Appeal against definitive debt enforcement rejected

BEK 2017 119Autre juridiction18 août 2017Dismissed

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

The Schwyz Cantonal Court dismissed, insofar as it entered, the debtor’s appeal against the district court’s order granting definitive debt enforcement for CHF 3,150. It held that the appeal failed to address the decisive reasoning of the lower court, that a request to cancel the enforcement proceeding could not be raised in this procedure, and that the quantified court costs and party compensation were enforceable titles. The court also found that no separate certificate of enforceability was needed because the Federal Supreme Court judgment had already rendered the underlying decisions final. The appellant was ordered to pay the appeal costs; no party compensation was awarded.

Regeste Omnilex

Art. 321 ZPO; Art. 80 SchKG; Arts. 85, 85a SchKG; Art. 106 Abs. 1 ZPO; definitive debt enforcement and appellate review of the order. An appeal must be reasoned by reference to the decisive considerations of the challenged decision; a merely renewed attack on the merits of the underlying judgment is inadmissible in definitive opposition proceedings, whose cognition is limited to enforceability and the objections under Art. 81 SchKG. Court costs and party compensation are enforceable titles when quantified in the judgment itself. Enforceability need not be proved by a formal certificate if finality follows from the unavailability of ordinary remedies, in particular from a Federal Supreme Court judgment that becomes final upon issuance (consid. 2-4).

Texte intégral

Kantonsgericht Schwyz

1

Beschluss vom 18. August 2017

BEK 2017 119

Mitwirkend

Kantonsgerichtspräsident Dr. Urs Tschümperlin, Kantonsrichter Clara Betschart und Josef Reichlin.

In Sachen

A.________, Gesuchsgegnerin und Beschwerdeführerin,

gegen

B.________, Gesuchstellerin und Beschwerdegegnerin, vertreten durch Rechtsanwalt C.________,

betreffend

definitive Rechtsöffnung

(Beschwerde gegen die Verfügung des Einzelrichters am Bezirksgericht March vom 7. Juli 2017, ZES 2017 261);-

hat die Beschwerdekammer,

nachdem sich ergeben und in Erwägung:

  • dass der Einzelrichter am Bezirksgericht March im Verfahren ZEV 2014 48 mit Urteil vom 25. Juni 2015 (Vi-KB 2) die Gesuchsgegnerin verpflichtete, in solidarischer Haftung mit D.________ der Gesuchstellerin unter dem Titel Gerichtskostenersatz Fr. 1'650.00 zu bezahlen, das Kantonsgericht Schwyz mit Urteil vom 19. Mai 2016 (ZK1 2015 40; Vi-KB 3) eine gegen dieses Urteil geführte Berufung im Wesentlichen abgewiesen hat und die Gesuchsgegnerin wiederum in solidarischer Haftung mit D.________ verpflichtete, der Gesuchstellerin eine Parteientschädigung im Betrage von Fr. 1'500.00 zu bezahlen, und dass das Bundesgericht eine von der Gesuchsgegnerin dagegen erhobene Beschwerde mit Urteil vom 15. März 2017 (5D_103/2015; Vi-KB 4) abgewiesen hat, soweit darauf einzutreten war;

  • dass die Gesuchstellerin die Gesuchsgegnerin mit Zahlungsbefehl Nr. 2217164 des Betreibungskreises Altendorf Lachen für den Betrag von Fr. 4'350.00 (Gerichtskostenersatz gemäss Urteil Bezirksgericht Fr. 1'650.00, Parteientschädigung gemäss Urteil Kantonsgericht Fr. 1'500.00 und Parteientschädigung gemäss Urteil Verwaltungsgericht Fr. 1'200.00) nebst Zins betrieben und die Gesuchsgegnerin Rechtsvorschlag erhoben hat (Vi-KB 5+6);

  • dass der Einzelrichter am Bezirksgericht March mit Verfügung vom 7. Juli 2017 (ZES 2017 261) der Gesuchstellerin die definitive Rechtsöffnung im Betrage von Fr. 3'150.00 nebst 5 % Zins seit 9. Mai 2017 für den Gerichtskostenersatz von Fr. 1'650.00 gemäss Urteil des Bezirksgerichts und die Prozessentschädigung von Fr. 1'500.00 gemäss Urteil des Kantonsgerichts erteilt hat;

