Complaint not entered for failure to pay security

BEK 2017 145Autre juridiction10 oct. 2017Inadmissible

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

The complainant challenged a cantonal prosecution order refusing to open an investigation for abuse of authority. The Kantonsgericht Schwyz had previously ordered a security deposit of CHF 800 under Art. 383 StPO, warning that it would not enter into the complaint if payment was not made. The complainant stated that he could not pay and did not request legal aid. The court therefore held that no grace period was required and, by order of 10 October 2017, did not enter into the complaint. Costs of CHF 200 were imposed on the complainant.

Regeste Omnilex

Art. 383 StPO; security deposit for a criminal complaint; non-payment and no request for legal aid. If the appellant fails to provide the ordered security within the time limit and does not seek unentgeltliche Rechtspflege, the appellate court may refuse to enter into the complaint without granting an additional grace period. The complainant’s financial circumstances may be considered when fixing costs, but they do not dispense with the security requirement. An order of non-entry under Art. 383 StPO is appealable to the Federal Supreme Court under Art. 78 ff. BGG (consid. 2).

Texte intégral

Kantonsgericht Schwyz

1

Verfügung vom 10. Oktober 2017

BEK 2017 145

Mitwirkend

Kantonsgerichtspräsident Dr. Urs Tschümperlin.

In Sachen

A.________, Privatkläger und Beschwerdeführer,

gegen

**1.**Kantonale Staatsanwaltschaft, Postfach 75, Sicherheitsstützpunkt Biberbrugg, 8836 Bennau, Strafverfolgungsbehörde und Beschwerdegegnerin, vertreten durch Staatsanwältin B.________, 2.****C.________, Beschuldigter und Beschwerdegegner,

betreffend

Nichtanhandnahme (Amtsmissbrauch)

(Beschwerde gegen die Verfügung der kantonalen Staatsanwaltschaft vom 21. August 2017, SUB 2017 486);-

hat der Kantonsgerichtspräsident,

nachdem sich ergeben und in Erwägung:

  • dass die kantonale Staatsanwaltschaft mit Nichtanhandnahmeverfügung vom 21. August 2017 verfügte, dass keine Strafuntersuchung gegen C.________ (Polizist) durchgeführt würde;

  • dass der Beschwerdeführer mit Beschwerde vom 10. September 2017 folgende Rechtsbegehren stellt:

1. Die Strafuntersuchung gegen C.________ wegen Amtsmissbrauchs sei an die Hand zu nehmen.

2. Die Strafuntersuchung sei auf die Staatsanwaltschaft Höfe Einsiedeln auszudehnen.

3. Unter Einbezug der Akten aus dem Verfahren BEK 2017 126

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Vorinstanz

  • dass der Beschwerdeführer mit Verfügung vom 12. September 2017 aufgefordert worden ist, gestützt auf Art. 383 StPO eine Sicherheitsleistung von Fr. 800.00 bis spätestens 29. September 2017 zu leisten, unter Androhung des Nichteintretens im Unterlassungsfalle (KG-act. 4);

  • dass der Beschwerdeführer mit Schreiben vom 15. September 2017 mitteilt, er sei nicht in der Lage, die geforderte Sicherheitsleistung aufzubringen, weil er arbeitslos sei, er aber nicht glaube, dass ein Gesuch um unentgeltliche Prozessführung bewilligt würde, weil er ein Eigenheim besitze (KG-act. 8) und dass er die verlangte Sicherheitsleistung innert der gesetzten Frist nicht bezahlt hat;

  • dass der Beschwerdeführer somit bewusst keinen Antrag auf unentgeltliche Prozessführung stellt und deshalb darauf zu verzichten ist, dem Beschwerdeführer eine Nachfrist zur Beibringung der für eine Beurteilung der unentgeltlichen Rechtspflege nötigen Belege anzusetzen, bei der Höhe der Gerichtskosten jedoch auf seine finanziellen Verhältnisse Rücksicht zu nehmen ist;

  • dass für die Sicherheitsleistung gemäss Art. 383 StPO auch keine Nachfrist angesetzt werden muss (BSK StPO - Martin Ziegler, N 2 zu Art. 383 StPO) und somit androhungsgemäss auf die Beschwerde nicht einzutreten ist;

  • dass die Abschreibung des Verfahrens gestützt auf § 40 Abs. 2 JG in die Kompetenz des Gerichtspräsidenten fällt;

  • dass gegen Nichteintretensentscheide gestützt auf Art. 383 StPO die Strafrechtsbeschwerde ans Bundesgericht nach Art. 78 ff. BGG offen steht (Niklaus Schmid, StPO Praxiskommentar, N 7 zu Art. 383 StPO);-

verfügt:

1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2. Die Kosten dieser Verfügung von Fr. 200.00 werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

3. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung nach Massgabe von Art. 78 ff. des Bundesgerichtsgesetzes *Beschwerde in Strafsachen * beim Bundesgericht in Lausanne eingereicht werden. Die Beschwerdeschrift muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entsprechen.

4. Zufertigung an A.________ (1/R), C.________ (1/R), die kantonale Staatsanwaltschaft (1/A), die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Schwyz (1/R) sowie nach definitiver Erledigung an die kantonale Staatsanwaltschaft (1/R, mit den Akten) und an die Kantonsgerichtskasse (1/ü, im Dispositiv).

Der Kantonsgerichtspräsident

Versand

10. Oktober 2017 kau

Mots-clés

non-entrysecurity depositcriminal complaintlegal aidcostsnon-prosecution

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether the complaint against the non-prosecution order was admissible despite non-payment of the security deposit under Art. 383 StPO.

Solution extraite

No. Because the complainant did not pay the required security deposit and did not apply for legal aid, the court had to refrain from setting a grace period and could not examine the complaint on the merits.

Motifs extraits

Art. 383 StPO does not require an additional grace period for security deposits. The complainant expressly did not seek free legal assistance, so the appeal had to be rejected by non-entry.

Question juridique clé

Allocation of costs of the non-entry order.

Solution extraite

The court costs of CHF 200 were imposed on the complainant, taking account of his financial situation.

Motifs extraits

Since the complaint was not entered into, the complainant had to bear the costs; the amount was reduced in view of his financial circumstances.

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