyz (1/ES) und die Vorinstanz (1/A) sowie nach definitiver Erledigung an die Vor­instanz (1/R, mit den Akten) und an die Kantonsgerichtskasse (1/ü, im Dispositiv).

Der Kantonsgerichtsvizepräsident

Versand

14. August 2019 kau

Mots-clés

debt enforcementlegal openingappeal requirementsnon-entrycure periodlay submissioncourt costs

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether the appeal satisfied the formal requirements of Art. 321 CPC after a cure period was granted.

Solution extraite

No. The appeal lacked concrete requests and did not engage with the reasoning of the first-instance decision; after the unexpired cure period passed without correction, the court could not enter into the appeal.

Motifs extraits

An appeal must be written and reasoned and must state precise requests. Even with some leniency for lay submissions, the appellant must still explain the alleged defects; deficiencies cannot be cured after expiry of the appeal period.

Question juridique clé

Allocation of appeal costs after non-entry.

Solution extraite

The reduced appellate costs were charged to the appellant.

Motifs extraits

Costs follow the outcome under Art. 106(1) CPC.

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