  • dass die Gesuchsgegnerin mit Eingabe vom 15. Juli 2017 "Beschwerde gegen alle gefällten Urteile" erhebt und die Aufhebung der definitiven Rechtsöffnung verlangt;

  • dass eine Beschwerde gemäss Art. 321 ZPO schriftlich und begründet einzureichen ist und in der Beschwerdebegründung unter anderem darzulegen ist, an welchen Mängeln der angefochtene Entscheid leidet (vgl. Freiburghaus/Ahfeldt, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger, Kommentar zur schweizerischen Zivilprozessordnung, 3. Auflage, N 14 f zu Art. 321 ZPO; Staehelin/Staehelin/Grolimund, Zivilprozessrecht, 2. Auflage, S. 505 N 42; Martin H. Sterchi, in: Berner Kommentar, N 17 f. zu Art. 321 ZPO), die Gesuchsgegnerin sich in ihrer Beschwerdeschrift mit den entscheidwesentlichen Erwägungen des Vorderrichters, dass für die Forderungen von Fr. 1'650.00 (Kostenersatz) und Fr. 1'500.00 (Parteientschädigung) definitive Rechtsöffnungstitel vorlägen und weder Stundung, Tilgung oder Verjährung geltend gemacht würden, nicht auseinandersetzt, weshalb sich die Beschwerdeschrift insoweit als ungenügend erweist;

  • dass auf das Begehren der Gesuchsgegnerin, die Betreibung Nr. 2217164 sei aufzuheben, nicht einzutreten ist, weil Begehren um Aufhebung oder Einstellung der Betreibung gemäss Art. 85 und 85a SchKG beim Gericht des Betreibungsortes im ordentlichen oder vereinfachten Verfahren zu stellen sind und nicht im Rahmen eines Rechtsöffnungsverfahrens erhoben werden können;

  • dass die Rechtsöffnung gemäss Art. 80 SchKG zu erteilen ist, wenn die Forderung auf einem vollstreckbaren gerichtlichen Entscheid beruht, und die definitive Rechtsöffnung auch für die Gerichtskosten und Parteientschädigung erteilt werden kann, wenn diese wie vorliegend im Urteil selber beziffert sind (Staehelin, in: Basler Kommentar, 2. Auflage, N 50 zu Art. 80 SchKG; Stücheli, Die Rechtsöffnung, Zürich 2000, S. 261);

  • dass die Vollstreckbarkeit des Entscheides nicht in jedem Fall durch eine formelle Bescheinigung nachgewiesen werden muss, sondern auch dadurch dargetan werden kann, dass gegen das entsprechende Urteil kein ordentliches Rechtsmittel mehr gegeben ist (Daniel Staehelin, a.a.O., N 55 zu Art. 80 SchKG; Stücheli, a.a.O., S. 224), im vorliegenden Fall mit dem Urteil des Bundesgerichts vom 15. März 2017 (5D_103/2016; Vi-KB 4) ein letztinstanzlicher (die vorinstanzlichen Urteile bestätigender) Entscheid vorliegt, Entscheide des Bundesgerichts gemäss Art. 61 BGG am Tag ihrer Ausfällung in Rechtskraft erwachsen und somit ein weiterer Nachweis der Vollstreckbarkeit der beiden Entscheide des Bezirks- und Kantonsgerichts mittels separater Rechtskraftbescheinigung entgegen der Ansicht der Gesuchsgegnerin offensichtlich nicht mehr notwendig ist, worauf die Gesuchsgegnerin - wenn auch in verkürzter Form - bereits durch den Vorderrichter hingewiesen worden ist;

  • dass das Rechtsöffnungsverfahren gemäss Art. 251 lit. a SchKG im summarischen Verfahren durchgeführt wird, im summarischen Verfahren nach Art. 198 lit. a ZPO das Schlichtungsverfahren entfällt und somit im Rechtsöffnungsverfahren auch keine Klagebewilligung vorgelegt werden muss;

