Appeal inadmissible for missing reasons and security deposit

BEK 2018 17Autre juridiction16 févr. 2018Inadmissible

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

A, B and C/D appealed against a non-prosecution order by the Schwyz public prosecutor in a criminal matter concerning alleged abuse of authority, breach of duty, forgery and obtaining false certification. The court held that the appeal was inadmissible because no substantiated reasons were filed within the statutory deadline, B lacked standing, and the ordered security deposit of CHF 200 per appellant was not paid on time. The appeal was therefore not entered upon, and the appellants were ordered to pay CHF 300 in costs jointly and severally.

Regeste Omnilex

Art. 385 StPO, Art. 383 StPO, Art. 396 StPO; inadmissibility of an appeal for lack of reasons and non-payment of security. An appeal must set out, within the legal time limit, the reasons why the contested decision is incorrect and must address all independent grounds of the lower decision; a deliberately unreasoned filing after warning does not trigger a grace period under Art. 385(2) StPO. Security under Art. 383 StPO is likewise subject to strict compliance; no grace period is required. A person who did not participate below and whose grievance is not otherwise shown lacks standing to appeal. Costs follow the outcome under Art. 428 StPO.

Texte intégral

Kantonsgericht Schwyz

1

Verfügung vom 16. Februar 2018

BEK 2018 17

Mitwirkend

Kantonsgerichtspräsident Dr. Urs Tschümperlin.

In Sachen

**1.**A.________, Privatkläger und Beschwerdeführer, **2.**B.________, Beschwerdeführerin, **3.C.________, neu firmierend: ** D.________, Privatklägerin und Beschwerdeführerin,

gegen

**1.**Kantonale Staatsanwaltschaft, Postfach 75, Sicherheitsstützpunkt Biberbrugg, 8836 Bennau, Strafverfolgungsbehörde und Beschwerdegegnerin, vertreten durch Staatsanwältin E.________, **2.**F.________, Beschuldigte und Beschwerdegegnerin, **3.**G.________, Beschuldigter und Beschwerdegegner, **4.**H.________, Beschuldigter und Beschwerdegegner, **5.**I._________, Beschuldigter und Beschwerdegegner, **6.**J.________, Beschuldigter und Beschwerdegegner,

betreffend

Nichtanhandnahme (Amtsmissbrauch, ungetreue Amtsführung, Urkundenfälschung, Erschleichung einer falschen Beurkundung)

(Beschwerde gegen die Nichtanhandnahmeverfügung der kantonalen Staatsanwaltschaft vom 3. Januar 2018, SUB 2017 21, 22, 23, 24 und 342);-

hat der Kantonsgerichtspräsident,

nachdem sich ergeben und in Erwägung:

  • dass A.________ und die C.________ am 18. Mai 2017 bei der kantonalen Staatsanwaltschaft Strafanzeige gegen die im Rubrum erwähnten Mitglieder der Schlichtungsbehörde im Mietwesen des Bezirkes Einsiedeln wegen Amtsmissbrauchs, ungetreuer Amtsführung, Urkundenfälschung und Erschleichens einer falschen Beurkundung erstatteten (U-act. 8.2.001);

  • dass die kantonale Staatsanwaltschaft mit Nichtanhandnahmeverfügung vom 3. Januar 2018 entschied, dass keine Strafuntersuchung durchgeführt werde;

  • dass die Beschwerdeführer mit unbegründeter Sammelbeschwerde vom 18. Januar 2018 (KG-act. 1) insgesamt 13 Nichtanhandnahmeverfügungen der kantonalen Staatsanwaltschaft anfechten und dabei beantragten, für die Begründung eine zweimonatige Frist anzusetzen;

  • dass die Beschwerdeführer mit Eingangsanzeige vom 19. Januar 2018 darauf hingewiesen wurden, dass die Beschwerdefrist von 10 Tagen gemäss Art. 396 StPO eine gesetzliche Frist darstelle und deshalb nicht erstreckt werden könne, die vollständige Beschwerdebegründung somit innert der laufenden Rechtsmittelfrist von 10 Tagen einzureichen sei, und dass die Beschwerdeführer diese Mitteilung am 22. Januar 2018 abgeholt haben (KG-act. 3);

  • dass die angefochtene Verfügung A.________ am 15. Januar 2018 zugestellt wurde (vgl. Beilage zum angefochtenen Entscheid), die C.________ sich diese Zustellung an ihren einzelzeichnungsberechtigten Gesellschafter entgegenhalten lassen muss, Gleiches auch für B.________ gilt, welche aufgrund der Beschwerdeerhebung offensichtlich Kenntnis von der Verfügung erhalten hat, und die 10-tägige Beschwerdefrist gemäss Art. 396 StPO somit am Donnerstag, 25. Januar 2018 abgelaufen ist;

  • dass innert der Frist bis zum 25. Januar 2018 keine Begründung eingereicht worden ist;

  • dass gemäss Art. 385 Abs. 1 StPO in der Rechtsmittelschrift unter anderem anzugeben ist, welche Gründe einen anderen Entscheid nahe legen und welche Beweismittel angerufen werden, und sich die Rechtsmittelschrift deshalb mit allen (selbständigen) Begründungen der Vorinstanz auseinandersetzen muss, und auch anzugeben ist, wie anstelle des vorinstanzlichen Dispositivs zu entscheiden ist, ansonsten ein Nichteintretensentscheid der Rechtsmittelinstanz ergeht (Ziegler/Keller, in: Basler Kommentar StPO, 2. Auflage, N 1a und 4 zu Art. 385);

  • dass keine Nachfrist gemäss Art. 385 Abs. 2 StPO anzusetzen ist, wenn wie vorliegend eine bewusst mangelhafte Eingabe (fehlende Begründung trotz Rechtsmittelbelehrung) eingereicht wird (Lieber in: Donatsch/Hansjakob/Lie-ber, Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 2. Auflage, N 3 zu Art. 385; BGer Urteil vom 17. Oktober 2013, 6B_872/2013);

  • dass auf die Beschwerde vom 18. Januar 2018 somit bereits aus diesem Grunde nicht einzutreten ist;

  • dass B.________ im vorinstanzlichen Verfahren nicht teilgenommen bzw. die Strafanzeige nicht mitunterzeichnet hat (U-act. 8.3.001), ihre Beschwer nicht ersichtlich ist (vgl. Ziegler/Keller, a.a.O., N 1 zu Art. 382 StPO) und somit auf ihre Beschwerde auch aus diesem Grunde nicht einzutreten ist;

  • dass die Beschwerdeführer zudem mit separaten Verfügungen vom 19. Januar 2018 aufgefordert worden sind, eine Sicherheitsleistung von je Fr. 200.00 unter Androhung des Nichteintretens im Säumnisfall bis spätestens 5. Februar 2018 zu leisten, die Beschwerdeführer diese Verfügungen am 22. Januar 2018 abgeholt haben (KG-act. 4-6), das Schweizerische Bundesgericht auf eine gegen diese Verfügungen eingereichte Beschwerde mit Urteil 1B_51/2018 vom 31. Januar 2018 nicht eingetreten ist (KG-act. 9) und die verlangte Sicherheitsleistung innert Frist nicht geleistet worden ist;

  • dass für die Sicherheitsleistung gemäss Art. 383 StPO keine Nachfrist angesetzt werden muss (Ziegler/Keller, a.a.O. N 2 zu Art. 383 StPO) und somit androhungsgemäss auf die Beschwerde auch wegen Nichtleistens der Sicherheitsleistung nicht einzutreten ist;

  • dass die Beschwerdeführer ausgangsgemäss kostenpflichtig werden (Art. 428 StPO);

  • dass Nichteintreten auf eine Beschwerde gestützt auf § 40 Abs. 2 JG in die Kompetenz des Präsidenten fällt;

  • dass der Entscheid, mit welchem die Rechtsmittelinstanz nicht auf das Rechtsmittel eintritt, mit Strafgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht angefochten werden kann (Niklaus Schmid, Praxiskommentar, N 7 zu Art. 385 StPO);-

verfügt:

1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 300.00 werden den Beschwerdeführern unter solidarischer Haftung auferlegt.

3. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung nach Massgabe von Art. 78 ff. des Bundesgerichtsgesetzes *Beschwerde in Strafsachen * beim Bundesgericht in Lausanne eingereicht werden. Die Beschwerdeschrift muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entsprechen.

4. Zufertigung an A.________ (1/R), B.________ (1/R), die D.________ (1/R), F.________ (1/R), G.________ (1/R), H.________ (1/R), I.________ (1/R), J.________ (1/R), die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Schwyz (1/R), die kantonale Staatsanwaltschaft (1/A) sowie nach definitiver Erledigung an die kantonale Staatsanwaltschaft (1/R, mit den Akten) und an die Kantonsgerichtskasse (1/ü, im Dispositiv).

Der Kantonsgerichtspräsident

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16. Februar 2018 kau

Mots-clés

criminal appealinadmissibilityreasoned appealsecurity depositstandingcostsnon-prosecution

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether the criminal appeal had to be entered despite no reasoned submission within the appeal period.

Solution extraite

No. The appeal lacked any timely reasoning and was therefore inadmissible.

Motifs extraits

Art. 385 StPO requires the appeal to state why a different decision is sought and to engage with the lower authority's reasoning. Because the filing was deliberately unreasoned despite the warning, no cure period had to be set.

Question juridique clé

Whether B. had standing to appeal.

Solution extraite

No. Her complaint was not shown because she had not participated in the proceedings below or co-signed the criminal report.

Motifs extraits

Without prior participation or otherwise demonstrated personal detriment, B. lacked the required grievance/standing to challenge the decision.

Question juridique clé

Whether failure to pay the ordered security deposit led to inadmissibility.

Solution extraite

Yes. The required security was not paid within the deadline, and no grace period had to be granted.

Motifs extraits

Under Art. 383 StPO, a grace period is unnecessary for security deposits; the appeal had to fail in accordance with the warning.

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