  • dass sich die Gesuchsgegnerin sowohl in der Beschwerdeschrift (KG-act. 1) als auch in der vorinstanzlichen Gesuchsantwort (Vi-act. 7) mit weitgehend identischen Ausführungen gegen die materielle Richtigkeit der Entscheide des Bezirks- und Kantonsgerichts (ZEV 2014 48 und ZK1 2015 40) wendet, die Kognition des Rechtsöffnungsrichters jedoch eingeschränkt ist und er insbesondere materielle Einwendungen gegen den Bestand der Forderung in der definitiven Rechtsöffnung nicht prüfen darf (Staehelin, a.a.O., N 2+2a zu Art. 81 SchKG; Stücheli, a.a.O., S. 108 f), weshalb diese Ausführungen der Gesuchsgegnerin im vorliegenden Verfahren nicht mehr gehört werden können;

  • dass die Gesuchsgegnerin auch im Beschwerdeverfahren weder Stundung, Tilgung noch Verjährung geltend macht;

  • dass zusammenfassend die Beschwerde abzuweisen ist, soweit darauf einzutreten ist;

  • dass bei diesem Ausgang die Kosten des Beschwerdeverfahrens gemäss Art. 106 Abs. 1 ZPO der Gesuchsgegnerin aufzuerlegen sind;

  • dass der Gesuchstellerin durch das Beschwerdeverfahren keine Aufwendungen entstanden sind, weshalb von einer Parteientschädigung für das Beschwerdeverfahren abzusehen ist;-

beschlossen:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 450.00 werden der Gesuchsgegnerin auferlegt und von ihrem Kostenvorschuss in gleicher Höhe bezogen.

3. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung nach Art. 113 ff. des Bundesgerichtsgesetzes (BGG) Verfassungsbeschwerde beim Bundesgericht in Lausanne eingereicht werden; vorbehalten bleibt die Geltendmachung einer Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung mit Beschwerde in Zivilsachen gemäss Art. 72 ff. BGG, die in der gleichen Rechtsschrift bzw. bei alleiniger Einlegung innert derselben Frist einzureichen ist. Die Beschwerdeschrift muss Art. 42 BGG entsprechen. Der Streitwert beträgt Fr. 3'150.00.

4. Zufertigung an A.________ (1/R), Rechtsanwalt C.________ (2/R), die Vorinstanz (1/A) sowie nach definitiver Erledigung an die Vorinstanz (1/R, mit den Akten) sowie an die Kantonsgerichtskasse (1/ü, im Dispositiv).

Namens der Beschwerdekammer

Der Kantonsgerichtspräsident

Versand

22. August 2017 rfl

Mots-clés

debt enforcementdefinitive oppositionappeal reasoningenforceable titlecourt costsparty compensationfinalitycost allocation

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether the appeal against the first-instance order granting definitive debt enforcement was sufficiently reasoned under Art. 321 CPC.

Solution extraite

The appeal was insufficiently reasoned insofar as it did not address the key findings of the lower court.

Motifs extraits

The appellant failed to engage with the decisive reasoning that enforceable titles existed for CHF 1,650 and CHF 1,500 and that no deferment, payment, or limitation was alleged.

Question juridique clé

Whether the request to cancel the enforcement proceedings could be heard in the debt-enforcement appeal proceedings.

Solution extraite

The request could not be heard in this procedure.

Motifs extraits

Requests to cancel or stay enforcement must be brought before the court at the place of enforcement under Arts. 85 and 85a SchKG, not in debt-enforcement proceedings.

Question juridique clé

Whether definitive debt enforcement could be granted for court costs and party costs stated in the judgment.

Solution extraite

Yes, definitive debt enforcement was available for both amounts because they were specified in the judgments.

Motifs extraits

Under Art. 80 SchKG, a final enforceable judicial decision is sufficient; costs and party compensation can also be enforced if quantified in the judgment itself.

Question juridique clé

Whether a separate formal certificate of enforceability was required.

Solution extraite

No separate certificate was necessary.

Motifs extraits

Enforceability may also be shown by the absence of any ordinary remedy; the Federal Supreme Court decision made the judgments final on the day of issuance.

Poursuivez vos recherches dans ChatGPT ou Claude

Connectez Omnilex pour rechercher dans le corpus juridique depuis votre assistant IA.